Hermann Scherer Erfahrungen: Was das Gold-Programm wirklich kostet und warum der Preis nirgends steht

von Christian Költringer // in Online-Marketer

am 21/09/2026

Ein Platz in Hermann Scherers Programm kostet vierstellig. Wer so viel ausgibt, will vorher wissen, ob der Mann hält, was er von der Bühne herunter verspricht — und findet dazu im Netz fast nur Texte von Leuten, die an seinem Programm mitverdienen.

Über welches seiner Angebote grübelst Du gerade?

  • Das GOLD-Programm, sein Vier-Tage-Flaggschiff, für das auf seiner Website kein Preis steht?
  • Das PLATIN-Programm mit New York, Founder Summit und Expertenportal?
  • Den Inner Circle, seine Mitgliedschaft im Monatsabo?
  • GOLD Online, seinen Online-Kurs für 999 € netto?
  • Oder überlegst Du, am Speaker Slam teilzunehmen und den Excellence Award zu bekommen?

Und bevor Du vierstellig investierst, willst Du wissen, was andere dafür bekommen haben.

Dann lies weiter. Ich habe mir sein gesamtes Programm angesehen, vom 38-Euro-Buch bis zum Platin-Vertrag.

Bestellformular des GOLD-Programms von Hermann Scherer mit 4.990 Euro netto und 5.938,10 Euro Gesamtbetrag, abgerufen am 16.09.2026
Für das GOLD-Programm steht auf Hermann Scherers Website kein Preis. Im Bestellformular, auf das sein eigener Kauf-Button führt, stehen 4.990 € netto, mit deutscher Umsatzsteuer 5.938,10 €. Abgerufen am 16. September 2026 von Christian Költringer, 365digital.de.

Aber eine Sache vorweg: Dieser Artikel ist für Menschen gedacht, die ernsthaft überlegen, sich als Experte, Speaker oder Selbstständiger sichtbar zu machen und dafür einen vierstelligen oder fünfstelligen Betrag in die Hand zu nehmen. Wenn Du nach „schnell reich über Nacht“ suchst, wirst Du hier nicht fündig. Weder bei mir, noch bei Hermann Scherer selbst.

Kleiner Hinweis vorab, weil er viel Verwirrung spart: Es gibt zwei Hermann Scherer. Dieser Beitrag handelt vom Speaker und Berater, Jahrgang 1964, aus Moosburg an der Isar. Nicht vom deutsch-schweizerischen Bildhauer und Maler Hermann Scherer, der von 1893 bis 1927 lebte und dessen Werke heute in Museen hängen. Wenn Du auf Kunstseiten landest, bist Du beim Falschen.


Inhaltsverzeichnis

Wer ich bin und warum ich das hier schreibe

Seit 2008 baue ich Online-Kurse und Mitgliedschaften, seit 2016 ist das mein einziges Einkommen. Ich stehe dabei nicht auf Bühnen, sondern verkaufe an Menschen, die mich nie getroffen haben. Über die Jahre habe ich gefühlt über 50 Kurse bei anderen Anbietern gekauft.

ALSO: Ich bin kein Außenstehender, der von oben herab urteilt. Ich bin jemand, der in derselben Welt arbeitet. Und ja, ich bin damit auch Mitbewerber. Das sollst Du wissen, bevor Du weiterliest.

Was ich nicht getan habe, und was stattdessen

Jetzt kommt der Teil, den die meisten Seiten über Hermann Scherer weglassen.

Ich habe nichts von ihm gekauft. Ich war auf keiner seiner Veranstaltungen. Ich habe kein Erstgespräch geführt.

Das könnte ich Dir verschweigen und so tun, als hätte ich Insiderwissen. Mache ich nicht.

Was ich stattdessen getan habe, hat mich zwei Tage gekostet:

  • Ich habe mich bei jedem buchbaren Angebot bis zum Bestellformular durchgeklickt, also bis dorthin, wo die Zahl wirklich steht. Nicht bis zur Verkaufsseite, wo die Wunschzahl steht. Nur beim Platin-Programm ging das nicht, dort war der Termin ausgebucht.
  • Ich habe die AGB paragraphenweise gelesen und gegen die Verkaufsversprechen gehalten.
  • Ich habe das Partnerprogramm ausgewertet, weil Affiliate-Seiten Preise verraten, die auf Verkaufsseiten fehlen.
  • Ich habe 3.305 Bewertungen auf ProvenExpert gegen 36 auf Trustpilot gestellt und ausgezählt, worauf sie sich beziehen.
  • Ich habe das ZFU-Register durchsucht, mit Gegenprobe.
  • Ich habe geprüft, was hinter den Suchbegriffen „Hermann Scherer Sekte“ und „Hermann Scherer Klage“ tatsächlich steckt.
  • Ich habe den Countdown auf der Webinarseite sechsmal über dreieinhalb Minuten gemessen, weil ich einen bestimmten Trick erwartet habe.
  • Ich habe das Inhaltsverzeichnis seines Hauptbuchs über die Deutsche Nationalbibliothek geholt und mit dem verglichen, was er verkauft. Der Fund daraus ist der stärkste im ganzen Beitrag.

Der letzte Punkt ist übrigens nach hinten losgegangen, und ich schreibe Dir gleich, wie.

Wo ich vermute, sage ich das klar dazu. Wo ich etwas nicht herausgefunden habe, steht das ebenfalls drin.

Die Frage, die vor dieser Entscheidung steht

Eine Sache will ich gleich hier ansprechen, weil sie den ganzen Beitrag trägt und weil sie wichtiger ist als jeder Preis, den ich Dir gleich nenne.

Auf Hermann Scherers Seite steht eine Erfolgsgeschichte. Eine Physiotherapeutin, die an seinem Programm teilgenommen hat, schreibt:

„Ich kann nicht mehr durch meinen Ort gehen und das Telefon steht nicht mehr still, wollen alle einen Termin bei mir.“

Lies das noch einmal. Es ist als Triumph gemeint.

Beschrieben wird eine Frau, die jetzt ausgebucht ist.

Und da liegt der Punkt, an dem sich entscheidet, ob sich so eine Investition für Dich rechnet. Wenn Du Deine Zeit verkaufst — Termine, Sitzungen, Beratungstage, Aufträge —, dann macht Bekanntheit Dich nicht reicher. Sie macht Dich voll. Und ein voller Kalender hat eine Decke, die Du mit keiner Bühne der Welt verschiebst.

Sichtbarkeit füllt einen Kalender. Sie multipliziert ein Produkt. Das sind zwei völlig verschiedene Geschäftsmodelle, und welches Deines ist, solltest Du wissen, bevor Du fünfstellig investierst.

Behalte diese Frage im Hinterkopf, während Du weiterliest. Am Ende dieses Beitrags komme ich darauf zurück, und dann wirst Du sie für Dich beantworten können.

Und weil ich weiß, dass die Frage unbequem ist, hier gleich die praktische Seite dazu.

Ich habe eine kostenlose E-Mail-Serie geschrieben, in der ich Schritt für Schritt zeige, wie aus vorhandenem Fachwissen ein Online-Kurs wird, den man kaufen kann, ohne mit Dir zu sprechen. Kein Webinar, kein Erstgespräch, keine Verkaufsveranstaltung. Du bekommst den Ablaufplan, den ich selbst benutze, aufgeteilt auf mehrere Tage.

Das ist das Fundament, von dem ich oben spreche. Wer es hat, für den wird jede Bühne wertvoller. Wer es nicht hat, wird durch Bekanntheit nur voller.

Wer ist Hermann Scherer überhaupt?

Hermann Scherer, geboren am 28. März 1964 in Moosburg an der Isar, ist Redner, Autor und Berater. Er betreibt die Scherer GmbH & Co. KG mit Sitz in Mastershausen im Hunsrück und die Hermann Scherer GmbH & Co. KG in Dresden. Sein Geschäft besteht aus Vorträgen, Seminaren, Online-Kursen und Büchern.

Die deutsche Wikipedia führt ihn als „Hermann Scherer (Autor)“. Sein Buch „Fokus!“ war Spiegel-Bestseller, „Jenseits vom Mittelmaß“ stand 2009 auf Platz 1 der Hamburger-Abendblatt-Top-Ten. Er veröffentlicht bei echten Verlagen, unter anderem Campus und Piper. Kein Selbstverlags-Konstrukt also, und das gehört fairerweise an den Anfang.

Sein Kerngeschäft beschreibt er selbst so: Er macht Menschen zu Marken. Er begleitet sie auf Bühnen, in die Presse und in die Sichtbarkeit.

Und hier wird es zum ersten Mal interessant

Auf seiner Startseite steht im oberen Bereich diese Vita:

„Über 3.000 Vorträge vor rund zwei Millionen Menschen in über 3.000 Unternehmen in über 30 Ländern, 60 Bücher in 21 Sprachen, 1.000 Presseveröffentlichungen, 50.000.000 Euro Umsatz …“

Auf derselben Seite liegt eine zweite Fassung. Sie steht im Abschnitt „Wer ist Hermann Scherer?“, den das Theme auf allen Geräten ausblendet. Lesen kann man sie trotzdem: im Quelltext, in der Meta-Beschreibung und damit im Vorschautext, mit dem die Startseite bei Google steht.

„Über 3.000 Vorträge vor rund einer Million Menschen in mehr als 3.000 Unternehmen in über 30 Ländern, 50 Bücher in 18 Sprachen, 1.000 Presseveröffentlichungen, 50.000.000 Euro Umsatz …“

Eine Seite. Ein Tag. Zwei Vitas. Die zweite bekommt kein Besucher zu sehen, aber sie ist der Text, mit dem Google die Seite beschreibt.

Die Zuhörerzahl unterscheidet sich um den Faktor zwei. Die Bücherzahl um zehn. Die Sprachen um drei.

Und auf seinem ProvenExpert-Profil steht wiederum: „mehr als 70 veröffentlichten Büchern in 21 Sprachen“ und ein „generierter Umsatz von über 100 Millionen Euro“. Der Umsatzwert ist dort doppelt so hoch wie auf der eigenen Website.

Eine vierte Fassung steht bei seinem Verlag. Auf der Campus-Seite zu seinem Buch „Mach deine Marke zu Gold“ heißt es: „Über 3.500 Vorträge … 71 Bücher in 21 Sprachen … 100 Millionen Euro Umsatz, 10.000 Hotelübernachtungen“. Wieder andere Zahlen, und diese hat ein Verlag von ihm bekommen und übernommen.

Zum Vergleich eine ältere Fassung derselben Vita, die in einem Dienstleister-Verzeichnis noch online steht: „Über 2.000 Vorträge vor rund 1/2 Mio Menschen, 36 Bücher in 18 Spr“ — dort bricht der Text mitten im Wort ab.

QuelleVorträge
vor … Zuhörern
Bücher
in … Sprachen
Umsatz
Startseite, oberer Bereich3.000
2 Mio
60
21
50 Mio €
Startseite, Quelltext und Google-Vorschau3.000
1 Mio
50
18
50 Mio €
ProvenExpert-Profil70+
21
100+ Mio €
Campus Verlag3.500
2 Mio
71
21
100 Mio €
Dienstleister-Verzeichnis, älter2.000
0,5 Mio
36
18
Startseite von hermannscherer.com mit Zahlenleiste 3000+ Vorträge, 2 Mio Zuhörer, 60+ Bücher, 50 Mio Umsatz
Die Startseite von hermannscherer.com nennt 60 Bücher, zwei Millionen Zuhörer und 50 Millionen Euro Umsatz. Das ProvenExpert-Profil derselben Person nennt am selben Tag mehr als 70 Bücher und über 100 Millionen Euro (Bild weiter unten). Abgerufen am 16. September 2026 von Christian Költringer, 365digital.de.

Was ich damit sage und was nicht. Ich sage nicht, dass hier jemand lügt. Zahlen wachsen, Websites werden an verschiedenen Stellen zu verschiedenen Zeiten aktualisiert, das kenne ich aus meinem eigenen Laden gut genug.

Ich sage: Wenn jemand seine Autorität ganz wesentlich über Zahlen herstellt, und diese Zahlen auf derselben Seite am selben Tag auseinandergehen, dann sind es keine Messwerte. Dann sind es Marketing-Material.

Und das ist der Maßstab, den Du an alles anlegen solltest, was Dir dort begegnet.

Der Lebenslauf, so weit er belegbar ist

„Hermann Scherer Lebenslauf“ wird oft gesucht, und die Antwort ist schwerer zu geben, als man denkt. Fast alles, was im Netz über seinen Werdegang steht, geht auf ein einziges Dokument zurück: sein eigenes, 234 Seiten langes Profil-PDF. Auch die Vita beim Verlag stammt daraus.

Was unabhängig belegt ist: Geburtsdatum und Geburtsort, Wohnort Mastershausen, verheiratet, zwei Kinder. Die Firmen samt Registernummern. Die Bestsellerplatzierungen von „Fokus!“ und „Jenseits vom Mittelmaß“.

Was seine eigene Darstellung ergibt: Schule in Freising, danach eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, BWL-Studium, Lebensmittel-Großmärkte, ab 1988 eigene Lebensmittelgroßmärkte und parallel Trainer bei einer amerikanischen Trainingsorganisation, 1990 eine Verlagsgründung, ab 1993 Trainerausbilder in Deutschland und Europa, 2007 ein MBA. Ein Jahr für den Schritt in die Selbstständigkeit nennt seine Chronik nicht; Inhaber und Geschäftsführer war er demnach schon 1988.

Eine klassische Aufsteigergeschichte, an der ich keinen Grund habe zu zweifeln. Nur: Bei welcher Hochschule der MBA erworben wurde, steht nirgends. Welcher Studienabschluss am Ende stand, auch nicht.

Die 18 Universitäten

Eine Angabe wiederholt sich überall: „Forschung und Lehre an 18 europäischen Universitäten.“

Dagegen steht in seinem eigenen Profil-PDF, er habe „als Dozent rund ein Dutzend Lehraufträge an verschiedenen europäischen Universitäten“ übernommen. Aufgelistet sind dort sieben.

Zwei Zahlen, zwei eigene Quellen, und keine davon ergibt 18. Dazu kommt, wer auf dieser Liste steht. Die ZfU International Business School ist eine private Schweizer Aktiengesellschaft mit Seminarbetrieb. Die Nordakademie führt er selbst als „Hochschule der Wirtschaft“, also eine private Fachhochschule. Die INTES Akademie beschreibt er in derselben Liste als „Unternehmer-Beratung und Trainings“. Und die DePaul University in Chicago sowie die Kelley School der Indiana University liegen in den USA, nicht in Europa.

Und hier die faire Einordnung, die dazugehört: Ich habe Vorlesungsverzeichnisse und Lehrbeauftragten-Listen durchsucht und ihn nirgends gefunden. Das widerlegt nichts. Lehraufträge aus den Jahren 2003 bis 2010 stehen heute schlicht nicht mehr online.

Belastbar ist nur die schwächere Aussage, und die genügt: Die Zahl 18 ist öffentlich nicht überprüfbar, und sie widerspricht seinen eigenen Angaben an zwei anderen Stellen.

Die eigene Fernsehsendung

Auch die stimmt, und auch hier lohnt der Blick aufs Kleingedruckte. „Scherer Daily“ lief beim Hamburger Regionalsender Hamburg 1, nach der Ankündigung des Formats „an 365 Tagen im Jahr, zwischen 15 und 16 Uhr“. Das ist eine echte Sendung mit echtem Sendeplatz. Wer bei „eigene Fernsehsendung“ an etwas Größeres denkt, denkt an etwas anderes.

Das Versprechen

Bevor man beurteilen kann, ob jemand sein Versprechen hält, muss man das Versprechen kennen.

Auf der Startseite steht als große Überschrift:

„So entwickelst Du Dich vom Nobody zu einer Marke mit Anziehungskraft.“

Und als Motto, das sich durch alles zieht:

„Aber was nützt das Können, wenn dich mit Deiner Kompetenz niemand sieht?“

Ein starker Satz, und er stimmt sogar. Ich predige seit Jahren dasselbe, nur mit anderen Worten.

Die Frage ist bloß: Was genau kaufst Du, wenn Du Sichtbarkeit kaufst?

Und darauf gibt es bei Hermann Scherer eine überraschend konkrete Antwort, die er auf seiner eigenen Verkaufsseite ausspricht. Dazu gleich mehr.

Was Hermann Scherer kostet (geprüft am 16.09.2026)

Wegen dieser Frage landen die meisten hier, und sie ist im Netz erstaunlich schlecht beantwortet: Auf keiner Übersichtsseite steht eine vollständige Preisliste, und das GOLD-Programm wird auf der Website ausschließlich über „Erstgespräch buchen“ angeboten.

Deshalb der wichtigste Satz dieses Beitrags: Es gibt sehr wohl ein öffentliches Bestellformular für das GOLD-Programm. Man findet es nicht über die Navigation, sondern über die Affiliate-Seite, die auf die Verkaufsseite verweist, und von dort auf Digistore24.

Alle Beträge, geprüft im Bestellformular:

ProduktPreis nettoPreis bruttoHeute buchbar?
GOLD-Programm (4 Tage)9.990 € regulär
4.990 € Aktion
11.888,10 €
5.938,10 €
ja
GOLD Online9.990 € regulär
999 € mit Gutschein
11.888,10 €
1.188,81 €
ja
PLATIN-Programm (5 Tage)Preis auf Anfragenicht ausgewiesenTermin ausgebucht
Inner Circle (Abo)198 € regulär
49 € im Monat
235,62 €
58,31 €
ja
Speaker Slam Medienpaket699 €831,81 €ja
So wird Dein Buch zum Bestseller999 € regulär
349 € mit Gutschein
1.188,81 €
415,31 €
ja
In wenigen Tagen zum eigenen Buch799 € regulär
99 € mit Gutschein
950,81 €
117,81 €
ja
Glückskinder Online-Kurs24,37 €29 €ja
Buch „Sichtbar“0 € + Porto4,95 € bis 12,95 €ja

Ein Hinweis zum Lesen dieser Tabelle: Digistore24 weist je nach Produkt unterschiedlich aus. Beim GOLD-Programm und beim Slam-Paket stehen Netto und Steuer getrennt, bei anderen Kursen nur ein Gesamtbetrag. Die Bruttospalte rechnet hier durchgängig mit 19 % deutscher Umsatzsteuer. In Österreich sind es 20 %, in der Schweiz gilt der dortige Satz.

Ein paar Dinge, die in dieser Tabelle nicht stehen und die Du wissen solltest.

Die Ratenzahlung beim GOLD-Programm kostet so gut wie nichts extra. Das Formular bietet vier Pläne: einmal 5.938,10 €, sechs Raten à 993,65 €, zwölf à 496,83 € oder 24 à 248,71 €. Der Aufschlag liegt zwischen 23,80 € und 30,94 €, also unter einem Prozent, und Digistore24 weist ihn selbst aus: „Sie sparen 30,94 € im Vergleich zu anderen Zahlungsplänen.“

Das rechne ich ihm hoch an. In dieser Branche sind zehn Prozent Aufschlag üblich, und ich habe im letzten halben Jahr genug Bestellformulare gesehen, die das auch verlangen.

Die Tagungspauschale ist im Aktionspreis enthalten, beziffert wird sie aber nirgends. Die Verkaufsseite schreibt „inkl. Tagungspauschale“, das Bestellformular „Investition inkl. Tagungspauschale“, beide ohne Zahl. Was genau darin steckt und was Du zusätzlich für Übernachtung und Anreise nach Mastershausen rechnen musst, steht auf keiner der beiden Seiten.

Und für alle, die wie ich in Österreich sitzen: Die Kasse rechnet mit dem Steuersatz Deines Landes. Aus 4.990 € netto werden bei mir nicht 5.938,10 €, sondern 5.988 €. Rund 50 € Unterschied. Wenig Geld, aber es erklärt, warum Dir eine andere Zahl begegnen kann als die hier.

Noch ein Hinweis zu den Kursseiten. Ich habe die Übersichtsseite, die mit „Wähle aus 13 Online-Kursen“ überschrieben ist, gegen alle dreizehn Bestellformulare gehalten. Bei acht stimmt der Nettopreis exakt überein, bei fünf nicht. Dazu kommt, dass die Übersicht durchgängig „zzgl. MwSt.“ ausweist, während mehrere Formulare Gesamtbeträge einschließlich Steuer nennen. Wer vergleicht, vergleicht also stellenweise Äpfel mit Birnen.

In allen fünf Fällen zahlst Du weniger als beworben, nicht mehr. Die größte Spanne hat „In wenigen Tagen zum eigenen Buch“: 199 € auf der Übersicht, 99 € im Formular. Bei „Krisenkreativ“ sind es 99 € gegen 49 €, bei „Qualität sichtbar machen“ 125 € gegen 124,17 €. Ein Nachteil entsteht Dir daraus nicht. Ein verlässlicher Preisvergleich aber auch nicht.

Warum beim Platin-Programm nirgends ein Preis steht

Diese Frage stellt Google selbst. Sie steht in der Autocomplete und in der Box „Weitere Fragen“ über den Suchergebnissen. Eine Antwort gibt es im Netz trotzdem nicht, und ich kann sie Dir auch nicht liefern. Was ich liefern kann, ist der Grund.

Es gibt für Platin heute keine Verkaufsseite mehr. Die Adressen, die im Partnerportal dafür hinterlegt sind, leiten auf die Webinarseite oder auf den Veranstaltungskalender um; die naheliegenden Varianten liefern eine Fehlerseite. Was noch steht, ist das Digistore24-Bestellformular, und das meldet: „Das Produkt ist aus folgendem Grund nicht verfügbar: Das Seminar ist ausgebucht. Keine weiteren Tickets verfügbar. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Und im offiziellen Veranstaltungskalender, zuletzt geändert am 2. September 2026, kommt das Platin-Programm überhaupt nicht mehr vor. Dort stehen die Frankfurter Buchmesse, eine Masterclass in Dubai, zwei GOLD-Programme und eine Masterclass in New York. Platin nicht.

Eine Hochrechnung, die ich als solche kennzeichne. Im Partnerprogramm steht für Platin eine Provision von 2.368,78 €. Für Gold steht dort 1.186,87 €, und dessen Nettopreis von 4.990 € kenne ich. Daraus ergibt sich ein Satz von 23,8 %. Überträgt man ihn, landet Platin bei rund 10.000 € netto.

Warum ich diese Zahl trotzdem nicht als Preis hinschreibe. Drei Gründe, und jeder einzelne reicht. Erstens ergeben dieselben Provisionsbeträge bei anderen Produkten, deren Nettopreis ich kenne, ganz andere Sätze: bei GOLD Online rund 39 %, beim Bestseller-Kurs rund 23 %. Ein einheitlicher Satz existiert also nicht. Zweitens stehen diese Beträge nur im Quelltext des Partnerportals; die Unterseiten leiten im Browser sofort auf die Startseite um, und die zeigt heute nur noch drei Produkte, ohne Eurobeträge und ohne Platin. Drittens beschreibt dieselbe Partnerseite Platin als viertägig, während die Teilnehmerseite von fünf Tagen spricht. Die Angabe ist also erkennbar alt. Nimm die 10.000 € deshalb als grobe Hausnummer, nicht als Preis.

Was sich dagegen belegen lässt, steht auf der Teilnehmerseite, die noch online ist. Sie nennt als Termin den 3. bis 7. März 2026, wirbt mit „5 Tage Bühne. 5 Tage Sichtbarkeit. 5 Tage Umsetzung.“ und listet als Bausteine unter anderem einen Strategiecall mit Hermann Scherer, eine Skool-Community, ein Ticket für den Founder Summit 2026, New York, einen Auftritt im Expertenportal, „Germany’s Speaker Stars“ und einen Gutschein für die Scherer Studios. Ganz unten auf derselben Seite steht dieser Satz:

DEINE ABSICHERUNG. Die Teilnahme an diesem Event ist nicht stornierbar. DRINGEND raten wir Ihnen den Abschluss einer Rücktrittsversicherung.“

Eine Überschrift, die „Absicherung“ heißt, und darunter steht, dass Du nicht stornieren kannst. Das musst Du wissen, bevor Du das Erstgespräch führst.

Das Gratis-Buch, das nicht gratis ist

Kleiner Vorgriff, weil es dasselbe Muster ist. Sein Buch „SICHTBAR“ wird über eine eigene Seite verschenkt. Der Button heißt „Hol dir Dein Buch – nur 5€“. In der FAQ derselben Seite steht:

„Erhalte ich das Buch wirklich kostenfrei? Du bezahlst tatsächlich keine Versandkosten. Das Buch selbst bekommst Du von mir geschenkt.“

und zwei Fragen weiter:

„Wo ist der Haken? Gibt es versteckte Kosten? Weder noch. Es gibt schlicht und einfach KEINEN Haken!

Im Bestellformular kostet das Buch tatsächlich 0,00 €. Das Porto aber kostet 4,95 € in Deutschland, 8,95 € in Österreich und 12,95 € in der Schweiz. Die FAQ nennt das für Österreich und die Schweiz „einen geringen Betrag für die Porto- und Logistik-Kosten“.

Für mich in Salzburg sind das 8,95 € statt der beworbenen 5 €, also 79 % mehr. Kein großer Betrag. Aber „Du bezahlst tatsächlich keine Versandkosten“ und 8,95 € Versandkosten stehen auf derselben Seite.

Kurze Rechnung an dieser Stelle, weil sie zu den Zahlen oben passt.

4.990 € netto sind eine Menge Geld. Ein eigener Online-Kurs für 200 € müsste 25 Mal verkauft werden, um denselben Betrag einzuspielen. Nicht an einem Tag, aber über ein Jahr verteilt ist das eine Zahl, die viele Experten mit ihrem Bestandsnetzwerk schaffen, ohne einen einzigen neuen Interessenten gewinnen zu müssen.

Wie so ein Kurs entsteht und was er enthalten muss, damit er das schafft, zeige ich in meiner kostenlosen E-Mail-Serie. Sie kostet Dich nichts außer einer E-Mail-Adresse.

Der Befund, den ich wieder einkassiert habe

An dieser Stelle stand einen Tag lang ein Vorwurf. Ich hatte die Verkaufsseite von GOLD Online abgerufen, dort „Nur 999 Euro anstatt 7.990 Euro“ gelesen, war ihrem Kauf-Button gefolgt und im Bestellformular auf 7.990 € gestoßen. Das Achtfache. Ich hielt das für den härtesten Fund des ganzen Beitrags.

Einen Tag später bin ich denselben Weg noch einmal gegangen, diesmal in einem echten Browser statt mit einem Abrufwerkzeug. Und die Seite, auf der ich den Widerspruch gefunden hatte, ist gar nicht mehr erreichbar. Sie leitet per Skript weiter auf eine neue Verkaufsseite unter einer neuen Adresse, und die schickt auf ein neues Bestellformular. Dort steht: 999,00 €.

Gefunden hatte ich eine alte Seite, die auf dem Server noch liegt und die kein Besucher mehr zu Gesicht bekommt. Mein Werkzeug hatte sie erwischt, weil es die Weiterleitung nicht ausführt. Ein Mensch mit einem Browser landet dort nie.

Ich lasse das hier stehen, statt es still zu löschen, und zwar aus zwei Gründen. Erstens entstehen so die Vorwürfe, die man über Leute wie Hermann Scherer im Netz liest: Jemand findet einen Beleg, der echt aussieht, und prüft nicht nach, ob er heute noch gilt. Zweitens verkaufe ich selbst Online-Kurse. Wenn ich einen Mitbewerber prüfe, muss der Maßstab derselbe bleiben, auch wenn das Ergebnis dadurch langweiliger wird.

Der beworbene Preis und der Preis an der Kasse stimmen bei GOLD Online überein. Stand 16. September 2026.

Was an der Kasse trotzdem auffällt

Interessant ist, wie dieser Preis zustande kommt. Das Bestellformular nennt 9.990 € und streicht sie durch. Darunter stehen 999 €, daneben ein grüner Hinweis: „Gutscheincode gültig - 90% Rabatt wurde gewährt!“

Bestellformular von GOLD Online: 9.990 Euro durchgestrichen, 999 Euro Verkaufspreis, Hinweis auf 90 Prozent Gutscheinrabatt
Das Bestellformular von GOLD Online, aufgerufen über den Kauf-Button der eigenen Verkaufsseite: 9.990 € durchgestrichen, 999 € zu zahlen, dazu der Hinweis auf einen Gutschein über 90 Prozent. Abgerufen am 16. September 2026 von Christian Költringer, 365digital.de.

Der Gutscheincode steht in der Adresse des Links, und er hängt an allen sechs Kauf-Buttons der Verkaufsseite. Es gibt über diese Seite keinen Weg zur Kasse, der ihn nicht mitbringt.

Die 9.990 € zahlt also niemand, der über die Verkaufsseite kommt. Die 999 € sind kein Rabatt, sie sind der Preis. Die Zahl darüber ist da, damit der Preis klein aussieht.

Beim GOLD-Programm läuft es genauso: Gutschein „Gold-Deal“, 5.000 € Nachlass, von 9.990 € auf 4.990 €. Zwei Produkte, dasselbe Muster, beide Male sitzt der Code im Button.

Verboten ist das nicht, und ich behaupte auch nicht, dass es das wäre. Es ist die übliche Preiskosmetik dieser Branche, und ich habe sie selbst schon benutzt. Aber wenn Du gleich abwägst, ob 999 € viel Geld sind, dann wäge sie gegen das ab, was Du dafür bekommst, nicht gegen die durchgestrichene Zahl daneben.

Und noch eine Zahl, die nicht zusammenpasst

Auf der Verkaufsseite von GOLD Online steht unter der Überschrift „Unbegrenzter Zugang“:

„GOLD-Online steht Dir ein Leben lang zur Verfügung! Es entstehen keine zusätzlichen oder versteckten Kosten.“

Vertragspartner beim Kauf ist aber Digistore24. Deren Käufer-AGB sichern in § 8 Abs. 4 einen Zugang von mindestens 12 Monaten und einer Mindestanzahl von 50 Zugriffen zu. Zwei Einsätze gehören dazu: Einschränkungen können auf dem Bestellformular abweichend bekanntgegeben werden, und bei Ratenvereinbarungen gilt die Klausel laut Abs. 5 gar nicht.

Fairerweise: Diese Klausel ist Marktplatz-Standard und gilt für Tausende Produkte, nicht nur für seine. Das ist kein Vorwurf an Hermann Scherer. Es ist ein Hinweis an Dich, dass „in Leben lang“ eine Absichtserklärung ist und keine Zusage.

Der Excellence Award, oder: Was Du wirklich kaufst

Jetzt zu dem Fund, der mich am meisten beschäftigt hat. Und er ist kein Gerücht aus einem Forum, sondern steht auf zwei Seiten, die beide von Hermann Scherer stammen.

Wenn Du „Hermann Scherer Excellence Award“ googelst, findest Du Dutzende Pressemitteilungen. Sie lesen sich alle ungefähr so:

„Mit einer leidenschaftlichen Rede … wurde mit dem Hermann Scherer Excellence Award ausgezeichnet. … Bereits die Teilnahme setzt ein mehrstufiges Auswahlverfahren voraus. Nur ausgewählte Finalisten erhalten die Chance …

Das klingt nach Wettbewerb. Nach Jury, nach Auswahl, nach Leistung.

Jetzt schau ins Bestellformular.

Der Excellence Award ist dort ein aufgezählter Leistungsbestandteil des Produkts „Dein Speaker Slam Medien-Paket“ für 699 € netto, neben Redezeit, Kamerateam, Fotograf und Make-up:

Excellence Award — Der 30 Zentimeter hohe Award mit der Aufschrift ‚Excellence Award‘ besteht aus hochwertigem, schwarzscheinendem Acrylglas und besticht durch eine goldene 3D-Gravur und dem ‚Hermann Scherer‘-Logo. Der Award kann für PR-Zwecke genutzt werden und dient als einzigartige Erinnerung an die eigene Rede beim Speaker Slam.“

Buchbar ist das Paket übrigens für jeden. Die öffentliche Speaker-Slam-Seite verlinkt dasselbe Bestellformular direkt, und im Mengenfeld stehen die Werte eins bis zehn, gefolgt von einem Eintrag „10+“. Eine Auszeichnung, die man im Zehnerpack bestellen kann.

Ein Lokalblatt, das über eine dieser Veranstaltungen berichtete, formuliert es nüchterner als jede Pressemitteilung. Dort heißt es, alle Teilnehmer hätten zuvor ein mehrtägiges Medientraining absolviert, „das einem Bootcamp ähnelte“.

Absolventen. Nicht Sieger.

Und jetzt der Satz, der alles zusammenhält

Hermann Scherer hat 2022 bei Campus ein 376 Seiten starkes Buch veröffentlicht: „Mach deine Marke zu Gold“. Ich habe es nicht gelesen. Ich habe das Inhaltsverzeichnis gelesen, das die Deutsche Nationalbibliothek frei ausliefert.

Auf Seite 318 steht ein Kapitel mit dieser Überschrift:

Awards zu verleihen, schafft Aufmerksamkeit

Er erklärt es also selbst. In einem Buch, das man für 38 € kaufen kann. Das Verleihen von Auszeichnungen ist ein Aufmerksamkeitsinstrument, und er beschreibt es als solches.

Und es steht nicht allein da. Im selben Inhaltsverzeichnis finden sich:

  • „Internationaler Speaker Slam“ (S. 248)
  • „Ein Kuratorium hebt deinen Status deutlich“ (S. 314)
  • „Deine eigene Redneragentur“ (S. 312)
  • „Deine eigene Kolumne“ (S. 345)
  • „Presseausweis“ und „PR-Ideen für deine Pressemeldung“ (S. 346)
  • „Wie kommst du mit deinem Buch ins Fernsehen?“ (S. 239)

Das ist die vollständige Werkzeugkiste der Statusinszenierung, sauber gegliedert und mit Seitenzahlen versehen. Er versteckt sie nicht. Er unterrichtet sie.

Excellence Award als Bestandteil des Speaker-Slam-Medienpakets für 699 Euro netto
Im Digistore24-Bestellformular für das Speaker-Slam-Medienpaket steht der Excellence Award als Leistungsbestandteil neben Kamerateam, Fotograf und Make-up. Gesamtpreis 699 Euro netto. Abgerufen am 16. September 2026.

Und wer schreibt eigentlich diese Presseartikel?

Ich habe die Pressemitteilungen nachverfolgt. Die meisten stehen auf openPR, einem Gratis-Portal, auf dem jeder veröffentlichen kann. Unter einem der Texte steht als Verantwortliche die Preisträgerin selbst, mit ihrer eigenen Agentur.

Bei einem Treffer, der aussieht wie ein Lokalzeitungsartikel, steht im Seitenkopf „Leser-Community — Eingestellt von …“ und darunter der Name genau der Person, über deren Award der Text berichtet. Bei einem zweiten Blatt, das über eine Slam-Teilnahme berichtet, heißt es in der Bildunterschrift „hochgeladen von Gastautor …“ — und der Gastautor ist der Ehemann der porträtierten Teilnehmerin.

Das Beste daran: Hermann Scherer sagt völlig offen, dass genau das der Plan ist. Auf der Speaker-Slam-Seite steht:

„Die Teilnahme an einem Speaker Slam®, insbesondere ein Foto mit dem Award, kann im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit gut genutzt werden. Eine genaue Strategie, Beispiele und Vorgehensweisen bekommt Ihr nach der Anmeldung. Unsere letzten Teilnehmer haben schon sehr viele Presseberichte bekommen.“

Da steht es. Er verspricht nicht, Dich berühmt zu machen. Er verkauft Dir die Zutaten, aus denen Du Dir selbst den Anschein von Berühmtheit baust: Bühnenfotos, einen Pokal, eine Vorlage und eine Anleitung, wie man beides in Portale bekommt.

Und weißt Du was? Das ist noch nicht einmal unehrlich. Es steht auf der Seite. Man muss es nur lesen.

Eine Bewerterin, die das Programm mitgemacht hat, bringt es härter auf den Punkt als ich es täte:

„Man schreibt Zeitungen u weitere an um dort seinen eigenen selbst erstellten Artikel hinzuschicken und versetzt anhand dieser Artikel und Bilder andere in den Glauben Man habe es geschafft. … Und dabei noch nicht einmal gelogen.“
(Trustpilot, 1 Stern, 07.07.2026, Wortlaut unverändert)

Das ist eine Stimme, eine persönliche Erfahrung, kein Urteil über alle Teilnehmer. Ich zitiere sie, weil sie exakt das beschreibt, was im Bestellformular steht.

Mein Punkt ist nicht, dass das verwerflich wäre. Sichtbarkeit inszenieren ist ein legitimes Handwerk, und wer zwanzig Jahre davon lebt, beherrscht es besser als die meisten.

Mein Punkt ist: Du solltest wissen, dass Du ein PR-Paket kaufst und keine Auszeichnung. Wenn Du das weißt und es trotzdem willst, ist es ein faires Geschäft. Wenn Du glaubst, Du gewinnst einen Preis, kaufst Du etwas anderes als das, was drin ist.

Nach derselben Logik bin ich übrigens seit gestern Träger des „365digital Award für herausragende Recherche“. Der Pokal steht auf meinem Schreibtisch, ich habe ihn mir selbst hingestellt, und die Pressemitteilung schreibe ich heute Abend. 🙂

Was der Award auf dem Gebrauchtmarkt wert ist

Und dann stand da noch etwas, das ich nicht gesucht habe.

Auf einer Kleinanzeigen-Plattform bietet jemand einen Hermann Scherer Excellence Award für 100 € VB an. Einsortiert nicht unter Business oder Bücher, sondern unter Haus & Garten, Rubrik Dekoration.

Der Verkäufer schreibt dazu:

Uns wurde damals vermittelt, dass hochwertige Auszeichnungen bzw. Awards beispielsweise im Büro, Empfangsbereich oder bei Kundenterminen dazu beitragen können, Erfolg, Kompetenz und Professionalität nach außen sichtbar zu machen. Ich persönlich lege mittlerweile allerdings keinen großen Wert mehr auf solche äußeren Auszeichnungen und möchte sie deshalb gerne weitergeben.“

Eine Stimme ist noch kein Urteil über alle Teilnehmer. Aber sie beschreibt aus der Innenperspektive exakt das, was auf dem Bestellformular und in seinem Buchkapitel steht: Der Award ist ein Gegenstand, der Kompetenz signalisieren soll. Und er ist übertragbar, weil er an keine Leistung gebunden ist.

In derselben Trefferliste verkauft jemand einen Gutschein für das GOLD-Programm. 3.600 € bei angegebenem Wert von 4.990 €, also 28 % unter Listenpreis, und zwar für exakt die beiden Termine, die auch im offiziellen Bestellformular stehen: 17. bis 20. November 2026 und 26. bis 29. Januar 2027.

38 € oder 4.990 €? Das Buch gegen das Programm

Bleiben wir kurz bei diesem Buch, denn es stellt eine Frage, die ich nirgendwo sonst beantwortet gefunden habe.

Der Campus-Verlag beschreibt „Mach deine Marke zu Gold“ so:

„In diesem Buch offenbart Scherer sein geballtes Wissen, wie Speaker_innen sichtbar werden und aus der Masse hervorstechen. Mit den zehn Bausteinen: Marktanalyse, Positionierung, Honorar, Profil, Buch, Performance, WorldWideWeb, Akquise, PR und Kapitalisierung begleitet er die Leser_innen auf dem Weg zum Erfolg.“

Zehn Bausteine. Und als Schlagwort führt die Verlagsseite ausgerechnet: „Gold-Programm“.

Das GOLD-Programm kostet 4.990 € netto und dauert vier Tage. Das Buch kostet 38 €, hat 376 Seiten und deckt dieselben zehn Themen ab.

Was ich damit nicht sage: dass das Buch das Programm ersetzt. Vier Tage im Raum mit anderen, Bühnenzeit, Kamerateam, Feedback und ein Netzwerk stehen in keinem Buch. Das ist real und das kostet Geld.

Was ich sage: Bevor Du 4.990 € ausgibst, kostet es Dich 38 € und ein paar Abende herauszufinden, ob Dir dieser Ansatz überhaupt liegt. Das ist der billigste Test, den es in dieser Branche gibt, und er stammt vom Anbieter selbst.

Kleine Beobachtung am Rande, die mir als Infoprodukt-Verkäufer aufgefallen ist: Von diesem Buch gibt es keine E-Book-Ausgabe. Nicht beim Campus Verlag, nicht bei Amazon, nicht bei Thalia. In einem Werk, das auf Seite 203 ein Kapitel „Zusatzeinkommen mit einem Buch planen“ und auf Seite 228 eines mit dem Titel „Wie kapitalisiere ich ein Buch?“ enthält, finde ich das bemerkenswert.

Die Bewertungen, und was sie messen

Auf ProvenExpert steht Hermann Scherer im Kopf des Profils bei 4,97 von 5 aus 3.487 Bewertungen. Liest man weiter, steht daneben: „davon sind 182 Bewertungen aus 9 anderen Quellen“. Auf ProvenExpert selbst abgegeben wurden 3.305, und die ergeben 4,98. Beides sind beeindruckende Zahlen.

ProvenExpert-Profil von Hermann Scherer mit 4,97 von 5 aus 3.487 Bewertungen und der Sternverteilung von 3.279 Fünf-Sterne-Stimmen bis null Ein-Stern-Stimmen
Das ProvenExpert-Profil nennt links 4,97 von 5 aus 3.487 Bewertungen, davon 182 aus neun anderen Quellen. Rechts die Verteilung der 3.305 Bewertungen, die dort selbst abgegeben wurden: 3.279 mit fünf Sternen, 23 mit vier, zwei mit drei, eine mit zwei — und null mit einem Stern. Abgerufen am 16. September 2026 von Christian Költringer, 365digital.de.

Zwei Dinge dazu.

Erstens, und das ist ein Entlastungsbefund: Ich bin in diese Recherche mit der Erwartung gegangen, gefälschte Bewertungen zu finden. Ich habe alle 20 neuesten ProvenExpert-Bewertungen und alle 36 Trustpilot-Bewertungen im Volltext gelesen und auf wortgleiche Muster geprüft.

Innerhalb der Plattformen: keine. Keine Textbausteine, keine identischen Satzanfänge, kein Copy-Paste. Die Texte variieren in Länge, Satzbau, Tippfehlern und Emoji-Gebrauch so, wie echte Texte das tun. Manche sind drei Wörter lang, andere dreihundert. Der Fälschungsverdacht lässt sich nicht halten, und das gehört genauso in diesen Beitrag wie alles andere.

Eine Einschränkung habe ich beim Gegenlesen doch gefunden, und sie gehört dazu: Eine Bewertung vom 5. Juli 2026 steht Satz für Satz identisch auf beiden Plattformen, von „Das Goldprogramm hat meine Erwartungen weit übertroffen!“ bis zum Schlusssatz. Dieselbe Person taucht also in beiden Zählungen auf. Ein Fälschungsbeleg ist das nicht — wer zufrieden ist, darf zweimal schreiben. Ein sauberer Doppelzählungs-Hinweis ist es schon.

Zweitens die Zahl, die mir wirklich etwas sagt. Vergleich zweier Plattformen:

 ProvenExpertTrustpilot
Bewertungen3.30536
Note4,984,5
Bewertungen mit 1 Stern03 (8 %)
Wie kommen sie zustande?über Umfragelinks, die der Anbieter verteilt„Bewertung ohne vorherige Einladung“

Ein Missverständnis will ich gleich ausräumen, weil ich selbst darauf hereingefallen wäre: Auf ProvenExpert kann grundsätzlich jeder bewerten. Ich habe das Formular vom Profil aus geöffnet, es ist frei erreichbar, ohne Code und ohne Kaufnachweis.

Der Unterschied liegt woanders. ProvenExpert-Bewertungen werden typischerweise über produktbezogene Umfragelinks eingesammelt, die der Anbieter verteilt, meist am Ende einer Veranstaltung, wenn die Stimmung am besten ist. Trustpilot vermerkt auf seinem Profil dagegen ausdrücklich „Keine aktuellen Aufzeichnungen über Bewertungseinladungen“, und alle 36 Bewertungen dort tragen den Hinweis „Bewertung ohne vorherige Einladung“. Die Leute sind also von sich aus gekommen.

Null von 3.305 gegen drei von 36. Hätte ProvenExpert dieselbe Quote wie Trustpilot, stünden dort rund 275 Ein-Stern-Bewertungen.

Das ist kein Vorwurf. Er hat das Siegel nicht manipuliert, und ProvenExpert funktioniert bei allen Anbietern so, meinen eingeschlossen. Es ist ein Hinweis an Dich: Eine Bewertungsnote misst immer auch, wer gefragt wurde und wann.

Noch ein Detail am Rande. Im Beschreibungstext seines ProvenExpert-Profils steht wörtlich:

„Wer nach Gold-Programm Erfahrungen oder Kritik sucht, findet begeisterte Stimmen und nachhaltige Erfolge.“

Das Wort „Kritik“ steht dort, weil danach gesucht wird. Auf der Bewertungsplattform selbst. Handwerklich clever, und es sagt Dir etwas darüber, wie gründlich hier an der Außenwirkung gearbeitet wird.

Was hinter „Sekte“ und „Klage“ steckt

Tippst Du seinen Namen und dann ein „s“, schlägt Google unter anderem „hermann scherer sekte“ vor. Bei einem „k“ erscheint „hermann scherer klage“. Beide stehen auf Platz zehn ihrer Liste, beide sind echte Suchanfragen. Ich bin ihnen nachgegangen, weil ich solche Vorschläge ernst nehme.

Ergebnis: Dahinter steckt nichts.

  • Auf Reddit: null Treffer.
  • Auf gutefrage.net: null Treffer.
  • In Foren, Blogs, Nachrichtenarchiven: kein einziger Sekten-Vorwurf.
  • In den Quellen, die ich prüfen konnte — Verbraucherzentralen, mehrere Gerichtsdatenbanken, Abmahn-Portale — keine Entscheidung, keine Abmahnung, keine Warnung, die ihn oder seine Gesellschaften nennt.

Die Gegenprobe dazu, damit das Nullergebnis etwas wert ist: In genau demselben Quellenmilieu, also auf Kanzlei-Blogs zum Thema Coaching-Verträge, werden andere Anbieter namentlich und gut auffindbar genannt, mitsamt Gerichtsort und Aktenzeichen. Die Blogs nennen also Namen. Seiner steht nicht dabei.

Und der Suchbegriff „Klage“ führt teilweise zu einer juristischen Schrift von 1910, geschrieben von einem Namensvetter.

Übersetzt: Diese Suchbegriffe sind Neugier, keine Berichterstattung. Wer im Netz nach dem großen Skandal sucht, findet ihn nicht, und genau das solltest Du wissen, bevor Du Dir aus zwei Autocomplete-Vorschlägen eine Meinung baust.

Die AGB, gelesen wie ein Vertrag und nicht wie eine Werbeseite

Hier liegt der Punkt, den ich für den praktisch wichtigsten halte. Die AGB stehen öffentlich auf seiner Website, Stand 15.07.2026.

In den AGB kommt das Wort „Widerruf“ kein einziges Mal vor. Es gibt dort keine Widerrufsbelehrung. Und die Unterseite, unter der man eine erwarten würde, liefert eine Fehlerseite: „Seite nicht gefunden – aber spannende Inhalte warten auf Dich“, samt Verweisen auf Podcast und Webinar. Das Wort „Rücktritt“ taucht genau einmal auf, in § 6, und auch dort nur, um ihn auszuschließen: Eine Verlegung des Veranstaltungsortes berechtige „nicht zur Preisminderung oder zum Rücktritt vom Vertrag“.

§ 9, „Nutzungsrechte an Foto-, Video- und Audioaufnahmen“:

„die Einräumung der Nutzungsrechte erfolgt erst mit vollständiger Zahlung sämtlicher fälliger Vergütungsansprüche aus dem jeweiligen Vertragsverhältnis. … Der Kunde ist verpflichtet, die Nutzung unverzüglich einzustellen und etwaige veröffentlichte Inhalte zu entfernen, soweit ihm noch keine wirksamen Nutzungsrechte eingeräumt wurden.“

Lies das noch einmal und halte es neben das Produkt.

Du kaufst Bühnenfotos, Videomaterial und Award-Bilder. Du kaufst sie, um sie zu verwenden. Wenn Du in Raten zahlst, gehören Dir die Nutzungsrechte an genau diesem Material bis zur letzten Rate nicht. Wer dann schon veröffentlicht hat, müsste es auf Verlangen wieder herunternehmen.

§ 5 zur Ratenzahlung:

„Kommt der Kunde mit mehr einer Monatsrate in Verzug wird der gesamte noch nicht bezahlte Rechnungsbetrag insgesamt zur Zahlung fällig.“

§ 7 Abs. 1: „Ansprüche des Kunden auf Schadensersatz sind ausgeschlossen.“ Danach folgen Einschränkungen.

Wichtig, und ich meine es ernst: Ich bin kein Anwalt und bewerte hier nichts rechtlich. Ob solche Klauseln wirksam sind, ob beim Kauf über Digistore24 ohnehin deren Widerrufsrecht greift, und ob das Fernunterrichtsschutzgesetz auf ein Präsenzseminar überhaupt anwendbar ist, sind Rechtsfragen, die ich nicht beantworte und die ohne Gericht auch niemand beantworten kann.

Ich sage Dir nur, was im Vertrag steht. Und rate Dir, ihn vor einer fünfstelligen Unterschrift von jemandem lesen zu lassen, der es beurteilen darf.

Ein entlastender Punkt gehört hierher: Ich habe auf den öffentlichen Seiten keine beworbene Geld-zurück-Garantie gefunden. Der typische Widerspruch „Verkaufsseite verspricht Rückgabe, AGB schließen sie aus“ lässt sich hier also nicht belegen.

Mit einem Vorbehalt: Eine Bewerterin schreibt, es sei „von einem hundert Prozent Rücktritt bei nicht Zufriedenheit … gesprochen“ worden, was nicht eingehalten worden sei. Was im Verkaufsgespräch mündlich zugesagt wird, kann ich von außen nicht prüfen. Lass Dir Zusagen deshalb schriftlich geben, bevor Du unterschreibst.

Nebenbefund zum ZFU-Register: Weder Hermann Scherer noch seine Gesellschaften sind als Fernlehrgangs-Anbieter zugelassen. Gegenprobe: Ich habe die Anbieterliste an diesem Tag über alle 17 Seiten ausgezählt und komme auf 808 Institute, darunter elf, die „Coach“ im Namen tragen. Einen Treffer „Scherer“ gibt es — er gehört zu einer Katrin Scherer, also einer Namensvetterin. Das Nullergebnis ist damit echt und kein Suchfehler. Was es bedeutet, ist die oben genannte offene Rechtsfrage.

Was ich Hermann Scherer zugutehalte

Ich will fair sein, und es gibt einiges, das mich positiv überrascht hat.

Der Countdown ist echt. Ich habe erwartet, einen Evergreen-Timer zu finden, der bei jedem Seitenaufruf neu startet. Diesen Trick sehe ich in meiner Branche ständig. Ich habe den Timer sechsmal über dreieinhalb Minuten gemessen, hart neu geladen, in einem neuen Tab geöffnet. Er lief sekundengenau weiter. Im Quelltext steht ein festes Enddatum, kein rollierender Mechanismus. Mein Verdacht war falsch, und das schreibe ich genauso hin.

Kein Order-Bump ist vorangehakt. Zusatzangebote gibt es, aber in sieben geprüften Bestellformularen war keines davon vorausgewählt, und ich habe in den letzten Monaten genug Kassen gesehen, in denen das anders läuft.

Ausgebuchte Termine werden als ausgebucht markiert, statt weiterverkauft zu werden.

Die Ratenzahlung beim GOLD-Programm ist praktisch aufschlagsfrei. Höchstens 30,94 € auf 5.938,10 €, also ein halbes Prozent. Bei anderen Anbietern zahlst Du dafür zehn.

Die Webinarseite arbeitet ohne Platzverknappung. Kein „nur noch 7 Plätze“, keine Teilnehmerzahl, die hochzählt.

Ich habe keine Gerichtsentscheidung und keine Behördenwarnung gefunden, und auch keine Abmahnung. Mehrere Bewerter berichten allerdings von Inkasso und eingeschalteten Anwälten. Von außen lässt sich das nicht überprüfen, und ich führe es deshalb nicht als Fund, sondern nur als offenen Punkt.

Die Bewertungen sind echt geschrieben.

Und er liefert offenbar handwerklich gut ab. Ausgerechnet in einer der drei Ein-Stern-Bewertungen, also bei jemandem, der mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden war, steht mitten im Text als eigene Zeile: „Das Team ist brillant“.

Ein Teil der kritischen Stimmen bemängelt Gruppengröße und fehlende Individualität. Eine ProvenExpert-Bewertung zur New-York-Masterclass beginnt mit: „Es waren zu viele Teilnehmer. Zu große Workshops.“ Ein anderer Teil zielt aber sehr wohl auf die Qualität. Die kritischste Bewertung auf ProvenExpert überhaupt, 2,40 von 5 zum Platin-Programm, nennt es „eine Verkaufs-Show auf hohem Niveau“, den Nutzen „fragwürdig“ und das Bildmaterial „enttäuschend“. Wer sich auf meinen Satz von der handwerklichen Qualität verlässt, soll auch diese Stimme kennen.

Das klingt nach einer gut gemachten Veranstaltung, die nicht für jeden das Richtige ist. Nicht nach Abzocke.

Meine Kritikpunkte

Genauso ehrlich die andere Seite. Vier Punkte, jeder mit Beleg.

1. Der durchgestrichene Preis ist kein Preis. Bei GOLD Online stehen 9.990 € über 999 €, beim GOLD-Programm 9.990 € über 4.990 €. In beiden Fällen steckt der Gutschein im Kauf-Button, jeder Besucher bekommt ihn automatisch. Rechne mit dem Betrag, den Du überweist, und lass den Wert daneben weg.

2. Die eigenen Zahlen sind nicht belastbar. Eine Million oder zwei Millionen Zuhörer, 50 oder 60 oder 70 Bücher, 50 oder 100 Millionen Umsatz. Wer Autorität über Zahlen aufbaut, muss sich an ihnen messen lassen.

3. In mindestens sechs Verkaufsseiten steckt fremder Demotext. Auf sechs Seiten der Subdomain go.hermannscherer.com liegt im Quelltext englischer Vorlagen-Text eines völlig anderen Produkts: „[FLASH SALE] Get 65% off Facebook Ad IQ Academy“, dazu die Ankündigung „THE PRICE WILL BE INCREASING TO $1,497 NEXT MONDAY!“, ein Countdown mit dem Zieldatum 17. Oktober 2017 und ein Button, der auf den Warenkorb eines fremden US-Anbieters zeigt. Die neuere Subdomain click.hermannscherer.com ist davon frei.

Fairerweise: Sichtbar ist das nicht. Der Block steckt in einem Container mit display: none. Wer den Quelltext nicht öffnet, merkt nichts davon.

Dasselbe Muster findet sich an zweiter Stelle. Der Menüpunkt „Bücher“ auf seiner Website führt nicht zu seinen Büchern, sondern auf den GOLD Verlag, wo man sein eigenes Buch veröffentlichen lassen kann. Dort liegen im Quelltext unersetzte Platzhalter: eine Buchkachel mit der Aufschrift „Buchtitel“ und „Name des Autors“, dazu vier Blöcke „Erfolgsgeschichte 1“ bis „Erfolgsgeschichte 4“, die alle dieselbe Platzhalterdatei laden. Auch diese Blöcke sind ausgeblendet; sichtbar ist stattdessen eine Galerie mit acht echten Titeln und Autorennamen.

Schlamperei also, kein Betrug. Aber bei einem Anbieter, dessen Produkt „professionelle Außenwirkung“ heißt, ist Schlamperei an der Außenwirkung eine besondere Pointe.

4. Der Preis ist für das, was Du sicher bekommst, hoch. Und das ist der Punkt, an dem ich Dich bitte, ehrlich mit Dir zu sein.

Für 4.990 € netto bekommst Du vier Tage Training, Bühnenerfahrung, professionelles Bildmaterial und ein Netzwerk. Alles davon ist real und hat einen Wert.

Was Du nicht bekommst, ist Nachfrage. Sichtbarkeit ist kein Geschäftsmodell. Ein Bühnenfoto verkauft nichts. Ein Award verkauft nichts. Eine Pressemitteilung, die Du selbst geschrieben hast, verkauft auch nichts.

Es verkauft immer noch nur eines: ein Angebot, das ein Problem löst, das jemand hat, vor Leuten, die Dir zuhören.

Eine zweite Bewerterin, die das Programm mitgemacht hat, formuliert genau das:

„Sichtbarkeit, und das ist die Illusion, bedeutet nicht automatisch, erfolgreich zu sein oder Einkommen zu erzielen.“
(Trustpilot, 1 Stern, 05.03.2026)

Wenn Du noch kein funktionierendes Angebot hast, ist das Fundament der nächste Schritt, nicht das Dach.

Übrigens… genau dafür habe ich mein A-Z Infoprodukt-System gebaut. Es macht Dich nicht sichtbar. Es sorgt dafür, dass es etwas zu sehen gibt, wenn jemand hinschaut. Mein gesamtes Sortiment kostet zusammen weniger als ein Drittel des GOLD-Programms, was mein Steuerberater vermutlich gerade wieder mit hochgezogener Augenbraue liest. 🙂

Für wen Hermann Scherer passt und für wen nicht

Hermann Scherer könnte zu Dir passen, wenn…

  • Du bereits ein Angebot hast, das verkauft wird, und jetzt Reichweite brauchst.
  • Du beruflich auf Bühnen willst und professionelles Bildmaterial dafür brauchst.
  • Du die 4.990 € netto aus laufendem Geschäft bezahlen kannst, ohne dass es wehtut.
  • Du weißt, dass Du ein PR-Paket kaufst, und genau das haben willst.
  • Du in einem Netzwerk von Selbstständigen und Unternehmern gut aufgehoben bist.

Hermann Scherer passt NICHT zu Dir, wenn…

  • Du noch kein fertiges, verkäufliches Angebot hast. Dann fehlt Dir nicht die Bühne, sondern das Produkt.
  • Du den Betrag nur über 24 Raten stemmen kannst. Die AGB sind an dieser Stelle unangenehm.
  • Du erwartest, dass Sichtbarkeit automatisch Umsatz bringt.
  • Du eine Auszeichnung willst, die eine Jury vergeben hat.
  • Du ein Widerrufsrecht oder eine Geld-zurück-Garantie brauchst, um Dich sicher zu fühlen.
  • Du strukturiertes Einzelfeedback erwartest. Mehrere Stimmen nennen genau das als Schwäche.

Der erste Punkt dieser Liste ist der häufigste, und die wenigsten merken es rechtzeitig.

Du hast kein Sichtbarkeitsproblem, wenn Dir das Angebot fehlt. Du hast ein Angebotsproblem. Und das löst keine Bühne der Welt.

Genau dort setzt meine kostenlose E-Mail-Serie an: ein erprobter Ablaufplan, wie Du aus dem, was Du ohnehin kannst, einen Online-Kurs machst. Danach ist die Bühne der logische nächste Schritt statt der teure erste.

Fazit: Meine Erfahrung mit Hermann Scherer

Ich habe diesen Erfahrungsbericht nicht geschrieben, um Hermann Scherer schlechtzureden.

Der Mann hat über dreißig Jahre etwas aufgebaut, er schreibt bei echten Verlagen, er füllt Säle, und nach allem, was ich prüfen konnte, liefert er auf seinen Veranstaltungen handwerklich gut ab. Es gibt kein Verfahren, keine Warnung, keine gefälschten Bewertungen. Das habe ich gesucht und nicht gefunden, und das schreibe ich genauso hin wie den Rest.

Was ich gefunden habe, ist etwas anderes, und es ist subtiler.

Hermann Scherer verkauft Dir nicht Erfolg. Er verkauft Dir die Zeichen von Erfolg. Den Pokal, das Bühnenfoto, die Pressemitteilung, die Vita mit den großen Zahlen. Das ist ein echtes Produkt, es ist handwerklich gut gemacht, und er sagt auf seiner eigenen Seite ziemlich offen, dass es genau das ist.

Ob diese Zeichen bei Dir zu Aufträgen führen, hängt an etwas, das im Preis nicht enthalten ist: ob Du etwas hast, das man kaufen kann.

Und genau deshalb solltest Du vor der Buchung nur eine einzige Frage beantworten:

Fehlt mir wirklich die Bühne? Oder fehlt mir das, was ich darauf sagen würde?

Kein Pokal beantwortet Dir das.
Kein Bühnenfoto beantwortet Dir das.
Kein Seminar beantwortet Dir das.
Du beantwortest das. Nur Du.

Diesen Satz solltest Du im Kopf haben, bevor Du das Formular ausfüllst.

Hast Du selbst Erfahrungen mit Hermann Scherer, dem GOLD-Programm oder dem Speaker Slam gemacht? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar. 🙂

Häufige Fragen zu Hermann Scherer

Ist Hermann Scherer seriös oder Abzocke?

Nach allem, was ich prüfen konnte: seriös, aber teuer und stark inszeniert. Es gibt keine Gerichtsentscheidung gegen ihn, keine Warnung einer Verbraucherzentrale, keine Abmahnung und keine gefälschten Bewertungen. Er veröffentlicht bei etablierten Verlagen und liefert laut übereinstimmenden Stimmen handwerklich gut ab.

Was Du wissen solltest, bevor Du buchst: Du kaufst ein PR-Paket, keine Auszeichnung. Und die AGB enthalten kein Widerrufsrecht.

Was kostet das Gold-Programm von Hermann Scherer?

4.990 € netto im Aktionspreis, regulär 9.990 € netto. Brutto sind das 5.938,10 € beziehungsweise 11.888,10 € bei 19 % Umsatzsteuer. Die Tagungspauschale ist enthalten. Geprüft am 16.09.2026 direkt im Bestellformular.

Auf der Website selbst steht kein Preis, dort wird nur ein Erstgespräch angeboten. Das öffentliche Bestellformular läuft über Digistore24.

Was kostet das Platin-Programm?

Es gibt keinen öffentlichen Preis, und es gibt auch keine Verkaufsseite mehr. Die dafür hinterlegten Adressen leiten heute auf die Webinarseite oder auf den Kalender um. Das Bestellformular meldet „Das Seminar ist ausgebucht. Keine weiteren Tickets verfügbar.“ Im offiziellen Veranstaltungskalender, zuletzt am 2. September 2026 geändert, taucht Platin überhaupt nicht mehr auf.

Aus der Affiliate-Provision von 2.368,78 € ließe sich auf rund 10.000 € netto hochrechnen, also etwa das Doppelte des Gold-Aktionspreises. Nimm das als grobe Hausnummer, nicht als Preis: Dieselben Provisionsbeträge ergeben bei anderen Produkten, deren Nettopreis ich kenne, Sätze zwischen rund 23 und rund 39 %. Ein einheitlicher Satz existiert nicht.

Belegt sind Dauer und Umfang über die Teilnehmerseite, die noch online ist: fünf Tage in den Scherer-Studios, dazu ein Strategiecall, eine Skool-Community, New York, ein Ticket für den Founder Summit 2026, ein Auftritt im Expertenportal und „Germany’s Speaker Stars“. Und dieser Satz von derselben Seite: „Die Teilnahme an diesem Event ist nicht stornierbar. DRINGEND raten wir Ihnen den Abschluss einer Rücktrittsversicherung.“

Gibt es negative Erfahrungen mit Hermann Scherer?

Ja, aber wenige, und sie verteilen sich sehr ungleich. Auf ProvenExpert liegen bei 3.305 Bewertungen drei unter vier Sternen, das sind 0,09 %. Auf Trustpilot sind es bei 36 Bewertungen drei mit einem Stern, also 8 %.

Die Kritikpunkte, die dort genannt werden: zu große Gruppen und zu wenig Raum für individuelle Fragen, Ratenzahlungen, die nach einer Absage weiterliefen, und der Eindruck, dass Sichtbarkeit inszeniert statt erarbeitet wird. Eine Bewerterin schreibt, ihr sei ein hundertprozentiges Rücktrittsrecht zugesagt und dann nicht eingehalten worden. Das kann ich von außen nicht prüfen.

Was ich nicht gefunden habe: keine Gerichtsentscheidung, keine Warnung einer Verbraucherzentrale, keine Abmahnung, keinen Beitrag auf Reddit oder gutefrage.net, keinen Bericht in der überregionalen Presse. Auch keine gefälschten Bewertungen.

Tritt Hermann Scherer in Wien oder Österreich auf?

Aktuell nicht. „Hermann Scherer Live 2024“ machte am 22. Oktober 2024 Station in Wien, Ticketpreis 38 €. Diese Roadshow führte außerdem nach Frankfurt, Hamburg, Dresden, Luxemburg, Köln und München.

Für 2026 und 2027 steht im offiziellen Kalender kein einziger Termin in Österreich. Angesetzt sind die Frankfurter Buchmesse, zwei GOLD-Programme in den Scherer-Studios in Mastershausen im Hunsrück, eine Masterclass in Dubai und eine in New York.

Wenn Du aus Österreich oder der Schweiz kommst, rechne also mit Anreise nach Mastershausen. Der Ort liegt zwischen Koblenz und Trier, die nächste größere Stadt ist eine gute Autostunde entfernt.

Gibt es Bücher von Hermann Scherer als PDF?

Nicht so, wie die meisten es suchen. Seine Gratis-Buch-Aktionen liefern gedruckte Bücher per Post, nicht als Datei. Die Seite zu „Glückskinder“ meldet „AUSVERKAUFT“, die zu „Fokus!“ gibt es nicht mehr, sie leitet weiter. Aktiv ist nur noch „Sichtbar“ gegen Porto.

Ein E-Book zu „Mach deine Marke zu Gold“ existiert gar nicht.

Was es tatsächlich gratis als PDF gibt: mehrere Arbeitsblätter und einen Marketingplan, jeweils gegen die E-Mail-Adresse. Und ohne jede Eintragung sein 234-seitiges Profil-PDF, das ab Seite 124 Leseproben aus sechs seiner Bücher enthält. Dazu kommen zwei Verlags-Leseproben zu „Fokus!“ mit 33 beziehungsweise 30 Seiten.

Was ist der Hermann Scherer Excellence Award?

Ein 30 Zentimeter hoher Acrylglas-Pokal, der Bestandteil des „Speaker Slam Medien-Pakets“ für 699 € netto ist. Das Paket ist öffentlich buchbar, das Mengenfeld reicht von eins bis zehn und bietet darüber hinaus einen Eintrag „10+“. Laut Bestellformular „kann er für PR-Zwecke genutzt werden“.

Er wird laut einem Lokalbericht an die Absolventen des vorangegangenen Medientrainings überreicht, nicht an Wettbewerbsgewinner. Viele der Pressemitteilungen über die Preisträger sind von den Preisträgern selbst auf kostenlosen PR-Portalen veröffentlicht worden.

Gibt es beim Gold-Programm eine Geld-zurück-Garantie?

Auf den öffentlichen Seiten habe ich keine gefunden, und die AGB enthalten weder ein Widerrufsrecht noch ein Rücktrittsrecht des Kunden. Beim Kauf über Digistore24 ist Digistore24 Vertragspartner, deren Bedingungen gelten ergänzend.

Wenn Dir das wichtig ist, lass es Dir vor dem Kauf schriftlich bestätigen.

Hat Hermann Scherer eine ZFU-Zulassung?

Nein. Weder er noch die Scherer GmbH & Co. KG stehen im Verzeichnis der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Ich habe die Anbieterliste ausgezählt, sie umfasst 808 Institute, und keines davon führt auf ihn.

Das ist bei deutschen Seminaranbietern die Regel und kein Vorwurf. Ob eine Zulassung im Einzelfall nötig wäre, ist eine Rechtsfrage, die ich nicht beantworte.

Gibt es einen Wikipedia-Eintrag zu Hermann Scherer?

Ja, unter „Hermann Scherer (Autor)“. „Hermann Scherer“ ohne Klammerzusatz führt auf eine Begriffsklärungsseite, und der zweite bekannte Träger des Namens ist der Bildhauer und Maler Hermann Scherer, 1893 bis 1927, geboren in Rümmingen in Baden. Wenn Du bei Kunstausstellungen landest, hast Du den falschen erwischt.

Welche Bücher hat Hermann Scherer geschrieben?

Die bekanntesten sind „Glückskinder“, „Fokus!“, „Jenseits vom Mittelmaß“ und „Schatzfinder“. „Fokus!“ war Spiegel-Bestseller. Die Angaben zur Gesamtzahl schwanken je nach Quelle zwischen 50 und über 70 Büchern, alle Angaben stammen von ihm selbst.

Sein Buch „Sichtbar“ gibt es über eine eigene Seite kostenlos gegen Porto. Für Deutschland werden dort 4,95 € berechnet, für Österreich 8,95 € und für die Schweiz 12,95 €. Die Werbung nennt „nur 5 €“, das gilt nur für Deutschland.

Lohnt sich das Gold-Programm?

Das hängt an einer einzigen Frage: Hast Du bereits ein Angebot, das verkauft wird?

Wenn ja, kann das Programm Dir Reichweite und Material verschaffen, an das Du sonst schwer kommst. Wenn nein, kaufst Du ein Schaufenster für einen Laden ohne Ware.

Was kostet das Buch „Mach deine Marke zu Gold“?

38,00 € direkt beim Campus Verlag, versandkostenfrei nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und die Benelux-Länder. Hardcover, 376 Seiten, ISBN 978-3-593-51546-5, erschienen am 18. Mai 2022. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung, der Preis ist also überall derselbe. Für Österreich hat der Verlag 39,10 € festgesetzt — diese Zahl siehst Du bei Amazon, wenn Deine Lieferadresse in Österreich liegt.

Achte auf die richtige Ausgabe: Bei GABAL gibt es zwei Titel, die fast genauso heißen. „Mach’ deine Marke zu GOLD — Kommunikationsvorlagen“ hat 112 Seiten und kostet 290 €, „Mach’ deine Marke zu GOLD — Marketingplan“ ist gar kein Buch, sondern ein Non-Book für 29,90 €. Das inhaltliche Hauptwerk ist die Campus-Ausgabe für 38 €.

Ein E-Book gibt es nicht. Das Hörbuch bei Audible läuft 8 Stunden 17 Minuten und wird von Armin Hauser gelesen.

Gibt es seriöse Alternativen zu Hermann Scherer?

Ja, und eine davon ist deutlich günstiger und hat weniger Bühnenerfahrung, dafür aber alle Rechnungen offengelegt. 🙂

Im Ernst: Es kommt darauf an, was Dir fehlt. Fehlt Dir Bühnenpräsenz, dann sind Rednerausbildungen der richtige Weg, auch solche mit ZFU-Zulassung. Fehlt Dir Presse, gibt es PR-Agenturen, die für einen Bruchteil arbeiten. Fehlt Dir ein Produkt, das man kaufen kann, dann brauchst Du keine Bühne, sondern eine Struktur.

Entscheidend ist nicht, wer lehrt, sondern ob der Lehrer zu Deiner aktuellen Situation passt.

Falls Du beim letzten Absatz genickt hast.

Wenn Dir ein Produkt fehlt, das man kaufen kann, dann fang dort an. Meine kostenlose E-Mail-Serie führt Dich durch genau diesen Weg: vom vorhandenen Wissen zum fertigen Online-Kurs, der auch dann verkauft, wenn Du gerade auf keiner Bühne stehst.

Kostenlos, und abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.

Transparenz. Ich erstelle und verkaufe selbst digitale Infoprodukte und bin damit Mitbewerber von Hermann Scherer. An einer Empfehlung für seine Produkte verdiene ich keinen Cent, und ich nehme an keinem seiner Partnerprogramme teil. Alle Preise habe ich am 16.09.2026 selbst bis ins Bestellformular durchgeklickt und dort abgelesen; wo ich einschätze statt belege, steht das ausdrücklich dabei. Belegte Fehler korrigiere ich zeitnah, auch auf Hinweis des Anbieters. Wie ich teste und welche Werkzeuge ich dabei einsetze →

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

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