Wer soll Dich für Deine Business-Idee schon bezahlen? Die Auflösung...

Wer soll Dich für Deine Business-Idee schon bezahlen, wenn es ohnehin schon alles kostenlos im Internet gibt?

Wer bezahlt Dich für Deine Business-Idee?

Letztens ist mir in meiner Facebook-Gruppe folgender Beitrag von Jochen, einem angehenden Infopreneur, aufgefallen.

Er möchte ein klassisches Infoprodukt, ein E-Book zum Thema "Pflege von Angehörigen", erstellen und stellt sich nun die Frage, ob das überhaupt jemals irgendwer kaufen wird, wo es doch ohnehin schon "alle" Informationen dazu frei zugänglich im Internet gibt.

Ich denke vielen geht es so, die zwar ein Online-Business starten wollen, dann aber zweifeln, ob die eigene Idee gut genug ist oder sie jemals wer dafür bezahlen wird (auch Dir?).

In diesem Beitrag möchte ich Dir anhand von 3 realen Online-Geschäften zeigen, dass die Summe frei zugänglicher Infos im Internet nichts mit dem Erfolg Deines (zukünftigen) Online-Business zu tun hat und Deine Business-Idee solange gut ist, bis eine kurze Recherche das Gegenteil beweist.

1. Tischtennis spielen

Angenommen Du bist ein begnadeter Tischtennisspieler, so wie ich früher in der Schule.

Und jetzt möchtest Du Deine Leidenschaft zu einem Business machen und einen Videokurs erstellen, in dem Du die perfekte Technik, aber auch echte Tricks und Kniffe der Profis zeigst.

Aber Du zweifelst und fragst Dich, wer Dich später ONLINE schon dafür bezahlen soll, wenn es sich doch um einen klassischen Offline-Sport handelt, der vermutlich ein Live Training erfordert.

Gute Frage!

Schauen wir mal nach, was es online dazu schon alles gibt.

Ich gehe also auf Google und gib mal den Begriff "tischtennis spielen" ein. Google zeigt mir ungefähr 9.830.000 Ergebnisse an. Alles Webseiten, die Informationen und vermutlich auch viele Tipps & Tricks zu diesem Thema bereitstellen.

Google Ergebnisse Tischtennis spielen

Davon sogar 61.400 Videos mit Übungen, Regeln und Kniffen.

Anzahl Videos Tischtennis spielen

Eine Menge frei zugängliches und somit kostenloses Material, was?

Wenn sich also jemand fürs Tischtennis spielen interessiert und sein Spiel verbessern will, dann wird er im Internet auf jeden Fall fündig.

Wieso sollte also jetzt jemand auf die irrsinnige Idee kommen und Deinen Videokurs kaufen?

Darum: tt-helden.de

Auf dieser Webseite verkauft der Betreiber und Tischtennisspieler Jannick drei verschiedene Videokurse zum Thema "Wie Du Dein Tischtennisspiel verbessern kannst".

Und ein Blick unter die Motorhaube zeigt sehr schön, dass Jannick damit auch erfolgreich ist.

Auf dem Marktplatz von Digistore24*, dem Zahlungsanbieter den Jannick nutzt, sieht man, dass sich seine Videokurse verkaufen. Unter Popularität zeigt eine Sternebewertung unter anderem an, wie erfolgreich dieses digitale Infoprodukt im Vergleich zu allen anderen ist.

Tischtennis Videokurs auf Digitstore24

Mit 3,5 Sternen hat das Produkt laut Digistore24 eine sehr gute Popularität!

Auch hat sich Jannick bereits eine große Community und Reichweite aufgebaut. So hat er zum Beispiel auf Facebook über 18.000 Follower...

Tischtennis Helden Facebook-Seite

...und auf YouTube derzeit 21.800 Abonnenten.

Tischtennis Helden YouTube-Kanal

Und seine mittlerweile über 600 Videos werden von sehr vielen Menschen gesehen.

Tischtennis Helden YouTube-Video

Ohne genaue Zahlen zu kennen (was auch nicht wichtig ist), können wir davon ausgehen, dass Jannick damit ein erfolgreiches Online-Business betreibt. Menschen kaufen seine Kurse!

Aber warum, wo es doch auch alles kostenlos gibt?

Hier die Gründe, die auf meiner Online-Erfahrung seit 2008 basieren:

  • Bequemlichkeit: Wir Menschen wollen eine Lösung, sauber strukturiert und verständlich aufbereitet an EINEM Ort. Wir haben nicht die Zeit und häufig auch nicht die Muse, sich selbst alles mühsam zusammenzusuchen und dann die guten von den schlechten Informationen zu trennen.
  • Persönlichkeit: Die Menschen kaufen mit Jannicks Videokursen ein Stückchen weit auch ihn selbst und seine Erfahrung. Wir interessieren uns für den Menschen dahinter, der das selbe Problem (schlechtes Tischtennisspiel) hatte, wie wir selbst und eine Möglichkeit gefunden hat, es zu lösen (gutes Tischtennisspiel durch jahrelanges Training).
  • Support: Wohin gehen wir, wenn wir Fragen haben? Wir Menschen wollen einen Ansprechpartner, wenn wir alleine nicht mehr weiterkommen und "kaufen" uns mit einem Online-Kurs gewissermaßen auch einen virtuellen "Sparringspartner".
  • Unbekanntes: Wir sind neugierig auf Dinge, die wir (noch) nicht kennen oder die wir bislang überhaupt nicht auf dem Radar hatten. Welche Tricks und Kniffe gibt es im Tischtennis, die man an keiner Stelle nachlesen kann und die nur "Profis" kennen?
  • Erfahrung: Durch den Content, den Jannick online verbreitet und hier vor allem durch seine YouTube-Videos, zeigt er, dass er vom Tischtennis wirklich Ahnung hat. Das schafft Vertrauen und positioniert ihn als "Experten" in seinem Bereich. Und wir Menschen kaufen gerne von Experten.

2. Online Pornos

Du hast richtig gelesen.

Online Pornos haben zwar nichts mit einem digitalen Infoprodukt-Business zu tun, sie sind aber ein Paradebeispiel für den Spagat zwischen kostenlos und kostenpflichtig.

Wenn Du Dir heute im Internet einen Porno ansehen möchtest, dann gibst Du einfach Deine Vorlieben in Google ein und schon bekommst Du zig Portale mit Tausenden Videos vorgeschlagen, die Du Dir reinziehen kannst (das hat mir zumindest ein Freund erzählt ;-)).

Alles völlig kostenlos.

Wohl niemand würde heutzutage noch für einen Porno oder erotische Fotos bezahlen, oder?

Weit gefehlt.

Wenn das so wäre, dann würde es keine Portale wie hegre.com geben.

2002 als Webseite für Akt-Fotografie gestartet, ist Hegre laut eigener Aussage heute die #1 Erotikseite im Netz. Die komplette Story kannst Du bei Interesse hier nachlesen.

Auf Hegre bekommst Du nichts kostenlos, maximal eine Vorschau. Deren Geschäftsmodell ist eine bezahlte Mitgliedschaft, für die Du vollen Zugang zu deren aktuellem und zukünftigem "Material" bekommst.

Und dennoch wird die Seite monatlich von über 225.000 Menschen gestürmt, wie mir das professionelle Keyword-Tool ahrefs verrät.

Organischer Traffic hegre.com

Viele davon werden jeden Monat eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abschließen. Deren Geschäftsmodell funktioniert, ansonsten würde es das Business nicht seit 2002 geben.

Doch warum funktioniert es? Warum bezahlen Menschen für Dinge (und Befriedigungen), die sie an anderer Stelle auch kostenlos bekommen könnten?

Im Vergleich zum Tischtennis-Business sind es hier andere Gründe.

  • Qualität: Laut eigener Aussage ist Hegre.com die einzige Seite, die Fotos mit 151 Megapixeln anbietet. Hier sieht man also wirklich jedes Detail. Und die Videos werden mit großformatigen Kameras aufgenommen. Hier bekommt man also ein echtes Kinoerlebnis in höchstmöglicher Qualität.
  • Klientel: Die Seite spricht explizit nicht die Kundschaft der einschlägigen Seiten wie YouPorn & Co an. Sondern Leute, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Nach qualitativ hochwertiger Erotik und keinem Schmuddelporno.
  • Darsteller: Wenn Du Dich kurz durch die Seite klickst, dann weißt Du, was ich hiermit meine! 😉

Was kannst Du davon für Dein Online-Business ableiten?

Es gibt die einen und die anderen.

Egal, welche Business-Idee Du verfolgst, auch in Deinem Bereich wird es Leute geben, die alles kostenlos wollen und nie auch nur einen Cent für eine Lösung ausgeben wollen.

Aber es wird auch die anderen geben.

Leute, die Dich liebend gerne für Deine hochwertigen Informationen, Dein Wissen und Deine Erfahrungen bezahlen. Sie wollen Qualität, eine Abkürzung, einen Sparringspartner, einen Mentor, ein Erlebnis.

Sie sorgen dafür, dass Du aus einer simplen Idee ein lukratives Business machen kannst (sofern Du sichergestellt hast, dass Du Dich in einem attraktiven Online-Markt befindest).

3. Online-Abnehm-Programm

Im dritten Beispiel geht es um einen Mega-Markt im Internet, nämlich ums Abnehmen. Es wird Dich vermutlich wenig überraschen, dass in diesem Markt offensichtlich Geld liegt?

Aber ich habe dieses Thema dennoch aus gutem Grund gewählt, dazu komme ich aber noch.

Ich habe kürzlich folgenden Artikel gelesen: https://omr.com/de/intueat-mareike-awe/

Darin wird Mareike Awe und ihr Business vorgestellt. Sie betreibt die Webseite intueat.de und verkauft dort einen 550 Euro teuren!! Online-Kurs, der ihr 7-stellige Jahresumsätze beschert. YES!

Beeindruckend, oder?

Sven Platte, der Gründer des bekannten Zahlungsanbieters Digistore24*, verrät sogar, dass Mareike eine der erfolgreichsten Online-Kurs-Anbieterinnen auf seiner Plattform ist.

Doch was ist ihr Erfolgsrezept in diesem hart umkämpften Markt (den ich übrigens keinem Business-Einsteiger dieser Welt empfehlen würde)?

Oder anders gefragt: Wer zum Henker bezahlt 550 Euronen für einen Abnehm-Kurs, wo man doch alles auch kostenfrei in sämtlichen Videos und Quellen in Erfahrung bringen kann?

Ein Blick hinter die Kulissen verrät es.

Sehen wir uns mal ihre Webseite an.

Webseite von Mareike Awe

Schön, aber bei Weitem nicht perfekt.

Ein durchschnittlicher Webseiten-Bastler hätte die Seite in ein paar Stunden nachgebaut. Das Hintergrundbild mit ihr ist sogar etwas verpixelt. Semi-Professionell.

Ihre Webseite ist also nichts besonderes und somit sicher nicht für den Erfolg verantwortlich.

Übrigens... die Aufmachung der Webseite bzw. die Technik dahinter ist NIE wirklich entscheidend für den Erfolg eines Online-Business (obwohl das viele glauben). Sie muss NICHT perfekt sein, sondern nur gut genug. Und das ist sie hier.

Wir könnten jetzt ihr Business komplett auseinandernehmen (was Stunden dauern würde) oder ich springe direkt zu ihrem Erfolgsgeheimnis.

Ich wähle Option #2. 🙂

Hier die drei Hauptgründe für ihren Erfolg (aus meiner Sicht).

  • Sie war ihre eigene Zielgruppe: Ihre Herangehensweise in ihrem Kurs und ihr komplettes Business basieren auf ihren eigenen Erfahrungen. Sie selbst war übergewichtig, hat eine Diät nach der anderen probiert und dann einen funktionierenden Weg gefunden, den sie jetzt mit der Welt teilt. Wir Menschen kaufen intuitiv von Menschen, die in der gleichen Situation mit den gleichen Problemen waren wie wir selbst und dafür eine funktionierende Lösung gefunden haben!
  • Ihre Marke: Mareike hat sich mit dem Projekt einen Personal Brand aufgebaut. Sie ist das Gesicht Ihres Projektes und ohne sie würde es nicht funktionieren. Die Leute kaufen zum Großteil wegen IHR und IHRER Story und weniger wegen dem eigentlichen Inhalt des Kurses (Info: ihr Ansatz im Kurs ist nichts Neues und das muss es auch nicht! Du musst das Rad nicht neu erfinden, um Erfolg zu haben!) Sie hat sich mit ihrem Gesicht und ihrer Story eine große Reichweite auf verschiedenen Plattformen aufgebaut. Und diese Community und Leserschaft sorgt für großes Vertrauen. Wir Menschen tun das, was viele andere vor uns auch getan haben und worüber oft gesprochen wird (z.B. über ihren Online-Kurs)! Wir folgen dem Rudel! 🙂
  • "Unfairer" Vorteil: Ja, sie hat einen kleinen Vorteil gegenüber dem "Durchschnitt", der sich ein Online-Business aufbauen möchte. Sie ist nämlich offenbar eine Ärztin, das untermauert noch einmal ihre Expertise und schafft zusätzliches Vertrauen. Das alleine macht aber definitiv nicht ihren Erfolg aus. Es ist die Kombination aus allen drei Punkten. Ansonsten würden ja nur Leute mit Titeln erfolgreiche Geschäfte betreiben können und das trifft nicht zu. (Übrigens... ich habe vor Jahren in München Online-Marketing studiert, trage seitdem den Titel "Online-Marketing Fachwirt" und nehme weiterhin gerne Gratulationen an. ;-))

Welche Learnings kannst Du davon also für Dein eigenes Business ableiten?

Immer vorausgesetzt, dass Du Dich mit Deinem Thema in einem attraktiven Online-Markt befindest (so kannst Du das sicherstellen)...

  • Erzähle Deine eigene Story, wie Du von einem Problem zur Lösung gekommen bist und andere Menschen werden Dich dafür bezahlen.
  • Sei offen, ehrlich, authentisch, präsent und nahbar und die Menschen werden Dir vertrauen, Deinen Empfehlungen folgen und mehr als glücklich sein, Dich für Deine Leistungen und Produkte zu bezahlen.

Fazit

Vielleicht hast Du bereits eine konkrete Business-Idee oder Du bist noch mitten in der Ideen-Findung.

Stell Dir nicht die Frage, ob Deine Idee gut genug ist oder Dich später überhaupt jemand dafür bezahlen wird, sondern finde es einfach VORAB heraus.

Es gibt die irrsinnigsten Ideen, aus denen erfolgreiche Geschäfte gemacht wurden (oder hättest Du jemals gedacht, das Menschen für Stallduft aus der Dose Geld bezahlen würden? Tun sie, siehe hier. :-)).

Mach Dir eine Liste an Ideen, die Dich interessieren, validiere dann jede Einzelne und "Go for it!"

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