Sales Funnel erstellen | Interview mit Funnel-Experte Kristof Lindner
  • 14. Dezember 2020

[Video Interview] - Wie Du selbst als Laie einen Sales Funnel erstellen kannst, um online mehr von Deinen (digitalen) Produkten zu verkaufen

Sales-Funnel erstellen

Was unterscheidet Leute, die extrem viel verkaufen von jenen, die einen Ladenhüter nach dem anderen produzieren?

EIN Unterschied (von vielen) ist oft die Art und Weise des Verkaufens!

Während die Einen häufig (zu) direkt oder gar "hart" und marktschreierisch verkaufen, erstellen die anderen einen smarten Marketing-Funnel der ruhig, authentisch und vertrauenswürdig verkauft.

Wenn Du selbst ab heute mehr verkaufen und dafür einen einfachen Sales Funnel erstellen möchtest, dann schau Dir jetzt folgendes Video mit den Funnel-Experten Kristof Lindner und Sebastian Radatz an.

Du erfährst darin nicht nur, was so ein Verkaufsfunnel eigentlich ist, sondern auch, wie er idealerweise aufgebaut werden muss. Inklusive Praxisbeispiele, Insights, Tipps & Tricks.

Kristof und Sebastian haben einen Videokurs erstellt, in dem sie jedem Einsteiger  und "Techniklegastheniker" zeigen, wie man schnell und einfach einen Sales Funnel für sein Online Business erstellen kann. Das Videotraining kostet aktuell nur 4,99 € und beinhaltet 20 Lektionen.

Fragen zum Interview und Videokurs kannst Du gerne jederzeit im Kommentarbereich stellen.

Folgende Fragen habe ich den beiden Online-Unternehmern im Video gestellt. Ihre Antworten weiter unten auch als Textversion.


Übersicht der Fragen

Heute habe ich zwei interessante Gesprächspartner zum Interview.

Nämlich den Kristof Lindner und den Sebastian Radatz von conversionfuchs.de. Hallo, Ihr beiden. Vielen Dank für das Interview heute.

Es geht um das Interessante Thema Sales Funnels. Zu Deutsch Verkaufsfunnel oder Verkaufstrichter.

Also wie kann ich einen Verkaufsprozess online abbilden, um meine digitalen Produkte zu verkaufen? Auch physische Produkte vielleicht, je nach dem.

Genau darüber werden wir heute sprechen.

1. Vielleicht stellt Euch beide mal ganz kurz vor, damit die Zuseher wissen, wer ihr seid und was ihr so macht.

Kristof: Sehr gerne. Dann fange ich mal an. Ich mache jetzt seit 14 Jahren Online Marketing.

Ich habe angefangen mit Lizenzprodukten aus Amerika und habe viele Jahre lang Ratgeber-Produkte verkauft. Zum Beispiel E-Books im Bereich Dating Advice. Aber auch im Fitnessbereich und Beziehungsratgeber.

Dann habe ich 2011 die Affilicon gegründet.

Das ist ein Bezahlsystem, über das man seine Online-Zahlungen abwickeln kann. Darüber verkaufe ich mittlerweile ein großes Spektrum an Produkten.

Eins der größten ist dabei auch ein Projekt, wo wir Nahrungsergänzungen verkaufen. Das läuft alles ganz gut.

Die Affilicon macht jetzt einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro.

Und jetzt haben wir eben ganz frisch und neu das Conversionfuchs-Projekt gestartet.

Damit wollen wir anderen ein bisschen von unserer Erfahrung berichten, die wir gemacht haben im Online Marketing.

Sebastian: Ich habe auch schon seit 2013 kleinere Online-Marketing-Projekte gemacht.

2016 bin ich dann erstmals zur Affilicon gestoßen und habe da auch Kristof als Geschäftsführer kennengelernt.

Und dort habe ich mittlerweile viele Produkte und Vendoren gesehen und daher auch ganz gut beurteilen, was sich gut und was sich weniger gut verkauft.

Mittlerweile machen wir zusammen hauptsächlich das Conversionfuchs-Projekt.

2. Was ist aus Eurer Sicht die Definition eines Sales Funnels? Wie würdet ihr so einen Marketing-Funnel einem Laien beschreiben?

Kristof: Also bei uns ist ein Funnel ein von Dir als Experte erstellter Verkaufsprozess, der mit einem bestimmten Abschluss endet, den aber nur ein Teil Deiner Kunden durchführt.

Dabei sind mehrere Wörter in dieser Definition wichtig.

Also erstens - „Du bist der Experte!“ - das hat also viel mit Content Marketing zu tun.

Das heißt, Du erzählst etwas über Dich, Deine Expertise und gibst Dein Wissen und Deine Erfahrung in Form von Inhalten weiter.

Das zweite Element ist, dass es zielgerichtet ist.

Eines unserer Mottos ist immer, EIN gutes Angebot reicht.

Letztendlich wird so ein Funnel auf EIN bestimmtes Produkt und auf EIN bestimmtes Angebot zugeschnitten.

Ein Beispiel, um den Unterschied zum klassischen Online-Marketing zu erklären.

Beim klassischen Online-Marketing hast Du beispielsweise einen kleinen Online-Weinhandel und versuchst jedem Deine Weine anzubieten und Dich im schwierigsten Fall über den Preis von anderen zu unterscheiden.

Bei einem Funnel ist das anders.

Hier versucht man EIN Angebot besonders herauszustellen und zum Beispiel mit einem besonderen Benefit noch attraktiver und schmackhaft zu machen.

Man versucht, diesem einen Angebot ein Alleinstellungsmerkmal zu geben und hebt sich damit vom Wettbewerb an und nicht unbedingt über den Preis, was nie ein guter Weg ist.

Und das dritte Element ist der Trichter.

Das heißt, in so einem Sales Funnel hat man normalerweise nur die Chance am Ende das herausgestellte EINE Angebot anzunehmen oder die Webseite unverrichteter Dinge wieder zu verlassen.

Anders wie bei einem klassischen Shop-System, wo quasi jederzeit aus den verschiedensten Weinen auswählen kann.

Sebastian: Vielleicht noch ergänzend dazu.

Eine klassische Homepage hat dann zum Beispiel noch Elemente wie einen "Über uns" Bereich oder ein Lexikon. Das hat jetzt eine Landingpage in einem Funnel nicht.

Da blendet man die ganzen Elemente aus, die den User nur ablenken oder vielleicht verleiten können, irgendwo anders hinzuklicken.

Eine Landingpage hat ja nur EIN Ziel, wie etwa den Eintrag in einen E-Mail-Verteiler oder den Kauf eines Produktes. Und alles, was davon ablenkt, ist kontraproduktiv.

Kristof: Aber das Ganze heißt nicht, dass man für einen klassischen Online-Shop nicht auch Funnel-Marketing nutzen kann. Das kann sehr gut nebeneinander bestehen.

Man hat also einen Online-Shop, wo die Kunden einen schon kennen und sich die Produkte aussuchen können.

Und zusätzlich baut man noch einzelne Landingpages, wo man spezielle Angebote besonders herausstellt und die Interessenten durch einen Funnel leitet.

Um beim Beispiel des Weinhandels zu bleiben.

Im Herbst könnte man ein schönes Rotwein-Set für das Gänseessen schnüren.

Man beschreibt dieses, stellt es besonders heraus und wenn der Kunde kauft, startet im Hintergrund ein Marketing-Funnel, der dem Kunden via E-Mail-Marketing andere Produkte verkauft, zum Beispiel passende Weinsorten.

3. Was sind eigentlich die Vorteile eines Sales Funnels? Warum sagen immer alle Experten man braucht unbedingt einen Verkaufsfunnel, um online etwas verkaufen zu können. Vor allem bei den digitalen Infoprodukten?

Kristof: Ja, das ist eine gute Frage. Da sprechen ein bisschen die Zahlen für sich, würde ich sagen.

Die Frage ist halt, möchtest Du was von deinem E-Book verkaufen oder willst Du fast nichts verkaufen.

Wenn Du es klassisch ohne Sales Funnel machst und beispielsweise über eine bezahlte Werbeanzeige Leute direkt auf Deine Verkaufsseite leitest und dort ein E-Book mit einem schönen Cover anbietest, dann reicht das nicht, damit die Leute das kaufen.

Gerade bei Ratgeber-Produkten wollen sie Dich erstmal kennenlernen. Du musst Vertrauen aufbauen.

Es gibt bei uns einen 14-Schritte-Prozess, wie man so einen Verkaufsprozess richtig aufbaut und jedes einzelne Element hat dabei seinen Sinn, auch in der richtigen Reihenfolge.

Das ist so ein bisschen wie beim Autoverkauf.

Man geht auch nicht einfach hin und dann sagt der Autoverkäufer den Preis von dem Auto und dann unterschreibst Du.

Nein, da wird sich zusammengesetzt und der Verkäufer nimmt sich Zeit für Dich, erklärt Dir alles und geht auf Deine Wünsche ein. Das klassische Verkaufsgespräch bei einem Autohändler eben.

Wir haben online nur die Möglichkeit dieses Verkaufsgespräch in eine Richtung zu führen, aber wir können im Verkaufsprozess eben versuchen, alle Fragen zu beantworten und letztendlich auf alle Wünsche und Ideen, die der Kunde vielleicht im Kopf hat, einzugehen.

Das macht einen Sales-Funnel so effektiv und wertvoll.

Christian: Also es geht im Prinzip darum, Menschen spezifisch auf jene Produkte hinzuleiten, die sie speziell interessieren oder die maßgeschneidert für sie und ihre Probleme, Herausforderungen und Wünsche sind.

Und es geht darum, zu diesen Menschen einfach Vertrauen aufzubauen. Und was dafür offline quasi der Autohändler übernimmt, übernimmt online der Sales Funnel.

Kann man da so zusammenfassen?

Kristof: Ganz genau.

Und da stecken ja auch zwei Sachen dahinter.

Wir, die jetzt ein Ratgeber-Produkt verkaufen, können kein Brand-Marketing machen.

Eine große Firma wie Mercedes kann einfach Autos auf die Plakate werfen und dann weiß man schon irgendwie, was dahintersteckt. Mercedes ist ein tolles Auto. Jeder weiß das.

Uns als E-Book-Verkäufer kennt niemand.

Das heißt, wir müssen da mehr dran arbeiten, dass der Kunde vertrauen zu uns gewinnt.

Das ist das eine und das zweite ist, dass es gerade bei Ratgeber-Produkten darum geht, Deine Kunden bei der Lösung ihres Problems weiterzubringen.

Und hier ist es oft so, dass viele Leute schon andere Ratgeber gekauft haben und dessen Lösung hat nicht funktioniert oder die Qualität hat nicht gepasst.

Und da musst Du als E-Book-Verkäufer versuchen, eben auch diesen vergangenen Schmerz oder die vergangene Enttäuschungen dem Kunden zu nehmen und das Vertrauen zu erzeugen, dass Deine Lösung diesmal die Richtige ist und funktionieren wird.

4. Eurer Erfahrungen nach, wie viele Berührungspunkte braucht ein wildfremder Mensch, der erstmal zum Interessenten wird, bis er einen Kauf tätigt? Wie viele E-Mails soll ich ihm im Vorfeld senden, bevor ich ihm ein Kaufangebot mache?

Kristof: Also ich würde da schon lange warten.

Ich würde aber die Frage lieber aus der Praxis heraus beantworten als jetzt pauschal zu sagen, das sind sieben Touchpoints, was man vielleicht klassischer Weise sagen würde.

Jemandem, der gerade erst startet, würde ich folgendes empfehlen.

Bau erstmal auf Deiner Seite einen schönen Verkaufsprozess, der in einem Angebot für ein 7 Euro Produkt, einem typischem Tripwire oder vielleicht auch gleich in einem 37 Euro Produkt endet.

Und mit einem Exit Intent Popup greifst Du alle nochmal ab, die nicht sofort kaufen und holst Dir über einen kostenlosen Report die E-Mail-Adresse.

Also wir empfehlen eher direkt schon auf den Tripwire zu gehen, denn dann kannst Du ein bisschen besser messen und beispielsweise auch direkt Affiliate-Provisionen geben.

5. Wie stark würdest Du in so einem Sales Funnel segmentieren? Also würdest Du alle Interessenten in den gleichen Funnel leiten oder innerhalb der Zielgruppe beispielsweise nach Interessen unterscheiden?

Kristof: Dazu habe ich mal ein ganz interessantes Experiment gesehen.

Da hat jemand einen Schlafratgeber erstellt. Also wie schlafe ich besser, tiefer, erholsamer und so weiter.

Und dann hat der ein Video gebaut, in dem nach 5 Minuten eine Frage gestellt wurde wie: „Haben Sie Probleme beim Einschlafen oder wachen Sie morgens zu früh auf?“

Dann konnte man sich weiter klicken und bekam darauf abgestimmt ein weiteres Video.

Und dann hat der sozusagen den Verkaufsprozess daraufhin optimiert, je nach dem welches spezifische Problem der Zuseher hatte.

Das war aber ein Mordsaufwand, wie man sich denken kann, weil für die ersten fünf Minuten hat er ein Video, für die nächsten fünf Minuten braucht er schon zwei Videos, dann vier Videos und so weiter.

Ich glaube, es hat ganz gut funktioniert. Aber er hat es nicht noch mal gemacht, soweit ich weiß. Das heißt, das war eine einmalige Sache.

Wenn das jetzt, sag ich mal, die Conversion durch die Decke hätte gehen lassen, dann glaube ich, hätte man das irgendwie weiterverfolgt.

Aus meiner Sicht ist es am Ende einfacher, wenn man sich erstmal EINEN Kunde-Avatar macht, EIN spezifisches Problem aufgreift und dafür eine Landingpage inklusiver Sales-Funnel aufbaut.

6. Funktioniert aus Eurer Sicht so ein Sales Funnel in jeder Branche? Auch im B2B? Oder würdet Ihr sagen, es gibt Branchen, da funktioniert das nicht?

Kristof: Also wir sind noch über keinen Bereich gestolpert, wo es nicht auch sinnvoll gewesen wäre, einen schönen Sales Funnel aufzubauen.

Also selbst bei Produkten, wo man das Gefühl hat, da kann man nicht viel erklären, macht es Sinn.

Nehmen wir Angelköder.

Was kann man bei einem Köder schon sagen, der passt zu dem Fisch, es ist auch ein günstiges Produkt.

Aber auch da könnte man in einem Verkaufsprozess von seinen Erfahrungen erzählen, wie gut es mit dem Köder geklappt hat.

Und der war immer an derselben Stelle fischen und mit dem alten Köder ging es nicht. Da hat er den einen Köder gefunden und auf einmal beißen die Fische an.

Und schon hat man die Leute so ein bisschen eingefangen.

Die Leute wollen unterhalten werden, das wichtigste Marketing Element von so einem Verkaufsfunnel ist doch das Infotainment.

Wir geben Informationen, wir unterhalten, stellen uns vor und geben dem Kunden auch ein warmes Gefühl.

Der Kunde kauft immer aus der Emotion heraus und rationalisiert den Kauf hinterher!

Click to Tweet

Und diese Emotionen aufzubauen, dafür braucht es halt ein bisschen Informationen, über ein Video, aber auch der gute schriftliche Sales Letter funktioniert immer noch sehr gut.

So kann man eigentlich für alles was finden, worüber man Geschichten erzählen und Emotionen hervorrufen kann.

Sebastian: Ein Sales Funnel ist im Prinzip ja auch keine Erfindung der Neuzeit oder des Internets.

Das gab es ja schon früher im Mittelalter auf dem Markt.

Da war es ja genauso, dass man vielleicht ein Stück Wurst dem Kunden hingehalten hat und der hat es dann probiert und es hat geschmeckt. Das war dann sozusagen der Tripwire.

Der Kunde probiert die Wurst zuerst, bevor er 6 Würste oder den ganzen Laden leer kauft.

Probiert er halt mal, ist aufgewärmt und kauft dann beim nächsten Mal vielleicht ein bisschen mehr und dann erzählt er es der Familie und dann wird es wieder ein bisschen mehr.

Ein Sales Funnel ist ja im Prinzip ein uralter Verkaufsmechanismus.

Kristof: Ich war in Amsterdam und da gibt es im Sommer in einem Park immer einen Austern-Verkäufer.

Und der stellt sich nicht nur hin und verkauft plump seine Austern um 4,50 € oder 1,50 €.

Sondern, der erzählt den Leuten was über die Austern, wo er die herhat, wie toll die schmecken, was die für einen Nachgeschmack haben, was die für einen Vorgeschmack haben, wie sie zu einem Wein schmecken.

Also der macht da so eine Show draus, dass es ein Einkaufserlebnis wird bei ihm.

Man kauft dann nicht nur bei ihm die Austern, weil man die Austern haben will, sondern man kauft es auch, weil es einfach Spaß macht bei ihm zu kaufen und seine Storys interessant und lustig sind.

7. Für jemanden, der jetzt zum Beispiel ein einfaches digitales Produkt verkaufen möchte, ein E-Book oder einen kleinen Videokurs, wie soll aus Eurer Sicht so der Einstieg aussehen? Also die ersten Schritte in so einem Funnel. Welche E-Mails sollte der verschicken? Welches Freebie sollte der entwickeln oder welchen Anreiz?

Kristof: Also ich würde mich erstmal entscheiden, mache ich ein 7 Euro Produkt oder ein 37 Euro Produkt draus.

Ein 7 Euro Produkt kann ein PDF sein, was 10, 20 Seiten lang ist, das ist okay.

Ein 37 Euro Produkt würde ich schon aufteilen in ein Hauptprodukt und in zwei Boni.

Also dass man dann 40, 50 Seite hat und vielleicht noch zwei fünfseitige Boni dazu. Je nachdem wie viel Material man bereits hat.

Wenn man noch gar nichts hat, fängt man erstmal mit einem kleinen PDF an, 20 Seiten, verkauft die für 7 Euro, um sich seine Liste aufzubauen.

Mit diesem Frontend-Produkt wird man allerdings nicht reich, das ist die Realität.

Der Profit liegt da eigentlich im Backend.

Das unterscheidet auch zum Beispiel oft diejenigen, die Erfolg haben, von denen, die keinen Erfolg haben.

Das heißt, das Gute ist, auch über ein 7 Euro Produkt, erschaffe ich mir ja eine E-Mail-Liste, wenn ich es schaffe, Affiliates dazu zu bringen, das zu bewerben.

Was aber dabei sein muss, ist das E-Mail-Marketing hinterher. Also nur das eine 7 Euro Produkt, würde ich sagen, reicht nicht, du brauchst das E-Mail-Marketing.

Und da gibt es dann auch wieder Regeln.

Also die erste E-Mail, da solltest Du erstmal Hilfestellung zu deinem Produkt geben und die erste E-Mail eignet sich auch sehr gut, noch ein paar immer häufig gestellte Fragen zu beantworten.

In der zweiten stellst Du Dich selber ein bisschen vor, in der dritten gibst du noch mal zusätzlich weiteren Content, der dem Kunden von Nutzen ist.

Das heißt, da platzierst Du natürlich noch keine Angebote.

Warum?

Denn Du willst jetzt über den Newsletter eine Beziehung zu Deinem Kunden aufbauen. Du willst ihm auch zeigen, dass Deine E-Mails, die Du schickst, wertvoll sind, damit er den Newsletter auch noch bei der 30. E-Mail öffnet.

Und auch bei uns gibt es diese Phase, die dauert 30 Tage, da wird der Kunde aufgewärmt.

Nach den 30 Tagen kann man dann auch Verkaufsaktionen machen, um dann auch mal mit irgendeinem besonderen Angebot ein bisschen mehr auf einmal zu verkaufen.

Christian: Das heißt, ihr verkauft im Frontend quasi einen Tripwire für 7 Euro und dann aber 30 Tage lang in eurem Sales Funnel nichts mehr, richtig?

Kristof: Nein, die ersten sieben Tage im E-Mail-Funnel gar nichts, dann von Tag acht bis Tag dreißig darfst Du Content liefern, das ist so unsere Philosophie.

Also wir hatten zum Beispiel ein gut laufendes Abnehmprojekt, da haben wir ein E-Book verkauft, wo es ums Abnehmen ging.

In E-Mail #9 haben wir dann das Thema Rückenschmerzen aufgegriffen.

Und als Content und Mehrwert 2-3 Tipps und Übungen gegeben, um eben Rückenschmerzen lindern zu können.

Wir haben gemerkt, dass viele Übergewichtige eben auch an Rückenschmerzen leiden und daher hat das sehr gut gepasst.

Das wird vom Kunden dann auch als Wert wahrgenommen, denn er hat in der E-Mail seine zwei, drei Tipps bekommen, die wertvoll waren und nur die, die das Thema halt weiter interessiert, konnten dann unten auf den Link gehen und ein externes Programm kaufen das wir als Affiliate empfohlen hatten.

Das machst Du in der Phase bis Tag 30 und dann kannst Du auch mal eine „Pitbull-Aktion“ durchführen. Dabei sagst Du, nur bis Montagnacht um 23:59 Uhr gibt es jetzt einen 50 Prozent Rabatt auf mein E-Book. Denkt dran, schlagt zu.

Denn das verzeihen dir die Leute nach dreißig Tagen, selbst wenn es sie nicht so interessiert, und bleiben im Newsletter.

Aber wenn Du das jetzt als E-Mail zwei machen würdest, dann würden die denken, das ist ja doch nur irgendein Verkaufsnewsletter, da trage ich mich aus.

8. Thema Verknappung, wie siehst Du das? Funktioniert das in einem Sales Funnel? Nervt das die Leute? Erhöht das die Conversion?

Kristof: Also man muss sagen, Verknappung funktioniert. Das ist so. Also ich würde nicht ganz drauf verzichten. Es ist ein Verkaufselement.

Unserer Erfahrungen nach ist es so, die E-Mails, die im Funnel am meisten verkaufen, führen leider auch oft zu den meisten Austragungen.

Jeder hat da so seine eigene Balance, wie weit er mit der Verknappung gehen will.

Du kannst ja dann zehn E-Mails am Tag raus ballern, immer wieder sagen, jetzt nur noch sechs Stunden, jetzt nur noch fünf Stunden, jetzt nur noch vier Stunden, das nervt natürlich mehr und Du kriegst mehr Austragungen, aber auch mehr Klicks und Verkäufe.

Das würden wir jetzt nicht raten.

Und in den Evergreen-Funnel und in den E-Mail-Autoresponder finde ich es jetzt schwierig einzubauen weil du ja irgendeinen aktuellen Anlass brauchst.

Warum?

Du brauchst ja einen Grund warum es jetzt 50 Prozent Rabatt gibt.

Also beim Abnehmen haben wir dann halt zum Beispiel die Rückenschmerzentage eingeführt und angekündigt.

Und dann gab es halt zu Ostern irgendeinen Osterrabatt. Das war dann immer zeitlich auch begrenzt.

Ich würde schon einen Grund geben, denn sonst versteht der Kunde nicht, warum kann ich es denn nicht übermorgen auch noch kaufen. Oder warum gibt es das Angebot nur heute und nicht übermorgen.

Bei uns hört die Autorespondersequenz nach 30 Tagen auf.

Das heißt, jeder Kunde der dreißig Tage drin war, ist dann im Pool der großen Newsletter Liste und es wird nicht mehr unterschieden zwischen einem Kunden der 31 Tage drin ist oder einem der 131 Tage drin ist.

Die kriegen alle die gleichen Mails, aber auch wieder gute Content-Mails und eine gute Mischung.

Wir empfehlen am Anfang, einmal im Monat eine Verkaufsaktion, wo Du dann Verknappung einsetzt.

Christian: Okay, das sind dann Live-Mails quasi oder?

Kristof: Genau.

Und aus diesen Live-Mails kann man den Autoresponder auch immer wieder verbessern.

Wenn man merkt, dass eine Live-Mail richtig gut funktioniert hat (gute Öffnungs-, Klick- und Kaufraten), dann kann ich diese später auch in den Autoresponder packen oder dort eine ähnliche Mail mit schlechterer Performance ersetzen.

Und so kann ich meinen Autoresponder auch dann immer weiter verbessern und es ist wichtig, dass man die besten E-Mails mit den besten Quoten auch an den Anfang setzt.

Dieses Aufwärmen muss natürlich auch mit dem Content gestaltet sein, der die Kunden am meisten interessiert.

9. Thema Technik, Software, Tools. Wenn ich als Laie zum ersten Mal so einen Sales Funnel erstellen möchte, was brauche ich an Tools und welche Kosten kommen auf mich zu?

Sebastian: Es reichen am Anfang drei, vier Tools würde ich sagen.

Du brauchst zum Start erstmal eine Homepage. Dafür brauchst du einen Webhoster wie All-inkl* und dann WordPress, das Du darauf installierst.

Und dann noch ein WordPress-Plugin, mit dem Du professionelle Seiten und Landingpages für den Funnel bauen kannst. Wir nutzen zum Beispiel Thrive Architect* dafür.

Und dann noch ein Zahlsystem. Afillicon wäre das bei uns. Eine Alternative wäre Digistore24*.

Und wenn man das hat, dann schaut man sich noch ein E-Mail-Tool an wie zum Beispiel Quentn* oder Klick-Tipp*.

Das ist dann meistens ein bisschen teurer, aber die ersten drei die ich genannt habe.

Kristof: Das ist alles überschaubar.

WordPress kostet nichts.

Die Domain registrieren mit ein bisschen Webspace kostet 2-3 Euro im Monat. Das Thrive-Plugin kostet einmalig 67 $ und ist sehr leistungsstark.

Afillicon kostet gar nichts, kann man sich registrieren und das E-Mail-Programm, je nachdem kostet dann 30 oder 40 Euro im Monat.

Das würde ich aber auch alles machen.

Also wir haben auch Leute bei uns im Coaching, die dann sagen, nein, selbst diese 30, 40 Euro im Monat sind mir zu viel für das E-Mail-Programm. Das ist aber dann auch ein Problem. Mehr muss es nicht sein, aber weniger geht leider nicht.

10. Lasst uns kurz noch über Euren Starterkurs sprechen. Da zeigt Ihr quasi Anfängern, wie man einen Verkaufsfunnel von der technischen Seite her aufbaut, welche Tools man nutzt und wie man alles einrichtet und verbindet. Was erwartet Eure Kunde in dem Kurs genau?

Kristof: Also der Kurs ist unser Einsteigerkurs. Den haben wir Starterkurs* genannt.

Im Starterkurs lernst Du wie so ein Funnel aufgebaut ist, welche Tools Du brauchst und wie Du die Tools aufbaust und miteinander verknüpfst. Und Du lernst, was Funnel-Marketing insgesamt bedeutet.

Also warum Du es überhaupt brauchst, so die ganz grobe Struktur, sag ich mal, das ganz grobe Prinzip.

Da haben wir im Moment eine Einführungsaktion, den Starterkurs kann man sich derzeit sehr günstig holen*.

Das machen wir auch deswegen, weil das Conversionfuchs-Projekt dazu dient, um die Affilicon kennen zu lernen.

Das heißt, wenn wir dadurch Kunden für die Afillicon gewinnen, ist das genug.

Aber es ist auch nicht unbedingt notwendig Affilicon-Kunde zu werden. Man kann auch andere Tools verwenden, wie zum Beispiel Digistore24.

Wir wollen Affilicon aber wirklich vorantreiben.

Ich glaube daran, dass es wichtig ist, dass wir auch gerade diese kleinen Ratgeber, Nischenprodukte, die es jetzt immer mehr gibt, fördern.

Also wenn jemand etwas herausgefunden hat und jemand anderes das gleiche Problem hat, dass er dem anderen beispielsweise in Form eines E-Books davon erzählt und dass man diese beiden online zusammenbringt. Das ist eine sehr, sehr gute Sache.

Das wäre früher halt nicht möglich gewesen.

Man hätte nur ein Buch drucken können mit 10.000 Exemplaren und hätte zu einem Verlag gehen müssen.

Das ist heutzutage nicht mehr so.

Aus dem Wohnzimmer heraus kann man solche wertvollen Informationen verbreiten und da sehen wir uns mit dabei.

Also das Starterpaket ist auch was zum Kennenlernen.

Wir haben auch natürlich andere Coachings, die werden jetzt aber nicht aggressiv verkaufen.

Wenn ihr den Starterkurs kauft, seid ihr in unserem Newsletter, der aber auch mit sehr, sehr guten Informationen bestückt ist.

Natürlich lernt ihr dann auch hochpreisigere Sachen kennen, aber das ist ja eure Entscheidung, wie tief ihr dann in den Kaninchenbau eindringen wollt.

11. Vielleicht habt ihr beide noch irgendeinen Quicktipp für meine Leser, vor allem für Anfänger, die sich zum ersten Mal so einen Sales Funnel aufbauen wollen?

Kristof: Wir haben immer was, Christian.

Konzentriert Euch am Anfang immer auf EIN Angebot.

Viele Neueinsteiger kommen auf die Idee und sagen, ich brauche zu dem Produkt noch ein Produkt, und noch ein Produkt und noch ein Produkt, usw.

Diese Strategie geht in der Regel nicht so gut auf.

Also erstmal bei einem Angebot bleiben und das Marketing dafür verbessern, anstatt immer wieder neue Angebote zu schnüren oder gar neue Projekte zu starten.

Ein gutes Angebot reicht.

Der Hebel, dass eine Angebot, was man hat, zu verbessern, ist größer, als versuchen zig neue Produkte zu erstellen und dann immer wieder bei null zu starten.

Bleibt bei der einen Sache, optimiert das immer weiter, baut euch einen Marketing-Funnel auf.

Und im besten Fall steckt ihr irgendwann mit Performance Marketing 100 € rein und bekomme 105 € raus und könnt Eurer Geschäft so zu einem Millionen Business skalieren. 🙂

Vielen Dank für das Interview!

Hast Du noch Fragen zum Thema Sales Funnels?

Stell sie uns gerne im Kommentarbereich.

  • […] zum Interview und zu seiner Teemoney Academy kannst Du gerne jederzeit im Kommentarbereich […]

  • […] ein Beitrag, in dem ich mehr darüber erzähle und hier ein spannendes Interview, in dem ich mit einem Experten darüber […]

  • >