Wie Du den „AI First”-Ansatz für Dein Online-Business nutzt: Alles, was ich in einem 3-Tage Intensiv KI-Workshop gelernt habe

Ich habe drei Tage lang in Wien an einem Intensiv-Workshop zum Thema KI teilgenommen.

Bei Franz Enzenhofer, einem der bekanntesten SEO-Experten Österreichs.

In diesem Artikel teile ich die wichtigsten Erkenntnisse mit Dir, ohne den üblichen Guru-Quatsch, aber mit echten Praxisbeispielen und Prompts (gemeint ist: Anweisungen oder Fragen, die Du einer KI stellst), die Du sofort für Dein Online-Business verwenden kannst.

AI First Ansatz erklärt: Alte Denkweise mit Google vs. neue KI-First Methode im Vergleich

Bild KI-generiert

Was bedeutet "AI First" überhaupt und warum sollte Dich das interessieren?

Stell Dir vor, Du hast ein Problem.

Was machst Du als Erstes?

Wenn Du wie die meisten Menschen bist, gehst Du auf Google.

Du tippst einen Suchbegriff ein, klickst Dich durch zehn verschiedene Suchergebnisse, öffnest fünf Tabs, liest drei Blog-Artikel und bist am Ende verwirrter als vorher.

Das ist die alte Denkweise.

Google hat unser Gehirn "geschmolzen".

Der "AI First"-Ansatz funktioniert anders: Du hast ein Problem, denkst kurz darüber nach, was Du wirklich erreichen möchtest und fragst dann zuerst eine KI, wie Du das Problem lösen kannst.

Nicht: "Erstelle mir einen Blog-Artikel."

Sondern: "Ich möchte zum Thema XY in der Google-Suche ganz oben ranken. Was muss ich tun?"

Merkst Du den Unterschied?

Im ersten Fall gibst Du der KI eine Aufgabe.

Im zweiten Fall gibst Du ihr ein Ziel und lässt Dir den Weg dorthin zeigen.

Der Blog-Artikel ist dann vielleicht nur ein Puzzleteil des Ganzen.

Die Kernbotschaft: Du sagst einer KI nicht "Mach das".

Du fragst: "Wie löse ich das?"

Und erst nachdem die KI den Weg aufgezeigt hat, sagst Du: "Jetzt führe es aus."

Warum Franz Enzenhofer mein Lehrer war (und warum das wichtig ist)

Der Vortragende des Workshops war Franz Enzenhofer, ein österreichischer SEO-Experte, der bei so ziemlich allen bekannten österreichischen Webseiten irgendwo seine Finger im Spiel hatte.

Warum erzähle ich Dir das?

Weil Franz einen interessanten Grundsatz hat: Man darf sich erst Experte nennen, wenn man mindestens 10.000 Stunden mit einer Sache verbracht hat.

Und genau das hat er getan.

(Hier übrigens eine Übersicht seiner aktuellen AI-Workshops.)

Wenn man ihn live erlebt, merkt man sofort: Das ist ein echter KI-Nerd. Jemand, der wirklich ganz, ganz tief in das Thema eingestiegen ist.

Ich bin das noch nicht, aber ich arbeite daran und habe das Wertvollste aus seinem Wissen angezapft und möchte es hier mit Dir teilen.

Drei Tage Full-Time-Wissen, komprimiert in einem einzigen Blog-Artikel. 🙂

Teilnahmezertifikat AI First SEO Workshop Wien Mai 2025 – Christian Költringer bei Franz Enzenhofer

Hier der Beweis, dass ich wirklich dabei war. 🙂

Drei Tage, 24 Arbeitsstunden, ein vollgeschriebenes Notizbuch und dieser Artikel.

Wo stehen wir eigentlich mit KI? (Spoiler: Noch ganz am Anfang)

Stell Dir einen C64-Computer vor.

Weißt Du, was das ist?

Das war einer der ersten erschwinglichen Heimcomputer überhaupt. Ein Gerät, mit dem sich damals kaum jemand befasst hat.

Genau da stehen wir heute mit KI.

Die KI-Modelle, die wir aktuell nutzen, sind die schlechtesten, die wir jemals nutzen werden.

Klingt paradox, oder?

Aber wenn Du bedenkst, wie leistungsstark ChatGPT und Co. heute schon sind, dann stell Dir vor, wo wir in fünf Jahren sein werden.

Wir befinden uns mitten in einem KI-Sturm, der sehr schnell tobt. Aber wir sind noch ganz, ganz am Anfang.

Wie funktioniert KI wirklich? (Nicht so, wie die meisten glauben)

Jetzt wird’s kurz ein bisschen technisch, aber bleib dran, es lohnt sich.

Wir haben alle dieses Bild im Kopf: Ein Roboter, der immer intelligenter wird, irgendwann schlauer ist als wir Menschen und die Weltherrschaft übernimmt.

Die Wahrheit ist ernüchternder, aber auch beruhigender.

KI versteht gar nichts.

Lies das noch einmal.

Eine KI zerlegt jeden Befehl, jeden Text, jede Zahl in sogenannte Token. Das sind keine Wörter, sondern Wortteile, Zeichen oder Leerzeichen.

Wenn Du "Orangen sind blau" eingibst, sieht die KI ganz vereinfacht gezeigt:

  • "Orangen" = Token 1
  • "sind" = Token 2
  • "blau" = Token 3
So funktionieren KI-Token: Wie ChatGPT und Claude Text in Wahrscheinlichkeiten zerlegen


KI versteht keine Texte. Sie versteht keine Wörter. Sie zerlegt einfach alles in Token.

KI ist eine riesige Wahrscheinlichkeitsrechnung, nicht mehr und nicht weniger.

Hier kommt der Knackpunkt: Eine KI weiß nicht, dass Paris die Hauptstadt von Frankreich ist. Sie hat aber gelernt, dass die Wortkombination "Frankreich", "Paris" und "Hauptstadt" eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, zusammenzugehören.

Wenn Du etwas fragst, berechnet die KI im Hintergrund, welches Token als Nächstes am wahrscheinlichsten kommt.

Das ist nicht Wissen. Das ist nicht Intelligenz. Das ist eine Aneinanderreihung von Wahrscheinlichkeiten.

Und weißt Du was?

Deshalb bekommst Du auch jedes Mal eine andere Antwort, selbst wenn Du die gleiche Frage stellst. Weil es eine Wahrscheinlichkeitsrechnung ist und keine Fakten-Datenbank.

Stell Dir Millionen von Papageien vor, die durch einen begrenzten Raum fliegen.

Wenn Du etwas in diesen Raum rufst (also einen Prompt gibst), antworten manche Papageien laut, andere leise, die meisten bleiben still.

Jeder Papagei steht für einen Token.

Die KI setzt dann die lautesten Antworten zusammen und das ergibt Deine Antwort. Es ist wie ein Ratespiel: Welche Token passen am wahrscheinlichsten zueinander?

Warum KI halluziniert (und was Du dagegen tun kannst)

KI kann "halluzinieren", das hast Du bestimmt schon gehört, oder?

Aber warum ist das so?

Weil alle Antworten auf Wahrscheinlichkeiten basieren. Eine KI kennt keine Fakten.

Wenn sie unsicher ist, rät sie einfach. Und manchmal liegt sie komplett daneben.

Hier die vier Möglichkeiten, wie Du mit dem, was Dir eine KI "ausspuckt", umgehen kannst:

  1. Akzeptieren: Das Ergebnis passt für Dich.
  2. Verifizieren: Vor allem bei Fakten: stell eigene Recherchen an.
  3. Adaptieren: Weiterchatten, nur Teile verwenden, anpassen.
  4. Verwerfen: Einfach nicht verwenden.

Und hier ein Profi-Tipp: Wenn Du mit einem KI-Modell länger chattest und das Ergebnis einfach nicht besser wird, dann starte einen neuen Chat.

Warum?

Weil KI innerhalb eines Chats nichts vergessen kann. Alles, was Du oben geschrieben hast, bleibt quasi "eintrainiert". Ein Neustart ist oft die beste Lösung.

Die wichtigsten Cut-off-Daten, die Du kennen musst

ChatGPT, Claude und Gemini sind keine Datenbanken.

Sie basieren auf einem fixen, antrainierten Datenbestand bis zu einem bestimmten Datum:

  • Claude: August 2025 (Training bis ca. Januar 2026)
  • GPT-5.4: August 2025
  • Gemini 2.5 Pro: Januar 2025

Alles, was nach diesem Datum passiert ist, wissen sie nicht aus ihrem Training.

Hinweis: Die KI-Modelle werden ständig weiterentwickelt. Diese Angaben sind mit Stand bei Veröffentlichung des Artikels. Egal also, wann Du diesen Artikel liest, prüfe die aktuellen Cut-off-Daten bei OpenAI, Anthropic und Google.

"Aber warte mal – ChatGPT & Co können doch im Internet suchen?"

Ja, mit Funktionen wie "Deep Research" (einer Funktion, die ChatGPT, Claude und Gemini selbstständig im Internet recherchieren lässt) oder "Grounding with Google Search" kann die KI live auf das Internet zugreifen.

Aber: Die Antwort basiert immer noch auf der Wahrscheinlichkeitsberechnung der vorher trainierten Daten.

Das Internet dient nur zur Anreicherung oder Überprüfung, aber nicht als Basis der Antwort.

Der richtige Umgang mit KI: Die Kunst des Promptens

"Wie prompte ich richtig?"

Diese Frage höre ich ständig. Und die Antwort ist einfacher, als Du denkst.

Die vier Elemente eines guten Prompts und zwar genau in dieser Reihenfolge:

  1. Ziel: Was willst Du erreichen? Was ist Dein Endziel?
  2. Kontext: Wer bist Du? Was machst Du? In welcher Situation wird das Ergebnis gebraucht?
  3. Daten: Alles, was die KI darüber hinaus wissen muss.
  4. Iteration: Weiterfragen, verbessern, anpassen.
Die 4 Elemente eines guten KI-Prompts: Ziel, Kontext, Daten, Iteration – Infografik

Hier ist ein konkretes Beispiel.

Ich hatte die Aufgabe, aus einem drei Tage dauernden Intensiv-Workshop eine 60-minütige Präsentation zu erstellen.

Wie bin ich vorgegangen?

Nicht mit Google.

Sondern mit diesem Prompt:

Ich habe an einem AI First SEO-Workshop von Franz Enzenhofer aus Wien teilgenommen und möchte die wichtigsten Erkenntnisse daraus mit meinen Lesern teilen. Ich brauche Deine Hilfe dabei, eine lehrreiche und unterhaltsame Präsentation für meine Leser zu erstellen, damit auch sie von den Inhalten aus diesem Workshop profitieren können. Die Präsentation soll maximal 60 Minuten dauern. Hier sind die Inhalte aus dem Workshop: [alle Slides eingefügt]

In Sekundenschnelle hatte ich das Grundgerüst.

Natürlich musste ich es noch anpassen und verfeinern, aber die Hauptarbeit war erledigt. 🙂

Warum Du nur drei KI-Tools brauchst (und alle anderen vergessen kannst)

Es gibt gefühlt 1.000 KI-Tools für die unterschiedlichsten Anwendungen.

  • Welches Tool soll ich für Texte nehmen?
  • Welches für Videos?
  • Welches für Bilder?
  • Welches für die Keyword-Recherche?

Vergiss das alles.

Die einzigen Tools, die Du brauchst, sind:

  1. Claude
  2. ChatGPT
  3. Gemini

Ich nenne Claude bewusst an erster Stelle, da aktuell Claude ChatGPT etwas den Rang abgelaufen hat (was sich aber auch schnell wieder ändern kann).

Mit diesen drei Tools kannst Du 90-95% aller Aufgaben erledigen.

Bruce Lee hatte also recht als er sagte: "Ich fürchte nicht den Mann, der 1.000 Schläge einmal geübt hat. Ich fürchte den Mann, der einen Schlag 1.000 Mal geübt hat."

Das gilt auch für KI-Tools: Werde in einem Tool richtig gut, anstatt 100 Tools halbherzig bedienen zu können.

Wann Du welches Tool nutzen solltest (aus meiner Sicht):

  • Claude: Das aus meiner Sicht aktuell stärkste Modell für Texte und Deep Research Aufgaben.
  • ChatGPT: Der Allrounder, der alles kann, aber nichts besser als andere.
  • Gemini: Mein aktuelles Lieblings-Tool für Bilder. Es ist extrem schnell und kostenlos gut nutzbar.
KI-Tools im Vergleich: Claude vs. ChatGPT vs. Gemini – Stärken und Einsatzbereiche

Kurze Ergänzung für alle, die viel recherchieren: Perplexity AI ist kein Ersatz für Claude, ChatGPT oder Gemini, aber ein sinnvolles Zusatztool, wenn Du schnell aktuelle Informationen mit Quellenangaben brauchst. Es kombiniert KI-Antworten mit echten Websuchen in Echtzeit. Ich nutze es gelegentlich für schnelle Fakten-Checks, aber nicht als kreatives Arbeitstool. Wenn Du also die drei Haupttools beherrschst und noch ein viertes ausprobieren möchtest, wäre Perplexity mein Tipp.

Hinweis: Die Modelllandschaft entwickelt sich rasant, aber die Grundregel bleibt: Werde in wenigen Tools richtig gut, anstatt ständig zu wechseln.

Megaprompt, Metaprompt und Personas: Die drei mächtigsten Anwendungsfälle

Jetzt wird’s richtig spannend.

Diese drei Techniken sind aus meiner Sicht die wichtigsten Anwendungsfälle für KI im Online-Business.

1. Der Megaprompt: Wenn Du wirklich große Aufgaben hast

Ein Megaprompt ist ein extrem ausführlicher Prompt mit sehr vielen Daten und umfangreichem Kontext.

Praxisbeispiel: Blog-Artikel nach Google-Qualitätsrichtlinien optimieren.

Stell Dir vor, Du hast einen Blog-Artikel, der nicht gut rankt. Jetzt willst Du ihn nach den aktuellen Google-Qualitätsrichtlinien optimieren lassen.

Wie gehst Du vor?

  1. Lade die Google General Guidelines als PDF herunter (einfach googeln nach: "Google General Guidelines PDF Download")
  2. Installiere die Chrome-Erweiterung "This is my" von Franz Enzenhofer (kostenlos im Chrome Web Store)
  3. Ziehe die PDF in die Erweiterung und sie liest den kompletten Inhalt aus.
  4. Kopiere den Inhalt in Deinen Prompt.

Der Prompt könnte so aussehen:

Optimiere mir bitte folgenden Blog-Beitrag zu 100% nach den aktuellen Qualitätsrichtlinien. Gib das Ergebnis anschließend als reines HTML ohne CSS aus. Hier der Blog-Artikel, den Du optimieren sollst: [Artikel einfügen]
Und hier die aktuellen Google-Qualitätsrichtlinien, an denen Du Dich zu 100% halten sollst: [Guidelines einfügen]

Wichtig: Normale PDF-Uploads funktionieren bei KI-Tools oft nicht vollständig. Die Erweiterung stellt sicher, dass wirklich alle Inhalte verarbeitet werden.

2. Der Metaprompt: Lass die KI Deinen Prompt schreiben

"Was soll ich denn prompten? Wie soll ich es formulieren?"

Ganz ehrlich: Das ist schon der zweite Schritt.

Der bessere Weg ist: Bitte die KI, Dir einen guten Prompt für Deine Aufgabe zu erstellen.

Hier ein Beispiel:

Erstelle mir einen Prompt für ChatGPT. Der Prompt soll eine Persona generieren: einen extrem kritischen, aber fairen SEO-Experten, der spezialisiert ist auf Content-Qualität nach den EEAT(Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)-Kriterien. Ziel des Metaprompts ist es, dass ich der generierten Persona später einen Blog-Artikel geben kann und sie mir eine detaillierte, konstruktive Kritik mit Verbesserungsvorschlägen liefert.

Die KI erstellt Dir dann einen fertigen Prompt den Du nur noch ausführen musst. 🙂

3. Die Persona: Gib der KI eine Rolle

Du kannst der KI eine bestimmte Rolle zuweisen. Und das verändert die Qualität der Ergebnisse dramatisch.

Mein Lieblings-Persona-Prompt: Der skeptische Erstbesucher

Stell Dir vor, jemand besucht zum ersten Mal Deine Webseite.

Diese Person:

  • Kennt Dich nicht.
  • Vertraut Dir nicht.
  • Hatte schlechte Erfahrungen mit anderen Anbietern.
  • Hinterfragt alles, was auf einer Webseite steht.

Was denkt diese Person, wenn sie Deine Startseite sieht?

Hier der Prompt:

Erstelle mir die Persona eines Interessenten und potenziellen Kunden, der zum ersten Mal die Startseite meiner Website [DEINE URL] besucht. Das Besondere an diesem Erstbesucher ist, dass er extrem skeptisch und kritisch gegenüber den Aussagen in meiner Branche ist. Er hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht, die ihm das Blaue vom Himmel versprochen, aber nichts eingehalten haben. Daher vertraut er erst mal niemandem. Er hinterfragt alles, was auf einer Webseite geschrieben steht.
Erstelle mir jetzt diese Persona: Wer ist das? Wie alt? Was will diese Person? Wie denkt sie? Wie fühlt sie sich?

Und dann der Folge-Prompt:

Handle jetzt als diese Persona. Der User, den Deine Persona darstellt, besucht zum ersten Mal meine Website. Was geht diesem User durch den Kopf? Hier die Inhalte meiner Website: [Inhalte einfügen]

Das Ergebnis hat mich umgehauen.

Die KI hat mir als "Skeptischer Stefan" meine komplette Startseite zerlegt. Jede Aussage wurde hinterfragt. Aber gleichzeitig wurden auch die positiven Dinge hervorgehoben, die mich von anderen unterscheiden.

Unbezahlbares Feedback. 🙂

Content-Erstellung mit KI: Worauf Du achten musst

"Kann ich mir einfach Blog-Artikel von KI schreiben lassen?"

Ja und nein.

Wofür KI bei der Content-Erstellung gut ist:

  • Ideenfindung.
  • Erstellung einer Gliederung oder Struktur.
  • Texte umformulieren oder zusammenfassen.
  • Erstellung von Content-Rohmaterial.

Das wichtigste Wort: Rohmaterial

Du solltest auf keinen Fall Inhalte von KI eins zu eins so verwenden, wie Du sie bekommst. Es braucht immer Deine menschliche Würze. Deine Persönlichkeit. Deine Geschichte. Das macht den Content einzigartig.

Und ganz wichtig: Wenn Du Scheiße reingibst, kommt Scheiße raus!

KI kann nur so gut sein wie Dein Input. Je mehr Mühe Du Dir bei den Daten und dem Kontext gibst, desto besser ist der Output.

Blog-Artikel in Deinem eigenen Stil erstellen lassen

Das ist der "heilige Gral": Ein vollständiger Blog-Artikel, der alle Google-Richtlinien erfüllt, in Deinem Tone of Voice geschrieben ist und Deine persönliche Handschrift trägt.

Der Prozess:

  1. Schreibstil-Referenzen vorbereiten: 2-3 Deiner besten Blog-Artikel als Beispiele.
  2. Zielgruppe definieren: Wer soll das lesen?
  3. Google-Qualitätsrichtlinien bereithalten (wie oben beschrieben).
  4. Metaprompt erstellen lassen: Bitte die KI, Dir den perfekten Prompt für diese Aufgabe zu erstellen.
In 4 Schritten einen Blog-Artikel im eigenen Stil mit KI erstellen – Prozess-Infografik

Der finale Prompt wird sehr lang sein, aber das ist okay.

Bei sehr umfangreichen Aufgaben funktionieren Claude und Gemini besser als ChatGPT, weil sie in der Regel mehr Token verarbeiten können. Aber das hängt auch immer mit dem Plan ab, den Du beim jeweiligen Tool gerade verwendest.

Wichtig: Lass Dir das Ergebnis als HTML ausgeben. Dann kannst Du es direkt in WordPress einfügen.

Artikel mit Potenzial optimieren: So holst Du mehr aus Deinem bestehenden Content

Du hast bestimmt Blog-Artikel, die irgendwo auf Seite zwei oder drei in der Google-Suche dümpeln.

Was wäre, wenn Du diese Artikel so optimieren könntest, dass sie auf Seite eins ranken?

Hier ist der Prozess:

Schritt 1: Daten aus der Google Search Console exportieren

Jeder, der eine Webseite betreibt, sollte die Google Search Console nutzen.

Dort siehst Du:

  • Über welche Suchbegriffe Besucher auf Deine Webseite kommen.
  • Wie oft Deine Seiten in der Suche angezeigt werden (Impressionen).
  • Wie oft geklickt wird (Click-Through-Rate).
  • Auf welcher Position Du rankst.
Google Search Console Export als Excel – so sehen die Daten für die KI-Analyse aus

Exportiere die Suchanfragen der letzten drei Monate als Excel- oder CSV-Datei.

Schritt 2: Screenshot machen

Öffne die Excel-Datei und mache einen Screenshot davon. Die KI kann Screenshots auslesen und nutzt sie als zusätzliche Datenquelle.

Schritt 3: KI analysieren lassen

Der Prompt:

Ich habe hier eine Excel-Datei mit Daten aus meiner Google Search Console – Export der Suchanfragen der letzten drei Monate.

Mein Ziel: Ich möchte Muster und Chancen für meine SEO-Strategie erkennen, damit Blog-Artikel mit Potenzial zukünftig weiter vorne ranken und mehr Besucher auf meine Webseite bringen.

Kontext: Meine Webseite ist ein Blog zum Thema [DEIN THEMA].

Deine Aufgabe: Identifiziere die Top 10 Suchanfragen mit den meisten Impressionen. Filtere diejenigen heraus, die eine Click-Through-Rate unter 3% haben und auf Position 5 bis 30 ranken. Gib mir für diese gefilterten Suchanfragen Ideen, wie ich den Titel und die Meta-Beschreibung meines entsprechenden Blog-Beitrags verbessern könnte, um die Klickrate zu erhöhen.

Berücksichtige dabei, dass die Suchenden neugierig gemacht und zum Klicken bewegt werden sollen – aber kein aggressives oder offensichtliches Click-Bait.

Füge die Excel-Datei und den Screenshot als Anhang hinzu.

Wichtig für Deinen Datenschutz: Bevor Du Daten aus der Google Search Console in ein KI-Tool lädst, bedenke: Diese Daten landen auf den Servern des jeweiligen Anbieters. Bei rein aggregierten Suchanfragen (keine personenbezogenen Daten) ist das in der Regel unkritisch.

Trotzdem gilt: Lade niemals Kundendaten, E-Mail-Listen oder andere personenbezogene Informationen in externe KI-Tools, ohne vorher die Datenschutzrichtlinien des Anbieters zu prüfen. ChatGPT, Claude und Gemini bieten alle eine Einstellung an, mit der Du verhindern kannst, dass Deine Eingaben für das Training verwendet werden.

Das Ergebnis: Konkrete Optimierungsvorschläge für Titel und Meta-Beschreibung, die Du sofort umsetzen kannst. 🙂

Handgeschriebene Notizen digitalisieren

Ein kleiner, aber feiner Anwendungsfall.

Ich bin vom Workshop mit einem ganzen Büchlein handgeschriebener Notizen nach Hause gekommen. Mit einer echten Sauklaue.

Wie bekomme ich das in digitale Form?

Hier der nötige Prompt:

Ich gebe Dir jetzt handgeschriebene Notizen auf einem Zettel, die ich eingescannt habe. Du bekommst die Scans als JPEG-Dateien. Bitte schreib mir auf, was auf den eingescannten Dokumenten steht, und gib die Texte in einwandfreiem Deutsch ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler aus.

Wichtig: ChatGPT kann maximal 10 Dateien pro Nachricht verarbeiten. Plus-Nutzer können aber bis zu 80 Dateien innerhalb von 3 Stunden hochladen, Du musst sie nur auf mehrere Nachrichten aufteilen.

Bei sehr großen Mengen oder extrem langen Dokumenten empfiehlt sich Gemini mit seinem 1-Million-Token-Kontextfenster.

Das Ergebnis war erstaunlich gut. 90% der Texte waren korrekt transkribiert. Eine extreme Zeitersparnis.

Grafiken umgestalten lassen

Du siehst irgendwo im Internet eine Grafik und denkst Dir: "Die hätte ich auch gerne, aber mit anderen Farben und deutschem Text."

Kein Problem.

Hier ist der dafür nötige Prompt:

Nimm den Screenshot, den ich Dir anhänge, und erstelle mir die gleiche Grafik, allerdings mit geänderten Farben und Wörtern innerhalb der Felder.

Ändere die Farben folgendermaßen: Aus Blau wird Orange, aus Gelb wird Braun, aus Grün wird Grau.

Übersetze die englischen Wörter in den Feldern korrekt ins Deutsche. Passe Deine Übersetzung nicht an die neuen Farben an, sondern übersetze eins zu eins.

Das funktioniert nicht immer perfekt, aber oft erstaunlich gut. 🙂

Ein Computerspiel für Deine Webseite erstellen lassen

Ja, Du hast richtig gelesen.

Ein gutes User-Signal für Google ist, wenn sich Besucher lange auf Deiner Webseite aufhalten.

Eine Möglichkeit dafür: Ein interaktives Element, zum Beispiel ein kleines Computerspiel.

Der Prozess:

  1. Ideen sammeln lassen: "Gib mir fünf Ideen für mögliche Computerspiele für Besucher meiner Webseite. Hier die Beschreibung meiner Zielgruppe: [Beschreibung]"
  2. Konzept erstellen lassen: "Ich wähle Idee Nr. 3. Entwickle für mich ein Spielekonzept für diese Idee."
  3. Programmieren lassen: "Für dieses Spielekonzept erstelle den Programmcode. Entwickle das Spiel."

Beispiel: Ich habe mir ein Spiel erstellen lassen, das Menschen dabei hilft, auf Online-Business-Ideen zu kommen. Ein kleines Insel-Spiel, bei dem man "Funken der Inspiration" sammelt, indem man Fragen über sich selbst beantwortet. Komplett von KI programmiert. 🙂

Short-Form-Video-Skripte automatisiert erstellen lassen

Video ist das Format der Stunde, aber Skripte zu schreiben ist zeitaufwendig.

Die Lösung: Ein eigener Script-Generator. 🙂

Der Prozess ist ähnlich wie beim Computerspiel:

  1. Metaprompt erstellen: "Ich möchte einen Short Form Video Power Scripter erstellen und brauche Deine Hilfe, für diese Applikation den richtigen Prompt zu bekommen. Das Tool soll fünf verschiedene Video-Skripte erstellen, die auf den konkreten Angaben des Anwenders basieren."
  2. Prompt ausführen: Die KI erstellt Dir den Prompt für die Applikation.
  3. Applikation bauen lassen: "Erstelle den Programmcode für diese Applikation."

Das Ergebnis ist ein Tool, in das Du eingibst:

  • Thema
  • Zielgruppe
  • Tonalität
  • Call to Action

Und Du bekommst fünf fertige Video-Scripte ausgespuckt.

Was KI noch nicht kann (und vielleicht nie können wird)

Zeit für ein bisschen Realismus. 🙂

KI hat kein echtes Verständnis

Du kannst nicht zur KI sagen und hoffen: "Du musst mich doch verstehen!"

Nein.

KI ist eine Simulation von Verständnis. Für viele Anwendungsfälle ist das gut genug, aber es ist nicht menschlich.

KI kann nicht vergessen

Alles, was Du in einem Chat eingibst, bleibt gespeichert.

Du kannst nicht sagen: "Vergiss das, was ich oben geschrieben habe."

Starte deshalb bei schlechten Ergebnissen immer einen neuen Chat.

KI hat keine Logik

Wenn Du mit 200 km/h gegen eine Wand fährst, ist es für Menschen logisch, dass das Auto kaputt geht. Für eine KI nicht. Sie hat keinen Hausverstand.

KI kann keinen schlechten Tag haben

Wenn Du heute schlechtere Ergebnisse bekommst als gestern, dann ist Dein Prompt schlecht, nicht die KI.

KI kann keine Verantwortung übernehmen

Du bist für alles verantwortlich, was Du mit dem Output machst. Nicht die KI.

KI ist wie eine Waschmaschine für digitale Arbeit

Die Tage habe ich ein Feedback von einer Dame bekommen, die sich aus meinem E-Mail-Verteiler ausgetragen hat.

Ihre Begründung?

"Manuelle Recherche ist nicht mehr zeitgemäß. Es gibt KI-Produkte, die mir all diese Arbeit abnehmen."

Das ist falsch.

Eine Waschmaschine kann das Wäschewaschen nicht zu 100% automatisieren. Du musst trotzdem:

  1. Die Wäsche sortieren.
  2. Die Maschine befüllen.
  3. Das richtige Programm wählen.
  4. Die Wäsche aufhängen.

Genauso ist es mit KI.

KI nimmt uns repetitive, datenintensive oder zeitaufwendige Teile der Arbeit ab, aber die strategischen Entscheidungen und die Qualitätskontrolle bleiben in unserer Verantwortung.

KI ist keine vollständige Automation. Es braucht immer noch den Menschen.

Meine wirren Gedanken zum Abschluss

  • Versuche nicht, KI in der Tiefe zu verstehen, ich tue es auch nicht. Aber wichtig ist zu wissen: Alles basiert auf einer großen Wahrscheinlichkeitsrechnung mit Token.
  • Rechtschreibung ist egal: Beim Prompten musst Du nicht auf Rechtschreibung oder Grammatik achten. Selbst mit 27 Rechtschreibfehlern wird Dich die KI verstehen.
  • Enter-Taste bei Gemini: Bei ChatGPT startet der Prompt sofort, wenn Du Enter drückst. Bei Gemini nicht, da musst Du manuell auf einen Button klicken.
  • KI-Agenten: Man munkelt, dass KI-Agenten das nächste große Ding werden (oder sind sie es schon?). Das sind Assistenten, die Dir Pizza bestellen oder Meetings organisieren können. Vielleicht stimmt das, vielleicht nicht. Abwarten.
  • Lass Dich nicht faul machen: Wir sollten wertvolle Fähigkeiten, die wir uns angeeignet haben, nicht verlieren. Ich schreibe gerne manuell Blog-Artikel. Ich nehme gerne Videos auf. Das sind wertvolle Fähigkeiten und ich werde sie nicht an eine KI auslagern.
  • KI wird die Weltherrschaft nicht übernehmen: Ich erinnere mich noch an die DSGVO-Panik vor einigen Jahren. Leute haben ihre Webseiten offline genommen aus Angst vor Millionenstrafen. Das Gleiche passiert gerade bei KI und es ist genauso übertrieben. KI wird vieles verändern. Aber der Kern des Online-Business bleibt gleich: Du dienst Menschen. Menschen kaufen von Menschen.

Häufige Fragen zum AI-First-Ansatz

Was bedeutet "AI First" konkret?

AI First bedeutet nicht, dass Du alles an eine KI auslagerst. Es bedeutet, dass Du bei jedem Problem zuerst fragst: „Wie löse ich das?" – und die KI als Denkpartner nutzt, bevor Du loswerkst.

Welches KI-Tool ist das beste für Anfänger?

Fang mit einem einzigen Tool an, am besten Claude oder ChatGPT. Werde darin richtig gut, bevor Du andere Tools ausprobierst.

Wie vermeide ich KI-Halluzinationen?

Prüfe alle Fakten, Zahlen und Namen, die die KI liefert, selbst nach. Starte bei schlechten Ergebnissen einen neuen Chat. Und gib der KI immer möglichst viel Kontext, je besser Dein Input, desto zuverlässiger der Output.

Darf ich KI-generierten Content bei Google veröffentlichen?

Ja. Google bewertet Inhalte nach Qualität, nicht nach Herkunft. Entscheidend ist, dass der Artikel hilfreich, einzigartig und menschlich aufbereitet ist, aber nicht, ob eine KI dabei geholfen hat.

Was ist der Unterschied zwischen Megaprompt, Metaprompt und Persona?

Kurz gesagt: Beim Megaprompt gibst Du der KI sehr viele Daten auf einmal. Beim Metaprompt lässt Du die KI den Prompt für Dich schreiben. Und bei der Persona gibst Du der KI eine Rolle, damit sie aus einer bestimmten Perspektive antwortet.

Fazit: Starte mit AI-First, aber bleib Mensch

Der AI-First-Ansatz bedeutet nicht, dass Du alles an eine KI auslagerst. Er bedeutet:

  1. Du hast ein Problem.
  2. Du denkst nach: Was will ich wirklich erreichen?
  3. Du fragst die KI: Wie löse ich das?
  4. Du führst aus, mit KI-Unterstützung.
  5. Du kontrollierst, verfeinerst und machst es zu Deinem eigenen.

Die besten Ergebnisse entstehen aus der Kombination von menschlicher Kreativität und KI-Power.

Nutze ChatGPT, Claude und Gemini als Deine Werkzeuge, werde richtig gut darin und vergiss all die anderen 1.000 Tools.

Und jetzt?

Probier es aus.

Nimm einen Prompt aus diesem Artikel und teste ihn. Heute noch. Denn das ist der einzige Weg, wirklich besser zu werden: Ausblenden. Tun. Korrigieren. 🙂

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Über den Autor

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