Die 7 elementaren Schritte zum Aufbau eines Infoprodukt-Business
Oder wie Du aus einer simplen Idee ein digitales Infoprodukt erstellst, das Menschen am liebsten schon heute kaufen möchten.

Kurz vorweg: Ein Infoprodukt ist Wissen, das Du einmal aufbereitest und dann beliebig oft verkaufst, zum Beispiel als E-Book, Online-Kurs oder Vorlagenpaket. Du brauchst dafür kein Lager und keine Maschinen, aber eine klare Reihenfolge. Die wichtigste Regel meiner 7 Schritte: Das Produkt selbst kommt ganz zum Schluss.
Du bist seit 20 oder 30 Jahren in Deinem Fach zu Hause und überlegst, ob sich aus diesem Wissen ein digitales Infoprodukt machen lässt, das Menschen kaufen?
Oder wie Du aus einer simplen Idee ein digitales Infoprodukt erstellst, das Menschen am liebsten schon heute kaufen möchten?
Dann bist Du hier richtig. Hier findest Du meine 7 erprobten Schritte, vom ersten Einfall bis zum Verkauf. Dazu die Fragen, die fast alle zuerst stellen: Was genau ist ein Infoprodukt? Wo verkaufe ich es? Und was muss ich rechtlich beachten?
Hi, ich bin Christian Költringer aus Salzburg. Ich erstelle und verkaufe seit 2008 digitale Infoprodukte, rund 90 % meiner Online-Einnahmen kommen heute aus Online-Kursen.
Angefangen habe ich neben meinem Job in der technischen Dokumentation. Mein erster Online-Kurs war grottenschlecht: verwackelte Videos, hallender Ton. Ich habe ihn trotzdem für 49 € verkauft. Mein Kurs „Das A-Z Infoprodukt-System“ ging seit 2017 über 1.000 Mal über den virtuellen Ladentisch.
Zur Offenheit: Ich verkaufe selbst Online-Kurse und weise in diesem Beitrag auf mein kostenloses Einstiegsangebot hin. Anbieter wie Digistore24 nenne ich als Beispiele, an keinem verdiene ich mit. Werbe- oder Affiliate-Links findest Du hier keine.
Stand: 1. Oktober 2026. Gebühren und Grenzen laut Anbietern, Behörden und Gesetzestexten an diesem Tag. Ich bin weder Steuerberater noch Anwalt.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Ein Infoprodukt verkauft Wissen in fester Form: E-Book, Online-Kurs, Vorlagen, Audio oder eine Kombination daraus.
- Die meisten fangen mit dem Produkt an. Richtig ist: erst Idee, Nachfrage und Zielgruppe prüfen, dann Inhalte, Webseite und E-Mail-Liste, das Produkt zuletzt.
- Ob Deine Idee trägt, zeigt Dir die Ideenampel in Schritt 2, mit einer kurzen Google-Suche nebenher.
- Verkaufen kannst Du über einen Zahlungsanbieter wie Digistore24. Der nimmt 7,9 % vom Bruttopreis plus 1 € pro Verkauf, für den Preisanteil über 400 € weniger, und kümmert sich um Rechnung und Umsatzsteuer.
- Rechtlich wichtig: Kleinunternehmergrenze, Widerrufsrecht und in Deutschland das Fernunterrichtsschutzgesetz, sobald Du den Lernerfolg kontrollierst.
Diese 7 Schritte haben mein Leben verändert. Sie ermöglichen mir, das zu tun, wofür ich wirklich brenne, 100 % selbstbestimmt zu arbeiten und viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen.
Weil es so wichtig ist, sollten wir das noch kurz klären: Ein Business aufzubauen, das in einigen Monaten die ersten Einnahmen generiert oder von dem Du in 1 bis 2 Jahren leben kannst, erfordert harte Arbeit, Motivation und Durchhaltevermögen. Es hat nichts mit Abkürzungen, schnell verdientem Geld oder magischen Pillen zu tun.
Was ist ein Infoprodukt?
Ein Infoprodukt, auch Informationsprodukt oder digitales Infoprodukt genannt, ist Wissen in einer festen, digitalen Form. Du erstellst es einmal. Dann verkaufst Du es an viele Menschen, ohne für jeden Käufer neu Zeit aufzuwenden.
Genau das unterscheidet es von Beratung oder Unterricht. Dort leistest Du jede Stunde neu. Wer aus seinem Beruf heraus ein solches Produkt baut, spricht manchmal auch von einem digitalen Expertenprodukt.
Als Informationsprodukte sind diese Formen am häufigsten:
- E-Book oder Ratgeber: Dein Wissen als PDF, oft der einfachste Einstieg.
- Online-Kurs: Videos oder Texte in Modulen, die Schritt für Schritt zu einem Ergebnis führen.
- Vorlagen und Checklisten: Formulare, Tabellen oder Pläne, die Deine Kunden sofort einsetzen können.
- Audio-Programm oder Webinar-Aufzeichnung: für Themen, die man nebenbei hören kann.
- Kombinationen: zum Beispiel ein E-Book plus zwei Videos.
Der Begriff „digitales Produkt“ ist weiter gefasst. Dazu zählen auch Software, Fotos oder Musik. In diesem Beitrag geht es um die Infoprodukte, bei denen Dein Wissen das Produkt ist.
Beispiele für Infoprodukte aus Fachberufen
Die besten Ideen liegen meistens dort, wo Dir Kunden seit Jahren dieselben Fragen stellen. Ein paar Beispiele, wie das aussehen kann:
| Beruf | Wiederkehrende Frage der Kunden | Mögliches Infoprodukt |
|---|---|---|
| Schreinermeister | „Wie bekomme ich den alten Tisch wieder schön?“ | Videokurs: Massivholzmöbel selbst aufarbeiten |
| Lohnverrechnerin | „Was muss ich beim ersten Mitarbeiter alles anmelden?“ | Checkliste und Vorlagen für Kleinbetriebe |
| Hundetrainerin | „Warum zieht mein Hund an der Leine?“ | Online-Kurs in drei Modulen |
| Einkäufer | „Wie verhandle ich mit Lieferanten, ohne die Beziehung zu ruinieren?“ | E-Book mit Gesprächsleitfäden |
Kommst Du aus der Gesundheit, dem Recht oder der Finanzbranche? Dann prüf vorher Dein Berufsrecht: Werbung, Haftung und die Frage, was als individuelle Beratung gilt. Kundendaten aus Deiner Praxis darfst Du für Produktideen nicht verwenden. Die wiederkehrenden Fragen selbst schon, ohne Namen und ohne Fälle, die jemand wiedererkennt.
Die 7 Schritte im Überblick
Wenn Du ein Business nach folgenden 7 Schritten aufbaust, sind diese Menschen mehr als glücklich, Dich für Deine Produkte zu bezahlen. Das zeigt meine Erfahrung.

- Finde Deine Idee.
- Prüf, ob es eine Nachfrage gibt und ob Menschen dafür zahlen.
- Definiere Deine Zielgruppe.
- Erstelle großartige Inhalte.
- Kümmere Dich um Deine Webseite.
- Verwandle Besucher in Leads, also in Interessenten, die Dir ihre E-Mail-Adresse geben.
- Erstelle das Infoprodukt, das diese Menschen bereits kaufen wollen.
Du willst die 7 Schritte nicht allein gehen? In meinem kostenlosen E-Mail-Kurs bekommst Du sieben Tage lang je einen konkreten Schritt, wie aus Deinem Wissen ein Produkt wird. Fällt Dir noch keine Idee ein, hilft Dir die Liste mit 77 Info-Business-Ideen, die Du zusätzlich bekommst. Ohne Abo, und es wird nichts automatisch verrechnet.
In meinen E-Mails stelle ich Dir auch mein kostenpflichtiges Angebot vor. Abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Schritt 1: Finde (D)eine Idee, die Du mit der Welt teilst
Ich glaube, dass Du einzigartige Fähigkeiten und Talente hast, die Du mit der Welt teilen solltest. Aber wie findest Du nun Deine „Berufung“ und wie verwandelst Du sie in ein digitales Infoprodukt, das Menschen über Jahre hinweg wirklich weiterhilft und Dir ein regelmäßiges Einkommen beschert?
Stell Dir dazu folgende Frage: „In was bist Du wirklich hervorragend, was fällt Dir wirklich leicht und was geht Dir quasi automatisch von der Hand? Und jetzt denke einen Schritt weiter und überlege mal, ob es Menschen gibt, die Dich dafür bezahlen würden, um sie genau darin zu unterrichten?“
Wenn Du Dich bei dieser Frage nicht wohl fühlst, bist Du in guter Gesellschaft. Die meisten Menschen denken, es gibt nichts, womit sie anderen helfen können. Nach 20 Jahren im Beruf ist das Gegenteil wahrscheinlicher: Was für Dich selbstverständlich ist, ist für andere genau das Wissen, das ihnen fehlt.
So kommst Du auf „goldene“ Business-Ideen
Probiere mal folgende Übung, um auf Ideen zu kommen. Hol Dir Zettel und Stift und such Dir eine ruhige Ecke. Wichtig ist, dass Du jeden Geistesblitz und jede Idee sofort aufschreibst, egal wie gut Dein Gefühl dabei ist oder wie absurd die Idee im ersten Moment klingen mag.
Hier sind die Fragen:
- Beruf: Welche beruflichen Stationen hast Du schon hinter Dir und was machst Du aktuell beruflich? Bist Du gut in dem, was Du machst, stehen die Chancen hervorragend, dass es Dir leichtfällt, Dein Wissen darin an andere weiterzugeben.
- Wiederkehrende Fragen: Wenn Du an Deine Kunden, Arbeitskollegen, Freunde und Familie denkst: Wobei fragen sie immer Dich um Rat? Wenn beim Thema xy der Hut brennt, klingelt bei Dir das Handy. Notier Dir dieses Thema!
- Ausbildung: Welche Ausbildung hast Du nach der Schule absolviert und warum? Hast Du eine Schreinerlehre absolviert, weil Du gerne mit Holz arbeitest, oder Dich an einer Universität in einem bestimmten Bereich spezialisiert?
- Schulzeit: Worin warst Du in der Schule wirklich gut? Bei welchem Test war Dein Spickzettel der begehrteste (bei mir war es Englisch)?
- Freizeit: Worauf freust Du Dich am Wochenende am meisten? Hobbys, Interessen und Sport sind immer gute Quellen für Ideen.
Im Idealfall stehen jetzt schon einige Zeilen auf Deinem Zettel, auch wenn die eine oder andere vielleicht noch nicht nach einer ernsthaften Business-Idee aussieht. Das macht nichts, denn das kann sich schnell ändern, wie Du gleich noch sehen wirst.
Im folgenden Video (58 Sekunden) geht es um Online-Kurse. Die drei Fragen darin helfen Dir aber bei jedem Infoprodukt: Was ist Deine Leidenschaft? Was kannst Du? Und was hast Du erlebt?
Nutze Amazon, um auf Ideen zu kommen
Sollte Dein Zettel noch leer sein, kannst Du auch einen Blick auf Amazon werfen. Zur Findung von Business-Ideen sind allerdings die Ratgeber am wertvollsten, da diese in erster Linie bestimmte Probleme und Herausforderungen von Menschen lösen und nicht zur bloßen Unterhaltung dienen, wie etwa Romane oder Ähnliches.
Schau in der Kategorie Bücher bei den Ratgebern und in den Bestseller-Listen nach, was sich derzeit gut verkauft. Findest Du ein Thema, das Dich interessiert und dazu passende Ratgeber auf Amazon, hast Du eine brandheiße Business-Idee, die ganz oben auf Deiner Liste landen sollte.
Du hast zu viele Ideen statt zu wenige? Wie Du die eine herausfilterst, die zu Dir passt, zeige ich Dir in meinem Beitrag Online-Kurs-Ideen finden, mit der Nachfragematrix zum Eintragen.
Schritt 2: Stell sicher, dass Dein Markt attraktiv ist
Welche Farbe hat Deine „Ideenampel“?
Ist eine Idee erst mal gefunden, starten die allermeisten damit, die erste Zeile des E-Books zu schreiben oder das erste Video für den Online-Kurs aufzunehmen. Ist doch klar: Je schneller das Infoprodukt fertig ist, desto schneller kann man es verkaufen und die ersten Taler in die Kasse spülen.
Autsch!
Woher weißt Du, dass es für Deine Idee überhaupt eine Nachfrage im Internet gibt? Weißt Du solange nicht, bis Du nachschaust. Oder wer sagt, dass Menschen überhaupt dazu bereit sind, später für Dein fertiges Produkt Geld auszugeben?
Um also sicherzustellen, dass sich die Mühen und Zeit der Produkterstellung für Dich auch (finanziell) lohnen, musst Du im 2. Schritt Deine Idee validieren. Ansonsten kann es gut sein, dass Du auf Deinem fertigen Produkt sitzen bleibst, egal, wie viel Zeit Du investiert hast.
So gefragt ist Deine Idee im Internet
Eine Idee zu validieren, bedeutet, dass Du nachschaust, ob und wie stark die Nachfrage zu Deinem Thema ist und ob in Deinem anvisierten Markt Geld umgesetzt wird. Es gibt einige Quellen im Internet, die Dir genau das verraten.
Angenommen, Du möchtest einen E-Book-Ratgeber zum Thema Orchideenpflege erstellen. Dann kannst Du zunächst auf Google nachsehen, welche Begriffe Menschen eintippen, die dafür nach Lösungen suchen. Google selbst liefert Dir hier beim Tippen Vorschläge von Suchbegriffen, die tatsächlich so eingegeben werden.
Menschen, die jeden Monat AKTIV nach Lösungen suchen, die Du später in Form eines Infoproduktes anbieten möchtest, sind also ein erstes Indiz für einen attraktiven Markt! Allerdings reicht das noch nicht für ein „Go“. Denn nur weil jemand danach sucht, heißt das nicht automatisch, dass dieser jemand auch bereit ist, für hochwertige Informationen, Abkürzungen oder Beratungen Geld auszugeben.
Gibt es Menschen, die Dich für Dein Infoprodukt bezahlen?
Auch um das herauszufinden, kann Dir wiederum Google helfen, und zwar über bezahlte Werbeanzeigen. Keine Angst, Du musst nichts bezahlen, kannst aber einfach nachsehen, ob jemand anderes zu Deinem Thema kostenpflichtige Anzeigen schaltet. Du erkennst sie in den Suchergebnissen am Hinweis „Gesponsert“.
Geben also Werbetreibende Geld für Suchbegriffe in Deinem Bereich aus, ist das ein weiteres Indiz für einen attraktiven Markt. Einfach, weil niemand lange bezahlte Anzeigen schalten würde, wenn er damit kein Geld verdienen würde. Dasselbe gilt für Bücher, Kurse und Workshops, die es zu Deinem Thema schon zu kaufen gibt: Konkurrenz ist hier ein gutes Zeichen.
Diese Prüfung habe ich Dir in eine Ampel gepackt. Beantworte die sechs Fragen, für zwei davon brauchst Du kurz die Google-Suche. Dann siehst Du, wo Deine Idee steht und was Dein nächster Schritt ist.
Die Ideenampel: Hat Deine Idee das Zeug zum Infoprodukt?
Es gibt hier keine guten und keine schlechten Antworten. „Ja“ heißt immer: Das spricht für Deine Idee. Wenn Du etwas nicht weißt, klick „Weiß nicht“, dann bekommst Du den passenden nächsten Schritt.
1. Fragen Dich Kunden, Kollegen oder Bekannte immer wieder zu diesem Thema um Rat?
2. Kannst Du in einem Satz sagen, was Deine Käufer nach Deinem Produkt können oder erreicht haben?
Zum Beispiel: „Sie arbeiten einen alten Tisch selbst wieder auf.“
3. Schlägt Google Dir beim Eintippen Deines Themas weitere Suchbegriffe vor?
Tipp Dein Thema ins Google-Suchfeld und schau, was unter dem Feld erscheint.
4. Geben Menschen zu Deinem Thema schon Geld aus, für Anzeigen, Bücher, Kurse oder Workshops?
5. Kannst Du Deine Zielgruppe in einem Satz beschreiben: wer genau, mit welchem Problem?
6. Würde Dir das Thema auch in zwei Jahren noch Freude machen?
Deine Antworten bleiben in Deinem Browser: Nichts wird gesendet oder gespeichert.
Die Ampel ersetzt keine gründliche Prüfung, aber sie zeigt Dir, wo Du nachschauen musst. Erfahrungsgemäß gibt es dann noch einen Faktor, der darüber entscheiden kann, ob Dein Infoprodukt ein Ladenhüter oder ein Top-Seller wird: wie genau Du Deine Zielgruppe kennst.
Im folgenden Video (1:50 Minuten) beantworte ich eine Leserfrage zu Online-Kursen, die für jedes Infoprodukt gilt: Was, wenn es zu wenig einbringt? Meine Antwort: Prüf jede Idee vorher auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit.
Schritt 3: Definiere und kenne Deine Zielgruppe
Wenn Leute ihr erstes digitales Infoprodukt erstellen, machen sie meistens folgenden schwerwiegenden Fehler: Sie versuchen, ein Produkt zu erstellen, das JEDER kaufen möchte.
Und diese Denkweise kann ich sogar nachvollziehen, denn die meisten denken, sie können mehr Verkäufe erzielen, wenn sie ein Produkt für die „breite Masse“ erstellen.
Die Wahrheit ist aber: Wenn Leute online nach Antworten auf ihre Fragen oder Lösungen für ihre Probleme suchen, dann wollen sie „Problemlöser-Ratgeber“, die exakt auf ihre Situation zugeschnitten sind und nicht für „jedermann“ gelten. Leute kaufen keine Produkte, die für „Gott und die Welt“ erstellt wurden.
Und Deine Aufgabe in Schritt 3 ist es nun, herauszufinden, WER Deine Zielgruppe genau ist und WIE die Lösung aussehen muss, die Du später für sie erstellst.
Eine klare Zielgruppe. Ein Problem. Eine Lösung.
Nehmen wir an, Du bist Beziehungsexperte und willst Dein Wissen nun in einem digitalen Infoprodukt verpacken und online verkaufen (sehr gute Entscheidung).
Nicht schlau wäre es, zu versuchen, Frauen und Männer allen Alters gleichermaßen zu erreichen, die Probleme in Beziehungsfragen haben. Denn Frauen haben andere Fragen als Männer und eine 18-Jährige steht nach dem Scheitern der ersten großen Liebe vor einer völlig anderen Herausforderung als eine 34-jährige Mutter mit zwei Kindern.
Smart ist es, sich EINE Zielgruppe herauszupicken und sich voll und ganz darauf zu fokussieren. Zum Beispiel könnten wir uns auf Männer konzentrieren, die eine Frau mit Kind kennengelernt oder sich gar verliebt haben und jetzt nach Ratschlägen suchen, wie sie diese Herausforderung meistern könnten.
Erfahrungsgemäß weiß ich, dass es der größte Erfolgsgarant ist, Menschen (Deine Zielgruppe) zu verstehen, die das Problem haben, das Du mit Deinem digitalen Infoprodukt lösen möchtest. Und der beste Weg besteht darin, dort hinzugehen, wo sich Deine Zielgruppe aufhält.
Wie Du alles über Deine Zielgruppe herausfindest
Es ist nicht schwer, alles Wichtige über jene Menschen herauszufinden, denen Du ein digitales Infoprodukt verkaufen möchtest. Diese Quellen helfen Dir dabei:
- Deine eigenen Kunden: Nach Jahren im Beruf hast Du hier den größten Vorsprung. Schreib zwanzig Fragen auf, die man Dir immer wieder stellt.
- Foren und Gruppen: Vor allem Foren, in denen sich Hilfesuchende austauschen, sind oft echte „Goldquellen“. Wo sonst findet man derart spezifische Fragen?
- Rezensionen: Die Drei-Sterne-Bewertungen von Ratgebern auf Amazon verraten Dir, was den Lesern gefehlt hat.
- Die Google-Suche: Gibt man sein Thema ein, verrät Google sofort, welche Seiten die Zielgruppe so liest und welche Fragen sie stellt.
Willst Du ein digitales Infoprodukt erstellen, das sich über Jahre hinweg erfolgreich im Internet verkauft, dann brauchst Du ein umfassendes Verständnis Deiner Zielgruppe. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Schritt 4: Erstelle großartige Inhalte
Da Du bis hierher gelesen hast, vermute ich, dass Dir gefällt, was Du liest? Das meine ich mit „großartigen Inhalten“.
Schaffst Du es, mit Deinen Inhalten zu begeistern, dann wirst Du später Deine digitalen Infoprodukte nie „hart“ oder „marktschreierisch“ verkaufen müssen. Ganz im Gegenteil: Menschen werden auf Dich zukommen und glücklich sein, Dich für Deinen Mehrwert bezahlen zu dürfen.
Inhalte zu erstellen, die besser sind als das, was es in Deiner Nische schon gibt, hat aber auch noch weitere Vorteile:
- Du ziehst die richtigen Menschen auf Deine Webseite und bekommst somit qualifizierten Traffic.
- Du zeigst, dass Du Ahnung vom Thema hast und positionierst Dich als „Experte“ (Menschen kaufen instinktiv von Experten).
- Du baust Vertrauen zu Deiner Zielgruppe auf, weil Du beweist, dass Du wirklich helfen möchtest (und nicht bloß auf schnell verdientes Geld aus bist).
Um das zu erreichen, musst Du Dich in die Lage Deiner Leser versetzen und Dir die Frage stellen: „Wenn ich das lesen würde, WARUM würde ich es nicht tun?“ Nicht umsetzen, nicht weiterempfehlen, mich nicht eintragen, nicht kaufen.
Dein Inhalt muss dem Leser jeden möglichen Zweifel beseitigen und jede mögliche Frage vorab beantworten. Ein Beispiel: Du zeigst Männern, wie sie ein Sixpack bekommen. Es reicht nicht, ihnen die Übungen zu zeigen, die sie täglich dafür machen müssen. Du musst es schaffen, dass sie sich schon lange vor der ersten Übung selbst im Spiegel mit einem durchtrainierten Bauch sehen.
Darüber kannst Du schreiben, um zu begeistern
Hier einige Anregungen, worüber Du aufgrund meiner Erfahrungswerte für Deine Zielgruppe schreiben kannst:
- Erzähle ihnen, was für Dich funktioniert. Erstelle zum Beispiel eine Case Study (ein Fallbeispiel), wie Du mit der Methode x das Ergebnis y erreicht hast.
- Erzähle ihnen, was für Deine Leser und Kunden funktioniert. Eine sehr mächtige Strategie, sobald es die ersten Kunden gibt.
- ZEIGE ihnen, was sie tun müssen, um ihr Problem zu lösen. Halte Deine funktionierenden Strategien, Methoden und Vorgehensweisen nicht hinter dem Berg.
- Beantworte die Fragen, die Dir Kunden seit Jahren stellen. Jede davon ist ein Artikel, den kein anderer so schreiben kann wie Du.
Alle diese Ansätze führen dazu, dass Deine Leser und Kunden eines Tages DANKE sagen. „Danke, dass Du mein Problem gelöst hast.“ Ein geiles Gefühl, kann ich Dir sagen.
Leider ist es so, dass viele am „Weißen-Blatt-Syndrom“ leiden. Also am Rechner vor einem leeren Dokument sitzen und einfach nicht wissen, was sie schreiben sollen. Mein Tipp dafür: Führe eine Liste mit jeder Frage, die Dir ein Kunde stellt. Die Liste ist Dein Themenplan für die nächsten Monate.
Schritt 5: Kümmere Dich um Deine Webseite
Wenn es an die Erstellung Deiner Webseite geht, sei Dir eines gesagt: „Sie muss NICHT perfekt sein, was Design, Layout, Farben betrifft!“ Sie muss gut genug sein!
Viele betrachten die eigene Webseite als riesige Spielwiese, wenn sie einmal verstanden haben, wie die Technik ihrer Seite funktioniert. „Soll das Logo links, mittig oder lieber rechts platziert werden?“ Ist es die Zeit wert, Tage damit zu verbringen, die Seite optisch perfekt zu gestalten? Ich sage, NEIN.
Das Design Deiner Webseite verdient nämlich kein Geld! Es sind Deine Inhalte und Deine Produkte, die exakt das sind, was sich Deine Leser wünschen und vorstellen. Eine gute Frage, die Du Dir diesbezüglich stellen kannst, ist folgende: „Soll Deine Webseite sexy sein oder Geld verdienen?“ Denk darüber nach.
Diese Basics braucht Deine Webseite für den Start
Das soll im ersten Schritt auf jeden Fall auf Deine Webseite:
- Der Name Deiner Webseite in Textform oder als Logo (ein Logo von einem Profi-Grafiker halte ich nicht für unbedingt notwendig, vielleicht später).
- Erste Blogartikel, die Du veröffentlicht hast und die mächtig Eindruck schinden.
- Ein E-Mail-Optin-Formular für Leser, die von Dir über weitere Inhalte informiert werden möchten.
- Eine „Über Dich“-Seite und eine Kontakt-Seite.
- Ein Impressum und eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung.
Das war’s erst mal. Mehr brauchst Du nicht, um zu starten. Ich empfehle Dir, für Deine Webseite WordPress zu verwenden. Die Software ist kostenlos, und Du bist damit von niemandem abhängig, auch nicht von einer Agentur.
Was eine Infoprodukt-Webseite darüber hinaus braucht, habe ich in meiner 11-Punkte-Checkliste für Deine Info-Business-Webseite zusammengefasst.
Schritt 6: Verwandle Besucher in Leads
Die allermeisten Besucher verlassen Deine Webseite wieder, ohne Dein Produkt zu kaufen. Meine Erfahrung zeigt: Beim ersten Besuch sind es fast alle.
Der Hauptgrund dafür ist einfach: Fehlendes Vertrauen! In der Regel ist es nun mal so, dass „wildfremde“ Menschen auf Deine Webseite kommen, die weder Dich noch Deine Produkte kennen. Diesen Menschen sofort ein Infoprodukt um 50 €, 100 € oder 500 € zu verkaufen, ist nicht schlau.
Smarter ist es, diesen Menschen, die auf der Suche nach der Lösung für ihr Problem sind, zuerst eine Art „Kostprobe“ von Dir und Deinem Wissen zu geben. Die wirkungsvollste Möglichkeit, um dieses notwendige Vertrauen aufzubauen, besteht darin, Dir eine E-Mail-Liste mit Leuten aufzubauen, die sich für Dich und Dein Thema interessieren.
Du brauchst die richtigen Leute im Verteiler und nicht alle
Beim Aufbau Deiner Liste geht es nicht darum, zwangsläufig so viele Menschen wie möglich in Deinen E-Mail-Verteiler zu bekommen. Es geht darum, Dir eine Leserschaft von Menschen aufzubauen, die mehr von Dir, Deinem Wissen und Deinen Inhalten wollen (und brauchen).
Wenn Du mich fragst, ist mir eine E-Mail-Liste mit 2.000 Leuten, die exakt das wollen, was ich ihnen liefere, 1.000-mal lieber als eine Liste mit 100.000 Lesern, die in 99 % der Fälle auf „Löschen“ klicken, wenn der E-Mail-Absender Christian Költringer heißt. Wie siehst Du das?
So baust Du Dir eine E-Mail-Liste mit Fans auf
Bei der Leadgenerierung habe ich die Erfahrung gemacht, dass Leute gerne „an die Hand“ genommen werden. Sie wollen genau gesagt bekommen, was sie tun müssen, um xy zu erreichen. Formuliere also sowohl in jeder E-Mail, die Du versendest, als auch unterhalb jedes Blogposts eine klare Handlungsaufforderung.
Und achte so gut es geht darauf, bei Deinen Blog-Beiträgen die logische Ergänzung zum Inhalt des Beitrags als „Freebie“ anzubieten, also als kostenloses Extra, das Leser gegen ihre E-Mail-Adresse bekommen. Der Schreinermeister aus der Tabelle oben schreibt zum Beispiel einen Beitrag über das Abschleifen alter Möbel und bietet am Ende eine Checkliste an: „Welches Öl für welches Holz?“
Du hast noch keine Kontakte im Internet und keine Reichweite? Dann starte bei Deinen bestehenden Kunden und Kollegen. Zwanzig Menschen, die Dich schon kennen und Dein Thema brauchen, sind ein besserer Anfang als tausend Fremde.
Genau so einen nächsten Schritt biete ich Dir hier an. Mein kostenloser E-Mail-Kurs zeigt Dir sieben Tage lang je einen konkreten Schritt, wie aus Deinem Wissen ein Infoprodukt wird. Ohne Abo, und es wird nichts automatisch verrechnet.
In meinen E-Mails stelle ich Dir auch mein kostenpflichtiges Angebot vor. Abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Schritt 7: Erstelle ein großartiges Infoprodukt, das sich „von selbst“ verkauft
Fällt Dir etwas auf? Die Erstellung Deines Infoproduktes ist der letzte wesentliche Schritt. Dennoch STARTEN die allermeisten Leute genau damit (und sind dann am Ende häufig frustriert, weil sie ein Infoprodukt haben, das niemand kaufen möchte).
Der größte Infoprodukt-Fehler: Die meisten Leute starten an Tag 1 mit der Erstellung, weil sie ein Produkt erstellen möchten, das SIE SELBST möchten oder von dem sie GLAUBEN, dass es gebraucht wird (ohne es zu wissen).
Für ein nachhaltig erfolgreiches Online-Business brauchst Du aber ein Infoprodukt, das Leute bereits JETZT KAUFEN WOLLEN. Deine Aufgabe ist es also, herauszufinden, wie dieses Produkt aussieht.
Wie Du ein Infoprodukt erstellst, das Leute bereits jetzt kaufen möchten
Hältst Du Dich an die Schritte auf dieser Seite, dann hast Du bereits erstklassige Inhalte online, bekommst Besucher über Suchmaschinen und hast die ersten Leads.
Frag Deine Leads, wie für sie ein Infoprodukt aussehen muss, in das sie investieren würden. Es gibt genug Umfrage-Tools (zum Beispiel Google-Formulare), die Du kostenfrei nutzen kannst, um das herauszufinden.
Geh dorthin, wo sich Deine Zielgruppe aufhält, und hol Dir Feedback zu Deiner Produktidee. Frag zum Beispiel, ob jemand 10 € für ein E-Book plus 2 Coaching-Videos ausgeben würde, das zeigt, wie man das dringlichste Problem der Menschen in dieser Gruppe löst. Bekommst Du 2 bis 3 positive Antworten, hast Du bereits grünes Licht!
Welches Format und welcher Preis?
Fang kleiner an, als Du denkst. Ein Kurs mit drei Modulen, der ein einziges Problem löst, verkauft sich leichter als ein Werk mit zehn Modulen, das alles abdecken will. Mein erster Kurs mit drei Modulen war in drei bis vier Wochen fertig.
Im folgenden Video (1:23 Minuten) erkläre ich, warum kompakte Online-Kurse sich besser verkaufen. Für E-Books und Vorlagenpakete gilt dasselbe: lieber ein Ergebnis als ein Lexikon.
Wie Du den Preis findest, ohne Dich unter Wert zu verkaufen, zeige ich Dir in meinem Beitrag zum Preis für einen Online-Kurs. Die Fragen darin passen auf jedes Infoprodukt.
Erstelle Produkte nicht für JEDEN, sondern für die RICHTIGEN Leute
Dein Ziel sollte es nicht sein, JEDEN als Kunden für Dein Produkt zu gewinnen. Du willst die MACHER, die UMSETZER, diejenigen, die die Challenge annehmen und Resultate mit Hilfe Deines Produktes erzielen. Daher ist es so essenziell, ZUERST Deinen Markt kennenzulernen und erst dann ans „Geldverdienen“ zu denken.
Das heißt aber nicht, dass Dein Produkt PERFEKT sein muss. Ist es nicht und wird es vermutlich nie sein. Aber es ist gut genug und stillt den „Burning Pain“ Deiner Zielgruppe. Mit der Zeit und der steigenden Anzahl Deiner Kunden kannst Du Dein Produkt dann immer mehr weiterentwickeln und verbessern.
Wie gut „gut genug“ sein darf, erzähle ich im folgenden Video (54 Sekunden) an meinem ersten Online-Kurs. Er war grottenschlecht, und die Leute liebten ihn trotzdem.
Wie Du einen Online-Kurs Schritt für Schritt aufbaust, von der Gliederung über die Technik bis zur Aufnahme, steht ausführlich in meinem Beitrag Online-Kurs erstellen.
Infoprodukt selbst erstellen oder erstellen lassen?
Viele fragen mich, ob sie sich ein Infoprodukt erstellen lassen können. Meine ehrliche Antwort: Das Wichtigste daran kann Dir niemand abnehmen, nämlich Dein Wissen, Deine Beispiele und Deine Erfahrung. Genau dafür bezahlen Deine Käufer.
Abgeben kannst Du dagegen vieles rund herum:
- Videoschnitt und Tonbearbeitung
- Lektorat und Korrektorat für Dein E-Book
- Gestaltung von Cover, Folien und Vorlagen
- die technische Einrichtung von Kursplattform und Zahlungsanbieter
Bietet Dir jemand ein fertiges Infoprodukt ganz ohne eigenen Aufwand an, frag nach, woher die Inhalte kommen. Stammen sie nicht von Dir, merken das Deine Kunden spätestens bei der ersten Rückfrage. Hol Dir für die Teile, die Du abgeben willst, zwei oder drei Angebote und vergleich, was genau darin enthalten ist.
Wo verkaufst Du Dein Infoprodukt?
Für den Verkauf brauchst Du zwei Dinge. Erstens einen Ort, an dem Dein Produkt liegt, zum Beispiel eine Kursplattform oder einen Download. Zweitens einen Zahlungsanbieter, der kassiert und die Rechnung stellt. Manche Anbieter machen beides.
Ein bekannter Zahlungsanbieter für Infoprodukte im deutschsprachigen Raum ist Digistore24. Pro Verkauf behält Digistore24 laut seinem Provisionsrechner 1 € plus 7,9 % auf die ersten 400 € des Bruttopreises ein, also des Preises inklusive Umsatzsteuer.
Auf den Teil über 400 € sind es 4,9 %, bei Zahlung per Vorkasse 2,9 %. Ein Kurs für 800 €, bezahlt mit Kreditkarte, kostet Dich damit 32,60 € für die ersten 400 € plus 19,60 € für den Rest, zusammen 52,20 €. So rechnet auch die Kostenübersicht von Digistore24.
Digistore24 arbeitet als Wiederverkäufer: Du verkaufst Dein Produkt an Digistore24, und Digistore24 verkauft es an Deine Kunden weiter. Dadurch übernimmt Digistore24 Zahlungsabwicklung, Rechnungsstellung und Umsatzsteuer (laut Digistore24-Hilfe).
Was das im Detail kostet und was am Ende übrig bleibt, habe ich in meinem Beitrag Digistore24 Erfahrungen und Gebühren nachgerechnet. Den Vergleich mit ablefy findest Du unter ablefy oder Digistore24, und welche Kosten beim Start sonst noch anfallen, unter Was kostet ein Online-Business.
Recht und Steuern: Was Du in Deutschland und Österreich beachten musst
Das klingt nach viel, ist aber mit fünf Punkten erledigt:
- Anmelden in Deutschland: Du meldest Dich innerhalb eines Monats beim Finanzamt an, mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER, das Online-Portal der Finanzverwaltung. Bist Du gewerblich tätig, kommt die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt dazu.
- Anmelden in Österreich: Beim Finanzamt beantragst Du eine Steuernummer, das geht über FinanzOnline. Ohne Gewerbeschein meldest Du Dich als Neuer Selbständiger innerhalb eines Monats bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS), sobald Dein Jahreseinkommen aus dieser Tätigkeit 6.613,20 € übersteigt (Wert 2026, laut Unternehmensserviceportal).
- Umsatzsteuer: Als Kleinunternehmer weist Du auf Deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus. In Deutschland gilt das bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Im Gründungsjahr liegt die Grenze schon im laufenden Jahr bei 25.000 € (laut Bundesfinanzministerium). In Österreich liegt die Grenze bei 55.000 € brutto im Jahr (laut Unternehmensserviceportal).
- Widerrufsrecht: Käufer in Deutschland haben bei digitalen Inhalten grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht. Es erlischt, wenn der Käufer vor dem Download ausdrücklich zustimmt, dass Du vorher lieferst, und bestätigt, dass er dadurch sein Widerrufsrecht verliert (§ 356 Abs. 6 BGB). Nutzt Du einen Wiederverkäufer wie Digistore24, ist er Vertragspartner Deiner Kunden.
- Fernunterrichtsschutzgesetz: Verkaufst Du einen Kurs an Kunden in Deutschland und überwachst den Lernerfolg? Etwa mit Aufgaben, die Du korrigierst? Dann kann Dein Kurs „Fernunterricht“ sein (§ 1 FernUSG) und braucht eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Ohne sie ist der Vertrag nichtig (§ 7 FernUSG), und Deine Kunden können ihr Geld zurückfordern.
Gut zu wissen zur Anmeldung in Deutschland: Unterrichtende und schriftstellerische Tätigkeiten zählen nach § 18 EStG zu den freien Berufen. Ob das für Dein Produkt gilt, entscheidet das Finanzamt. Hast Du schon einen Betrieb, klär mit Deiner Steuerberatung, wie Du die neue Tätigkeit meldest.
In Österreich ist Privatunterricht nach § 2 der Gewerbeordnung ausgenommen. Bist Du schon bei der SVS versichert, etwa mit Deiner Praxis, frag dort nach, ob Du die neue Tätigkeit melden musst. Welcher Fall auf Dich zutrifft, klärt das Gründerservice der Wirtschaftskammer.
Die Hürde beim Fernunterricht ist niedrig. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Juni 2025 reicht schon, dass Teilnehmer Dir laut Vertrag Fragen zum Stoff stellen können, etwa in Online-Meetings oder per E-Mail. Das gilt auch, wenn Deine Kunden Unternehmer sind. Wann das zutrifft und wie Du es vermeidest, steht in meinem Beitrag Angst vor der ZFU?.
Und was gilt in Österreich und der Schweiz? Das Widerrufsrecht für digitale Inhalte beruht auf EU-Recht. In Österreich gilt deshalb dasselbe Prinzip beim Rücktrittsrecht (§ 18 FAGG).
Das BGH-Urteil ist ein deutsches Urteil und bindet österreichische oder Schweizer Gerichte nicht. Verkaufst Du aber von Österreich oder der Schweiz aus an Kunden in Deutschland, lass prüfen, ob das FernUSG trotzdem für Dich gilt. Die Empfehlung bleibt in allen drei Ländern dieselbe:
- Hol vor dem Download die ausdrückliche Zustimmung Deiner Käufer ein.
- Plane bewusst, ob und wie Du den Lernerfolg kontrollierst.
- Geh Deinen Fall einmal mit einer Steuerberatung durch, bei Widerruf und Fernunterricht mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Ich bin weder Steuerberater noch Anwalt. Das hier ist der Überblick, den ich mir selbst am Anfang gewünscht hätte. Für Deinen konkreten Fall lohnt sich ein Gespräch mit einer Steuerberatung, bei Rechtsfragen mit einer Anwältin oder einem Anwalt, in Österreich zusätzlich mit dem Gründerservice der Wirtschaftskammer.
Für wen sich ein Infoprodukt nicht lohnt
Wie gesagt, ich verkaufe selbst Online-Kurse. Trotzdem ist ein Infoprodukt nicht für jeden der richtige Weg. Es lohnt sich eher nicht, wenn …
- Du innerhalb weniger Wochen Geld brauchst. Bis zu den ersten Verkäufen vergehen meist Monate, weil Inhalte und Liste erst wachsen müssen.
- Du kein Fachgebiet hast, in dem Du anderen voraus bist, und nur ein Produkt suchst, das sich verkaufen lässt. Dann ist die Reihenfolge falsch herum: erst das Wissen, dann das Produkt.
- Du Deine Kunden am liebsten persönlich begleitest. Dann passt Beratung besser, zum Beispiel als Freelancer.
Dass Du nicht vor die Kamera willst, ist dagegen kein Grund, es zu lassen. Folien mit Deiner Stimme, ein E-Book, ein Vorlagenpaket oder Videos, die nur Deine Hände zeigen, kommen ohne Dein Gesicht aus.
Unsicher, welches Modell zu Dir passt? Mein kostenloser Test Welches Online-Business passt zu mir? sortiert es in acht Fragen.
Was Du diese Woche tun kannst
- Schreib heute Abend zwanzig Fragen auf, die Dir Kunden oder Kollegen immer wieder stellen.
- Nimm die drei häufigsten und lass sie durch die Ideenampel oben laufen.
- Formulier für die grüne oder gelbe Idee den Satz „Mein Produkt ist für …, die … haben.“
- Such Dir zwei Menschen aus dieser Zielgruppe und frag sie, ob sie dafür 10 € ausgeben würden, und warum oder warum nicht.
Das sind zusammen ein, zwei Abende. Das Produkt selbst ist danach noch nicht fertig, aber Du weißt, ob es sich lohnt, es zu bauen. Wie viel ein Infoprodukt-Business einbringen kann, habe ich in einem eigenen Beitrag durchgerechnet: Wie viel ein Online-Kurs realistisch einbringen kann, steht in meinem Beitrag "Lohnt sich ein Online-Kurs?"
Du willst Dich auf dem Weg vom Wissen zum ersten Produkt begleiten lassen? Mein kostenloser E-Mail-Kurs zeigt Dir sieben Tage lang je einen konkreten Schritt. Ohne Abo, und es wird nichts automatisch verrechnet.
In meinen E-Mails stelle ich Dir auch mein kostenpflichtiges Angebot vor. Abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Fazit: Das Produkt kommt zuletzt
Ein Infoprodukt ist die schönste Art, Dein Wissen zu verkaufen, ohne jede Stunde neu zu leisten. Aber es funktioniert nur in der richtigen Reihenfolge: Idee, Nachfrage, Zielgruppe, Inhalte, Webseite, Leads und erst dann das Produkt.
Erstelle also nicht übereifrig ein zweit- oder drittklassiges Produkt, nur, um möglichst schnell Geld zu verdienen, sondern lerne Deinen Markt und Deine Zielgruppe kennen und gib Dir die Zeit, ein erstklassiges Produkt zu erstellen.
Wenn Du noch Fragen zu den einzelnen Schritten oder generell zum Aufbau eines Infoprodukt-Business hast, dann schreib mir gerne eine E-Mail an christian@365digital.de. Ich freue mich, von Dir zu hören und helfe Dir gerne weiter.
Für Deinen digitalen Erfolg
Christian
PS: Den großen Überblick, wie ein Online-Business insgesamt entsteht, findest Du in meinem Leitfaden zum Online-Business aufbauen.
Häufige Fragen zu Infoprodukten
Was sind digitale Infoprodukte?
Digitale Infoprodukte sind Wissen in einer festen, digitalen Form, zum Beispiel E-Books, Online-Kurse, Vorlagen oder Audio-Programme. Du erstellst sie einmal und kannst sie dann beliebig oft verkaufen.
Was sind Beispiele für digitale Infoprodukte?
E-Books und Ratgeber, Online-Kurse, Checklisten und Vorlagenpakete, Audio-Programme und Webinar-Aufzeichnungen. Aus einem Beruf heraus sind das etwa ein Videokurs eines Schreinermeisters zum Möbelaufarbeiten oder ein Vorlagenpaket einer Lohnverrechnerin für Kleinbetriebe.
Welche digitalen Produkte kann man gut verkaufen?
Die, die ein dringendes Problem einer klar umrissenen Zielgruppe lösen und für die Menschen schon heute Geld ausgeben. Das Format ist zweitrangig. Ob Deine Idee dazu gehört, zeigt Dir die Ideenampel in Schritt 2.
Kann ich digitale Produkte als Kleingewerbe verkaufen?
Ja. Mit Kleingewerbe ist meist ein kleines Gewerbe gemeint, oft mit der Kleinunternehmerregelung (siehe nächste Frage). In Deutschland meldest Du Dich in jedem Fall beim Finanzamt an. Ob Du freiberuflich oder gewerblich tätig bist, entscheidet das Finanzamt. Bist Du gewerblich tätig, meldest Du zusätzlich ein Gewerbe beim Gewerbeamt an. In Österreich brauchst Du entweder einen Gewerbeschein, oder Du bist Neuer Selbständiger, etwa weil Privatunterricht von der Gewerbeordnung ausgenommen ist.
Muss ich beim Verkauf von digitalen Produkten Steuern zahlen?
Ja, Einkommensteuer auf Deinen Gewinn. Umsatzsteuer entfällt als Kleinunternehmer. In Deutschland gilt das bis 25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr, im Gründungsjahr bis 25.000 €. In Österreich liegt die Grenze bei 55.000 € brutto im Jahr. Verkaufst Du über einen Wiederverkäufer wie Digistore24, rechnet dieser die Umsatzsteuer gegenüber Deinen Kunden ab.
Welche kostenlosen Plattformen gibt es, um digitale Produkte zu verkaufen?
Kostenlos starten kannst Du bei mehreren Anbietern, am Verkauf verdienen sie aber mit. Zwei Beispiele: Bei Digistore24 sind Anmeldung und Nutzung kostenlos, Kosten fallen erst an, wenn Du verkaufst: 7,9 % plus 1 € für den Preisanteil bis 400 €, darüber weniger. Bei ablefy zahlst Du dagegen einen Monatsplan ab 27 € plus 2,7 % und 0,50 € je Zahlung.
Wo kann ich digitale Infoprodukte am besten verkaufen?
Über Deine eigene Webseite mit einem Zahlungsanbieter wie Digistore24 oder ablefy. Die Zahlungsanbieter nehmen Dir Zahlung und Rechnung ab, Deine Webseite und Deine E-Mail-Liste bringen die Käufer.
Kann ich ein Infoprodukt erstellen lassen?
Teilweise. Schnitt, Lektorat, Gestaltung und Technik kannst Du abgeben. Dein Wissen und Deine Beispiele nicht, denn genau dafür bezahlen Deine Käufer.
Wie erstelle ich ein digitales Produkt?
Bei einem digitalen Infoprodukt in sieben Schritten: Idee finden, Nachfrage prüfen, Zielgruppe festlegen, Inhalte erstellen, Webseite aufbauen, eine E-Mail-Liste gewinnen und erst dann das Produkt bauen, zum Beispiel als E-Book, Online-Kurs oder Vorlagenpaket. Für Software, Fotos oder Musik gelten andere Wege.
Wie lange dauert es, ein Infoprodukt zu erstellen?
Das hängt vom Umfang ab. Mein erster Kurs mit drei Modulen war in drei bis vier Wochen fertig. Die Schritte davor, also Idee prüfen, Zielgruppe kennenlernen und die ersten Leser gewinnen, dauern meist länger als das Produkt selbst.
Wie viel kann man mit Infoprodukten verdienen?
Das hängt von Preis, Zielgruppe und Deiner E-Mail-Liste ab. Ich habe das in meinem Beitrag „Wie viel Geld bringt ein Infoprodukt-Business?“ ausführlich durchgerechnet.
Brauche ich eine eigene Webseite?
Für den Start reicht eine einfache Seite mit ersten Artikeln, einem Anmeldeformular für Deine E-Mail-Liste, Impressum und Datenschutzerklärung. Sie muss nicht perfekt sein, sondern gut genug.
