Die Seite, die bei Google auf Platz 1 für „Dropfiliate Kosten“ steht, nennt keine Kosten. Sie beantwortet in ihrer eigenen FAQ sogar die Frage, ob der Preis auf der Website genannt wird, ohne einen Betrag zu nennen.
Ich habe mich deshalb bis zur Endsumme durchgeklickt, ohne zu kaufen. Was dort steht, steht weiter unten. Und noch etwas steht dort, das mir wichtiger erscheint als der Preis.
Und möglicherweise bist Du über Ralf Schmitz darauf gestoßen, weil er dafür wirbt.
Genau da fängt dieser Beitrag an, denn ich habe beim Nachsehen etwas gefunden, das die wichtigste Information über dieses Angebot ist und trotzdem auf keiner der Seiten steht, die vor mir ranken.
Dann bleib kurz hier. Was ich gefunden habe, steht auf keiner der Seiten, die Dir zu diesem Angebot begegnen.
Vorweg, damit Du weißt, woran Du bist: Ich habe Dropfiliate nicht gekauft. Ich werde es nicht kaufen, ich bin kein Partner, und ich verdiene an keiner Empfehlung einen Cent.
Was ich getan habe: die Verkaufsseite gelesen, das Impressum geöffnet, die Suchergebnisse durchgesehen und nachgeprüft, wer hinter dem Angebot steht. Alles am 14. September 2026.
Und ich sage Dir an jeder Stelle dazu, was ich belegen kann und was nicht. Das ist bei diesem Angebot wichtiger als bei den meisten anderen, und Du wirst gleich sehen, warum.
Warum ich mir das überhaupt ansehe
Ich baue und verkaufe digitale Produkte, seit 2008, seit 2016 als einzige Einnahmequelle. Diese Szene kenne ich von innen, und ich habe über die Jahre gefühlt mehr als fünfzig Online-Kurse bei verschiedenen Anbietern gekauft.
2009 habe ich von Ralf Schmitz einen fertig eingerichteten E-Book-Shop mit Reseller-Lizenz gekauft. Fix und fertig aufgesetzt, technisch tadellos, hunderte identische Kopien davon im Netz. Verkauft habe ich damit so gut wie nichts.
Wenn ich heute „fix und fertige App“, „done 4 you“ und „100 % automatisiert“ lese, klingelt bei mir deshalb etwas. Das muss nicht heißen, dass es diesmal genauso ausgeht. Aber es heißt, dass ich genauer hinsehe.
Was ist Dropfiliate überhaupt?
Diese Frage taucht bei Google als eigener Suchvorschlag auf, und das sagt viel: Die Leute sehen die Werbung und verstehen nicht, was verkauft wird.
Also der Reihe nach. Der Name setzt sich aus Dropshipping und Affiliate zusammen. Die Verkaufsseite beschreibt es so:
„Das erste zu 100 % automatisierte KI Affiliate System, wofür du keinerlei Vorerfahrung benötigst.“
„Das erste zu 100 % vollkommen automatisierte KI-Affiliate-Online-Business, mit dem du nur mit dem Smartphone täglich Geld verdienst. Ohne Besucher kaufen, ohne dein Gesicht zu zeigen, alles 100 % done 4 you.“
Konkreter wird es in den drei Schritten, die die Seite nennt:
- „Launche mit 1 Klick“: Du bekommst eine fertig eingerichtete App, in der Kurse hinterlegt sind, die Du verkaufen kannst.
- „Richte die Maschine ein“: Diese „Dropfiliate-Maschine“ soll Besucher auf die Verkaufsseiten leiten.
- „Verdiene Geld“: Zitat: „beobachte, wie dein Konto wächst“.
Dazu steht auf der Seite: „10 Minuten am Tag langen aus.“
Übersetzt heißt das: Du bekommst eine fertig eingerichtete App mit fremden Kursen darin, für deren Verkauf Du eine Provision bekommst. Du bist also Affiliate, nur mit einer App statt einer Webseite.
Und damit ist die erste wichtige Frage beantwortet: Die Produkte, die Du verkaufst, gehören Dir nicht. Die Kunden auch nicht. Du bist Vermittler.
Was genau die „Maschine“ tut, wie sie Besucher erzeugt und woher diese Besucher überhaupt kommen sollen, steht auf der Seite an keiner Stelle, und das ist bemerkenswert, weil es die einzige Frage ist, auf die es am Ende ankommt.
Besucher sind das Schwierigste am ganzen Geschäft. Wer sie hat, verkauft auch mit einer mittelmäßigen Seite etwas, wer sie nicht hat, verkauft mit der besten Seite der Welt gar nichts. Wenn ein System also verspricht, sie ohne Werbebudget, ohne eigene Reichweite und ohne eigenes Gesicht zu liefern, dann ist genau das die Stelle, an der man nachfragen sollte, bevor man bezahlt.
Eine Sache vorweg, weil sie zu den meisten passt, die hier landen.
Kaum jemand sucht ausgerechnet nach Dropfiliate, weil er sich für Dropfiliate interessiert. Die meisten suchen einen Weg, online Geld zu verdienen, und das hier ist der Weg, der ihnen gerade angeboten wird.
Falls Du dazugehörst: Ich habe ein Buch darüber geschrieben, wie Du in den nächsten 30 Tagen Deinen ersten Online-Euro verdienen kannst, bevor Du irgendein System kaufst. Die Leseprobe schicke ich Dir gegen Deine E-Mail-Adresse. Kein Versand, keine Kreditkarte, Abmeldung mit einem Klick. Später biete ich Dir das vollständige Buch an. Das sage ich Dir lieber hier als drei E-Mails später.
Wem gehört Dropfiliate? Und was hat Ralf Schmitz damit zu tun?
Das ist der Teil, wegen dem ich diesen Beitrag geschrieben habe.
Viele Menschen stoßen über Ralf Schmitz auf Dropfiliate. „dropfiliate ralf schmitz“ ist einer der Suchvorschläge, die Google selbst anbietet. Und wer seine Werbung sieht, nimmt naheliegenderweise an, dass es sein Produkt ist.
Ist es nicht.
Ich habe das Impressum geöffnet. Dort steht, wörtlich:
Betreiber der Software
Convert Marketing LLC
7901 4th St. N - STE 300
33702 St. Petersburg - Florida
United States
Manager: Thomas Seewald
Als „Rechtlicher Vetragspartner für Zahlungsabwicklung“ [sic, der Tippfehler steht so im Impressum] ist die Digistore24 GmbH in Hildesheim genannt.
Auf der Verkaufsseite selbst werden unter der Überschrift „Über die Veranstalter“ zwei Personen vorgestellt: Sven Hansen und Tommy Seewald. Beide werden dort mit der Software-Plattform flenski.io in Verbindung gebracht, Seewald ausdrücklich als deren Gründer.
Ralf Schmitz kommt auf der Seite nicht vor. Weder als Anbieter noch als Partner noch überhaupt.
Die Einordnung, die Du meines Erachtens brauchst:
Ralf Schmitz ist bei Dropfiliate nach allem, was ich sehen kann, Affiliate. Er bewirbt ein Produkt, das jemand anderem gehört, und verdient an der Vermittlung.
Das ist vollkommen legitim. Genau das ist ja sein Beruf, er ist der „Affiliate-König“.
Es bedeutet aber: Wenn Du Dropfiliate kaufst, weil Du Ralf Schmitz vertraust, kaufst Du bei jemand anderem. Support, Produktqualität, Garantie und Weiterentwicklung liegen nicht bei ihm. Und wenn Du ein Problem hast, ist er nicht Dein Ansprechpartner.
Zwei Impressen, zwei Gesellschaften, zwei Kontinente
Beim Nachprüfen ist mir etwas aufgefallen, das ich zuerst für einen Lesefehler hielt. Dieselbe Domain führt zwei verschiedene Impressen, je nachdem, auf welcher ihrer beiden Seiten Du stehst.
| Seite | Impressum führt zu | Wer dort steht |
|---|---|---|
| Anmeldeseite dropfiliate.io | dropfiliate.io/impressum | Convert Marketing LLC, St. Petersburg, Florida. Manager: Thomas Seewald |
| Verkaufsseite dropfiliate.io/sale | imprint.flenski.io | Flenski FZCO, Dubai Silicon Oasis, Vereinigte Arabische Emirate. Vertretungsberechtigt: Thomas Seewald |
Und jetzt wird es kurios: Das Flenski-Impressum schließt Fälle wie Dropfiliate ausdrücklich aus. Dort steht wörtlich, es gelte „nicht für die Memberapps, Communitys, Mitgliederbereiche, Landingpages und sonstigen Angebote, die Creator über die Plattform betreiben“, und weiter: „Alleiniger Anbieter und Vertragspartner dieser Angebote ist der jeweilige Creator; für jede Memberapp gilt ausschließlich das eigene Impressum des jeweiligen Creators.“
Die Verkaufsseite verlinkt also ein Impressum, das für sie selbst nach eigenem Wortlaut nicht gilt.
Eigene AGB hat Dropfiliate übrigens nicht. Die Adresse dropfiliate.io/agb leitet auf die Verkaufsseite um. Was rechtlich gilt, ergibt sich allein aus den Käufer-AGB von Digistore24: deutsches Recht, gesetzlicher Gerichtsstand.
Ein Detail, das ich nicht auflösen kann
Hier muss ich ehrlich sein, statt eine saubere Geschichte zu erzählen.
Ein Berliner Rechtsanwalt, der zu diesem Thema rankt, schreibt auf seiner Seite, Dropfiliate werde von einer „Flenski FZCO“ angeboten. Das wäre eine Gesellschaft in einer Freihandelszone in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Als verantwortliche Person nennt auch er Thomas Seewald.
Im Impressum steht heute, am 14. September 2026, eine Convert Marketing LLC in Florida. Ebenfalls mit Thomas Seewald als Manager.
Zwei Quellen, zwei verschiedene Gesellschaften, dieselbe verantwortliche Person. Das kann viele harmlose Gründe haben: eine Umstrukturierung, verschiedene Gesellschaften für verschiedene Aufgaben, ein veralteter Stand bei einem der beiden.
Ich kann es nicht auflösen, und deshalb behaupte ich dazu nichts. Ich sage Dir nur, was an beiden Stellen steht, damit Du es weißt.
Was ich sehr wohl sagen kann: In beiden Fällen ist der Anbieter eine Gesellschaft im Ausland. Wenn Du wissen willst, mit wem Du es zu tun hast, ist das eine Information, die Du vor dem Kauf haben solltest und die Dir keine der Werbeseiten gibt.
Was Dropfiliate kostet
990 Euro netto. Ich habe mich bis zur Endsumme durchgeklickt, ohne zu kaufen.
Das ist bemerkenswert, denn auf den Seiten des Anbieters steht dieser Betrag nirgends. Weder auf der Anmeldeseite noch auf der Verkaufsseite fällt eine einzige Zahl. Erst der Kauf-Button führt auf ein Digistore24-Formular, und dort steht er.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Preis | 990,00 € netto |
| Umsatzsteuer Österreich (20 %) | 198,00 € |
| Gesamt in Österreich | 1.188,00 € |
| Gesamt in Deutschland (19 %) | 1.178,10 € |
Einen Streichpreis gibt es im Formular nicht. Stattdessen steht dort eine Wertaufstellung, die sich gewaschen hat: Marktplatz 9.990 €, Masterclass 997 €, Live-Aufzeichnungen 4.900 €, Community 499 €, Freebie-Bundle 197 €, Reseller-Lizenz 1.997 €, Skill-Paket 2.990 €. Zusammen 21.570 Euro, darunter der Satz: „Dieses unglaubliche Angebot gibt es heute für nur 990,- Euro!“
Nach derselben Logik ist mein Schreibtisch übrigens 12.400 Euro wert: Arbeitsfläche 3.000, vier Schubladen à 800, Kabeldurchführung 900, Kaffeefleck von 2019 als Zeitzeugnis 5.300. Gekauft habe ich ihn für 280.
Und eine Handynummer
Im selben Formular steht, gelb hinterlegt, dieser Hinweis:
„RATENZAHLUNG MÖGLICH!!! WÄHLE KLARNA ALS ZAHLMITTEL AUS UND KLICKE AUF ‚JETZT KAUFEN‘. IM WEITEREN VERLAUF KANNST DU DANN DEINE GEWÜNSCHTEN RATEN AUSWÄHLEN.“
„FALLS DIE RATENZAHLUNG NICHT DURCHGEHT, KANNST DU DICH BEI WHATSAPP BEI MIR MELDEN UNTER: [Mobilnummer]“
Die Nummer schreibe ich hier nicht aus. Sie steht im Klartext im Bestellformular.
Ich will das nicht dramatisieren. Erreichbarkeit ist nichts Schlechtes, und wer sich um Kunden kümmert, deren Ratenzahlung abgelehnt wurde, tut erst einmal etwas Vernünftiges.
Trotzdem lohnt der Blick auf die Konstellation. Du kaufst ein Produkt, dessen eines Impressum auf eine Gesellschaft in Florida zeigt und dessen anderes auf eine in Dubai. Eigene AGB gibt es nicht. Und wenn die Finanzierung scheitert, ist der vorgesehene Weg eine private Mobilnummer bei WhatsApp.
Wenn Du vierstellig investierst, ist das der Moment, in dem ich nach einer Firmenanschrift und einer E-Mail-Adresse fragen würde, bevor ich weiterklicke.
Die auf Partnerseiten kursierende Angabe „990 Euro statt 2.990 Euro“ ist übrigens irreführend: Die 2.990 Euro sind kein früherer Produktpreis, sondern der Posten „Skill-Paket“ aus genau dieser Wertaufstellung.
Warum Du den Preis trotzdem erst spät erfährst
Die Seite, die bei Google auf Platz 1 für die Suchanfrage „dropfiliate kosten“ steht, nennt keine Kosten. Sie beantwortet in ihrer eigenen FAQ sogar die Frage „Wird der Preis hier auf der Website genannt?“ — ohne einen Betrag zu nennen.
Das ist kein Zufall und kein Versehen. Der Preis steht am Ende des Weges, nicht am Anfang. Das ist ein bekanntes Verkaufsverfahren, und es hat genau einen Zweck: Du sollst den Betrag erst dann sehen, wenn Du emotional schon investiert bist.
Mein Rat dazu ist unspektakulär und hat mir über die Jahre viel Geld gespart: Schreib Dir vor dem Webinar eine Obergrenze auf. Auf einen Zettel, nicht in den Kopf. Wenn der genannte Preis darüber liegt, schläfst Du eine Nacht darüber. Anbieter, deren Angebot das nicht übersteht, wollten Dir ohnehin nichts Gutes.
Übrigens: Damit Du eine Vorstellung davon bekommst, was in dieser Branche üblich ist, habe ich in meiner Preisübersicht deutscher Online-Kurse die Beträge zusammengetragen, die andere Anbieter verlangen. Alle bis zum Bestellformular nachgeprüft.
Kurz unterbrochen, weil es an diese Stelle gehört.
Wenn Du gerade überlegst, ob Du Dir einen vierstelligen Betrag für ein automatisiertes System leisten willst, dann lohnt sich vorher eine andere Frage: Hast Du online schon einmal einen einzigen Euro verdient?
Falls nicht, fang dort an. Und keine Sorge: kein Versand, keine Kreditkarte, und vor allem kein Webinar, in dem Du neunzig Minuten sitzt, bevor Du den Preis erfährst. Die Leseprobe per E-Mail, Abmeldung mit einem Klick.
Login, App und Version 2.0: die drei Fragen, die am häufigsten gestellt werden
Wenn man sich ansieht, was Leute bei Google zu Dropfiliate tatsächlich eintippen, steht ganz oben nicht „Erfahrungen“ und auch nicht „Ralf Schmitz“. Ganz oben stehen drei ganz praktische Dinge: Login, App und 2.0. Beantwortet werden sie nirgends, also hier.
Wo ist der Dropfiliate-Login?
Der Kundenbereich liegt unter app.dropfiliate.io. Ruft man die Adresse auf, landet man auf einer Anmeldemaske mit der Überschrift „Willkommen“ und der Wahl zwischen Passwort und E-Mail-Code.
Ein Detail daran ist bemerkenswert: Unter der Maske steht „Du hast noch kein Konto? Registrieren“. Die Registrierung ist also offen, nicht auf Käufer beschränkt. Was dahinter liegt, kann ich nicht sagen, weil ich mir kein Konto angelegt habe.
Gibt es eine Dropfiliate-App?
Nein, jedenfalls keine zum Herunterladen. Ich habe im Apple App Store und bei Google Play gesucht und nichts gefunden.
Der Anbieter nennt sein Produkt selbst „App“, wenn er schreibt, Du bekämest „eine fix und fertig eingerichtete App, in der Kurse für dich eingerichtet sind“. Gemeint ist damit die Weboberfläche unter app.dropfiliate.io, nicht etwas, das Du auf Dein Telefon lädst.
Das ist keine Täuschung, „App“ hat sich für Web-Software längst eingebürgert. Es ist trotzdem gut zu wissen, bevor Du im Store suchst und Dich wunderst.
Was ist Dropfiliate 2.0?
Es gab zwei Starts. Der erste lief über ein Webinar am 10. Mai 2026, der zweite als Live-Training am 16. August 2026, dieser zweite unter dem Namen Dropfiliate 2.0.
Und jetzt das, was ich dazu ehrlicherweise sagen muss: Was an 2.0 neu ist, konnte ich aus erster Hand nicht feststellen. Auf dropfiliate.io selbst steht keine Versionsnummer, keine Änderungsliste, kein Vorher-Nachher. Sämtliche Beschreibungen, die ich gefunden habe, stammen von Partnerseiten, die am Verkauf mitverdienen. Die einzige wiederkehrende Formulierung dort lautet, 2.0 sei ein „komplett eigenständiges KI-Business-Modell“ mit eigener Webseite.
Dieselben Seiten nennen für 2.0 einen Preis von 990 Euro und „27+ integrierte Online-Kurse“ sowie eine Teilnehmerbegrenzung auf 3.000 Plätze für das Live-Training.
Woran Du das erkennen solltest: Wenn eine Versionsnummer nur auf Partnerseiten existiert und nicht auf der Seite des Anbieters, dann ist sie in erster Linie ein Verkaufsargument für einen neuen Launch. Das heißt nicht, dass sich nichts geändert hätte. Es heißt, dass Du es vor dem Kauf erfragen solltest, und zwar beim Anbieter, nicht bei dem, der Dir den Link geschickt hat.
Die Versprechen, und was mich daran stört
Fangen wir mit einer Kleinigkeit an, die zeigt, wie genau es der Anbieter mit seinen eigenen Zahlen nimmt.
Auf der Anmeldeseite heißt es: „Das erste zu 100% automatisierte KI Affiliate System.“ Auf der Verkaufsseite, einen Klick weiter: „Das erste zu 99% automatisierte KI Affiliate System.“ Und ganz unten auf derselben Verkaufsseite wieder: „Das erste zu 100% automatisierte Online Affiliate-Business!“
Beide Zahlen, an einem Tag, auf einer Domain. Ein Prozentpunkt ist keine große Sache. Dass niemand ihn bemerkt hat, ist die eigentliche Auskunft.
In einer Werbeanzeige zum Dropfiliate-Webinar steht wörtlich:
„Verständnis, wie KI + Smartphone heute 300–500 €/Tag generieren“
„… wie KI 90 % der Affiliate-Arbeit übernimmt — und du dafür nur noch ~10 Minuten am Tag investierst.“
300 bis 500 Euro am Tag sind, hochgerechnet, 9.000 bis 15.000 Euro im Monat. Für zehn Minuten tägliche Arbeit.
Ich bin seit achtzehn Jahren in diesem Geschäft und kenne durchaus Menschen, die solche Zahlen tatsächlich machen. Keiner von ihnen macht sie mit zehn Minuten am Tag, keiner hat sie im ersten Jahr gemacht, und jeder Einzelne von ihnen hat vorher jahrelang etwas aufgebaut, das ihm selbst gehört.
Das Muster dahinter ist immer dasselbe, und ich beschreibe es Dir kurz, weil es Dir bei jedem künftigen Angebot hilft:
Je größer der Abstand zwischen versprochenem Ergebnis und versprochenem Aufwand, desto größer muss der Anteil sein, den irgendeine Automatik übernimmt. Und je größer dieser Anteil ist, desto weniger unterscheidet Dich Dein Ergebnis von dem aller anderen, die dieselbe Automatik gekauft haben.
Das ist exakt der Grund, warum mein E-Book-Shop 2009 nicht funktioniert hat. Nicht weil die Technik schlecht war, sondern weil sie bei allen gleich gut war.
Der Countdown ist abgelaufen, verkauft wird trotzdem
Auf der Verkaufsseite steht ein Banner: „ANGEBOT ENDET AM 23.08.2026 UM 23:59 UHR.“ Der Zähler darunter steht auf null.
Am 16. September, also gut drei Wochen später, führen die Kauf-Buttons derselben Seite unverändert auf ein aktives Bestellformular mit 990 Euro.
Dasselbe beim Webinar. Die Anmeldeseite wirbt weiterhin mit „KOSTENLOS PLATZ SICHERN“. Ruft man das eingebettete Formular direkt auf, meldet es: „DIESES WEBINAR IST BEREITS ABGELAUFEN.“
Ich halte das für Schlamperei, nicht für Absicht. Aber ein Countdown, der abgelaufen ist und nichts bewirkt, ist eine überprüfbare Aussage, die nicht stimmt. Und ein Anmeldebutton für eine Veranstaltung, die vorbei ist, kostet Dich Zeit.
Drei Kleinigkeiten, die zusammen etwas aussagen
Jede für sich ist unbedeutend. Zusammen sagen sie etwas über die Sorgfalt.
Der Seitentitel der Verkaufsseite lautet „Dropfiiate Landing Page“. Der Produktname ist im Seitentitel falsch geschrieben, und „Landing Page“ ist der interne Arbeitsbegriff, kein Titel für Besucher.
Im Impressum steht „Vetragspartner“ statt Vertragspartner.
Eine Affiliate-Seite, die dazu rankt, schreibt „Sven Hansen und Tommy Seewald – drei bekannte und erfahrene Online-Marketer“. Zwei Namen, drei Marketer. Dieselbe Seite ruft am 14. September 2026 immer noch zu einem Webinar am 10. Mai 2026 auf. Der Haupt-Aufruf dieser Seite ist seit vier Monaten tot.
Ich mache daraus keinen Vorwurf gegen das Produkt, denn Tippfehler passieren jedem, mir auch, und in diesem Beitrag stecken vermutlich ebenfalls welche. Aber wenn ein System verspricht, vollautomatisch und ohne Dein Zutun Geld zu verdienen, und die eigene Verkaufsseite bekommt es nicht hin, den Produktnamen im Seitentitel richtig zu schreiben, dann darf man diese beiden Dinge nebeneinanderstellen.
Der Anwalt, und wie ich das einordne
Bei der Suche nach „dropfiliate seriös“ steht ein Berliner Rechtsanwalt weit oben, der auf das Fernunterrichtsschutzgesetz spezialisiert ist. Dazu gibt es ein Video mit dem Titel „Ist Dropfiliate Scam? Anwalt nimmt Dropfiliate unter die Lupe!“.
Hier ist Sorgfalt angebracht, in beide Richtungen.
Was dafür spricht, das ernst zu nehmen: Es ist die einzige Stimme im gesamten Suchergebnis, die nicht an einer Vermittlung des Produkts verdient. Alle anderen Treffer auf Seite 1 tun das. Und ein Anwalt, der mit seinem Namen und seiner Kanzlei dafür einsteht, geht ein Risiko ein, das ein anonymer Blog nicht eingeht.
Was Du trotzdem wissen solltest: Kanzleien, die Rückabwicklungen von Coaching-Verträgen betreiben, haben ein eigenes wirtschaftliches Interesse daran, dass Betroffene sie finden. Das macht die juristischen Ausführungen nicht falsch. Es heißt nur, dass auch hier jemand ein Geschäft betreibt.
Und was ich ausdrücklich nicht tue: Ich übernehme keine rechtliche Bewertung. Ob das Fernunterrichtsschutzgesetz auf dieses Angebot anwendbar ist, ist eine juristische Frage, und ich bin kein Jurist. Es gibt zu Coaching-Verträgen inzwischen eine ganze Reihe von Gerichtsentscheidungen, bis hinauf zum Bundesgerichtshof. Keine davon betrifft Dropfiliate, soweit ich das prüfen konnte.
Wenn Dich das Thema betrifft, weil Du bereits gekauft hast, dann lass Dich anwaltlich beraten. Nicht von mir und nicht von einem Blogbeitrag.
Zwei Produkte, bei denen Ralf Schmitz tatsächlich der Anbieter ist, habe ich mir ebenfalls angesehen: den VIP Affiliate Club und das KI Audio Empire.
Was ich Dropfiliate zugutehalte
Ich will fair bleiben, gerade weil ich das Produkt nicht getestet habe.
Die Verkaufsseite lügt nicht über das Grundmodell. Es steht dort, dass es sich um Affiliate Marketing handelt und dass die Kurse nicht Deine sind. Zitat: „Produkte bei dir kaufen, ohne dass es deine eigenen sind.“ Das ist mehr Offenheit als bei manchem Mitbewerber.
Es gibt ein Impressum mit einer benannten verantwortlichen Person. Klingt banal. Bei einer anderen Seite aus demselben Umfeld, die ich in dieser Woche geprüft habe, stand unter „Angaben gemäß § 5 TMG“ überhaupt nichts.
Die Zahlungsabwicklung läuft über eine deutsche GmbH. Damit gilt für den Kaufvertrag deutsches Recht, unabhängig davon, wo die Software-Gesellschaft sitzt. Das ist für Dich als Käufer ein erheblicher Unterschied.
Und die Leute dahinter sind keine Unbekannten. Flenski ist eine real existierende Software-Plattform, die auch andere Anbieter der Szene nutzen. Das ist kein Phantom.
Meine drei Kritikpunkte
1. Der Preis steht nirgends. Nicht auf der Anbieterseite, nicht auf der Seite, die für „dropfiliate kosten“ auf Platz 1 steht. Ein Angebot, dessen Preis Du erst im Webinar erfährst, nimmt Dir die Möglichkeit, in Ruhe zu rechnen. Das ist Absicht, und es ist der Punkt, der mich am meisten stört.
2. Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet. Woher kommen die Besucher? Die Seite sagt „ohne Besucher kaufen“ und „ohne dein Gesicht zu zeigen“. Damit fallen bezahlte Werbung und persönliche Reichweite weg. Was bleibt dann? Auf diese Frage habe ich keine Antwort gefunden, und sie ist die einzige, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
3. Es gibt keinen einzigen unabhängigen Erfahrungsbericht. Ich habe am 14. September die Suchergebnisse zu „dropfiliate erfahrungen“, „dropfiliate kosten“ und „dropfiliate seriös“ durchgesehen. Bis auf den Anwalt verdient jede Seite an einer Vermittlung. Und ich habe keinen einzigen Käufer gefunden, der ein Ergebnis vorzeigt.
Für wen Dropfiliate passen könnte
Ich schreibe diese Liste bewusst kürzer als sonst, weil ich das Produkt nicht getestet habe und mir keine Einschätzung anmaßen will, die ich nicht belegen kann.
Es könnte zu Dir passen, wenn …
- Du bereits Reichweite hast und eine App als zusätzlichen Verkaufskanal ausprobieren willst.
- Du im Webinar einen Preis hörst, der für Dich reines Lehrgeld wäre, ohne dass es weh tut.
- Du Affiliate Marketing bereits verstehst und nur die technische Abkürzung suchst.
Es passt nicht zu Dir, wenn …
- Du bei null anfängst und die 300 bis 500 Euro am Tag für einen realistischen Plan hältst.
- Du wissen willst, was etwas kostet, bevor Du Dich in ein Verkaufsgespräch setzt.
- Du einen deutschen Ansprechpartner brauchst, den Du im Zweifel greifen kannst.
- Du ein eigenes Geschäft mit Deiner Marke und Deinen Kunden aufbauen willst. Als Affiliate baust Du das Geschäft eines anderen.
- Du glaubst, Ralf Schmitz sei Dein Vertragspartner. Ist er nicht.
Mein Fazit zu Dropfiliate
Ich habe diesen Beitrag nicht geschrieben, um irgendjemandem ans Bein zu pinkeln. Ich habe ihn geschrieben, weil ich bei der Suche nach „Dropfiliate Erfahrungen“ ausschließlich Seiten gefunden habe, die an einer Vermittlung verdienen, und weil die wichtigste Information über dieses Angebot auf keiner davon steht.
Diese Information lautet: Dropfiliate gehört nicht Ralf Schmitz. Es gehört einer Gesellschaft im Ausland, deren Manager Thomas Seewald heißt. Ralf Schmitz bewirbt es und verdient daran.
Ob das Produkt gut ist, kann ich Dir nicht sagen, weil ich es nicht gekauft habe. Was ich Dir sagen kann, ist das hier:
Ein Angebot, das seinen Preis verschweigt, das die Frage nach der Herkunft der Besucher nicht beantwortet, und bei dem niemand im deutschsprachigen Netz ein Ergebnis vorzeigt, verdient Deine Skepsis. Nicht Deine Ablehnung, aber Deine Skepsis.
Und wenn Du Dich ins Webinar setzt, dann tu es mit dem Zettel und der Obergrenze darauf.
Keine App macht das für Dich.
Keine Maschine macht das für Dich.
Kein KI-System macht das für Dich.
Du machst das. Nur Du.
Wer das weiß, kann so ein Angebot nüchtern prüfen. Wer es nicht weiß, kauft eine Abkürzung, die es nicht gibt.
Was ich mir 2009 gewünscht hätte
Nicht das nächste fertige System. Jemanden, der mir sagt, wie ich mit dem, was ich schon kann, die ersten paar Euro verdiene. Was danach kommt, findet man überall. Was davor kommt, fast nirgends.
Genau darüber habe ich mein Buch geschrieben. Die Leseprobe gibt es hier unten, ohne Versandkosten und ohne vorangehaktes Kästchen, Abmeldung mit einem Klick.
Hast Du Dropfiliate gekauft? Dann schreib bitte in die Kommentare, was Du bezahlt hast und wie es gelaufen ist. Ich ergänze den Beitrag gerne, und den Preis sucht hier offensichtlich eine Menge Leute.
Häufige Fragen zu Dropfiliate
Was ist Dropfiliate?
Dropfiliate ist nach eigener Beschreibung ein „zu 100 % automatisiertes KI Affiliate System“. Du bekommst eine fertig eingerichtete App, in der fremde Kurse hinterlegt sind, für deren Verkauf Du eine Provision erhältst. Der Name kombiniert Dropshipping und Affiliate Marketing. Du verkaufst also nicht eigene Produkte, sondern vermittelst fremde.
Wem gehört Dropfiliate?
Laut Impressum, Stand 14.09.2026, ist Betreiber der Software die Convert Marketing LLC mit Sitz in St. Petersburg, Florida, Manager ist Thomas Seewald. Auf der Verkaufsseite werden Sven Hansen und Tommy Seewald als Veranstalter vorgestellt, beide in Verbindung mit der Software-Plattform flenski.io. Als Vertragspartner für die Zahlungsabwicklung ist die Digistore24 GmbH in Hildesheim genannt.
Ist Dropfiliate ein Produkt von Ralf Schmitz?
Nein. Ralf Schmitz kommt auf der Verkaufsseite und im Impressum nicht vor. Nach allem, was ich prüfen konnte, bewirbt er Dropfiliate als Affiliate und verdient an der Vermittlung. Das ist legitim, aber es bedeutet: Wenn Du kaufst, weil Du ihm vertraust, ist er weder Dein Vertragspartner noch für Support oder Produktqualität zuständig.
Was kostet Dropfiliate?
990 Euro netto, abgelesen im Digistore24-Bestellformular am 16.09.2026. Mit österreichischer Umsatzsteuer sind das 1.188,00 Euro, mit deutscher 1.178,10 Euro. Auf den Seiten des Anbieters selbst steht kein Preis, auch nicht auf der Seite, die bei Google auf Platz 1 für „dropfiliate kosten“ steht. Sichtbar wird der Betrag erst, wenn man den Kauf-Button anklickt. Die auf Partnerseiten kursierende Angabe „990 statt 2.990 Euro“ ist irreführend: Die 2.990 Euro sind kein früherer Preis, sondern ein Posten aus der Wertaufstellung im Formular.
Wo finde ich den Dropfiliate-Login?
Unter app.dropfiliate.io. Dort steht eine Anmeldemaske mit Passwort- und E-Mail-Code-Anmeldung. Darunter gibt es einen Link „Du hast noch kein Konto? Registrieren“, die Registrierung ist also nicht auf Käufer beschränkt.
Gibt es eine Dropfiliate-App zum Herunterladen?
Nein. Weder im Apple App Store noch bei Google Play habe ich eine gefunden. Der Anbieter bezeichnet seine Weboberfläche unter app.dropfiliate.io als „App“, gemeint ist also keine Anwendung fürs Telefon.
Was ist Dropfiliate 2.0?
Der Name des zweiten Launches. Der erste lief über ein Webinar am 10. Mai 2026, der zweite als Live-Training am 16. August 2026. Was inhaltlich neu ist, steht nirgends beim Anbieter selbst; alle Beschreibungen stammen von Partnerseiten, die am Verkauf mitverdienen. Diese nennen 990 Euro und „27+ integrierte Online-Kurse“.
Wer ist der Vertragspartner, wenn ich Dropfiliate kaufe?
Beim Kauf ist es Digistore24, damit gilt deutsches Recht. Wer hinter dem Produkt selbst steht, ist unklarer: Die Anmeldeseite verlinkt ein Impressum mit der Convert Marketing LLC in Florida, die Verkaufsseite eines der Flenski FZCO in Dubai. In beiden steht als Verantwortlicher Thomas Seewald. Das Flenski-Impressum schließt Angebote wie Dropfiliate ausdrücklich aus und verweist auf das „eigene Impressum des jeweiligen Creators“. Eigene AGB hat Dropfiliate nicht.
Ist Dropfiliate seriös?
Ich habe das Produkt nicht gekauft und maße mir kein Urteil darüber an. Was ich sagen kann: Es gibt ein Impressum mit benannter verantwortlicher Person, die Zahlungsabwicklung läuft über eine deutsche GmbH, und die Verkaufsseite verschweigt nicht, dass es sich um Affiliate Marketing handelt. Kritisch sehe ich den fehlenden Preis, die unbeantwortete Frage nach der Herkunft der Besucher und das Versprechen von 300 bis 500 Euro pro Tag bei zehn Minuten Arbeit.
Gibt es unabhängige Erfahrungsberichte zu Dropfiliate?
Kaum. Ich habe am 14.09.2026 die Suchergebnisse zu „dropfiliate erfahrungen“, „dropfiliate kosten“ und „dropfiliate seriös“ durchgesehen. Bis auf die Seite eines Rechtsanwalts verdient jedes Ergebnis an einer Vermittlung. Einen Käufer, der ein Ergebnis vorzeigt, habe ich nicht gefunden.
Was sagt der Anwalt zu Dropfiliate?
Ein Berliner Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Fernunterrichtsschutzgesetz befasst sich öffentlich mit dem Angebot, unter anderem in einem Video. Ich gebe seine juristische Bewertung hier bewusst nicht wieder, weil ich kein Jurist bin. Zwei Dinge gehören dazu: Er ist die einzige Stimme im Suchergebnis ohne Provisionsinteresse, und Kanzleien, die Rückabwicklungen betreiben, haben ein eigenes wirtschaftliches Interesse. Zu Dropfiliate selbst ist mir keine Gerichtsentscheidung bekannt.
Brauche ich Vorerfahrung für Dropfiliate?
Die Verkaufsseite sagt ausdrücklich nein und wirbt mit „keinerlei Vorerfahrung“ und „10 Minuten am Tag“. Aus meiner Erfahrung mit vergleichbaren Systemen halte ich das für die schwächste Stelle des Versprechens. Affiliate Marketing braucht dieselben Grundlagen wie jedes andere Online-Geschäft: Reichweite, Vertrauen, eine Zielgruppe und Geduld. Die Software nimmt Dir die Technik ab, nicht das Geschäft.
Transparenz. Ich erstelle und verkaufe selbst digitale Infoprodukte und bin damit Mitbewerber im selben Markt. An einer Empfehlung für Dropfiliate verdiene ich keinen Cent. Den Preis habe ich am 16.09.2026 selbst bis ins Bestellformular durchgeklickt, Impressen und Login-Maske am selben Tag aufgerufen. Wo ich einschätze statt belege, steht das ausdrücklich dabei, und belegte Fehler korrigiere ich zeitnah, auch auf Hinweis des Anbieters. Wie ich teste und welche Werkzeuge ich dabei einsetze →

