ablefy Preise 2026: Was die Plattform wirklich kostet (und was seit dem 1. September anders ist)

Wer heute nach ablefy Preisen sucht, findet Zahlen, die es nicht mehr gibt.

Am 1. September 2026 hat ablefy sein Preismodell ausgetauscht.

Ich habe danach die fünf Beiträge durchgesehen, die bei Google ganz oben stehen, wenn Du nach den Preisen dieser Plattform suchst. Alle fünf nennen Zahlen. Und alle fünf nennen dieselben: 39 Euro, 69 Euro, 129 Euro, 549 Euro.

Diese Pläne gibt es für Neuanmeldungen nicht mehr.

Auch die KI-Zusammenfassung, die Google über den Suchergebnissen einblendet, gibt die alte Tarifliste aus. Sie zieht sie aus einem dieser Beiträge.

Damit fange ich an, weil es die Ausgangslage beschreibt: Wer heute wissen will, was ablefy kostet, bekommt im deutschsprachigen Netz eine Antwort von vorgestern. Dieser Beitrag ist mein Versuch, das zu ändern.

Transparenzhinweis

Ich bin bei ablefy an keinem Partnerprogramm beteiligt und verdiene an keiner Empfehlung in diesem Beitrag einen Cent. Bei Digistore24, das ich zum Vergleich heranziehe, bin ich seit 2014 Kunde und mit 0,5 % am Umsatz einer Empfehlung beteiligt.

Alle Preise und Zitate habe ich am 21.09.2026 selbst geprüft, im Browser, auf den Seiten des Anbieters. Wo ich etwas nicht belegen konnte, steht das im Text. Ich bin Mitbewerber der besprochenen Anbieter und verkaufe eigene Produkte.

Beim Schreiben und Rechnen habe ich KI eingesetzt. Die Prüfung der Quellen, die Auswahl und das Urteil sind meine. Wie ich vorgehe, steht unter Wie ich teste.


Inhaltsverzeichnis

Worüber Du gerade nachdenkst

Vielleicht steckst Du in einer dieser Fragen:

Du hast ein digitales Produkt und suchst eine Plattform, die Verkauf, Zahlung und Rechnung übernimmt. Du bist bei elopage und wunderst Dich, warum die Plattform plötzlich anders heißt. Du hast ein Angebot von ablefy vorliegen und willst wissen, was am Monatsende wirklich abgeht, oder Du sitzt seit Jahren in einem alten Tarif, hast gehört, dass es jetzt günstiger geht, und fragst Dich, ob das auch für Dich gilt.

Für den letzten Fall habe ich eine unangenehme Nachricht. Sie steht weiter unten.

Eine Sache vorweg, damit wir uns nicht missverstehen: Dieser Beitrag ist für Leute gedacht, die etwas zu verkaufen haben und die Plattform dafür aussuchen. Wenn Du Dein Login suchst, weil Du dort einen Kurs gekauft hast, bist Du hier falsch. Keine Unhöflichkeit, sondern Zeitersparnis für uns beide.

Warum ich das schreibe und warum Du mir das glauben sollst

Ich verkaufe seit 2008 digitale Produkte und lebe seit 2016 ausschließlich davon. Online-Kurse, E-Books, Mitgliederbereiche, das ganze Programm. Meine Produkte laufen über Digistore24, seit März 2014, mit einem Bruttoumsatz von inzwischen über einer halben Million Euro über diese eine Plattform.

Ich bin also kein Beobachter von außen. Ich kenne die Fragen, die Du gerade hast, weil ich sie selbst hatte.

Und jetzt der Teil, der diesen Beitrag von den anderen unterscheidet:

Ich bin bei ablefy kein Partner und verdiene an keiner Empfehlung. Kein Affiliate-Link, kein Gutscheincode, keine Provision.

Erwähnenswert ist das deshalb, weil es in diesem Feld die Ausnahme darstellt. Ich habe mir die Quelltexte der sieben Beiträge angesehen, die bei den Preisfragen vorne stehen, und nachgesehen, wohin ihre ablefy-Links führen.

In fünf von sieben steckt eine Partner-ID. Alle fünf legen das auch offen, das gehört der Fairness halber dazu.

Interessanter ist, welche ID dort steht. Bei everyblue.de, victoriaweber.de und creatorway.de ist es dieselbe: `epid=522`. Die drei Seiten sehen aus wie drei unabhängige Meinungen, gehören aber erkennbar zusammen, denn victoriaweber.de weist im Fußbereich „Webdesign: Everyblue“ aus und creatorway.de verlinkt gleich auf „Mehr von Victoria & Creatorway“. Drei Stimmen, eine Partner-ID.

Wer also drei Beiträge liest, um sich ein Bild zu machen, liest unter Umständen dreimal dieselbe Quelle.

Zwei Seiten fallen aus dem Muster. Bei tanjasophie.de steht zwar eine Partner-ID im Quelltext, der Link führt aber ins Nichts. Eine automatische Ersetzung von „elopage“ durch „ablefy (ehemals elopage)“ hat ihn zerschossen, sodass er heute auf einen Hostnamen zeigt, den es technisch nicht geben kann. Dreißigmal steht die Ersetzung auf der Seite, aufgefallen ist sie offenbar niemandem.

Und GetResponse verlinkt ablefy ganz ohne Parameter, verdient an der Empfehlung also nichts, verkauft dafür aber selbst eine konkurrierende Lösung und stellt sie im eigenen Alternativen-Abschnitt gleich mit vor. Ein Interessenkonflikt ist das auch, nur ein besser gekleideter.

Mich hat der kaputte Link eher amüsiert als geärgert, denn wer bei dem einen Link nicht nachsieht, an dem sein eigenes Geld hängt, sieht mit einiger Wahrscheinlichkeit auch bei den Preisen nicht nach. So war es dann auch.

Kurz in eigener Sache, weil die Frage jetzt kommt

Wenn ich an ablefy nichts verdiene: wovon dann?

Von meinen eigenen Online-Kursen. Deshalb interessiert mich die Frage hinter der Plattformfrage mehr als jede Gebührentabelle, nämlich ob Dein Produkt so gebaut ist, dass es jemand kauft. Ein Prozentsatz von null ist auch nur null.

Wie so ein Kurs entsteht, habe ich in eine dreiteilige E-Mail-Serie gepackt: was hineingehört, was Du Dir sparen kannst und in welcher Reihenfolge Du vorgehst.

Drei Mails, kostenlos, Abmeldung mit einem Klick.

Was ich nicht getan habe, und was stattdessen

Jetzt die Grenze dieses Beitrags, bevor Du mir etwas zutraust, das ich nicht leisten kann.

Ich habe kein ablefy-Konto und verkaufe nicht über diese Plattform. Ich kann Dir nicht sagen, wie sich der Editor anfühlt, wie schnell der Support antwortet oder ob die Auszahlung pünktlich kommt. Wer das behauptet, ohne dort zu verkaufen, schwindelt.

Was ich stattdessen getan habe, am 21. September 2026:

Ich habe die Preisseite im Browser geöffnet und jede einzelne Gebühr abgelesen, auch die, die hinter einem zugeklappten Bereich liegen. Ich habe die Preismatrix für Bestandskunden im Hilfe-Center gelesen, die dort als Bilddatei liegt und sich deshalb weder durchsuchen noch kopieren lässt. Ich habe die Nutzungsbedingungen durchgearbeitet, die Reseller-Bedingungen der Tochtergesellschaft dazu. Ich habe im Handelsregister nachgesehen, wer diese Firma eigentlich ist, seit wann es sie gibt, wer sie führt und was sich beim Rebranding im November 2024 formal geändert hat. Ich habe zwanzig Ein- und Zwei-Sterne-Bewertungen gelesen und nach dem Muster darin gesucht. Ich habe das Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz vollständig durchgesehen und die Urteilsübersicht einer Kanzlei, die auf Coaching-Verträge spezialisiert ist.

Und ich habe gerechnet. Nicht Prozentsätze nebeneinandergestellt, sondern für vier typische Geschäftsmodelle ausgerechnet, was am Monatsende tatsächlich abgeht. Mit einem Skript, nicht im Kopf.

Wo ich vermute, schreibe ich das dazu.

ablefy Preisseite mit den Plänen Sell für 27 Euro und Create & Sell ab 59 Euro pro Monat, Stand September 2026
Die Preisseite von ablefy.io am 21.09.2026: Der Plan Sell kostet 27 Euro im Monat, Create & Sell in der kleinsten Stufe bis 150 Mitglieder 59 Euro. Beide Schaltflächen sind mit „Kostenlos starten“ beschriftet, gemeint sind 14 Testtage.

Was ablefy überhaupt ist und warum es früher anders hieß

Kurz, weil es die meistgesuchte Nebenfrage ist.

ablefy ist eine Verkaufs- und Kursplattform. Du legst Dein Produkt an, ablefy stellt die Bezahlseite, wickelt die Zahlung ab, schreibt die Rechnung und liefert aus. Optional hostest Du Deine Kurse und Mitgliederbereiche gleich mit dort.

Die Plattform hieß bis Ende 2024 elopage, und weil die Umbenennung bis heute für Verwirrung sorgt, hier die Abfolge im Zusammenhang. Gegründet wurde sie 2015 von Özkan Akkilic und Tolga Önal, die dahinterstehende Gesellschaft existiert im Handelsregister allerdings schon seit dem 12. August 2013, damals unter dem Namen Elopay GmbH. Aus Elopay wurde 2020 Elopage, aus Elopage am 20. November 2024 die ablefy GmbH, Sitz Potsdamer Straße in Berlin, Handelsregister Charlottenburg HRB 151956 B. Geschäftsführer ist heute allein Özkan Akkilic.

Mitgründer Tolga Önal hat seine Geschäftsführerposten im Juni und Juli 2024 niedergelegt, also wenige Monate vor der Umbenennung. Ob beim Rebranding auch Gesellschafter gewechselt haben, kann ich nicht sagen, denn im Register liegt zwar eine neue Gesellschafterliste vom 14. November 2024, ihr Inhalt ist aber öffentlich nicht einsehbar. Mehr gibt der Aktenschrank nicht her.

2021 gab es eine Finanzierungsrunde über 32 Millionen Euro unter Führung von Target Global. Die Plattform gibt heute ein Verkaufsvolumen von über zwei Milliarden Euro an, während in der Pressemitteilung zur Umbenennung vom November 2024 noch „über eine Milliarde“ stand, was entweder für bemerkenswertes Wachstum spricht oder dafür, dass sich die Rechenweise geändert hat. Nachprüfen lässt sich von außen keines von beidem.

Und weil viele danach suchen: Die Namensdeutung ist „able“ plus „fy“. Ich hätte es nicht erraten.

Impressum der ablefy GmbH in Berlin mit Geschäftsführer Özkan Akkilic und Handelsregisternummer HRB 151956 B
Das Impressum der ablefy GmbH am 21.09.2026: Sitz Potsdamer Straße 125 in Berlin, Amtsgericht Charlottenburg HRB 151956 B, Stammkapital 525.004 Euro. Als Geschäftsführer wird allein Özkan Akkilic genannt.

Was ablefy seit dem 1. September 2026 kostet

Hier sind die aktuellen Zahlen, abgelesen am 21.09.2026 auf der Preisseite.

Wer nach ablefy Kosten sucht, will fast immer dasselbe wissen: was am Monatsende vom Umsatz übrig bleibt. Genau das rechne ich weiter unten für vier Geschäftsmodelle aus, einmal komplett, mit allen Gebühren, die dabei anfallen.

Der Preis besteht aus zwei Teilen, und das ist der Unterschied zu Digistore24 oder CopeCart, wo Du nur bei einem Verkauf zahlst. Bei ablefy zahlst Du eine monatliche Grundgebühr plus eine Gebühr je Verkauf.

Die beiden Pläne

PlanPreisWofür
Sell27 € / MonatVerkauf, Zahlung, Rechnung, Automatisierung
Create & Sellab 59 € / Monatzusätzlich Kurse, Memberships, Community bei ablefy gehostet

Bei Create & Sell steigt der Preis mit der Zahl Deiner Mitglieder:

MitgliederPreis pro MonatIm JahrNutzer / Speicher
bis 15059 €708 €5 / 50 GB
bis 3.000119 €1.428 €10 / 200 GB
bis 10.000229 €2.748 €15 / 500 GB
unbegrenztab 397 €ab 4.764 €unbegrenzt / 2 TB

Als Mitglied zählt laut ablefy jede Person mit aktuellem Zugang zu mindestens einem Kurs, einer Membership oder einer Community. Kostenlose Zugänge zählen mit. An dieser Zeile bin ich als Erstes hängengeblieben, und zwar deshalb, weil sie eine Konsequenz hat, die auf der Preisseite nirgends erklärt wird.

Wer einen Gratis-Minikurs als Lead-Magnet laufen lässt, sammelt damit nämlich Mitglieder im Sinne dieser Zählung. Von 150 auf 3.000 ist der Sprung sechzig Euro im Monat, also 720 Euro im Jahr.

Ein gut laufender Gratiskurs kann Dich also in die nächste Stufe schieben, ohne einen Cent Umsatz zu bringen. Mein Beileid an alle, die gerade ihren Lead-Magneten beworben haben.

Fair muss man sagen: Downloads, Tickets, Lizenzen und Zertifikate zählen nicht mit, es geht wirklich nur um Zugänge zu Inhalten, die bei ablefy selbst liegen. Und wenn Du die Stufe überschreitest, werden Deine Verkäufe nicht gestoppt. ablefy hebt dann einfach den Tarif an, was betriebswirtschaftlich nachvollziehbar ist und Dich trotzdem Geld kostet, das in Deiner Planung für diesen Monat nicht vorgesehen war.

Prüf das trotzdem, bevor Du kalkulierst.

Die Gebühr je Verkauf

2,7 % plus 0,50 € je erfolgreicher Standardzahlung. Das gilt für Kredit- und Debitkarten, SEPA, Apple Pay und Google Pay. Die Gebühren der Zahlungsdienstleister sind darin enthalten, ebenso 3D Secure und Betrugserkennung. Genau diese eine Zahl steht in fast jedem Beitrag über ablefy, und genau an dieser Stelle fängt das Missverständnis an, das den Rest dieses Kapitels nötig macht.

Kostenlose Produkte kosten nichts.

Am Rande, weil es mir beim Screenshot aufgefallen ist: Unter beiden Preisen steht ein Knopf mit der Aufschrift „Kostenlos starten“. Gemeint sind die vierzehn Testtage. Branchenüblich ist das, und es steht auch klein darunter, aber wer nur auf den Knopf schaut, liest etwas anderes, als die Zahl direkt darüber sagt.

Das klingt erst einmal ausgesprochen günstig, denn 2,7 % gegen 7,9 % bei Digistore24 sieht nach einer Entscheidung aus, für die man keinen Taschenrechner braucht.

Man braucht einen. Denn 2,7 % ist der Preis für eine Plattform, die nichts weiter tut, als Deine Zahlung abzuwickeln, und sobald Du auch nur eine Kleinigkeit mehr möchtest, etwa eine Rechnung, auf der nicht Dein Name steht, kommt mehr dazu.

Die Gebühren, die erst auftauchen, wenn Du klickst

Auf der Preisseite gibt es einen Bereich namens „Transaktions- und Nutzungsgebühren im Detail“. Er ist zugeklappt. Man muss ihn anklicken, sonst sieht man nichts davon.

Zwölf Positionen hinter einem Dreieck. Bei meiner Waschmaschine heißt so etwas Bedienungsanleitung und liegt wenigstens in der Trommel.

Ich habe ihn aufgeklappt, und weil das der Teil ist, den in keinem der Wettbewerbsbeiträge jemand abgeschrieben hat, steht er hier vollständig:

LeistungAufschlag
Automatische Rechnungsstellung inkl. Gutschriften+ 0,4 %
Verkaufsabwicklung im Reseller-Modell+ 2,5 % + 1,00 €
Klarna+ 2,9 % + 0,50 €
Kauf auf Rechnung und Ratenzahlung+ 2,9 % + 0,50 €
Finanzierung (6.000 bis 100.000 € je Bestellung)+ 7,5 %
Eventticket0,95 € je Ticket
Fremdwährung+ 2,0 % auf die Zahlung, + 2,5 % auf die Auszahlung
Auszahlung auf ein Konto außerhalb des SEPA-Raums20 bis 60 €
Sofortauszahlung an Partner, Affiliates oder Teammitglieder1 %
Rücklastschrift8 €
Rückbuchung (Chargeback)25 €
Überfällige Zahlungen einholen10 % vom eingezogenen Betrag

Auszahlung auf ein SEPA-Konto kostet nichts.

Und jetzt rechnen wir das an einem einzelnen Verkauf durch. Nehmen wir ein Produkt für 197 Euro:

KonstellationGebührAnteil
Nur Standardzahlung5,82 €2,95 %
Mit automatischer Rechnung6,61 €3,36 %
Mit Rechnung und Reseller-Modell12,53 €6,36 %
Dazu per Klarna bezahlt18,75 €9,52 %

Von 2,95 auf 9,52 Prozent. Derselbe Verkauf, derselbe Betrag, derselbe Tag.

Dreimal so viel.

Wer nach den ablefy Gebühren sucht, findet fast überall nur die erste Zahl. Die anderen zwölf stehen hinter dem Klick, und sie entscheiden, was am Monatsende übrig bleibt.

Ein Vorwurf ist das nicht, denn alle diese Leistungen kosten den Anbieter selbst Geld. Aber „2,7 % + 0,50 €“ steht groß auf der Seite, und die Zeile, die daraus 9,52 % macht, liegt hinter einem Klick.

Obacht bei der Klarna-Zeile: Du entscheidest nicht, wie Dein Kunde bezahlt. Der entscheidet das. Wenn ein größerer Teil Deiner Käufer Klarna wählt, wandert Deine Durchschnittsgebühr nach oben, ohne dass Du etwas geändert hast.

Was am Monatsende wirklich abgeht

Jetzt wird es konkret. Ich habe vier typische Konstellationen durchgerechnet, jeweils mit Plan „Sell“ für 27 €, Reseller-Modell und automatischer Rechnungsstellung, also der Konstellation, die dem entspricht, was Digistore24 und CopeCart von Haus aus tun.

Zum Vergleich daneben: Digistore24 mit 7,9 % bis 400 € plus 1 € und darüber 4,9 %, dazu CopeCart mit 4,9 % plus 1 €.

MonatsumsatzablefyDigistore24CopeCart
20 × 97 € = 1.940 €165,64 €173,26 €115,06 €
50 × 197 € = 9.850 €653,60 €828,15 €532,65 €
10 × 997 € = 9.970 €600,32 €618,53 €498,53 €
200 × 19 € = 3.800 €539,80 €500,20 €386,20 €

Drei Dinge fallen auf.

Erstens: ablefy schlägt Digistore24 im mittleren Preisbereich deutlich. Bei fünfzig Verkäufen à 197 Euro sind es 174,55 Euro Unterschied im Monat. Über ein Jahr 2.094,60 Euro. Kein Rundungsfehler, sondern ein Urlaub.

Zweitens: Bei Kleinstpreisen dreht sich das um. Bei 19-Euro-Produkten ist ablefy teurer als Digistore24, weil die 27 Euro Grundgebühr auf viele kleine Verkäufe umgelegt werden und der feste Euro im Reseller-Modell mitläuft. Bei 200 Verkäufen à 19 Euro gehen 14,21 % weg.

Drittens, und das sage ich, obwohl es mir nichts nützt: CopeCart ist in allen vier Fällen der günstigste. Ich verdiene an keinem dieser drei Anbieter etwas, also habe ich keinen Grund, das zu verschweigen.

Ab wann sich die Grundgebühr trägt

Die interessantere Frage ist, ab welchem Umsatz die monatlichen 27 Euro wieder hereinkommen, und weil diese Zahl von Deinem Bestellwert abhängt, habe ich die Schwelle gleich für sechs verschiedene Preispunkte gesucht:

Dein Bestellwertablefy wird günstiger als Digistore24 ab
19 €nie
47 €47 Verkäufen im Monat (2.209 € Umsatz)
97 €16 Verkäufen im Monat (1.552 € Umsatz)
197 €7 Verkäufen im Monat (1.379 € Umsatz)
397 €4 Verkäufen im Monat (1.588 € Umsatz)
997 €6 Verkäufen im Monat (5.982 € Umsatz)

Als Faustregel: Ab ungefähr 1.500 Euro Monatsumsatz fängt ablefy an, sich gegen Digistore24 zu rechnen, sofern Dein Bestellwert über fünfzig Euro liegt. Darunter zahlst Du für eine Grundgebühr, die Du nicht wieder einspielst.

Wer mit einem Neun-Euro-Produkt startet und 27 Euro Grundgebühr zahlt, betreibt kein Online-Business, sondern ein Abonnement mit Verkaufsfunktion.

Die ablefy Kosten hängen also weniger am Prozentsatz als an Deinem Bestellwert. Dein Bestellwert ist die Zahl, die Du kennen musst, bevor Du irgendetwas anderes vergleichst.

Wenn genau diese beiden Anbieter bei Dir zur Wahl stehen, habe ich das in einem eigenen Beitrag bis auf den Cent ausgerechnet: ablefy oder Digistore24 im direkten Vergleich. Dort stehen auch die beiden Bestellwerte, an denen sich das Blatt wendet, und was passiert, wenn Deine Kunden per Klarna oder in Raten zahlen.

Die 997-Euro-Zeile fällt aus der Reihe, weil Digistore24 bei teuren Produkten selbst günstiger wird und der Satz dort ab 400 Euro auf 4,9 % sinkt. Bei Hochpreis schrumpft der Vorsprung von ablefy also wieder.

Der Punkt, an dem es für Bestandskunden unangenehm wird

Und jetzt kommt der Abschnitt, wegen dem ich diesen Beitrag überhaupt angefangen habe.

Im Hilfe-Center von ablefy steht ein Satz, den ich zweimal lesen musste:

„Die folgende Preismatrix gilt für alle bestehende Anbieter:innen, die sich vor dem 01.09.2026 bei uns registriert haben und einen unserer 3.0-Pläne nutzen.“ (Quelle)

Und ein paar Zeilen darunter:

„Ein Planwechsel ist nur zwischen den 3.0-Plänen möglich.“

Zusammengelesen heißt das: Wer sich vor dem 1. September 2026 registriert hat, bleibt im alten System und kann laut dieser Formulierung nicht in die neuen, oft deutlich günstigeren Pläne wechseln. Treue zahlt sich hier nicht aus.

Das alte System funktioniert völlig anders. Dort gibt es keine Grundgebühr, dafür eine Matrix aus Unternehmensphase und Transaktionshöhe, in der der Prozentsatz umso weiter sinkt, je mehr Umsatz Du über die Plattform schiebst. Im Reseller-Modell ein Euro pro Transaktion plus Prozentsatz, im eigenen Namen fünfzig Cent plus Prozentsatz.

Ein Beispiel aus dem Hilfe-Artikel selbst: Seed-Phase, Transaktion über 1.550 Euro, macht 1,00 Euro plus 5,5 %.

Und dann gibt es noch den Fall, der am meisten weh tut. Wer im Plan Essential 3.0 sitzt, ist von der Matrix ausgenommen und zahlt feste 7,5 % im Reseller-Modell oder 3,9 % beim Verkauf im eigenen Namen, egal wie hoch der Umsatz ist.

Was das ausmacht, habe ich ausgerechnet:

MonatsumsatzNeukunde ab 01.09.2026Essential 3.0 BestandUnterschied im Jahr
50 × 197 € = 9.850 €653,60 €788,75 €1.621,80 €
10 × 997 € = 9.970 €600,32 €757,75 €1.889,16 €

Bei knapp zehntausend Euro Monatsumsatz zahlt ein Bestandskunde im Essential-Tarif also rund 1.600 bis 1.900 Euro mehr pro Jahr als jemand, der sich heute neu anmeldet, obwohl beide dieselbe Software benutzen, denselben Support bekommen und ihre Kunden über dieselben Bezahlseiten schicken.

Für dieselbe Plattform.

Und bevor Du fragst: Nein, ich habe keinen Weg gefunden, wie ein Bestandskunde in die neuen Pläne kommt. In den Nutzungsbedingungen steht nichts dazu. Im Hilfe-Center steht der Satz, dass ein Wechsel nur zwischen den 3.0-Plänen möglich ist.

Wenn Du betroffen bist, frag beim Support nach und lass Dir die Antwort schriftlich geben. Möglicherweise gibt es eine Regelung, die nirgends öffentlich steht. Möglicherweise auch nicht. Ich kann es nicht beurteilen, und ich will an dieser Stelle nichts behaupten, was ich nicht belegen kann.

Kleine Ehrlichkeit am Rande: Bei sehr kleinen Bestellwerten fährt der Bestandskunde sogar besser. Bei 200 Verkäufen à 19 Euro zahlt Essential 3.0 rund 55 Euro im Monat weniger, weil dort die Grundgebühr fehlt, und wer sein Geld tatsächlich mit Neunzehn-Euro-Produkten verdient, sitzt im alten Tarif also gar nicht so schlecht. Das rettet die Sache nicht. Es gehört aber dazu.

Hilfe-Artikel von ablefy mit dem Hinweis, dass die alte Preismatrix nur für Registrierungen vor dem 01.09.2026 gilt
Der Hilfe-Artikel „Preismatrix: Transaktionsgebühren“ von ablefy, abgerufen am 21.09.2026. Die alte Preismatrix gilt nur noch für Anbieter, die sich vor dem 01.09.2026 registriert haben, und ein Planwechsel ist laut diesem Artikel nur zwischen den 3.0-Plänen möglich.

Die Preismatrix für Bestandskunden, zum ersten Mal als Tabelle

Hier muss ich eine Zwischenbemerkung in eigener Sache machen.

Beim ersten Durchgang habe ich die Preismatrix auf der Hilfe-Seite nicht gefunden und war schon drauf und dran zu schreiben, ablefy erkläre eine Matrix, ohne sie zu zeigen. Das wäre falsch gewesen.

Die Matrix ist da. Sie besteht nur aus zwei PNG-Grafiken, die in einer Salesforce-Komponente stecken und deshalb im Seitenquelltext nicht als Text auftauchen. Wer wie ich zuerst nach Tabellen sucht, findet nichts.

Damit ist der Kritikpunkt ein anderer, und er ist handfester: Die Preise dieser Plattform stehen in Bilddateien. Nicht durchsuchbar, nicht kopierbar, nicht vorlesbar. Und die Reseller-Grafik ist im Original 4.928 Pixel breit, wird auf dem Handy auf rund 343 Pixel gequetscht und ist dort schlicht nicht lesbar.

Deshalb habe ich sie abgetippt. 108 Zellen, zwei Tabellen, ein Nachmittag. Soweit ich sehe, steht sie damit zum ersten Mal als lesbare Tabelle im Netz.

Es gibt Hobbys, die mehr Spaß machen.

Reseller-Modell, zuzüglich 1,00 € pro Transaktion

Zeilen sind Deine Unternehmensphase nach Bruttoumsatz der letzten zwölf Monate, Spalten die Höhe der einzelnen Transaktion in Euro.

Company Status1–500500–1.5001.500–5.0005.000–10.00010.000–25.000ab 25.000
Seed (1–50 Tsd.)7,50 %6,50 %5,50 %4,50 %3,90 %2,00 %
Early Stage (50–100 Tsd.)7,25 %6,25 %5,25 %4,40 %3,80 %1,95 %
Later Stage (100–250 Tsd.)7,00 %6,00 %5,00 %4,30 %3,70 %1,90 %
Growth (250–500 Tsd.)6,75 %5,75 %4,75 %4,20 %3,60 %1,85 %
Scale (500 Tsd.–1 Mio.)6,50 %5,50 %4,50 %4,00 %3,50 %1,80 %
Expansion (1–2,5 Mio.)6,00 %5,00 %4,00 %3,60 %3,10 %1,65 %
Enterprise I (2,5–5 Mio.)4,75 %4,50 %3,75 %3,40 %2,90 %1,60 %
Enterprise II (5–10 Mio.)4,25 %4,00 %3,50 %3,20 %2,70 %1,55 %
Enterprise III (ab 10 Mio.)3,75 %3,50 %3,25 %3,00 %2,50 %1,50 %

Verkauf im eigenen Namen, zuzüglich 0,50 € pro Transaktion

Company Status1–500500–1.5001.500–5.0005.000–10.00010.000–25.000ab 25.000
Seed3,90 %3,50 %2,90 %2,50 %1,90 %1,50 %
Early Stage3,75 %3,25 %2,80 %2,40 %1,85 %1,45 %
Later Stage3,50 %3,00 %2,70 %2,30 %1,80 %1,40 %
Growth3,25 %2,75 %2,60 %2,20 %1,75 %1,35 %
Scale3,00 %2,50 %2,40 %2,10 %1,70 %1,30 %
Expansion2,75 %2,25 %2,10 %1,90 %1,50 %1,20 %
Enterprise I2,50 %2,00 %1,90 %1,70 %1,40 %1,15 %
Enterprise II2,25 %1,75 %1,70 %1,50 %1,30 %1,10 %
Enterprise III2,00 %1,60 %1,50 %1,30 %1,20 %1,00 %
Preismatrix von ablefy als Grafik im Hilfe-Center: Reseller-Modell und Verkauf im eigenen Namen, nicht als durchsuchbare Tabelle
So liefert ablefy die Preismatrix aus: als Bilddatei im Hilfe-Center, abgerufen am 21.09.2026. Oben das Reseller-Modell mit 7,50 bis 1,50 Prozent, darunter der Verkauf im eigenen Namen mit 3,90 bis 1,00 Prozent, jeweils gestaffelt nach Unternehmensphase und Transaktionshöhe.

Zwei Dinge liest man aus diesen Zahlen heraus.

Für kleine Anbieter ist das alte Modell teuer. In der Seed-Phase mit Transaktionen unter 500 Euro zahlst Du im Reseller-Modell 7,50 % plus einen Euro, während das neue Modell 5,6 % plus 1,50 Euro und obendrein 27 Euro im Monat verlangt. Bei ordentlichem Volumen ist das neue Modell klar günstiger.

Für große Anbieter ist das alte Modell ein Geschenk. Wer in der Enterprise-III-Phase Transaktionen über 25.000 Euro abwickelt, zahlt 1,50 % im Reseller-Modell und 1,00 % im eigenen Namen. An solche Sätze kommt im neuen Modell niemand heran, denn dort sind 2,7 % das Minimum, und an diese Marke kommt selbst der günstigste neue Plan nicht annähernd heran.

Wenn Du also einen alten Vertrag hast und viel Umsatz machst: Behalt ihn.

Ein Hinweis zur Genauigkeit: Ich habe beide Matrizen von den Grafiken abgeschrieben und die Werte gegen die zwei Rechenbeispiele im Fließtext des Artikels gegengeprüft. Sie stimmen überein. Trotzdem gilt für Zahlen, die ich abgetippt habe: Wenn es für Dich um Geld geht, sieh im Hilfe-Center selbst nach.

Kurz unterbrochen

Hundertacht Zellen. So viele Werte stecken in den beiden Tabellen oben, und ich habe sie einzeln abgetippt, weil ablefy sie nur als Bild ausliefert.

Wenn Du bis hierher gelesen hast, gehörst Du zu den Leuten, die vor einer Entscheidung wirklich nachsehen. Genau die Sorte, für die ich meine E-Mail-Serie geschrieben habe.

Drei Mails darüber, wie ein Online-Kurs entsteht, den Leute tatsächlich kaufen. Kostenlos, Abmeldung mit einem Klick.

Wann Du Dein Geld bekommst

Diese Frage stellen sich die wenigsten vorher, und danach fast alle.

Im eigenen Namen verkaufst Du auf eigene Rechnung und kannst die Auszahlung selbst auslösen. Allerdings nur für Beträge, die älter als sieben Tage sind, und auch nur dann, wenn das Konto vollständig legitimiert ist und nicht bloß angelegt. Wer ein eigenes Stripe- oder PayPal-Konto verbindet, bekommt das Geld direkt dorthin.

Im Reseller-Modell wird einmal im Monat ausgezahlt, und es gibt einen Sicherheitseinbehalt.

Und jetzt wird es unübersichtlich, denn dazu stehen im Hilfe-Center zwei verschiedene Angaben:

ArtikelWas dort steht
„Reseller-Modell“Auszahlung zum 1. oder 15., anfänglicher Sicherheitseinbehalt 40 Tage, später reduziert auf 14 oder 30 Tage
„Wann bekomme ich mein Geld?“Auszahlung am 1. des Monats, Sicherheitseinbehalt 30 Tage

Beide Artikel waren am 21.09.2026 gleichzeitig online.

Zum Vergleich, weil es die Größenordnung einordnet: Digistore24 zahlt an vier festen Terminen im Monat aus und behält 10 % für 60 Tage ein. Die übrigen 90 % sind dort bei Produkten unter 300 € nach 14 Tagen fällig, darüber nach 30 Tagen. ablefy sperrt nicht einen Anteil, sondern den vollen Betrag für eine bestimmte Zeit.

Für Dich heißt das in beiden Fällen dasselbe: Plan Deinen ersten Launch nicht mit dem Geld aus dem ersten Launch.

Einen Mindestauszahlungsbetrag habe ich weder in den Bedingungen noch im Hilfe-Center gefunden. Im Netz kursiert die Zahl fünfzig Euro, für die ich bei ablefy selbst allerdings keine einzige Quelle gefunden habe, weshalb sie in diesem Beitrag nicht als Tatsache auftaucht. Abschreiben kann jeder.

namotto, oder: Wer eigentlich Deine Rechnung schreibt

Wenn Du das Reseller-Modell nutzt, verkaufst Du Deinen Kunden streng genommen gar nichts. Stattdessen kauft eine Tochtergesellschaft von ablefy Dir das Produkt in dem Moment ab, in dem jemand auf den Kaufen-Knopf drückt, und verkauft es noch in derselben Sekunde weiter. Zwei Verkäufe, ein Klick.

Diese Gesellschaft heißt namotto, ein Name, den auf der Preisseite niemand erwähnt, der aber auf jeder Rechnung steht, die Deine Käufer bekommen. Genauer gesagt sind es zwei: die namotto Universal Brands GmbH & Co. KG und die namotto academies & friends GmbH & Co. KG, beide in Berlin, beide unter derselben Adresse wie ablefy, beide mit nahezu wortgleichen Geschäftsbedingungen.

ablefy bestätigt die Konstruktion im eigenen Hilfe-Center: namotto sei eine Tochtergesellschaft, die als Reseller auftritt und direkter Vertragspartner der Endkunden wird.

Es ist exakt dasselbe Prinzip wie bei Digistore24, und es hat dieselben zwei Seiten.

Für Dich als Anbieter: Du musst Dich nicht um Umsatzsteuer, Rechnungen, Widerruf und Mahnwesen kümmern, was besonders bei Verkäufen ins Ausland viel wert ist, weil Dir dort sonst Meldepflichten in mehreren Ländern auf die Füße fallen.

Für Deinen Käufer: Auf seinem Kontoauszug und auf seiner Rechnung steht „namotto“.

Nicht Dein Name. Nicht der Name Deines Produkts. Nichts, was er wiedererkennt.

Falls Du also über ablefy im Reseller-Modell verkaufst, gehört dieser Satz auf Deine Dankesseite: *Auf Deinem Kontoauszug erscheint „namotto“, nicht mein Name.* Er erspart Dir die Support-Anfragen von Leuten, die überzeugt sind, hier habe jemand unbefugt ihr Konto belastet.

Stell Dir vor, jemand kauft Deinen Kurs über Gartenbeleuchtung und findet am nächsten Tag auf dem Kontoauszug einen Namen, der nach einer italienischen Vorspeise klingt. Der ruft nicht bei ablefy an. Der ruft bei Dir an.

Drei Urteile gegen die Reseller-Tochter

Diese Konstruktion ist inzwischen vor Gericht gelandet, und das gehört in einen ehrlichen Beitrag hinein.

Zuerst die wichtigste Klarstellung: Verurteilt wurde in allen Fällen die namotto Universal Brands GmbH & Co. KG, also die Reseller-Tochter. Gegen die ablefy GmbH selbst habe ich kein einziges Urteil gefunden, keine Abmahnung und keinen Eintrag im Verbandsklageregister. Wer das durcheinanderbringt, schreibt etwas Falsches.

GerichtDatumAz.InhaltStand
LG Aurich22.12.20253 O 400/25Rückzahlung von 29.573,37 €, dazu Befreiung von weiteren 14.786,64 €. Coaching-Vertrag nichtig wegen fehlender ZFU-Zulassung nach dem Fernunterrichtsschutzgesetznicht rechtskräftig
AG Schöneberg23.01.2026107 C 325/25Rückzahlung von 3.995,00 €rechtskräftig, Versäumnisurteil
AG Schöneberg08.09.202614 C 144/26Rückzahlung von 7.700 € plus Zinsen und 712,90 € vorgerichtliche Kosten, ebenfalls FernUSGVersäumnisurteil, Volltext öffentlich abrufbar

Bevor Du jetzt die Plattform wechselst: In keinem der drei Fälle ging es darum, dass ablefy Geld unterschlagen oder Auszahlungen verweigert hätte. Es ging um Coaching-Verträge von Anbietern, die über die Plattform verkauft haben, und um die Frage, wer dafür geradesteht.

Die Antwort des Gerichts lautete: der Reseller.

Also namotto. Also ablefy.

Und jetzt die Einordnung, ohne die die Tabelle mehr behauptet, als sie hergibt.

Zur Quellenlage. Die ersten beiden Entscheidungen kenne ich aus der Urteilsübersicht der Kanzlei Dr. Ghendler Ruvinskij, die solche Verfahren selbst führt und damit Partei ist. Das Aurich-Urteil bestätigt eine zweite, unbeteiligte Kanzlei nach Gericht, Datum und Aktenzeichen, benennt den Beklagten dort allerdings nicht. Das Schöneberg-Urteil vom Januar konnte ich außerhalb dieser einen Quelle nicht bestätigen. Beim dritten Urteil vom September 2026 liegt das Urteils-PDF bei einer dritten Kanzlei öffentlich ab, das ist die beste Beleglage der drei.

Zwei der drei sind Versäumnisurteile. Da hat kein Gericht inhaltlich geprüft, sondern die Gegenseite ist nicht erschienen. Das ist juristisch deutlich weniger wert als ein streitiges Urteil.

Das Aurich-Urteil ist nicht rechtskräftig. Und es stammt vom 22. Dezember 2025. Der Bundesgerichtshof hat den Anwendungsbereich des Fernunterrichtsschutzgesetzes am 12. Februar 2026 eingeschränkt. Ob das Urteil in der Berufung Bestand hat, ist offen. Ich bin kein Jurist und bewerte die Rechtslage hier ausdrücklich nicht.

Es ist kein Alleinstellungsmerkmal. Bei Digistore24 gab es 2026 drei Verfahren am Landgericht Hildesheim, bei CopeCart eines vor dem Landgericht München I. Die Reseller-Konstruktion wird gerade branchenweit vor Gericht durchgespielt. Das trifft alle Anbieter, die so arbeiten.

Was ich daraus für mich mitnehme: Die Reseller-Konstruktion nimmt Dir Arbeit ab. Ein Schutzschild ist sie nicht. Wenn Dein Produkt unter das Fernunterrichtsschutzgesetz fällt und keine Zulassung hat, verschwindet das Problem nicht dadurch, dass eine Plattform dazwischensteht.

Was nicht existiert, und das sage ich genauso deutlich: Es gibt keine Verbandsklage gegen ablefy, elopage oder namotto. Ich habe das Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz vollständig durchgesehen, alle fünfzig Einträge von Januar 2021 bis Juni 2026. Kein Treffer. Bei den Verbraucherzentralen ebenfalls nichts. Von einer Datenpanne oder einem größeren Ausfall habe ich nichts gefunden.

Was die Bewertungen zeigen, und was sie nicht zeigen

Abgelesen am 21.09.2026:

PlattformBewertungenSchnittWer bewertet dort
Trustpilot (ablefy)7034,3Anbieter und Käufer, 87 % fünf Sterne, 9 % ein Stern
Trustpilot (namotto)434,3überwiegend Käufer, 19 % ein Stern
Google2784,3gemischt, ohne Prüfung durch Google
OMR Reviews854,4Fachpublikum
Glassdoor204,2Mitarbeiter, 78 % Weiterempfehlung

Zwei Dinge dazu, die Du wissen solltest, bevor Du diese Zahlen deutest.

Erstens ist die Verteilung U-förmig. Fast nur Höchst- und Tiefstnoten, die Mitte ist praktisch leer. Bei Trustpilot 87 % fünf Sterne und 9 % ein Stern, dazwischen kaum etwas. Typisch ist das für Plattformen, bei denen es entweder reibungslos läuft oder richtig kracht.

Zweitens, und das spricht für ablefy: Trustpilot zeigt auf dem Profil ausdrücklich an, dass das Unternehmen in letzter Zeit keine Bewertungseinladungen verschickt hat. Alle Einzelbewertungen, die ich geprüft habe, tragen den Vermerk „ohne vorherige Einladung“. Das ist ein deutlich besseres Zeichen als ein aktiv eingesammelter Vierkommaneun-Schnitt.

Dann habe ich die zwanzig jüngsten Ein- und Zwei-Sterne-Bewertungen gelesen, von November 2025 bis September 2026, und hier wird es interessant, weil sich das Muster deutlich von dem unterscheidet, das ich von Digistore24 kenne.

Bei Digistore24 sind die schlechten Bewertungen fast ausnahmslos von verärgerten Käufern fremder Produkte. Bei ablefy ist es zweigeteilt.

Etwa die Hälfte kommt von Anbietern, und dort geht es fast immer um dasselbe Thema: Hineinkommen ist leicht, Herauskommen ist schwer. Konkret genannt werden: kein echter Lösch-Button, sondern nur eine Deaktivierung. Kontoschließung erst möglich, wenn alle offenen Vorgänge storniert sind, wobei das Stornieren automatisch Stornorechnungen an die eigenen Kunden auslöst. Weiterlaufende Monatsrechnungen und Mahnungen trotz Kündigungsversuch. Keine Möglichkeit, ein Konto zu pausieren.

Ein Rezensent hat es in vier Worte gefasst: „Nicht kündigen, sonst wird's anstrengend.“

Wer aussteigen will, schickt seinen eigenen Kunden also zuerst Stornorechnungen. Ungefähr so elegant, wie beim Auszug aus einer Wohnung die Heizkörper mitzunehmen.

Ein anderer schreibt von Auszahlungen, die sich „teils über mehrere Monate“ verzögert hätten.

Die andere Hälfte kommt von Käufern, und das ist das Digistore24-Muster: Kurs gekauft, Anbieter nicht erreichbar, Plattform auch nicht, dafür Mahnungen nach einer Rückbuchung.

Was mir dabei auffällt: ablefy antwortet auf diese Käuferbeschwerden regelmäßig mit dem Hinweis, man sei nur die Plattform und biete selbst keine Kurse an. Sachlich stimmt das. Es steht aber in einem gewissen Spannungsverhältnis dazu, dass namotto laut den eigenen Bedingungen Vertragspartner des Käufers ist und für Gewährleistung und Widerruf einsteht.

Zur Fairness gehört: ablefy hat 79 % der negativen Bewertungen beantwortet, meist innerhalb einer Woche. Das machen längst nicht alle.

Trustpilot-Profil von ablefy mit 703 Bewertungen, Durchschnitt 4,3 und dem Hinweis auf fehlende Bewertungseinladungen
Trustpilot am 21.09.2026: 703 Bewertungen, Durchschnitt 4,3. Trustpilot vermerkt daneben ausdrücklich, dass ablefy zuletzt keine Bewertungseinladungen verschickt hat und dass 79 Prozent der negativen Bewertungen beantwortet wurden.

Zwischendurch eine Beobachtung

Mir ist an den Beschwerden oben etwas aufgefallen. Fast alle drehen sich um den Ausstieg, um Kündigung, Auszahlung, Support.

Keine einzige dreht sich darum, dass der Kurs sich nicht verkauft hat.

Das ist der Teil, über den niemand schreibt, weil er sich schlechter vergleichen lässt als Prozentsätze. Ich habe mir 2009 einen E-Book-Shop gebaut, der technisch tadellos war und nichts verkauft hat. Seitdem interessiert mich diese Frage mehr als jede Gebührentabelle.

Was in den Nutzungsbedingungen steht und mich stutzig macht

Ich habe die Bedingungen gelesen, Stand 17.01.2025. Drei Stellen sind mir aufgefallen.

„Sämtliche Inhalte werden gelöscht“

Wörtlich heißt es dort:

„Mit der Kündigung des Kunden und der Schließung des Benutzerkontos werden sämtliche Inhalte gelöscht.“

Ein Recht auf Datenexport, eine Karenzfrist oder eine geregelte Übergabe Deiner Kundendaten habe ich in den Bedingungen nicht gefunden. Die Wörter „Export“ und „Datenmitnahme“ kommen im gesamten Text nicht vor.

Immerhin: Gekündigt werden kann laut Bedingungen jederzeit zum Folgemonat, eine Jahresbindung ist dort nicht vorgesehen. Und an anderer Stelle, im Abschnitt zu den Pflichten bei Vertragsende, steht der Satz „Bereits gezahlte Gebühren werden anteilig erstattet.“ Er bezieht sich dort auf die ordentliche Kündigung und auf eine berechtigte außerordentliche Kündigung durch ablefy, steht also nicht als allgemeine Zusage neben der Kündigungsklausel.

Trotzdem, und das ist mein wichtigster praktischer Rat aus diesem ganzen Beitrag: Exportier Deine Kundenliste regelmäßig, bevor Du sie brauchst. Das gilt übrigens für jede Plattform, nicht nur für diese.

Die Preisklausel ohne Frist

„Der Anbieter ist berechtigt, Preiserhöhungen bei bestehenden Vertragsverhältnissen durchzuführen, soweit der Anbieter den Kunden hierüber vorab informiert.“

Keine Frist. Keine Obergrenze. Kein Sonderkündigungsrecht. Es genügt also, dass Du informiert wirst, und wann genau das zu geschehen hat, bleibt offen.

Was mich daran stört, ist nicht die Klausel an sich, sondern der Vergleich mit einer anderen Klausel im selben Dokument. Für den Fall, dass ablefy den Vertrag an ein anderes Unternehmen übertragen will, sind vier Wochen Vorlauf und ein außerordentliches Kündigungsrecht binnen vierzehn Tagen vorgesehen.

Für die Übertragung also eine ausformulierte Schutzregel. Für die Preiserhöhung ein „vorab informieren“.

Erlaubt ist das, und böse gemeint vermutlich auch nicht, es zeigt nur, wo beim Aufsetzen dieses Textes die Aufmerksamkeit lag und wo eben nicht.

Die Reseller-Lücke

Das Merkwürdigste kommt zum Schluss. Die Nutzungsbedingungen gelten laut ihrer eigenen ersten Ziffer ausdrücklich nur für das Normal-Seller-Modell, also den Verkauf im eigenen Namen.

Das Wort „Reseller“ kommt im gesamten Dokument kein einziges Mal vor. Ich habe zweimal gesucht.

Was stattdessen dort steht, zeigt sogar in die entgegengesetzte Richtung:

„Der Kunde darf die Plattform nicht als Wiederverkäufer nutzen.“

Folgerichtig ist das, wenn man es genau nimmt: In diesen Bedingungen verkaufst Du selbst, und Wiederverkauf ist Sache von namotto. Für Dich als Leser heißt es trotzdem, dass die AGB auf ablefy.io nicht das Modell abdecken, in dem die meisten Umsätze laufen.

Eine eigene Anbieter-Vereinbarung für das Reseller-Modell habe ich auf der Seite nicht gefunden. Öffentlich stehen dort nur die Endkunden-Bedingungen von namotto, und die regeln das Verhältnis zwischen namotto und dem Käufer. Was zwischen Dir und namotto gilt, steht öffentlich nirgends.

Wenn Du im Reseller-Modell verkaufst, lass Dir den Vertrag zeigen, der für Dich gilt. Ich konnte ihn nicht finden.

ablefy, Digistore24, CopeCart, Coachy oder Memberspot?

Die meistgestellte Frage in diesem Feld, deshalb ein eigener Abschnitt. Alle Zahlen vom 21.09.2026.

Wichtig für den Vergleich: Coachy und Memberspot sind keine Zahlungsabwickler. Sie hosten Deine Kurse, aber für die Bezahlung brauchst Du zusätzlich Digistore24 oder einen vergleichbaren Anbieter, was in Vergleichslisten regelmäßig unterschlagen wird und den Preisvergleich komplett verzerrt.

AnbieterGrundgebührJe VerkaufZahlung inklusive
ablefy Sell27 € / Mo.ab 2,7 % + 0,50 €ja
ablefy Create & Sellab 59 € / Mo.ab 2,7 % + 0,50 €ja
Digistore24keine7,9 % + 1 € bis 400 €, darüber 4,9 %ja
CopeCartkeine4,9 % + 1 €ja
Coachy Premium42 € / Mo. netto (35 € bei Jahreszahlung)nichtsnein
Memberspot Starter49 € / Mo. netto (39 € bei Jahreszahlung)nichtsnein

Rechnen wir das ehrlich durch, an fünfzig Verkäufen à 197 Euro, also 9.850 Euro Monatsumsatz:

KombinationMonatliche Gesamtkosten
ablefy Create & Sell, alles aus einer Hand685,60 €
Coachy Premium plus Digistore24870,15 €
Memberspot Starter plus Digistore24877,15 €

Das überrascht vermutlich, deshalb sage ich es deutlich: Bei dieser Konstellation ist ablefy komplett günstiger als eine Kursplattform plus Digistore24.

Um rund 185 Euro im Monat. Im Jahr sind das 2.200 Euro, und dabei hast Du ein System statt zwei.

Ein Hinweis zu CopeCart, weil er in keinem Vergleich steht, den ich gefunden habe: CopeCart arbeitet mit einem risikobasierten Aufschlagssystem. Je nach Rückbuchungsquote, Erstattungsquote und Zahl der Anwaltsfälle wird ein Konto in eine von vier Stufen eingeordnet. Stufe eins kostet nichts extra, Stufe vier acht Prozentpunkte Aufschlag und kann zur Aussetzung von Auszahlungen führen. Bemerkenswert an der Gewichtung: Anwaltsfälle machen die Hälfte des Risikoscores aus.

Die 4,9 % sind also der Bestfall, nicht der Normalfall. Das ändert nichts daran, dass CopeCart in meinen Rechnungen vorne liegt, aber es gehört dazu.

Was ich ablefy zugutehalte

Damit das hier nicht einseitig wird, und weil die folgenden Punkte echt sind:

Der Preis für mittlere Bestellwerte ist stark. Bei Produkten zwischen hundert und tausend Euro ist ablefy deutlich günstiger als Digistore24, und der Abstand ist vierstellig im Jahr.

Alles aus einer Hand ist real, nicht nur Marketing. Kursplattform, Bezahlseite, Zahlungsabwicklung, Rechnung, Steuer, Mahnwesen, Community. Wer das einzeln zusammensteckt, zahlt in Summe mehr und hat drei Schnittstellen, die kaputtgehen können.

Die Gebührenliste ist vollständig. Sie liegt hinter einem Klick, aber sie ist da, sie ist in Euro und Prozent angegeben, und sie nennt auch die unangenehmen Positionen wie Rückbuchungen und Fremdwährung. Mehr Offenheit, als ich bei manchem Wettbewerber finde.

Keine eingekauften Bewertungen. Trustpilot bestätigt ausdrücklich, dass keine Einladungen verschickt wurden. Bei einem Schnitt von 4,3 aus 703 unaufgeforderten Stimmen ist das ein echtes Signal.

Gute Reaktionsquote. 79 % der negativen Bewertungen beantwortet, meist binnen einer Woche.

Deutscher Anbieter, deutsches Register, europäisches Hosting. Bei einer Plattform, die Deine Kundendaten und Dein Geld hält, ist das mehr wert als ein Prozentpunkt.

Meine Kritikpunkte

Genauso konkret die andere Seite.

Das Zweiklassensystem ist der schwerwiegendste Punkt. Bestandskunden zahlen bei vergleichbarem Umsatz vierstellig mehr im Jahr und können laut Hilfe-Center nicht wechseln. Wenn ein Anbieter sein Preismodell verbessert, sollten die Leute, die ihn groß gemacht haben, nicht die Letzten sein, die davon profitieren.

Die wichtigen Gebühren liegen hinter einem Klick. 2,7 % steht in Großschrift auf der Seite. Dass daraus im Reseller-Modell mit Rechnungsstellung 5,6 % werden und mit Klarna 9,5 %, steht in einem zugeklappten Bereich.

Das Hilfe-Center ist an mehreren Stellen veraltet oder widersprüchlich. Zwei Artikel nennen unterschiedliche Sicherheitseinbehalte. Ein dritter rechnet mit einem Plan, den es nicht mehr gibt. Und der Artikel über die Preismatrix zeigt die Preismatrix nicht.

Für die Reseller-Konstellation gibt es öffentlich keinen Anbietervertrag. Die Nutzungsbedingungen decken ausdrücklich nur das Normal-Seller-Modell ab, also genau die Variante, die die meisten Anbieter am Ende gar nicht nutzen, weil das Reseller-Modell ihnen Umsatzsteuer und Rechnungen abnimmt. Eine merkwürdige Lücke.

Die Kündigung ist das, worüber sich am meisten Anbieter beschweren. Löschung nur nach Bereinigung aller offenen Vorgänge, keine Pausierung, und Inhalte werden bei Kontoschließung gelöscht ohne geregeltes Exportrecht.

Für Kleinstpreise ist es die falsche Plattform. Unter fünfzig Euro Bestellwert frisst die Grundgebühr den Vorteil auf.

Und weil das hier ein Beitrag über Kosten ist, der drei Stellen hat, an denen ich etwas anbiete: Die 27 Euro im Monat sind schnell entschieden. Die Frage, ob Dein Kurs überhaupt gekauft wird, ist die teurere.

Falls Du an dieser Stelle stehst, hol Dir meine E-Mail-Serie. Wenn Dein Produkt dagegen bereits läuft, brauchst Du mich nicht, sondern nur einen Taschenrechner und die Tabellen weiter oben.

Ein Berater, der Dir sagt, dass Du ihn nicht brauchst, ist selten. Ich weiß.

Für wen ablefy passt und für wen nicht

ablefy könnte zu Dir passen, wenn Du…

  • Bestellwerte zwischen 100 und 1.000 Euro hast und mehr als 1.500 Euro im Monat umsetzt
  • Kurse oder einen Mitgliederbereich hostest und alles an einem Ort haben willst
  • Dich nicht um Umsatzsteuer, Rechnungen und Mahnwesen kümmern willst
  • international verkaufst und die Steuerabwicklung abgeben möchtest
  • heute neu startest und damit im neuen Preismodell landest

ablefy passt NICHT zu Dir, wenn Du…

  • Produkte unter fünfzig Euro verkaufst, erst recht unter zwanzig
  • weniger als etwa 1.500 Euro Monatsumsatz machst, weil die Grundgebühr sich nicht trägt
  • vor dem 1. September 2026 registriert bist, im Essential-3.0-Tarif sitzt und niemand Dir einen Wechsel anbietet
  • Deine Kurse bereits woanders hostest und nur eine Zahlungsabwicklung brauchst, denn dafür ist CopeCart günstiger
  • ein Geschäftsmodell hast, bei dem Du jederzeit ohne Reibung aussteigen können musst

Mein Fazit

Ich habe diesen Beitrag nicht geschrieben, um ablefy schlechtzureden. Die Plattform kann viel, sie ist für einen großen Teil ihrer Zielgruppe preislich attraktiv, und sie ist in einem Punkt vorbildlich, an dem viele Wettbewerber schwächeln: Sie kauft ihre guten Bewertungen nicht ein.

Mein Urteil hängt davon ab, wo Du stehst.

Startest Du heute neu, hast Bestellwerte über hundert Euro und mehr als 1.500 Euro Monatsumsatz? Dann ist ablefy ein ernsthafter Kandidat, und zwar ein günstigerer als Digistore24. Rechne mit der Tabelle weiter oben nach, mit Deinen Zahlen, nicht mit meinen.

Verkaufst Du Kleinpreisiges oder fängst Du gerade erst an? Dann zahlst Du eine Grundgebühr für Leistung, die Du noch nicht brauchst, und mein Rat ist in diesem Fall denkbar einfach: Fang ohne Grundgebühr an und wechsle erst, wenn sich der Wechsel rechnet.

Bist Du Bestandskunde im Essential 3.0? Dann ist Deine Hausaufgabe, beim Support schriftlich nachzufragen, ob ein Wechsel möglich ist, und zwar bevor Du irgendetwas anderes an Deinem Setup änderst, weil davon abhängt, ob sich der Rest überhaupt lohnt.

Bei zehntausend Euro Monatsumsatz geht es um rund 1.600 Euro im Jahr. Dafür lohnt sich eine E-Mail.

Und ganz unabhängig davon, für welche Plattform Du Dich entscheidest:

Keine Plattform verkauft Dein Produkt.

Kein Tarif macht Dein Angebot besser.

Keine Zahlungsabwicklung ersetzt einen Menschen, der Dir vertraut.

Das bleibt Deine Arbeit. Auf jeder Plattform, zu jedem Prozentsatz.

Hast Du eigene Erfahrungen mit ablefy oder elopage gemacht? Schreib sie in die Kommentare, besonders wenn Du Bestandskunde bist und weißt, ob ein Wechsel möglich ist. Ich bin gespannt. 🙂

Zum Schluss

Wenn Du bis hierher gelesen hast, rechnest Du nach, bevor Du unterschreibst. Gute Eigenschaft, und seltener als man denkt.

Wend dieselbe Sorgfalt auf den Kurs selbst an, dann wird die Plattformfrage zur Nebensache. Wie das geht, steht in meiner dreiteiligen E-Mail-Serie.

Drei Mails, kostenlos, Abmeldung mit einem Klick. Mehr als Deine E-Mail-Adresse kostet Dich das nicht.

Häufige Fragen zu ablefy

Was kostet ablefy im Monat?

Seit dem 1. September 2026 kostet der Plan „Sell“ 27 Euro im Monat, „Create & Sell“ beginnt bei 59 Euro und steigt mit der Mitgliederzahl auf 119, 229 und ab 397 Euro. Dazu kommen 2,7 % plus 0,50 Euro je erfolgreicher Standardzahlung. Wer im Reseller-Modell verkauft und die automatische Rechnungsstellung nutzt, zahlt je Verkauf 5,6 % plus 1,50 Euro.

Ist ablefy seriös?

Nach allem, was ich prüfen konnte: ja. ablefy ist eine seit 2013 im Handelsregister eingetragene deutsche GmbH mit Sitz in Berlin, hat 2021 eine Finanzierungsrunde über 32 Millionen Euro abgeschlossen und kommt bei 703 unaufgeforderten Trustpilot-Bewertungen auf 4,3 Sterne. Eine Verbandsklage oder ein Verfahren einer Verbraucherzentrale liegt nicht vor. Drei Zivilurteile gegen die Reseller-Tochter namotto gibt es sehr wohl, und in allen dreien ging es um Coaching-Verträge fremder Anbieter, nicht um das Verhalten der Plattform gegenüber ihren eigenen Kunden.

Warum heißt elopage jetzt ablefy?

Die Plattform wurde Ende 2024 umbenannt, die Handelsregister-Änderung von Elopage GmbH auf ablefy GmbH datiert vom 20. November 2024, die Pressemitteilung vom 21. November 2024. Es handelt sich um dasselbe Unternehmen unter neuem Namen. Der Name setzt sich laut Anbieter aus „able“ und „fy“ zusammen. Deine bestehenden Zugänge, Produkte und Verträge sind davon nicht betroffen.

Was ist der Unterschied zwischen Sell und Create & Sell?

„Sell“ deckt Verkauf, Zahlung, Rechnung und Automatisierung ab. „Create & Sell“ enthält alles davon und zusätzlich Kurse, Lerninhalte, Mitgliederbereiche und Community direkt bei ablefy. Wenn Du Deine Inhalte woanders hostest oder persönlich lieferst, reicht „Sell“, und der Preisunterschied von mindestens 32 Euro im Monat bleibt in Deiner Tasche.

Wie hoch sind die Transaktionsgebühren bei ablefy?

Die Standardgebühr beträgt 2,7 % plus 0,50 Euro. Dazu kommen je nach Konstellation: 0,4 % für die automatische Rechnungsstellung, 2,5 % plus 1,00 Euro für das Reseller-Modell, 2,9 % plus 0,50 Euro bei Klarna oder Kauf auf Rechnung, 2,0 % bei Fremdwährung. An einem Verkauf über 197 Euro reicht die Spanne damit von 5,82 Euro bis 18,75 Euro.

Ist ablefy günstiger als Digistore24?

Kommt auf Deinen Bestellwert und Deinen Umsatz an. Bei einem Bestellwert von 197 Euro und fünfzig Verkäufen im Monat zahlst Du bei ablefy 653,60 Euro gegenüber 828,15 Euro bei Digistore24, also 2.094 Euro weniger im Jahr. Bei Produkten unter fünfzig Euro und bei Monatsumsätzen unter etwa 1.500 Euro ist Digistore24 günstiger, weil dort keine Grundgebühr anfällt.

Kann ich als Bestandskunde in die neuen Pläne wechseln?

Laut Hilfe-Center von ablefy gilt: „Ein Planwechsel ist nur zwischen den 3.0-Plänen möglich.“ Die neue Preisstruktur gilt ausdrücklich für Anbieter, die sich ab dem 1. September 2026 registriert haben. Eine öffentlich dokumentierte Möglichkeit, aus den alten in die neuen Pläne zu wechseln, habe ich nicht gefunden. Frag beim Support nach und lass Dir die Antwort schriftlich geben.

Wann zahlt ablefy aus?

Beim Verkauf im eigenen Namen kannst Du die Auszahlung selbst auslösen, allerdings nur für Beträge, die älter als sieben Tage sind. Im Reseller-Modell wird einmal im Monat ausgezahlt, mit einem Sicherheitseinbehalt. Zu dessen Dauer nennen zwei Hilfe-Center-Artikel unterschiedliche Angaben: einmal anfänglich 40 Tage mit späterer Reduzierung auf 14 oder 30 Tage, einmal pauschal 30 Tage.

Wie kündige ich ablefy?

Laut Nutzungsbedingungen kannst Du jederzeit mit Wirkung zum Folgemonat kündigen, in Textform oder über das Support-Formular. Eine Jahresbindung ist dort nicht vorgesehen, bereits gezahlte Gebühren werden anteilig erstattet, in der Praxis aber berichten Anbieter auf Trustpilot von Schwierigkeiten, weil das Konto erst geschlossen wird, wenn keine offenen Transaktionen mehr vorliegen. Exportiere Deine Kundendaten vorher, denn laut Bedingungen werden bei der Kontoschließung sämtliche Inhalte gelöscht.

Wer ist namotto und warum steht der Name auf meiner Rechnung?

namotto ist die Reseller-Tochtergesellschaft von ablefy. Im Reseller-Modell kauft namotto dem Anbieter das Produkt im Moment des Verkaufs ab und wird damit Vertragspartner des Käufers. Deshalb steht auf Rechnung und Kontoauszug „namotto“ und nicht der Name des Coaches oder Kursanbieters. Zwei Gesellschaften dieses Namens sind es sogar, beide mit Sitz in Berlin unter derselben Adresse wie ablefy.

Gibt es Alternativen zu ablefy?

Für die reine Zahlungsabwicklung sind Digistore24 und CopeCart die naheliegenden Alternativen, beide ohne Grundgebühr. Für das Hosting von Kursen kommen Coachy ab 42 Euro und Memberspot ab 49 Euro im Monat infrage, allerdings ohne Zahlungsabwicklung, die Du dann zusätzlich brauchst. Welche Kombination für Dich günstiger ist, hängt von Bestellwert und Umsatz ab.

Den direkten Zweikampf habe ich separat durchgerechnet: ablefy oder Digistore24, inklusive der beiden Schnittpunkte und der Frage, was ein Plattformwechsel tatsächlich kostet.

Gibt es eine kostenlose Version von ablefy?

Nein. Vierzehn Tage zum Testen, danach wird der günstigste Plan „Sell“ mit 27 Euro im Monat fällig. Kostenlose Produkte lösen zwar keine Transaktionsgebühr aus, die monatliche Grundgebühr fällt aber trotzdem an, auch in einem Monat ohne einen einzigen Verkauf.

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

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