Am 28. Juli 2015 habe ich eine E-Mail an meine damalige Liste geschickt. Betreff-Thema: Ich wechsle zu Klick-Tipp. Die Mail liegt heute noch in meinem Konto, zusammen mit 2.219 weiteren.
Elf Jahre später sitze ich im selben Konto und rechne nach, was in dieser Zeit tatsächlich passiert ist: 413.109 versendete E-Mails in den letzten zwölf Monaten, 99,28 Prozent davon angenommen, 82 Spam-Beschwerden im selben Zeitraum.
Wer nach KlickTipp Erfahrungen sucht, findet diese Zahlen in keinem anderen Beitrag. Das schreibe ich nicht aus dem Bauch heraus, sondern weil ich die komplette erste Ergebnisseite daraufhin durchgesehen habe.
Dazu später mehr.
Über welchen Tarif grübelst Du gerade?
Standard für 30 € im Monat, bis 2.500 Empfänger?
Premium für 50 €, weil Du Automatisierungen brauchst?
Deluxe für 70 €?
Oder Enterprise ab 170 € mit eigenem Mailserver, so wie ich?
Vielleicht bist Du auch schon Kunde und fragst Dich, ob Du inzwischen zu viel bezahlst, und das halte ich für die interessantere der beiden Fragen, weil ich sie mit meiner eigenen Abrechnung beantworten kann.
Kurz gesagt: Ich zahle 99 €, Du würdest 170 € zahlen.
Eine Sache vorweg, damit wir uns die Zeit nicht gegenseitig stehlen: Dieser Beitrag ist für Leute gedacht, die regelmäßig E-Mails an eine Liste schicken und wissen wollen, ob sich ein deutsches Premium-Tool gegen die günstigere US-Konkurrenz rechnet. Wenn Du ein kostenloses Tool suchst, bist Du hier falsch. KlickTipp hat keine Gratisversion und keine Testphase, und warum das so ist, erklärt der Anbieter selbst ziemlich unverblümt. Dazu unten mehr.
Warum ich das beurteilen kann
Ich bin seit 2008 im Online-Geschäft, lebe seit 2016 davon und verkaufe eigene Online-Kurse. E-Mail ist dabei nicht ein Kanal unter vielen, sondern der Kanal, an dem mein Umsatz hängt.
Ich bin kein Tester, der sich für einen Artikel ein Konto anlegt, drei Mails an sich selbst schickt und daraus einen Testbericht macht. Ich bin seit Juni 2015 zahlender Kunde und habe in diesem Konto 113 Automationen gebaut, von denen gerade 76 laufen.
Gleichzeitig bin ich Mitbewerber der Leute, die KlickTipp als Affiliates bewerben, und weil das meinen Blick färbt, solltest Du es beim Lesen im Kopf behalten.
Der Beweis: was in meinem Konto steht
Für diesen Beitrag habe ich mein Konto systematisch ausgelesen, nicht überflogen. Die Zahlen stammen aus der Einzelstatistik jedes Newsletters, nicht aus der Übersichtsliste — warum dieser Unterschied entscheidend ist, erkläre ich gleich.
Mein Konto, Stand 25.09.2026:
- 2.220 versendete Newsletter, der erste am 09.06.2015, der letzte am 20.09.2026
- 113 Automationen, davon 76 aktiv, 34 pausiert, 3 im Entwurf
- 14.641 Kontakte haben eine Automation gestartet, 15.712 haben eine beendet
- 4.371 Kontakte im Bestand, Tarif Enterprise für bis zu 10.000
- Davon 4.289 ohne jeden Bounce, dazu 61 weiche, 14 harte Bounces und 7 Spam-Beschwerden über die gesamte Kontohistorie
Und die eigentliche Messung, zwölf Monate, 25.09.2025 bis 20.09.2026:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Versendete Newsletter | 225 |
| Versendete E-Mails | 413.109 |
| Zustellrate | 99,28 % |
| Eindeutige Öffnungsrate | 34,0 % |
| Öffnungen insgesamt | 53,2 % |
| Eindeutige Klickrate | 2,16 % |
| Klicks je Öffner | 6,3 % |
| Abmelderate | 0,307 % |
| Hard Bounces | 198 |
| Soft Bounces | 2.774 |
| Spam-Beschwerden | 82 |
| Spam-Anteil | 0,02 % |
Der Fehler, den fast jeder KlickTipp-Nutzer macht
An dieser Stelle hatte ich mich schon verrechnet, bevor der erste Satz stand.
So falsch, dass ich beinahe eine Zahl veröffentlicht hätte, die ich in diesem Beitrag an anderer Stelle einem Anbieter vorwerfe: eine, die niemand nachrechnen kann, weil sie auf einer Spalte beruht, die etwas anderes zählt als ihr Name behauptet.
In der Newsletter-Übersicht steht eine Spalte „Öffnungen". Ich wollte daraus einfach den Durchschnitt bilden. Dann fiel mir auf, dass 558 meiner 2.218 Sendungen über 100 Prozent lagen. Eine Testmail an 32 Empfänger stand bei 3.519 Öffnungen. Das sind knapp 11.000 Prozent.
Die Spalte ist keine Öffnungsrate. Sie zählt jede Öffnung mit, auch die zweite und dritte derselben Person, und bei kleinen Testmails, die ich selbst zwanzigmal aufgerufen habe, wird daraus blanker Unsinn.
Elftausend Prozent. Von zweiunddreißig Empfängern.
Eine einzelne Mail, zwei verschiedene Zahlen
Wie groß der Unterschied ist, zeigt eine Mail aus meinem letzten Launch. Versendet am 18.09.2026 um 18:02 an 3.948 Empfänger, zugestellt an 3.944. Die Einzelstatistik dazu sagt, Stand 29.09.2026:
- 1.159 Öffnungen von eindeutigen Empfängern
- 2.789 nicht geöffnet
- echte Öffnungsrate: 29,4 Prozent
Und jetzt sieh Dir im Bild den Balken „Öffnungen" an. Der ist zweifarbig. Der dunkle Teil sind diese 1.159 Menschen, der helle Teil daneben sind die Öffnungen, die dieselben Leute ein zweites, drittes und viertes Mal gemacht haben.
Die Spalte in der Übersicht zählt beide Teile zusammen. Die Öffnungsrate steckt nur im dunklen.
Über alle 225 Newsletter der letzten zwölf Monate klafft dazwischen dieselbe Lücke: 53,2 Prozent Gesamtöffnungen gegen 34,0 Prozent eindeutige. Wer aus der Übersichtsspalte rechnet, meldet also die halbe Wahrheit, und zwar die schmeichelhafte Hälfte.
In einem Beitrag, der Zahlen gegen Marketing hält, hätte mir das schlecht gestanden.
Obacht, wenn Du Deine eigenen Werte irgendwo präsentierst: Nimm die Einzelstatistik, nicht die Liste. Und rechne gewichtet, also alle Öffner geteilt durch alle Zustellungen. Der Mittelwert der Prozentzahlen liegt bei mir bei 53,9 Prozent, der echte Wert bei 34,0. Kleine segmentierte Mails öffnen immer besser als Breitversand und ziehen jeden Mittelwert nach oben.
Und noch eine Einschränkung, die ich selbst mache
Auch meine 34,0 Prozent sind eine Obergrenze. Apples Mail Privacy Protection lädt Zählpixel vor, ohne dass ein Mensch die Mail geöffnet hat. Jede Öffnungsrate nach 2021 misst deshalb auch Server mit.
Die Klickrate ist nicht manipulierbar. Bei mir sind das 2,16 Prozent auf alle Zustellungen und 6,3 Prozent auf die Öffner.
Was ich nicht getan habe
In diesem Beitrag steht kein einziger Provisionslink. Ich verdiene an keiner Empfehlung darin einen Cent, und das ist in diesem Themenfeld so selten, dass ich weiter unten einen eigenen Abschnitt darüber schreiben musste.
Vollständig ist das aber erst mit einem Zusatz: Ich habe in der Vergangenheit über das KlickTipp-Partnerprogramm Provisionen verdient, weil ich eigene Kunden direkt vermittelt habe. Das ist etwas anderes als ein Affiliate-Link in einem Testbericht — aber es gehört gesagt, bevor es jemand anderes sagt.
Womit sich die Frage stellt, wovon ich sonst lebe. Von eigenen Online-Kursen.
Und drei Einschränkungen gehören noch zu meinen Zahlen.
Ich habe ein Konto ausgewertet, meines: Enterprise-Tarif, eigener Mailserver, eine über elf Jahre gepflegte Liste und eine Versanddomain, die sich seit Jahren nicht geändert hat. Gute Startbedingungen also, und sie erklären einen Teil der Werte.
Wer morgen ein Standard-Konto anlegt und eine gekaufte Liste importiert, wird etwas völlig anderes sehen, denn die Zustellung hängt nur zu einem kleinen Teil am Werkzeug und zum größeren am Absender. Meine 99,28 Prozent belegen deshalb, was möglich ist. Garantiert ist damit nichts.
Wer steckt hinter KlickTipp? Mario Wolosz, eine britische Limited und das Register
Die kurze Antwort auf die Frage, die viele stellen: KlickTipp ist kein deutsches Unternehmen. Es ist eine britische Limited.
Laut Impressum lautet der Vertragspartner Klick-Tipp Limited, 15 Cambridge Court, 210 Shepherd's Bush Road, London W6 7NJ, Company Number 7349350. Im britischen Handelsregister habe ich das nachgeschaut, und die Eintragung ist in zwei Punkten interessanter als das Impressum.
Erstens die Adresse. Im Register steht sie mit einem Zusatz, der im Impressum fehlt: „Mfg House 15 Cambridge Court". Unter derselben Adresse ist seit dem 11.11.2014 die MFG Services Limited als Company Secretary der Gesellschaft eingetragen, Company Number 03049282.
KlickTipp beschreibt diesen Ort im eigenen Impressum so:
„Die Klick-Tipp Ltd. ist ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Unser Firmensitz ist der Software-Hub London. Wir entwickeln und vertreiben die KlickTipp Marketing Suite als Software-as-a-Service (SaaS)."
Ob dort entwickelt wird, weiß ich nicht. Ich behaupte es auch nicht. Ich stelle zwei Dinge nebeneinander: die Selbstbeschreibung „Software-Hub" und eine Registeradresse, an der der Verwaltungsdienstleister der Gesellschaft sitzt.
Der Gründer und das Register
Mario Wolosz ist das Gesicht von KlickTipp. Im Register der Klick-Tipp Limited erscheint er nicht als Director, und er erscheint dort auch historisch nicht. Michael Anthony Paul Toohig ist seit dem 23.05.2013 Director und seit der Abberufung von Josef Wolosz am 19.08.2026 der einzige aktive.
Der Wolosz, der dort als Director geführt wurde, ist Josef Wolosz, geboren im August 1952, US-Staatsangehöriger, abberufen am 19.08.2026. Mario Wolosz ist im November 1978 geboren.
Kontrolliert wird die Gesellschaft über eine zweite Limited. Bella Musica Ltd ist seit dem 06.04.2016 mit drei Kontrolltatbeständen eingetragen: 75 Prozent oder mehr der Anteile, 75 Prozent oder mehr der Stimmrechte und das Recht, Directors zu bestellen und abzuberufen.
Dort ist Mario Wolosz als kontrollierende Person eingetragen, allerdings erst seit dem 31.12.2025 und nicht als Anteilseigner, sondern mit dem Vermerk „Has significant influence or control". An seiner Stelle stand bis zu diesem Tag Kerstin Quandt, eingetragen seit dem 19.07.2016, mit dem Registerwortlaut „Has significant influence or control over the trustees of a trust".
Also über die Treuhänder eines Trusts. Legal, aber erklärungsbedürftig.
Was die Jahresabschlüsse hergeben
Die Gesellschaft ist seit dem 18.08.2010 eingetragen und aktiv. KlickTipp selbst datiert die Gründung übrigens auf 2009, ein Jahr vor der Eintragung der Limited, und schreibt auf der eigenen Seite „gründete KlickTipp im Jahr 2009". Beides kann stimmen: das eine ist das Angebot, das andere die Gesellschaft.
Seit 2011 liegen fünfzehn Jahresabschlüsse lückenlos vor, die neueren als „Total exemption full accounts" — die Einreichung für kleine Gesellschaften, bei der keine Gewinn- und Verlustrechnung offengelegt werden muss. Umsatz und Mitarbeiterzahl stehen deshalb nirgends öffentlich. Ein Löschungsverfahren gibt es in der gesamten Historie nicht. Pünktlich war es nicht immer: Drei Abschlüsse kamen nach der Neun-Monats-Frist, der letzte am 29.06.2026 für den Stichtag 30.06.2025.
Aber sie kamen.
Ich behaupte ausdrücklich nichts Anrüchiges. Eine Holdingstruktur mit einer britischen Limited ist legal und verbreitet, und dass ein Gründer nicht Geschäftsführer ist, kommt vor. Aber wenn ein Anbieter „Mailserver in Deutschland" und „100 % DSGVO-konform" ins Schaufenster stellt, gehört die Information dazu, dass Dein Vertragspartner in London sitzt und dass seine AGB britisches Recht wählen. Dazu komme ich gleich.
Das Versprechen: 99,78 Prozent und ein Testsieger-Siegel
Bevor man prüfen kann, ob ein Anbieter hält, was er verspricht, muss das Versprechen auf dem Tisch liegen. Auf der Startseite von klicktipp.com steht es am 25.09.2026 so:
„Branchenführende E-Mail-Zustellraten von 99,78 % & top Versandperformance"
Und zwei Bildschirmseiten darunter:
„KlickTipp ist Testsieger: 1. Platz für die besten E-Mail-Zustellraten"
Auf der Preisseite wird es konkreter:
„KlickTipp ist Testsieger im großen E-Mail-Zustellratentest 2024."
99,78 Prozent wovon, gemessen wann, von wem, mit welcher Stichprobe?
Steht nicht dabei. Keine Quelle, kein Datum, keine Methode.
Ich habe die Zahl anschließend verfolgt und an drei Stellen gefunden: auf der Startseite, auf der Seite zur Marketing Suite und auf der Seite zur Newsletter-Zustellbarkeit. An keiner der drei steht ein Sternchen, eine Fußnote, ein Messzeitraum oder eine Stichprobengröße. Auf der Startseite ist die Zahl gar nicht verlinkt, auf der Zustellbarkeitsseite führt der Link darunter auf dieselbe Seite zurück.
Interessant ist dabei, dass KlickTipp selbst auf einer anderen Seite den Unterschied erklärt, auf den es ankommt: Die Zustellrate sagt, ob eine E-Mail technisch angenommen wurde. Die Zustellbarkeit sagt, ob sie im Posteingang landet oder im Spam-Ordner. Das sind zwei verschiedene Dinge, und 99,78 Prozent ist das erste.
Die Prüfung: meine Zahlen gegen das Versprechen
Und genau die erste Zahl kann ich messen.
Elf Jahre Kontohistorie sind dafür eine brauchbare Stichprobe.
Meine Zustellrate über 413.109 E-Mails in zwölf Monaten: 99,28 Prozent. 198 harte und 2.774 weiche Bounces auf 413.109 Sendungen.
Damit liege ich 0,5 Prozentpunkte unter dem Werbeversprechen, und ich halte das für eine faire Bestätigung: Der Wert des Anbieters ist plausibel, er misst nur die leichtere Hälfte der Aufgabe.
Zur schwereren Hälfte kann ich zwei eigene Werte beitragen:
- 82 Spam-Beschwerden auf 413.109 E-Mails, also 0,02 Prozent. Bei Google und Microsoft gilt ab 0,1 Prozent die Warnstufe und ab 0,3 Prozent wird der Versand gedrosselt oder ganz abgewiesen, ich liege also bei einem Fünftel des ersten Schwellenwerts.
- 38,4 Prozent meiner Liste liegen bei Google, 1.538 gmail.com plus 136 googlemail.com von 4.357 Adressen. Dahinter web.de mit 466, gmx.de mit 385 und t-online.de mit 193. Google ist der strengste Filter im Markt, und dort liegt mein größter Block.
Im Dashboard steht bei den Bounces schlicht 99 Prozent. Das ist gerundet. Rechnet man die vier Werte dahinter zusammen — 4.289 sauber, 61 weich, 14 hart, 7 Spam-Beschwerden —, sind es 98,12 Prozent. KlickTipp zeigt die absoluten Zahlen im Dashboard nur, wenn man mit der Maus über den Kreis fährt, und genau das meinen die Tester mit „nur grundlegende Daten".
Was ich nicht messen kann: ob meine Mails im Hauptposteingang oder im Werbetab landen. Dafür bräuchte ich Zugriff auf die Postfächer meiner Leser, und den habe ich nicht und will ich nicht.
Woher das Testsieger-Siegel kommt, und was aus dem Test geworden ist
Hier wird es unangenehm, und zwar nicht für KlickTipp allein.
Das Siegel stammt aus dem Zustellbarkeitstest von emailtooltester.com. Im Januar 2024 hat KlickTipp dort tatsächlich gewonnen, und zwar deutlich: 95,9 Prozent, der Zweitplatzierte ActiveCampaign kam auf 94,2, der Durchschnitt lag bei 85,1 Prozent. Laut Fußnote sind in diesem Durchschnitt auch internationale Anbieter enthalten, die in der deutschen Tabelle nicht stehen.
Der Sieg war echt.
Das Siegel ist verdient. Ich will es nicht kleinreden.
Nur läuft der Test seit Juni 2025 nicht mehr.
Auf derselben Seite steht heute:
„Wir haben unsere halbjährlichen Zustellbarkeitstests aufgrund von Problemen mit der Zuverlässigkeit externer Testtools und Unstimmigkeiten zwischen den Anbietern eingestellt."
Und in der Begründung stehen zwei Sätze, die noch mehr wehtun:
„Einige E-Mail-Anbieter änderten ihr Verhalten während der Tests sehr stark. Wir vermuteten, dass Sie ihre Leistung vor allem für die Adressen in den Seed-Listen optimierten."
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Die Tester schreiben „einige", sie nennen keine Namen, und KlickTipp wird an dieser Stelle nicht genannt. Ich unterstelle also nicht, dass KlickTipp gemeint ist. Der Satz sagt nur eines: Die Tester trauten ihrem eigenen Verfahren nicht mehr.
Die zwölf Messrunden im Einzelnen
Wer sie sich ansieht, versteht, warum die Tester Zweifel bekamen:
| Runde | Wert |
|---|---|
| Jul 2017 | 96,20 % |
| Mär 2018 | 96,80 % |
| Jan 2019 | 96,40 % |
| Jul 2019 | 92,40 % |
| Feb 2020 | 75,40 % |
| Mär 2021 | 86,30 % |
| Okt 2021 | 90,40 % |
| Apr 2022 | 46,70 % |
| Jan 2023 | 80,30 % |
| Jun 2023 | 96,00 % |
| Jan 2024 | 95,90 % |
46,7 Prozent und 96,8 Prozent bei derselben Software.
Entweder schwankt die Leistung extrem, oder die Messung taugt nicht. Die Tester haben sich für die zweite Erklärung entschieden und aufgehört.
Das Nachfolgeverfahren bewertet seit Juni 2025 keine Messwerte mehr, sondern Funktionen. KlickTipp ist darin laut Änderungsprotokoll seit dem 10.09.2025 enthalten, zuletzt aktualisiert wurde die Tabelle am 05.08.2026. Dort steht KlickTipp bei 4,5 von 5 — hinter Klaviyo mit 5,0 und gleichauf mit Brevo, Omnisend und CleverReach. Die Anmerkung der Tester zu KlickTipp lautet:
„Deliverability Dashboard vorhanden, jedoch nur grundlegende Daten."
Zusammengefasst: Das Siegel auf der Startseite ist echt, aber es ist über zweieinhalb Jahre alt, es kommt aus einem Verfahren, das seine eigenen Autoren im Juni 2025 als unzuverlässig verworfen haben, und im Nachfolgeverfahren ist KlickTipp nicht mehr Erster.
Nach derselben Logik hänge ich mir die Urkunde vom Völkerballturnier 2011 ins Büro, denn ich war damals nachweislich der Beste meiner Klasse, der Wanderpokal steht auf dem Regal und die Ergebnisliste habe ich noch.
Den Verein gibt es nicht mehr. Und Völkerball auch nicht.
Der Widerspruch: „jederzeit kündbar" gegen die eigenen AGB
Wegen dieses Fundes habe ich zwei Tage länger an dem Beitrag gesessen als geplant, und ich habe ihn dreimal nachgeprüft, weil ich mir sicher war, dass ich mich verlesen hatte.
Unter jeder Preistabelle auf klicktipp.com steht dieser Satz:
„Du kannst KlickTipp jederzeit up- oder downgraden und jederzeit mit Wirkung zum Ende der bezahlten Nutzungsperiode kündigen."
In der Wissensdatenbank klingt es genauso entspannt:
„Wir bieten Dir ein Spitzenprodukt ohne versteckte Kosten oder Abofallen."
Jetzt die AGB.
Dort steht:
„Das Recht zur vorzeitigen Kündigung (insbesondere gemäß §§ 621, 627, 648 BGB) wird ausgeschlossen."
Und dazu eine Kündigungsfrist, die Du einhalten musst, sonst verlängert sich der Vertrag um die gesamte Erstlaufzeit. Bei einem Zweijahresvertrag sind das zwei weitere Jahre.
Zwei AGB-Fassungen, zwei verschiedene Fristen
Diesen Teil habe ich dreimal nachgelesen, weil ich es nicht glauben wollte: Die Frist steht in zwei verschiedenen Längen im Netz, in zwei AGB-Fassungen, die beide gleichzeitig online sind.
| Seite | Stand | Frist |
|---|---|---|
| klicktipp.com/de/agb/ | 20.11.2023 | sechs Wochen vor Ablauf |
| klicktipp.com/de/allgemeine-gschaeftsbedingungen-agb/ | 11.05.2026 | vier Wochen vor Ablauf |
Im Browser habe ich beide geöffnet, zuletzt am 29.09.2026, und beide standen unverändert da. Für Google sind sie ebenfalls beide freigegeben. Und jede trägt ein Canonical-Tag auf sich selbst, sagt Google also, sie sei das Original.
Ein Fassungsdatum steht auf keiner der beiden Seiten. Die Daten oben stammen aus dem Quelltext: Dort trägt die eine Seite den Änderungszeitpunkt 20.11.2023, die andere den 11.05.2026.
Verlinkt ist im Footer keine von beiden. Dort stehen nur Datenschutz, Nutzungsbedingungen, Impressum und ein Sitemap-Aufklapper, und auch im aufgeklappten Sitemap-Block taucht keine AGB-Seite auf. Die neuere Fassung trägt in der Überschrift und in der Adresse einen Tippfehler, „Allgemeine Gschäftsbedingungen", und vermutlich ist genau das der Grund, warum sie beim Aufräumen niemandem aufgefallen ist.
Ein fehlendes „e", zwei Jahre Vertragsbindung Unterschied.
Und es ist nicht der einzige Schnitzer in dieser Fassung. Im Abschnitt „Verzug" steht ein Absatz wörtlich zweimal, und dabei ist die Klausel verschwunden, die in der älteren Fassung an dieser Stelle steht: das Kündigungsrecht bei Zahlungsverzug nach § 626 Abs. 1 BGB, samt Schadensersatzanspruch.
Welche der beiden für Deinen Vertrag gilt, kann Dir von außen niemand sagen.
Ich auch nicht. Und ob Du vier oder sechs Wochen Zeit hast, ist keine Feinheit — es ist der Unterschied zwischen einer Kündigung, die wirkt, und einem Jahr, das Du noch bezahlst.
Und wer ist überhaupt Dein Vertragspartner?
Mein Vertrag läuft über Digistore24, dessen Gebühren und Konstruktion ich an anderer Stelle durchgerechnet habe. Damit wird es noch verwickelter, denn KlickTipp bezeichnet Digistore24 in den eigenen AGB selbst als Reseller:
„Die Zahlung ist per Lastschrifteinzug, Rechnung, Reseller (z. B. Digistore24), Kreditkarte und PayPal möglich."
Und in den Käufer-AGB von Digistore24 steht, was „Reseller" bedeutet:
„Wir verkaufen im eigenen Namen und für eigene Rechnung Produkte und Dienstleistungen von Händlern und Dienstleistern […], die unsere Erfüllungsgehilfen sind."
Sowie:
„Gestaltungserklärungen, insbesondere Kündigungen, Anfechtungen sowie Widerrufe sind einzig gegenüber der Digistore24 GmbH […] abzugeben."
Wer also über Digistore24 gekauft hat, hat seinen Kaufvertrag mit der Digistore24 GmbH, nach deutschem Recht, und muss dort kündigen. Erfüllungsort ist nach § 14 Ziffer 1 Hildesheim, sofern der Kunde Unternehmer ist.
Ganz so eindeutig ist es dann aber doch nicht, denn § 2 Ziffer 3 derselben AGB hält fest:
„Unsere Vertragspartner sind berechtigt, gegebenenfalls ergänzende produktspezifische Nutzungsbedingungen vorzuhalten. […] Diese gelten sodann zwischen dem Kunden und unserem Erfüllungsgehilfen."
Neben dem Kaufvertrag mit Digistore24 kann also ein zweites Rechtsverhältnis zu KlickTipp bestehen.
Eindeutig bleibt nur eines. Die Kündigung geht nach § 6 Ziffer 11 einzig an Digistore24.
Britisches Recht gegen deutsches Recht
Und wer die KlickTipp-AGB liest, findet dort:
„Auf alle Streitigkeiten findet, unabhängig vom rechtlichen Grund, ausschließlich das Recht des Vereinigten Königreichs […] Anwendung."
Zwei Regelwerke, zwei Rechtsordnungen, zwei Kündigungsadressen.
Kurios dabei: Die KlickTipp-AGB wählen britisches Recht und stützen sich auf derselben Seite an sieben Stellen auf deutsche BGB-Vorschriften. § 14 BGB gleich dreimal, als Unternehmerbegriff und als Begründung dafür, dass kein Widerrufsrecht besteht, dazu § 315, § 626 Abs. 1 und §§ 621, 627, 648 BGB. Das müsste mir ein Jurist erklären.
Ich bin kein Anwalt, und dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Aber ich weiß, was ich täte, wenn ich kündigen wollte: an beide Adressen schreiben, per E-Mail mit Lesebestätigung, die Frist auf die längere der beiden Fassungen legen, also sechs Wochen, und den Screenshot behalten, bis die Bestätigung da ist. Die Digistore24-Klausel dazu ist § 6 Ziffer 11, nachlesbar, aber nicht über Google findbar, weil die Seite auf noindex steht.
Doppelt. Nicht schön, aber sicher.
KlickTipp Preise 2026: alle Tarife, die Enterprise-Staffel und ein Rätsel
Wer nach KlickTipp Preisen sucht, will meistens nur eine Zahl.
Es sind drei: Monatspreis, Kontaktgrenze, Einrichtungsgebühr. Stand 25.09.2026, alle Beträge zzgl. MwSt.:
| Tarif | Empfänger | Preis pro Monat | Einrichtung |
|---|---|---|---|
| Standard | 1–2.500 | 30 € monatlich 27 € jährlich 24 € 2-jährlich | 0 € |
| Premium | 1–5.000 | 50 € monatlich 45 € jährlich 40 € 2-jährlich | 0 € |
| Deluxe | 1–7.500 | 70 € monatlich 63 € jährlich 56 € 2-jährlich | 0 € |
| Enterprise | ab 10.000 | ab 170 € monatlich ab 153 € jährlich ab 136 € 2-jährlich | siehe unten |
Jahreszahlung spart 10 Prozent, zwei Jahre im Voraus sparen 20 Prozent. Dass die Ersparnis bei einer Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre erkauft wird, steht in der Preistabelle nicht.
Die Enterprise-Staffel liegt hinter einem Button und wird nachgeladen. Deshalb steht sie in fast keinem Beitrag über KlickTipp. Hier ist sie:
| Empfänger | E-Mails pro Stunde | Einrichtung | pro Monat |
|---|---|---|---|
| bis 10.000 | 18.000 | 0 € | 170 € |
| bis 15.000 | 36.000 | 100 € | 230 € |
| bis 20.000 | 36.000 | 100 € | 285 € |
| bis 25.000 | 54.000 | 300 € | 340 € |
| bis 30.000 | 54.000 | 300 € | 390 € |
| bis 40.000 | 54.000 | 300 € | 485 € |
| bis 50.000 | 90.000 | 800 € | 575 € |
| bis 100.000 | 180.000 | 1.500 € | 965 € |
| bis 150.000 | 270.000 | 2.100 € | 1.300 € |
Und jetzt das Rätsel. In der Übersichtstabelle auf derselben Website steht beim Tarif Enterprise:
„Einrichtung einmalig: ab 699 €"
In der Detailtabelle, die dieser Button öffnet, kommen 699 € nicht vor. Die Einstiegsstufe kostet 0 €, die nächsten kosten 100 €, dann 300 €, dann 800 €, 1.500 € und 2.100 €. Zwischen 300 und 800 liegt keine Stufe.
Auch nicht bei 699.
Ich kann nicht sagen, woher die 699 € kommen. Möglich ist ein alter Wert, der beim Umbau stehen geblieben ist. Möglich ist auch eine Stufe, die ich nicht sehe. Was ich sagen kann: Wer nach dem ersten Preis geht, rechnet mit einer Einmalgebühr, die die Detailtabelle für diesen Tarif auf null setzt.
Ich habe selbst einmal 499 € Einrichtung bezahlt
Auf meiner Digistore24-Rechnung steht ein Satz, der zur Sache mehr sagt als die ganze Preisseite:
„Folgender Zahlungsplan wurde vereinbart: Erster Monat 598 €, dann monatlich 99 €"
598 minus 99 sind 499 €.
Das ist die Einrichtungsgebühr, die ich beim Abschluss für genau die Stufe bezahlt habe, die heute mit 0 € in der Tabelle steht.
Damit ist mein Rätsel von oben zur Hälfte aufgeklärt. Eine Einrichtungsgebühr für Enterprise mit 10.000 Empfängern gab es sehr wohl, sie ist nur verschwunden. Die „ab 699 €" auf der Übersichtsseite sind deshalb vermutlich kein erfundener Wert, sondern ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der die Einstiegsstufe etwas gekostet hat.
Und es ist ein Vorteil, den ich ohne den Blick in die eigene Rechnung übersehen hätte: Wer heute Enterprise mit 10.000 Empfängern bucht, spart gegenüber meinem Abschluss einmalig 499 €.
Offen bleibt nur eines: Warum stehen auf derselben Website zwei verschiedene Zahlen?
Was dazukommt und in keiner Tabelle steht: SMS-Versand wird nicht von KlickTipp abgerechnet, sondern von Twilio oder Vonage, und kostet extra. Landingpages über dem Freikontingent kosten 6 € pro Seite und Monat. Mehrere Benutzer gibt es nur im Enterprise-Tarif.
Was ich bezahle und was Du bezahlen würdest
Hier wird es persönlich.
Und hier steht die Zahl, die mich beim Nachrechnen selbst am meisten überrascht hat, weil ich sie elf Jahre lang jeden Monat bezahlt habe, ohne sie je mit dem aktuellen Preis zu vergleichen.
Ich habe ein Enterprise-Konto für 10.000 Kontakte und bezahle 99 € im Monat. Derselbe Tarif kostet heute für einen Neukunden 170 € im Monat.
- Mein Jahr: 1.188 €
- Dasselbe Konto für einen Neukunden: 2.040 €
- Differenz: 852 € pro Jahr
Ich zahle also 58 Prozent des aktuellen Preises. Über elf Jahre gerechnet ist das kein Nebeneffekt mehr, sondern ein Betrag, für den ich einen Kleinwagen bekäme.
Einen gebrauchten. Aber immerhin.
Den Grund dafür kenne ich seit Jahren aus einer Werbeseite von KlickTipp:
„Im Unterschied zu US-amerikanischen Anbietern haben wir unsere Bestandskunden aber als Zeichen unserer Dankbarkeit ganz bewusst von der Preiserhöhung ausgenommen."
Was auf meiner Rechnung wirklich steht
Diesen Abschnitt hätte ich beinahe genau so stehen lassen. Ich war davon ausgegangen, dass ich einen eingefrorenen Alttarif zahle. Dann habe ich in meine eigene Rechnung gesehen, und dort steht etwas anderes:
KlickTipp Enterprise 10.000, 1 Mailserver — EUR 149,00 Rabattcode — EUR −50,00 Nettopreis: EUR 99,00
Mein Listenpreis ist 149 €, und die 99 € kommen durch einen dauerhaft hinterlegten Rabattcode zustande, den ich in elf Jahren kein einziges Mal bewusst wahrgenommen habe.
Man liest seine eigenen Rechnungen zu selten.
Rabatt ist kein Bestandsschutz
Von der Preiserhöhung ausgenommen bin ich also nicht. Mein Listenpreis ist irgendwann auf 149 € gestiegen, während Neukunden heute bei 170 € einsteigen. Was mich bei 99 € hält, ist ein Rabatt, kein Bestandsschutz.
Am Ergebnis ändert das nichts, und kleinreden will ich es auch nicht: Ich zahle seit Jahren 99 €, ohne je nachgefragt, verhandelt oder mit Kündigung gedroht zu haben. Ich kenne kein US-Tool, bei dem das so wäre.
Aber es ist gut zu wissen, woran so ein Preis hängt.
Ein eingefrorener Tarif ist eine Zusage. Ein Rabattcode ist eine Einstellung in einem Abrechnungssystem, und Einstellungen lassen sich ändern, ohne dass jemand ein Versprechen brechen müsste.
Die faire Ergänzung: In den AGB steht weder das eine noch das andere. Ich habe beide Fassungen durchgesucht. Eine Preisanpassungsklausel für laufende Verträge gibt es nicht, eine Bestandskundengarantie auch nicht. Zur Vergütung heißt es nur, es gelte „die jeweilige zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gem. Angebot geltende Vergütung".
Was ich habe, ist ein eingehaltener Rabatt.
Kein Anspruch.
Am Rand der Preisseite stehen fünf Testimonials, und zwei davon kenne ich näher. Hermann Scherer sagt dort „So sind wir 4 x Focus-Wachstums-Champion geworden" — über die Zahlen hinter seinem Programm habe ich einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben. Und der Head of Marketing von Digistore24 sagt „KlickTipp bringt uns Millionen", was insofern zum Thema passt, als mein eigener Vertrag ausgerechnet über Digistore24 läuft.
Warum es keine kostenlose Testphase gibt
Diese Frage wird oft gestellt, und KlickTipp beantwortet sie inzwischen selbst, auf der Preisseite, unter einer eigenen Überschrift.
Die Begründung ist bemerkenswert offen:
„Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass kostenlose Testphasen fragwürdige Nutzer anziehen. KlickTipp ist eine Spammer-freie Zone, was seriöse E-Mail-Marketer sehr schätzen."
Und dazu:
„Wer sein Business ernst nimmt, sucht nicht Free Trial, sondern die führende E-Mail-Marketing-Technologie."
Der erste Satz ist fachlich richtig.
Strenge Aufnahme schützt die Reputation der gemeinsamen Versandinfrastruktur, von der ich als Absender lebe, und genau deshalb stehen in meinem Konto 0,02 Prozent Spam-Beschwerden und nicht das Zehnfache.
Der zweite Satz ist Marketing, und er geht mir gegen den Strich.
Wer ein Werkzeug vor dem Kauf ausprobieren will, nimmt sein Geschäft nicht weniger ernst, sondern ernst genug, um 30 Euro im Monat nicht blind auszugeben.
Statt einer Testphase gibt es eine Geld-zurück-Garantie. Sie steht auf der Startseite als „inkl. 30 Tage Geld-zurück-Garantie". Auf der Preisseite steht sie ebenfalls, aber nur als Aufzählungspunkt „Geld-zurück-Garantie" — ohne die 30 Tage, ohne Bedingungen, ohne Link auf eine Regelung. In den AGB findet sich dazu keine Klausel, und in den Nutzungsbedingungen steht für den Sperrfall das Gegenteil: „Bereits gezahlte Gebühren werden nicht zurückerstattet."
Wenn Du davon Gebrauch machen willst, würde ich mir die Zusage vor dem Kauf per E-Mail bestätigen lassen, und zwar nicht aus Misstrauen, sondern weil eine Zusage, die nur im Schaufenster steht, im Streitfall nichts wert ist.
Das ist keine Paranoia. Das ist Aktenführung.
Was in den Bewertungen steht, und wer sie eingesammelt hat
Auf der Preisseite steht am 29.09.2026: „Marcel Knopf und 1.675 andere Kunden haben KlickTipp mit 5 Sternen bewertet."
Die Zahl stammt von ProvenExpert, wo der Anbieter die Bewertungen selbst einsammelt. Und sie sagt etwas anderes, als sie zu sagen scheint. ProvenExpert weist 1.675 Bewertungen aus, davon sind aber nur 569 dort selbst abgegeben; die übrigen 1.106 sind aus Trustpilot (311) und Google Maps (795) importiert. Von den 569 eigenen haben 524 fünf Sterne, 42 haben vier, drei haben drei.
1.675 Kunden mit fünf Sternen gibt es also nicht. Es sind 524.
Der Vergleich über mehrere Plattformen ist lehrreich:
| Plattform | Bewertungen | Note | Profil |
|---|---|---|---|
| ProvenExpert | 1.675, davon 569 eigene | 4,9 | vom Anbieter gesteuert |
| Trustpilot | 331 | 4,9 | Anbieterprofil |
| Capterra | 5 | 5,0 | Preis-Leistung nur 4,0 |
| OMR Reviews | 29 | 4,0 | nicht vom Anbieter beansprucht |
Dieses Muster sehe ich in der Branche immer wieder: Je weniger Einfluss der Anbieter auf die Sammlung hat, desto niedriger fällt die Note aus. Über dem OMR-Profil steht bis heute „Dieses Profil betreiben", in der englischen Fassung „Claim this profile" — der Anbieter hat es also nie übernommen. Und genau dort liegt die Note am tiefsten: Sechs der 29 Bewertungen haben 2,5 Sterne oder weniger, nämlich zwei mit 2,5, drei mit 2,0 und eine im Ein-Stern-Bereich.
Ein Zufall wäre denkbar. Ich glaube nicht daran.
Woran sich die Kritik festmacht
Sie dreht sich fast immer um dasselbe:
- Der Preis. Fabian, CEO, 2,5 Sterne: „Es ist sehr teuer für das, was es leistet. […] allerdings gibt es eigentlich auch in Deutschland bessere Software zu faireren Preisen."
- Der Zusammenhang mit dem Partnerprogramm. Frances, Geschäftsführerin, 2,5 Sterne: „Ich denke, dass der hohe Preis etwas mit dem Affiliate Programm zu tun hat ;)"
- Die Einarbeitung. Alina: „Ein kompliziertes Newsletter-Tool habe ich (bis jetzt) noch nicht gesehen"
- Die Außenwirkung im Mittelstand. Florian, 4,0 Sterne: „Insbesondere bei Erstkontakten wirkten sie auf unsere mittelständischen Unternehmen eher unseriös."
- Feature-Gating zwischen den Tarifen. Ein Nutzer mit voller Fünf-Sterne-Bewertung schreibt: „selber Kundenimport mit CSV Datei nur ab Premium."
Zur Fairness: Das sind einzelne Stimmen und keine Statistik, 29 Bewertungen sind eine dünne Basis, und wer eine Software bewertet, während er gerade mit ihr kämpft, urteilt anders als drei Monate später. Beschwerden über die Kündigung selbst habe ich in keiner der Bewertungen gefunden, die ich einsehen konnte: alle 29 bei OMR, alle 5 bei Capterra, 20 der 569 eigenen bei ProvenExpert und 3 der 331 bei Trustpilot. Bei den letzten beiden ist das kein vollständiges Bild, das sage ich dazu. Angesichts der AGB-Lage weiter oben hat es mich überrascht, und es spricht dafür, dass KlickTipp in der Praxis deutlich kulanter arbeitet als seine eigenen Vertragsklauseln erlauben würden.
Der Punkt, an dem meine Recherche kippte
Frances' Bemerkung über das Partnerprogramm hat mich auf eine Idee gebracht, und das Ergebnis ist der eigentliche Grund, warum ich diesen Beitrag geschrieben habe.
Ich habe mir angesehen, wer für „KlickTipp Erfahrungen" und „KlickTipp Preise" gefunden wird, und die zwölf Domains einzeln durchgeklickt. Elf von zwölf tragen einen Provisionslink. Die einzige Ausnahme ist ein Software-Verzeichnis, das nackt auf klicktipp.com verlinkt.
Ganz ohne Offenlegung arbeiten drei davon, und bei einem dieser drei stehen Sternchen an den Buttons, ohne dass irgendwo steht, was sie bedeuten.
Bei drei weiteren gibt es einen Hinweis, der ins Leere greift. Zwei verweisen auf eine Sternchen-Kennzeichnung, die an keinem einzigen KlickTipp-Link steht; der dritte schreibt, Affiliate-Links könnten „in weiterführenden Artikeln" enthalten sein, während sie auf der Seite selbst liegen. Ob man das als Offenlegung zählt, ist Auslegungssache. Deshalb nenne ich beide Zahlen.
Dazu kommt ein bezahltes Advertorial auf handelsblatt.com, als Anzeige gekennzeichnet, in dem praktisch jeder Link dieselbe KlickTipp-Partner-ID trägt.
Die Suche nach einer einzigen echten Zahl
Danach habe ich nach Zahlen gesucht. Nicht nach Marketing-Zahlen, sondern nach Werten aus einem echten Konto: eine gemessene Zustellrate, eine Öffnungsrate über einen benannten Zeitraum, ein Rechnungsbetrag, ein Backend-Screenshot mit echten Kampagnendaten.
In keinem einzigen dieser Beiträge steht eine solche Zahl.
In keinem.
Am nächsten kommt ein Autor, der schreibt, die hohe Zustellrate bestätige sich, wenn er seine eigenen Versandstatistiken ansehe. Er nennt sie nicht. Ein zweiter schreibt: „Die E-Mail-Zustellraten sind ebenfalls super." Ein dritter, ein Vergleichsportal, hat eigene Screenshots und eigene Noten, aber der Test ist von Juni 2022, während der Titel „Erfahrungen 2026" verspricht — und die Preise in diesem Test sind alle falsch.
Womit wir beim Kollateralschaden sind.
Die Preisangaben in den rankenden Beiträgen sind flächendeckend veraltet. Ich habe Tarife gefunden, die es nicht gibt („Startup 49 €", „First Class 679 €"), Kontaktgrenzen, die um das Vier- bis Fünffache zu hoch angegeben sind („bis zu 10.000 Kontakte in allen drei Basistarifen", real 2.500 bis 7.500), erfundene Staffelmodelle und die Behauptung „Kostenlose Einrichtung" in allen Paketen.
Wer heute nach KlickTipp Kosten googelt, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Provisionstext mit falschen Preisen, und wer danach beim Anbieter bestellt, erlebt an der Kasse eine Überraschung, für die der Anbieter nichts kann.
Deshalb stehen die Tabellen oben. Und deshalb steht ein Prüfdatum darüber.
Was ich KlickTipp zugutehalte
Nach elf Jahren und 2.220 Newslettern wäre reine Kritik unehrlich. Fünf Dinge, die KlickTipp aus meiner Sicht wirklich gut macht:
Die Zustellung funktioniert. 99,28 Prozent auf 413.109 E-Mails und 82 Spam-Beschwerden sind kein Werbeversprechen, sondern mein Kontostand. Bei 38 Prozent Google-Anteil in der Liste ist das ein Wert, mit dem ich arbeiten kann.
Mein Preis ist seit Jahren derselbe. 99 € gegen 170 € für dasselbe Paket, ohne dass ich darum bitten musste. Dass es technisch ein Rabattcode ist und kein eingefrorener Tarif, ändert daran nichts — und es ist selten genug, um es in einem kritischen Beitrag ausdrücklich hinzuschreiben.
Das Tagging-System ist der eigentliche Grund, warum ich geblieben bin. KlickTipp arbeitet nicht mit Listen, sondern mit Tags und SmartTags. Wer mehrere Produkte verkauft, kann damit Dinge segmentieren, für die man in listenbasierten Tools Klimmzüge braucht. Meine 113 Automationen hängen daran.
Deutschsprachiger Support mit Live-Trainings. Ich habe in elf Jahren nie mit einem Übersetzungswerkzeug um eine Antwort ringen müssen.
Die strenge Aufnahmepolitik nützt mir. Sie ist unbequem für Interessenten und der Grund, warum ich als Absender von der Reputation der gemeinsamen Infrastruktur profitiere. Man kann nicht beides haben.
Meine Kritikpunkte
Genauso ehrlich die andere Seite, und sie ist länger als mir lieb ist.
Die zwei AGB-Fassungen sind ein handwerklicher Fehler mit finanziellen Folgen. Vier Wochen oder sechs Wochen, beide Seiten gleichzeitig online, keine von beiden im Footer verlinkt, eine mit Tippfehler in der Überschrift, und solange das so bleibt, kann kein Kunde wissen, welche Frist für seinen Vertrag gilt.
Beheben ließe sich das an einem Vormittag.
„Jederzeit kündbar" und „Das Recht zur vorzeitigen Kündigung wird ausgeschlossen" passen nicht zusammen. Der eine Satz steht im Verkauf, der andere im Vertrag. Ich halte den Verkaufssatz nicht für böse Absicht — er beschreibt wahrscheinlich die tatsächliche Praxis. Aber dann gehört er in die AGB und nicht nur in die Preistabelle.
Und was am Marketing hakt
Das Testsieger-Siegel ist überfällig. Der Test ist von Januar 2024 und seit Juni 2025 eingestellt, die Tester halten ihr eigenes Verfahren rückblickend für unzuverlässig, und im Nachfolgeverfahren ist KlickTipp nicht mehr Erster. Ein Siegel mit Jahresangabe und Quelle wäre ehrlicher als „1. Platz für die besten E-Mail-Zustellraten".
Die 99,78 Prozent haben keine Quelle. An keiner der drei Stellen, an denen ich die Zahl gefunden habe, steht eine Methode, ein Zeitraum oder eine Stichprobe, und auf der Zustellbarkeitsseite zeigt der Link unter der Zahl auf dieselbe Seite zurück. Ich glaube die Zahl, weil ich sie mit meinen eigenen Werten fast bestätigen kann. Ich sollte das nicht müssen.
Die 699 € Einrichtungsgebühr widersprechen der eigenen Detailtabelle. Auf einer Seite, von einem Button getrennt. Dass es solche Gebühren früher gab, belegt meine eigene Rechnung mit 499 € — aber ein Leser von heute kann das nicht wissen und rechnet mit einem Betrag, den er gar nicht zahlen muss.
Der Preis ist hoch, und das Reporting hält nicht mit. 170 € für 10.000 Kontakte sind im Vergleich zur US-Konkurrenz sportlich. Dass die Tester dem Zustellbarkeits-Dashboard „nur grundlegende Daten" bescheinigen, passt zu meinem eigenen Eindruck: Die Öffnungsspalte in der Newsletter-Übersicht ist so gebaut, dass fast jeder Nutzer sie falsch liest. Das kostet kein Geld, das kostet nur Sorgfalt.
Übrigens, weil der Preis der häufigste Kritikpunkt ist: Wenn Du Dich fragst, ob sich ein Werkzeug für 170 € im Monat rechnet, hängt die Antwort nicht am Werkzeug, sondern daran, was Du damit verkaufst. Was ein Online-Kurs kostet, den Leute tatsächlich kaufen, und was er einbringen muss, habe ich in meiner Übersicht über Online-Kurs-Preise durchgerechnet.
Für wen KlickTipp passt und für wen nicht
KlickTipp könnte zu Dir passen, wenn…
- Du mehrere Produkte verkaufst und wirklich segmentieren musst, nicht nur Newsletter verschicken
- Du deutschsprachigen Support brauchst und ihn Dir leisten willst
- Deine Liste bereits Umsatz macht, also mindestens im vierstelligen Bereich pro Monat
- Du Wert darauf legst, dass die Mailserver in Deutschland stehen
- Du bereit bist, zwei bis vier Wochen in die Einarbeitung zu stecken
KlickTipp passt NICHT zu Dir, wenn…
- Du unter 500 Kontakte hast und noch nichts verkaufst. 30 € im Monat sind dann 360 € im Jahr für ein Werkzeug, das Dein Problem nicht löst.
- Du vor dem Kauf testen willst. Gibt es nicht, aus erklärter Absicht.
- Du eine Liste importieren willst, deren Herkunft Du nicht belegen kannst
- Du im Standard-Tarif CSV-Import brauchst. Den gibt es erst ab Premium.
- Du Jahres- oder Zweijahreszahlung wählst, ohne sich die Kündigungsfrist notiert zu haben. Bei zwei Jahren Laufzeit kostet eine verpasste Frist zwei weitere Jahre.
Fazit
Ich habe diesen Erfahrungsbericht nicht geschrieben, um KlickTipp schlechtzumachen. Ich bin seit elf Jahren Kunde, ich bin es freiwillig, und ich habe in dieser Zeit 2.220 Newsletter darüber verschickt. Wer ein Werkzeug elf Jahre benutzt, hat sich entschieden.
Was ich zeigen wollte, ist der Abstand zwischen zwei Sorten Zahlen.
Nur der Abstand.
Die eine Sorte steht im Schaufenster: 99,78 Prozent, Testsieger, 57.173 Bestellungen, 1.675 Kunden mit fünf Sternen. Erfunden ist davon nichts, doch fast nichts davon ist datiert, bequellt oder von außen nachrechenbar, und beim Siegel führt die Spur in ein Verfahren, das seine eigenen Autoren verworfen haben.
Die andere Sorte steht in meinem Konto: 413.109 E-Mails, 99,28 Prozent angenommen, 34,0 Prozent eindeutig geöffnet, 82 Spam-Beschwerden, 0,307 Prozent Abmeldungen. Diese Zahlen sind unspektakulär, langweilig und für kein Werbebanner zu gebrauchen, und sie sind die einzigen in diesem Beitrag, für die ich mit meinem Namen einstehen kann.
Das Erfreuliche: Sie bestätigen das Werbeversprechen weitgehend. Das Ärgerliche: Ich musste sie selbst erheben, weil das im ganzen deutschen Netz niemand getan hat, obwohl elf von zwölf geprüften Seiten an einer Empfehlung mitverdienen.
Die zwei Fragen, die wirklich entscheiden
Wenn Du vor der Entscheidung stehst, dann entscheide nicht nach Siegeln, sondern nach zwei Fragen: Macht Deine Liste schon genug Umsatz, um 30 bis 170 € im Monat zu tragen? Und brauchst Du wirklich Segmentierung, oder brauchst Du nur ein Versandwerkzeug?
Bei Ja und Ja ist KlickTipp eine gute Wahl, und ich würde mich nach elf Jahren und 2.220 Newslettern wieder genauso entscheiden.
Bei Nein und Nein kaufst Du einen Formel-1-Wagen für den Weg zum Bäcker.
Und den Rest macht kein Tool für Dich.
Kein Siegel macht das für Dich. Kein Tarif macht das für Dich. Du schreibst die E-Mails. Nur Du.
Das muss Dir bewusst sein.
Hast Du selbst Erfahrungen mit KlickTipp gemacht, gute oder schlechte? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!
Häufige Fragen zu KlickTipp
Was kostet KlickTipp 2026?
Standard 30 € im Monat für bis zu 2.500 Empfänger, Premium 50 € für bis zu 5.000, Deluxe 70 € für bis zu 7.500. Enterprise beginnt bei 170 € für bis zu 10.000 Empfänger. Alle Preise zzgl. MwSt., Stand 25.09.2026.
Jahreszahlung senkt den Preis um 10 Prozent, Zweijahreszahlung um 20 Prozent. Bei den drei Basistarifen fällt keine Einrichtungsgebühr an. Bei Enterprise ist sie in der Einstiegsstufe ebenfalls 0 € und steigt mit der Kontaktzahl auf bis zu 2.100 €. Das war nicht immer so: Für dieselbe Einstiegsstufe habe ich bei meinem Abschluss einmalig 499 € bezahlt.
Achte auf zwei Posten, die in keiner Tabelle stehen: SMS-Versand wird über Twilio oder Vonage abgerechnet, und Landingpages über dem Freikontingent kosten 6 € pro Seite und Monat.
Ist KlickTipp seriös?
Ja, nach elf Jahren als zahlender Kunde und nach der Recherche für diesen Beitrag: ja. Die Gesellschaft ist seit dem 18.08.2010 im britischen Handelsregister eingetragen und aktiv, es liegen fünfzehn Jahresabschlüsse lückenlos vor und kein Löschungsverfahren, die Zustellung funktioniert messbar, und die Bestandskundenzusage wurde bei mir eingehalten.
Was ich kritisiere, ist keine Unseriosität, sondern Schlamperei an Stellen, wo sie Geld kostet: zwei gleichzeitig online stehende AGB-Fassungen mit verschiedenen Kündigungsfristen und einer verschwundenen Klausel, ein Werbeversprechen ohne Quelle und ein Testsieger-Siegel aus einem Verfahren, das seit Juni 2025 eingestellt ist.
Wichtig zu wissen: Dein Vertragspartner sitzt in London, und die KlickTipp-AGB wählen britisches Recht. Wer über Digistore24 kauft, hat dagegen einen Vertrag mit der Digistore24 GmbH nach deutschem Recht.
Wie gut ist die Zustellrate von KlickTipp wirklich?
Aus meinem eigenen Konto, gemessen über 413.109 E-Mails zwischen dem 25.09.2025 und dem 20.09.2026: 99,28 Prozent. 198 harte Bounces, 2.774 weiche, 82 Spam-Beschwerden.
KlickTipp wirbt mit 99,78 Prozent. Diese Zahl ist plausibel, hat aber keine angegebene Quelle, kein Datum und keine Methode.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Begriffen: Die Zustellrate sagt, ob eine E-Mail technisch angenommen wurde. Ob sie im Posteingang oder im Spam-Ordner landet, ist eine andere Frage, und die kann niemand von außen für Dein Konto beantworten. Die letzte unabhängige Messung dazu stammt vom Januar 2024; das Verfahren wurde im Juni 2025 von seinen eigenen Autoren als unzuverlässig eingestellt.
Was ist eine gute Öffnungsrate mit KlickTipp?
Meine eigene über zwölf Monate: 34,0 Prozent eindeutige Öffner, 2,16 Prozent eindeutige Klicks, 6,3 Prozent Klicks je Öffner. Im Breitversand ab 500 Empfängern liegt der Median bei 32,7 Prozent, kleine segmentierte Mails kommen auf über 60.
Und der Hinweis, der Dir vielleicht mehr wert ist als die Zahl: Die Spalte „Öffnungen" in der Newsletter-Übersicht ist keine Öffnungsrate. Sie zählt Mehrfachöffnungen mit. Bei mir liefert sie 53,2 statt 34,0 Prozent. Die echte Zahl steht in der Einzelstatistik jedes Newsletters, aufgeteilt in eindeutige und Gesamtöffnungen.
Gibt es bei KlickTipp eine kostenlose Testphase?
Nein, und KlickTipp begründet das offen: „Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass kostenlose Testphasen fragwürdige Nutzer anziehen."
Stattdessen gibt es eine Geld-zurück-Garantie. Auf der Startseite steht sie als „inkl. 30 Tage Geld-zurück-Garantie", auf der Preisseite nur als Aufzählungspunkt ohne Frist, und in den AGB findet sich keine entsprechende Klausel. Wenn Du darauf baust, lass Dir die Bedingungen vor dem Kauf schriftlich geben.
Wie kündige ich KlickTipp, und welche Frist gilt?
Hier ist die Lage unübersichtlich, und ich formuliere das als Beobachtung an drei Quellen und nicht als Vorwurf.
Die Wissensdatenbank sagt, die Änderung werde „zum Ende der bezahlten Nutzungsperiode wirksam", und nennt keine Frist. Die AGB nennen eine Frist — vier Wochen in der Fassung vom 11.05.2026, sechs Wochen in der Fassung vom 20.11.2023. Beide Fassungen sind am 25.09.2026 gleichzeitig online. Und beide schließen das Recht zur vorzeitigen Kündigung aus.
Wer über Digistore24 gekauft hat, muss zusätzlich beachten, dass Kündigungen laut Digistore24-AGB „einzig gegenüber der Digistore24 GmbH" zu erklären sind.
Mein praktischer Rat: nicht bis zum letzten Monat warten, per E-Mail an beide Stellen kündigen, Bestätigung anfordern und den Screenshot behalten. Und vor der Kündigung die Kontakte als CSV exportieren, samt Tags und Eintragungsdaten.
Bleibt mein Preis gleich, wenn KlickTipp die Preise erhöht?
Bei mir im Ergebnis ja. Ich zahle für ein Enterprise-Konto mit 10.000 Kontakten 99 € im Monat, während derselbe Tarif heute 170 € kostet. Das sind 852 € Unterschied im Jahr.
Der Mechanismus ist allerdings ein anderer, als KlickTipp ihn beschreibt. Auf einer Werbeseite heißt es, Bestandskunden seien „ganz bewusst von der Preiserhöhung ausgenommen" worden. Meine Rechnung weist dagegen einen Listenpreis von 149 € und einen dauerhaften Rabatt von 50 € aus. Ausgenommen bin ich also nicht, ich habe einen Rabattcode.
In den AGB steht weder das eine noch das andere, und eine Preisanpassungsklausel für laufende Verträge habe ich in keiner der beiden Fassungen gefunden. Es ist ein eingehaltener Rabatt, kein einklagbarer Anspruch. Mir persönlich reicht das nach elf Jahren als Beleg.
Wer ist Mario Wolosz, und ist KlickTipp ein deutsches Unternehmen?
Mario Wolosz, geboren im November 1978, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in Bulgarien, ist der Gründer und das öffentliche Gesicht von KlickTipp. Diese Angaben stehen nicht im Register der Klick-Tipp Limited, sondern in dem der Bella Musica Ltd, über die er die Gesellschaft kontrolliert.
KlickTipp ist kein deutsches Unternehmen. Vertragspartner ist die Klick-Tipp Limited mit Sitz in London, eingetragen seit dem 18.08.2010. Einziger aktiver Director ist Michael Anthony Paul Toohig. Mario Wolosz ist dort nicht als Director eingetragen; er kontrolliert die Gesellschaft mittelbar über die Bella Musica Ltd, bei der er seit dem 31.12.2025 als kontrollierende Person geführt wird.
Die Mailserver stehen nach Angaben des Anbieters in Deutschland, und darin liegt kein Widerspruch zum Firmensitz in London, aber es sind zwei getrennte Aussagen, die im Marketing gern zu einer einzigen verschmelzen.
Gibt es gute Alternativen zu KlickTipp?
Ja, mehrere, und welche passt, hängt weniger am Funktionsumfang als an Deiner Listengröße und daran, ob Du Segmentierung wirklich brauchst.
Im aktuellen funktionsbasierten Zustellbarkeitsvergleich von emailtooltester liegt Klaviyo mit 5,0 vorn; KlickTipp steht mit 4,5 gleichauf mit Brevo, Omnisend und CleverReach. ActiveCampaign und Kit folgen mit 4,0.
Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt bei einem eingeführten Konto weniger am Preis als an den Umzugskosten. Mein Rat aus elf Jahren: Wechsle nicht wegen 20 € Unterschied im Monat. Ein Toolwechsel kostet Dich Automationen, Tags und Zustellreputation, und diese drei Dinge bekommst Du nicht im Paket mitgeliefert.
Gibt es unabhängige Erfahrungsberichte zu KlickTipp?
Wenige. Ich habe für diesen Beitrag zwölf Domains geprüft, die für „KlickTipp Erfahrungen" und „KlickTipp Preise" gefunden werden: elf enthalten einen Provisionslink, drei davon legen ihn überhaupt nicht offen, bei drei weiteren greift der Hinweis formal ins Leere. Dazu kommt ein bezahltes Advertorial in einem großen Wirtschaftsmedium, in dem fast jeder Link eine KlickTipp-Partner-ID trägt.
Keiner dieser Beiträge nennt eine eigene gemessene Zahl aus einem echten Konto. Und die Preisangaben sind flächendeckend veraltet: Ich habe Tarifnamen gefunden, die es nicht gibt, und Kontaktgrenzen, die um das Vierfache zu hoch angegeben werden.
Deshalb dieser Beitrag, und deshalb steht über jeder Tabelle ein Prüfdatum.
Transparenzhinweis
Dieser Beitrag enthält keinen Provisionslink, und ich verdiene an keiner Empfehlung darin einen Cent. Ich habe allerdings in der Vergangenheit über das KlickTipp-Partnerprogramm Provisionen erhalten, weil ich eigene Kunden direkt vermittelt habe. Bei KlickTipp bin ich außerdem seit Juni 2015 zahlender Kunde und zahle 99 Euro im Monat für ein Enterprise-Konto. Bei Digistore24, über das mein Vertrag läuft und dessen Rolle ich im Beitrag behandle, bin ich seit 2014 Kunde und mit 0,5 Prozent am Umsatz einer Empfehlung beteiligt.
Alle Preise, Zitate und AGB-Stellen habe ich am 25.09.2026 erhoben und am 29.09.2026 Satz für Satz gegen die Live-Quellen nachgeprüft, im Browser, auf den Seiten des Anbieters. In dieser zweiten Runde habe ich 28 eigene Fehler gefunden und korrigiert, darunter drei Zahlen zulasten von Mitbewerbern. Die Kontozahlen stammen aus meinem eigenen KlickTipp-Konto und aus der Einzelstatistik jedes ausgewerteten Newsletters. Wo ich etwas nicht belegen konnte, steht das im Text. Ich bin Mitbewerber der besprochenen Anbieter und verkaufe eigene Produkte. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Beim Schreiben und Rechnen habe ich KI eingesetzt. Die Prüfung der Quellen, die Auswahl und das Urteil sind meine. Wie ich vorgehe, steht unter Wie ich teste.

