Wie Du den richtigen Preis für Deinen Online-Kurs findest

Du hast einen tollen Online-Kurs erstellt oder planst gerade einen, und fragst Dich jetzt, wie viel Du dafür verlangen sollst?

Die kurze Antwort, damit Du sie gleich hast: Für Deinen ersten eigenen Online-Kurs sind 200 bis 300 Euro der Bereich, in dem die Rechnung am besten aufgeht.

Wer nach Online-Kurs Preisen sucht, findet Spannen von 20 bis 2.000 Euro und keine Begründung dazu. Wie ich auf meine Zahl komme, rechne ich Dir auf dieser Seite Schritt für Schritt vor. Denn die Zahl allein hilft Dir wenig. Was Dir hilft, ist die Rechnung dahinter, weil Du sie auf Dein eigenes Thema anwenden kannst.

Die meisten Online-Kurs-Ersteller schätzen oder orientieren sich einfach an der Konkurrenz. Kein guter Plan, denn die Preisgestaltung kann maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg Deines Online-Kursgeschäfts entscheiden.

Nach dem Lesen dieses Beitrags weißt Du, was der beste Preis für Deinen Online-Kurs ist und hast somit einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Christian Költringer an seinem Schreibtisch in seinem Büro in Salzburg

Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Geschäft und seit 2016 lebe ich davon. Die Kaufraten, mit denen ich hier rechne, stammen aus meinen eigenen Verkäufen digitaler Produkte, nicht aus einer Studie.

Und damit wir uns richtig verstehen: Ich verkaufe selbst Online-Kurse und habe ein Interesse daran, dass Du einen erstellst. Werbe- oder Partnerlinks findest Du auf dieser Seite keine.

Stand: 24. September 2026. Die Kaufraten stammen aus meinen eigenen Verkäufen seit 2008. Die Diagramme zeigen das Prinzip dahinter und sind keine Messkurven, deshalb stehen an ihren Achsen auch keine Zahlen. Die Angaben zu Umsatzsteuer und Preisangaben sind auf dem Stand von September 2026 und ersetzen keine Beratung. Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

200 bis 300 Euro. Dort treffen sich die beiden Kurven, auf die es ankommt: die Kaufrate, die mit steigendem Preis sinkt, und die Produktionskosten, die mit steigendem Preis explodieren.

Die Frage „Wie viel soll ich verlangen?“ ist die falsche Frage. Die richtige lautet: Wie viele Menschen muss ich erreichen, damit dieser Preis ein Einkommen ergibt?

Meine Erfahrungswerte für die Kaufrate: rund 5 % bei einem 5-Euro-Kurs, 2,5 % bei 70 Euro, 0,1 % bei 2.000 Euro. Weiter unten rechnet ein Werkzeug damit für Dich, auf Wunsch auch rückwärts: Du sagst ihm, wie viele Menschen Du erreichst, und bekommst Deinen möglichen Umsatz.

Alle Zahlen hier sind Umsatz, nicht Gewinn, und sie gelten über die gesamte Laufzeit Deines Kurses, nicht pro Monat.

Ein 5-Euro-Kurs ist der teuerste Fehler. Für 10.000 Euro Umsatz müsstest Du damit 40.000 Menschen erreichen. Bei 70 Euro sind es 5.720.

Der Preis ist auch eine Rechtsfrage. Gegenüber Verbrauchern gilt der Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer, und als Kleinunternehmer schreibst Du etwas anderes daneben.

Ein hochpreisiger Kurs ist ein gutes Ziel, aber ein schlechter Anfang. Der kürzeste Weg dorthin führt über zwei, drei günstigere Kurse.

Kurz vorweg: Für wen diese Rechnung gedacht ist

  • Für Dich, wenn Du einen Selbstlernkurs verkaufst oder planst, den Deine Kunden in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten.
  • Nur eingeschränkt, wenn Du eine Live-Schulung, ein Webinar oder ein Gruppenprogramm mit festen Terminen anbietest. Da rechnet man anders, und weiter unten steht, wie.
  • Noch nicht, wenn Dein Kursthema noch nicht feststeht. Dann fang bei der Ideenfindung an, der Preis läuft Dir nicht davon.

Was, wenn Du einen eigenen, gefragten Online-Kurs hättest und jeden Tag mindestens einen Zugang für 200 € verkaufst?

Ich schicke Dir meine kostenlose dreiteilige E-Mail-Serie, in der ich Dir zeige, wie Du einen hochwertigen Online-Kurs erstellst und verkaufst. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Es gibt im Prinzip drei Punkte, die Du wissen musst, um die Preisgestaltung von digitalen Produkten zu beherrschen.

1. Beginne, bessere Fragen zu stellen

Die meisten Menschen stellen sich die Frage: „Wie viel sollte ich für meinen Online-Kurs verlangen?“

Und das ist bereits die falsche Frage. Nähern wir uns also Schritt für Schritt den RICHTIGEN Fragen.

Der erste Schritt ist es, über einen bestimmten Betrag nachzudenken. Eine bestimmte Verdienstmarke, die Du erreichen möchtest.

Ich nehme 10.000 € als Betrag, weil das einfach zu rechnen ist und eine Summe, die die meisten Selbstständige und Blogger erreichen wollen. Eine Rechengröße, kein Versprechen. Nimm für Dich ruhig 3.000 € oder 5.000 €, die Logik bleibt dieselbe.

Die erste gute Frage, die Du Dir stellen kannst, könnte also lauten: „Was braucht es, um meine ersten 10.000 € zu verdienen?“

Lass uns also über verschiedene Preispunkte nachdenken. Beginnen wir ganz unten und nehmen an, dass Dein Online-Kurs nur 5 € kostet (mir ist schon klar, dass das zu billig ist 😉).

  • Bei 5 € benötigst Du 2.000 Verkäufe, um 10.000 € zu verdienen.
  • Bei 70 € benötigst Du 143 Verkäufe.
  • Bei 2.000 €, was eine Menge Holz ist, brauchst Du nur noch 5 Verkäufe.

Je höher der Preis ist, desto weniger Verkäufe brauchst Du also. Einfach, oder?

Und jetzt denkst Du Dir vielleicht: „Es scheint viel schwieriger zu sein, 2.000 Leute zu finden, die meinen 5 € Online-Kurs kaufen, als nur fünf Leute zu finden, die mir jeweils 2.000 € geben.“

Und weißt Du was? Du hast recht.

Aber wenn das so ist, warum verlangst Du dann nicht einfach 10.000 € für Deinen Online-Kurs und brauchst nur einen einzigen Kunden?

Klingt logisch, aber bei dieser Rechnung fehlt noch etwas.

Kommen wir zum zweiten Punkt, den wir beachten müssen.

2. Die Kaufrate

Wenn es um die Preisgestaltung geht, müssen wir auch darüber nachdenken, wie sich die Kaufrate Deines Online-Kurses ändert, wenn sich der Preis ändert.

Die Kaufrate sagt aus, wie viele von 100 Leuten Deinen Online-Kurs auch tatsächlich kaufen. Kommen also 100 Leute auf Deine Verkaufsseite und bestellen zwei davon Deinen Kurs, dann hast Du eine Kaufrate von 2 %.

Wir haben zwei Achsen:

  • Den Preis, der von sehr günstig bis sehr teuer reicht.
  • Die Kaufrate, die von sehr gering bis sehr hoch reicht.

In der folgenden Abbildung können wir sehen, wie die Beziehung zwischen Kaufrate und Preis NICHT aussieht.

Diagramm mit einer geraden Linie von hoher Kaufrate bei günstigem Preis zu geringer Kaufrate bei teurem Preis
So sieht es eben nicht aus: eine gerade Linie würde bedeuten, dass der Preis am Ende egal ist.

In der Praxis handelt es sich nämlich nie um eine lineare Beziehung, also nie um eine gerade Linie, bei der doppelter Preis genau halb so viele Käufer bedeutet.

Wenn dies der Fall wäre, dann wäre der Preis im Grunde egal, denn das würde folgendes bedeuten: Wenn Du 100 € verlangst und 100 Leute Deinen Online-Kurs kaufen und Du dann den Preis auf 1.000 € änderst, dann automatisch nur 10 Leute kaufen und Du am Ende somit immer die exakt gleichen Einnahmen hättest.

Das ist weit weg von der Realität.

Es gibt zwei Faktoren, die wir berücksichtigen müssen, um ein genaueres Diagramm zu erhalten.

Die abfallende Kurve

Das heißt, wenn wir zu Beginn von einem niedrigeren Preis zu einem etwas höheren Preis übergehen, werden wir einen größeren Rückgang der Kaufrate feststellen als später, wenn wir von einem mittleren Preis zu einem hohen Preis übergehen.

Es handelt sich also um eine sanft abfallende Kurve und nicht um eine gerade Linie.

Diagramm mit einer steil abfallenden und dann flach auslaufenden Kurve der Kaufrate
So sieht es wirklich aus: Der Absturz passiert am unteren Ende, danach läuft die Kurve flach aus.

Der Einbruch

Es gibt einen starken Einbruch der Kaufrate von 0 € bis zu einem beliebigen Eurobetrag.

Das ist der größte Einbruch bei den Kaufraten, den wir sehen werden. Selbst wenn Du nur 1 € für Dein Produkt verlangst, wird die Kaufrate deutlich niedriger sein, als wenn Dein Produkt kostenfrei ist.

Diagramm mit zwei Kurven: kostenloses Angebot mit zweistelliger Kaufrate, kostenpflichtiges Angebot deutlich darunter
Der größte Sprung liegt zwischen kostenlos und einem einzigen Euro, nicht zwischen 100 und 200 Euro.

Wenn Du ein gutes kostenfreies Angebot hast, zum Beispiel ein Freebie für den Eintrag in Deinen E-Mail-Verteiler, dann sind zweistellige Eintragungsraten normal, vorausgesetzt die Besucher interessieren sich wirklich für Dein Thema.

Und mit „Eintragungsrate“ ist wieder der Prozentsatz der Leute gemeint, die sich Dein Freebie tatsächlich herunterladen.

Wenn Du aber für Dein Freebie plötzlich 1 € oder noch weniger verlangst, wird die Eintragungsrate mit Sicherheit in den Keller gehen.

Die wichtigste Erkenntnis ist also, dass es sich nicht um eine lineare Beziehung zwischen Preis und Kaufrate handelt. Wenn Du den Preis für Deinen Online-Kurs verdoppelst, halbiert sich nicht automatisch die Kaufrate und umgekehrt.

Und jetzt die Rechnung, auf die alles hinausläuft

Angenommen Dein Online-Kurs kostet nur 5 € und Du hast eine anständige Verkaufsseite. Und nehmen wir weiter an, dass Du eine Kaufrate von 5 % hast. Von 100 Leuten, die Dein Angebot sehen, kaufen also fünf den Kurs.

Eine etwas niedrige Kaufrate, aber durchaus realistisch. Mehr erwartet?

Das bedeutet also, dass Du 40.000 Menschen erreichen musst, um 2.000 Verkäufe zu erzielen und die angestrebten 10.000 € zu verdienen. Wow!

Die entscheidende Frage dabei ist also: „Wie viele Menschen muss ich erreichen, um 10.000 € Umsatz zu machen?“

Was „erreichen“ hier genau heißt

Gemeint sind Menschen, die tatsächlich auf Deiner Verkaufsseite landen. Nicht Menschen, die Dich kennen. Dieser Unterschied geht gerne unter, und er ist teuer.

Wenn Du 300 Kundinnen in der Kartei hast und alle einen Hinweis bekommen, ruft davon vielleicht jede Fünfte die Seite auf. Aus 300 Kontakten werden so 60 Besucher. Rechne bei eigenen Kontakten mit 10 bis 30 Prozent, je nachdem, wie direkt Du sie ansprichst.

Alle Zahlen unten sind also Seitenbesucher. Die Zahl Deiner Kontakte muss deutlich höher liegen.

PreisKaufrateNötige Reichweite
5 €5 %40.000 Menschen
70 €2,5 %5.720 Menschen
2.000 €0,1 %5.000 Menschen

Bei einem Produktpreis von 70 € gehe ich von einer Kaufrate von 2,5 % aus. Das ist zwar eine Annahme, die aber auf meiner Erfahrung im Verkauf von digitalen Produkten seit 2008 basiert. Sie kann auch etwas höher oder etwas darunter sein, aber der Bereich ist absolut realistisch.

Erkennst Du, wie das Zusammenspiel funktioniert?

Du musst deutlich weniger Menschen erreichen, um den gleichen Umsatz zu erzielen, nur weil der Produktpreis von 5 € auf 70 € steigt.

Überleg mal, wie schwer es ist, 40.000 Menschen zu erreichen! Es ist für „Normalos“ wie Dir und mir fast unmöglich:

  • Einen Blog-Beitrag zu schreiben, den 40.000 Menschen sehen.
  • Ein YouTube-Video aufzunehmen, das sich 40.000 Menschen anschauen.
  • Deinen Post auf Facebook abzusetzen, den 40.000 Menschen lesen.

Ich weiß nicht, wie es Dir dabei geht, aber wenn ich versuchen müsste, 40.000 Menschen auf meine Verkaufsseite zu locken, um 10.000 € zu verdienen, dann frage ich mich, ob das all die Mühe wert ist!

Und falls Du an dieser Stelle denkst, dass Du keine 40.000 Menschen erreichst, sondern dreihundert: Das ist nicht das Ende der Rechnung, sondern ihr Sinn. Das Kapitel „Was, wenn Du heute nur 300 Menschen erreichst?“ weiter unten ist genau dafür da, und der Rechner davor kann auch in diese Richtung rechnen.

Andererseits ist es deutlich einfacher, die 5.720 Menschen zu erreichen, die bei 70 € und einer Kaufrate von 2,5 % nötig sind. Wenn ich ehrlich bin, kann ich heute mit nur einem Klick mehr als 6.000 Leute erreichen, weil ich seit vielen Jahren auf E-Mail-Marketing setze.

Und was passiert, wenn Dein Online-Kurs 2.000 € kostet? Die Kaufrate wird bei weitem nicht bei 2,5 % liegen, ich tendiere eher in Richtung 0,1 %. Aber das bedeutet immer noch, dass wir nur 5.000 Menschen erreichen müssen.

Die erforderliche Reichweite sinkt also selbst dann, wenn unsere Kaufrate stark sinkt, weil wir den Preis stark erhöhen.

Diese Rechnung deutet also darauf hin, dass höhere Preise im Allgemeinen besser sind, und das kann ich so unterschreiben (frag Apple! 😉). Höhere Preise bedeuten in der Regel weniger Arbeit, um den gleichen Geldbetrag zu erreichen.

Aber uns fehlt noch ein entscheidendes Teil, um das Preisrätsel vollständig zu lösen.

3. Die Produktionskosten

Schauen wir uns dazu die Beziehung zwischen dem Preis und den Produktionskosten an, die für die Herstellung eines Produkts dieses Preisniveaus erforderlich sind.

Wenn Du eine einfache Verkaufsseite zusammenstellst und ein E-Book für 5 € verkaufst, das zwar schlecht formatiert ist, aber guten Inhalt hat, werden Deine Kunden es kaufen. Sie werden es als charmant bezeichnen und es mögen.

Diagramm mit sehr geringen Produktionskosten bei einem Produktpreis von 5 Euro
Bei 5 € reicht, was Du selbst hinbekommst. Die Produktionskosten sind fast bei null.

Das bedeutet, dass Du bei einem billigen Produkt die ganze Arbeit selbst machen kannst. Selbst wenn Du kein Profi bist und das Produkt ein wenig amateurhaft aussieht, kann es funktionieren, solange die Substanz des Produkts gut ist.

Aber je mehr Geld Du für Deinen Online-Kurs verlangst, desto höher werden die Produktionskosten.

Diagramm mit sehr hohen Produktionskosten bei einem Produktpreis von 2.000 Euro
Bei 2.000 € erwartet der Käufer ein anderes Niveau. Die Produktionskosten schnellen hoch.

Überleg mal: Wenn jemand 2.000 € auf den Tisch legt, dann muss das Produkt wirklich hochwertig und ausgefeilt sein. Das Design muss exzellent, die Verkaufstexte wirklich professionell sein. Das gesamte Kundenerlebnis, die Art und Weise, wie alles aussieht und sich anfühlt, muss wirklich großartig sein.

Kurz gesagt: Um ein Produkt für 2.000 € zu erstellen, brauchst Du bestimmt externe Hilfe oder ein Team. Du musst also Leute für bestimmte Leistungen bezahlen. Ich denke da an Dinge wie Design, Technik und Support.

Diagramm mit exponentiell ansteigenden Produktionskosten bei steigendem Produktpreis
Die Kurve beginnt flach und steigt dann immer steiler an, je teurer das Produkt wird.

Die Produktionskosten für ein 100 € Produkt sind nicht viel höher als für ein 10 € Produkt, sie sind aber massiv höher für ein 2.000 € Produkt oder gar ein 10.000 € Produkt.

Wichtig, damit hier kein Missverständnis entsteht

Worüber wir hier reden, ist es, gute und qualitativ hochwertige Online-Kurse zu entwickeln. Also Kurse, die Deine Kunden wirklich mögen und ihnen tatsächlich helfen, ihre Ziele zu erreichen. Und dieser Aspekt ist unabhängig vom Produktpreis.

Wenn Du Schokolade für 1 € kaufst, dann möchtest Du, dass die Schokolade lecker schmeckt. Wenn Du für ein Auto 50.000 € hinlegst, dann möchtest Du ein tolles Auto, das lange fährt und keine Probleme macht.

Warum 200 bis 300 Euro der beste Bereich sind

Lass uns jetzt unsere beiden Diagramme kombinieren.

Diagramm mit beiden Kurven: fallende Kaufrate und steigende Produktionskosten über dem Produktpreis
Beide Kurven in einem Bild: die Kaufrate fällt, die Produktionskosten steigen.

Wir können sehen, wie die Produktionskosten mit dem Produktpreis steigen und wir können sehen, wie die Kaufrate sinkt, wenn der Produktpreis steigt.

Und vergiss nicht, dass die Kurve der Kaufrate darstellt, wie viel Arbeit wir aufwenden müssen, um genügend Leute zu erreichen.

Was ist also nun der ideale Preis für (D)einen Online-Kurs?

Wie Dir vielleicht auffällt, überschneiden sich die beiden Kurven. Und genau an dem Punkt, an dem sie sich überschneiden, liegt aus meiner Sicht der „perfekte“ Preisbereich für einen Online-Kurs. Also dort, wo wir die höchstmögliche Kaufrate für die geringstmöglichen Produktionskosten haben.

Diagramm mit dem Schnittpunkt beider Kurven und der Markierung 200 bis 300 Euro
Am Schnittpunkt liegt der Bereich zwischen 200 € und 300 €. Dort ist der Aufwand am kleinsten und das Ergebnis am größten.

Und dieser Punkt liegt in einem Bereich zwischen 200 € und 300 €. Aus zwei Gründen:

  • Du musst relativ wenig Menschen erreichen, um gutes Geld verdienen zu können.
  • Du kannst den Online-Kurs selbst erstellen und brauchst dazu kein Team oder Mitarbeiter, die nur die Produktionskosten in die Höhe treiben würden.

Wenn Du die Prinzipien eines ergebnisorientierten Online-Kurses befolgst und Dich ein wenig anstrengst, dann kannst Du einen wirklich hochwertigen Online-Kurs erstellen, den Du zum Beispiel für 299 € verkaufen kannst. Und die Leute werden ihn lieben.

Ehrlich gesagt: Die Zahl kommt nicht aus einer Formel

Wenn Du die Rechnung oben genau anschaust, fällt Dir etwas auf: Von 5 € auf 70 € fällt die nötige Reichweite von 40.000 auf 5.720. Gewaltig. Von 70 € auf 2.000 € fällt sie nur noch von 5.720 auf 5.000, obwohl der Preis auf fast das Dreißigfache steigt.

Die Reichweite entscheidet also nur die Untergrenze. Sie sagt Dir klar: alles unter rund 70 € ist Arbeit ohne Ertrag. Nach oben sagt sie fast nichts mehr.

Die Obergrenze entscheiden die Produktionskosten, und dafür gibt es keine Formel, weil sie bei jedem anders aussehen. Was ich aus meiner Praxis sagen kann: Bis etwa 300 € bekommst Du alles allein hin. Darüber fangen Käufer an, ein Niveau zu erwarten, für das Du Design, Technik oder Betreuung einkaufen musst.

Zwischen diesen beiden Grenzen liegt Dein Fenster. Und in diesem Fenster wählst Du eher oben als unten, weil mehr Preis bei gleicher Arbeit schlicht mehr Geld bedeutet. So komme ich auf 200 bis 300 €.

„Der perfekte Preis für Deinen Online Kurs“, 1:16 Minuten. Dasselbe in kurz, falls Du es lieber hörst.

Den Preis hast Du jetzt. Fehlt noch der Kurs dahinter?

In meiner kostenlosen dreiteiligen E-Mail-Serie zeige ich Dir, wie aus Deinem Fachwissen ein Online-Kurs wird, den Leute kaufen. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Der Preis-Rechner: von Deinem Preis zur nötigen Reichweite

Die Rechnung oben gilt für 10.000 € und drei Preispunkte. Deine Zahlen sind andere. Also stell sie hier ein.

Und weil die meisten, die hier landen, die Frage von der anderen Seite stellen, kann der Rechner auch rückwärts: Du sagst ihm, wie viele Menschen Du heute erreichst, und er sagt Dir, was dabei herauskommt.

Preis-Rechner für Deinen Online-Kurs

Alles rechnet in Deinem Browserfenster. Es wird nichts gesendet und nichts gespeichert.

Die Voreinstellung ist ein Beispiel, keine Erwartung. Zieh die Regler ruhig nach unten, wenn Du kleiner anfangen willst.

Welchen Umsatz willst Du mit diesem Kurs machen?

Insgesamt über die Laufzeit Deines Kurses, nicht pro Monat. Wenn Du ihn drei Jahre lang verkaufst, verteilt sich alles auf drei Jahre.

10.000 €
500 €7.500 €50.000 €

Was soll Dein Kurs kosten?

Der Preis, den der Kunde zahlt.

249 €
5 €197 €1.997 €

Mit welcher Kaufrate rechnen wir?

Es gibt hier keine richtige und keine falsche Antwort. Meine Erfahrungswerte sind die Zahlen aus dem Kapitel oben: 5 % bei 5 €, 2,5 % bei 70 €, 0,1 % bei 2.000 €. Für Preise dazwischen rechnet der Rechner die Kurve weiter. Wenn Du zum ersten Mal etwas online verkaufst, nimm „vorsichtig“, das halbiert meine Werte.

Der Rechner beantwortet eine einzige Frage: wie viele Menschen Dein Angebot sehen müssen. Nicht enthalten sind die Gebühren Deines Zahlungsanbieters, die Umsatzsteuer, Rückerstattungen und die Kosten für die Erstellung des Kurses. Als grobe Hausnummer: Von 100 € Umsatz bleiben nach Zahlungsanbieter und Rückerstattungen meist zwischen 85 € und 92 € übrig, bevor Steuern gerechnet werden.

Was, wenn Du heute nur 300 Menschen erreichst?

Diese Frage kommt sofort, wenn der Rechner 5.000 ausspuckt und Du weißt, dass auf Deiner Liste 300 Leute stehen. Oder gar keine.

Drei Antworten darauf, und alle drei sind ehrlich gemeint:

  • Die Zahl im Rechner ist keine Monatszahl. Sie ist die Summe über die gesamte Laufzeit Deines Kurses. Wenn Du drei Jahre lang verkaufst, verteilen sich die 5.000 Menschen auf drei Jahre. Das sind rund 140 im Monat.
  • Kleine Zahlen tragen mehr, als Du denkst. Ich kenne Anbieter mit unter 800 E-Mail-Abonnenten, die damit mehrere tausend Euro im Monat machen. Nicht weil sie viele erreichen, sondern weil sie die richtigen erreichen.
  • Deine eigene Kundschaft ist mehr wert als fremde Klicks. Die Kaufraten in diesem Beitrag gelten für Fremde auf einer Verkaufsseite. Bei Menschen, die Dich seit Jahren kennen und Dir vertrauen, liegen sie um ein Vielfaches höher. Dreihundert eigene Kundinnen sind deshalb nicht dasselbe wie dreihundert Besucher aus einer Suchmaschine, sondern deutlich mehr.
  • Der Preis ist Dein Hebel gegen fehlende Reichweite. Genau das ist die Botschaft der ganzen Rechnung. Wer wenig Menschen erreicht, braucht einen höheren Preis. Nicht umgekehrt. Wie Du die ersten Menschen überhaupt erreichst, steht im Beitrag über die ersten Kunden für Deinen Online-Kurs.

Viele Leute im Online-Business-Bereich denken, sie bräuchten eine riesige E-Mail-Liste und zig Tausende Follower, um etwas erreichen zu können. Ich bin seit 2008 im Online-Geschäft und habe andere Erfahrungen gemacht:

  • Ich habe im Prinzip noch nie eine große Anzahl von Menschen erreicht, wenn wir uns die Möglichkeiten des Internets ansehen.
  • Ich habe noch nie ein Video gedreht, das viral ging und Millionen von Menschen erreichte.
  • Ich habe keine Social-Media-Konten mit Millionen von Anhängern. Ich habe nicht einmal ein Instagram-Konto.

Ich kann Dinge in einem viel kleineren Maßstab tun und verdiene immer noch mehr Geld als die meisten Menschen mit einer großen Fangemeinde auf Facebook, Instagram und Co.

Ich habe mein Geschäft so aufgebaut, dass ich keine wahnsinnige Reichweite brauche, um erfolgreich zu sein, und ich empfehle Dir, das gleiche zu tun. Und Online-Kurse zu einem Preis von 200 € oder 300 € zu verkaufen, ist ein sehr guter Weg dazu.

„Wie viele Kurs-Kunden brauchst Du für 2k/Monat?“, 1:22 Minuten. Dieselbe Rechnung noch einmal mit anderen Zahlen.

Warum nicht sofort einen 2.000 € Online-Kurs verkaufen?

Die Vorstellung, mit nur 5 Verkäufen bereits 10.000 € zu verdienen, klingt verlockend, oder?

Und Du hast recht, das ist es auch.

Der erste Online-Kurs, den ich für das Projekt 365digital erstellt habe, war das A-Z Infoprodukt-System, mein bewährtes Flaggschiffprodukt zum Aufbau eines gewinnbringenden Infoprodukt-Business. Der Kurs kostet knapp 1.000 € (und ist jeden Cent wert 🙂).

Es ist eine gute Entscheidung, ein hochpreisiges Produkt in seinem Sortiment zu haben. Aber jemandem (wie Dir?), der zum ersten Mal einen Online-Kurs erstellt und keine Erfahrung damit hat, würde ich dennoch nicht empfehlen, damit zu starten.

Ich musste zunächst eine teure Software kaufen, um ein wirklich tolles Kundenerlebnis bieten und einen gut strukturierten und einfach konsumierbaren Kurs erstellen zu können. Und ich hatte davor bereits jahrelange Erfahrung mit Online-Kursen für andere Projekte in anderen Märkten.

Daher ist aus meiner Sicht der kürzeste Weg zu einem 1.000 € oder sogar 2.000 € Online-Kurs jener, zunächst zwei oder drei günstigere Online-Kurse zu erstellen und zu verkaufen. Das bringt Dir dreierlei:

  • Du sammelst Erfahrung mit dem, was Deine Kunden tatsächlich brauchen.
  • Du baust Dir einen Ruf und ein Publikum auf.
  • Du hast, wenn es soweit ist, das nötige Kleingeld für die bessere Produktion.

Die Wahrheit ist nämlich, dass viele Online-Kurs-Ersteller zu wenig für ihre Produkte berechnen, die nötige Arbeit unterschätzen oder willkürliche Preise festsetzen, die es ihnen unmöglich machen, genug Verkäufe zu erzielen. Oder sie verkomplizieren Dinge unnötig und versuchen von Beginn an Dinge zu tun, die zu unerreichbar, zu komplex oder zu kostspielig sind.

Selbst wenn Du sehr ehrgeizig bist (was gut ist), empfehle ich Dir, mit etwas Kleinem anzufangen, das es Dir leichter macht, schnell Erfolg zu haben und in Schwung zu kommen.

Noch ein Tipp zur Preisfindung: die Zahl vor dem Komma

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Produkte in der Regel immer 99 € kosten und nicht einfach 100 €? Oder 9,99 € und nicht einfach 10 €?

Nun, bei bestimmten Preisen gibt es einen psychologischen Kaufwiderstand bei uns Menschen.

Es macht für uns einen großen Unterschied in der Kaufentscheidung, ob der Preis knapp unter oder knapp über einem runden Wert liegt. Daher sehen wir immer Preise wie 9,95 €, 97 € oder ähnliches, aber nie 100 €.

Also Preise, die knapp unter einem runden Wert liegen, haben in der Regel eine höhere Kaufrate als Preise, die knapp über demselben Wert liegen. Leute kaufen das gleiche Produkt eher, wenn es 99 € kostet, als 100 €.

Bedenke das bei der Wahl Deines Preises und versuche, einfach knapp unterhalb eines runden Wertes zu bleiben. Im Fall Deines Online-Kurses können das zum Beispiel Preise sein wie:

  • 197 €
  • 249 €
  • 299 €

Raten, Einführungspreis und die spätere Preiserhöhung

Der Preis ist keine Zahl, die Du einmal festlegst und dann nie wieder anfasst. Drei Werkzeuge, die Du dabei hast:

  • Die Ratenzahlung. Drei Raten zu je 99 € statt einmal 279 € senken die Hürde spürbar, und in Summe nimmst Du mehr ein. Dein Zahlungsanbieter richtet das mit einem Klick ein. Rechne damit, dass ein kleiner Teil der Raten ausfällt.
  • Der Einführungspreis. Wenn Dein Kurs neu ist, darfst Du das sagen und dafür weniger verlangen. Nenn ihn aber als das, was er ist, und stell ihm keinen durchgestrichenen Preis daneben, den noch nie jemand gezahlt hat. Also nicht „197 statt 297“, sondern: „Dieser Kurs ist neu. In den ersten Wochen kostet er 197 €, danach 297 €. Dafür bitte ich Dich um ehrliches Feedback.“ Das ist dieselbe Botschaft, nur ohne die Stelle, die angreifbar wäre.
  • Die Preiserhöhung. Sie ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer seinen Kurs pflegt, darf ihn teurer machen. Sag Deinen bestehenden Kunden vorher Bescheid und lass ihnen ihren alten Preis. Das kostet Dich nichts und bringt Dir Empfehlungen.

Was ich Dir nicht empfehle, sind Dauerrabatte. Wenn Dein Kurs jeden Monat 40 % reduziert ist, ist der Normalpreis keiner mehr, und die Leute warten einfach auf die nächste Aktion.

Gelten dieselben Preise für Videokurs, Training, Schulung und Webinar?

Nein, und das ist der häufigste Grund, warum Preisempfehlungen aus dem Internet nicht zu Deinem Angebot passen. Die Rechnung oben gilt für den Selbstlernkurs, bei dem Deine Arbeit einmal anfällt und dann beliebig oft verkauft wird.

Was Du anbietestWas den Preis bestimmt
Videokurs zum SelbststudiumDie Rechnung auf dieser Seite. Deine Zeit steckt einmalig drin, danach zählt nur noch die Reichweite.
Online-Training oder Online-Schulung mit Live-TerminenDeine Stunden. Jeder Termin kostet Dich Lebenszeit, also rechnest Du wie bei einem Seminar: Honorar pro Tag geteilt durch die Teilnehmerzahl, plus Vorbereitung.
Webinar als EinzelveranstaltungMeistens günstig oder kostenfrei, weil es der Einstieg in etwas Größeres ist und nicht das Produkt selbst.
Kurs plus Betreuung oder GruppeDeine laufende Zeit. Hier landest Du schnell im vierstelligen Bereich, und das ist auch richtig so.
Firmenschulung für UnternehmenTagessätze statt Kurspreise. Und Achtung: als Kursgebühr gegenüber Unternehmen gelten andere Regeln als gegenüber Verbrauchern.

Die Faustregel dahinter ist einfach: Sobald Deine Zeit pro Kunde mitverkauft wird, hört die Rechnung auf dieser Seite auf zu gelten. Dann rechnest Du Deinen Stundensatz und nicht die Kaufrate.

Und was kostet es, einen Online-Kurs erstellen zu lassen?

Diese Frage kommt fast so oft wie die nach dem Verkaufspreis, deshalb kurz und ehrlich dazu. Gemeint sind die Kurskosten auf Deiner Seite: was Du zahlst, wenn Du den Kurs erstellen lässt, statt ihn selbst zu machen.

Wer einen Online-Kurs erstellen lassen will, komplett mit Konzept, Drehbuch, Aufnahme, Schnitt und Einrichtung, ist bei Agenturen schnell im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich. Damit ist die zweite Kurve aus Kapitel 3 von Anfang an oben, und Dein Kurs müsste entsprechend teuer sein, damit sich das rechnet.

Mein Rat für den ersten Kurs: Mach es selbst. Nicht aus Sparsamkeit, sondern weil Du beim ersten Mal lernst, wie Deine Kunden ticken. Diese Erfahrung kann Dir niemand abnehmen, und ohne sie gibst Du einer Agentur ein Briefing, das Du selbst noch nicht verstehst.

Was sich schon beim ersten Kurs lohnt, ist Hilfe an einer einzigen Stelle: beim Schnitt, wenn Du damit gar nichts anfangen kannst. Alles andere kannst Du.

Was beim Preis rechtlich gilt

Unspektakulär, schnell erledigt und ärgerlich, wenn man es nicht weiß. Erst also das, was Du tun kannst, die Begründungen darunter.

Das gehört zu jedem Preis, den Du öffentlich nennst:

  1. Nenne den Gesamtpreis. Also den Betrag, den Dein Kunde am Ende zahlt, inklusive Umsatzsteuer. Keine Netto-Preise gegenüber Privatkunden.
  2. Als Kleinunternehmer nennst Du einen Preis, in dem keine Umsatzsteuer steckt, und schreibst den Hinweis auf die Regelung daneben. Kein Widerspruch zu Punkt 1: Der genannte Betrag ist der Endpreis, weil nichts mehr dazukommt.
  3. Bei Ratenzahlung gehört die Gesamtsumme dazu. „3 × 99 €“ allein genügt nicht, „3 × 99 €, insgesamt 297 €“ schon.
  4. Bei einem Streichpreis bleib ehrlich. Ein durchgestrichener Preis, den nie jemand gezahlt hat, ist irreführend und angreifbar.
  5. Der Preis steht auch beim Bestellknopf, nicht nur oben auf der Seite. Dazu steht mehr im Beitrag über die Online-Kurs Verkaufsseite.

Warum der Gesamtpreis Pflicht ist

In Deutschland steht das in § 3 der Preisangabenverordnung: Wer Verbrauchern Waren oder Leistungen anbietet, hat den Gesamtpreis anzugeben. Ein Online-Kurs ist eine Leistung in diesem Sinne. Wird der Preis aufgegliedert, muss der Gesamtpreis hervorgehoben sein.

Das Prinzip stammt aus EU-Recht und gilt in Österreich genauso, dort geregelt im Preisauszeichnungsgesetz. In der Schweiz gilt die Preisbekanntgabeverordnung mit demselben Grundgedanken: Der Kunde muss sehen, was er wirklich zahlt.

Die Kleinunternehmerregelung und Deine Preisangabe

Bleibst Du unter den Grenzen, weist Du keine Umsatzsteuer aus. In Deutschland liegen sie bei 25.000 Euro Vorjahresumsatz und 100.000 Euro im laufenden Jahr, in Österreich bei 55.000 Euro brutto mit einer Toleranz bis 60.500 Euro. Stand September 2026.

Und weil „der Hinweis“ allein niemandem hilft, hier die Sätze zum Abschreiben:

  • Deutschland: „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
  • Österreich: „Umsatzsteuerbefreit aufgrund der Kleinunternehmerregelung gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG.“

Der Satz steht direkt beim Preis und noch einmal auf der Rechnung. Behalte die Grenze im Blick: Wer sie überschreitet, muss Umsatzsteuer abführen. Von 299 € bleiben Dir dann in Deutschland rund 251 € und in Österreich rund 249 €, weil dort 20 % statt 19 % anfallen. Das ist der Moment, in dem viele ihren Preis anheben müssen.

Einfacher wird es, wenn Du über einen Anbieter verkaufst, der als Wiederverkäufer auftritt. Ich nutze dafür seit 2014 Digistore24: Rechtlich verkauft dann der Anbieter an Deinen Kunden und kümmert sich um die Umsatzsteuer im jeweiligen Land.

Und was ist mit dem Rückgaberecht?

Die Frage kommt sofort, wenn man zum ersten Mal etwas Digitales verkauft: Kann jemand meinen Kurs komplett durcharbeiten und dann sein Geld zurückverlangen?

Grundsätzlich hat Dein Kunde 14 Tage Widerrufsrecht. Bei digitalen Inhalten erlischt es aber, wenn er ausdrücklich zustimmt, dass Du sofort lieferst, und bestätigt, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert. Beides muss er aktiv anklicken, ein vorangehaktes Kästchen genügt nicht. Ein Zahlungsanbieter erledigt das in seinen Einstellungen für Dich. Ausführlich steht das im Beitrag über die Online-Kurs Verkaufsseite.

Davon zu trennen ist die Geld-zurück-Garantie, die Du freiwillig gibst. Die ist ein Verkaufsargument und kostet Dich erfahrungsgemäß wenig, weil sie selten in Anspruch genommen wird.

Streichpreise: eine Entwarnung und eine Warnung

Die vielzitierte 30-Tage-Regel für Streichpreise steht in § 11 der Preisangabenverordnung. Sie verlangt, bei einer Preisermäßigung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Der Paragraf gilt aber ausdrücklich für Waren, und ein Online-Kurs ist keine Ware. Für Dich gilt sie also nicht unmittelbar.

Die Warnung gleich hinterher: Ein Streichpreis, den nie jemand gezahlt hat, ist trotzdem irreführende Werbung und kann abgemahnt werden. Die einfache Regel lautet deshalb: Streich nur durch, was vorher wirklich verlangt wurde.

Wenn Du aus einem Gesundheitsberuf kommst

Drei Dinge, die Dich betreffen und sonst nirgends stehen.

  • Deine steuerfreien Behandlungsumsätze zählen in Österreich nicht auf die Kleinunternehmergrenze. Das steht ausdrücklich in § 6 Abs. 1 Z 27 UStG: Umsätze, die nach den Ziffern 17 bis 26 steuerfrei sind, bleiben außer Ansatz. Heilbehandlungen stehen in Ziffer 19. Für Deinen Kurs zählt also nur, was Du mit dem Kurs umsetzt. Lass Dir das von Deiner Steuerberaterin für Deinen Fall bestätigen, aber geh nicht davon aus, dass Deine Praxis Dir die Grenze wegnimmt.
  • Deine Kundenkartei ist kein Werbeverteiler. Daten, die Du zur Behandlung erhoben hast, darfst Du nicht ohne Weiteres für ein Verkaufsangebot verwenden, und bei Gesundheitsdaten gilt das besonders streng. Der saubere Weg: Du fragst im Termin persönlich, ob Du Bescheid geben darfst, und trägst nur die ein, die zustimmen. Mühsamer, dafür rechtlich ruhig.
  • Klär die Haftung, bevor Du aufnimmst. Übungen, die jemand ohne vorherige Untersuchung nachmacht, sind eine andere Lage als eine Behandlung in Deiner Praxis. Was Du zeigen darfst, wie Du es formulieren musst und was in einen Hinweis gehört, sagt Dir Deine Kammer oder Dein Berufsverband in einem Telefonat.

Und der Satz, der hier dazugehört: Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater. Was hier steht, ist mein Stand vom September 2026 aus 18 Jahren eigener Praxis.

Bevor Du den ersten Zugang verkaufst, lass Deine Preisangabe und Deine Steuerfrage einmal von jemandem prüfen, der dafür haftet. Ein Termin, kein Gutachten, und er reicht einmal.

Und wenn der Preis steht, fängt die eigentliche Arbeit an.

In meiner kostenlosen dreiteiligen E-Mail-Serie zeige ich Dir den ganzen Weg: vom Fachwissen zum fertigen Kurs bis zu den ersten zahlenden Kunden. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Für wen sich diese Rechnung nicht lohnt

Ich verkaufe Online-Kurse und habe ein Interesse daran, dass Du einen erstellst. Trotzdem passt diese Rechnung nicht für jeden:

  • Du verkaufst hauptsächlich Deine Zeit. Coaching, Beratung, Betreuung: Dann rechnest Du Stundensätze und nicht Kaufraten. Der Kurs kann trotzdem ein gutes Nebenprodukt sein.
  • Du verkaufst über einen Marktplatz mit eigenem Publikum. Dort ist der Preisrahmen vorgegeben und Deine Reichweite kommt von der Plattform. Welche Wege es gibt, steht im Beitrag zum Online-Kurs verkaufen.
  • Dein Thema hat nachweislich kaum Nachfrage. Dann hilft kein Preis der Welt. Das klärst Du vorher bei der Ideenfindung. Ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, habe ich in einem eigenen Beitrag durchgerechnet.
  • Du willst bewusst etwas verschenken, um Bekanntheit aufzubauen. Auch das ist eine Entscheidung, nur eben keine Preisentscheidung.

Was Du diese Woche tun kannst

Der Preis ist in drei Abenden entschieden, wenn Du ihn nicht vor Dir herschiebst.

  • Abend 1: Leg fest, welchen Umsatz dieser eine Kurs bringen soll. Nicht Dein Lebensziel, nur dieser Kurs. Schreib die Zahl auf.
  • Abend 2: Geh mit dieser Zahl in den Rechner oben und probier drei Preise durch. Notiere zu jedem die nötige Reichweite.
  • Abend 3: Wechsel im Rechner auf „Ich weiß, wie viele ich erreiche“, trag Deine heutige Zahl ein und probier dieselben drei Preise noch einmal. Jetzt siehst Du nicht, was Dir fehlt, sondern was beim ersten Durchgang drin ist. Der Preis mit dem besten Ergebnis ist Deiner. Rund ihn auf eine Zahl knapp unter einem vollen Hunderter ab.

Fazit

Der Preis für Deinen Online-Kurs ist keine Geschmacksfrage und auch kein Bauchgefühl. Er ist das Ergebnis von drei Größen, die Du kennst oder schätzen kannst:

  • Dein Umsatzziel bestimmt, wie viele Verkäufe Du brauchst.
  • Die Kaufrate bestimmt, wie viele Menschen Du dafür erreichen musst, und sie sinkt nicht linear mit dem Preis.
  • Die Produktionskosten steigen mit dem Preis, und zwar nicht gleichmäßig, sondern am oberen Ende immer steiler.

Dort, wo sich diese Kurven treffen, liegt für die allermeisten ersten Kurse ein Bereich zwischen 200 € und 300 €. Zu wenig zu verlangen ist der teurere Fehler, weil Dich die fehlende Reichweite mehr kostet als der Preisnachlass einbringt.

Frage: Wenn Du jetzt mit der Erstellung eines Online-Kurses beginnen würdest und weißt, was Du dafür verlangen kannst, was wäre das Thema Deines Kurses? Welches Wissen könntest Du in einen Online-Kurs verwandeln?

Ich bin gespannt auf Deine Ideen im Kommentarbereich!

PS: Wenn Du noch weitere Fragen zum erfolgreichen Aufbau eines Online-Kursgeschäfts hast, kannst Du gerne ebenso einen Kommentar hinterlassen. Ich werde versuchen, Dir alle Fragen zu beantworten.

Häufige Fragen zu Online-Kurs Preisen

Was kostet ein Online-Kurs im Durchschnitt?

Die Spanne im deutschsprachigen Raum reicht von unter 20 € für einen Minikurs bis in den vierstelligen Bereich für Programme mit Betreuung. Für einen Selbstlernkurs eines einzelnen Anbieters liegt der sinnvolle Bereich nach meiner Erfahrung zwischen 200 € und 300 €. Was sieben bekannte deutschsprachige Anbieter tatsächlich verlangen, steht im Preisvergleich mit allen Beträgen und Prüfdatum.

Wie berechne ich den Preis für meinen Online-Kurs?

Nicht über die Kosten, sondern über die Reichweite. Leg Dein Umsatzziel fest, teile es durch mögliche Preise und rechne mit der jeweiligen Kaufrate aus, wie viele Menschen Dein Angebot sehen müssten. Der Preis, dessen Reichweite Du realistisch erreichst, ist Deiner. Der Rechner weiter oben macht das in zwei Reglern.

Was ist eine realistische Kaufrate für einen Online-Kurs?

Aus meiner Praxis seit 2008: rund 5 % bei einem 5-Euro-Kurs, etwa 2,5 % bei 70 €, und rund 0,1 % bei 2.000 €. Das sind Erfahrungswerte, keine Studienergebnisse, und sie schwanken je nach Thema und Verkaufsseite.

Ist mein Online-Kurs zu billig?

Rechne es nach: Wenn Du für Dein Umsatzziel mehr als 20.000 Menschen erreichen müsstest, ist der Preis zu niedrig. Ein zu günstiger Preis spart Dir nichts, er verlagert die Arbeit nur vom Produkt auf das Marketing.

Wie viel kosten Online-Trainings und Online-Schulungen mit Live-Terminen?

Anders als Selbstlernkurse, weil Deine Zeit pro Termin mitverkauft wird. Hier rechnet man wie bei einem Seminar mit Tagessätzen und Teilnehmerzahl. Die Rechnung auf dieser Seite gilt dafür nicht.

Was kostet es, einen Online-Kurs erstellen zu lassen?

Bei Agenturen für Konzept, Produktion und Einrichtung schnell vierstellig bis fünfstellig. Beim ersten Kurs rate ich davon ab, nicht wegen des Geldes, sondern weil Du beim Selbermachen lernst, wie Deine Kunden ticken.

Wie berechne ich meine eigenen Kurskosten?

Zähl zusammen, was Dich die Erstellung einmalig kostet, und teile das durch die Zahl der Verkäufe, die Du erwartest. Bei einem Kurs, den Du selbst machst, sind das meist ein paar hundert Euro für Technik und Hosting. Wichtig: Diese Kurskosten bestimmen nicht Deinen Preis, sie sind nur die Untergrenze, ab der sich die Sache überhaupt lohnt.

Soll ich Ratenzahlung anbieten?

Ja, ab etwa 200 €. Drei Raten senken die Hürde spürbar, und Dein Zahlungsanbieter richtet das mit einem Klick ein. Gib dabei immer auch die Gesamtsumme an, nicht nur die Rate.

Darf ich meinen Preis später erhöhen?

Ja, und das ist der Normalfall. Sag Deinen bestehenden Kunden vorher Bescheid und lass ihnen ihren alten Preis. Was Du vermeiden solltest, sind Dauerrabatte, weil dann niemand mehr den Normalpreis zahlt.

Muss ich den Preis inklusive Umsatzsteuer angeben?

Gegenüber Verbrauchern ja, das verlangt die Preisangabenverordnung. Als Kleinunternehmer weist Du keine Umsatzsteuer aus und schreibst stattdessen den Hinweis auf die Regelung neben den Preis. Der genannte Betrag ist in beiden Fällen der Endpreis.

Warum enden Preise oft auf 7 oder 9?

Weil es für uns Menschen einen Unterschied in der Kaufentscheidung macht, ob ein Preis knapp unter oder knapp über einem runden Wert liegt. Deshalb funktionieren 197 €, 249 € und 299 € besser als 200 €, 250 € und 300 €.

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

  • Super Artikel. Total klar dargestellt. Mir stellt sich die Frage, wie umfangreich ein solcher Kurs dann sein sollte. Wieviel Videos? Manuskripte? Oder arbeitet man da eher mit Zeit, die der Nutzer dann in dem Kurs verwendet?

    • Hallo Ben,

      danke für Deinen Kommentar!

      Ich würde sagen, der Preis definiert sich aus einem Mix an mehreren Faktoren:
      – Umfang des Kurses
      – Aufwand des Umsetzens für den Teilnehmer
      – Aufwand für Dich, den Kurs zu erstellen und zu pflegen
      – Deine eigen Erfahrung und Expertise
      – Erfolge Deiner bisherigen Teilnehmer
      – Alter des Kurses (wie lange er am Markt besteht)
      – Kaufkraft der anvisierten Zielgruppe
      – Wettbewerb

      Es gibt aber keine allgemein gültige Anzahl an Videos oder Inhalten für Preis x oder y. Es kommt immer auf den Markt, das Thema, die Zielgruppe und den Wettbewerb an.

      Wenn Du Dich hieran orientierst, wirst Du einen vernünftigen Preis finden. 🙂

      LG
      Christian

  • Hallo Christian, vielen Dank für diesen äußerst spannenden Artikel. Mein Mann sagt immer, wir haben doch BWL studiert und kennen die Preis Absatz Funktion… Da finde ich ja bei dir einiges wieder. Es sind interessante Rechenbeispiele! Ich hätte die an einem Preis von zwei oder 300 € Gedacht bei mir geht es um die Basics zum erfolgreichen telefonieren. Ich habe ein dreiteiligen Kurs, der gerade herausgekommen ist. Im Moment kostet ein Teil 19 und der ganze Kurs 49… Nun habe ich bei Kollegen gekuckt die allerdings einen großen Namen haben. Da kostet ein Einwandbehandlung Kurs zum Beispiel 399. Da man heute sehr viel kostenlos nach geworfen bekommt ist die Frage was sind die Menschen bereit auszugeben. Vielen vielen Dank für die spannenden Anregungen. Ich darf jetzt neu überlegen.

    • Hallo Renate,

      sehr gerne und danke für Dein Feedback!

      Die Frage, wie viel die Leute bereit sind zu bezahlen, hängt in der Regel sehr stark damit zusammen, wie groß das Problem ist, das Du mit Deinem Produkt lösen kannst oder wie stark der „Schmerz“ ist, den die Leute mit Deinem Produkt vermeiden können.

      Denk an jemanden, der ohne Wasserflasche seit Stunden in der Wüste unterwegs ist – was würde der bezahlen, wenn Du ihm eine Wasserflasche verkaufen würdest?

      Und dann ist die Preisgestaltung auch eine Frage der Positionierung: Willst Du nach außen hin als „Aldi“ oder als „Apple“ wahrgenommen werden?

      Ich bin ein Fan von Apple und davon, MEHR Qualität zu liefern und dafür auch höhere Preise aufzurufen. 🙂

      Viel Erfolg bei der Preisgestaltung und melde Dich gerne bei Fragen!

      Liebe Grüße
      Christian

  • Servus Christian,

    diese Erfahrung habe ich auch real gemacht – bei Dienstleistungen, Kursen und auch bei Produkten.

    Es ist daher m. E. extrem wichtig, sich im Vorfeld über die Preisgestaltung Gedanken zu machen.

    Daher – wieder – ein sehr gut rübergebrachter Artikel.

    LG
    Frank

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