Du willst also jeden Tag 50 Euro verdienen?
Und das vermutlich so schnell wie möglich und von zu Hause aus, richtig? Bleibt noch die Frage: WOMIT?
Die ehrliche Antwort steht in Stunden, nicht in Euro. Bei vier der Wege auf dieser Seite hast Du die 50 Euro nach einer bis vier Stunden zusammen. Bei acht brauchst Du einen halben bis ganzen Arbeitstag.
Bei vier dauert es Monate, bis überhaupt der erste Euro kommt. Und einer bringt gar kein Geld, den lasse ich trotzdem drin, weil er etwas anderes spart.
Welche das sind, steht hier. Mit den Sätzen, die die Plattformen am 17. Oktober 2026 wirklich gezahlt haben, mit den Regeln für Deutschland und Österreich und ohne das Versprechen, das Du schon hundertmal gelesen hast.
Von den 17 Wegen brauchen die meisten nicht mehr als einen Computer und Internet. Was jeder von ihnen braucht, ist Zeit. Wie viel das ist, steht bei jedem einzelnen in einem Kasten.

Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Geschäft und seit 2016 hauptberuflich selbstständig, mit Sitz in Lamprechtshausen bei Salzburg. Ich verkaufe Online-Kurse an Selbstständige, die ihr Fachwissen zu Geld machen wollen.
Dieser Beitrag ist Teil meiner Reihe zum Thema Online-Business aufbauen.
Offenlegung: Ich verkaufe auf dieser Seite nichts von anderen. Affiliate- oder Werbelinks gibt es in diesem Beitrag keine. Wenn ich eine Plattform nenne, dann weil ich ihre Zahlen am Prüftag selbst nachgesehen habe. Und auch dann, wenn die Zahl gegen die Plattform spricht.
Stand: 17. Oktober 2026. Alle Vergütungen, Grenzbeträge und Rechtsangaben habe ich an diesem Tag an der Quelle geprüft. Wo eine Plattform keine Zahl veröffentlicht, steht das so im Text, statt dass ich eine schätze.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
50 Euro am Tag sind 1.500 Euro im Monat und rund 18.000 Euro im Jahr. Das ist kein Taschengeld, sondern ein Nebeneinkommen mit allem, was dazugehört.
Die schnellsten Wege: handwerkliche Aufträge, Beratung mit Deinem Fachwissen, Nachhilfe und Lieferdienst. Dort hast Du die 50 Euro nach einer bis vier Stunden, und der erste Auftrag ist in wenigen Tagen möglich.
Die langsamsten: Blog, Nischenseite, YouTube und digitale Produkte. Die tragen irgendwann deutlich mehr als 50 Euro am Tag, aber die ersten Monate bringen sie nichts.
Die Falle: Textbörsen klingen nach dem leichtesten Einstieg und liegen umgerechnet unter dem deutschen Mindestlohn von 13,90 Euro. Bezahlte Umfragen stehen aus demselben Grund gar nicht in der Liste. Warum das so ist, steht in den häufigen Fragen.
Die eine Prüffrage: Lässt sich ein Angebot in eine Stundenrechnung einsetzen? Wenn jemand Dir eine Summe nennt, aber keine Stunden, ist es kein Angebot, sondern Werbung.
Was Du anmelden musst: Bei 18.000 Euro im Jahr bist Du über dem Grundfreibetrag und weit über der Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat (2026). In Österreich greift zusätzlich die SVS-Pflichtversicherung. Wenn Du angestellt bist, gelten dort Sonderregeln, die Dir viel Geld sparen. Beides steht weiter unten mit Zahlen.
Was 50 Euro am Tag wirklich bedeuten
Rechnen wir die Zahl einmal auseinander, bevor wir über Wege reden.
50 Euro am Tag sind bei sieben Tagen 1.500 Euro im Monat. Im Jahr sind das rund 18.000 Euro. Wenn Du nur an Werktagen arbeitest, sind es rund 1.100 Euro im Monat und 13.000 Euro im Jahr.
Hier fängt das Interessante erst an, denn diese Zahl hat zwei Seiten.
Die gute Seite: 1.500 Euro im Monat verändern für die meisten Menschen etwas. Dahinter steckt eine Rate, ein Urlaub, eine Reserve oder die Stundenreduktion im Hauptberuf.
Die unbequeme Seite: Für diese 1.500 Euro musst Du arbeiten, und zwar genau so lange, wie der gewählte Weg es verlangt. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto. Wer 50 Euro zu diesem Satz verdient, sitzt dafür dreieinhalb bis vier Stunden. Jeden Tag.
Ich messe in diesem Beitrag jeden Weg an diesen 13,90 Euro, und für österreichische Leser muss ich dazu etwas sagen: In Österreich gibt es keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Was Du mindestens verdienen musst, steht in Deinem Kollektivvertrag, und der ist je nach Branche verschieden.
Die 13,90 Euro sind für Dich also kein Gesetz, sondern eine Messlatte aus dem Nachbarland, und eine brauchbare: Wer in Österreich unter diesem Satz landet, liegt unter dem, was in Deutschland niemand unterschreiten darf.
Deshalb sortiere ich die 17 Wege nicht nach Beliebtheit, sondern danach, wie viele Stunden Du für Deine 50 Euro brauchst. Und wie lange es dauert, bis der erste Euro überhaupt kommt.
Fang kleiner an als bei 50
Fünfzig Euro am Tag ist eine runde Zahl, aber kein Naturgesetz. Für den Anfang ist sie sogar hinderlich, weil sie jeden Weg, der heute 10 Euro bringt, nach Scheitern aussehen lässt.
Die Zwischenstufen, die ich Leuten empfehle:
- 10 Euro am Tag. Das sind 300 Euro im Monat. Diese Stufe erreichst Du mit fast jedem Weg auf dieser Seite innerhalb von zwei Wochen, und sie beantwortet die wichtigste Frage: Zahlt überhaupt jemand?
- 20 bis 30 Euro am Tag. 600 bis 900 Euro im Monat. Hier merkst Du, ob der Weg Dir liegt oder ob Du ihn nur durchhältst.
- 50 Euro am Tag. 1.500 Euro im Monat. Ab hier wird aus dem Versuch ein Nebenverdienst mit Anmeldung, Steuer und allem, was dazugehört.
- 100 Euro am Tag. 3.000 Euro im Monat. Das schafft kaum jemand mit dem Verkauf von Zeit. Ab hier brauchst Du etwas, das sich mehrfach verkaufen lässt.
Wer bei 10 anfängt, hat nach zwei Wochen eine Antwort. Wer bei 50 anfängt, hat nach zwei Wochen meistens nur Frust.
17 teils ungewöhnliche Wege, um jeden Tag 50 Euro zu verdienen
Die Reihenfolge hat einen Grund: Erst kommen die Wege, die Du mit einer vorhandenen Fähigkeit sofort gehen kannst, danach die, die erst Zeit brauchen, bevor sie etwas bringen.
Neu ist bei jedem Weg der Kasten mit der Zeitrechnung. Die Sätze darin stammen von den Plattformen selbst, nachgesehen am 17. Oktober 2026, auch dort, wo sie gegen den Weg sprechen.
1. Texte für andere Leute schreiben
Für Dich, wenn: Du schnell und sauber schreibst · Du brauchst nur einen Rechner · 50 Euro: vier bis zehn Stunden am Einstieg
Jede Webseite lebt von Inhalten.
Aber nicht jeder ist der geborene Autor oder Texter, daher sind Webseitenbetreiber, Einzelunternehmer und Online-Unternehmer ständig auf der Suche nach guten Textern und Schreibern.
Wenn Du gerne schreibst, Dich in verschiedene Themen hineinversetzen kannst und einen guten Schreibstil hast, dann kannst Du auf Portalen wie content.de und textbroker.de schnell an erste Kunden kommen, die Dich für die Erstellung von Texten bezahlen.
So hat zum Beispiel die Ghostwriterin Sarah in 8 Stunden auf content.de 91,34 Euro verdient, wie sie in einem YouTube-Video erzählt. Das sind 11,42 Euro in der Stunde, und damit hast Du die ehrlichste Zahl dieses Kapitels.
Was es wirklich bringt: Die Honorartabelle von content.de beginnt bei 1,0 Cent pro Wort für Autoren mit zwei Sternen und reicht bis 5,20 Cent für fünf Sterne. Bei Textbroker sind es 1,5 Cent pro Wort bei vier Sternen, Direktaufträge mindestens 2,0 Cent.
Wer mit Recherche 400 bis 700 Wörter in der Stunde schafft, liegt am Einstieg bei 4 bis 12 Euro, also unter dem Mindestlohn von 13,90 Euro. Für 50 Euro am Tag brauchst Du dort vier bis zehn Stunden. > Lohnend wird es erst, wenn Du in den Sternstufen der Plattform aufsteigst (die Börsen bewerten ihre Autoren mit zwei bis fünf Sternen, und davon hängt Dein Honorar ab). Oder wenn Du die Plattform verlässt und eigene Kunden hast.
Für Dich heißt das: Textbörsen sind kein Ziel, sondern eine Übungsstrecke. Du bekommst dort Arbeitsproben und lernst, auf Zuruf zu schreiben. Beides brauchst Du, um danach ohne Plattform das Dreifache zu verlangen.
Bevor Du Dich für einen Weg entscheidest
Die meisten suchen zuerst den Weg und dann die Fähigkeit. Umgekehrt geht es schneller. Wie Du aus dem, was Du schon kannst, Deinen ersten Euro machst, habe ich in meinem Buch aufgeschrieben. Die Leseprobe schicke ich Dir kostenlos, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
2. Videos für andere Leute erstellen
Für Dich, wenn: Du schon Videos schneidest · Du brauchst ein Schnittprogramm und einen Rechner, der das aushält · 50 Euro: ein Auftrag über 60 Euro, von dem nach Gebühr 48 bleiben
Bewegtbild, also Videos, ist mitunter das beliebteste Content-Format auf Webseiten und im Internet generell.
Bestimmt kannst Du Dir daher vorstellen, dass viele Webseitenbetreiber und Online-Unternehmer ständig auf der Suche nach fähigen Leuten sind, die für sie und ihre Projekte Videos erstellen.
Wenn Du also fit darin bist (oder fit darin werden möchtest), ansprechende Videos zu erstellen, zu schneiden oder zu optimieren, dann kannst Du Deine Dienste auf Plattformen wie fiverr anbieten und Dich dafür ordentlich entlohnen lassen, nachdem Du Dich bewährt hast.
Diese Sätze gelten für Leute, die das hauptberuflich und für Firmenkunden machen. Am Anfang liegst Du darunter, und der Weg dorthin kostet Zeit.
Was es wirklich bringt: Fiverr behält 20 Prozent von jedem Auftrag ein, beim Verkäufer landen 80 Prozent. Aus einem Auftrag über 60 Euro werden also 48 Euro. Rechne das von Anfang an ein, sonst arbeitest Du einen Tag im Monat für die Plattform.
Professionelle Cutter liegen laut Freelancer-Kompass 2026 im Mittel bei 89 Euro in der Stunde. Das sind allerdings hauptberufliche Freiberufler mit Firmenkunden, nicht der Einstieg über eine Plattform.
3. Grafiken und Designs für andere Leute erstellen
Für Dich, wenn: Du gestaltest und etwas herzeigen kannst · Du brauchst Gestaltungsprogramme und einen Kunden · 50 Euro: eine gute Stunde, wenn der Auftrag da ist
Das Auge kauft mit, auch im Internet.
Wenn also Werkzeuge wie Illustrator Dein täglich Brot sind, Du ein Auge fürs Schöne und Detail hast und Deine gefragten Fähigkeiten zu Geld machen möchtest, dann ist es smart, Grafiken und Designs im Kundenauftrag zu erstellen.
Auch hierfür ist fiverr eine gute Anlaufstelle, um schnell an erste Kunden zu kommen und Deine ersten 50 Euro zu machen.
Langfristig empfehle ich Dir aber, Dich entweder auf eine bestimmte Art von Grafiken (zum Beispiel Werbebanner) oder eine bestimmte Zielgruppe, die Du bedienen möchtest (zum Beispiel Rechtsanwälte) zu spezialisieren und Deine Dienste über Deine eigene Webseite anzubieten, um höhere Preise nehmen zu können und keine Plattformgebühren abtreten zu müssen.
Grafiken und Designs sind in so vielen Einsatzbereichen und Variationen gefragt, wie zum Beispiel:
- Werbebanner
- E-Book-Cover
- Logos
- Visitenkarten
- Branding, also der gestaltete Auftritt einer Marke
- Avatare, also die kleinen Profilbilder
- Schriften und Typografie, also die Gestaltung mit Schrift
- Cartoons
Was es wirklich bringt: freelancermap weist für selbstständige Grafikdesigner im deutschsprachigen Raum im Schnitt 89 Euro pro Stunde aus, für die Jüngeren zwischen 20 und 30 Jahren 45 Euro.
Angestellt sind es rund 22 Euro. Deine 50 Euro am Tag sind damit eine gute Stunde Arbeit, wenn Du den Kunden hast. Der Engpass ist hier nie der Stundensatz, sondern der Auftrag.
4. Lebensmittel und Gerichte ausliefern
Für Dich, wenn: Du Dich lieber bewegst als sitzt · Du brauchst Rad oder Auto und ein Handy · 50 Euro: gut drei Stunden in Deutschland; in Österreich nennt keine Plattform mehr einen Satz
Schwing Dich aufs Fahrrad oder in Dein Auto, stell in Deiner Stadt Lebensmittel, Essen und Geschenke zu und verdiene damit Geld.
Als Wolt Kurier oder Lieferando Fahrer kannst Du selbst festlegen, wie viele Stunden pro Woche Du arbeiten möchtest und kannst Dir Deine Arbeitszeiten meistens frei einteilen.
Wenn Du beispielsweise als Student vormittags Zeit hast oder abends nichts vorhast, ist das ein guter Weg, um nebenher etwas dazuzuverdienen.
Was es wirklich bringt, und hier müssen wir die Länder trennen: In Deutschland nennt Lieferando auf seiner Fahrerseite „durchschnittlich 15,70 Euro pro Stunde“ inklusive Zuschlägen, der Grundlohn liegt bei 13,90 Euro, und Du bist dort angestellt.
Für 50 Euro brauchst Du also gut drei Stunden.
In Österreich gilt das nicht. Lieferando hat 2025 die Anstellungen beendet, Kuriere arbeiten dort als freie Dienstnehmer und die Seite nennt keinen Stundensatz mehr. Wolt nennt in Österreich ebenfalls keine Zahl, sondern zahlt pro Lieferung und Strecke. Wer in Österreich fährt, muss sich den Satz also selbst ausrechnen. Und die Sozialversicherung gleich mit.
5. Werde ein virtueller Assistent
Für Dich, wenn: Du organisieren kannst und zuverlässig antwortest · Du brauchst einen Rechner und feste Zeiten · 50 Euro: drei Stunden am Einstieg, eine mit Erfahrung
Immer mehr Menschen wollen von zu Hause aus und nach eigenen Standards arbeiten, und virtuelle Assistenz ist hierfür eine sehr gute Möglichkeit.
Wenn Du also eine gut organisierte Person bist, die anderen Leuten gerne Aufgaben abnimmt, dann kann die virtuelle Assistenz eine lohnende Möglichkeit für Dich sein.
Virtuelle Assistenten erbringen administrative, technische und kreative Dienstleistungen für Unternehmer, damit diese sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.
Meistens sind es Aufgaben wie:
- Schreiben von Blog-Beiträgen
- Pflege von Webseiten
- Erstellen von Grafiken
- Beantwortung von E-Mails
- Verwaltung von Social-Media-Konten
- Kunden-Support
- Persönliche Assistenz, also das Buchen von Flügen, Hotels und Mietautos
Denk also einmal darüber nach, welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen Du hast, die für andere Leute interessant und wertvoll sein könnten.
Hast Du Dein persönliches Angebot gefunden, empfehle ich Dir, schnell und unkompliziert erste Assistenzjobs in Facebook-Gruppen anzunehmen, um zu lernen und Dein Spezialgebiet zu finden, auch wenn diese zu Beginn vielleicht noch nicht so gut bezahlt sind.
Mit der Zeit und Erfahrung solltest Du Dich vom Allrounder, der irgendwie „alles“ anbietet, zum Spezialisten entwickeln, der nur bestimmte Aufgaben übernimmt, dafür aber in herausragender Qualität, und somit auch Deinen Stundenlohn oder Deine Vergütung entsprechend steigern.
Was es wirklich bringt: freelancermap nennt 17 Euro pro Stunde als Untergrenze und 50 Euro für Erfahrene. Am Einstieg sind das drei Stunden für 50 Euro, mit Erfahrung eine.
Das ist der Weg in dieser Liste, bei dem der Abstand zwischen Anfang und Ende am größten ist. Und er hängt fast nur daran, ob Du irgendwann Nein zu Allerweltsaufgaben sagst.
6. Werde ein Social Media Manager
Für Dich, wenn: Du Dich auf einer Plattform wirklich auskennst · Du brauchst Kunden, keine Werkzeuge · 50 Euro: zweieinhalb bis drei Betreuungsaufträge gleichzeitig
Ich habe eine Social Media Managerin für mein LinkedIn-Profil auf Minijob-Basis eingestellt. Damals waren das 450 Euro im Monat, heute liegt die Grenze bei 603 Euro.
Denn ganz unter uns: „Ich hasse Social Media und ich habe keine Lust, den ganzen Tag damit zu verbringen, dort irgendetwas zu posten.“
Und ich denke, vielen Einzelunternehmern und Selbständigen geht es so, dass sie entweder nicht die Zeit, Lust oder Ressourcen haben, um sich darum auch noch zu kümmern.
Und jetzt kommst Du ins Spiel.
Deine Aufgabe als Social Media Manager besteht darin, ansprechende Inhalte für die Social-Media-Kanäle Deiner Kunden zu erstellen.
Um damit erfolgreich zu sein, musst Du über die bewährten Vorgehensweisen Bescheid wissen, entsprechende Werkzeuge bedienen können, vor allem aber in der Lage sein, zielgruppenspezifische Inhalte zu erstellen, um sichtbar zu werden, Reichweite und eine Community für Deine Kunden aufzubauen.
Zudem würde ich Dir empfehlen, Dich auf eine bestimmte Branche oder Nische zu spezialisieren, die zu Deinen Interessen und Stärken passt. Der Fokus auf eine bestimmte Nische kann Dir helfen, Dich als Experte zu positionieren und mehr Kunden anzuziehen.
Was es wirklich bringt: Ein Betreuungsauftrag an der Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat ist umgerechnet rund 20 Euro am Tag. Für die 50 brauchst Du also zweieinhalb bis drei solcher Kunden gleichzeitig. Machbar ist das: Ein Kunde kostet Dich zwei bis vier Stunden in der Woche, drei Kunden also einen Arbeitstag pro Woche.
7. Starte einen YouTube- oder Twitch-Kanal
Für Dich, wenn: Du ein Jahr ohne Einnahmen durchhältst · Du brauchst Kamera oder Bildschirmaufnahme und Ausdauer · 50 Euro: nicht in diesem Jahr
Falls Du leidenschaftlich gerne Videos erstellst oder Dir beim Zocken gerne über die Schulter schauen lässt, dann kannst Du online Geld verdienen, indem Du einen YouTube- oder Twitch-Kanal erstellst und betreibst.
Du kannst Plattformen wie YouTube und Twitch nutzen, um Deine Talente zu präsentieren, Dein Wissen zu teilen und Dir ein engagiertes Publikum aufzubauen.
Um irgendwann mindestens 50 Euro pro Tag mit Videoinhalten zu verdienen, musst Du fortlaufend qualitativ hochwertige Inhalte produzieren, die bei Deinem Publikum Anklang finden.
Du musst Dir zuerst ein Stammpublikum mit Leuten aufbauen, die es nicht erwarten können, bis ein neues Video von Dir kommt und die Deinen Ratschlägen folgen, bevor Du Deinen Kanal zu Geld machen kannst.
Sobald Du eine solide Grundlage und eine gewisse Anzahl an Abonnenten und Fans hast, kannst Du auf verschiedene Weise Geld verdienen: über Werbung, über bezahlte Abos Deiner Zuschauer und über Produktempfehlungen.
YouTube hat ein Partnerprogramm, mit dem Du Anzeigen in Deinen Videos schalten kannst. Twitch bietet ebenfalls mehrere Möglichkeiten, Geld zu verdienen. So kannst Du durch Werbeeinblendungen, Abonnements und Spenden Einnahmen erzielen.
Was es wirklich bringt: In den ersten Monaten nichts. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Bedingung des Partnerprogramms: Du brauchst erst eine Schwelle an Abonnenten und Wiedergabezeit, bevor überhaupt abgerechnet wird.
Rechne mit einem Jahr, in dem Du produzierst und nichts bekommst. Wenn Du dieses Jahr nicht hast, nimm einen Weg aus der oberen Hälfte dieser Liste und mach YouTube daneben.
8. Verkaufe digitale Produkte
Für Dich, wenn: Du etwas weißt, das andere brauchen, und vorarbeiten kannst · Du brauchst ein Thema und Monate Vorlauf · 50 Euro: erst nach Monaten, dann möglicherweise ein Vielfaches
Willkommen zu meiner Lieblingsmethode: digitale Produkte.
Immerhin lebe ich seit vielen Jahren zu 100 Prozent von der Erstellung und Vermarktung digitaler Produkte im Internet.
Gleich siehst Du einen Screenshot aus meinem Verkaufskonto bei Digistore24: Das ist der Dienstleister, über den meine Kurse bezahlt und ausgeliefert werden. Bevor Du ihn ansiehst, die Einordnung dazu, denn ohne sie ist die Zahl für Dich wertlos: Es ist ein guter Sonntag, kein Durchschnitt, und er steht am Ende von vielen Jahren, nicht an ihrem Anfang.
Ich bin seit 2008 im Online-Geschäft. 2009 habe ich einen E-Book-Shop gebaut, Monate daran gearbeitet und erst danach gemerkt, dass niemand danach gefragt hatte.
Hauptberuflich selbstständig bin ich seit 2016, also acht Jahre nach dem Anfang. Der Sonntag auf dem Screenshot ist das Ergebnis von allem, was dazwischen lag, nicht von einem guten Einfall.
„Wie viele Kurs-Kunden brauchst Du für 2k/Monat?“, 1:22 Minuten. Dieselbe Rechnung, nur von der anderen Seite: Bei einem Kurs für 200 Euro brauchst Du zehn Kunden im Monat, bei 500 Euro nur vier. Genau das ist der Hebel, den der Verkauf von Zeit nicht hat.
Digitale Produkte sind ein breiter Begriff für immaterielle, nicht angreifbare Produkte, die elektronisch geliefert werden. Dazu gehören:
- E-Books
- Software
- Online-Kurse
- Fotovorlagen
- Schriftarten
- Grafiken
- digitale Planervorlagen
Das Beste an der Erstellung und dem Verkauf digitaler Produkte ist, dass es nur sehr geringe Startkosten erfordert und eine hervorragende Möglichkeit ist, ein teils passives Einkommen zu erzielen.
Um damit langfristig erfolgreich zu sein, musst Du zwingend großen Wert auf nachhaltige Qualität legen und dementsprechend erstklassige Inhalte erstellen. Deine digitalen Produkte müssen gut recherchiert, gut gestaltet und professionell präsentiert sein und vor allem Deinen einzigartigen Stil haben.
Auch musst Du natürlich in der Lage sein, Deine digitalen Produkte erfolgreich zu vermarkten, nachdem sie fertig und marktreif sind.
Was es wirklich bringt: In den ersten Monaten nichts, danach möglicherweise ein Vielfaches von 50 Euro am Tag. Das ist der größte Unterschied zu allen Wegen darüber: Du verkaufst nicht Deine Zeit, sondern etwas, das Du einmal gemacht hast.
Die Arbeit liegt vorn, und sie ist echt. Was ein eigenes Produkt wirklich kostet, habe ich in Die ersten 1.000 Euro im Internet verdienen durchgerechnet.
Der 50-Euro-Check
Eine Frage und zwei Regler. Der Check sagt Dir, welchen Stundensatz Dein Ziel verlangt, ob der in der Spanne liegt, die auf diesem Weg üblich ist, und was am Ende übrig bleibt. Er sagt Dir nicht, welcher Weg der richtige ist. Das entscheidest Du. Alles rechnet in Deinem Browser, nichts wird gesendet und nichts gespeichert.
Was bringst Du mit?
Nimm das, was am ehesten stimmt. Fachgebiet heißt nicht, dass Du besser sein musst als andere. Es heißt: eine Sache, die Du beruflich seit Jahren machst und bei der Dich Kolleginnen oder Nachbarn um Rat fragen. Zweiundzwanzig Jahre Büro sind ein Fachgebiet. „Vor allem Zeit“ ist deshalb keine schlechtere Antwort, sondern eine andere Rechnung. Der Check zeigt Dir gleich, warum.
Was willst Du am Tag verdienen?
50 Euro
10 Euro100 Euro
Die Voreinstellung ist nur ein Beispiel, keine Erwartung. Zieh den Regler ruhig nach unten, wenn Du gerade erst anfängst. 10 Euro am Tag sind 300 Euro im Monat, und sie beantworten dieselbe Frage.
Wie viele Stunden hast Du am Tag dafür?
2 Stunden
eine halbe Stunde8 Stunden
Gemeint sind die Stunden, die Du wirklich übrig hast, nicht die, die Du gerne hättest. In manchen Wochen ist das eine einzige, und auch damit geht es los.
| Dein Weg | Noch offen |
|---|---|
| Dein Ziel | Noch offen |
| So viel müsstest Du pro Stunde bekommen | Noch offen |
| Üblich auf diesem Weg | Noch offen |
| Was davon bei Dir bleibt | Noch offen |
| Erster Euro realistisch | Noch offen |
Beantworte die Frage oben, dann rechnet der Check.
Nächster Schritt
Noch offen
Der Kopierknopf wird aktiv, sobald Du die Frage oben beantwortet hast. Der Text lässt sich danach in eine Notiz oder eine E-Mail an Dich selbst einfügen. Am Handy tut es auch ein Bildschirmfoto. „Was davon bei Dir bleibt“ ist grob gerechnet: nach Plattformgebühr, Kosten und Steuer.
Der Weg steht, es fehlt der erste Auftrag
Genau zwischen diesen beiden Punkten steigen die meisten aus. In meinem Buch steht Schritt für Schritt, wie aus einer Fähigkeit eine erste Zahlung wird, und was Du dafür verlangen darfst. Die Leseprobe schicke ich Dir kostenlos, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
9. Verdiene Geld mit TaskRabbit
Für Dich, wenn: Du handwerklich geschickt bist und in Deutschland wohnst · Du brauchst Werkzeug und meistens ein Auto · 50 Euro: gut eine Stunde, ein Auftrag bindet zwei und bringt rund 90
Ich wette 50 Euro, dass Du diesen Dienst noch nicht kanntest: taskrabbit.de
Wenn Du handwerklich geschickt und bereit bist, verschiedene Gelegenheitsarbeiten auszuführen, um etwas Geld dazuzuverdienen, dann werde zum „Tasker“.
TaskRabbit ist ein Online-Marktplatz, der lokale Freiberufler mit Menschen in ihrer Umgebung zusammenbringt, die Hilfe bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben benötigen, wie:
- Montage von Möbeln
- Gassi gehen mit dem Hund
- Umziehen von Möbeln
- Rasenmähen
- Malerarbeiten
- Gebäudereinigung
Starte einfach damit, ein Profil zu erstellen, das Deine Fähigkeiten, relevante Erfahrung und Deinen Kundenservice hervorhebt.
Stell sicher, dass Du einen ansprechenden Lebenslauf erstellst, der Deine Persönlichkeit hervorhebt, und lade ein Profilbild hoch, das Dich von Deiner Schokoladenseite zeigt, um für potenzielle Kunden vertrauenswürdig zu erscheinen.
Was es wirklich bringt: Auf den Stadtseiten von TaskRabbit steht, was für Möbelmontage im Schnitt verlangt wird: 45 Euro pro Stunde in Stuttgart und in Berlin, Projekte beginnen ab 38 Euro, und ein Tasker nennt zwei Stunden als Minimum. > Den Stundensatz setzt dabei der Tasker selbst, und nach Angaben der Plattform behält er ihn vollständig. Die Servicegebühr zahlt der Kunde obendrauf. Das ist eine Ausnahme: Bei den meisten anderen Plattformen in dieser Liste wird die Gebühr Dir abgezogen.
Damit ist das der schnellste Weg in dieser Liste: Beim Zwei-Stunden-Minimum und 45 Euro pro Stunde bringt ein einziger Auftrag rund 90 Euro. Die 50 Euro hast Du also nach gut einer Stunde zusammen, und einen ganzen Tag musst Du dafür nicht freihalten.
Wichtig für österreichische Leser: TaskRabbit bedient Deutschland, aber kein einziges österreichisches Gebiet. In der Länderliste stehen neben Deutschland nur Kanada, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Portugal und die USA. In Österreich läuft dasselbe über Kleinanzeigen, den Bezirk oder Mundpropaganda.
10. Geh mit dem Hund spazieren
Für Dich, wenn: Du Tiere magst und vormittags Zeit hast · Du brauchst nichts außer Zeit und Zuverlässigkeit · 50 Euro: fünf bis sieben Einsätze, und das ist die günstigste Lesart
Wenn Du Hunde liebst und gerne Zeit im Freien verbringst, was spricht dagegen, bald mit fremden Hunden Gassi zu gehen und dazu beizutragen, dass der Hund gesund bleibt?
Da viele Leute viel Zeit im Büro verbringen müssen, auf den Vierbeiner aber nicht verzichten wollen, suchen Tierhalter nach zuverlässigen und vertrauenswürdigen Personen, die ihren Hunden täglich Bewegung verschaffen.
Hundespaziergänger erfüllen diese Nachfrage, indem sie ihre pelzigen Begleiter jeden Tag spazieren führen und sie mit der notwendigen Pflege versorgen, damit sie gesund und glücklich bleiben.
Um schnell an erste Aufträge zu kommen, erstelle auf tiersitter24.at ein Profil, einer Plattform, die Tiersitter mit lokalen Tierhaltern zusammenbringt. Leg die Art und den Umfang der Leistung fest, die Du anbietest, und wie viel Du dafür verlangen möchtest.
Was es wirklich bringt: Die Plattform nennt als Kundenpreise ab 7 Euro pro Stunde für einen einzelnen Hund, ab 5 Euro im Rudel und ab 10 Euro für die Betreuung zu Hause.
Für 50 Euro am Tag heißt das: fünf bis sieben Einsätze, oder zwei Rudel gleichzeitig. Ein Vormittag Arbeit also, kein Nebenbei.
Und diese Rechnung ist die günstigste Lesart: Es sind Kundenpreise, und was die Plattform davon an Provision einbehält, steht auf ihren Seiten nicht. Was bei Dir ankommt, ist also weniger als sieben Euro pro Stunde, und wie viel weniger, weiß ich nicht. Frag danach, bevor Du planst. Und rechne erst dann, wenn Du die Antwort hast.
11. Verkaufe alte Möbel
Für Dich, wenn: Du handwerklich arbeitest und Platz hast · Du brauchst Werkzeug, Farbe, Platz und einen Transporter · 50 Euro: pro verkauftem Stück, nicht pro Stunde
Kennst Du das Sprichwort: „Des einen Müll ist des anderen Schatz“?
Das ist der Kerngedanke beim Verkauf von Möbeln. Du kannst nicht nur alte Dinge wieder zu neuen machen, sondern auch richtig Geld damit verdienen.
Bevor Du mit dem Verkauf von Möbeln beginnst, brauchst Du ein Händchen für Kreativität und handwerkliches Geschick. Wenn Du alte Möbel wieder aufpeppen möchtest, brauchst Du in der Regel entsprechendes Werkzeug, Farbe und natürlich Handarbeit.
Wenn Du hierbei noch ein Anfänger bist, findest Du auf YouTube jede Menge Videos, die Dir helfen, die Grundlagen des Möbelverkaufs zu erlernen.
Die meisten Leute finden alte Möbelstücke mit Potenzial auf örtlichen Flohmärkten, aber Du kannst auch online auf Webseiten wie Facebook Marketplace und Ebay suchen. In Österreich ist willhaben der Marktplatz, auf dem sowohl die Schnäppchen als auch die Käufer sind.
Das Verkaufen von Möbeln erfordert ein gewisses Maß an Weitblick und Wissen über aktuelle Einrichtungstrends. Du musst Dir überlegen, was die Leute interessiert, aber auch, welche Preise Du verlangen kannst.
Sobald Du Dein Möbelstück fertiggestellt hast, kannst Du dafür auf Marktplätzen wie Etsy und Facebook Marketplace werben.
Was es wirklich bringt, und das übersehen fast alle: Ab einer gewissen Menge meldet die Plattform Dich dem Finanzamt. Freigestellt bleibt nach den Angaben des Bundeszentralamts für Steuern nur, wer höchstens 30 Verkäufe und höchstens 2.000 Euro im Jahr macht.
In Österreich gilt dieselbe Grenze, nur heißt das Gesetz dort Digitales Plattformen-Meldepflichtgesetz und gemeldet wird an das Finanzamt Österreich.
Wer regelmäßig Möbel aufarbeitet und verkauft, reißt beides und wird gemeldet. Kein Grund, es zu lassen. Aber einer, es von Anfang an richtig anzumelden.
12. Bloggen
Für Dich, wenn: Du ein Thema hast, über das Du jahrelang schreiben kannst · Du brauchst eine Webseite und Geduld · 50 Euro: nicht in den ersten Monaten
Wenn Du 2 Stunden mit einem Freund in einen Lift eingesperrt wärst, worüber würdest Du reden wie ein Wasserfall?
Vielleicht hast Du eine Leidenschaft wie Imkern, über die Du alles weißt, oder Fachwissen zu einem Thema wie künstliche Intelligenz, das kaum jemand hat.
Es muss aber nichts Besonderes sein: Lohnverrechnung, Pflege zu Hause, Gartenarbeit im Halbschatten oder die Frage, wie man eine Ablage so anlegt, dass man nach zwei Jahren noch etwas findet.
Themen, zu denen Leute suchen, sind meistens alltäglicher, als man denkt. Wenn Du so eines hast, dann ist es Zeit für Dich, mit dem Bloggen zu starten und Dein Wissen und Deine Erfahrungen mit der Welt zu teilen.
Und mit Bloggen meine ich, dass Du eine einfache Webseite aufsetzt und dort beginnst, über Dein Thema zu schreiben, was das Zeug hält.
Leider ist es so, dass Du nur durch das Bloggen, also das Schreiben selbst, noch kein Geld einnimmst. Die meisten Blogger verdienen ihr Geld, indem sie Werbung auf ihren Seiten einblenden oder an Partner- beziehungsweise Affiliate-Programmen teilnehmen.
Aber bis es soweit ist, musst Du Dir mit Deinem Blog eine gewisse Sichtbarkeit und Reichweite aufgebaut haben, sodass Du für Werbetreibende attraktiv wirst oder es sich für Dich lohnt, bestimmte Produkte und Leistungen zu empfehlen.
Du wirst hier in jedem Fall etwas Geduld mitbringen und Ausdauer beweisen müssen, bevor der Rubel rollt und Dein Blog ins Geld verdienen kommt. Das ist ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell, das nicht plötzlich in den nächsten 30 Tagen die große Kohle abwirft.
Daher ist es schlauer, nicht primär des Geldes wegen mit dem Bloggen zu starten, sondern wegen des Themas, über das Du schreibst, und dem Ansatz, anderen mit Deinen Inhalten zu helfen. Ansonsten wirst Du vermutlich nicht durchhalten, bis Du die Marke von 50 Euro pro Tag geknackt hast.
Was es wirklich bringt: In den ersten Monaten nichts, und das lässt sich nicht abkürzen. Werbung zahlt nach Reichweite, und Reichweite entsteht über Monate. > Die einzige Zahl, die Google dazu selbst veröffentlicht, ist Dein Anteil an den Werbeeinnahmen: 80 Prozent bei AdSense für Inhalte, rund 68 Prozent bei Anzeigen, die über Google Ads gebucht werden. Was pro tausend Aufrufe hereinkommt, veröffentlicht Google nicht.
Für diesen Weg kann ich Dir deshalb keine Stundenrechnung aufstellen, und jede Zahl, die Du dazu im Netz findest, ist die Erfahrung von jemand anderem mit einem anderen Thema. Was Du planen kannst, ist die Zeit: ein Jahr schreiben, bevor Du über Geld redest.
„Christian, wenn ich Deinen Online-Kurs kaufe, nach welcher Zeit kommen die ersten Einnahmen?“, 1:45 Minuten. Die Frage bekomme ich ständig, und meine Antwort ist dieselbe wie bei diesem Weg: Es gibt keinen Tag X. Im Video geht es um Kurse, die Begründung gilt für jeden langsamen Weg hier.
13. Nischenseiten und Affiliate-Marketing
Für Dich, wenn: Du gern schreibst und auf Zahlen schaust · Du brauchst eine Webseite, ein Thema mit Kaufabsicht und Geduld · 50 Euro: erst nach Monaten
Eine Nischenseite ist eine einfache Webseite zu einem ganz spezifischen, klar umrahmten Thema, die das Ziel hat, durch herausragende Inhalte und Suchmaschinenoptimierung gute Ergebnisse in den Suchmaschinen-Rankings einzunehmen, so kostenfreie und qualifizierte Besucher zu erhalten und über Affiliate-Marketing Geld zu verdienen, also über Provisionen für empfohlene Produkte.
Früher gab es viele Nischenseiten, die ausschließlich aus dem einen Grund aufgebaut wurden, um über das Amazon-Partnerprogramm Geld zu verdienen.
Heutzutage funktionieren diese oft völlig unpersönlichen Webseiten ohne Gesicht kaum noch. Es braucht deutlich mehr, damit Nischenseiten funktionieren, nämlich neben erstklassigen Inhalten auch:
- Persönlichkeit, also wer dahintersteckt
- einen einzigartigen Stil
- Expertise, also die nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen
- Vertrauen, also die Frage, ob man den Worten des Betreibers glauben kann
Kurzum: Die Person hinter einem Online-Projekt wird immer wichtiger, und das ist Deine Chance, mit einer guten Nischenseite zu einem Thema, das Dich persönlich interessiert oder zu dem Du eine Menge zu sagen hast, durchzustarten.
Ehrlich gesagt verdienen die allermeisten Nischenseiten im Internet nichts bis nur wenige Euro pro Monat. Hierfür lohnt sich der Aufwand kaum.
Aber es gibt auch Ausreißer und Leute, die zu 100 Prozent von Nischenseiten leben, weil sie wissen, wie man es richtig macht.
Und noch ein Wort in eigener Sache, weil ich hier anderer Meinung bin als die meisten: Als erstes Online-Projekt würde ich keine Nischenseite mit Affiliate-Einnahmen bauen. Warum nicht, habe ich in Warum Du nicht mit Affiliate-Marketing starten solltest aufgeschrieben. Als zweites Projekt, wenn Du schon ein Publikum hast, sieht die Rechnung anders aus.
Was es wirklich bringt: Hier lässt sich wenigstens eine Seite der Rechnung belegen. Das Amazon-Partnerprogramm zahlt nach seiner eigenen Vergütungstabelle je nach Kategorie zwischen 0 und 6 Prozent, für „alle anderen Kategorien“ 3 Prozent. Bei einem vermittelten Einkauf von 50 Euro bleiben Dir davon 1,50 Euro.
Für 50 Euro am Tag brauchst Du also rund 33 vermittelte Einkäufe täglich, etwa 1.000 im Monat. Wie viele Besucher dafür nötig sind, hängt an Deiner Nische, und die Zahl, auf die es ankommt, ist nicht der Besucher, sondern der Verkauf. Bis eine neue Seite dort ist, gehen Monate ins Land.
14. Gib bezahlte Nachhilfe
Für Dich, wenn: Du ein Schulfach sicher erklären kannst · Du brauchst einen Rechner und eine ruhige Ecke · 50 Euro: dreieinhalb Stunden Unterricht
In vielen Bereichen brauchen Schüler, Studenten, Auszubildende und sogar Berufstätige Nachhilfe.
Wenn Du in einem bestimmten Fach oder Themengebiet sehr gut bist, kannst Du Dich auf Plattformen wie gostudent.org als Nachhilfelehrer zur Verfügung stellen und anderen Nachhilfe geben.
Das funktioniert am besten in den klassischen Nachhilfefächern wie Mathe, Chemie und Englisch.
Du kannst aber auch Deine Fremdsprachen-Kenntnisse außerhalb der Schulfächer nutzen und Leuten helfen, die ins Ausland gehen, Touristen oder Austausch-Studenten.
So sitzen Kollegen von mir bei ihrem Projekt bulgarisch-online.de quasi im virtuellen Klassenzimmer, bringen Interessierten mit Hilfe von digitalen Produkten die bulgarische Sprache bei und verdienen Geld damit.
An Nachhilfejobs zu kommen, ist relativ einfach. Früher hat man sein Angebot noch an einem Schwarzen Brett oder in der Zeitung veröffentlicht, heutzutage gibt es hierfür eine Reihe von Online-Portalen wie superprof.at oder easy-tutor.eu.
Was es wirklich bringt: Easy-Tutor zahlt je nach Erfahrung 14 bis 16 Euro für 60 Minuten. GoStudent nennt keinen Stundensatz, aber 620 Euro im Monat bei zehn Einheiten pro Woche. Das sind umgerechnet rund 14 bis 15 Euro je Einheit.
Für 50 Euro brauchst Du also dreieinhalb Stunden Unterricht. Bei Superprof legst Du den Preis selbst fest, dafür musst Du Dir die Schüler auch selbst holen. Und noch etwas: Unterricht ist in Österreich kein Gewerbe. Dazu unten mehr.
15. Pass auf Haus und Tiere auf, wenn andere verreisen
Für Dich, wenn: Du reisen willst, ohne Unterkunft zu zahlen · Du brauchst Zeit und Flexibilität · 50 Euro: gar nicht, dieser Weg spart Geld, statt eines zu bringen
Lust, auf das Haus oder die Wohnung anderer Leute aufzupassen?
Im deutschsprachigen Raum ist das kaum verbreitet, im englischsprachigen Raum läuft es über Plattformen wie trustedhousesitters.com.
Hier muss ich meine eigene alte Empfehlung korrigieren: Auf dieser Seite stand früher, mit Housesitting sei ein Fünfziger machbar. Das stimmt so nicht. TrustedHousesitters schreibt auf der eigenen Seite ausdrücklich: „Sitters never charge for providing dedicated care in exchange for a nice place to stay.“ Es ist ein Tausch: Betreuung gegen Unterkunft, kein Geld.
Der Sitter zahlt sogar selbst einen Mitgliedsbeitrag. Als Weg zu 50 Euro am Tag fällt das aus. Als Weg, im Urlaub keine Unterkunft zu zahlen, taugt es sehr wohl, und genau so gehört es eingeordnet.
Was im deutschsprachigen Raum dagegen bezahlt wird, ist die Tierbetreuung zu Hause, also füttern, Gassi gehen und nach dem Rechten sehen, während die Besitzer weg sind. Die Sätze dafür stehen bei Weg 10.
Was es wirklich bringt: An Geld nichts. Das ist der eine Weg in dieser Liste, der die Rechnung nicht besteht und trotzdem drinbleibt, weil er auf der anderen Seite wirkt: Er spart Dir die Unterkunft im Urlaub, und das sind pro Woche schnell einige hundert Euro, die Du nicht ausgibst. Wer bezahlte Tierbetreuung sucht, ist bei Weg 10 richtig.
16. Dein Fachwissen als Beratung oder Schulung
Für Dich, wenn: Du etwas beruflich seit Jahren machst · Du brauchst keine Werkzeuge, sondern einen ersten Kunden · 50 Euro: eine einzige Stunde
Dieser Weg ist neu in der Liste, und er hat den höchsten Stundensatz von allen.
Wenn Du in Deinem Beruf 15, 20 oder 25 Jahre Erfahrung hast, dann weißt Du Dinge, für die andere bezahlen. Nicht weil Du besonders klug bist, sondern weil Du etwas hundertmal gemacht hast, das für andere neu ist.
Das kann sein:
- eine Werkstattbesitzerin, die anderen Werkstätten zeigt, wie sie ihre Terminplanung in den Griff bekommen
- ein Buchhalter, der kleinen Betrieben einmal im Quartal über die Schulter schaut
- eine Physiotherapeutin, die Kolleginnen einen Nachmittag lang eine Behandlungstechnik beibringt
- ein Schreinermeister, der Heimwerkern am Samstag beibringt, worauf es beim ersten eigenen Möbelstück ankommt
Der Unterschied zu allen anderen Wegen auf dieser Seite: Du musst nichts Neues lernen. Du musst nur aufschreiben, was Du ohnehin weißt, und jemanden finden, der es braucht.
Was es wirklich bringt: Der Freelancer-Kompass 2026 weist für Beratung und Management 121 Euro pro Stunde aus, für Personal und Coaching 106 Euro, im Schnitt über alle Felder 103 Euro.
Das sind hauptberufliche Freiberufler mit Firmenkunden, also nicht der Einstiegssatz. Aber selbst bei der Hälfte davon sind Deine 50 Euro eine einzige Stunde. Fang bei 60 bis 80 Euro an und geh nach den ersten drei Kunden hoch.
Das ist auch der Weg, auf dem sich die Frage „50 Euro am Tag“ irgendwann von selbst erledigt. Wie aus dem Wissen ein Produkt wird, das Du mehrfach verkaufst, steht in Online-Kurs erstellen.
17. Webseiten, Apps und Videospiele testen
Für Dich, wenn: Du zwischendurch zwanzig Minuten übrig hast · Du brauchst Rechner, Mikrofon und Geduld bei den Einladungen · 50 Euro: fünf bis sechs Tests, wenn so viele hereinkommen
Als Webseiten- oder App-Tester prüfst Du neue Webseiten und Apps auf Faktoren wie Funktionalität, Nutzerfreundlichkeit oder Ästhetik. Es geht auch darum, Fehler zu finden, damit die Betreiber sie vor der Veröffentlichung noch beseitigen können.
Damit Du auf diese Art Geld verdienst, solltest Du wissen, was Du tust und worauf es bei einer hochwertigen Webseite oder App wirklich ankommt. Darüber hinaus musst Du nach Deinem Test meist einen Bericht verfassen, in dem Du Deine Eindrücke nachvollziehbar wiedergibst.
Auch Spiele-Fans haben an dieser Art, online Geld zu verdienen, wahrscheinlich ihre Freude.
Beim Testen von Videospielen geht es unter anderem darum, Fehler zu finden. Außerdem kann es Deine Aufgabe sein, die im Spiel gegebenen Anleitungen und den Aufbau zu testen.
Ein neues Videospiel vor der Veröffentlichung zu testen, ist allerdings echte Arbeit und nicht immer ein Vergnügen. Du kannst also nicht nach Belieben im Spiel agieren, sondern musst Dich an die Vorgaben Deines Auftraggebers halten.
Außerdem brauchst Du dabei volle Konzentration, und das ist nach einem Arbeitstag anstrengender, als es klingt.
Schau Dich mal auf folgenden Plattformen um, wenn Du damit ernsthaft 50 Euro am Tag oder mehr verdienen möchtest:
Was es wirklich bringt: Rapidusertests zahlt laut eigener Preistabelle 4 Euro für einen Test über 5 Minuten, 9 Euro für 20 Minuten und 10 bis 25 Euro für einen moderierten Test zwischen 15 und 60 Minuten.
Hochgerechnet sind das gute Sätze, aber nur für die bezahlte Testzeit. Wie viele Einladungen Du im Monat bekommst, sagt die Plattform nicht, und genau daran hängt alles. UserTesting veröffentlicht gar keine Sätze mehr. Die Zahlen, die dazu im Netz kursieren, habe ich auf keiner offiziellen Seite bestätigt gefunden und nenne sie deshalb nicht.
Was von 50 Euro am Monatsende übrig bleibt
Die 50 Euro, die Du oben verdienst, sind nicht die 50 Euro, die unten ankommen. Dazwischen liegen drei Abzüge, und die rechne ich Dir hier vor.
Erstens die Plattformgebühr. Fiverr behält 20 Prozent. Aus 50 Euro werden 40. Andere Plattformen nehmen weniger, aber keine nimmt nichts.
Zweitens Deine Kosten. Beim Lieferdienst sind das Rad und Handyvertrag, bei Möbeln Farbe und Material, bei der Beratung die Fahrt. Rechne pro Tag konservativ 5 bis 10 Euro.
Drittens die Steuer. Dazu gleich mehr, aber als Hausnummer: Wer neben einem Job dazuverdient, verliert auf den Gewinn aus dem Zuverdienst grob ein Viertel bis ein Drittel.
Unterm Strich heißt das: Aus 50 Euro Umsatz werden je nach Weg 25 bis 40 Euro, die Dir wirklich bleiben. Wer 50 Euro netto will, muss 65 bis 80 Euro einnehmen. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern die, mit der Du rechnen solltest, bevor Du anfängst.
Anmelden, Steuern und Sozialversicherung
Jetzt wird es unbequem, aber es dauert nur fünf Minuten, und danach weißt Du, woran Du bist.
50 Euro am Tag sind rund 18.000 Euro im Jahr. Das ist der Punkt, an dem aus „ein bisschen was nebenbei“ eine Tätigkeit wird, die Du anmelden und versteuern musst. Welche Grenzen das konkret reißt, steht hier für beide Länder.
Ein Hinweis vorweg, der viel Ärger spart: Die Umsatzgrenzen hängen am Umsatz, die Steuer- und Sozialversicherungsgrenzen am Gewinn. Wer für 18.000 Euro Material einkauft und für 20.000 verkauft, hat 20.000 Umsatz und 2.000 Gewinn. Das sind zwei völlig verschiedene Zahlen, und sie werden ständig verwechselt.
| Deutschland | Österreich | |
|---|---|---|
| Wo Du anmeldest | Gewerbeamt der Gemeinde, Gebühr 10 bis 60 Euro; freie Berufe nur beim Finanzamt | Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat, gebührenfrei |
| Was nicht angemeldet werden muss | freie Berufe, Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau), Vermietung eigenen Vermögens | Unterricht, Seminare, Vorträge, Workshops, Schreiben und Kunst. Wer nur das macht, ist „Neuer Selbständiger“ und braucht keinen Gewerbeschein, sondern nur eine Meldung bei der SVS |
| Umsatzsteuer | Kleinunternehmer bis 25.000 € Vorjahr und 100.000 € laufendes Jahr | Kleinunternehmer bis 55.000 € brutto, Toleranz 10 % bis 60.500 € |
| Einkommensteuer | Grundfreibetrag 12.348 € (2026), 18.000 € liegen darüber | Steuerfrei bis 13.539 € (2026); Steuererklärung schon ab 730 € Nebeneinkünften neben einem Job |
| Sozialversicherung | Krankenkasse prüft ab 30 Wochenstunden oder über 1.977,50 € im Monat, ob es hauptberuflich wird | SVS ab 6.613,20 € Jahresgewinn bei Neuen Selbständigen; mit Gewerbeschein ohne Gewinngrenze, Mindestbeitrag 160,81 € im Monat |
| Was eine Anstellung daneben ändert | Minijob-Grenze 603 € im Monat (2026); darüber wird regulär abgerechnet | Bringt Dein Job mindestens 551,10 € im Monat, entfällt die SVS-Mindestgrundlage, gerechnet wird nur vom tatsächlichen Gewinn |
Die fünf Sätze, auf die es ankommt:
- Wenn Du neben einem Job dazuverdienst, zählt in Österreich schon die 730-Euro-Grenze. Nicht der Grundfreibetrag ist Deine erste Hürde, sondern die Steuererklärung: Wer neben einem Dienstverhältnis mehr als 730 Euro im Jahr dazuverdient, muss eine Erklärung abgeben. Das sind zwei Euro am Tag. In Deutschland liegt dieselbe Grenze bei 410 Euro Nebeneinkünften.
Steuer zahlst Du über dem Grundfreibetrag, und wie schnell Du dort bist, hängt an Deinen Tagen.
Sieben Tage mal 50 Euro sind 18.000 Euro im Jahr, und damit liegst Du in beiden Ländern darüber. Wer nur an Werktagen arbeitet, kommt auf rund 13.000 Euro: in Deutschland über dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro, in Österreich mit 13.539 Euro noch knapp darunter. Knapp heißt knapp, und der Zuverdienst aus dem Job zählt mit.
Leg vom ersten Monat an ein Viertel vom Gewinn beiseite, dann kommt die erste Nachzahlung nicht als Schock.
- Die Umsatzsteuer bleibt Dir meistens erspart. 18.000 Euro liegen in beiden Ländern unter der Kleinunternehmergrenze. Du schreibst Rechnungen ohne Umsatzsteuer und weist auf die Regelung hin.
In Österreich ist die Sozialversicherung die teurere Überraschung, es sei denn, Du bist angestellt. Über 6.613,20 Euro Jahresgewinn greift die SVS-Pflichtversicherung. Wer das Überschreiten nicht binnen acht Wochen meldet und erst über den Steuerbescheid auffliegt, zahlt 9,3 Prozent Strafzuschlag obendrauf. Mit Gewerbeschein zahlst Du ohne Gewinngrenze, und zwar mindestens 160,81 Euro im Monat (2026), also knapp 1.930 Euro im Jahr.
Diese Mindestgrundlage entfällt aber, wenn Du daneben angestellt bist und Dein Job mindestens 551,10 Euro im Monat bringt: Dann rechnet die SVS nur von Deinem tatsächlichen Gewinn, und bei einem Verlust schreibt sie nichts vor. Für die meisten, die diesen Beitrag lesen, ist das der entscheidende Satz.
Plattformen melden Dich. Seit dem Meldejahr 2023 übermitteln sie Anbieterdaten an die Finanzverwaltung, in Deutschland an das Bundeszentralamt für Steuern, in Österreich nach dem Digitalen Plattformen-Meldepflichtgesetz an das Finanzamt Österreich.
Bei Warenverkäufen bleibt freigestellt, wer unter 30 Verkäufen und unter 2.000 Euro im Jahr bleibt. Bei Dienstleistungen gibt es diese Freigrenze nicht: Nachhilfe, Hundebetreuung und Montageaufträge über eine Plattform werden ab dem ersten Euro gemeldet.
Wenn Du angestellt bist: die drei Fragen, die dann zählen
Die meisten, die hier lesen, haben einen Job und wollen etwas daneben. Dann stellen sich drei Fragen, die in den Listen zu diesem Thema nie vorkommen.
Muss mein Arbeitgeber davon wissen? Erlaubt ist ein Zuverdienst grundsätzlich, ein pauschales Verbot im Vertrag hält nicht.
Aber: In Österreich brauchst Du als Angestellter nach § 7 Angestelltengesetz die Einwilligung Deines Arbeitgebers, wenn Du ein selbständiges kaufmännisches Unternehmen betreibst, und ein Gewerbe ist genau das. Bei Teilzeit ist ein generelles Verbot unzulässig.
In beiden Ländern gilt: nichts, was Deinem Arbeitgeber Konkurrenz macht, und die Summe aus Job und Zuverdienst darf die Höchstarbeitszeit nicht sprengen (in Deutschland nach § 3 Arbeitszeitgesetz acht Stunden am Tag, auf zehn verlängerbar).
Steht in Deinem Vertrag eine Anzeigepflicht, dann melde es. Steht keine drin, ist es trotzdem meistens klüger, es vorab zu sagen, als es erklären zu müssen.
Zahle ich die Sozialversicherung dann zweimal? In Österreich bist Du bei zwei Erwerbstätigkeiten in beiden Systemen pflichtversichert, zahlst aber zusammen nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Was darüber liegt, bekommst Du zurück: Die SVS erstattet zu viel gezahlte Beiträge von selbst, ohne Antrag, und schreibt bei Überschreitung automatisch nur die Differenz vor.
Und wie oben: Bringt Dein Job mindestens 551,10 Euro im Monat, fällt die Mindestgrundlage weg.
Bringt mir das später bei der Pension etwas? Ja. Die SVS rechnet die Einkünfte aus allen Erwerbstätigkeiten zusammen, und daraus ergibt sich eine höhere Beitragsgrundlagensumme für die Pensionsberechnung. Die Versicherungsmonate zählen nur einfach, die Beitragsgrundlage steigt aber. Wer wegen einer mageren Pension dazuverdient, zahlt also nicht nur ein, sondern baut auf.
Die drei Fragen für den Anruf. Schreib sie Dir auf, dann dauert das Gespräch zehn Minuten.
1. „Ich verdiene nebenberuflich etwa X Euro im Jahr mit Y, brauche ich dafür einen Gewerbeschein oder bin ich Neuer Selbständiger?“
2. „Ich bin angestellt und verdiene dort Z Euro im Monat. Was zahle ich an Sozialversicherung dazu?“
3. „Welche Grenze muss ich melden, und bis wann?“
In Deutschland fragst Du beim Finanzamt oder Deinem Steuerberater, in Österreich bei der Wirtschaftskammer und der SVS. Die Erstauskunft ist in beiden Ländern kostenlos.
Warnung: Ich bin weder Steuerberater noch Anwalt. Die Zahlen oben sind am 17. Oktober 2026 an der Quelle geprüft, aber Deinen Fall kennt nur jemand, der ihn ansieht. In Deutschland ist das Dein Steuerberater oder die IHK, in Österreich die Wirtschaftskammer oder die SVS. Beide Erstauskünfte kosten nichts, und ein Anruf dauert zehn Minuten.
Wenn aus dem Zuverdienst mehr werden soll
Dann brauchst Du keine weitere Ideenliste, sondern eine Reihenfolge. Genau die bekommst Du in meinem kostenlosen E-Mail-Kurs, dazu die 77 Ideen als Download. Am Ende stelle ich Dir mein Angebot vor, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
Woran Du ein unseriöses Angebot erkennst
Ich habe für diesen Beitrag vierzehn Seiten geöffnet, die zu „50 Euro am Tag“ ganz oben stehen. Was ich dort gefunden habe, gehört in diesen Beitrag, weil es Dir vermutlich auch begegnet:
Auf mehreren dieser Seiten wird Copy-Trading mit einer „Gewinnquote von 92,58 Prozent“ beworben. Gemeint ist damit das Nachbilden der Börsengeschäfte eines Fremden auf dem eigenen Konto. Eine Seite nennt im Titel 12.500 Euro am Tag.
Eine andere wirbt in der Suchvorschau mit „Schnell Millionär werden“ und nennt gleichzeitig ein Handelskonto. Mehrere Seiten sind ausdrücklich als mit KI erstellt gekennzeichnet und enthalten Rechenfehler, die niemandem aufgefallen sind.
Deshalb hier die Merkmale, an denen Du so ein Angebot erkennst, bevor Du Geld überweist:
- Es wird ein Ertrag versprochen, statt eine Arbeit beschrieben. Seriöse Angebote sagen, was Du tun musst.
- Der Einstiegsbetrag liegt bei ein paar hundert Euro, „damit das System arbeiten kann“.
- Du sollst ein Konto bei einem Anbieter eröffnen, den Du nicht kennst, mit Sitz irgendwo, wo Du nicht klagen kannst.
- Die Zahlen sind groß, rund und ohne Herkunft. Niemand sagt, woher sie stammen.
- Es gibt Zeitdruck: nur heute, nur zehn Plätze.
- Die Seite ist voller Werbelinks zu genau dem Anbieter, den sie empfiehlt.
Die Prüffrage dauert eine Minute: Lässt sich das Angebot in eine Stundenrechnung einsetzen? Verkauft jemand eine Leistung, kannst Du ausrechnen, was Deine Stunde dabei wert ist. Verkauft jemand einen Ertrag, kannst Du das nicht. Und genau das ist der Punkt.
Ob ein solches Angebot Betrug im rechtlichen Sinn ist, entscheidet ein Gericht und nicht ich. Für Deine Entscheidung reicht die Prüffrage oben.
Was mit Berufserfahrung besser geht
Wenn Du über vierzig bist und zwanzig Jahre in einem Beruf steckst, dann gilt die halbe Liste oben nicht für Dich, jedenfalls nicht in der Reihenfolge, in der sie dasteht.
Die Wege, bei denen Berufserfahrung den Satz verdoppelt oder verdreifacht:
- Beratung und Schulung (Weg 16). Hier zahlt niemand für Jugend. Hier zahlt man für die zwanzig Jahre.
- Fachtexte statt Allerweltstexte (Weg 1). Ein Text über Dachstühle, geschrieben von jemandem, der Dachstühle gebaut hat, ist nicht 1,5 Cent pro Wort wert, sondern ein Vielfaches.
- Nachhilfe und Erwachsenenbildung (Weg 14). Wer dreißig Jahre Buchhaltung gemacht hat, unterrichtet sie besser als ein Student im dritten Semester.
- Virtuelle Assistenz mit Fachhintergrund (Weg 5). Nicht „ich mache alles“, sondern „ich mache die Abrechnung für Physiotherapiepraxen“.
Und damit das nicht nach Handwerk und Titeln klingt: Das Gleiche gilt für zweiundzwanzig Jahre Büro. Wer Angebote schreibt, Mahnungen formuliert, Dienstpläne baut, eine Urlaubskartei führt oder weiß, wie man einen Lieferanten höflich und wirksam erinnert, hat ein Fachgebiet, auch wenn es im Lebenslauf „Bürokauffrau“ heißt. Dasselbe für Verkauf, Lager, Küche, Pflege und Sekretariat.
Die Frage ist nie, ob Du besser bist als der Durchschnitt. Die Frage ist, ob Du etwas hundertmal gemacht hast, das für den nächsten neu ist.
Und die Wege, bei denen Dein Alter keine Rolle spielt, weder positiv noch negativ: Lieferdienst, Möbel, Tiere, Tests.
„Keine Online-Kurs Ideen?“, 0:58 Minuten. Drei Fragen auf ein Blatt Papier: Was ist Deine Leidenschaft, was sind Deine Fähigkeiten, was sind Deine Erfahrungen. Im Video geht es um Kursideen, aber genau diese drei Fragen zeigen Dir auch, welcher der 17 Wege Dein Gebiet trifft.
Ein Wort zu dem, was mich bei der Vorbereitung überrascht hat: Ich habe vierzehn Seiten zu diesem Thema gelesen, und Berufserfahrung kam auf keiner davon vor. Zwei davon sind Studentenportale, zwei richten sich an Gründer. Wer mit fünfzig sucht, findet eine Liste für Zwanzigjährige.
Für wen sich das nicht lohnt
Vier Fälle, und ich sage sie lieber hier als auf dem vorletzten Bildschirm.
Wenn Du das Geld diese Woche brauchst. Der schnellste Weg in dieser Liste braucht ein paar Tage bis zum ersten Auftrag, nicht Stunden. Wer heute Geld braucht, ist mit einer Schicht in der Gastronomie oder einem Zeitarbeitsvertrag besser bedient, und das ist keine Schande.
Wenn Du keine Stunden übrig hast. 50 Euro am Tag kosten je nach Weg zwei bis acht Stunden. Wer nach einem Vollzeitjob und zwei Kindern eine halbe Stunde am Abend hat, kommt auf 10 oder 15 Euro am Tag. Immer noch Geld, aber eben nicht 50.
Wenn Du ein Einkommen suchst, das ohne Dich läuft. Das gibt es, aber erst nach der Arbeit, nicht davor. Was passives Einkommen wirklich kostet, habe ich getrennt aufgeschrieben.
Wenn Du noch nicht weißt, was Dein Gebiet ist. Das ist etwas anderes als keines zu haben: Die meisten haben eines und halten es für selbstverständlich.
Solange Du es aber nicht benennen kannst, bleiben Dir die Wege, bei denen nur Zeit zählt, und die haben eine harte Obergrenze. Womit Du anfängst, wenn Du noch kein Gebiet hast, steht in meinem Beitrag Online-Business-Ideen, und einen Überblick über alle Wege gibt Online Geld verdienen.
Was Du diese Woche tun kannst
Vier Schritte, und keiner dauert länger als einen Abend.
- Setz Deine Zahlen in den 50-Euro-Check ein. Du siehst dann, welcher Stundensatz für Dein Ziel nötig ist und ob er in der Spanne liegt, die bei Deinem Weg üblich ist. Das dauert zwei Minuten und nimmt die Hälfte der Liste aus dem Blick.
- Nimm den schnellsten Weg, der zu Dir passt, und mach den ersten Schritt heute. Profil anlegen, Anzeige schalten, drei Leute fragen. Nicht recherchieren, nicht vergleichen, nicht optimieren. Anlegen.
- Setz Dir 10 Euro am Tag als erstes Ziel, nicht 50. Wenn die ersten 10 Euro da sind, weißt Du, dass der Weg trägt. Danach erhöhst Du.
- Ruf bei der Kammer an, bevor der erste Euro kommt. In Deutschland IHK oder Steuerberater, in Österreich Wirtschaftskammer oder SVS. Die drei Fragen für dieses Gespräch stehen weiter oben im Steuerkapitel. Die Auskunft ist kostenlos, und sie erspart Dir die Nachzahlung in zwei Jahren.
Die Sätze für Schritt 2, zum Abschreiben
Schritt 2 ist der einzige, bei dem Du mit einem Menschen reden musst, und genau daran scheitern die meisten: nicht an der Arbeit, sondern am ersten Satz. Deshalb stehen hier drei, die Du nehmen kannst, wie sie sind.
Als Nachricht an jemanden, den Du kennst:
„Hallo [Name], ich fange gerade an, [das, was Du kannst] auch für andere zu machen, erst mal nebenbei. Fällt Dir jemand ein, der so etwas gerade braucht? Über einen Hinweis wäre ich froh.“
Das ist der entscheidende Dreh: Du fragst nicht nach einem Auftrag für Dich, Du fragst nach einem Namen. Niemand muss Dir etwas abkaufen, und niemand muss Nein sagen.
Als Zeile für eine Kleinanzeige oder einen Beitrag in einer lokalen Gruppe:
„[Was Du machst] für [wen], [zweiundzwanzig] Jahre Berufserfahrung, [Deine Gegend] und Umgebung. Erstes Gespräch kostenlos, danach [Dein Satz] Euro pro Stunde.“
Wenn jemand nach dem Preis fragt und Du ins Schwimmen kommst:
„Ich nehme [Dein Satz] Euro pro Stunde. Beim ersten Auftrag schauen wir gemeinsam, wie lange es wirklich dauert.“
Diese drei Sätze kosten Dich zehn Minuten und sind der Unterschied zwischen einem interessanten Beitrag und einem Abend, an dem Du etwas getan hast.
Wer alle vier Schritte macht, weiß am Sonntag mehr über seinen eigenen Weg als nach zwanzig weiteren Ratgebern.
Fazit: Jeden Tag 50 Euro verdienen
Ich habe Dir in diesem Beitrag 17 Möglichkeiten vorgestellt, mit denen Du im Internet, von zu Hause aus oder in der Nähe Deines Zuhauses jeden Tag 50 Euro verdienen kannst, wenn Du Fleiß, Motivation und Durchhaltevermögen mitbringst.
Vielleicht kommt nicht jede dieser Ideen für Dich in Frage. Falls eine Dein Interesse weckt, solltest Du ihr aber eine Chance geben und es selbst einmal versuchen.
Von Vorschlägen wie Aktienhandel oder Kryptowährungen rate ich Dir allerdings ab. Zwar kannst Du auch damit Geld verdienen, diese Geschäftsideen gehen aber mit einem großen Risiko einher.
Setze lieber auf sichere Wege, damit Dir der Spaß am Geldverdienen nicht abhandenkommt, auch wenn es ein wenig länger dauert, bis die Einnahmen fließen und es mit harter Arbeit verbunden ist.
Und eine Sache noch, die mich fünfzehn Jahre gekostet hat zu verstehen: Die 50 Euro am Tag sind nicht das Ziel. Sie sind der Beweis, dass jemand für etwas zahlt, das Du kannst. Was Du danach damit machst, entscheidet, ob es bei 50 Euro bleibt.
Viel Spaß und Erfolg!
Und jetzt interessiert mich Deins: Welcher der 17 Wege käme für Dich in Frage, und was hält Dich gerade davon ab? Schreib es mir in die Kommentare, Vorname genügt.
Vom Stundenlohn zum eigenen Produkt
Solange Du Zeit gegen Geld tauschst, ist bei 50 Euro am Tag irgendwann Schluss. Wie Du Dein Wissen einmal aufschreibst und mehrfach verkaufst, zeige ich Dir in meinem kostenlosen E-Mail-Kurs, dazu die 77 Ideen als Download. Am Ende stelle ich Dir mein Angebot vor, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich 50 Euro am Tag verdienen?
Am schnellsten über handwerkliche Aufträge, Nachhilfe, Lieferdienst oder Beratung mit Deinem Fachwissen. Bei diesen vier Wegen hast Du die 50 Euro nach einer bis vier Stunden zusammen, und der erste Auftrag ist in wenigen Tagen möglich. Alle anderen Wege in diesem Beitrag brauchen entweder mehr Stunden oder mehrere Monate Vorlauf.
Wie viele Stunden muss ich für 50 Euro arbeiten?
Das hängt am Weg. Bei einem Montageauftrag über TaskRabbit ist es gut eine Stunde, wobei das Minimum pro Auftrag zwei Stunden sind und die rund 90 Euro bringen.
Bei Nachhilfe sind es dreieinhalb Stunden, beim Lieferdienst in Deutschland gut drei, bei Textbörsen vier bis zehn. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland liegt 2026 bei 13,90 Euro. Wer darunter landet, verkauft seine Zeit zu billig. In Österreich gibt es keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn, dort steht Deine Untergrenze im Kollektivvertrag.
Kann ich heute noch Geld verdienen, also sofort?
Heute anfangen ja, heute Geld auf dem Konto eher nicht. Am schnellsten geht es dort, wo jemand vor Ort etwas braucht und bar oder sofort überweist: ein Montageauftrag, eine Nachhilfestunde, ein Fahrdienst. Über eine Plattform dauert es in der Regel ein bis zwei Wochen bis zur ersten Auszahlung, weil Profil, Freischaltung und Auszahlungsrhythmus dazwischenliegen.
Realistisch ist also: heute das Profil anlegen oder die Anzeige schalten, in wenigen Tagen der erste Auftrag, nach ein bis zwei Wochen das erste Geld. Wer Dir etwas anderes verspricht, verkauft Dir eine Abkürzung, die es nicht gibt.
Wie kann ich 10 oder 20 Euro am Tag verdienen?
Mit denselben Wegen, nur mit weniger Stunden. 10 Euro am Tag sind 300 Euro im Monat und die bessere erste Stufe: Du erreichst sie mit fast jedem Weg in zwei Wochen und weißt danach, ob überhaupt jemand zahlt. Wer bei 50 anfängt, hat nach zwei Wochen meistens nur Frust.
Kann man jeden Tag 100 Euro verdienen?
Mit dem Verkauf von Zeit nur schwer, weil 100 Euro am Tag bei einem realistischen Satz einem halben bis ganzen Arbeitstag entsprechen.
Erreichbar wird die Zahl über Beratung mit hohem Stundensatz oder über etwas, das sich mehrfach verkauft, also ein digitales Produkt. Beide Wege stehen in diesem Beitrag.
Was ist ein guter Stundenlohn für einen Nebenverdienst?
Die Untergrenze ist der Mindestlohn, 2026 sind das in Deutschland 13,90 Euro und ab 2027 14,60 Euro. Alles darunter ist kein Nebenverdienst, sondern ein Verlustgeschäft mit zusätzlichem Aufwand. Gut sind 25 Euro aufwärts, und mit Fachwissen sind 60 bis 120 Euro möglich.
Wie viel darf ich nebenbei verdienen ohne Anmeldung?
Die Anmeldung hängt nicht am Betrag, sondern an der Tätigkeit: Ein Gewerbe meldest Du ab dem ersten Euro an. Was am Betrag hängt, sind Steuer und Sozialversicherung.
In Deutschland beginnt die Einkommensteuer über dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026), in Österreich über 13.539 Euro. Bei 18.000 Euro im Jahr bist Du in beiden Ländern darüber.
Viel früher greift aber die Pflicht zur Steuererklärung, wenn Du neben einem Job dazuverdienst: in Österreich ab 730 Euro Nebeneinkünften im Jahr, in Deutschland ab 410 Euro. Das sind ein bis zwei Euro am Tag.
Brauche ich für einen Nebenverdienst ein Gewerbe?
In Deutschland ja, sobald die Tätigkeit gewerblich ist; freie Berufe melden nur beim Finanzamt an. In Österreich ist einiges ausdrücklich kein Gewerbe: Unterricht, Seminare, Vorträge, Workshops, Schreiben und künstlerische Tätigkeit.
Das sind Neue Selbständige, die sich bei der SVS melden. Beratung im Einzelfall ist dagegen gewerblich.
Muss ich meine Nebeneinkünfte versteuern?
Ja. Bei rund 18.000 Euro im Jahr liegst Du in beiden Ländern über dem steuerfreien Bereich. Die Pflicht zur Steuererklärung kommt aber schon viel früher: in Österreich bei mehr als 730 Euro Nebeneinkünften neben einem Dienstverhältnis, in Deutschland bei mehr als 410 Euro. Leg vom ersten Monat an ein Viertel vom Gewinn beiseite.
Melden Plattformen meine Einnahmen dem Finanzamt?
Ja. Seit dem Meldejahr 2023 übermitteln Plattformen die Daten ihrer Anbieter an die Finanzverwaltung, in Deutschland an das Bundeszentralamt für Steuern, in Österreich nach dem Digitalen Plattformen-Meldepflichtgesetz an das Finanzamt Österreich.
Beim Verkauf von Waren bleibt freigestellt, wer unter 30 Verkäufen und unter 2.000 Euro im Jahr bleibt. Beide Bedingungen müssen zusammen erfüllt sein. Für Dienstleistungen gibt es diese Freigrenze nicht, dort wird ab dem ersten Euro gemeldet.
Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich nebenbei Geld verdiene?
Erlaubt ist ein Zuverdienst grundsätzlich, und ein pauschales Nebenbeschäftigungsverbot im Arbeitsvertrag hält nicht.
Es gibt aber drei Grenzen: Du darfst Deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen, die Summe aus Job und Zuverdienst darf die gesetzliche Höchstarbeitszeit nicht überschreiten (in Deutschland nach § 3 Arbeitszeitgesetz acht Stunden täglich, auf zehn verlängerbar), und steht in Deinem Vertrag eine Anzeigepflicht, musst Du es melden.
In Österreich kommt etwas dazu, das viele nicht wissen: Als Angestellter brauchst Du nach § 7 Angestelltengesetz die Einwilligung Deines Arbeitgebers, wenn Du ein selbständiges kaufmännisches Unternehmen betreiben willst: Ein angemeldetes Gewerbe ist genau das. Bei Teilzeit ist ein generelles Verbot von Nebenbeschäftigungen unzulässig.
Was kostet mich die Sozialversicherung in Österreich im Monat?
Mit einem Gewerbeschein und ohne Anstellung daneben zahlst Du 2026 mindestens 160,81 Euro im Monat, also knapp 1.930 Euro im Jahr, auch dann, wenn Du nichts verdienst. Das setzt sich aus 37,48 Euro Krankenversicherung, 101,95 Euro Pensionsversicherung, 12,95 Euro Unfallversicherung und mindestens 8,43 Euro Selbständigenvorsorge zusammen.
Wenn Du daneben angestellt bist und Dein Job mindestens 551,10 Euro im Monat bringt, entfällt diese Mindestbeitragsgrundlage. Dann rechnet die SVS nur von Deinem tatsächlichen Gewinn, und bei einem Verlust schreibt sie nichts vor. Für die meisten, die nebenbei anfangen, ist das der Unterschied zwischen 1.930 Euro im Jahr und null.
Erhöht ein Nebenverdienst später meine Pension?
In Österreich ja. Die SVS rechnet die Einkünfte aus allen Erwerbstätigkeiten zusammen, und daraus ergibt sich eine höhere Beitragsgrundlagensumme für die Pensionsberechnung. Die Versicherungsmonate zählen nur einfach, Du sammelst durch zwei Tätigkeiten also keine doppelten Monate. Aber die Grundlage, aus der Deine Pension berechnet wird, steigt.
Und Du zahlst nicht unbegrenzt doppelt: Beiträge sind zusammen nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage fällig, und was darüber liegt, erstattet die SVS von selbst, ohne Antrag.
Funktionieren diese Wege auch in Österreich?
Die meisten ja, aber drei nicht so, wie es in deutschen Ratgebern steht. TaskRabbit gibt es in Österreich nicht.
Lieferando beschäftigt in Österreich seit 2025 keine angestellten Kuriere mehr und nennt keinen Stundensatz. Und die Sozialversicherung greift über die SVS deutlich früher als in Deutschland. Alles andere funktioniert gleich.
Wie lange dauert es bis zum ersten Euro?
Bei den vier schnellsten Wegen wenige Tage. Bei den Dienstleistungen über Plattformen ein bis drei Wochen, bis das Profil läuft. Bei Blog, Nischenseite, YouTube und eigenen Produkten mehrere Monate, und das ist kein Zeichen, dass Du etwas falsch machst.
Welche dieser Wege funktionieren vom Handy aus?
Vier von siebzehn wirklich: Lieferdienst, Tierbetreuung, Montageaufträge und der Verkauf gebrauchter Möbel. Bei allen vieren läuft Anmeldung, Auftragsannahme und Abrechnung über eine App, und die Fotos für eine Anzeige machst Du ohnehin mit dem Handy.
Teilweise geht Beratung: Das Gespräch kannst Du vom Handy führen, die Vorbereitung und die Rechnung willst Du am Rechner machen. Nicht vom Handy gehen Texte, Grafik, Videoschnitt, bezahlte Tests, Blog und Nischenseite.
Wenn Du also abends eine Stunde und nur ein Handy hast, fang bei einem der ersten vier an. Für alles andere brauchst Du irgendwann einen Rechner, aber nicht am ersten Tag.
Geht das auch ohne Startkapital?
Bei den meisten Wegen ja. Was Du brauchst, ist ein Rechner, Internet und Zeit. Material brauchst Du nur beim Möbelverkauf, ein Fahrzeug beim Lieferdienst. Wie weit man ohne Geld kommt, habe ich in Online-Business ohne Startkapital durchgerechnet.
Lohnen sich bezahlte Umfragen?
Für 50 Euro am Tag nicht. Die Vergütungen liegen bei wenigen Euro pro Umfrage, und umgerechnet landest Du deutlich unter dem Mindestlohn. Als Zeitvertreib mit kleinem Nebeneffekt sind sie in Ordnung, als Weg zu einem Nebeneinkommen nicht.
Kann ich mit KI jeden Tag 50 Euro verdienen?
KI verkürzt die Arbeit, sie ersetzt sie nicht. Bei Texten, Grafiken und Beratung nimmt sie Dir einen echten Teil ab, bei allem anderen hilft sie bestenfalls. Welche Wege das konkret sind und was die Werkzeuge im Monat kosten, steht in Mit KI Geld verdienen.

