Online-Kurs Aufbau und Struktur: Du hast nicht zu wenig. Du hast zu viel.

Zwischen Dir und Deinem fertigen Online-Kurs stehen drei Fragen:

  • Welche Inhalte packst Du in Deinen Online-Kurs, sodass er bei Deinen Kunden gut ankommt?
  • Wie strukturierst Du Deinen Online-Kurs richtig, sodass sich jeder Teilnehmer wohl fühlt?
  • Wie kannst Du Deine Teilnehmer bei der Stange halten, damit sie wirklich Ergebnisse erzielen?

Nach dem Lesen dieses Beitrags kennst Du die Antworten auf all diese Fragen. Aufbau, Struktur und Inhalte, in der Reihenfolge, in der Du sie brauchst.

Eines vorweg, weil es die ganze Arbeit leichter macht: Wenn mir jemand nach fünfundzwanzig Berufsjahren seine Kursgliederung zeigt, ist sie fast nie zu dünn. Sie ist zu dick. Vierzehn Module, achtzig Lektionen, und in jeder Lektion steckt noch ein Exkurs, weil das ja auch noch wichtig ist.

Deshalb findest Du hier nicht nur die Gliederung, sondern auch ein Werkzeug, das Dir jedes einzelne Thema einsortiert. Los geht's!

Christian Költringer in seinem Büro in Salzburg, Autor dieser Anleitung zum Aufbau und zur Struktur von Online-Kursen

Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Geschäft und seit 2016 lebe ich davon. Über 3.000 Menschen haben inzwischen etwas bei mir gekauft, und ich sehe in meinen Kursbereichen, wer wie weit kommt.

Ich verkaufe selbst Online-Kurse und habe ein Interesse daran, dass Du einen erstellst. Werbe- oder Partnerlinks findest Du auf dieser Seite keine.

Stand: 25. September 2026. Die beiden Studien in diesem Beitrag sind am 25.09.2026 an der Quelle geprüft: Reich & Ruipérez-Valiente, Science 2019 (5,63 Millionen Lernende auf edX) sowie Jordan, IRRODL 2015 (221 Kurse). Meine eigenen Zahlen stammen aus meinen Kursbereichen und sind keine Studie. Alle Zeitangaben sind meine eigenen; wenn Du das zum ersten Mal machst, rechne mit dem Doppelten bis Dreifachen.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Drei Ebenen reichen: Kurs, Module, Lektionen. Der Kurs ist das Ziel. Die Module sind die mittelgroßen Herausforderungen. Die Lektionen sind die kleinen Probleme darin.
  • Fang beim Ziel an und arbeite Dich rückwärts vor. Erst der Satz, der sagt, was der Teilnehmer am Ende vorzeigen kann. Dann der Punkt, an dem er heute steht. Alles dazwischen ist Dein Kurs.
  • Die Reihenfolge ist wichtiger als die Menge. Sie folgt dem Weg Deines Teilnehmers, nicht dem Weg, auf dem Du das Thema gelernt hast.
  • Rechne damit, dass ein erheblicher Teil Deiner Käufer nie ankommt. Bei mir setzen gut 50 Prozent der Käufer die Inhalte aktiv um. Ein Teil des Rests liegt am Leben Deiner Leute und ist nicht zu ändern. Der andere Teil liegt an Länge, Anfang und Rückmeldung, und genau daran arbeitest Du hier.
  • Je länger der Kurs, desto weniger Leute kommen an. Über 221 untersuchte Kurse hinweg haben längere Kurse niedrigere Abschlussquoten. Und die ersten beiden Wochen entscheiden fast alles.
  • Weiter unten steht ein Test, der jedes Thema einsortiert: Kern, Bonus, Voraussetzung, ein Satz mit Link, oder raus. Direkt zum Weglass-Test springen.

Wie Du Deinen Online-Kurs sauber strukturierst

Die Strukturierung und die Content-Erstellung Deines Online-Kurses gehen Hand in Hand, und ich empfehle Dir, mit der Struktur und Gliederung zu beginnen.

Warum?

Wenn Du den Weg, den ein Kunde gehen muss, um sein Ziel zu erreichen, erstmal skizziert und vor Dir liegen hast, dann musst Du die einzelnen Schritte, die dafür nötig sind, nur mehr beschreiben und tust Dich in der Erstellung der eigentlichen Kurs-Inhalte deutlich leichter.

Lass uns also mit der Kursgliederung starten.

1. Arbeite rückwärts vom großen Problem zum kleinen Problem

Jedes große Problem setzt sich aus einer Reihe von kleineren Problemen zusammen.

Deine Kursteilnehmer kommen zu Dir, weil sie ein Problem haben, das sie lösen wollen.

Dabei kann es sich um das Falten einer Serviette zu einem Schwan handeln oder um den Bau einer Rakete, die bis zum Mond fliegt. Aber jedes Problem besteht aus vielen kleineren Problemen, die, wenn sie gelöst werden, die Lösung des Hauptproblems erst ermöglichen.

Nehmen wir an, Dein Publikum hat das Ziel, eine neue Webseite zu erstellen, und Du möchtest einen Online-Kurs erstellen, in dem Du das vorzeigst. Ein potenzieller Kursteilnehmer hat dann viele Fragen im Kopf und steht vor mehreren Herausforderungen:

  • Welches System soll ich für meine Webseite nutzen (WordPress, Wix, Ghost, …)?
  • Welchen Webhosting-Anbieter soll ich verwenden?
  • Wie gliedere ich meine Webseite richtig?
  • Wie mache ich meine Webseite fit für Suchmaschinen?
  • Wie bekomme ich Webseitenbesucher?
  • Wie überzeuge ich meine Besucher von meinen Angeboten?
  • Wie generiere ich Leads auf meiner Webseite?
  • Wie kann ich meine Webseite sichern?

Dies sind all die kleinen Probleme, die sich zu einem großen Problem zusammenfügen.

Schau Dir diese Punkte noch einmal an. Wir fangen bereits an, eine Gliederung zu erstellen, die ein wenig wie ein Online-Kurs aussieht.

Starte also damit, all die kleinen Probleme und Herausforderungen aufzuschreiben, die Deine potenziellen Online-Kurs Kunden gerade haben und die Du für sie lösen musst, damit sie ihr großes Ziel erreichen können.

Ein Schritt, den ich früher übersprungen habe, und der die halbe Gliederung entscheidet: Schreib nicht nur auf, wo Dein Teilnehmer hinwill, sondern auch, was er am ersten Tag schon kann.

Wenn er weiß, wie man eine Datei hochlädt, brauchst Du keine Lektion dafür. Wenn er es nicht weiß, fehlt Dir sonst genau die Lektion, an der später alle hängen bleiben. Alles zwischen den beiden Punkten ist Dein Kurs. Alles davor gehört auf die Verkaufsseite unter „Das solltest Du mitbringen“.

Und noch etwas zum Ziel selbst: Es muss überprüfbar sein, aber es gibt zwei Sorten davon.

  • Sichtbares Ergebnis. Die Webseite ist online, oder sie ist es nicht. Die Steuererklärung ist abgegeben, oder sie ist es nicht. Dann prüfst Du das Ergebnis.
  • Ergebnis im Körper, im Kopf oder erst in Wochen. „Acht Stunden am Schreibtisch ohne Handgelenksschmerzen“ ist nicht entweder-oder. Dann prüfst Du nicht das Ergebnis, sondern das Verhalten: „Am Ende hat der Teilnehmer seine fünf häufigsten Alltagsbewegungen umgestellt und eine Woche lang mitgeschrieben.“

Prüfbar heißt: Dein Teilnehmer kann etwas vorzeigen. Nicht: Es geht ihm besser. Damit gehen auch Gesundheits-, Beratungs- und Pädagogikthemen sauber auf, bei denen ein Ja-Nein-Ziel nie funktionieren würde.

Die Liste liegt vor Dir. Und dann?

Wie aus einer Gliederung ein Kurs wird, den Leute tatsächlich kaufen, und in welcher Reihenfolge Du vorgehst, habe ich in eine kostenlose dreiteilige E-Mail-Serie gepackt. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir.

Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

2. Sorg für einen logischen Ideenfluss

Wir alle wissen, dass es fast unmöglich ist, dem Unterricht zu folgen, wenn jemand kein guter Lehrer ist. Die Schülerinnen und Schüler verlieren das Interesse oder können einfach nicht mithalten, egal wie sehr sie sich bemühen.

Es gibt viele Techniken, die Du in Deinen Online-Kursen einsetzen kannst, um die Teilnehmer bei der Stange zu halten, aber die wichtigste ist ein guter Ideenfluss.

Deine Kursmodule und Lektionen müssen die Lernenden auf eine natürliche, logische Weise durch den Kurs führen. Wenn Du nämlich ständig zwischen verschiedenen Ideen hin und her springst, dann werden die Teilnehmer schnell den Überblick verlieren.

Die Gliederung des Kurses ist der einzige Zeitpunkt, an dem Du dies richtig machen kannst, denn wenn Du erst einmal mit der Erstellung des eigentlichen Kursinhalts begonnen hast, wird es schwierig, die Richtung zu ändern.

Denk daran, dass Deine Kursteilnehmer im Gegensatz zu Dir nicht über Expertenwissen oder Erfahrungswerte verfügen.

Versetze Dich daher in ihre Lage und frag Dich, ob Du die Probleme, mit denen Deine Kunden konfrontiert sind, auch wirklich in der Reihenfolge ansprichst, in der sie wahrscheinlich aufgetreten sind.

Und wenn es gar keine Reihenfolge gibt? Bei einer Webseite ist die Kette echt: ohne Domain kein WordPress, ohne WordPress keine Startseite. Bei vielen Themen gibt es diese Kette nicht. Gelenkschutz beim Kochen, beim Anziehen, beim Tragen, beim Schreiben, das stolpert alles jeden Morgen zusammen.

Dann sortier nach dem schnellsten sichtbaren Erfolg: Was kann Dein Teilnehmer nach einer halben Stunde anders machen und sofort merken? Das kommt nach vorne. Das Schwierigste kommt in die Mitte, nie an den Anfang.

3. Die Struktur Deines Online-Kurses: Kurs, Module, Lektionen

Erstelle eine Hierarchie, die in etwa wie folgt aussieht:

  • Kurs > das ultimative Ziel, das die Teilnehmer haben.
  • Module > die mittelgroßen Herausforderungen, die die Teilnehmer bewältigen müssen, um das Endziel zu erreichen.
  • Lektionen > die kleinen Probleme, mit denen die Teilnehmer konfrontiert sind, während sie versuchen, die mittelgroßen Herausforderungen zu lösen.

Mehr Ebenen brauchst Du nicht. Eine vierte macht die Kursstruktur nur unübersichtlich.

Wie kann das in der Praxis ausschauen?

Schauen wir uns noch einmal unseren Beispielkurs an, die Erstellung einer großartigen Webseite von Grund auf. Wir können damit beginnen, die aufgelisteten Probleme in mittelgroße (Module) und kleine (Lektionen) zu unterteilen.

Kurs

Wie Du selbst als Technik-Laie eine großartige Webseite erstellst, die Deine Leser begeistert

Modul 1: Was Du alles brauchst, um eine professionelle Webseite zu erstellen

Lektion 1: Systeme, die Du für Deine Webseite nutzen kannst (und solltest)

Lektion 2: Wähle den Webhoster mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis

Modul 2: Vorbereitung und Planung Deiner Webseite

Lektion 1: Wie Du kostengünstig ein schönes Logo erstellen lassen kannst

Lektion 2: Wie Du Deine Webseite richtig gliederst und aufbaust

Modul 3: Wie Du erste Besucher auf Deine Webseite bekommst

Lektion 1: Wie Du ansprechende Inhalte für Deine Webseite erstellst

Lektion 2: Wie Du Deine Webseite fit für Suchmaschinen machst

Modul 4: Wie Du mit Deiner Webseite zahlende Kunden gewinnst

Lektion 1: Wie Du mit Deiner Webseite Leads generierst

Lektion 2: Wie Du Leads in zahlende Kunden verwandelst (Copywriting)

Bonus-Modul

Wie Du Deine Webseite vor unbefugtem Zugriff schützt und eine automatisierte Sicherung einbaust

So könnte eine erste Strukturierung aussehen, die unsere Teilnehmer durch die einzelnen Probleme und deren Lösungen führt, damit sie ihr Endziel tatsächlich erreichen können.

Und jetzt schau Dir an, was zwischen der Liste und der Gliederung passiert ist, denn genau darin steckt die eigentliche Arbeit:

  • Aus acht gesammelten Fragen sind acht Lektionen geworden, aber nicht eins zu eins. „Wie bekomme ich Webseitenbesucher?“ und „Wie mache ich meine Webseite fit für Suchmaschinen?“ sind zu einem Modul verschmolzen.
  • Eine Lektion stand auf keinem Zettel: das Logo. Beim Sortieren fällt auf, was fehlt, und das ist der Normalfall, kein Fehler.
  • Eine Frage ist aus dem Hauptweg herausgeflogen: die Sicherung. Sie ist wichtig, aber niemand braucht sie, um eine Webseite online zu bekommen. Deshalb steht sie im Bonus-Modul und nicht in Modul 2.

Dieser letzte Punkt ist die ganze Kunst. Weiter unten bekommst Du einen Test, der Dir diese Entscheidung für jedes Thema abnimmt.

Nebenbei: Ich habe die acht deutschsprachigen Anleitungen durchgesehen, die zu diesen Fragen gerade ranken. Sieben davon bleiben abstrakt und zeigen keinen einzigen vollständig durchgegliederten Kurs. Deshalb steht der obige komplett da, mit allen Modulen und Lektionen.

Zur Größenordnung, weil die Frage immer kommt: Acht bis sechzehn Lektionen zu je zehn bis zwanzig Minuten sind knapp anderthalb bis gut fünf Stunden Material. Das ist ein vollwertiger Kurs, und es ist deutlich weniger, als die meisten beim ersten Entwurf planen.

Die Hälfte kommt nie an, und das ist normal

Bevor Du weiter an der Gliederung feilst, solltest Du zwei Zahlen kennen. Sie nehmen Druck raus, und sie ändern die Art, wie Du Deinen Kurs baust.

Ich habe acht deutschsprachige Anleitungen zu diesem Thema durchgesehen. Keine einzige nennt eine Abschlussquote mit Quelle. Dabei ist das die Zahl, an der Du später Deine eigene Arbeit misst.

Zwei Forscher vom MIT und aus Harvard haben angesehen, was auf der Lernplattform edX zwischen 2012 und 2018 passiert ist. Insgesamt 5,63 Millionen Menschen, 12,67 Millionen Anmeldungen. Ihr Ergebnis, veröffentlicht in Science:

Art des KursesAnteil, der ihn abschließt
Kostenloser Zugang3,13 Prozent
Bezahlter Zugang46 Prozent
Reich & Ruipérez-Valiente, Science 2019, Studienjahr 2017/18. Kurse von MIT und Harvard auf edX.

Eine zweite Untersuchung hat 221 solcher Kurse verglichen. Die Abschlussquoten reichen dort von 0,7 bis 52,1 Prozent, der Median liegt bei 12,6 Prozent.

Und jetzt meine eigene Zahl: Gut 50 Prozent meiner Käufer setzen die Inhalte aktiv um.

Das klingt erst einmal ernüchternd. Fast die Hälfte kommt nicht an.

Aber hier kommt der Teil, den ich Dir wirklich mitgeben möchte: Das hat nichts mit der Qualität meiner Kurse zu tun und auch nichts mit mir. Es hat damit zu tun, wie wir Menschen nun einmal ticken. Wie oft hast Du in Deinem Leben schon etwas gekauft, damit begonnen und es dann nie zu Ende gebracht? Eben. 🙂

„Über nie genutzte Online-Kurse…“ (1:13). Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.

Bevor Du meine Zahl mit den Studienzahlen vergleichst, vier Einschränkungen von mir.

  • Aktiv umgesetzt ist nicht dasselbe wie bis zum Ende durchgezogen. Die Studien zählen Abschlüsse, ich sehe Umsetzung. Meine Zahl ist mit ihren also gar nicht direkt vergleichbar.
  • Sie sagt nichts darüber, wie erfolgreich die Leute damit geworden sind. Erfolg ist sehr individuell und immer im Auge des Betrachters.
  • Grundlage sind über 3.000 Käufer seit 2008, aus meinen eigenen Kursbereichen und von niemandem geprüft. Nimm die Zahl als Größenordnung, nicht als Beleg.
  • Ein gekaufter Fachkurs und ein offener Hochschulkurs sind ohnehin nicht dasselbe. Die 46 Prozent bei edX gelten für Leute, die ein Zertifikat gekauft haben, also für eine von vornherein entschlossenere Gruppe.

Auch beim Preis lohnt sich ein vorsichtiger Blick. Der Abstand zwischen 3 und 46 Prozent legt nahe, dass Bezahlen und Dranbleiben zusammenhängen.

Nur nicht so, wie es gerne verkauft wird: Das Geld macht die Entschlossenheit nicht, es zeigt sie an. Wer zahlt, hatte sich vorher schon entschieden.

Trotzdem ist der Abstand so groß, dass ich von kostenlosen „Testkursen“ wenig halte. Dazu gehört der Hinweis, dass ich als Verkäufer von Kursen in dieser Frage nicht neutral bin.

Was das für Deine Gliederung bedeutet, in drei Punkten:

  • Über die 221 verglichenen Kurse hinweg gilt: Je länger der Kurs, desto niedriger die Abschlussquote. Jedes Modul, das Du streichst, erhöht die Chance, dass jemand ankommt.
  • Die erste und die zweite Woche entscheiden. Danach ändert sich am Verhalten kaum noch etwas. Dein erstes Modul ist deshalb das wichtigste, das Du baust, und es darf kein Grundlagenmodul sein.
  • Bau nicht für die, die abspringen. Bau so, dass die erste Lektion schon etwas liefert, das jemand vorzeigen kann.

Zur Einordnung: Die 221 Kurse und die edX-Zahlen stammen aus offenen Hochschulkursen mit sehr vielen Anmeldungen. Dass längere Kurse dort schlechter abschneiden, ist ein Zusammenhang über viele Kurse hinweg, kein Beweis dafür, dass Kürzen bei Deinem Kurs automatisch hilft. Es ist ein guter Grund, bei jedem Modul zu fragen, ob es sein muss.

Aber ACHTUNG: Dein Online-Kurs ist kein Sammelsurium

Dein Online-Kurs sollte kein Sammelsurium an möglichst viel aneinandergereihten Informationen sein.

Es geht nicht darum, so viele Inhalte wie möglich in den Kurs zu packen, nur um vielleicht am Ende einen höheren Preis verlangen zu können.

Nein, Dein Online-Kurs sollte ein auf die Umsetzung ausgelegter Fahrplan sein, der die Teilnehmer so schnell wie möglich und ohne Umwege von A (Leben mit dem Problem) nach B (Leben ohne das Problem) führt.

Werde also auch gut darin, unnötige Informationen, die der Zielerreichung nicht dienen, konsequent zu streichen.

Diesen Satz schreibe ich seit Jahren, und er ist leicht gesagt. Wenn Du dann aber mit dreißig Zetteln am Tisch sitzt, hilft er Dir kein Stück weiter. Woran erkennst Du denn konkret, was unnötig ist?

Genau dafür ist das Werkzeug im nächsten Kapitel da.

Der Weglass-Test: Was rein muss, was verlinkt wird, was rausfliegt

Ich habe mir die acht deutschsprachigen Anleitungen angesehen, die zu diesen Fragen gerade ranken. Sieben davon erklären, in welcher Reihenfolge die Lektionen stehen sollen. Woran Du erkennst, welche Lektion gar nicht erst entstehen muss, sagen zwei.

Deshalb hier ein Test, den Du über jedes Thema Deiner Sammelliste laufen lassen kannst. Er stellt höchstens vier Fragen und sortiert in fünf Stapel. Was Du eingibst, bleibt auf Deinem Gerät.

Der Weglass-Test

Trag ein Thema von Deiner Sammelliste ein und beantworte die Fragen. Es gibt hier keine guten und keine schlechten Antworten. Deine Liste wird auf diesem Gerät gespeichert, damit sie einen Anruf übersteht. Es wird nichts verschickt.

Dein Thema

1. Braucht Dein Teilnehmer das, um das Kursziel zu erreichen?

Gemeint ist alles, was zwischen ihm und dem Ziel steht. Also nicht nur Fachwissen, sondern auch ein Gespräch, das er führen muss, eine Hürde im Kopf oder eine Gewohnheit.

2. Würde jemand, der sein Ziel schon erreicht hat, das trotzdem noch anschauen?

2. Blockiert es etwas anderes? Kommt er ohne das an einer anderen Stelle nicht weiter?

3. Fehlt ihm dabei Wissen, oder steht ihm etwas im Weg?

4. Kann er sich das anderswo in zehn Minuten verlässlich anlesen, und könntest Du die Quelle jetzt nennen?

Beides muss zutreffen. Dass irgendwo irgendetwas dazu steht, reicht nicht. Wenn Du die Quelle nicht auf Anhieb nennen kannst, antworte mit Nein.

Beantworte die Fragen, dann steht hier das Urteil.

Die acht Fragen aus dem Beispielkurs weiter oben, durch den Test geschickt:

Frage von der SammellisteUrteilWarum
Welches System soll ich nutzen?Kern, direkt davorOhne diese Entscheidung geht danach gar nichts. Wird Modul 1, Lektion 1.
Wie kann ich meine Webseite sichern?BonusDient dem Ziel nicht, aber wer online ist, schaut es sich später an. Genau deshalb steht es im Bonus-Modul.
Wie generiere ich Leads?Kern, nicht nach vorneNötig fürs Ziel, blockiert aber nichts. Landet in Modul 4.
Ich traue mich nicht, meine Preise draufzuschreibenKern, WiderstandKein Wissensproblem. Genau hier bleiben die Leute stecken, und genau das steht in keiner Anleitung.
Wie lege ich ein E-Mail-Postfach an?Ein Satz mit LinkNötig, aber jeder Hoster erklärt es verlässlich. Ein Hinweis reicht.
Dass „Wie kann ich meine Webseite sichern?“ aus dem Hauptweg fliegt und trotzdem im Kurs bleibt, ist kein Widerspruch. Genau dafür ist der Test da.

Zwei Dinge fallen dabei meistens auf.

Erstens: Der größte Gewinn liegt nicht bei „weglassen“, sondern bei „ein Satz mit Link“. Das sind die Themen, die Deinen Kurs aufblähen, obwohl sie tatsächlich dazugehören. Du musst sie nicht streichen. Du musst sie nur nicht selbst erklären.

Zweitens: Die letzte Frage ist die wichtigste. Sie schützt Dich vor einem Fehler, den der Test sonst produzieren würde.

Wenn Du in einem Gesundheits-, Rechts- oder Geldthema unterwegs bist, findet sich zu fast jedem Punkt „irgendwas“ im Netz. Ein guter Teil davon ist falsch oder schadet sogar.

Deshalb fragt der Test nicht, ob es woanders steht, sondern ob es dort verlässlich steht und ob Du die Quelle benennen kannst. Kannst Du das nicht, ist es Kern.

Dein Fachurteil ist genau dort am meisten wert, wo das frei verfügbare Wissen am schlechtesten ist.

Wie viele Module und Lektionen sollen es denn nun sein?

Ich habe das in den acht durchgesehenen Anleitungen gezielt nachgeschlagen, und das Ergebnis hat mich selbst überrascht: Keine einzige nennt eine Zahl. Nicht eine Modulanzahl, nicht Lektionen pro Modul. Genau eine der acht sagt, wie lang eine Lektion sein sollte.

Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Die Zahl lässt sich streng genommen gar nicht vorgeben. Sie ergibt sich aus Deinen Hürden. Wenn zwischen Startpunkt und Ziel vier große Brocken liegen, hat Dein Kurs vier Module. Liegen neun dazwischen, hat er neun.

Trotzdem hier ein paar Orientierungspunkte, damit Du merkst, wenn etwas aus dem Ruder läuft:

  • Drei bis fünf Module kommen bei den meisten Themen heraus. Wenn Du bei fünfzehn landest, hast Du wahrscheinlich zwei Kurse vor Dir, oder der Weglass-Test war zu milde.
  • Drei bis sieben Lektionen pro Modul. Ein Modul mit einer einzigen Lektion ist keins, sondern eine Lektion am falschen Platz. Ein Modul mit zwölf Lektionen sind meistens zwei Module.
  • Eine Lektion löst genau ein Problem. Wenn Du die Lektion nicht in einem Satz benennen kannst, der ein Problem enthält, stecken zwei darin.
  • Über zwanzig Minuten pro Lektion steckt fast immer mehr als ein Problem drin. Trenn sie. Das kostet Dich nichts und hilft dem, der zwischendurch aufhören muss.

„Kompakte Online Kurse verkaufen sich besser…“ (1:23). Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.

Und was, wenn Dein Thema nach dem Weglass-Test auf drei Lektionen zusammenschrumpft?

Dann bau es so. Nicht der geringe Umfang enttäuscht, sondern das Missverhältnis zum Preis. Drei Lektionen für 39 Euro sind ein faires Geschäft. Drei Lektionen für 297 Euro sind ein Grund für eine Rückerstattung. Wie Du das für Dich ausrechnest, steht in meiner Anleitung dazu, wie Du den Preis für Deinen Online-Kurs findest.

Unterschätze niemals BONI

Wenn Du Deinen Online-Kurs verkaufst, dann wirst Du bestimmt mit einer Menge Konkurrenz konfrontiert sein. Wie kannst Du Dich also von der Masse abheben?

Eine der besten Möglichkeiten besteht darin, den wahrgenommenen Wert Deines Online-Kurses zu erhöhen. Es geht um die kleinen Extras, die Du anbietest, und weißt Du was: Die Leute lieben Bonus-Materialien!

Der Weglass-Test hat Dir den Stapel dafür schon fertig hingelegt. Alles, was darin gelandet ist, dient dem Kursziel nicht, ist aber trotzdem etwas wert. Genau das ist die Beschreibung eines Bonus.

Damit er den Hauptweg nicht verlängert, gelten drei Regeln:

  • Ein Bonus ist nie Voraussetzung für etwas auf dem Hauptweg. Sobald jemand ihn braucht, um weiterzukommen, war es keiner, sondern eine fehlende Lektion. Zurück in den Test damit.
  • Boni stehen am Ende, nicht zwischen den Modulen. Alles, was zwischen zwei Modulen liegt, wird als Pflicht gelesen und erzeugt genau das schlechte Gewissen, das Leute aussteigen lässt.
  • Vorlagen schlagen Lektionen. Eine Checkliste, ein ergänzendes Arbeitsblatt oder eine Beispieldatei bringt mehr als eine weitere halbe Stunde Erklärung. Sie spart Arbeit, statt welche zu machen.

Es ist übrigens viel einfacher, Boni in Deinen Online-Kurs einzubauen, wenn Du Dich noch in der Planungsphase befindest.

Erstelle auch eine Gliederung für jedes Modul und jede Lektion

Wann immer Du Inhalte erstellst, ist die Struktur von entscheidender Bedeutung.

Es ist aber häufig schwierig, beim Schreiben eines Videoskripts oder einer Text-Lektion den Überblick über die Struktur zu behalten. Es ist leicht, sich in einem Kaninchenbau zu verlieren und von den wesentlichen Informationen abzuschweifen.

Das ist der Punkt, mit dem viele Online-Kurs-Ersteller zu kämpfen haben.

Du musst die Zeit Deiner Kursteilnehmer schätzen und wertschätzen, und das bedeutet, dass Du ihnen einen maximalen Nutzen bieten musst. Wenn Du zu viel Schnickschnack und zu wenig umsetzbare Schritte lieferst, dann werden das Deine Teilnehmer schnell merken und auf die Barrikaden gehen!

Um sicherzustellen, dass Du jede Lektion auf den Punkt bringst, kannst Du jede Lektion in vier Abschnitte unterteilen:

  1. Worum geht es in dieser Lektion, was ist das Problem, das sie löst?
  2. Warum ist diese Lektion so wichtig, um das Problem zu lösen?
  3. Wie löst der Teilnehmer das Problem?
  4. Wo ist der Beweis, dass dies der beste Weg ist, das Problem zu lösen?

Sobald Du diese vier Fragen inhaltlich beantwortet hast, stellst Du Dir zwei letzte, entscheidende Fragen:

  1. Was kann man aus dieser Lektion mitnehmen?
  2. Welche Schritte sollte der Teilnehmer unternehmen, sobald er die Lektion beendet hat?

Wenn Deine Lektionen dies nicht deutlich machen, wird es schwierig sein, den Teilnehmern zu helfen, ihre Lernziele zu erreichen.

Ein Nebeneffekt, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Wenn Du dieses Gerüst konsequent durchziehst, merkst Du beim Schreiben selbst, welche Lektionen überflüssig sind. Bei manchen fällt Dir zur zweiten Frage nichts ein. Das ist Dein Hinweis. Wenn Du nicht sagen kannst, was ohne diese Lektion schiefgeht, braucht sie niemand.

Die Stapel liegen, die Gliederung steht. Was jetzt?

Wie aus einer Gliederung ein Kurs wird, den Leute tatsächlich kaufen, und in welcher Reihenfolge Du vorgehst, habe ich in eine kostenlose dreiteilige E-Mail-Serie gepackt. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir.

Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Wie Du ansprechende Inhalte für Deinen Online-Kurs erstellst

Sobald die Struktur und Gliederung Deines Online-Kurses steht, geht es darum, jedes Modul und jede Lektion mit Inhalten zu füllen.

Leider gibt es kein allgemein gültiges Pauschalrezept, das besagt, welche Inhalte in Deinen Online-Kurs müssen und welche nicht. Jeder Online-Kurs und jede Zielgruppe ist anders, und es ist Deine Aufgabe als Kursersteller, das beste Material zu liefern.

Ich empfehle Dir hierfür drei Quellen:

Deine eigenen Erfahrungen

Meistens ist es so, dass Du selbst bereits tief in dem Thema Deines Online-Kurses drinnen bist, vielleicht sogar selbst einmal in der gleichen Situation warst und die gleichen Herausforderungen hattest, wie Deine Teilnehmer jetzt gerade.

Du verfügst also über einen gewissen Erfahrungsschatz oder einen eigenen Weg, wie Du die Probleme gelöst hast, um zum Ziel zu gelangen.

Dein Weg, Deine persönliche Geschichte hat einen großen Wert für Deine Kunden, den Du auf jeden Fall in Deinem Online-Kurs bereitstellen solltest. Das ist übrigens genau der Teil, den niemand kopieren kann.

Dein vorhandenes Wissen

Hier geht es nicht darum, dass Du ein ausgewiesener Experte mit abgeschlossenem Studium und Doktortitel sein musst, sondern einfach etwas mehr über Dein Thema weißt als Dein Zielpublikum.

Und dieses Wissen trägst Du bereits in Dir, weil Du Dinge selbst ausprobiert, eigene Erfahrungen gesammelt, Ausbildungen gemacht oder Bücher darüber gelesen hast.

Entscheidend ist, dass Du einen gewissen Grad an Know-how haben solltest, um Deinen Online-Kurs authentisch verkaufen und Deinen Teilnehmern auch wirklich helfen zu können.

Externe Quellen

Schau auch nach, welche Inhalte Wettbewerber in ihre Online-Kurse packen, die vielleicht schon länger am Markt sind und viele erfolgreiche Absolventen hervorgebracht haben.

Hier greift aber die vierte Frage aus dem Weglass-Test: Wenn etwas woanders verlässlich erklärt ist und Du die Quelle nennen kannst, schreib einen Satz und verlinke sie. Dein Kurs wird nicht besser, wenn Du fremdes Material nacherzählst.

Muss Dein Online-Kurs unbedingt Videos enthalten?

Eine Frage, die ich sehr häufig gestellt bekomme.

Viele Leute sind nicht so der Video-Typ und stehen nicht gerne vor der Kamera. Und das kann ich verstehen.

Hier also meine Antwort: Nein, Du musst nicht zwingend Videos erstellen, um einen marktfähigen Online-Kurs erstellen zu können, der seine Kunden begeistert.

Auch meine Online-Kurse sind in der Regel sehr textlastig und enthalten nur vereinzelt Videos. Das hat zwei handfeste Gründe:

  • Text lässt sich reparieren. Wenn sich in der schnelllebigen Online-Welt etwas ändert, zum Beispiel die Oberfläche eines Werkzeugs, das Du vorstellst, musst Du nicht jedes Mal wieder ein neues Video aufnehmen.
  • Teilnehmer finden darin schneller etwas wieder. Das berichten sie mir selbst: Über die Suchfunktion sind sie in Sekunden an der gesuchten Stelle. Im Video müssen sie sich durchspulen.

Es gibt aber Themen, bei denen Text nicht reicht, und dazu muss ich ehrlich sein: Wenn Dein Fach aus Handgriffen besteht, brauchst Du Bewegtbild. Wie jemand eine Hand hält, wie eine Bewegung abläuft, in welcher Reihenfolge geklickt wird, das bekommst Du mit Worten nicht hin.

Das heißt aber nicht, dass Du vor die Kamera musst.

  • Stell das Handy auf ein Stativ und filme von schräg oben nur Deine Hände. Dein Gesicht kommt darin nicht vor.
  • Sprich hinterher dazu, statt gleichzeitig. Dann darfst Du Dich verhaspeln, ohne neu aufnehmen zu müssen.
  • Wo ein Ablauf sich in drei Bildern zeigen lässt, nimm drei Fotos mit Bildunterschrift statt eines Videos.

Keine dieser drei Varianten verlangt Kamerapräsenz.

Die brauchbarste Regel, die ich kenne: Nimm das Format, das den Inhalt am schnellsten transportiert, und nicht das, das am meisten nach „richtigem Kurs“ aussieht.

Und mach vor allem nicht beides, um niemanden zu enttäuschen. Jede Lektion zweimal zu produzieren ist ein zweiter kompletter Durchgang durch Deinen Kurs, und den hast Du nicht.

Wie Du Deine Online-Kurs-Teilnehmer besser bei der Stange hältst

Ein Teil Deiner Käufer wird nie anfangen. Man nennt sie gerne Online-Kurs Touristen: Sie kaufen einen Kurs nach dem anderen, starten vielleicht damit, lassen es aber schnell wieder bleiben und den Kurs im virtuellen Regal verstauben. Bei manchen ist es ein Impuls, bei anderen kommt das Leben dazwischen. Ganz verhindern wirst Du es nie.

Was Du verhindern kannst: dass jemand anfängt und in Woche zwei aufgibt. Dafür gibt es vier Dinge, die Du schon beim Gliedern einplanen kannst.

Bewertungen

Stell Dir Bewertungen als Hausaufgaben vor, die die Teilnehmer erledigen, bevor sie zur nächsten Lektion übergehen.

Wenn wir offline eine Ausbildung machen, ist das eine Selbstverständlichkeit. Wir erwarten, dass es Tests und Beurteilungen gibt. Bei Online-Kursen fällt es weg, weil niemand zuschaut und niemand nachfragt, wenn jemand aufhört.

Drei Fragen am Ende eines Moduls reichen. Bei sechs Modulen sind das achtzehn Fragen samt Antworten, also ungefähr ein Arbeitstag, und jede professionelle Kursplattform bringt die Technik dafür mit.

Schrittweise freigeschaltete Inhalte

Anstatt sofortigen Zugriff auf den gesamten Online-Kurs zu gewähren, kannst Du die Inhalte auch nach und nach freischalten. So verhinderst Du bei großen Kursen Überforderung, und es gibt einen Grund, nächste Woche wiederzukommen.

Ein Hinweis aus der Praxis: Das gefällt nicht allen. Manche wollen am Wochenende durcharbeiten und ärgern sich, wenn sie nicht dürfen. Wenn Du es einsetzt, sag es auf der Verkaufsseite dazu.

Kommentarbereich

Binde einen Kommentarbereich in jede Lektion ein, um die Gemeinschaft und Interaktion zwischen den Teilnehmern zu fördern. Das spart Dir Support-Mails und zeigt neuen Teilnehmern, dass hier jemand ist.

Nebenbei ist es Deine beste Quelle für die nächste Überarbeitung. Wo sich die Fragen häufen, ist Deine Lektion noch nicht klar genug.

Zertifikate

Zertifikate werten Deinen Online-Kurs auf, indem sie eine greifbare Anerkennung der Leistung bieten. Sie machen sichtbar, dass jemand etwas zu Ende gebracht hat, und genau darum geht es ja.

Beispiel für ein Abschlusszertifikat, das Absolventen des A-Z Infoprodukt-Systems nach dem Durcharbeiten erhalten
Absolventen meines A-Z Infoprodukt-Systems erhalten dieses Zertifikat. Angelegt wird so etwas einmal, vergeben wird es danach automatisch.

Alle vier Punkte haben etwas gemeinsam: Du planst sie beim Gliedern ein oder gar nicht. Nachträglich Zwischenprüfungen in einen fertigen Kurs einzubauen, ist deutlich mehr Arbeit, als beim Sortieren der Module eine Zeile dafür vorzusehen.

Was Du brauchst, um mit Deinem Online-Kurs Geld verdienen zu können

Jetzt geht es darum, das wertvolle Wissen und die Erfahrung, die Du anbietest, zu Geld zu machen. Dabei geht es um mehr als nur um Einnahmen. Es geht darum, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu schaffen, das am Ende des Monats Deine Rechnungen bezahlt.

Um mit Deinem Online-Kurs Geld zu verdienen, brauchst Du drei Dinge:

  • Eine Plattform, auf der Deine Online-Kurs-Inhalte strukturiert aufbereitet sind und auf die alle Deine zahlenden Kunden Zugriff bekommen. Welche Anbieter es gibt und was sie kosten, habe ich durchgerechnet: der Vergleich der Online-Kurs Plattformen.
  • Eine Verkaufsseite, auf der Du Deinen Online-Kurs und seine Inhalte im Detail vorstellst und Deinem Publikum die Möglichkeit gibst, ihn zu kaufen. Dort landet übrigens auch Dein Stapel „Voraussetzung“. Wie so eine Seite aufgebaut ist: eine Verkaufsseite für Deinen Online-Kurs erstellen.
  • Einen professionellen Zahlungsanbieter, der die finanzielle Schnittstelle zwischen Dir und Deinen Kunden ist. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Digistore24 und bin zufrieden damit: meine Erfahrungen mit Digistore24.

Der häufigste Fehler an dieser Stelle ist, mit dem ersten Punkt anzufangen. Dann sitzt man drei Wochen in einer Plattform und schiebt leere Module hin und her. Die Reihenfolge ist umgekehrt: erst die Gliederung auf Papier, dann die Technik.

Für wen sich das alles nicht lohnt

Es gibt vier Fälle, in denen Du die Gliederung besser zur Seite legst.

  • Du weißt noch nicht, wofür jemand bezahlen würde. Dann baust Du auf Verdacht. Klär zuerst, wer kauft und warum, sonst gliederst Du ein Thema, das niemand bestellt hat. Wie Du an die ersten zahlenden Leute kommst und worauf Du dabei rechtlich achten musst, steht hier: die ersten Kunden für Deinen Online-Kurs gewinnen.
  • Du arbeitest in einem reglementierten Beruf. Gesundheitsberufe, Rechts- und Steuerberatung, Heilmittelwerbung: Hier gibt es Grenzen, was Du öffentlich sagen und anbieten darfst, und in Österreich sind sie enger als in Deutschland. Klär das mit Deiner Kammer ab, bevor Du eine Woche in die Gliederung steckst, nicht danach. Das Rechtskapitel im eben verlinkten Beitrag geht auf die häufigsten Fallen ein.
  • Dein Thema erschöpft sich in einem langen Blogartikel. Dann schreib den Artikel und verlang kein Geld dafür.
  • Du baust, um beschäftigt zu sein. Das ist der unangenehmste Fall, und ich kenne ihn aus eigener Erfahrung. Solange Du gliederst, musst Du nichts verkaufen. Die Gliederung fühlt sich nach Fortschritt an und schiebt die Entscheidung doch nur auf. Wenn Du seit sechs Wochen an der Struktur sitzt, ist nicht die Struktur das Problem.

Nimm Dir genug Zeit für die Gliederung Deines Online-Kurses

Ich bin ein Fan davon, Dinge so schnell wie möglich umzusetzen und auszuprobieren.

Ich halte es in der Regel also für smart, nicht zu lange über eine Sache nachzudenken, stattdessen schnell zu handeln und den Ball ins Rollen zu bringen, als sich von Zweifeln lähmen zu lassen.

Wenn es jedoch darum geht, Deinen Online-Kurs zu planen und zu skizzieren, solltest Du Dir die Zeit nehmen und gut darüber nachdenken.

Wenn Du hierbei einen guten Job machst, dann wirst Du es im Nachgang viel einfacher haben, Deinen Kurs mit Inhalten zu befüllen, und das wird Dir schlussendlich helfen, schneller an den Start zu kommen und mehr Zugänge zu Deinem Online-Kurs zu verkaufen.

Was Du diese Woche tun kannst

Sechs Tage, jeden Tag ein Schritt. Am Samstag weißt Du, ob Dein Kurskonzept trägt.

TagWas Du machstErgebnis
MontagSchreib zwei Sätze: Was kann Dein Teilnehmer am ersten Tag, und was kann er am Ende vorzeigen?Start und Ziel auf einem Blatt.
DienstagSammle alle kleinen Probleme dazwischen. Ungeordnet, ein Punkt pro Zeile.Zwanzig bis vierzig Punkte.
MittwochLass jeden Punkt durch den Weglass-Test laufen.Fünf Stapel.
DonnerstagBring den Kern-Stapel in eine Reihenfolge, nach Kette oder nach schnellstem sichtbarem Erfolg.Eine Reihenfolge.
FreitagFass zusammen, was zusammengehört, und gib den Gruppen Namen.Deine Module und Lektionen.
SamstagSetz Dich eine halbe Stunde mit jemandem zusammen, der Dein Thema nicht kann, und lass ihn sagen, wo er aussteigen würde.Die Lücken, die Du selbst nicht siehst.
Wenn am Mittwoch fast alles im Kern landet, war der Test zu milde. Geh ihn noch einmal durch, besonders die letzte Frage.

Und wie lange dauert dann der Rest, also das Erstellen der Lektionen?

Das kann man pauschal nicht sagen, und wer Dir dafür eine feste Zahl nennt, kennt Dich nicht. Es hängt an Deiner Umsetzungsgeschwindigkeit, an dem Material, das Du schon hast, an Deinem Perfektionismusdrang und an Deiner Auffassungsgabe.

Es gibt Leute, die acht Lektionen nebenbei in ein bis zwei Tagen erstellen. Andere brauchen Wochen oder sogar Monate. Beides ist normal, und keines von beidem sagt etwas über die Qualität des Ergebnisses.

Wenn Du bei der Gliederung Unterstützung möchtest, findest Du hier ein ausführliches Video dazu. Du musst es nicht ansehen, alles Wichtige steht auch hier auf der Seite.

„Wie Du Dir von KI eine vollständige Gliederung für Deinen Online-Kurs erstellen lässt“ (32:53). Ich zeige darin Schritt für Schritt, wie ich vorgehe.

Falls Du beim Gliedern merkst, dass Dir die Reihenfolge fehlt.

Nicht die Reihenfolge im Kurs, sondern die für Dich: was zuerst kommt, was warten kann und woran die meisten hängen bleiben. Genau das schicke ich Dir kostenlos in drei E-Mails. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir.

Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Fazit

Dein Erfolg im Online-Kurs Geschäft bemisst sich nicht daran, wie viel Geld Du damit verdienst, sondern an den Ergebnissen Deiner Kursteilnehmer.

Wenn es nur eine Lektion gibt, die Du aus diesem Beitrag mitnehmen sollst, dann ist es folgende: GELD ist immer nur ein Beiprodukt von „Mehrwert schaffen“ und „den Leuten tatsächlich helfen“. Und je mehr Leuten Du mit Deinem Online-Kurs zur gewünschten Transformation hilfst, desto mehr Geld wirst Du am Ende damit auch verdienen.

Das heißt nicht, dass gute Arbeit sich von selbst verkauft. Sie tut es nicht. Aber Ergebnisse bringen Dir das Einzige, was auf Dauer trägt: Leute, die Dich weiterempfehlen.

Um das zu schaffen, um ECHTE Ergebnisse bei Deinen Kunden zu erzielen, musst Du ein guter Lehrer werden, Deinen Online-Kurs logisch und zielführend strukturieren, erstklassiges Material liefern und dabei gleichzeitig alles, was die Leute nur ablenkt, weglassen.

Und dafür brauchst Du keinen Kurs, in dem alles drinsteht. Du brauchst einen, in dem das Richtige drinsteht, in der richtigen Reihenfolge, und sonst nichts.

„Warum Dein Online-Kurs nie perfekt wird…“ (0:54). Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.

Wie der fertige Kurs danach an den Start geht, steht in meiner großen Anleitung dazu, wie Du einen Online-Kurs erstellst, von der Idee bis zum ersten Verkauf.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß beim Umsetzen und stelle mir Deine Fragen gerne unten im Kommentarbereich!

Häufige Fragen

Wie viele Module braucht ein Online-Kurs?

So viele, wie es mittelgroße Herausforderungen zwischen Startpunkt und Kursziel gibt. Bei den meisten Themen sind das drei bis fünf Module mit je drei bis sieben Lektionen. Eine feste Zahl gibt es nicht, und wer Dir eine nennt, kennt Dein Thema nicht.

Wie lang sollte ein Online-Kurs insgesamt sein?

Der Beispielkurs weiter oben hat acht Lektionen plus ein Bonus-Modul. Bei fünf bis fünfzehn Minuten je Videolektion sind das etwa eine bis zwei Stunden Material. Länger wird es meistens nicht besser, sondern nur voller.

Wie lang sollte eine einzelne Lektion sein?

So lang, wie sie braucht, um genau ein Problem zu lösen. Wenn Du über zwanzig Minuten kommst, stecken meistens zwei Probleme darin, und Du solltest die Lektion teilen.

Wie erstelle ich einen Onlinekurs, wenn ich noch nie einen gemacht habe?

Fang nicht bei der Technik an, sondern bei zwei Sätzen auf Papier: Was kann Dein Teilnehmer heute, und was soll er am Ende vorzeigen können? Alles dazwischen sammelst Du als Liste kleiner Probleme, schickst sie durch den Weglass-Test und gruppierst den Kern-Stapel zu Modulen. Danach erst brauchst Du eine Plattform.

Muss ich Videos aufnehmen?

Nein, außer Dein Fach besteht aus Handgriffen. Meine eigenen Kurse sind überwiegend Text. Wenn Du Bewegung zeigen musst, film von schräg oben nur Deine Hände und sprich hinterher dazu. Vor die Kamera musst Du dafür nicht.

Was mache ich mit dem Stoff, der nicht in den Kurs passt?

Der ist nicht verloren. Daraus werden Blogartikel, Bonusmaterial, ein späterer Aufbaukurs oder E-Mails an Deine Liste. Nur eben nicht der Hauptweg durch den Kurs.

Wie viele Teilnehmer bringen einen Online-Kurs zu Ende?

Bei kostenlosen Hochschulkursen auf edX waren es zuletzt gut 3 Prozent, bei den bezahlten 46 Prozent. Über 221 verglichene Kurse liegt der Median bei 12,6 Prozent. Bei meinen eigenen Kursen setzen gut 50 Prozent der Käufer die Inhalte aktiv um. Das ist eine Hausnummer aus über 3.000 Käufern seit 2008 und nicht dasselbe wie eine Abschlussquote: Aktiv umgesetzt heißt nicht, dass jemand jeden Kurs bis zur letzten Lektion durchgezogen hat.

Soll ich alle Inhalte sofort freischalten?

Beides funktioniert. Sofort alles freizugeben ist einfacher und macht Leute glücklich, die durcharbeiten wollen. Wochenweise freizuschalten gibt einen Grund wiederzukommen und nimmt den Druck. Wenn Du es wochenweise machst, schreib es auf die Verkaufsseite.

Wie lange dauert es, einen Online-Kurs zu erstellen?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es gibt Leute, die acht Lektionen nebenbei in ein bis zwei Tagen erstellen, andere brauchen dafür Wochen oder Monate. Das hängt an Deiner Umsetzungsgeschwindigkeit, am vorhandenen Material, am Perfektionismusdrang und an der Auffassungsgabe. Die Gliederung selbst schaffst Du in einer Woche, und sie ist der Teil, der über alles Weitere entscheidet.

Darf ich als Therapeutin oder Beraterin überhaupt einen Kurs verkaufen?

In aller Regel ja, aber es gibt Grenzen, und sie unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor allem bei Gesundheitsberufen lohnt sich ein Anruf bei der Kammer, bevor Du eine Woche in die Gliederung steckst.

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

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