ablefy oder Digistore24: Ich habe beide durchgerechnet, bis auf den Cent

Die ehrliche Antwort auf ablefy oder Digistore24 ist eine Zahlenspanne, keine Empfehlung.

Sie lautet: von 21,74 € bis 1.642,86 €.

Liegt Dein Produktpreis in diesem Korridor, kostet Dich jeder einzelne Verkauf bei ablefy weniger als bei Digistore24. Liegt er darunter oder darüber, ist es umgekehrt.

Mehr ist zu den Gebühren nicht zu sagen, und trotzdem steht diese Spanne in keinem der acht Beiträge, die bei dieser Frage vor mir bei Google stehen. Ich habe alle acht gelesen.

Bevor Du jetzt zufrieden weiterscrollst: Die Gebühr je Verkauf ist nur die halbe Rechnung. ablefy hat eine monatliche Grundgebühr, Digistore24 nicht. Und die Zahlungsart Deiner Kunden verschiebt das Ergebnis mehr, als Dir lieb sein wird.

Beides kommt weiter unten. Mit Zahlen.

Transparenzhinweis

Ich verkaufe seit März 2014 über Digistore24 und bin dort mit 0,5 % am Umsatz einer Empfehlung beteiligt. Bei ablefy bin ich an keinem Partnerprogramm beteiligt und verdiene an keiner Empfehlung einen Cent.

Das heißt: Bei einem der beiden Anbieter habe ich ein wirtschaftliches Interesse. Deshalb rechne ich hier und behaupte nicht. Jede Zahl kannst Du nachprüfen, das Ergebnis geht an mehreren Stellen gegen meinen eigenen Vorteil aus.

Alle Preise und Zitate habe ich am 21.09.2026 selbst geprüft, im Browser, auf den Seiten der Anbieter. Ich bin Mitbewerber beider Unternehmen und verkaufe eigene Produkte. Beim Schreiben und Rechnen habe ich KI eingesetzt, die Prüfung der Quellen und das Urteil sind meine. Wie ich vorgehe, steht unter Wie ich teste.


Inhaltsverzeichnis

Für wen ich das geschrieben habe

Du hast ein digitales Produkt und musst Dich für eine Zahlungsplattform entscheiden. Oder Du bist bei einer der beiden und überlegst, ob sich ein Wechsel rechnet.

Ob Du die Frage als „ablefy oder Digistore24“ stellst oder als „Digistore24 oder ablefy“, ändert an der Antwort übrigens nichts. Sie hängt an zwei Zahlen: an Deinem Bestellwert und an Deinem Monatsumsatz.

Für den zweiten Fall habe ich einen eigenen Abschnitt geschrieben, und er wird Dir die Entscheidung vermutlich abnehmen. Allerdings anders, als Du hoffst.

Wenn Du dagegen als Käufer hier gelandet bist, weil eine der beiden Firmen auf Deinem Kontoauszug steht: Der Abschnitt über das Reseller-Prinzip erklärt Dir, warum. Den Rest kannst Du überspringen.

Warum ausgerechnet ich das vergleiche

Ich verkaufe seit 2008 digitale Produkte und seit 2016 ausschließlich. Online-Kurse, E-Books, Mitgliederbereiche.

Und ich stecke mitten im Interessenkonflikt, den dieser Beitrag behandelt. Über Digistore24 sind bei mir seit 2014 mehr als eine halbe Million Euro brutto gelaufen. Ich kenne die Plattform von innen, ich empfehle sie, ich verdiene an dieser Empfehlung mit.

ablefy nutze ich nicht.

Das ist eine denkbar schlechte Ausgangslage für einen fairen Vergleich, und ich sage es lieber selbst, bevor es jemand anders tut. Mein Gegenmittel ist ein Taschenrechner. Der hat keine Meinung, keine Provision und keinen Lieblingsanbieter. Die Gebührensätze beider Anbieter sind öffentlich, die Rechnung ist Grundschulmathematik, und das Ergebnis kannst Du in fünf Minuten nachvollziehen.

An drei Stellen in diesem Beitrag gewinnt ablefy. An zwei davon deutlich.

Was ich getan habe und was nicht

Ich habe kein ablefy-Konto. Über Bedienung, Support und Zuverlässigkeit der Auszahlungen kann ich dort nichts aus eigener Anschauung sagen, und ich werde es auch nicht so klingen lassen, als könnte ich es.

Was ich stattdessen gemacht habe, am 21. September 2026:

Ich habe beide Preisseiten im Browser geöffnet und jede Gebühr abgelesen, auch die, die hinter zugeklappten Bereichen liegen. Ich habe die Hilfe-Center beider Anbieter zu Auszahlung, Kündigung und Vertragsmodellen durchgearbeitet. Ich habe die Geschäftsbedingungen beider Reseller-Gesellschaften gelesen. Ich habe das Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz durchsucht.

Und ich habe gerechnet. Nicht zwei Prozentsätze nebeneinandergestellt, sondern mit einem Skript ausgerechnet, wo genau sich die beiden Kurven schneiden.

An den Stellen, an denen ich rate statt zu wissen, steht das im Text.

Die kurze Antwort, falls Du es eilig hast

Deine SituationMeine Antwort
Bestellwerte unter 22 €Digistore24
Bestellwerte 22 bis 1.640 € und über 1.500 € Monatsumsatzablefy
Bestellwerte über 1.640 €Digistore24
Unter 1.500 € Monatsumsatz, egal welcher PreisDigistore24, die Grundgebühr trägt sich nicht
Du bietest Ratenzahlung oder Kauf auf Rechnung anDigistore24
Mehr als 58 % Deiner Kunden zahlen per KlarnaDigistore24
Viele Kunden zahlen per Vorkasse, Bestellwert über 720 €Digistore24
Du willst Kurse und Mitgliederbereich auf derselben Plattformablefy
Du willst Affiliates über einen Marktplatz gewinnenbeide, Digistore24 ist größer

Wenn Dir das reicht: Danke fürs Lesen, und viel Erfolg.

Wenn Du wissen willst, wo diese Zahlen herkommen, geht es jetzt los.

Eine Sache noch, falls Du hier aussteigst

Die Plattformfrage ist schnell entschieden, wenn man einmal gerechnet hat. Die Frage davor ist die schwerere, nämlich ob Dein Kurs so gebaut ist, dass ihn jemand kauft.

Ein Prozentsatz von nichts ergibt bei beiden Anbietern dasselbe: nichts.

Wie so ein Kurs entsteht, steht in meiner dreiteiligen E-Mail-Serie. Nicht die Theorie, sondern die Reihenfolge, in der Du vorgehst.

Sie kostet nichts, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Der Unterschied, der alles andere erklärt

Beide Plattformen arbeiten nach demselben Grundprinzip, aber sie verlangen ihr Geld auf entgegengesetzte Weise.

Digistore24 hat keine Grundgebühr. Du zahlst nur, wenn Du verkaufst. Dafür ist der Satz je Verkauf hoch: 7,9 % auf den Preisanteil bis 400 € plus 1 € pro Transaktion, darüber 4,9 %. Bei Vorkasse sinkt der Satz über 400 € auf 2,9 %.

Eine Ausnahme nennt Digistore24 selbst: Bei Büchern nach dem Modell „Free plus Shipping“ unter zehn Euro sind es 7,9 % plus 0,60 €. Und die Tabelle gilt für den deutschen Reseller, die Digistore24 GmbH. Für die Gesellschaften in den USA, Großbritannien und Irland gibt es eigene Kostenseiten.

ablefy verlangt eine monatliche Grundgebühr und nimmt dafür weniger je Verkauf. Seit dem 1. September 2026 kostet der Plan „Sell“ 27 € im Monat, „Create & Sell“ beginnt bei 59 €. Die Transaktionsgebühr beträgt 2,7 % plus 0,50 €, und wenn ablefy wie Digistore24 als Verkäufer auftreten und Rechnungen schreiben soll, kommen 2,9 % plus 1,00 € dazu. Macht zusammen 5,6 % plus 1,50 €.

Ein Stichtag, ohne den die ganze Rechnung schiefsteht: Die Preise 27 €, 59 € und 2,7 % plus 0,50 € gelten laut ablefy „ausschließlich für Anbieter:innen und Accounts, die ab dem 1. September 2026 registriert wurden“. Wer vorher schon ein Konto hatte, bleibt in seinem alten Tarif, und dort liegen die Sätze zum Teil deutlich höher. Im Plan „Essential 3.0“ sind es feste 7,5 % im Reseller-Modell.

Alles, was jetzt kommt, gilt also für einen Neustart. Für Bestandskunden habe ich weiter unten einen eigenen Abschnitt, und die vollständige alte Preismatrix mit allen neun Unternehmensphasen steht in meinem Beitrag was ablefy wirklich kostet.

Wichtig für den Vergleich: Ich rechne durchgehend mit diesen 5,6 % plus 1,50 €, weil nur das leistet, was Digistore24 von Haus aus tut. Wer bei ablefy die reinen 2,7 % vergleicht, vergleicht einen Zahlungsabwickler mit einem Reseller. Genau dieser Fehler steht in mehreren Beiträgen, die Du bei Google findest.

Die Gebühr je Verkauf, nebeneinander

BestellwertablefyDigistore24Unterschied
19 €2,56 €2,50 €Digistore24 spart 0,06 €
47 €4,13 €4,71 €ablefy spart 0,58 €
97 €6,93 €8,66 €ablefy spart 1,73 €
197 €12,53 €16,56 €ablefy spart 4,03 €
397 €23,73 €32,36 €ablefy spart 8,63 €
597 €34,93 €42,25 €ablefy spart 7,32 €
997 €57,33 €61,85 €ablefy spart 4,52 €
1.997 €113,33 €110,85 €Digistore24 spart 2,48 €

Der größte Abstand liegt nicht ganz da, wo man ihn vermutet. Bei 397 € ist ablefy am deutlichsten vorn, mit 8,63 € Unterschied je Verkauf. Danach schrumpft der Vorsprung wieder, weil Digistore24 ab 400 € auf 4,9 % zurückfällt.

Und genau daraus ergeben sich die beiden Zahlen vom Anfang.

Der Korridor

Ich habe die Rechnung in Ein-Cent-Schritten von einem Euro bis 3.000 Euro durchlaufen lassen und die beiden Punkte gesucht, an denen sich die Kurven kreuzen.

Unten bei 21,74 €. Darunter kostet ein Verkauf bei Digistore24 weniger. Der Grund ist die Fixgebühr: Digistore24 nimmt einen Euro, ablefy einen Euro fünfzig.

Oben bei 1.642,86 €. Darüber dreht es wieder, weil Digistore24 über 400 € nur noch 4,9 % verlangt, ablefy aber bei 5,6 % bleibt.

Dazwischen, und das sind die allermeisten Infoprodukte, ist ablefy je Verkauf günstiger.

Beide Zahlen habe ich ein zweites Mal nachgerechnet, weil ich einer Zahl mit zwei Nachkommastellen grundsätzlich misstraue, wenn sie aus einem Skript kommt, das ich selbst geschrieben habe. Bei 21,74 € kostet der Verkauf auf beiden Plattformen exakt 2,72 €. Bei 1.642,86 € sind es exakt 93,50 €.

Kurvenvergleich der Gebühren von ablefy und Digistore24 mit den Schnittpunkten bei 21,74 und 1.642,86 Euro
Was ablefy je Verkauf gegenüber Digistore24 spart, nach Bestellwert. Die Kurve schneidet die Nulllinie bei 21,74 € und bei 1.642,86 €. Am größten ist der Abstand bei 400 € mit 8,70 € je Verkauf. Eigene Berechnung nach den am 21.09.2026 abgelesenen Gebührensätzen beider Anbieter.

Ab wann sich die 27 Euro tragen

Die Gebühr je Verkauf ist nur die eine Hälfte. Die Grundgebühr musst Du erst wieder hereinholen.

Dein Bestellwertablefy lohnt sich abDas entspricht
19 €nieentfällt
47 €47 Verkäufen im Monat2.209 € Umsatz
97 €16 Verkäufen im Monat1.552 € Umsatz
197 €7 Verkäufen im Monat1.379 € Umsatz
397 €4 Verkäufen im Monat1.588 € Umsatz
597 €4 Verkäufen im Monat2.388 € Umsatz
997 €6 Verkäufen im Monat5.982 € Umsatz
1.997 €nieentfällt

Als Faustregel, die Du Dir merken kannst: Unter rund 1.500 € Monatsumsatz bleib bei Digistore24. Darunter zahlst Du 27 € im Monat für einen Vorteil, den Du nicht einspielst.

Die 997-Euro-Zeile fällt aus der Reihe, und sie zeigt, dass diese Faustregel nach oben hin nicht mehr trägt, so gern ich Dir auch eine Regel für alles verkaufen würde. Dort braucht es fast 6.000 € Umsatz, weil der Vorteil je Verkauf mit 4,52 € schon wieder klein ist.

Vier Konstellationen, komplett durchgerechnet

Jetzt mit allem: Grundgebühr, Transaktionsgebühren, Reseller-Modell, Rechnungsstellung. Also so, wie es am Monatsende auf dem Kontoauszug steht, und nicht so, wie es auf der Preisseite aussieht.

Einsteiger: 20 Verkäufe à 47 €, 940 € im Monat

KostenAnteil
ablefy Sell109,64 €11,66 %
ablefy Create & Sell141,64 €15,07 %
Digistore2494,26 €10,03 %

Digistore24 spart Dir hier 15,38 € im Monat. Über ein Jahr 184,56 €.

Kleines Angebot: 40 Verkäufe à 97 €, 3.880 € im Monat

KostenAnteil
ablefy Sell304,28 €7,84 %
ablefy Create & Sell336,28 €8,67 %
Digistore24346,52 €8,93 %

Jetzt dreht es. ablefy spart 42,24 € im Monat, 506,88 € im Jahr.

Kursverkauf: 50 Verkäufe à 197 €, 9.850 € im Monat

KostenAnteil
ablefy Sell653,60 €6,64 %
ablefy Create & Sell685,60 €6,96 %
Digistore24828,15 €8,41 %

Das ist der deutlichste Fall im ganzen Beitrag: 174,55 € Unterschied im Monat, 2.094,60 € im Jahr.

Und weil ablefy in dieser Rechnung auch gleich Deine Kurse hostet, sparst Du zusätzlich, was Dich eine eigene Kursplattform kosten würde.

Hochpreis: 12 Verkäufe à 997 €, 11.964 € im Monat

KostenAnteil
ablefy Sell714,98 €5,98 %
ablefy Create & Sell746,98 €6,24 %
Digistore24742,24 €6,20 %

Hier ist es fast egal. 27,25 € Unterschied im Monat, und wenn Du „Create & Sell“ brauchst, liegt Digistore24 sogar wieder vorn.

Die Zahlungsart, die niemand mitrechnet

Und jetzt der Teil, der mich beim Nachrechnen am meisten überrascht hat.

Du entscheidest nicht, wie Deine Kunden bezahlen. Sie entscheiden das. Bei ablefy hat das Folgen, bei Digistore24 nicht.

Klarna kippt die Rechnung bei 58 Prozent

ablefy verlangt für Klarna 2,9 % plus 0,50 € zusätzlich. Digistore24 verlangt für die Zahlungsart gar nichts extra.

Was das ausmacht, am Beispiel der 50 Verkäufe à 197 €:

Anteil Klarnaablefygegen Digistore24 (828,15 €)
0 %653,60 €ablefy spart 174,55 €
10 %684,66 €ablefy spart 143,49 €
25 %731,26 €ablefy spart 96,89 €
50 %808,92 €ablefy spart 19,23 €
58 %833,78 €Digistore24 ist jetzt günstiger
100 %964,25 €Digistore24 spart 136,10 €

Ab 29 von 50 Verkäufen per Klarna ist der ganze Vorteil weg. Und Du merkst es nicht, weil sich an Deinem Angebot nichts geändert hat. Geändert hat sich nur, worauf Deine Kunden im Bezahlfenster klicken, und danach fragt Dich niemand.

Prüf also, bevor Du wechselst, wie Deine Kunden heute bezahlen. Diese Zahl steht in Deinem Dashboard.

Ratenzahlung könnte das Bild komplett drehen

Hier wird es für alle interessant, die hochpreisige Kurse in Raten verkaufen. Und hier muss ich vorsichtiger formulieren als mir lieb ist.

ablefy verlangt für Kauf auf Rechnung und Ratenzahlung denselben Aufschlag wie für Klarna: 2,9 % plus 0,50 €. Das steht so auf der Preisseite.

Die Frage ist, ob dieser Aufschlag einmalig auf die Bestellung fällt oder auf jede einzelne Rate. ablefy schreibt, Zahlungsgebühren würden „pro erfolgreicher Transaktion“ berechnet, und für das alte Preismodell heißt es ausdrücklich: „Bei Abo- oder Ratenzahlungen richtet sich die Gebühr nach der Transaktionshöhe pro Rate bzw. Abbuchung.“

Je Rate ist damit die naheliegende Lesart. Ausdrücklich dokumentiert habe ich es für das neue Modell nirgends gefunden.

Wenn Du mit Ratenzahlung arbeitest, lass Dir das vor der Entscheidung schriftlich bestätigen. Es geht um viel Geld, wie die folgende Rechnung zeigt.

Unter der Annahme, dass der Aufschlag je Rate anfällt:

Rateablefy normalablefy mit RatenzahlungDigistore24
99 €7,04 €10,41 €8,82 €
197 €12,53 €18,75 €16,56 €
332,33 €20,11 €30,25 €27,25 €

Sobald Ratenzahlung im Spiel ist, ist Digistore24 günstiger. In allen drei Beispielen.

Diesen Befund habe ich in keinem einzigen Vergleich im Netz gefunden, und er betrifft ziemlich genau die Leute, die sich diese Frage überhaupt stellen. Wer einen Kurs für 997 € in drei Raten anbietet, zahlt bei ablefy 90,75 € statt 81,75 € bei Digistore24.

Vorkasse, der Fall, in dem Digistore24 zurückschlägt

Bei Vorkasse-Überweisung sinkt der Digistore24-Satz über 400 € von 4,9 % auf 2,9 %. Das ist der einzige Rabatt in diesem ganzen Vergleich, den es bei ablefy nicht gibt.

Ab einem Bestellwert von 722,23 € ist Digistore24 bei Vorkasse günstiger als ablefy. Bei 1.997 € zahlst Du dort 78,91 € statt 113,33 €.

Ob Deine Kunden per Vorkasse zahlen, hast Du allerdings nicht in der Hand. Überweisung ist die Zahlungsart der Leute, die Rechnungen sammeln und einmal im Monat abarbeiten. Bei hochpreisigen Angeboten an Geschäftskunden kommt es häufiger vor, als man denkt.

Zwischendurch

Falls Du gerade merkst, dass Du seit zwanzig Minuten Prozentsätze vergleichst: Das kenne ich. Ich habe mir 2009 einen E-Book-Shop gebaut, technisch tadellos, mit drei Zahlungsanbietern angebunden. Verkauft hat er nichts.

Die Plattform war nie das Problem.

Was beide gemeinsam haben, und warum Du das wissen musst

Beide Anbieter arbeiten im Reseller-Modell, und das ist mehr als ein technisches Detail.

Wenn Dein Kunde kauft, verkaufst nicht Du an ihn. Eine Gesellschaft des Anbieters kauft Dir das Produkt im selben Moment ab und verkauft es weiter.

Digistore24ablefy
Wer wird Vertragspartner Deines KundenDigistore24 GmbH, Hildesheimnamotto Universal Brands GmbH & Co. KG, Berlin
Was auf der Rechnung stehtDigistore24namotto
Wer die Umsatzsteuer abführtdie Plattformdie Plattform
Wer bei Widerruf haftetdie Plattformdie Plattform

Der Unterschied ist die Wiedererkennbarkeit. „Digistore24“ kennen viele Käufer inzwischen. „namotto“ kennt praktisch niemand, und der Name steht weder auf ablefys Preisseite noch in deren Marketing. Für Deinen Kunden ist das im Zweifel eine fremde Firma, die Geld abgebucht hat. Die Mail dazu bekommst dann Du.

Falls Du über ablefy im Reseller-Modell verkaufst, gehört dieser Satz auf Deine Dankesseite: *Auf Deinem Kontoauszug erscheint „namotto“, nicht mein Name.* Er erspart Dir Support-Anfragen.

Für Dich als Anbieter ist die Konstruktion bei beiden gleich bequem und gleich zweischneidig. Sie nimmt Dir Umsatzsteuer, Rechnungen und Mahnwesen ab. Sie macht die Plattform aber auch zu dem, der am Ende haftet.

Auszahlung: der Punkt, an dem Digistore24 klar vorn liegt

Das hier würde ich mir ansehen, bevor ich wechsle.

Digistore24ablefy
Auszahlungstermine7., 14., 21., 28.einmal im Monat
Mindestbetrag SEPA und PayPal50 € am 7., sonst 200 €öffentlich nicht dokumentiert
Mindestbetrag international250 € an allen Terminenöffentlich nicht dokumentiert
Sicherheitseinbehalt10 % für 60 Tage, die übrigen 90 % nach 14 Tagen bei Produkten unter 300 €, nach 30 Tagen darüberanfänglich 40 Tage auf den vollen Betrag
Auszahlung selbst auslösenneinja, im eigenen Namen, ab 7 Tagen

Digistore24 sperrt einen Anteil für länger. ablefy sperrt im Reseller-Modell den vollen Betrag für eine bestimmte Zeit und zahlt nur einmal monatlich aus.

Eine Sonderregel bei Digistore24, die Du kennen solltest: Seit dem 13.08.2025 ist der Sicherheitseinbehalt bei PayPal-Zahlungen über die Digistore24 GmbH vorübergehend von 10 % auf 30 % erhöht. Wenn ein großer Teil Deiner Kunden per PayPal zahlt, verschiebt das Deine Liquidität deutlich.

Für Deine Liquidität ist das ein spürbarer Unterschied, besonders im ersten Jahr.

Ein Detail, das ich ehrlich dazusagen muss: Bei ablefy widersprechen sich zwei offizielle Hilfe-Artikel. Der eine nennt Auszahlung zum 1. oder 15. mit anfänglich 40 Tagen Einbehalt, später 14 oder 30. Der andere nennt den 1. des Monats und pauschal 30 Tage. Beide waren am 21.09.2026 gleichzeitig online. Welche Angabe gilt, kann ich nicht sagen.

Was ablefy kann und Digistore24 nicht

Kurse und Mitgliederbereiche hosten. Das ist der eigentliche Grund, warum diese Frage überhaupt gestellt wird.

Digistore24 wickelt Zahlungen ab und liefert Dateien aus. Einen Kursbereich musst Du woanders bauen, bei Coachy, Memberspot oder einer WordPress-Lösung. ablefy macht beides.

Was das finanziell bedeutet, am Beispiel der 50 Verkäufe à 197 €:

AufstellungKosten im Monat
ablefy Create & Sell, alles aus einer Hand685,60 €
Coachy Premium (42 €) plus Digistore24870,15 €
Memberspot Starter (49 €) plus Digistore24877,15 €

Rund 185 € im Monat Unterschied, und dabei hast Du ein System statt zwei, also auch nur eine Stelle, an der etwas kaputtgehen kann, während Du im Urlaub bist und Dein Handy eigentlich nicht ansehen wolltest.

Zwei Hinweise zur Fairness dieser Rechnung: Die Monatspreise von Coachy und Memberspot verstehen sich netto zuzüglich Mehrwertsteuer, und beide werden günstiger, wenn Du jährlich zahlst, auf 35 beziehungsweise 39 Euro. Selbst damit bleibt ablefy in dieser Konstellation vorn, aber der Abstand schrumpft.

Der stärkste Punkt für ablefy in diesem ganzen Vergleich hat also nichts mit Prozentsätzen zu tun.

Der Affiliate-Marktplatz: beide haben einen

Diesen Abschnitt hatte ich zuerst anders geschrieben, und zwar falsch. Ich hatte notiert, nur Digistore24 habe einen Marktplatz. Beim Gegenprüfen ist mir aufgefallen, dass das nicht stimmt.

Beide Plattformen haben einen Affiliate-Marktplatz.

Bei Digistore24 stellst Du Dein Produkt hinein, und fremde Partner finden Dich dort, sehen Deine Provision und bewerben Dich, ohne dass Du sie kennst. Im Hilfe-Center steht dazu: „Alle Produkte im Marktplatz sind speziell für dich als Affiliate eingestellt worden.“

ablefy hat ebenfalls einen. Im Partner-Hilfe-Center wird erklärt, wie sich der geschätzte Verdienst je Produkt berechnet, der Partnern dort angezeigt wird. Dazu kommen Affiliate-Programme mit bis zu fünf Stufen.

Einsehbar ist bei beiden nichts ohne Anmeldung. Digistore24 schreibt selbst: „Melde dich in deinem Digistore24-Account an.“ Bei ablefy liegt der Marktplatz hinter dem Login ins Partner-Konto.

Die interessante Frage ist deshalb nicht, ob es einen Marktplatz gibt, sondern wie viele Partner dort unterwegs sind. Dazu veröffentlicht keiner der beiden Anbieter Zahlen, und ich habe kein Konto bei ablefy, um nachzusehen. Wer im Netz Produktzahlen für einen der beiden Marktplätze liest, sollte fragen, woher sie stammen. Meine Vermutung: aus einem anderen Beitrag, der es auch nicht wusste.

Was sich seriös sagen lässt: Digistore24 ist deutlich länger am Markt und deutlich bekannter. Über 12.500 Trustpilot-Bewertungen gegenüber 703 sind ein Hinweis auf die Größe des Ökosystems, auch wenn sie nichts über die Zahl aktiver Affiliates aussagen.

Die Falle, in die ablefy-Bestandskunden gerade laufen

Jetzt der Abschnitt für alle, die schon bei ablefy sind.

Im Hilfe-Center von ablefy steht seit Kurzem ein Satz, der zwei getrennte Welten aufmacht:

„Ein Planwechsel ist nur zwischen den 3.0-Plänen möglich.“ (Quelle)

Die neuen Pläne mit 27 € und 2,7 % gelten ausdrücklich nur für Anbieter, die sich ab dem 1. September 2026 registriert haben. Wer vorher dabei war, bleibt in den alten Tarifen.

Und die sind bei kleineren Umsätzen teurer. Wer im alten Tarif „Essential 3.0“ sitzt, zahlt feste 7,5 % im Reseller-Modell, unabhängig vom Umsatz. Bei knapp zehntausend Euro Monatsumsatz sind das rund 1.600 Euro mehr im Jahr als im neuen Modell.

Der naheliegende Ausweg wäre, zu kündigen und neu anzufangen. Der ist versperrt, und zwar gleich doppelt.

Erstens: Ein ablefy-Konto lässt sich erst schließen, wenn alle offenen Bestellungen storniert sind und keine Transaktion jünger als 120 Tage ist. Wer laufende Abos hat, kommt also frühestens vier Monate nach der letzten Zahlung raus.

Zweitens: Das Stornieren offener Bestellungen löst Stornorechnungen an Deine eigenen Kunden aus, und sie verlieren den Zugriff auf ihre Produkte.

Treue wird hier also nicht belohnt, sie kostet rund 1.600 Euro im Jahr.

Wenn Du betroffen bist, lohnt sich eine E-Mail an den Support mit der Bitte um eine schriftliche Auskunft. Öffentlich dokumentiert ist kein Ausweg, und ich möchte an dieser Stelle nichts behaupten, was ich nicht belegen kann.

Was ein Wechsel wirklich kostet

Dieser Abschnitt fehlt in allen acht Beiträgen vor mir, und er ist wichtiger als jede Gebührentabelle.

Plan damit, dass laufende Abos und Ratenzahlungen nicht einfach mitkommen.

Der Grund liegt im Reseller-Prinzip von weiter oben. Der Vertrag über das Abo besteht zwischen Deinem Kunden und der Plattform, nicht zwischen Deinem Kunden und Dir. Einen Vertrag, der Dir nicht gehört, kannst Du schwerlich umziehen.

Bei ablefy ist die Lage eindeutig. In den Bedingungen von namotto steht, dass namotto den Vertrag mit dem Kunden „im Falle eines Abonnements jederzeit mit einer Frist von einem Monat bis Abonnementende“ kündigen darf, sobald die Vertragsbeziehung zwischen namotto und dem Anbieter endet. Und ein Wechsel des Vertragsmodells ist laut Hilfe-Center bei aktiven Ratenzahlungen „aus rechtlichen Gründen“ nicht möglich.

Bei Digistore24 ist die Lage weniger klar, und zwar in die andere Richtung. Dort habe ich keine Aussage gefunden, dass Abos nicht übertragbar wären. Im Gegenteil bewirbt Digistore24 einen Umzugs- und Einrichtungsservice ab 699 € und spricht dabei von einem „nahtlosen Wechsel“. Was genau dabei mit laufenden Abos passiert, steht öffentlich nicht.

Praktisch heißt das: Frag vor dem Wechsel beim Zielanbieter nach, was mit Deinen laufenden Abos geschieht, und lass Dir die Antwort schriftlich geben. Im ungünstigen Fall muss jeder Bestandskunde neu bestellen und seine Zahlungsdaten erneut freigeben. Einen Teil davon verlierst Du dann.

Die Wechsel-Checkliste

Falls Du es trotzdem tust, in dieser Reihenfolge:

1. Exportiere alles, bevor Du irgendetwas kündigst. Bei Digistore24 gibt es dafür drei Wege: den CSV-Export direkt aus den Berichten, den automatischen Bestellexport per IPN als CSV oder XML, und die API. Der IPN-Export enthält E-Mail-Adresse, Name und Anschrift.

2. Zähl Deine laufenden Abos und Raten. Das ist die Zahl, die Deinen Wechsel teuer macht. Multipliziere sie mit Deinem durchschnittlichen Restwert, dann weißt Du, worüber Du entscheidest.

3. Lass beide Konten parallel laufen. ablefy empfiehlt das im eigenen Hilfe-Center sogar ausdrücklich für einen ähnlichen Fall. Neukunden über den neuen Anbieter, Altverträge auslaufen lassen.

Das ist bei ablefy ohnehin der einzige gangbare Weg, denn für die Kontolöschung müssen vier Bedingungen erfüllt sein: alle offenen Bestellungen storniert, keine Transaktion jünger als 120 Tage, das Guthaben ausgezahlt und keine offenen Kosten gegenüber ablefy. Gelöscht wird dann am ersten Tag des Folgemonats.

4. Rechne die Umstellungszeit mit. Bezahlseiten, Upsells, E-Mail-Automationen, Danke-Seiten, Tracking. Bei ablefy gibt es für Unterstützung keinen ausgewiesenen Migrationsservice mehr, sondern Stundenpakete ab 179 €.

Mein ehrlicher Rat: Ein Wechsel ist wie ein Umzug. Auf dem Papier sind es vier Kisten, in Wirklichkeit sind es drei Tage. Für ein paar Prozentpunkte lohnt er sich fast nie. Er lohnt sich, wenn Du eine Funktion brauchst, die der andere nicht hat. Bei 2.000 € Ersparnis im Jahr und drei Tagen Umstellungsarbeit plus verlorenen Abo-Kunden musst Du schon genau hinsehen.

Ich bin genau deshalb seit 2014 bei Digistore24 geblieben. Nicht, weil es billig wäre.

Die rechtliche Lage bei beiden

Gehört in einen ehrlichen Vergleich, und zwar bei beiden.

Gegen Digistore24 gibt es ein rechtskräftiges Urteil. Landgericht Hildesheim, Az. 11 O 5/25, rechtskräftig seit dem 24.07.2026 durch Rücknahme der Berufung vor dem OLG Celle. Kläger war die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, es ging um die entgeltpflichtige Buchung von Online-Seminaren zu Trading- und Investmentstrategien über ein eingeblendetes Fenster sowie um eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung. Für den Fall der Zuwiderhandlung steht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 € im Raum.

Der Fall steht im Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz, ist also amtlich dokumentiert. Eine kleine Unstimmigkeit gibt es beim Datum: Das Register nennt den 23.02.2026, die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg datiert dasselbe Urteil in ihrer eigenen Übersicht auf den 23.01.2026. Ich nenne hier das Datum aus dem amtlichen Register.

Gegen ablefy selbst habe ich kein Urteil gefunden, auch keinen Eintrag im Verbandsklageregister. Gegen die Reseller-Tochter namotto gibt es Zivilurteile im Zusammenhang mit Coaching-Verträgen und dem Fernunterrichtsschutzgesetz. Sie stammen überwiegend aus Urteilsübersichten von Kanzleien, die solche Verfahren selbst führen und damit Partei sind.

Beide Punkte sage ich mit Zurückhaltung. In keinem Fall ging es darum, dass eine der Plattformen Geld unterschlagen oder Auszahlungen verweigert hätte. Es ging um Verträge von Anbietern, die dort verkauft haben. Ich bin kein Jurist und bewerte die Rechtslage hier nicht.

Für Dich als Verkäufer steckt darin trotzdem eine praktische Lehre, und sie gilt bei beiden Anbietern gleichermaßen: Die Plattform übernimmt die Abwicklung, nicht die Verantwortung für Deinen Vertragsinhalt. Ein Coaching ohne die nötige Zulassung bleibt ein Coaching ohne die nötige Zulassung, auf jeder Plattform.

Was die Bewertungen sagen

Stand 21.09.2026, von mir abgelesen.

Digistore24ablefy
Trustpilot12.570 Bewertungen, 4,6703 Bewertungen, 4,3
Fünf-Sterne-Anteil86 %87 %
Ein-Stern-Anteil5 %9 %
Bewertungseinladungenja, laut Trustpilot aktivnein, laut Trustpilot keine aktuellen Aufzeichnungen
Negative Bewertungen beantwortet98 %79 %
Google1.051 Bewertungen, 4,7278 Bewertungen, 4,3

Zwei Dinge dazu.

Die absoluten Zahlen sind nicht vergleichbar. Digistore24 ist deutlich größer und deutlich länger am Markt. Ein höherer Schnitt bei mehr Stimmen ist trotzdem ein Signal. Nachsehen kannst Du selbst, bei Digistore24 und bei ablefy.

Aber ablefy hat einen Punkt, der zählt: Trustpilot vermerkt auf dem Profil ausdrücklich, dass ablefy zuletzt keine Bewertungseinladungen verschickt hat. Bei Digistore24 steht das Gegenteil. Ein unaufgefordert entstandener 4,3er ist mehr wert als ein eingesammelter 4,6er. Wer freiwillig eine Bewertung schreibt, hat einen Grund, und der ist selten laues Mittelmaß.

Das Muster der schlechten Bewertungen unterscheidet sich. Bei Digistore24 kommen sie fast ausnahmslos von verärgerten Käufern fremder Produkte. Bei ablefy ist es etwa zur Hälfte die Anbieterseite, und dort geht es fast immer um dasselbe: hineinkommen ist leicht, herauskommen ist schwer. Das kennt man sonst nur von Fitnessstudios.

Meine Entscheidungshilfe

Nimm Digistore24, wenn…

  • Deine Produkte unter 22 € oder über 1.640 € kosten
  • Du unter 1.500 € Monatsumsatz machst
  • Du Ratenzahlung oder Kauf auf Rechnung anbietest
  • ein großer Teil Deiner Kunden per Klarna zahlt
  • Dir ein großes, gewachsenes Affiliate-Ökosystem wichtig ist
  • Dir kurze Auszahlungsintervalle wichtig sind
  • Du Deine Kurse ohnehin schon woanders hostest

Nimm ablefy, wenn…

  • Deine Bestellwerte zwischen 50 und 1.000 € liegen
  • Du mehr als 1.500 € im Monat umsetzt
  • Du Kurse, Mitgliederbereich und Zahlung an einem Ort willst
  • Du heute neu startest und damit im neuen Preismodell landest
  • Deine Kunden überwiegend per Karte oder SEPA zahlen

Bleib, wo Du bist, wenn…

  • Du laufende Abos oder Ratenzahlungen hast
  • der Unterschied unter etwa 2.000 € im Jahr liegt
  • Du bei ablefy im alten Tarif sitzt und nicht wechseln darfst

Mein Fazit

Ich habe diesen Vergleich nicht geschrieben, um eine der beiden Plattformen schlechtzureden. Beide funktionieren, beide sind deutsche Unternehmen mit Handelsregistereintrag, beide nehmen Dir echte Arbeit ab.

Das Ergebnis geht an mehreren Stellen gegen meinen eigenen Vorteil aus, und ich lasse es trotzdem so stehen. Im Bereich zwischen hundert und tausend Euro Bestellwert ist ablefy günstiger als der Anbieter, für den ich eine Provision bekomme. Bei fünfzig Verkäufen à 197 € sind das über zweitausend Euro im Jahr.

Dafür gewinnt Digistore24 an den Rändern, bei Ratenzahlung, bei Klarna-lastigen Zielgruppen und bei der Auszahlung.

Und die wichtigste Erkenntnis aus dem ganzen Rechnen ist eine andere: Der Unterschied zwischen beiden ist kleiner als der Unterschied zwischen einem Produkt, das sich verkauft, und einem, das es nicht tut. Zwei Prozentpunkte auf einen Umsatz, den es nicht gibt, sind immer noch null.

Keine der beiden Plattformen schreibt Deine Verkaufsseite.

Keine der beiden findet Deine Zielgruppe.

Und keine von beiden sorgt dafür, dass jemand auf den Kaufen-Knopf drückt.

Das bleibt an Dir hängen. Bei 5,6 Prozent genauso wie bei 7,9.

Nutzt Du eine der beiden, oder beide? Schreib in die Kommentare, was Dich zur Entscheidung gebracht hat. Besonders gespannt bin ich auf alle, die schon einmal gewechselt sind. 🙂

Eine letzte Zahl

Zwischen den beiden Plattformen liegen im besten Fall rund zweitausend Euro im Jahr. Zwischen einem Kurs, der sich verkauft, und einem, der es nicht tut, liegt Dein gesamter Umsatz.

Ich weiß, welche der beiden Zahlen ich zuerst angehen würde.

Meine dreiteilige E-Mail-Serie nimmt sich die zweite vor. Kostenlos, und mehr als eine E-Mail-Adresse brauchst Du dafür nicht.

Häufige Fragen

Ist ablefy oder Digistore24 günstiger?

Kommt auf Deinen Bestellwert an. Zwischen 21,74 € und 1.642,86 € ist ablefy je Verkauf günstiger, darunter und darüber Digistore24. Dazu kommt bei ablefy die monatliche Grundgebühr von 27 €, die sich erst ab etwa 1.500 € Monatsumsatz trägt. Bei 50 Verkäufen à 197 € zahlst Du bei ablefy 653,60 € gegenüber 828,15 € bei Digistore24.

Was kostet ablefy im Vergleich zu Digistore24?

ablefy verlangt 27 € im Monat für den Plan „Sell“ plus 2,7 % + 0,50 € je Zahlung. Im Reseller-Modell mit Rechnungsstellung, also dem, was Digistore24 von Haus aus macht, sind es 5,6 % + 1,50 €. Digistore24 hat keine Grundgebühr und verlangt 7,9 % + 1 € auf die ersten 400 €, darüber 4,9 % oder 2,9 % bei Vorkasse.

Kann ich laufende Abos von Digistore24 zu ablefy mitnehmen?

Nein. Bei beiden Anbietern besteht der Vertrag über ein Abo zwischen Deinem Kunden und der Plattform, nicht zwischen Deinem Kunden und Dir. Beim Wechsel muss jeder Kunde beim neuen Anbieter aktiv neu bestellen und seine Zahlungsdaten erneut freigeben. Rechne damit, dabei einen Teil Deiner Bestandskunden zu verlieren.

Welche Plattform ist besser für Online-Kurse?

ablefy, weil es Kurse und Mitgliederbereiche selbst hostet. Digistore24 wickelt nur die Zahlung ab, den Kursbereich brauchst Du zusätzlich. Bei 50 Verkäufen à 197 € kostet ablefy Create & Sell komplett 685,60 €, während Coachy plus Digistore24 auf 870,15 € kommt.

Welche Plattform ist besser für Affiliate-Marketing?

Beide haben einen Affiliate-Marktplatz, auf dem fremde Partner Produkte zum Bewerben finden, und beide sind nur nach Anmeldung einsehbar. ablefy bietet zusätzlich Affiliate-Programme mit bis zu fünf Stufen. Wie viele Partner dort jeweils aktiv sind, veröffentlicht keiner der beiden Anbieter. Digistore24 ist deutlich länger am Markt und hat mit über 12.500 Trustpilot-Bewertungen das sichtbar größere Ökosystem.

Ist ablefy oder Digistore24 seriöser?

Beide sind im deutschen Handelsregister eingetragen, beide arbeiten seit über zehn Jahren. Gegen Digistore24 gibt es ein rechtskräftiges Urteil des Landgerichts Hildesheim wegen eines intransparenten Bestellvorgangs, das im Verbandsklageregister steht. Gegen ablefy selbst habe ich kein Urteil gefunden, gegen die Reseller-Tochter namotto gibt es Zivilverfahren zu Coaching-Verträgen. In keinem Fall ging es um verweigerte Auszahlungen.

Wann zahlt ablefy aus, wann Digistore24?

Digistore24 zahlt an vier festen Terminen im Monat aus, am 7., 14., 21. und 28., und behält 10 % für 60 Tage ein, den Rest nach 14 Tagen. ablefy zahlt im Reseller-Modell einmal im Monat aus, mit einem Sicherheitseinbehalt auf den vollen Betrag. Beim Verkauf im eigenen Namen kannst Du bei ablefy selbst auszahlen, für Beträge älter als sieben Tage.

Lohnt sich ein Wechsel von Digistore24 zu ablefy?

Rechne mit zwei Zahlen. Erstens der jährlichen Ersparnis nach den Tabellen oben. Zweitens der Zahl Deiner laufenden Abos, denn die kannst Du nicht mitnehmen. Unter etwa 2.000 € Ersparnis im Jahr würde ich es lassen. Wenn Du eine Funktion brauchst, die der andere nicht hat, sieht die Rechnung anders aus.

Welche Gebühren fallen bei Ratenzahlung an?

Bei ablefy kommen für Kauf auf Rechnung und Ratenzahlung 2,9 % plus 0,50 € auf jede einzelne Rate obendrauf. Digistore24 verlangt keinen Aufschlag für die Zahlungsart. Bei einer Rate von 197 € kostet das bei ablefy 18,75 € gegenüber 16,56 € bei Digistore24. Wer in Raten verkauft, fährt bei Digistore24 günstiger.

Kann ich als ablefy-Bestandskunde in die neuen Pläne wechseln?

Laut Hilfe-Center von ablefy gilt: „Ein Planwechsel ist nur zwischen den 3.0-Plänen möglich.“ Die neuen Pläne mit 27 € und 2,7 % gelten ausdrücklich für Anbieter, die sich ab dem 1. September 2026 registriert haben. Eine öffentlich dokumentierte Möglichkeit, aus den alten in die neuen Pläne zu kommen, habe ich nicht gefunden. Frag beim Support nach und lass Dir die Antwort schriftlich geben.

Wer steht auf der Rechnung meines Kunden?

Bei Digistore24 die Digistore24 GmbH aus Hildesheim. Bei ablefy im Reseller-Modell die namotto Universal Brands GmbH & Co. KG aus Berlin. Beide werden durch das Reseller-Prinzip rechtlich Vertragspartner Deines Käufers. Dein Name erscheint in beiden Fällen nicht auf der Abbuchung.

Gibt es Alternativen zu ablefy und Digistore24?

Für die reine Zahlungsabwicklung ist CopeCart die naheliegende dritte Option, mit 4,9 % plus 1 € und ohne Grundgebühr. Für das Hosting von Kursen kommen Coachy ab 42 € und Memberspot ab 49 € im Monat infrage, beide allerdings ohne Zahlungsabwicklung. Welche Kombination günstiger ist, hängt von Bestellwert und Umsatz ab.

Zu den beiden Anbietern in diesem Vergleich habe ich je einen ausführlichen Einzelbericht geschrieben: Digistore24 Erfahrungen und Gebühren und was ablefy wirklich kostet.

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

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