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Sein Rentenbescheid gibt dem 63-jährigen Küchenmeister Michael ein mulmiges Bauchgefühl. Er möchte online etwas dazuverdienen, aber wie?
Christian: Was kann ich für dich tun?
Michael: Mir auf die Sprünge helfen?
Christian: Ja, das ist immer gut.
Michael: Ich verfolge ja, was du machst, schon ziemlich lange. Ja, habe auch das eine oder andere bei dir schon mitgemacht. Bin dabei, ich habe auch dieses "From Starter to Finisher".
Christian: Ja, sehr gut.
Michael: Ja, bin dabei, das durchzuarbeiten. Ja, habe auch das hier liegen. Ja, ich sehe es und arbeite das durch. Was du da drin schreibst, ist für mich alles plausibel und nachvollziehbar. Also ich will sagen, ich verstehe das, was da steht.
Christian: Ja, das ist schon mal wichtig.
Michael: Aber ich komme nicht in die Umsetzung.
Christian: Woran scheitert es, denkst du? Hast du Zweifel, Unsicherheit oder alles in Summe
Michael: Ja, woran scheitert es? Mein Ziel ist ... ich mache mir Gedanken darüber ... ich bin jetzt 63 und kann meinen Beruf in der Form nicht mehr ausüben. Und wenn ich meinen Rentenbescheid sehe, sagt er mir ganz deutlich: Alter, du musst was tun, damit du auch im Rentenalter irgendwie noch Geld nebenbei verdienen kannst.
Christian: Ja, verstehe ich.
Michael: Da ich aber nicht mehr auf den Bau gehen kann als Aushilfe, muss ich mir was überlegen, damit ich von zu Hause aus Geld verdienen kann. So, ich habe das mal probiert mit – wie nennt sich das – Affiliate-Marketing, ja, und bin ganz böse auf die Fresse gefallen.
Christian: Wie so viele.
Michael: Ja, weil ich eben auch recht leichtgläubig war und ja, dann gemacht und getan und zum Schluss nicht einen einzigen Cent umgesetzt. Und was dann? Ja, dann vielleicht ... ich habe einige gute Webinare und Online-Seminare mitgemacht, und dann kam mir die Idee, vielleicht wäre das eine Möglichkeit, selbst in irgendeiner Form Kurse zu geben.
Christian: Ja, also die Sache ist ja die – es gibt, das ist gut und schlecht gleichermaßen – es gibt tausende Möglichkeiten im Internet, und die Schwierigkeit ist ja ein bisschen: Ich habe natürlich viele Ideen, kann den Leuten die Ideen auch geben, wie viele andere auch, aber meine Ideen sind ja nicht deine Ideen, oder was ich gut finde, musst nicht du gut finden.
Das ist immer eine persönliche Sache, wie man es machen möchte, weil es macht keinen Sinn zu sagen: 'Okay, pass auf, schau Michael, das ist wirklich lukrativ, da gibt es einen Markt, da kannst du viel Geld verdienen', aber wenn dir das nicht entspricht, dann macht das keinen Sinn, weil du wirst da nicht durchhalten.
Das heißt, es muss immer etwas sein, wo du damit klarkommen kannst, dass du damit eine lange Zeit verbringst. Das muss ein Thema sein oder auch ein Geschäftsmodell, bei dem du – wenn du in dich gehst und überlegst – sagen kannst: Okay, ich würde damit klarkommen, das jetzt die nächsten Jahre zu machen.
Und das scheidet aus meiner Sicht viele Dinge aus.
Zum Beispiel, wenn ich überlege, welche Geschäftsmodelle ich nicht machen möchte: Ich möchte zum Beispiel nicht irgendetwas Physisches über einen Shop verkaufen – möchte ich einfach nicht machen, auch wenn es vielleicht für viele funktioniert – weil dann hast du einfach Themen wie Rücksendungen, Lager, all so Geschichten.
Das widerstrebt mir, ich würde das nie machen wollen.
Also das ist einmal eine individuelle Entscheidung: Okay, was entspricht dir?
- Möchtest du ein Buch schreiben und verkaufen?
- Möchtest du einen Online-Kurs erstellen oder verkaufen?
- Möchtest du ein Live-Webinar, einen Zoom-Call halten?
Also, was entspricht dir?
Was kannst du dir vorstellen, lange, lange Zeit zu tun?
Weil so ein Geschäftsmodell ist ja nicht etwas, was man in ein paar Wochen aufsetzt und dann ist es wieder vorbei und man macht das Nächste, sondern das ist etwas, was man dann lange macht, damit es auch wirklich ein Einkommen generiert, dauerhaft.
Michael: Ja, und es muss was sein, wo ich dahinterstehen kann, weil sonst hätte ich auch bei einer Versicherung anfangen können.
Christian: Genau, genau.
Michael: Ich bin eben kein Mensch, der den Leuten irgendetwas versucht zu verkaufen, wo ich nicht dahinterstehe.
Christian: Ja, das ist natürlich ein Problem.
Viele tun das nämlich, weil sie einfach nur, sage ich mal, dem Geld hinterherlaufen. Womit sie Geld verdienen, ist vielen egal.
Aber die Wahrheit ist, wenn man diesen Ansatz verfolgt, dann hält man nicht lange durch, weil irgendwann ist einfach die Luft raus, wenn man etwas ständig macht, was eigentlich keinen Spaß macht, was eigentlich nur mühselig ist.
Deshalb ist es schon wichtig, aus meiner Sicht, sich einfach mal für sich zu überlegen, auch zu reflektieren:
- Wie war mein Leben?
- Wo kamen Leute auf mich zu?
Also, was ich auch sagen muss: So eine Geschäftsidee zu finden ist nicht sehr schwer, weil es geht ja immer darum – jemand anderes hat ein Problem, das er gelöst haben möchte, oder einen Wunsch, den er sich erfüllen möchte.
Und da tun es oft ganz kleine – für uns vielleicht kleine – Problemchen, für die Leute aber bezahlen.
Ich bringe da oft gerne mein Schnuller-Projekt ins Spiel, wo jemand, keine Ahnung, ein Kind hat, das den Schnuller sehr gerne hat und ihn einfach nicht mehr abgeben möchte.
Das ist jetzt kein weltbewegendes Problem, aber ich habe eine Lösung für dieses Problem erstellt: Ein Buch, wo ich einfach meine Erfahrung wiedergebe, wie wir das bei unseren Kindern gemacht haben, und die Leute bezahlen mich dafür.
Das ist irgendwo beispielgebend für jedes Geschäft, was man betreiben kann.
Jemand hat irgendein Thema, irgendetwas, was ihn beschäftigt, ein Problem.
"Ach, dieser Schnuller nervt mich einfach. Wie kann ich meinem Kind den Schnuller abgewöhnen?"
Dann geht er ins Internet und recherchiert ein bisschen.
Dann kommt mein Buch und der denkt: "Okay, das kostet 20 Euro, das kaufe ich mir, weil da hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht wie ich und er hat eine Lösung gefunden."
Und so solltest du über jede Idee denken, weil viele machen dann: Okay, Geschäftsidee – das muss was Großes sein, was Riesiges, und da muss es viele Leute geben und die müssen viel Geld ausgeben. Das ist Blödsinn. Es tun oft alltägliche, banale Dinge, die sich sehr, sehr gut für ein Geschäft eignen, wo man wirklich ein Geschäft daraus machen kann.
Michael: Und ich verfolge dich ja nun schon recht lange, meiner Meinung nach, und ich habe angefangen, dadurch dass ich dich kennengelernt habe und das, was du machst, ganz schwer zu sortieren, weil in dem Bereich, was jetzt Online-Marketing betrifft und im Internet Geld verdienen – oh mein Gott, da ist ja das Internet voll mit.
Christian: Ja, absolut.
Michael: Das sind alles Leute, die dicke Autos haben, dicke Villen haben, die im Süden irgendwo auf einer Insel leben und die alle Millionär geworden sind.
Christian: Ja, ja.
Michael: Da frage ich mich, warum die überhaupt noch diese Arbeit machen und anderen Kurse geben, wenn sie doch schon so reich sind.
Christian: Ja.
Michael: Und wie gesagt, da bin ich eben auch ganz am Anfang ganz blöd auf die Fresse gefallen und das hat auch einiges an Geld gekostet, und seitdem bin ich noch ängstlicher geworden in diesen Bereichen.
Du hast doch auch nicht von Anfang an diese Kurse gegeben und genau das gemacht, was du jetzt machst. Du hast doch auch mal mit irgendetwas anderem angefangen.
Christian: Ja, absolut. Ja, absolut. Also ich habe ganz, ganz am Anfang angefangen – das war 2008/2009 – mich damit zu befassen, eine Website zu bauen.
Also Geld verdienen war da gar kein Thema.
Ich hatte meinen Job, der Geld verdiente.
Es war einfach: "Wie baue ich eine Website?"
Das war das Erste, was ich gemacht habe. Und dann für uns – wir hatten da so einen Auto-Stammtisch, wo wir uns quasi als junge Burschen regelmäßig getroffen hatten, so eine Art Stammtisch mit unseren Autos.
Dafür habe ich eine Website gebaut.
Und dann kam irgendwann: "Okay, wir wollen unsere Stammtischkasse füllen. Was können wir vielleicht tun, um irgendwie da für einen Ausflug oder so Geld zu sammeln?"
Jeder legt was rein, aber was können wir vielleicht darüber hinaus tun, dass da jeder was in den Topf wirft?
Und dann habe ich einfach überlegt: "Was kann ich tun, um mit meiner Website, die ich ja da irgendwo schon zusammengeschustert habe – war natürlich grottenschlecht – vielleicht ein bisschen Geld zu verdienen?"
Dann habe ich angefangen, da Werbebanner einzubauen, und damals war noch alles anders.
Also da hast du über die Google-Suche relativ schnell mal Besucher bekommen, und dann klickte jemand auf den Werbebanner – dann habe ich 5 Cent verdient.
Und so hat sich das ein bisschen entwickelt.
Da bin ich ein bisschen in dieses Thema reingerutscht: Wie kann ich mit meiner Website Geld verdienen? Wie kann ich durch das Einbauen von irgendwelchen Werbebannern quasi von einem Google-Werbenetzwerk bezahlt werden?
Und dann – ich war immer noch ganz normal angestellt in meiner Firma und hatte kein eigenes Online-Geschäft oder so.
Das hat dann Jahre gedauert.
Ich habe mich dann immer wieder damit befasst, dann wieder mal liegen gelassen.
Dann habe ich irgendwo erfahren, man kann ein Buch schreiben, ein E-Book schreiben, also ein PDF. Dann habe ich das gemacht, auch zu, keine Ahnung, zehn verschiedenen Themen.
Also vieles hat nicht funktioniert, nichts verkauft, aber ein paar Sachen haben funktioniert.
Dann ist jemand mal auf mich zugekommen und hat ein Buch von mir beworben.
Der hatte damals schon eine E-Mail-Liste, hat das beworben.
Und dann hatte ich innerhalb von wenigen Tagen sehr, sehr viele Verkäufe.
Ich hatte, keine Ahnung, fast 1.000 Euro verdient – da habe ich so ein bisschen Blut geleckt, und damit ist alles gestartet.
Aber ich bin jetzt nicht seit 15 Jahren jemand in der 'Online Geld verdienen'-Nische, der anderen zeigt, wie man online Geld verdienen kann.
Das heißt, da gab es eine sehr, sehr lange Vorgeschichte, wo ich alles Mögliche ausprobiert habe – Affiliate-Marketing, die ganzen Geschichten.
Das war eine lange Reise natürlich. Und ich sage mal, im Kern ist es heute immer noch so: Ein Geschäft baust du vor 20 Jahren genauso auf wie heute und auch in 20 Jahren.
Es gibt immer etwas, ob das jetzt der Metzger bei dir in der Stadt ist oder keine Ahnung, der Bäcker – jemand hat ein Problem, der hat Hunger, und du bist derjenige, der quasi dieses Problem nimmt und dafür bezahlt wird.
Was ist das Ganze?
Und da gibt es: Entweder du erstellst selbst ein Produkt, was auch immer – eine Dienstleistung, ein Coaching, einen Online-Kurs, ein Buch – oder du löst für denjenigen das Problem, bist also ein Dienstleister, erstellst für den eine Website, bäckst ihm eine Semmel, was auch immer.
Und so ist, sage ich mal, der grundsätzliche Aufbau eines Geschäfts.
Das ist ja offline und online genau das Gleiche. Jede Firma, egal ob offline, löst den ganzen Tag Probleme oder erfüllt Wünsche und lässt sich einfach dafür bezahlen. Das ist im Kern der Gedanke eines Geschäfts. Da muss man für sich immer entscheiden: Okay.
Und es ist auch ein falscher Gedanke, dass die Gurus immer so vermitteln: Online ist alles viel leichter und geht alles viel schneller.
Nein.
Warum?
Es gibt viele Vorteile: Du brauchst kein hohes Startbudget, weil wenn du offline eine Bäckerei eröffnest, brauchst du einen Raum, brauchst du ein Lager, brauchst du Maschinen, hast du Strom, brauchst du Zutaten – das kostet sehr, sehr viel Geld, und du hast noch gar nichts verdient.
Im Internet kannst du mit sehr wenig Risiko starten, aber der Aufwand von Null weg ist ähnlich. Also du musst sehr, sehr viel Zeit vorab investieren, um etwas bewegen zu können. Da geht nichts von heute auf morgen.
Michael: Ja, das ist mir bewusst, weil Geschäft ist Geschäft. Und genau, wo ich noch ein bisschen mein Denkproblem habe, ist das, was im Internet tatsächlich die Reichweite betrifft.
Ich habe natürlich eine andere Reichweite, als wenn ich jetzt hier auf dem Dorf eine Bäckerei aufmache.
Da habe ich im Umkreis von 20 Kilometern vielleicht 2.000 Menschen, die als Kunden in Frage kommen. Und im Internet sieht das natürlich ein bisschen anders aus.
Ja, mein Hauptbereich ist eben leider Ernährung. Ja, weil ich bin Küchenmeister und Konditormeister. Aber im Bereich Ernährung, Rezepte und Kochen – da ist das Internet komplett überlaufen, oder?
Christian: Jein. Die Wahrheit ist, heute ist alles komplett überlaufen.
Also du wirst heute kein Thema mehr finden, keine Nische mehr finden, wo es A noch nichts gibt und B noch nicht viel gibt.
Das heißt, das ist eigentlich kein K.-o.-Kriterium. Wichtig: Es gibt was und es gibt viel.
Ist ja eigentlich gut.
Warum?
Das heißt, es muss lukrativ sein, und du sagst es ja selbst – das Internet ist unendlich groß, fast. Also nicht unendlich, aber annähernd unendlich – und es wird immer größer.
Das heißt aber auch, dass wenn du ein Thema nimmst und dieses so stark wie möglich herunterbrichst ... Wenn du sagst Konditormeister, wenn du sagst Rezepte – was ein Konditor macht – das ist zu allgemein.
Da möchtest du alle erreichen, aber du kannst herunterbrechen.
Nur was weiß ich, Roggensemmeln oder ... weißt du, was ich meine? Also der Schlüssel heutzutage, vor allem in großen Märkten, ist es, sich so klein wie möglich, so nischig wie möglich, so spezialisiert wie möglich zu positionieren.
Dann hat man eine Chance. Also wirklich – keine Ahnung, von mir aus bist du jemand, der anderen Leuten ausschließlich zeigt, wie man, keine Ahnung, irgendeine bestimmte Art von Zuckergebäck macht.
Michael: Nicht das ganze Rezeptbuch, sondern nur die Sachertorte.
Christian: Genau, du bist der Sachertortenkönig. Das ist eine Nische.
Michael: Ich will mich jetzt nicht mit den Österreichern anlegen, das verstehe ich.
Christian: Aber einfach, um das quasi zu verdeutlichen. Also viele machen dann: Ich möchte anderen zeigen, wie man online Geld verdient – hast du schon verloren, weil die Märkte zu groß sind.
Wie willst du da durchkommen?
Aber wenn du sagst, du bist jemand, der anderen Leuten zeigt, wie man eine Sachertorte macht – oder vielleicht sogar eine Sachertorte mit Bio-Lebensmitteln, nochmal heruntergebrochen – dann ist deine Zielgruppe natürlich wesentlich kleiner.
Aber im Internet heißt klein immer noch groß genug.
Klein im Internet heißt nicht klein im Dorf, sondern klein im Internet heißt Hunderttausende von Leuten.
Also, das muss man sich mal vorstellen.
Der Schlüssel heutzutage ist einfach: sehr, sehr, sehr spezialisiert, sehr, sehr nischig denken, weil einfach – wie du sagst – es ist alles überlaufen, alles ist groß. Rezepte – selbst Rezepte – das ist natürlich überlaufen in allen Bereichen, keine Frage.
Aber wenn man da sagt: Okay, bei mir gibt es nicht Rezepte von A bis Z, sondern ausschließlich Rezepte für Sachertorten in verschiedenen Varianten, für Hochzeiten, für Geburtstage.
Also man kann – es gibt ja so viele Möglichkeiten. Selbst eine kleine Nische kann man noch facettenreich bedienen, wenn man ein bisschen kreativ ist. Und das ist so der Kerngedanke.
Michael: Brauche ich da eine Homepage?
Christian: Eine Website brauchst du definitiv.
Aber eine Website heutzutage, die kostet nichts.
Also eine professionelle Website kannst du heute mit 10 Euro pro Monat betreiben. 10 Euro pro Monat – das ist eine hochprofessionelle Website, die schnell lädt, die am Smartphone gut ausschaut. Vom Feinsten.
Das reicht völlig für ein Online-Geschäft.
Es gibt immer Luft nach oben, aber das reicht völlig. Deine Website ist quasi dein Ladengeschäft, deine Bäckerei, deshalb brauchst du eine Website.
Und dann – weil du gesagt hast, Reichweite – natürlich sofort die Frage: Wie komme ich an Kunden?
Vielleicht erstelle ich was, aber wie kommen die dann zu mir?
Und dann fallen einem irgendwelche Geschichten ein, was auch immer.
Aber wenn man es zusammenfasst: Im Internet gibt es nur zwei Wege, um an Kunden zu kommen.
Nur zwei, mehr gibt es nicht. Der erste Weg: Man bezahlt dafür. Das heißt, wo sind die meisten Leute im Internet unterwegs?
Auf den großen Plattformen: Google, Facebook, Instagram, YouTube.
Und diese Plattformen kann man bezahlen über Werbeanzeigen. Und pass auf: Schick mir die Leute, die sich für mein Thema interessieren, auf meine Website. Da bezahlst du dafür.
Für 99 Prozent der Leute, vor allem jene, die gerade einsteigen, ist das nichts.
Das ist nichts, weil sie nur Geld verbrennen.
Weil bezahlte Werbeanzeigen ein komplexes Spiel sind. Da braucht man Budget, da braucht man Geld, das man einfach mal für Testzwecke ausgeben kann.
Da fallen schon mal 80 Prozent weg.
Und selbst wenn man das Budget hat, braucht man einen gewissen Zeitrahmen, damit man das so hinbekommt, dass es sich auch lohnt.
Das heißt, das ist interessant, wenn man später ein Geschäft hat, das schon Einnahmen generiert – aber für 99 Prozent der Leute nicht interessant.
Die zweite Sache ist Content.
Das heißt, man kauft sich die Besucher nicht ein, man schaltet nicht eine Werbeanzeige und sagt: Pass auf, komm auf meine Website – sondern man erstellt Content.
Das heißt Blogbeiträge auf der Website, Videos auf YouTube.
Und in diesem Content spricht man über sein Thema, man gibt sein Wissen weiter, man teilt seine Erfahrungen.
Und über diesen Content finden einen dann Leute, die danach suchen.
Wenn jemand sucht 'Sachertorte backen mit Dinkelmehl' als Beispiel, und du hast ein Video online genau zu diesem Thema, dann werden die Leute dein Video finden.
Das ist so, weil die Algorithmen einfach dafür sorgen.
Und über dein Video kannst du dann am Ende sagen: Pass auf, ich habe hier eine Website, ein tolles Angebot, ich habe ein Buch geschrieben, einen Kurs zum Thema Sachertorte backen – schaut euch das an.
Und so bekommst du quasi über Content Leute, die sich für dein Thema interessieren, auf deine Website, auf dein Angebot.
Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.
Es gibt natürlich immer Abstufungen.
Du kannst Influencer bezahlen, die irgendwo eine große Reichweite haben, du kannst dich irgendwo in einen Newsletter einkaufen.
Aber summa summarum sind das die zwei Wege, die es gibt. Mehr gibt es nicht.
Das ist das Gleiche wie offline.
Der Bäcker – wenn er in einer kleinen Stadt, einem Dorf – einen neuen Laden aufsperrt: Was kann der machen, um an Kunden zu kommen?
Erstens hat er Laufkundschaft. Wenn er eine gute Position hat, kommt Laufkundschaft von Tag 1 an, da kommt jemand vorbei: 'Hier ein Bäcker, ah, da gehe ich rein.' Das hast du im Internet nicht.
Da gibt es keine Laufkundschaft.
Wenn du startest, wenn du heute eine Website online stellst, findet dich niemand – dann bist du unsichtbar.
Zweitens kann er in der Tageszeitung in der Stadt eine Anzeige schalten: 'Hier neue Bäckerei aufgemacht, keine Ahnung, zwei Semmeln zum Preis von einer' – was auch immer.
Er bezahlt quasi, damit er Leute hereinbekommt. Oder er macht Content-Marketing, verschickt von mir aus eine Broschüre an die Haushalte oder was auch immer.
Oder er legt, keine Ahnung, beim Arzt einen Flyer auf, wo er sagt: 'Pass auf, ich bin der beste Bäcker, bei mir gibt es die besten Semmeln.'
Er geht mit seiner Botschaft hinaus in die Welt und bekommt so quasi Leute in seine Bäckerei. Online ist das Gleiche – natürlich nur online. Aber da hast du viel, viel mehr Lärm, viel mehr Wettbewerb.
Es ist viel bunter, viel lauter, viel Ablenkung.
Aber im Kern ist es das Gleiche. So funktioniert ein Geschäft.
Für jemanden wie dich, der ja Wissen hat – wertvolles Wissen, für das andere bezahlen – das hat eigentlich jeder Mensch.
Jeder Mensch hat Wissen, für das andere bezahlen. Weil jeder Mensch – vor allem wenn man mal, sage ich mal, an die 60 ist – dann hat man Lebenserfahrung.
Da hat man Dinge erlebt, Probleme gelöst, die andere Leute aktuell gerade haben. Das ist so, das kann man nicht wegdiskutieren.
Michael: Das muss ich mir noch ein bisschen bewusst machen, dass es da wirklich Dinge gibt, für die andere wirklich bereit sind zu bezahlen.
Ein ganz kleines Beispiel: Ich habe die letzten zwei Jahre als Nachhilfe- und Stützlehrer für Kolping gearbeitet, habe da Auszubildende aus allen Lebensmittelberufen betreut.
Im August haben die meinen Zwei-Jahres-Vertrag nicht entfristet – alle befristeten Verträge mussten gehen. Okay, als das Geld knapp wurde. Ja. Das Erstaunliche ist: Danach haben die alle meine Schüler verloren – die sind auch alle gegangen.
Und jetzt sind vereinzelt welche von den Betrieben auf mich zugekommen, ob ich mit den Schülern privat irgendwie Prüfungsvorbereitungen machen könnte. Sie würden mich dafür bezahlen, die Betriebe.
Christian: Da haben wir es ja!
Michael: Was ich nie damit gerechnet hätte.
Christian: Und das kann man ja auch online irgendwo abbilden. Ich weiß nicht, wie das jetzt bei dir aussieht – wie du die Leistung erbringst.
Michael: Ich lerne mit denen halt, ne? Ich mache Prüfungsvorbereitungen mit denen, gehe mit den Prüfungsfragen durch und solche Sachen.
Christian: Das ist ja ein Paradebeispiel dafür.
Also der Schmerz liegt bei der Firma, vermutlich, und die sind bereit, dich quasi als jemanden zu bezahlen, der da Erfahrung hat.
Und ich glaube, das ist hier nicht etwas, wofür du einen Doktortitel brauchst.
Du bist einfach jemand, der das schon lange gemacht hat.
Du hast Erfahrung – das reicht, das ist Expertise genug.
Also man darf nicht immer das Gefühl haben: Okay, damit andere mich bezahlen, muss ich eine Ausbildung gemacht haben, ein Studium, eine formale Expertise.
Nein, das ist völliger Schwachsinn.
Du hast eine Erfahrung gemacht, die für andere wertvoll ist.
Du brauchst nichts Spezielles darüber zu wissen.
Meistens ist es so: Du musst nur eine Stufe über den Leuten stehen, die das Problem haben, das sie gelöst haben wollen. Eine Stufe, nicht zehn.
Wenn jemand Tennis spielen lernen möchte, der hat noch nie einen Tennisschläger in der Hand gehabt. Du aber – oder ich – habe vor einem Jahr begonnen Tennis zu spielen, ich spiele nicht gut, aber ich bringe den Ball übers Netz.
Dann bin ich eine Stufe über dem, der noch nie einen Tennisschläger in der Hand hatte, und ich kann dem helfen, und der wird mich bezahlen. Weil der möchte quasi das Level erreichen, das ich habe.
Er möchte den Ball übers Netz spielen können.
Und genauso kann man jedes Geschäft betrachten.
Es gibt natürlich verschiedene Abstufungen.
Wenn du ein Unternehmen bist, das 5 Millionen Euro Umsatz macht, dann suchst du dir nicht einen Berater, der noch nie ein Geschäft hatte, das 5 Millionen Euro Umsatz macht, sondern du suchst dir einen Berater, der Geschäfte berät, die 10 Millionen Umsatz machen.
Das heißt, jemand, der wieder eine Stufe über dir ist – aber nicht fünf Stufen.
Vor allem in deiner Situation, wenn du gerade mit etwas einsteigst, brauchst du einfach Leute, die eine Stufe unter dir sind, denen du quasi Erfahrungen weitergibst.
Und für die ist das so wertvoll – für diese Firma.
Die bezahlen dich dafür. Und das kann man quasi auf jedes Geschäftsmodell übertragen.
Thema Website: Wenn jemand eine Website bauen möchte und noch nie eine Website erstellt hat, und ich gehe her und sage: Ich bin kein Profi, aber ich habe das schon einmal gemacht, ich bringe das zusammen – dann bin ich eine Stufe über dir, und du wirst mich dafür bezahlen, weil ich kann dir das zeigen.
Und ich bin kein ausgebildeter Website-Entwickler mit technischen Kenntnissen.
Nein, ich bin derjenige, der eine Erfahrung voraus hat.
Michael: Vielleicht kannst du das noch einmal verdeutlichen – weil auf Diplome: Ich habe in meiner Laufbahn genügend Menschen kennengelernt, die sich Küchenmeister nennen und nicht in der Lage waren, einen Eierstich zu produzieren.
Christian: Ja, eben. Also am Ende musst du liefern. Ein Diplom oder Titel ist nicht viel wert, wenn du nicht liefern kannst.
Michael: Ja, das hilft mir jetzt schon ein ganzes Stück wieder weiter.
Christian: Das heißt, ich würde mir für dich überlegen: Okay, was macht dir auch Spaß?
Diese Konditor-Geschichte oder diese Nachhilfe-Geschichte?
Bei dir wird es vermutlich in diese Richtung gehen.
Entscheide dich für ein Thema, geh in dich, lass dir da ein paar Tage Zeit. Du brauchst ein Thema am Ende des Tages, wo du sagst: Okay, wenn ich überlege, jetzt die nächsten Jahre in meiner Rente zum Beispiel Nachhilfe zu geben – das macht mir grundsätzlich Spaß, da stehe ich morgens gerne auf, wenn ich das mache – oder ist es die Konditor-Geschichte?
Weil das ist ganz, ganz wichtig: Wenn dir etwas widerstrebt und du möchtest es nur wegen dem Geld machen, dann wirst du es nicht lange machen.
Es wird dich irgendwann kaputtmachen, wenn du etwas ständig machst, nur des Geldes wegen.
Aber es sperrt sich alles in dir. Also es ist schon eine wichtige Entscheidung zu sagen: Es sollte etwas sein, womit du dich wohlfühlst.
Michael: Ja, weil diese Erfahrung habe ich auch gemacht – etwas zu tun, nur um einen Job zu haben und um Geld zu verdienen, geht nicht lange gut.
Das geht nicht lange gut, dann wird.
Christian: Das ist doch – da steht über Geld aus meiner Sicht, wenn man einer Tätigkeit nachgehen kann, die einen vielleicht sogar erfüllt.
Da steht über Geld aus meiner Sicht, weil das ist ja auch ein Thema von mentaler Gesundheit, von körperlicher Gesundheit.
Wenn ich etwas tun kann, was mir vielleicht Spaß macht, was mich vielleicht erfüllt, was mich vielleicht antreibt – aber wenn ich jeden Tag in die Arbeit gehen muss und am Sonntagabend schon Bauchschmerzen bekomme, das ist kein schönes Leben.
Also da würde ich eher das bevorzugen, wo ich vielleicht weniger verdiene, aber dafür macht mir das Spaß und ich fühle mich gut dabei.
In dem Kontext würde ich auch ein Thema suchen. Natürlich – man muss auch sagen – die eine perfekte Idee, wo alles zu 100 Prozent passt, die gibt es ja auch nicht.
Man muss schon irgendwo flexibel sein. Selbst ein Online-Geschäft, das super lukrativ ist, macht nicht jeden Tag Spaß. Das ist keine Frage.
Michael: Vielleicht sind meine Ziele auch nicht hoch genug gesteckt. Ich will ja auch – wie gesagt, ich bin 63, ich muss keine Millionen mehr verdienen.
Christian: Absolut, darum geht es gar nicht.
Michael: Wenn ich schaffe, meine Rente so weit aufzustocken, dass ich halbwegs sorgenfrei leben kann – ich rede da vielleicht von, wenn ich das auf den Monat runterbreche: Wenn im Monat 1.000 Euro dabei rauskommen, unterm Strich, wäre das für mich schon viel Geld.
Christian: Ja, verstehe ich voll und ganz. Und das ist auch viel Geld, und das ist auch machbar.
Aber natürlich nur, wenn du wirklich dir eine Sache nimmst und diese konsequent verfolgst.
Also was viele Leute machen, ist zu häufig hin und her zu schwenken.
Die haben eine Sache, dann machen sie das ein bisschen. Funktioniert nicht.
Dann machen sie die nächste Sache. Das funktioniert nicht.
Wenn du ein guter Tennisspieler werden willst, musst du jahrelang Tennis spielen. Und wenn du ein guter Konditormeister werden willst, dann musst du jahrelang Kuchen backen.
Michael: Immer wieder aufs Neue lernt man.
Christian: Und so würde ich einfach ein bisschen in dich gehen. Du hast Optionen, du hast Wissen, du hast Erfahrung – das kannst du zu Geld machen.
Michael: Jetzt habe ich noch wahrscheinlich für dich eine ganz blöde Frage. Ja, ich habe nämlich das jetzt auch noch verfolgt. Die letzten Tage hatte ich wenig Zeit, weil ich kümmere mich nebenbei um eine demenzkranke Mutter. Okay, das ist ein sehr anstrengender Job – habe ich festgestellt. Dadurch bleibt immer vieles liegen im Moment.
Christian: Ja, verstehe ich.
Michael: Ja, ich habe den Termin verpasst mit deinem KI-Business-Team.
Christian: Ah, okay. Ja, verstehe.
Michael: Das hat sich ziemlich interessant gelesen.
Christian: Und möchtest du auch dabei sein, oder?
Michael: Schreiben wäre ja dann irgendwo eine Sache, wenn es um Content geht, die mit dazu kommt.
Christian: Ja, ja, absolut.
Michael: Und wenn ich dabei natürlich eine gewisse Unterstützung hätte – und ich habe mich mit KI bis jetzt auch noch nicht wirklich befasst.
Christian: Ja, verstehe ich. Ich sage mal, KI – das ist ein zweischneidiges Schwert, würde ich mal sagen. Es ist super, weil natürlich – es ist eine Abkürzung. Du kannst Dinge beschleunigen. Du hast irgendwo einen Ratgeber oder Berater – wie soll man es nennen – einen virtuellen Berater. Das ist schon super.
Aber natürlich nimmt einem KI nicht alles ab. Man muss sein eigenes Hirnschmalz schon auch noch einschalten.
Michael: Das hast du ja auch geschrieben. Die KI ist letztendlich wie eine Software – die kann nur so gut sein, wie sie gefüttert worden ist.
Christian: So ist es. Genau so ist es. Ja, das vergessen leider viele.
KI ist kein ... Also man muss schon sein eigenes – das ist auch wichtig – selbst nachzudenken noch.
Aber ganz klar: KI, so wie wir es auch verwenden – wo du sagst, okay, du fütterst das Ganze mit deinem Leben irgendwo, mit deiner Story, mit deinem Stil, mit deinen Inhalten, mit deinen Gedanken – dann kann das wirklich sehr viel für dich machen, was Content betrifft, was Ratschläge betrifft, was den Aufbau einer Website betrifft.
Da gibt es quasi kein Limit.
KI kann dir eine vollständige Website in 5 Minuten bauen, wenn du quasi die richtige Vorarbeit leistest.
Und pass auf, das habe ich vor für diese Zielgruppe: Das bin ich, das macht mich aus, diese und jene Leistung möchte ich anbieten – erstelle mir eine Website. Und dann sagst du: Das finde ich gut, das finde ich nicht gut, überarbeite die Website. Zack, zack, zack – alles möglich.
Michael: Wenn ich mit solchen Sachen jetzt zu einer Agentur gehe, muss ich denen auch die ganzen Infos geben, und dann wird es richtig teuer.
Christian: Absolut, absolut. Ja, ja, ja.
Also Agenturen, die nur Websites bauen, werden aussterben, weil der Zug abfahren wird.
Jetzt noch nicht, aber das wird KI übernehmen – auch die technische Komponente, noch nicht jetzt, weil KI ist auch noch relativ fehleranfällig, vor allem was Programmcode betrifft.
Da kann man sich nicht zu 100 Prozent darauf verlassen, aber das wird kommen.
Michael: Also Konditoren und Köche werden auch verschwinden. Bei euch in Österreich vielleicht noch nicht, aber bei uns hier fängt es schon an. In den ersten Betriebskantinen stehen Küchenroboter.
Christian: Ja.
Michael: Und Konditoreien bei uns in den Innenstädten – es gibt keine richtigen klassischen Konditoreien mehr, nur noch Starbucks und diesen ganzen Mist.
Christian: Ja, ja.
Michael: Und ich liebe eure Wiener Kaffeehauskultur. Ja, und ihr legt noch Wert auf frische Produkte, auf Qualität, und ihr lasst es euch sogar noch was kosten, genau wie die Schweizer.
Christian: Stimmt wohl. Ja.
Michael: Und bei uns ist nur noch Kuchenrollen und Wiese und Dr. Oetker. Es ist grauselig hier.
Christian: Ja, verstehe. Ja, es ist halt – es ist schade. Ich finde es auch ein bisschen schade.
Also ich finde nicht alles gut.
Man muss nicht alles automatisieren und auslagern und so. Ich finde schon – ich war neulich sogar in Salzburg mal in so einer uralten Bäckerei, die quasi noch mit einem Wasserrad Strom erzeugt, so wie früher, alles uralt, und da hat er Brot gebacken.
Das ist ein super Handwerk, finde ich.
Das sollte auch nicht verschwinden. Natürlich ist das jetzt nicht effizient und Kosten sparend oder so, aber das ist einfach etwas, was – ja, wie soll ich sagen – das ist einfach etwas, was man sich gerne anschaut, wo man gerne auch kauft. Mich spricht das total an.
Michael: Hat was mit der Gesellschaft zu tun. Wenn ich denke, dass es in Paris noch kleine Bäckereien im Keller gibt, die nur davon leben können, Baguettes zu machen. Die machen nichts anderes und die werden nicht reich damit, aber die können davon leben.
Christian: Die können leben.
Michael: Und bei uns geht diese ganze Kultur verloren – ich weiß nicht, wo Deutschland sich gerade hinentwickelt, das gefällt mir alles nicht.
Ja, gesellschaftlich geht da ganz viel verloren.
Und ich habe jetzt wieder noch einen Bericht gesehen über – war das nicht sogar Salzburg?
Da gibt es in verschiedenen Straßen noch jemanden, der von Hand Bürsten und Besen macht, einen Regenschirmhersteller, einen ganz jungen Mann, der den Betrieb seines Lehrbetriebs übernommen hat, der noch diese – diese Hüte macht.
Christian: Ja, ja, genau.
Michael: Ja, das ist bei uns hier alles schon tot. Das gibt es hier alles gar nicht mehr – keinen vernünftigen Schreiner um die Ecke.
Christian: Ja, das ist schon schade. Das ist, finde ich auch nicht ganz gut. Diese Entwicklung – also, es ist sehr schade.
Michael: Und auf der anderen Seite – klar – gegen das, was kommt, wovon wir jetzt gerade reden, also Online-Business oder jetzt auch KI, man kann sich nicht komplett gegen die Zukunft sperren.
Christian: Nein, nein, eben – lernen.
Michael: Ich muss den Widerstand da an die Seite legen. Ich muss mich jetzt mit dem Warenwirtschaftsprogramm in der Küche auseinandersetzen, weil sonst komme ich nicht mehr mit. Ja, so, und hinterher habe ich festgestellt: Wow, das macht mir die Arbeit doch leichter.
Christian: Ja, absolut.
Michael: Aber deswegen habe ich nicht aufgehört, mit frischen Kartoffeln zu kochen.
Christian: Ja, eben, genau. Ja, es ist ein Wandel, dem kann man sich nicht verschließen. Man muss da mitgehen bis zu einem gewissen Grad, und man muss irgendwo seinen Mittelweg finden, denke ich.
Michael: Ja, das Gespräch mit dir, das hat jetzt gutgetan, und das schiebt mich auch wieder in dieser Richtung ein bisschen weiter.
Christian: Das freut mich.
Michael: Ich habe ja jetzt noch die zwei Sachen, die ich noch wirklich ganz in Ruhe durcharbeiten möchte: Das Buch nochmal und "From Starter to Finisher" – da bin ich online schon mal grob durch, aber das schafft man nicht mit einmal Durchlesen, dass das alles sitzt.
Christian: Nein, das ist natürlich auch ein Prozess.
Das braucht man immer wieder mal.
Das muss man auch irgendwo im besten Fall verinnerlichen.
Das ist mit einmal Durchlesen nicht abgetan.
Das sollte man quasi sich immer wieder hervorrufen, damit man das quasi irgendwo zur Routine machen kann.
Auch dieses Selbstvertrauen gewinnen. Okay – A – dieses Bewusstsein: Allen anderen geht es genauso. Also niemand ist irgendwo als jemand geboren, der alles durchzieht, nie Zweifel hat und nie unsicher ist.
Das gibt es nicht.
Und B: Aber die Leute, die dann Erfolg haben, die ziehen einfach durch, komme was wolle. Und man muss natürlich diese Denkweisen sich irgendwo immer wieder vor Augen führen und verinnerlichen.
Michael: Wie gesagt, für mich ist halt wichtig, dass das Ganze seriös bleibt.
Christian: Das sowieso.
Michael: In meinem Beruf schon immer wichtig, dass wenn ich draußen auf der Straße irgendwann mal Gästen von mir begegne, dass die nicht mit dem Finger auf mich zeigen, sondern dass die dann sagen: 'Oh, das war toll bei dir.'
Christian: Ja, absolut.
Michael: Ja, weil ich möchte nicht so ein Geschäftsmann werden wie Donald Trump. Umsatz, koste es, was es wolle.
Christian: Ja, ganz klar. Ja, verstehe ich voll und ganz.
Michael: Und wenn ich das jetzt so richtig abstecke und in den nächsten 2, 3, 4 Wochen – ich kann nicht genau sagen, wie lange es dauern wird – meinen Weg finde, ja, dann kann ich unter Umständen dich ja auch als Unterstützung dazu buchen.
Christian: Ja, kannst du. Ich würde sagen, du machst einfach mal deine Hausaufgaben, gehst in dich, machst dir da Gedanken, und dann meldest du dich einfach, wo du sagst: Okay, hier bin ich unsicher, was ist der nächste Schritt vielleicht, was soll ich jetzt tun?
Da geht es noch gar nicht darum, sofort eine Website zu bauen – ist schon wichtig, aber nicht sofort.
Da gibt es noch andere Dinge zu tun.
Erstmal wirklich auch deine Positionierung zu finden, für dieses und jenes Thema, und einfach mal weiterzudenken, einfach mal durchzuspinnen:
- In welche Richtung könnte ich gehen?
- Wen möchte ich erreichen?
- Was möchte ich für diese Leute tun?
- Welche Leistung möchte ich erbringen?
Das sind alles so Dinge, mit denen man sich im Vorfeld beschäftigen soll.
Michael: Das ist ja das, was hinterher die Website füllen soll.
Christian: Ja, genau.
Aber man sollte das vielleicht im Kopf oder vielleicht auch verschriftlicht haben.
Ich bin ein Fan davon, Dinge, die mir in den Sinn kommen, schriftlich festzuhalten, weil ansonsten verfliegen sie wieder irgendwo.
Also man kann ja dann vielleicht auch, wenn man sich das schriftlich notiert – was einem so für Gedanken kommen – das wieder beiseitelegen, eine Nacht drüber schlafen, dann schaut man sich das wieder an, dann kommen neue Ideen, dann kann man Dinge optimieren, kann man andere Dinge vielleicht wieder verwerfen, weglassen. Das ist ja so ein bisschen ein Prozess für sich selbst auch.
Michael: Ja, schon. Einen Plan machen.
Christian: Ja, sowieso. Ein Plan ist immer gut. Wobei – natürlich – auch schriftlich ist ganz wichtig, und natürlich auch für sich selbst das Bewusstsein: Kein Plan ist perfekt.
Das heißt, man kann nicht jede Eventualität oder jede Sache, die hereinkommt, an Tag 1 vorplanen. Das gibt es nicht. Man sollte etwas haben – eine Struktur, einen Plan, einen Fahrplan, der nicht perfekt ist, aber gut.
Und dann sollte man einfach starten.
Man lernt ja quasi mit dem Prozess auch.
Man kann nicht an Tag 1 alles bis ins kleinste Detail durchplanen, wie bei einer Hochzeit.
Hochzeit ist einfach ein Event an Tag X, ein Online-Geschäft ist aber eine fortlaufende Reise.
Da kann man nicht alles von A bis Z durchplanen – beziehungsweise nur grob. Wie es dann wirklich läuft, kann man an Tag 1 nicht sagen. Das muss man wissen.
Michael: Selbst bei einer Hochzeit nicht alles. Genau. Selbst dort nicht. Wenn die Gäste draußen sitzen, aufs Essen warten, und dann geht der Ofen aus.
Christian: So ist es – oder wenn es plötzlich regnet. Man kann nicht alles durchplanen. Man muss auch ein bisschen flexibel bleiben.
Michael: Wichtig war für mich dann immer, dass ich in der Lage bin, das irgendwie so hinzudeichseln, dass die Gäste das – wenn es möglich ist – nicht merken.
Christian: Ja, das wäre der Idealfall. Genau.
Michael: Dann möchte ich mich erstmal für deine Zeit heute bedanken.
Christian: Gerne, gerne.
Michael: Das war jetzt wirklich gut. Das freut mich, weil Lesen ist auch immer eines – aber auch mal wirklich darüber zu sprechen ist wieder was anderes.
Christian: Absolut, absolut.
Michael: Wie gesagt, was ich an dir schätze, ist deine Bodenständigkeit, dass du nicht zu diesem 'Ich bin der Überflieger'-Image gehörst. Du hast immer wieder kommuniziert, dass es nicht einfach ist und nicht leicht wird und nicht über Nacht geht.
Christian: Genau.
Michael: Ja, und diese Ehrlichkeit finde ich klasse. Da unterscheidest du dich von ganz, ganz vielen Mitanbietern in diesem Bereich. Und dass du dir dementsprechend in den Jahren, die du das jetzt machst, was Erfolgreiches aufgebaut hast.
Christian: Ja, richtig, Jahre ist es schon, oder? Absolut, absolut.
Michael: Dann hast du dein Ziel doch erreicht, was das Finanzielle auf jeden Fall betrifft.
Christian: Ja, ja, und das Finanzielle ist das eine – aber auch, dass mir das nach wie vor Spaß macht, dass ich das gerne mache. Wie gesagt, das ist schon wichtig. Es sollte kein krampfhaftes Muessen sein, um irgendwie irgendwo Geld herzubekommen. Es ist etwas, was mir Spass macht, und es bringt gutes Geld – und das ist fuer mich irgendwo die beste Kombination, denke ich mir.
Michael: Ja, besser geht's nicht.
Christian: Genau.
Michael: Ja, das ist super. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben.
Christian: Sehr gut. Das freut mich. Melde dich gerne.
Michael: Wenn es so weit ist, werde ich dich zwischendurch mal einfach kurz informieren, wie es steht.
Christian: Ja, absolut. Auf jeden Fall.
Michael: Deine Newsletter habe ich ja, die kriege ich ja regelmaessig.
Christian: Ja.
Michael: Und hältst du das für sinnvoll, wenn ich da jetzt noch mit einsteige in dieses KI-Business-Team?
Christian: Ehrlich gesagt nein, weil das brauchst du aktuell nicht. Der Kurs verschwindet ja nicht. Also ich werde den auch wieder – keine Ahnung wann, aber heuer sicher noch mal – verkaufen. Fokussiere dich auf andere Dinge, fokussiere dich darauf, mal dein Ding zu finden, dein Thema, deine Nische, was du machen moechtest, und blende alles andere mal aus. Das laeuft nicht davon.
Michael: Also könnte ich das auch spaeter noch mitmachen?
Christian: Ja, absolut.
Michael: Das ist gut zu wissen.
Christian: Zu viel auf einmal ist nicht gut. Du verpasst da jetzt nichts. Also es macht keinen Sinn, das jetzt zu kaufen und dich dann damit zu beschäftigen. Besser ist es einfach, eine Sache nach der anderen. Schau mal, dass du dein Thema findest, dass du quasi irgendwo deine Nische findest und sagst: Okay, das koennte ich mir vorstellen, das macht mir Spass, da moechte ich reingehen. Und dann ist der naechste Schritt der bessere.
Michael: Ja, da habe ich jetzt ein bisschen zum Nachdenken und ein bisschen was zu tun.
Christian: Sehr gut.
Michael: Wie gesagt, ich bedanke mich ganz herzlich.
Christian: Ja, gerne.
Michael: Für mich war es jetzt eine gute Zeit, dieses Gespraech. Das freut mich, mir hilft das weiter.
Christian: Super, so soll es sein.
Michael: Ja, und ich denke, wir beiden hoeren auch in Zukunft noch voneinander.
Christian: Das freut mich auf jeden Fall. Melde dich gerne, wenn was ist, und wie es so weitergeht. Und schlussendlich auch – sage ich mal – für was hast du dich entschieden? Melde dich gern. Ist auch fuer mich sehr interessant.
Michael: Ich werde bestimmt auf dem holperigen Weg auch weiterhin noch mal Hilfe brauchen.
Christian: Ja.
Michael: Und wenn das dann eben in der Form ist, dass ich mir von dir dann mal Zeit kaufe, dann ist das eben so.
Christian: Absolut.
Michael: Ich bin hier, weil du musst ja auch davon leben.
Christian: Ja, genau so ist es.
Michael: Wie gesagt, bedanke ich mich für deine wertvolle Zeit.
Christian: Gerne, gerne.
Michael: Ganz, ganz liebe Grüsse nach Salzburg.
Christian: Ich danke dir.

