Am 17. September 2026 habe ich bei Gunnar Kessler zweimal auf „Jetzt kaufen“ geklickt. Einmal für das Hörbuch zu „GELD“, einmal für „Mission: Goodlife“. Zusammen 8,26 €.
Auf keine der beiden Bestellungen folgte eine Danke-Seite. Es folgte ein weiteres Angebot, einmal über 147 € mit einem Countdown, der bei 47 Sekunden stand.
Auf dieser Seite findest Du alle meine Erfahrungen mit Gunnar. Vielleicht stehst Du vor einer dieser Fragen:
- Lohnt sich sein Buch „GELD“, das er für 1,95 € oder 4,95 € Versand verschenkt?
- Was steht in „Mission: Goodlife“, dem zweiten Buch aus demselben Funnel?
- Ist der Digital Money Maker Club seine 199 € im Jahr wert?
- Was bekommt man für Easy Ebiz Pro, sein teuerstes öffentlich gelistetes Produkt?
- Und steckt hinter „Der Money Mentor“ überhaupt etwas?
Dann bist Du hier richtig, und zwar aus einem Grund, den ich sonst selten habe: Bei Gunnar Kessler habe ich nicht nur recherchiert. Ich habe bezahlt, zugehört und mitgeschnitten.
Ich habe bei Gunnar Kessler gekauft. Am 17. September 2026 habe ich beide Hörbücher bestellt, je 4,13 € netto. Den kompletten Bestellvorgang habe ich als Video aufgezeichnet, beide Rechnungen liegen mir vor, und beides findest Du weiter unten in diesem Beitrag.
Ich habe beide Bücher gelesen, beide Workbooks durchgesehen und danach jeden Preis seines Portfolios bis zur Endsumme durchgeklickt. Ich verdiene an keinem seiner Produkte einen Cent und nehme an keinem seiner Partnerprogramme teil.
Dieser Beitrag ist für Menschen gedacht, die ernsthaft überlegen, sich online ein Einkommen aufzubauen, und vorher wissen wollen, worauf sie sich einlassen. Wer eine Abkürzung sucht, findet sie hier nicht. Bei Gunnar Kessler übrigens auch nicht, so ehrlich muss man sein.
Wer ich bin, und warum ich über Gunnar Kessler schreibe
Ich verkaufe dasselbe wie er. Online-Kurse und Mitgliedschaften, seit 2008, seit 2016 als einziges Einkommen. Wenn Kessler erklärt, wie man ein Infoprodukt aufbaut und verkauft, beschreibt er meinen Arbeitstag.
Das heißt auch: Ich weiß, an welchen Stellen so ein Funnel gebaut wird, weil ich dieselben Entscheidungen selbst treffe. Welcher Preis auf die Seite kommt und welcher ins Formular. Ob ein Countdown echt läuft. Was ein Upsell bringt. Diesen Beitrag schreibt kein Beobachter, sondern jemand aus derselben Werkstatt.
Und es heißt, dass ich sein Mitbewerber bin. Lies alles, was jetzt kommt, mit diesem Wissen. Warum ich trotzdem finde, dass dieser Beitrag Dir nützt, steht ganz unten im Transparenzhinweis.
Kurz etwas in eigener Sache, bevor es losgeht.
Kaum jemand sucht nach Gunnar Kessler, weil er sich für Gunnar Kessler interessiert. Die meisten suchen einen Weg, online Geld zu verdienen, und seine Werbung ist die, die ihnen gerade am häufigsten begegnet.
Wenn Du dazugehörst, habe ich etwas für Dich: mein Buch darüber, wie Du online den ersten Euro verdienen kannst, bevor Du irgendein System kaufst. Die ersten Kapitel schicke ich Dir gegen Deine E-Mail-Adresse. Kein Versand, keine Kreditkarte, kein Countdown.
Ein Wort zur Vollständigkeit, weil ich in diesem Beitrag ständig bemängele, dass Angebote zu spät genannt werden: Am Ende der Serie kannst Du das ganze Buch kaufen. Müssen tust Du gar nichts, und was Du bis dahin bekommen hast, bleibt Deins.
Wer ist Gunnar Kessler?
Gunnar Ronald Keßler, geboren am 12. Juni 1978 in Dresden. Mittlere Reife 1995, Ausbildung zum Bürokaufmann, 2002 eine erste Firma in der Veranstaltungsbeleuchtung, ab 2005 Online-Marketing. Seine Positionierung heute: „Der Money Mentor“.
Hinter den Produkten steht die GK Digital Money Maker UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Nauen bei Berlin, Amtsgericht Potsdam, HRB 33601 P. Eingetragen wurde sie 2017 als GK Investment UG mit 500 € Stammkapital, 2020 umfirmiert und verlegt. Stammkapital heute 1.500 €.
Seine Lebensgeschichte erzählt er in beiden Büchern ausführlich: Kindheit in einfachen Verhältnissen, mit sechzehn von zu Hause raus, zeitweise auf der Straße. In der Werbung klingt das so:
„Ich selbst kam aus der absoluten Armut, habe teils auf der Strasse gelebt, gehungert und eines Tages beschloß ich mein Leben zu ändern. […] Ich begann mit 50€ … Diese habe ich investiert … daraus wurden 75€. Auch diese investierte ich wieder … Heute einige Jahre später habe ich ein beträchtliches Vermögen aufgebaut.“
Ich habe keinen Grund, an dieser Biografie zu zweifeln, und ich finde sie respektabel. Sie ist auch nicht das Thema dieses Beitrags.
Ein Detail, das Dir das Denken erleichtert
Dieselbe Anzeige enthält den Satz: „Dabei habe ich keinerlei riskante Investments getätigt, habe keine Aktien gekauft, keine Fonds, keine ETFs, keine Immobilien und erst Recht keine Kryptowährungen. Nichts dieser Art.“
Woher kommt das Geld dann? Die Antwort steht auf der Referenzseite eines Software-Anbieters, den er selbst einsetzt. Überschrift, wörtlich:
„16 von 20 Millionen € Umsatz verdanke ich KlickTipp.“
Und im Text derselben Seite: „Er nutzt Freebies wie E-Books, Hörbücher oder Mitgliederbereiche, um 15 bis 20 Prozent der Besucher in neue Leads zu verwandeln.“
Beide Sätze stammen von ihm. Die Anzeige erzählt vom Vermögen, das aus 50 Euro wuchs. Die Referenzseite nennt die tatsächliche Quelle: 20 Millionen Euro Umsatz mit E-Mail-Verteilern, also mit dem Verkauf genau der Produkte, für die die Anzeige wirbt.
Ein Vorwurf ist das nicht. Es ist ein legitimes Geschäftsmodell, und ich betreibe selbst eines. Es ist nur etwas anderes als „ich habe aus 50 Euro ein Vermögen gemacht“.
Was Gunnar Kessler kostet
Das ist die Frage, wegen der die meisten hier landen, und sie ist im Netz praktisch unbeantwortet. Wer nach den Kosten von Gunnar Kessler sucht, findet Verkaufsseiten ohne Zahlen und Partnerseiten, die von veralteten Preisen abschreiben. Ich habe deshalb jedes einzelne Produkt bis zur Endsumme durchgeklickt, ohne zu kaufen. Stand 17.09.2026.
Alle zwanzig Produkte mit der Summe, die am Ende dasteht
| Produkt | Beworben | Endsumme Deutschland | Modell |
|---|---|---|---|
| Buch „GELD“, gedruckt | 1,95 € bzw. 4,95 € Versand | 8,95 € | einmalig |
| Hörbuch (beide Titel) | 1,95 € bzw. 4,95 € | 1,95 € bzw. 4,95 € | einmalig |
| Digital Money Maker Club | 0 € oder 39,95 € | 0–39,95 € | dann 199 € im Jahr |
| Sync Your Mind For Success | kein Preis genannt | 47,00 € | einmalig |
| Traffic for Cash | kein Preis genannt | 47,00 € | einmalig |
| Millionaire Brain System | 497 € → 47 € | 55,93 € | einmalig, netto beworben |
| Money Mentor Mastery | 497 € → 67 € | 67,00 € | einmalig |
| Internet Geld Maschinen | 799 € → 67 € | 67,00 € | einmalig |
| Schule des Geldes Basic | „monatlich 9,95 €“ | 99,95 € | Jahresplan vorausgewählt |
| Smartphone Cash Machine | 297 € → 97 € | 115,43 € | einmalig, netto beworben |
| 24 Minuten Cash System | kein Preis auf der Seite | 97,00 € | dann 47 € im Monat |
| Future Millionaire Coaching | „unter 3,20 € am Tag“ | 99,00 € | 99 €/Monat, 12 Monate Bindung |
| Easy Income System | 997 € → 147 € | 174,93 € | einmalig, netto beworben |
| Digitale Geldmaschine | 997 € → 197 € | 197,00 € | einmalig |
| Internet Cash Machine | 497 € → 197 € | 234,43 € | einmalig, netto beworben |
| KIM – Dein K.I.-Mitarbeiter | 2.500 € → 297 € | 297,00 € | einmalig |
| Schule des Geldes Premium | „monatlich 99 €“ | 997,00 € | Jahresplan vorausgewählt |
| Traffic Schnellstarter | kein Preis genannt | 591,43 € | einmalig, netto beworben |
| Easy Ebiz Pro | 1.997 € | 2.376,43 € | einmalig, netto beworben |
| Premium Mastermind Coaching | kein öffentlicher Preis. Verkauf nur nach Webinar | ||
Und für alle, die wie ich in Österreich sitzen: Die Kasse rechnet mit dem Steuersatz Deines Landes, also mit 20 statt 19 Prozent. Aus Easy Ebiz Pro werden bei mir nicht 2.376,43 €, sondern 2.396,40 €.
Drei Dinge, die Dir an dieser Tabelle auffallen sollten
Erstens: Die durchgestrichenen Preise zahlt niemand. In den Bestell-Links stecken Gutscheincodes, die automatisch mitlaufen. KIM-297, MBS90, MMM85, SCM67, IGM90, 90TP70, 24MCS80, ICMO60, KI100. Wer über die Website kommt, bekommt den Rabatt immer. Die 2.500 €, 997 € und 799 € daneben sind Zahlen, gegen die der Preis klein aussehen soll.
Einer der zehn Codes funktioniert übrigens nicht: Beim Traffic Schnellstarter läuft TSSK82 ins Leere, das Formular zeigt unverändert 497 € netto.
Zweitens: Sechs Produkte werden netto beworben. Auf der Verkaufsseite steht 1.997 €, an der Kasse 2.376,43 €. Das ist für Unternehmer korrekt und für Privatkunden eine Überraschung. Ein Hinweis darauf fehlt auf den Verkaufsseiten.
Drittens: Was jetzt abgebucht wird, ist nicht, was Du zahlst. Dazu gleich mehr.
Die Stelle, an der ich zweimal hingesehen habe
Ein Produkt heißt „90 Tage Plan“. Die Verkaufsseite dazu wirbt wörtlich mit diesem Satz:
„Erhalte jetzt das 90 Tage Rezept für nur 27€. Es gibt keine versteckten Kosten, keine Abo-Fallen oder sonstige Tricks.“
Auf seiner Produktübersicht führt ein zweiter Link zu demselben Produkt. Dort ist im Bestellformular beim Laden bereits ein Kästchen angehakt: „Dein Zugang zur größten Internet und Geld verdien Community“, 0,29 € , und danach 19,95 € alle vier Wochen, wiederkehrend.
Mit Haken steht in der Kasse 29,99 € und ein Abo über 23,74 € alle vier Wochen. Ohne Haken 28,89 € und kein Abo.
Fairerweise, und das gehört genauso dazu: Die Verkaufsseite mit dem Versprechen verlinkt ein anderes Produkt, bei dem dieses Kästchen nicht existiert. Die Abo-Variante erreicht man nur über die Produktübersicht.
Ich behaupte also nicht, dass hier jemand getäuscht wird. Was ich sage: Auf derselben Website steht „keine Abo-Fallen“ und liegt ein Bestellformular mit vorangehaktem Abo. Wer dort klickt, hat den Satz vermutlich noch im Kopf.
Und noch zwei Stellen, an denen der Preis erst im Formular steht
Beim 24 Minuten Cash System enthält die Verkaufsseite keinen einzigen Preis. Die Wörter „monatlich“, „Abo“, „Laufzeit“ und „kündbar“ kommen dort kein einziges Mal vor. Im Bestellformular steht dann: 97 € jetzt, danach 47 € im Monat.
Beim Future Millionaire Coaching wirbt die Seite mit „Statt 397€ für unter 3,20€ am Tag!“. Weder „99 €“ noch „Mindestlaufzeit“ stehen dort. Im Formular: 99 € monatlich, Mindestlaufzeit ein Jahr. Das sind 1.188 €.
Übrigens: Was deutsche Anbieter sonst so verlangen, habe ich in meiner Übersicht der Online-Kurs-Preise gesammelt. Jeder Betrag dort ist bis zum Bestellformular nachgeprüft.
Das Buch ist gratis. Der Versand kostet das Doppelte.
Der Einstieg in alles ist ein verschenktes Buch. Die Facebook-Anzeige, die mir ausgespielt wurde, formuliert es so: „Buch über Vermögensaufbau gratis“. Sie verlinkt auf eine Seite, auf der 1,95 € für „Porto, Handling & Verpackung“ stehen.
Im Bestellformular steht dann: 8,95 €.
Das gilt für alle drei Varianten der Buchseite, die parallel laufen, und es gilt für Deutschland genauso wie für Österreich. Ich habe jede einzeln geprüft.
| Was beworben wird | Was die Kasse verlangt |
|---|---|
| „gratis“ (Anzeige) | 8,95 € |
| „nur 1,95 €“ (Landingpage A und C) | |
| „nur 4,95 €“ (Landingpage B) |
Bei den Hörbüchern stimmt der Betrag dagegen: beworben 4,95 €, bezahlt 4,95 €. Das habe ich selbst überwiesen.
Zu meinen Rechnungen, damit Du sie richtig liest: Auf beiden stehen 4,13 € statt 4,95 €. Das liegt daran, dass ich als Unternehmer mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bestellt habe und deshalb das Reverse-Charge-Verfahren greift. Als Privatkunde zahlst Du 4,95 €. Ich schreibe das dazu, damit niemand denkt, ich hätte einen Sonderpreis bekommen.
Drei Preispunkte für dasselbe Buch, gleichzeitig live: Hier läuft ein Test, welcher Betrag am besten funktioniert. Legitim, aber gut zu wissen, wenn irgendwo „nur heute“ steht.
Was nach dem Kauf passiert
Beide Bestellungen habe ich auf Video aufgezeichnet, weil genau dieser Teil im Netz nirgends beschrieben wird. Du siehst also nicht meine Beschreibung des Ablaufs, sondern den Ablauf.
Nach dem Klick auf „Jetzt kaufen“ landest Du nicht auf einer Danke-Seite. Du landest auf einem weiteren Angebot.
Bei Mission: Goodlife war das ein Video mit der Überschrift „ENDLICH: SEI NIE WIEDER VON DEINEM CHEF ABHÄNGIG!“, darunter: „So kann jeder selbstbestimmt von zu Hause Geld verdienen , GARANTIERT!“ und „ein Online Business […] welches automatisch rund um die Uhr Geld verdient , komplett ohne Risiko!“.
Garantiert. Ohne Risiko. Zwei Wörter, die bei einem Einkommensversprechen nichts zu suchen haben.
Warum ich es nicht wegklicken konnte
Im Video sagte ich sinngemäß: Ich hätte gerne mein Hörbuch, aber ich komme hier nicht weiter. Das hatte einen technischen Grund, und ich habe ihn danach nachgesehen.
Auf der Seite liegt ein Block, der sowohl den Kaufbutton als auch den Ablehnen-Link enthält. Er ist im Quelltext mit data-after="1440" versehen. Das heißt: Er erscheint erst 1.440 Sekunden nach dem Seitenaufruf. Vierundzwanzig Minuten.
Vorher steht der ganze Block auf display: none, er ist weder sichtbar noch anklickbar noch durch Scrollen erreichbar. Es gibt in dieser Zeit keinen Weg weiter außer Zurück-Button oder Tab schließen.
Der Ablehnen-Link lautet dann, wörtlich:
„Nein danke, ich verzichte auf das einmalige Angebot und möchte nicht wissen wie die Easy Income System Software2.0 für mich Geld verdient und jeden Monat mehr Geld auf dem Konto landet. Mir ist bewusst, dass ich hiermit die Möglichkeit verpasse das Easy Income System erneut zu diesem Preis zu bekommen.“
Das Angebot selbst
Es ist das Easy Income System für einmalig 147 €, angeblich statt 997 €. Auf der Seite steht wörtlich: „Was einem Rabatt von 850 Euro gegenüber dem Originalpreis von 997 Euro entspricht, den alle Kunden in meinem Shop zahlen.“
Diesen Satz habe ich geprüft. Im regulären Bestellformular desselben Produkts steht ein Preis von 147 € netto, mit deutscher Umsatzsteuer 174,93 €. Die 997 € zahlt dort niemand.
Darüber läuft ein Countdown mit der Überschrift „Dieses Video wird offline genommen in…“. Als ich hinsah, stand er bei 47 Sekunden. Im Quelltext trägt er das Basisdatum 29. Mai 2021 und die Kennzeichnung evergreen. Das bedeutet: Jeder Besucher bekommt sein eigenes Zeitfenster, das mit dem Aufruf startet. Das Video wird nicht offline genommen. Es steht seit über fünf Jahren dort.
Und noch ein Detail: Ganz oben auf dieser Seite steht „Dein Buch ist bereits auf dem Weg zu Dir“. Ich hatte ein Hörbuch gekauft. Es war nichts unterwegs.
Nach dem Kauf von „GELD“ sah dieselbe Mechanik anders aus: Dort erschienen die Buttons schon nach 130 Sekunden, und das Angebot war der Digital Money Maker Club „für 0 €“, vierzehn Tage Test, danach 199 € jährlich. Der Dateiname des Videos spricht übrigens von sieben Tagen, der Seitentext von vierzehn.
„GELD“, meine Rezension
Jetzt zum Inhalt, denn deswegen bist Du vermutlich hier. Ich habe das Buch vollständig gelesen: 291 Seiten, knapp 63.000 Wörter.
Was an „GELD“ gut ist
Er schreibt, wie er spricht, und das funktioniert. Kessler kann erzählen. Die ersten fünfzig Seiten über seine Kindheit, den Rauswurf mit sechzehn, die Zeit ohne Plan, das liest sich flüssig und ist ehrlich genug, dass man ihm zuhört. Wer schon einmal ein Ratgeberbuch nach dreißig Seiten weggelegt hat, wird hier weiterlesen.
Ein paar Kapitel sind handfest brauchbar. Die Rechnung zum Tageseinkommen, der Abschnitt über Zeit gegen Geld, die Aufteilung des Einkommens in feste Anteile. Das ist nicht neu, aber sauber erklärt und für jemanden, der sich zum ersten Mal damit befasst, ein guter Einstieg.
Und er ist konsequent. Das Buch verkauft keine Aktienstrategie und tut auch nicht so. Das ist ehrlicher als manches, was in diesem Regal steht.
Was Dich überraschen wird
Ich habe den Text durchsucht, weil mir beim Lesen etwas auffiel. Hier die Zahlen:
| Begriff | Treffer im Buch „GELD“ |
|---|---|
| Infoprodukt | 21 |
| Affiliate | 15 |
| Provision | 15 |
| Zins | 4 |
| Aktie | 1 |
| Immobilie | 1 |
| Fonds | 0 |
| ETF | 0 |
| Sparplan | 0 |
Ein Buch mit dem Titel „GELD“, in dem das Wort ETF null Mal vorkommt.
Das ist keine Kritik, sondern eine Einordnung: Dieses Buch handelt nicht von Geldanlage. Es handelt vom Verkauf digitaler Infoprodukte im Internet. Wer es kauft, weil er wissen will, wie er sein Erspartes anlegt, kauft das falsche Buch.
Und um fair zu bleiben: Seine Werbung sagt das sogar. „Keine Aktien, keine Fonds, keine ETFs“ steht wörtlich in der Anzeige. Nur steht auf dem Umschlag eben „GELD“ und nicht „Infoprodukte verkaufen“.
Die Stelle, an der ich das Buch weggelegt habe
Es gibt ein Kapitel über den „Geldmagneten“. Zehn Prozent des Einkommens sollen dort hineingehen, und dazu heißt es wörtlich:
„Der Geldmagnet ist eine ganz andere Sache für sich, das ist eine spirituelle energetische Sache, die Du einfach nicht mehr anfasst. […] Nun hast Du also 10 % im Geldmagneten, der energetisch auf größeren Ebenen dafür sorgen wird, dass mehr Geld in Dein Leben kommen wird.“
Ich habe nichts gegen Rituale, und Geld beiseitezulegen, das man nicht anfasst, ist vernünftig. Aber „energetisch auf größeren Ebenen“ ist in einem Buch, dessen Autor sich „Money Mentor“ nennt, eine Formulierung, bei der ich hängengeblieben bin.
Der Punkt, der mich wirklich stört
An den Stellen, an denen es konkret wird, wird es nicht konkret. Ein paar Beispiele im Wortlaut:
- „Hilfestellungen zur Strukturierung der Präsentation, der Verkaufsseite und des Videos findest Du in meinem Digital Money Maker Club.“
- „Auch dafür findest Du im Digital Money Maker Club die genauen Anleitungen.“
- „Die genauen Anleitungen dazu findest Du ebenfalls im Digital Money Maker Club auf www.DigitalMoneyMaker.de/clubinfo“
- „Wie das alles im Detail funktioniert, erfährst Du ebenfalls im Digital Money Maker Club.“
- „Gern zeige ich Dir den Aufbau und die Vorgehensweise ganz detailliert in Videoanleitungen im Digital Money Maker Club.“
Das Buch erklärt das Was. Das Wie steht im Club, und der kostet 199 € im Jahr.
Ich sage ausdrücklich nicht, dass das unzulässig wäre. Ein Buch für unter zehn Euro darf auf ein Produkt verweisen, und ich mache es in meinen eigenen Büchern auch. Der Unterschied liegt in der Menge.
Und hier wird es interessant. Auf Trustpilot antwortete Kessler im August 2021 einem Leser, der genau das kritisiert hatte, mit diesem Satz:
„im Buch gehe ich an genau 3 (!) Stellen (auf 337 Seiten) ganz kurz über 2 Zeilen auf den Digital Money Maker Club […] ein.“
Ich habe nachgezählt. In meiner Ausgabe kommt der Digital Money Maker Club fünfzehn Mal vor, die beiden Nennungen im Impressum nicht mitgerechnet. Davon sind sieben konkrete Verweise der Art „die genauen Anleitungen findest Du im Club“, mit Adresse. Die letzten fünf bilden einen zusammenhängenden Werbeblock am Buchende, inklusive „Bereits über 16.000 gleichgesinnte Mitglieder zwischen 18 und 78 warten auf Dich!“.
Drei Stellen über zwei Zeilen sind das nicht.
Mein Urteil zu „GELD“
Als Einstiegslektüre für jemanden, der sich noch nie mit dem Thema befasst hat: brauchbar. Es ist gut geschrieben, es motiviert, und ein paar Kapitel enthalten echte Substanz. Für zehn Euro inklusive Versand wäre das ein fairer Handel.
Als Ratgeber zum Vermögensaufbau: ungeeignet, weil es darum nicht geht.
Als vollständige Anleitung: nein, weil die Anleitung ausdrücklich woanders liegt.
Meine Wertung: drei von fünf Sternen, für das, was es ist. Ein gut erzähltes Vorwort zu einem Verkaufsangebot.
Halt, genau hier stellt sich die Frage.
Wenn Du gerade denkst „Das Was kenne ich jetzt, aber wie fange ich an?“, das ist genau die richtige Frage, und sie ist der Grund, warum solche Bücher funktionieren.
Mein Buch beantwortet genau diese Frage. Die ersten Kapitel bekommst Du hier unten gegen Deine E-Mail-Adresse, ohne Club und ohne Jahresgebühr.
„Mission: Goodlife“, meine Rezension
Das zweite Buch, ebenfalls als Hörbuch mit E-Book und Workbook geliefert. 184 Seiten, gut 33.000 Wörter, also gut halb so lang wie „GELD“.
Eine Vorbemerkung: Auf mehreren Seiten im Netz steht, das Buch habe „über 300 Seiten“. Meine Datei hat 184. Kein großer Punkt, aber wenn Du irgendwo 300 liest, weißt Du jetzt Bescheid.
Worum es geht
Anders als „GELD“ ist das hier kein Praxisbuch, sondern ein Haltungsbuch. Die Kapitelnamen sagen alles: „Der kugelsichere Weg zum Versagen“, „Reiche Menschen sind Arschlöcher“, „Die Sicherheitslüge“, „Entwickle sorgfältig bemessene Arroganz“, „Eine Ausrede ist nichts weiter als eine gut geplante Lüge“.
Es geht um Denkmuster, nicht um Methoden. Kessler räumt darin mit Sätzen auf, die man von Eltern und Lehrern kennt: Sicherheit geht vor, reich wird man langsam, harte Arbeit zahlt sich aus.
Was an „Mission: Goodlife“ gut ist
Das Buch ist mutiger als das erste. Es nimmt eine klare Position ein, auch wenn sie unbequem ist, und es kommt schneller auf den Punkt. Manche Kapitel sind zwei Seiten lang und sitzen.
Der Ton passt zur Zielgruppe. Wer aus einem Umfeld kommt, in dem „bleib bei deinem sicheren Job“ das höchste der Gefühle war, findet hier Sätze, die tatsächlich etwas lösen können.
Und es verkauft deutlich weniger. Der Digital Money Maker Club kommt genau zweimal vor. Ein spürbarer Unterschied.
Was ich kritisch sehe
Es bleibt bei der Haltung. „Nutze deine Zeit besser“, „Spezialisten kommen weiter“, „Entwickle ein unaufhaltsames Selbstvertrauen“, das sind Überschriften, unter denen erklärt wird, dass man etwas tun soll, selten wie. Wer nach dem Lesen weiß, was er am Montag anders macht, hat mehr hineingelesen, als drinsteht.
Der Titel verspricht mehr, als das Buch einlöst. „Der Lebensturbo für alle, die mehr wollen“ klingt nach Werkzeug. Es ist ein Motivationsbuch.
Und der Ton ist Geschmackssache. „Entwickle sorgfältig bemessene Arroganz“ und „Niemand liebt mich mehr als ich mich selbst“ funktionieren bei manchen Lesern und stoßen andere ab. Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe, aber das ist meine Sache und keine Qualitätsaussage.
Das Workbook, und eine Korrektur an mir selbst
Zum Hörbuch kommt ein Workbook über 25 Seiten. Als ich es maschinell auslas, lieferte es 122 Wörter, ich hielt es für eine leere Hülle und hätte das beinahe so geschrieben.
Beim Ansehen der Seiten stellte sich heraus: Der Text liegt als Grafik vor, und es ist ein vollwertiges Arbeitsbuch mit echten Übungen. Eine Seite lässt Dich Dein Wunsch-Jahreseinkommen aus einzelnen Posten zusammenrechnen. Miete, Auto, Urlaub, Spenden, Geld für Spaß. Eine gute Übung, und ich habe sie tatsächlich gemacht.
Eine Seite besteht allerdings aus achtmal demselben Lückentext: „Verdammt! Ich habe schon einmal ______, dann kann ich auch ______, ich kann das!“ Achtmal untereinander. Eher Füllmaterial.
Mein Urteil zu „Mission: Goodlife“
Als Motivationsbuch: gut. Es ist direkt, ehrlich und verkauft kaum. Wenn Dir Denkmuster im Weg stehen, kann es etwas bewegen.
Als Anleitung: nein. Es ist auch keine.
Meine Wertung: dreieinhalb von fünf Sternen. Das bessere der beiden Bücher, obwohl es das dünnere ist.
Das Webinar, in dem angeblich nichts verkauft wird
In der ersten E-Mail nach meinem Kauf lädt mich Kessler zu einem Webinar ein. Die Seite dazu verspricht dreimal dasselbe:
„Achtung kein Verkauf! Es handelt sich um einen reinen Content Vortrag in dem Du nichts kaufen kannst!“
„Er wird Dir in diesem Workshop nichts verkaufen. Es ist ein reiner Inhaltsworkshop.“
„Es kostet Dich nichts und es wird Dir auch nichts verkauft. Es ist ein reiner Inhaltsvortrag!“
Ich habe mich nicht angemeldet, kann also nicht sagen, was im Webinar selbst passiert. Was ich sagen kann, ist, was vor dem Webinar passiert.
Die Seite, auf die man direkt nach der Anmeldung weitergeleitet wird, ist eine Verkaufsseite. Wörtlich: „Super, Deine Anmeldung hat geklappt […] EINMALIGE CHANCE! Um Dir die Wartezeit auf den Online Workshop zu erleichtern, erhältst Du hier einmalig ein 70% Mega-Vorteils-Angebot […] für einmalig 27€ statt 97,00 €.“ Der Button führt zu Digistore24.
Zwischen „es wird Dir nichts verkauft“ und dem ersten Kaufbutton liegt also genau ein Klick.
Und die limitierten Plätze?
Die Seite wirbt an drei Stellen mit „Nur für kurze Zeit kostenfrei, limitierte Teilnehmerplätze“ und im Anmeldefenster mit „auf 1.000 Teilnehmer begrenzt. Sind diese Plätze vergeben, gibt es keine Chance mehr dabei zu sein“.
Auf der Seite gibt es keinen Zähler und keinen Countdown. Das Verknappungs-Werkzeug, das die Website mitlädt, läuft ohne aktive Kampagne. Die 1.000 sind eine Zahl im Fließtext, an die nichts angeschlossen ist.
Der „nächste Termin“ im Anmeldefenster rollt dagegen alle fünfzehn Minuten weiter. Ich habe das über eine halbe Stunde beobachtet: 11:45 Uhr, dann 12:00, dann 12:15 , immer mit derselben internen Webinar-Kennung. Es ist derselbe Termin, der sich neu datiert. Die Technik dahinter ist eine Plattform für automatisierte Webinare.
Eine Schwesterseite desselben Anbieters behauptet übrigens „Dies ist kein automatisiertes Webinar, sondern ein echtes Live Webinar“, und läuft auf genau derselben Automations-Plattform. Dieselbe Seite kündigt außerdem an: „Am Ende dieses Live Webinars gebe ich den ersten 100 Interessenten die Möglichkeit […] sich dies mit einem 90% LIFETIME Rabatt zu sichern.“
Ein Webinar, das ausdrücklich ein Verkaufsangebot am Ende ankündigt, und eines, das dreimal verspricht, dass nichts verkauft wird. Beide beim selben Anbieter, beide auf derselben Technik.
„Bekannt aus“, was hinter den vier Logos steckt
Auf seinen Seiten steht ein Balken mit vier Medienlogos. Ich habe jedes einzeln nachgeprüft, weil solche Balken die häufigste Abkürzung zu Vertrauen sind.
| Was im Balken steht | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Focus Money | Kein Beitrag im Magazin FOCUS MONEY. Es ist ein Artikel auf FOCUS online vom 07.06.2019, redaktionell, zwei namentliche Autorinnen. Keine Anzeigenkennzeichnung |
| karriere.de | Artikel vom 06.05.2019 von einer Handelsblatt-Redakteurin. Heute nicht mehr abrufbar |
| Galileo | ProSieben-Folge vom 16.03.2022. Dazu gleich mehr |
| „Der Money Mentor“ | Doppelseite im Top Magazin Dresden, 14.12.2020. Im Original als „ANZEIGE“ gekennzeichnet |
Die letzte Zeile ist die interessante. Das Magazin führt den Beitrag in der Rubrik „Anzeige“, der Kategorielink heißt „partner“. Im Bekannt-aus-Balken fehlt dieser Hinweis.
Eine gekaufte Doppelseite ist nichts Ehrenrühriges, ich habe selbst schon Anzeigen geschaltet. Sie als „bekannt aus“ zu führen, ist etwas anderes.
Der FOCUS-Artikel, den er als „Focus Money“ bewirbt
In seiner Werbung sagt er: „vielleicht kennst Du mich schon aus dem Focus Money oder aus dem TV bei die Wahrheit über Geld.“
Der Artikel existiert, steht aber auf FOCUS online und beginnt so:
„Der selbsternannte ‚Money Mentor‘, Gunnar Kessler, will eine Antwort gefunden haben: Er behauptet, dass …“
Drei Distanzmarkierungen in einem Satz. Kein Verriss, aber auch kein Gütesiegel.
Und „die Wahrheit über Geld“ ist eine rbb-Wissenssendung vom 16.09.2019 über Bargeld, Kaufpsychologie und Digitalwährungen. Keine Sendung über ihn. Dass er darin als Experte auftrat, ist nur durch seinen eigenen Instagram-Post belegt.
Galileo, und wie der Sender selbst die Folge ankündigte
Auf seiner Website heißt die Seite „Gunnar Kessler bei Pro7 Galileo“, darunter stehen drei Verkaufsbuttons.
ProSieben beschreibt dieselbe Folge so:
„Doch wie viel Wahrheit steckt in ihren Angeboten? ‚Galileo‘ hat den selbsternannten Money-Coach Gunnar Kessler getroffen und ihm auf den Zahn gefühlt.“
Ein Beitrag, der als Prüfung angekündigt wird, läuft auf seiner Seite als Referenz, mit Kaufbuttons darunter. Und die Kachel im Bekannt-aus-Balken zeigt nicht einmal ein Bild aus dem Beitrag, sondern ein Foto vom Dreh.
Ein Zuschauer hat das unter dem Original-Video treffender formuliert, als ich es könnte:
„Wenn ein Coach das Recherche-Video über sich selbst auf seiner eigenen Website postet, hat der Journalist etwas gravierend falsch gemacht.“
Fairerweise gehört dazu: Genau darum drehen sich die meisten Kommentare unter dem Video, viele werfen Galileo vor, zu wohlwollend gewesen zu sein. Der Beitrag war offenbar milder, als die Ankündigung klang.
Und der ARD-Beitrag?
Auf seiner Website steht „Gunnar Kessler zu Gast bei Fakt! in der ARD“. FAKT ist das investigative Verbrauchermagazin des MDR.
Hier muss ich bremsen. Die Folge existiert , 10. Dezember 2024, Thema „Ungleiche Chancen“. Kessler kommt darin vor, das belegt seine eigene Videodatei. Aber der Originalbeitrag ist aus der Mediathek verschwunden, es existiert nur sein eigener sechsminütiger Ausschnitt, und keine Sendungsbeschreibung nennt ihn.
Ich kann deshalb nicht sagen, ob der Beitrag kritisch war, und ich behaupte es auch nicht. Was ich sagen kann: FAKT hat keine Studiogäste. „Zu Gast“ ist seine Formulierung, nicht die des Senders.
Was die Bewertungen sagen
Auf Trustpilot steht er bei 4,2 von 5 aus 148 Bewertungen (Stand 17.09.2026). Das ist ein ordentlicher Wert, und er ist in den letzten zwei Wochen gestiegen.
Ich wollte wissen, was diese Zahl misst, und habe alle 143 einsehbaren Bewertungen ausgelesen. Dabei ist mir das hier aufgefallen:
| Herkunft der Bewertung | Anzahl | davon unter 5 Sternen |
|---|---|---|
| Von sich aus abgegeben | 115 | 31 |
| Über Einladungslink | 28 | 0 |
Alle 28 Bewertungen, die über den Einladungslink kamen, haben fünf Sterne. Keine einzige negative Bewertung stammt aus diesem Kanal.
Ein Vorwurf ist das nicht, und ich will es nicht größer machen, als es ist. Wer Kunden nach einer Bewertung fragt, fragt naturgemäß die zufriedenen. Ich mache das auch. Es ist nur ein Hinweis darauf, was eine Durchschnittsnote misst: auch, wer gefragt wurde.
Die Beschwerden, die sich wiederholen
Ein Muster zieht sich durch: Abos, die niemand bewusst abgeschlossen hat. Vier Fälle auf Trustpilot, vier weitere auf einer Beschwerdeplattform. Zwei davon endeten bei einem Inkassounternehmen.
Zwei Stimmen im Wortlaut:
„Aber nun habe ich aus Versehen ein Abo gekauft (dachte ich müsste nur einmal zahlen) und habe dies leider erst bei der dritten Abbuchung gemerkt […] Da es bei der Bewerbung des Produktes nicht deutlich ersichtlich war, dass es sich um monatliche Zahlungen handelt, ist dies für mich Abzocke.“ (Trustpilot, 1 Stern, 26.08.2022)
„Ich habe im Juni 2022 für 1 Euro Zugang zur Plattform ‚Schule des Geldes‘ bestellt. Mir war nicht klar, dass ich mit dieser Bestellung auch ein jährliches Abo über 199 Euro abgeschlossen habe.“ (Beschwerdeplattform, 27.06.2023)
Halte das neben die Preistabelle weiter oben. Bei mehreren Produkten steht die Folgebelastung tatsächlich erst im Bestellformular, nicht auf der Verkaufsseite.
Wie er mit Kritik umgeht
Er antwortet auf fast jede negative Bewertung, und das rechne ich ihm an. Die meisten in dieser Branche tun das nicht.
Die Art der Antwort ist allerdings ein eigenes Thema. Er bittet um Löschung , „es wäre einfach nur fair, wenn die Bewertung gelöscht oder angepasst wird“, und er bestreitet regelmäßig, dass die Bewertenden überhaupt Kunden sind: „ganz offensichtlich: Mal wieder eine Fake Bewertung mit Fake Namen“.
In mindestens drei Fällen ist das widerlegt. Trustpilot hat genau diese Bewertungen nachträglich geprüft und als verifiziert gekennzeichnet. Bei einer davon hat die Plattform ausdrücklich Kaufbelege angefordert; die Bewerterin schreibt dazu: „Erst nach eingehender Prüfung des Sachverhalts wurde meine Bewertung verifiziert.“
Und jetzt die andere Seite, weil sie dazugehört: Mehrere Bewerter haben ihre Kritik später selbst korrigiert. Einer ging von einem auf vier Sterne, nachdem sich der Anbieter gemeldet und storniert hatte. Andere bestätigten, dass Bücher doch ankamen und Geld zurückerstattet wurde. Und der Ton seiner Antworten ist im Jahr 2026 erkennbar sachlicher geworden.
Fünf Dinge, die ich Gunnar Kessler zugutehalte
Ich will fair bleiben, und es gibt dafür mehr Anlass, als der Ton im Netz vermuten lässt.
Er liefert, was er verkauft. Ich habe zweimal bestellt und beide Male vollständig bekommen, wofür ich bezahlt habe. Hörbuch, E-Book und Workbook, je 4,95 €. Der Preis stimmte auf den Cent.
Die Bücher sind keine Luftnummer. 291 und 184 Seiten, ordentlich lektoriert, gut geschrieben. Es gibt in diesem Markt Anbieter, die für ein Vielfaches deutlich weniger liefern.
Er geht nicht gegen Kritiker vor. Fünf öffentlich kritische Videos über ihn, zwei davon mit sechsstelligen Aufrufzahlen, stehen seit Jahren unverändert online. Ich habe keine Abmahnung, keine einstweilige Verfügung und kein Verfahren gefunden. Wer in diesem Markt Kritik aushält, ohne den Anwalt zu bemühen, hebt sich damit ab.
Es gibt kein Verfahren gegen ihn. Keine Gerichtsentscheidung, keine Warnung einer Verbraucherzentrale, keine Ermittlung. Ich habe danach gesucht und nichts gefunden, und das schreibe ich genauso hin wie den Rest.
Und die Bewertungen sind nicht gekauft. Trustpilot weist aus, dass er keine bezahlten Funktionen nutzt und keine Bewertungen mit Anreizen eingesammelt hat. Ich bin mit der Erwartung in diese Recherche gegangen, gefälschte Bewertungen zu finden. Ich habe keine gefunden.
Vier Punkte, an denen ich bei Gunnar Kessler nicht mitgehe
1. Zwischen Verkaufsseite und Kasse liegt zu oft eine andere Zahl. Beim gedruckten Buch 1,95 € gegen 8,95 €. Bei sechs Produkten netto gegen brutto. Beim 24-Minuten-System gar kein Preis gegen 97 € plus 47 € monatlich. Jede dieser Abweichungen ist für sich erklärbar. In der Summe ergeben sie ein Muster.
2. „Keine Abo-Fallen“ und ein vorangehaktes Abo gehören nicht auf dieselbe Website. Auch wenn es verschiedene Bestellformulare sind.
3. Die Zahlen über ihn selbst passen nicht zusammen. Auf einer einzigen Landingpage stehen „Mehr als 250.000 Menschen haben das Buch bereits bestellt“ und „+750.000 begeisterte Kunden“. Auf anderen Seiten 75.000, 120.000, 150.000. Wer Autorität über Zahlen aufbaut, muss sich an ihnen messen lassen.
4. Die Verweise aus dem Buch in den Club sind zu häufig für ein Buch, das als Geschenk beworben wird. Fünfzehnmal, nicht dreimal.
Für wen sich Gunnar Kessler lohnt, und für wen nicht
Kaufen würde ich die Bücher an Deiner Stelle, wenn einer dieser Sätze auf Dich zutrifft:
- Du stehst am Anfang und suchst einen Einstieg, der Dich überhaupt erst zum Weiterlesen bringt.
- Für unter zehn Euro willst Du ausprobieren, ob Dir das Thema liegt.
- Dir ist bewusst, dass die Bücher der Anfang eines Verkaufswegs sind, und Du kannst damit umgehen.
- Denkmuster bremsen Dich, und Du brauchst jemanden, der sie direkt anspricht.
Die Finger lassen würde ich davon, wenn einer dieser Punkte auf Dich zutrifft:
- Du eine Anleitung zur Geldanlage suchst. Aktien, Fonds und ETFs kommen in „GELD“ zusammen zweimal vor.
- Du erwartest, dass im Buch steht, wie es geht. Das Wie steht im Club.
- Du empfindlich auf Verkaufsdruck reagierst. Nach dem Kauf kommt sofort das nächste Angebot, und beim ersten dauert es 24 Minuten, bis Du es ablehnen kannst.
- Du ein Abo nicht bemerkt hättest, das erst im Bestellformular steht.
- Du auf die Zahlen aus der Werbung hin kaufst , 33.750 € im Monat, 6.207 € automatisiert. Belegt ist davon nichts.
Mein Fazit zu Gunnar Kessler
Diesen Beitrag habe ich nicht geschrieben, um Gunnar Kessler schlechtzureden. Er hat über zwanzig Jahre etwas aufgebaut, er schreibt besser als die meisten in diesem Markt, und was ich bestellt habe, kam vollständig an.
Geschrieben habe ich ihn, weil zu „Gunnar Kessler Erfahrungen“ kein einziger unabhängiger Bericht zu finden war. Auf Platz 1 steht bei mehreren Suchbegriffen die Kundenstimme eines Software-Anbieters, also seine Erfahrungen mit einem Werkzeug, nicht Erfahrungen mit ihm.
Meine Einschätzung nach zwei Käufen, zwei gelesenen Büchern und zwanzig durchgeklickten Bestellformularen:
Er ist kein Betrüger. Er liefert. Aber sein Geschäft funktioniert nicht über die Bücher, sondern über das, was nach den Büchern kommt, und dieser Weg ist an mehreren Stellen so gebaut, dass Du erst im Bestellformular siehst, worauf Du Dich einlässt.
Das Buch, das Dich reich machen soll, verweist fünfzehnmal auf einen Club für 199 € im Jahr. Das Webinar, in dem nichts verkauft wird, leitet nach der Anmeldung auf eine Verkaufsseite. Das Angebot, das es nur einmal gibt, steht seit fünf Jahren dort.
Nichts davon ist verboten. Alles davon solltest Du wissen, bevor Du klickst.
Und der Satz, der für mich alles zusammenfasst, steht in seiner eigenen Werbung: „Keine Aktien, keine Fonds, keine ETFs.“ Das stimmt. Sein Vermögen kommt aus 20 Millionen Euro Umsatz mit E-Mail-Verteilern, mit dem Verkauf genau der Produkte, die Dir gerade angeboten werden.
Ein funktionierendes Geschäftsmodell. Es ist nur nicht dasselbe wie „aus 50 Euro wurde ein Vermögen“.
Was von den 8,26 € übrig bleibt
Zwei Hörbücher, etwa zehn Stunden Material, ein Workbook, das mehr taugt als sein Ruf. Dafür ist der Preis in Ordnung.
Was nicht dabei ist, ist der Teil, wegen dem die meisten kaufen: die Anleitung. Die liegt ausdrücklich woanders, und dieses Woanders kostet 199 € im Jahr, 147 € einmalig oder mehr. Wer beide Bücher hört und danach anfängt, hat einen guten Tausch gemacht. Wer beide Bücher hört und danach auf das nächste Angebot wartet, bezahlt den Einstieg in einen längeren Weg.
Der Satz, den ich in keinem der beiden Bücher gefunden habe
Fang mit dem an, was Du schon kannst. Beide Bücher erklären ausführlich, warum ein Infoprodukt eine gute Idee ist. Womit man anfängt, wenn man noch keins hat, steht in keinem von beiden.
Darüber habe ich mein Buch geschrieben. Reinlesen kannst Du hier unten, ohne Versandkosten und ohne Countdown.
Du hast eines seiner Produkte gekauft? Dann interessiert mich, wie es bei Dir gelaufen ist – gerade dann, wenn Deine Erfahrung meiner widerspricht. Schreib es in die Kommentare, ich nehme es in den Beitrag auf.
Häufige Fragen zu Gunnar Kessler
Was kostet Gunnar Kessler?
Seine Produkte reichen von 1,95 € bis 2.376,43 €. Die Einstiege: Buch gedruckt 8,95 €, Hörbuch 1,95 € oder 4,95 €, Digital Money Maker Club ab 0 € mit anschließend 199 € jährlich. In der Mitte liegen Einzelkurse zwischen 47 € und 297 €. Das teuerste öffentlich gelistete Produkt ist Easy Ebiz Pro mit 1.997 € netto, also 2.376,43 € brutto in Deutschland und 2.396,40 € in Österreich. Für das Premium Mastermind Coaching gibt es keinen öffentlichen Preis, der Verkauf läuft über ein Webinar. Alle Beträge am 17.09.2026 im Bestellformular abgelesen.
Ist Gunnar Kessler seriös?
Ich halte ihn nicht für einen Betrüger. Es gibt gegen ihn kein Gerichtsverfahren, keine Abmahnung und keine Warnung einer Verbraucherzentrale, die ich finden konnte. Bestellte Produkte kamen bei mir vollständig an, die Bücher sind ordentlich gemacht, und seine Bewertungen sind nicht gekauft. Kritisch sehe ich die Preisdarstellung: Bei mehreren Produkten weicht der Betrag im Bestellformular vom beworbenen ab, und bei zwei Produkten steht die monatliche Folgebelastung erst im Formular.
Ist das Buch „GELD“ wirklich kostenlos?
Das Buch ja, der Versand nicht. Beworben werden je nach Landingpage 1,95 € oder 4,95 €, in der Facebook-Anzeige sogar „gratis“. Im Bestellformular stehen 8,95 €, und zwar in allen drei Varianten und sowohl für Deutschland als auch für Österreich. Beim Hörbuch stimmt der Betrag dagegen: beworben 4,95 €, bezahlt 4,95 €.
Gibt es „GELD – Das Buch“ als PDF oder E-Book?
Nicht im Handel. Weder bei Amazon Kindle noch bei Thalia, Apple Books oder Google Play existiert eine E-Book-Ausgabe. Wer das Hörbuch für 4,95 € über seine eigene Seite kauft, bekommt die PDF-Fassung allerdings mitgeliefert, bei mir war sie im Download-Bereich enthalten. Die gedruckte Ausgabe ist bei Amazon seit Längerem „derzeit nicht verfügbar“.
Wovon handelt das Buch „GELD“?
Nicht von Geldanlage. Es handelt vom Verkauf digitaler Infoprodukte im Internet. Zur Einordnung: Das Wort „Infoprodukt“ kommt 21-mal vor, „Affiliate“ 15-mal, „Provision“ 15-mal. „Aktie“ und „Immobilie“ je einmal. „Fonds“, „ETF“ und „Sparplan“ kein einziges Mal. Wer ein Buch über Vermögensaufbau erwartet, kauft das falsche.
Lohnt sich „Mission: Goodlife“?
Als Motivationsbuch ja, als Anleitung nein. Es ist mit 184 Seiten deutlich kürzer als „GELD“, dafür direkter und mit weniger Eigenwerbung, der Digital Money Maker Club kommt darin nur zweimal vor. Es geht um Denkmuster, nicht um Methoden. Wer nach dem Lesen wissen will, was er am Montag anders macht, wird nicht fündig. Wer Sätze wie „bleib bei deinem sicheren Job“ im Kopf hat, vielleicht schon.
Was ist der Digital Money Maker Club?
Seine Mitgliedschaft, laut eigener Angabe mit über 16.000 Mitgliedern. Der Einstieg kostet je nach Weg 0 € oder 39,95 €, danach 199 € jährlich. Wichtig: Der Club ist auch das Ziel, auf das sein Buch „GELD“ fünfzehnmal verweist, immer dann, wenn es konkret werden müsste.
Kann man bei Gunnar Kessler in eine Abofalle geraten?
Mehrere Kunden berichten das, und ich habe acht solcher Fälle gefunden: vier auf Trustpilot, vier auf einer Beschwerdeplattform, zwei davon endeten bei einem Inkassounternehmen. Nachprüfbar ist Folgendes: Bei einem Produkt ist im Bestellformular ein Zusatzabo über 19,95 € alle vier Wochen beim Laden bereits angehakt, während die zugehörige Verkaufsseite wörtlich mit „keine versteckten Kosten, keine Abo-Fallen oder sonstige Tricks“ wirbt. Bei zwei weiteren Produkten steht die monatliche Folgebelastung ausschließlich im Bestellformular. Mein Rat: Vor jedem Kauf bis zur Endsumme klicken und jedes Häkchen einzeln ansehen.
Wird im Gratis-Webinar von Gunnar Kessler etwas verkauft?
Die Anmeldeseite verspricht dreimal, dass nichts verkauft wird. Was im Webinar selbst passiert, kann ich nicht sagen, weil ich mich nicht angemeldet habe. Belegbar ist: Die Seite, auf die man direkt nach der Anmeldung weitergeleitet wird, ist eine Verkaufsseite mit einem Angebot für 27 €. Und eine Schwesterseite desselben Anbieters kündigt ausdrücklich an, am Ende des Webinars ein Angebot zu machen.
Sind die „limitierten Plätze“ beim Webinar echt?
Auf der Seite gibt es weder einen Platzzähler noch einen Countdown. Die Zahl 1.000 steht als Fließtext da, ohne dass etwas daran angeschlossen wäre. Der angezeigte „nächste Termin“ rollt alle fünfzehn Minuten weiter und behält dabei dieselbe interne Kennung, es ist derselbe Termin, der sich neu datiert. Die Technik dahinter ist eine Plattform für automatisierte Webinare.
Was passiert direkt nach dem Kauf?
Du landest nicht auf einer Danke-Seite, sondern auf einem weiteren Angebot. Nach dem Kauf von „Mission: Goodlife“ war das Easy Income System für 147 €, nach „GELD“ der Digital Money Maker Club mit vierzehn Tagen Test und anschließend 199 € jährlich. Bei ersterem erscheinen Kauf- und Ablehnen-Button erst 24 Minuten nach dem Seitenaufruf, vorher gibt es keinen Weg weiter außer Zurück-Button oder Tab schließen.
Hat Gunnar Kessler eine ZFU-Zulassung?
Nein. Weder er noch die GK Digital Money Maker UG stehen im Verzeichnis der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Zur Gegenprobe habe ich die Anbieterliste vollständig ausgezählt: Sie umfasst 808 Institute, darunter mehrere bekannte Online-Anbieter. Das Nullergebnis ist also echt und kein Suchfehler. Was daraus rechtlich folgt, kann ich nicht beurteilen, das ist eine Frage für einen Anwalt.
War Gunnar Kessler wirklich im Fernsehen?
Ja, mehrfach. Bei Galileo auf ProSieben (16.03.2022) und bei FAKT in der ARD (10.12.2024). Bei Galileo lohnt der Blick auf die Sendungsankündigung: Der Sender schreibt, man habe „den selbsternannten Money-Coach Gunnar Kessler getroffen und ihm auf den Zahn gefühlt“. Der FAKT-Beitrag ist nicht mehr abrufbar; ob er kritisch war, lässt sich nicht mehr feststellen. Was als „Focus Money“ beworben wird, ist ein Artikel auf FOCUS online, und die vierte Quelle im Bekannt-aus-Balken ist im Original als Anzeige gekennzeichnet.
Gibt es unabhängige Erfahrungsberichte zu Gunnar Kessler?
Kaum. Auf Platz 1 steht bei mehreren Suchbegriffen die Kundenstimme eines Software-Anbieters, in der es um dessen Software geht und nicht um Kessler. Von sechs auffindbaren Reddit-Fundstellen liegen fünf in kleinen Subreddits, die alle nach Mitte 2023 angelegt wurden und im Werbeton geschrieben sind; eines davon wird nachweislich von einem einzelnen Konto als Produktfeed betrieben. Der einzige erkennbar organische Thread stammt aus einem großen Finanz-Subreddit und fällt negativ aus.
Gibt es seriöse Alternativen?
Es kommt darauf an, was Dir fehlt. Fehlt Dir Motivation, tut es jedes gute Buch aus der Bibliothek. Fehlt Dir Wissen über Geldanlage, sind Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest ein besserer Start als jeder Coach. Und wenn Du online etwas verkaufen willst, brauchst Du kein System, sondern ein Angebot, das jemand haben will. Wie der erste Schritt dorthin aussieht, steht in meiner Leseprobe weiter oben.
Transparenz. Ich erstelle und verkaufe selbst digitale Infoprodukte und bin damit Mitbewerber von Gunnar Kessler. An einer Empfehlung für seine Produkte verdiene ich keinen Cent, und ich nehme an keinem seiner Partnerprogramme teil. Beide Hörbücher habe ich am 17.09.2026 selbst gekauft, den Bestellvorgang aufgezeichnet und alle Preise bis ins Bestellformular durchgeklickt; wo ich einschätze statt belege, steht das ausdrücklich dabei. Belegte Fehler korrigiere ich zeitnah, auch auf Hinweis des Anbieters. Wie ich teste und welche Werkzeuge ich dabei einsetze →

