Wer soll Dich für Dein Wissen schon bezahlen, wenn es ohnehin schon alles kostenlos im Internet gibt?

Du hast ein Thema, von dem Du wirklich etwas verstehst. Und dann kommt der Gedanke, der alles ausbremst: Das gibt es doch alles schon kostenlos im Internet.

Wenn Du an dieser Stelle stehst, bist Du hier richtig.

Genau das fragte mich ein Leser namens Jochen. Er möchte ein E-Book zum Thema „Pflege von Angehörigen“ schreiben und verkaufen, und stellt sich nun die Frage, ob das überhaupt jemals irgendwer kaufen wird, wo es doch ohnehin schon alle Informationen dazu frei zugänglich im Internet gibt.

Ich denke, vielen geht es so, die zwar ein Online-Business aufbauen wollen, dann aber zweifeln, ob die eigene Idee gut genug ist oder sie jemals wer dafür bezahlen wird. Auch Dir?

Ich habe für diesen Beitrag nachgesehen, wie es Leuten geht, die genau das trotzdem gemacht haben. Darunter eine Hebamme, die seit 2012 kostenlos bloggt und daneben einen Kurs für 149 Euro verkauft, und eine Physiotherapeutin, deren Übungen es tausendfach gratis auf YouTube gibt.

Beides stimmt gleichzeitig: Das Gratis-Angebot ist riesig, und es wird trotzdem gekauft. Warum das kein Widerspruch ist, steht hier.

Christian Költringer in seinem Büro in Lamprechtshausen bei Salzburg

Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Business und seit 2016 hauptberuflich. Ich erstelle und verkaufe digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften.

Auf diesem Blog steht seit Jahren fast alles, was ich weiß, kostenlos. Trotzdem kaufen Leute meine Kurse. Dieser scheinbare Widerspruch ist der Grund, warum ich diesen Beitrag geschrieben habe.

Werbelinks gibt es hier keine. Ich verdiene nichts daran, wenn Du eine der genannten Seiten besuchst.

Stand: Oktober 2026. Alle genannten Preise und Angebote habe ich am 9. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieterinnen nachgesehen. Google-Trefferzahlen schwanken täglich und sind als Größenordnung zu lesen, nicht als exakte Zahl.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Die Menge an Gratis-Material sagt nichts darüber aus, ob sich Dein Wissen verkauft. Sie sagt nur, dass das Thema gefragt ist.
  • Bezahlt wird nicht für Information. Bezahlt wird für Reihenfolge, für einen Ansprechpartner und dafür, einen teuren Fehler nicht zu machen.
  • Der stärkste Grund wird fast nie genannt: Was kostet es, wenn es schiefgeht? Je teurer der Fehler, desto eher zahlt jemand dafür, ihn zu vermeiden.
  • Deine Jahre in der Praxis sind der Teil, den niemand nachbauen und keine KI erfinden kann.
  • Auch ohne Publikum geht es. Es dauert länger, aber es braucht keinen großen Kanal, sondern ein enges Thema.
  • Weiter unten findest Du einen Selbsttest mit fünf Fragen. Er sagt Dir in zwei Minuten, an welcher Stelle Dein Wissen zahlbar ist.

Du hast das Fachwissen, aber keine Vorstellung, wie daraus ein Angebot wird?

Dafür habe ich einen kostenlosen E-Mail-Kurs geschrieben: wie aus dem, was Du beruflich kannst, Schritt für Schritt etwas Verkäufliches wird. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.

Die Frage hinter der Frage

„Das gibt es doch alles kostenlos“ ist selten eine Marktanalyse. Meistens steht ein zweiter Satz dahinter, der schwerer wiegt: Mein Wissen ist nichts Besonderes. Das weiß doch jeder.

Das sind zwei verschiedene Aussagen, und sie brauchen zwei verschiedene Antworten.

Die erste ist eine Tatsache. Ja, es gibt alles kostenlos. Zu jedem Thema, das Du Dir vorstellen kannst, liegen Tausende Videos und Artikel im Netz. Das ändert sich auch nicht mehr.

Die zweite ist ein Denkfehler. Du hältst Dein Wissen für selbstverständlich, weil es für Dich selbstverständlich ist. Nach zwei, drei Jahrzehnten in einem Beruf weißt Du nicht mehr, was Du alles weißt. Die Dinge, die Du nebenbei erledigst, ohne nachzudenken, sind genau die, an denen Anfänger scheitern.

Der Rest dieses Beitrags beschäftigt sich mit der zweiten Aussage. Die erste können wir abhaken.

Wenn Du daneben die nüchterne Rechnung suchst, also Aufwand gegen Ertrag statt Zweifel gegen Zuversicht, steht in meinem Beitrag Lohnt sich ein Online-Kurs?

Hier geht es um den umgekehrten Fall, nämlich jemanden ohne Fachwissen. Das Video zeigt dieselbe Sache von der anderen Seite: Dein Fach ist der Vorteil. „Du möchtest einen Online-Kurs zu einem Thema erstellen, von dem Du keine Ahnung hast?“, 1:53 Minuten. Ansehen musst Du es nicht.

„Aber ich habe doch gar kein Publikum“

Bevor es weitergeht, der Einwand, der direkt hinter dem ersten steht und mindestens so schwer wiegt.

Die Beispiele weiter unten haben Blogs, Kanäle und Bücher. Du hast vielleicht neunzig Leute, die Dir irgendwo folgen, und niemanden auf einer Liste. Dann liest sich so ein Beitrag schnell wie eine Einladung in einen Club, in den Du nicht hineinkommst.

Zwei Dinge dazu, beide ehrlich:

  • Ja, es dauert. Wer bei null anfängt, braucht ein paar Monate, bis überhaupt jemand mitbekommt, dass es ihn gibt. Nicht Jahre bis zum ersten Verkauf, aber auch nicht zwei Wochen.
  • Nein, Du brauchst keinen großen Kanal. Du brauchst genug Leute, die Dir zuhören, um zweistellig zu verkaufen. Das sind keine Zehntausend, das sind ein paar Hundert. Und die bekommt man mit einem Thema, das eng genug ist.

Der kleinste ehrliche Weg: eine einzige Frage so vollständig beantworten, wie es sonst niemand tut, und schauen, wer sich meldet. Das kostet einen Abend. Alles andere kommt danach.

Tischtennis: 9,8 Millionen Treffer, und trotzdem Mitglieder

Angenommen, Du bist ein begnadeter Tischtennisspieler, so wie ich früher in der Schule.

Und jetzt möchtest Du Deine Leidenschaft zu einem Business machen und einen Online-Kurs erstellen, in dem Du die perfekte Technik zeigst, aber auch echte Tricks und Kniffe.

Aber Du zweifelst und fragst Dich, wer Dich später online schon dafür bezahlen soll, wenn es sich doch um einen klassischen Offline-Sport handelt, der vermutlich ein Live-Training erfordert.

Gute Frage. Schauen wir nach, was es online dazu schon alles gibt.

Ich gehe also auf Google und gib mal den Begriff „tischtennis spielen“ ein. Google zeigt mir rund 9,8 Millionen Ergebnisse an, dazu Zehntausende Videos mit Übungen, Regeln und Kniffen. Eine Menge frei zugängliches und somit kostenloses Material, was?

Wieso sollte also jetzt jemand auf die irrsinnige Idee kommen und Deinen Videokurs kaufen?

Darum: tt-helden.de. Die Seite verkauft Videokurse zum Tischtennistraining und wirbt im Oktober 2026 auf ihrer Startseite mit „Bereits +10.000 Mitglieder“. Wie viele davon zahlen, steht dort nicht, das ist eine Werbeaussage und keine Bilanz. Nachprüfbar ist etwas anderes: Als ich diesen Beitrag zum ersten Mal geschrieben habe, war das ein Einzelanbieter mit drei Kursen. Heute steht dort eine Akademie mit mehreren Trainern.

Das Angebot ist also nicht geschrumpft, obwohl das Gratis-Material in denselben Jahren weiter gewachsen ist. Es ist gewachsen.

Fünf Gründe, warum Menschen zahlen, obwohl es alles gratis gibt

Aber warum, wo es doch auch alles kostenlos gibt?

Hier die Gründe, die auf meiner Online-Erfahrung seit 2008 basieren. Sie gelten für Tischtennis genauso wie für Pflege, Physiotherapie oder Holzbau.

  • Bequemlichkeit: Wir Menschen wollen eine Lösung, sauber strukturiert und verständlich aufbereitet an EINEM Ort. Wir haben nicht die Zeit und häufig auch nicht die Muße, uns alles mühsam zusammenzusuchen und dann die guten von den schlechten Informationen zu trennen.
  • Persönlichkeit: Die Menschen kaufen mit einem Videokurs ein Stück weit auch den Menschen dahinter und seine Erfahrung. Wir interessieren uns für jemanden, der dasselbe Problem hatte wie wir selbst und einen Weg gefunden hat, es zu lösen.
  • Support: Wohin gehen wir, wenn wir Fragen haben? Wir Menschen wollen einen Ansprechpartner, wenn wir alleine nicht mehr weiterkommen, und kaufen uns mit einem Online-Kurs gewissermaßen auch jemanden, mit dem wir es durchsprechen können.
  • Unbekanntes: Wir sind neugierig auf Dinge, die wir noch nicht kennen oder die wir bislang überhaupt nicht auf dem Radar hatten. Welche Tricks und Kniffe gibt es, die man nirgends nachlesen kann und die nur Profis kennen?
  • Erfahrung: Durch den Inhalt, den jemand online verbreitet, zeigt er, dass er von seiner Sache wirklich Ahnung hat. Das schafft Vertrauen und positioniert ihn als Fachmann in seinem Bereich. Und wir Menschen kaufen gerne von Fachleuten.
Die fünf Gründe, warum Menschen für Wissen zahlen: Bequemlichkeit, Persönlichkeit, Support, Unbekanntes und Erfahrung
Vier der fünf Kaufgründe haben nichts mit dem Inhalt zu tun, sondern mit Ordnung, Mensch und Vertrauen. Stand Oktober 2026.

Schau Dir die Liste noch einmal an. Nur bei einem einzigen Punkt geht es um den Inhalt selbst, und selbst dort um Wissen, das nirgends geschrieben steht. Alles andere ist Ordnung, Mensch und Vertrauen. Frei verstreutes Gratis-Material liefert davon nichts.

Zwei Fachfrauen, die genau das tun

Tischtennis ist ein Hobby. Deshalb zwei Beispiele aus Berufen, wie meine Leser sie ausüben. Beide Frauen haben einen erlernten Beruf, jahrzehntelange Praxis und ein Thema, zu dem das Netz überquillt.

Eine Hebamme, die seit 2012 gratis bloggt und trotzdem verkauft

Jana Friedrich ist seit 1998 Hebamme, hat 2020 ihren Bachelor in Hebammenkunde abgeschlossen und arbeitet in Berlin. Sie bloggt seit 2012, hat einen Podcast, einen YouTube-Kanal und zwei Bücher geschrieben.

Zum Thema Geburtsvorbereitung gibt es im Netz alles. Videos, Foren, Erfahrungsberichte, Checklisten.

Sie verkauft trotzdem einen Online-Geburtsvorbereitungskurs für 149 Euro: acht Module, 27 Lektionen, gut sechs Stunden Video, dazu Live-Fragerunden per Zoom alle ein bis zwei Wochen. Zusätzlich gibt es einen eigenen Kurs für Zwillingsschwangerschaften, ebenfalls für 149 Euro.

Der interessanteste Punkt steht aber nicht im Kurs, sondern daneben: Viele Krankenkassen erstatten den Kurs ganz oder teilweise, dafür gibt es am Ende eine Teilnahmebescheinigung. Für ein YouTube-Video bekommt niemand eine Bescheinigung.

Das ist deutsches Recht. In Österreich und der Schweiz läuft die Erstattung anders, und ob ein Online-Kurs dort bezuschusst wird, hängt von der jeweiligen Kasse ab. Der Mechanismus dahinter gilt trotzdem überall: Ein Nachweis ist etwas wert, ein Video nicht.

Eine Physiotherapeutin mit 25 Jahren Beckenboden

Franziska Liesner ist staatlich anerkannte Physiotherapeutin mit eigener Schwerpunktpraxis in Hamburg und, nach eigener Angabe, über 25 Jahre Erfahrung als Beckenbodentherapeutin. Sie hat mehrere Fachbücher beim Thieme Verlag veröffentlicht.

Beckenbodenübungen findet man gratis zu Tausenden. Sie betreibt selbst einen YouTube-Kanal mit kostenlosen Übungsvideos.

Verkauft werden trotzdem: ein Online-Kurs für 159 Euro mit zwölf aufeinander aufbauenden Videos, ein zertifizierter Präventionskurs für 99 Euro und danach ein Abo für 11,90 Euro im Monat.

Beim Präventionskurs steht derselbe Mechanismus wie bei der Hebamme: Er ist nach den Vorgaben der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert, und die Seite nennt eine Bezuschussung durch die meisten gesetzlichen Krankenkassen von 80 bis 100 Prozent.

Was beide gemeinsam haben, und das ist der eigentliche Punkt: Beide verschenken große Mengen Wissen. Blog, Podcast, YouTube, über Jahre. Und beide verkaufen daneben erfolgreich.

Das Gratis-Material ist nicht ihr Wettbewerber. Es ist ihre Vorstufe. Wer drei ihrer Videos gesehen hat, kauft eher bei ihnen als bei einem Fremden.

Und wenn in meinem Fach schon jemand Großes sitzt?

Das ist die Frage, die beim Lesen solcher Beispiele sofort kommt, und sie ist berechtigt. Wer selbst Physiotherapeutin ist, liest den Abschnitt oben vielleicht so: Die gibt es also schon. Mit Fachbüchern, Kanal und Abo. Und ich sitze hier mit einer Behandlungsliege.

Drei Dinge dazu.

Erstens ist ein bestehendes Angebot ein gutes Zeichen, kein schlechtes. Es beweist, dass Leute in Deinem Fach für Wissen zahlen. Das ist die Information, die den meisten fehlt, und Du bekommst sie geschenkt.

Zweitens ist niemand in einem ganzen Fach die Lösung für alle. Ein großes Angebot ist fast immer breit: Beckenboden allgemein, Rücken allgemein. Genau deshalb bleibt darunter Platz für das Enge. Rückbildung nach Kaiserschnitt. Beschwerden in den Wechseljahren. Beckenboden für Läuferinnen. Wer eines dieser Themen sucht, findet beim breiten Anbieter ein Kapitel und bei Dir alles.

Drittens verkauft niemand an alle. Menschen kaufen von Leuten, die sich anfühlen wie sie selbst, nicht vom größten Anbieter. Deine Region, Deine Sprache, Deine Art zu erklären: Das sind keine weichen Faktoren, das ist der Grund, warum neben jeder großen Marke kleine Anbieter gut leben.

Die ehrliche Einschränkung dazu: Gegen einen breiten Anbieter mit zehn Jahren Vorsprung gewinnst Du nicht über dasselbe Thema. Du gewinnst über ein engeres.

Der Grund, über den fast niemand spricht: was ein Fehler kostet

Ich habe für diesen Beitrag zehn deutschsprachige Seiten zum selben Thema gelesen. Sie nennen fast alle dieselben Gründe: Struktur, Zeitersparnis, Betreuung, Vertrauen. Alles richtig.

Einen Grund nennt keine einzige davon, und er ist meiner Erfahrung nach der stärkste.

Menschen zahlen dafür, einen Fehler nicht zu machen.

Nicht für Informationen. Für die Sicherheit, dass das, was sie gerade tun, nicht in die Hose geht. Und je teurer der Fehler, desto selbstverständlicher wird das Bezahlen.

Rechne es an Deinem eigenen Fach durch:

FachDer FehlerWas er kostet
PhysiotherapieFalsche Übung bei BeckenbodenschwächeMonate ohne Besserung, teils Verschlimmerung
HolzbauFalscher Aufbau beim EstrichVierstellig, plus Herausreißen und neu machen
PflegePflegegrad falsch beantragtMonate Verzögerung, Widerspruchsverfahren
SteuernKleinunternehmergrenze übersehenNachzahlung für das ganze Jahr
HundetrainingLeinenaggression falsch angegangenMonate verfestigtes Verhalten

Das ist der Unterschied zwischen einem YouTube-Video und Deinem Kurs. Das Video zeigt eine Übung. Du weißt, bei welchen fünf Ausgangslagen genau diese Übung schadet, weil Du es zweitausend Mal gesehen hast.

Gegenüberstellung: Was ein kostenloses Video liefert und was ein eigener Kurs zusätzlich bietet
Dieselbe Information, zwei verschiedene Produkte: Das Video zeigt eine Übung, der Kurs liefert Reihenfolge, Ansprechbarkeit und einen Nachweis. Stand Oktober 2026.

Dieses Wissen steht nirgends. Es lässt sich auch nicht zusammenrecherchieren, weil es aus Wiederholung entsteht, nicht aus Lektüre.

Und genau hier liegt Dein Vorsprung gegenüber KI. Ein Sprachmodell kann jede Anleitung zusammenfassen, die irgendwo geschrieben steht. Es kann nicht wissen, was Du bei Deiner dreihundertsten Baustelle gelernt hast und was nie jemand aufgeschrieben hat.

Wissen, das man nachschlagen kann, ist leichter zu bekommen als je zuvor. Wissen aus Wiederholung ist dadurch wertvoller geworden, nicht weniger wert.

Was Deine eigene Branche für Wissen bezahlt

Noch ein Gedanke, der den Einwand oft in einem Satz auflöst: Du kennst die Zahlungsbereitschaft für Fachwissen bereits. Aus Deinem eigenen Berufsleben.

Du hast selbst Fortbildungen besucht. Du hast dafür bezahlt, manchmal ordentlich, und Du hast es getan, obwohl der Inhalt vermutlich irgendwo auch gratis zu finden gewesen wäre.

Warum? Weil Du jemanden wolltest, der es kann. Weil Du Deine Zeit nicht mit Suchen verbringen wolltest. Weil ein Zertifikat etwas wert ist.

Genau diese Rechnung stellt Deine zukünftige Kundin auf. Sie ist dieselbe Person wie Du, nur auf der anderen Seite des Tisches.

Du weißt jetzt, warum gekauft wird. Die Frage ist, wie Du anfängst.

Mein kostenloser E-Mail-Kurs geht genau den Weg durch: vom Fachwissen zum ersten Angebot, ohne dass Du vorher ein Publikum aufbauen musst. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden mit einem Klick.

Der Selbsttest: An welcher Stelle ist Dein Wissen zahlbar?

Alle Ratgeber zu diesem Thema behaupten, man verkaufe keine Informationen, sondern ein Ergebnis. Keiner zeigt, wie Du Dein eigenes findest. Deshalb dieser Test.

Fünf Fragen, zwei Minuten. Es gibt dabei keine guten und keine schlechten Antworten, nur verschiedene Ausgangslagen.

Ist Dein Fachwissen zahlbar?

Denk beim Antworten an ein konkretes Thema aus Deinem Beruf, nicht an „mein Fachgebiet“ allgemein. Nichts wird gesendet und nichts gespeichert, alles bleibt in Deinem Browser.

1. Was passiert, wenn jemand es ohne Hilfe selbst ausprobiert und dabei etwas falsch macht?

Gemeint ist der reale Schaden für diese Person: verlorene Zeit, Geld, Beschwerden.

2. Wie oft hast Du dieses Problem bei anderen gesehen?

Nicht gelesen oder gelernt, sondern selbst erlebt.

3. Gibt es eine richtige Reihenfolge, die man von außen nicht sieht?

Also Schritte, die aufeinander aufbauen und die man nicht tauschen darf.

4. In welcher Form könntest Du Dir vorstellen, ansprechbar zu sein?

Hier gibt es keine bessere und keine schlechtere Antwort. „Gar nicht“ ist eine saubere Entscheidung und ändert nur, welche Art Produkt zu Dir passt.

5. Zählt in Deinem Feld ein Nachweis? (zählt nicht in die Punkte)

Eine Teilnahmebescheinigung, ein Zertifikat, etwas für die Kasse oder den Arbeitgeber. Diese Frage ist ein Zusatzhinweis, kein Prüfpunkt.

Beantworte die fünf Fragen oben, dann steht hier Deine Einordnung.

Was Du daraus für Dich ableiten kannst

Was kannst Du von den Beispielen für Dein eigenes Vorhaben mitnehmen? Immer vorausgesetzt, dass Du Dich mit Deinem Thema in einem Feld befindest, in dem überhaupt Nachfrage herrscht:

  • Erzähle Deine eigene Geschichte, wie Du von einem Problem zur Lösung gekommen bist, und andere Menschen werden Dich dafür bezahlen.
  • Sei offen, ehrlich, präsent und nahbar, dann werden die Menschen Dir vertrauen, Deinen Empfehlungen folgen und gerne für Deine Arbeit bezahlen.

Es gibt die einen und die anderen

Egal, welche Idee Du verfolgst, auch in Deinem Bereich wird es Leute geben, die alles kostenlos wollen und nie auch nur einen Cent für eine Lösung ausgeben.

Aber es wird auch die anderen geben.

Leute, die Dich liebend gerne für Dein Wissen und Deine Erfahrung bezahlen. Sie wollen Qualität, eine Abkürzung, jemanden, der schon dort war.

Dein Angebot richtet sich an die zweite Gruppe. Die erste wirst Du nie überzeugen, und das musst Du auch nicht. Es ist ein Fehler, einen Text für Leute zu schreiben, die ohnehin nicht kaufen.

Für wen sich das nicht lohnt

Damit Du nicht Wochen investierst und am Ende feststellst, dass es nicht passt:

  • Wenn Du das Thema selbst gerade erst gelernt hast. Dann fehlt genau der Teil, der sich verkauft: die Wiederholung. Hol Dir erst Praxis, dann das Produkt.
  • Wenn Dein Wissen vollständig in einer Anleitung steht, die jeder in zehn Minuten findet, und es keine Stolperstellen gibt. Dann hat das Gratis-Material recht.
  • Wenn Du gar kein Fachgebiet hast und ein Thema nur suchst, weil Du ein Einkommen brauchst. Das merkt man dem Ergebnis an. Wer dagegen ein Fach hat und daneben ein Einkommen sucht, weil der Körper oder der Markt nicht mehr mitspielt, ist hier goldrichtig. Das sind zwei völlig verschiedene Ausgangslagen.
  • Wenn Du in einem Heilberuf arbeitest und Heilversprechen geben müsstest, damit das Angebot funktioniert. Dann ist nicht das Produkt das Problem, sondern das Versprechen. Der Umbau geht fast immer so: weg von „das wird besser“, hin zu „so ist es aufgebaut und das lernst Du darin“. Statt eines Ergebnisses beschreibst Du den Inhalt. Klär trotzdem vorher, was bei Dir erlaubt ist.

Wenn Du in einem Gesundheitsberuf arbeitest, sind das Deine drei Telefonate, bevor Du etwas veröffentlichst:

  • Berufsrecht und Werbung. In Deutschland die zuständige Kammer oder der Berufsverband. In Österreich gibt es für Physiotherapie keine gesetzliche Kammer: Die berufliche Interessenvertretung ist freiwillig und läuft über den Berufsverband Physio Austria, die Berufsausübung selbst über die Eintragung im Gesundheitsberuferegister. Für Ärztinnen ist es die Ärztekammer. In der Schweiz der jeweilige Berufsverband und die kantonale Gesundheitsdirektion.
  • Fernbehandlung. Der Punkt, der häufiger übersehen wird als das Heilversprechen: Sobald Du auf eine konkrete Schilderung mit einer konkreten Empfehlung antwortest, ohne die Person untersucht zu haben, bist Du schnell in der Fernbehandlung. Allgemeine Information an alle ist etwas anderes als ein Rat an eine Einzelne. Wo die Grenze verläuft, sagt Dir Dein Verband.
  • Haftpflicht. Deine Berufshaftpflicht deckt die Praxis. Ob sie auch einen verkauften Kurs abdeckt, steht in Deiner Police und meistens nicht drin. Vor dem ersten Verkauf bei Deiner Versicherung nachfragen.

Und erst danach die Begründung: Für Werbung in Heilberufen gelten strengere Regeln als anderswo, in allen drei Ländern eigene. Das heißt nicht, dass Du nichts anbieten darfst. Es heißt, dass die Formulierung sitzen muss.

Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater. Das hier ist meine Erfahrung, keine Rechtsberatung.

„Warum Dein Online-Kurs nie perfekt wird...“, 0:54 Minuten. Mein erster Kurs war grottenschlecht. Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite, ansehen musst Du es nicht.

Was Du diese Woche tun kannst

  1. Zehn Minuten, heute Abend: Schreib die fünf Fragen auf, die Dir Deine Kundinnen oder Patientinnen immer wieder stellen. Nicht die interessanten, die lästigen Wiederholungsfragen.
  2. Zwanzig Minuten, morgen: Gib eine dieser Fragen bei YouTube ein und sieh Dir das erste Video an, das angezeigt wird. Nicht das beste suchen, das dauert ewig. Notier beim Zusehen, was fehlt, was zu allgemein bleibt und bei welcher Ausgangslage der Rat schaden würde. Diese Liste ist Dein Produkt. Und falls das Video gut ist: umso besser, dann weißt Du, dass das Thema trägt.
  3. Eine halbe Stunde, am Wochenende: Beantworte diese eine Frage schriftlich, so vollständig, wie es sonst niemand tut. In ein Textdokument, nicht ins Internet, es muss noch niemand sehen. Du hast damit die erste Lektion.

Wenn Du nach diesen drei Schritten immer noch denkst, dass es das alles schon gibt, dann hast Du Deine Antwort. Meistens denkt man danach etwas anderes.

Und wenn Du Lust bekommen hast, aus der ersten Lektion ein ganzes Produkt zu machen: Den Weg dorthin habe ich in Online-Kurs erstellen Schritt für Schritt aufgeschrieben.

Wenn Du die drei Aufgaben oben gemacht hast, hast Du schon eine erste Lektion.

Wie daraus ein fertiges Produkt wird, das Leute kaufen, zeige ich in meinem kostenlosen E-Mail-Kurs. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir. Abmelden mit einem Klick.

Fazit

Die Menge an Gratis-Material im Netz sagt nichts darüber aus, ob sich Dein Wissen verkauft. Sie sagt nur, dass sich Menschen für Dein Thema interessieren. Das ist eine gute Nachricht, keine schlechte.

Bezahlt wird für Ordnung, für einen Menschen, der ansprechbar ist, und vor allem dafür, einen teuren Fehler nicht zu machen. Nichts davon liefert ein Video, das jemand vor drei Jahren hochgeladen hat.

Vielleicht hast Du bereits eine konkrete Idee oder Du bist noch mitten in der Ideen-Findung.

Stell Dir nicht die Frage, ob Deine Idee gut genug ist oder Dich später überhaupt jemand dafür bezahlen wird, sondern finde es einfach VORAB heraus.

Es gibt die irrsinnigsten Ideen, aus denen erfolgreiche Geschäfte gemacht wurden. Tischtennistraining per Video ist so eine.

Mach Dir eine Liste an Ideen, die Dich interessieren, prüf dann jede Einzelne, wie das geht, steht hier, und los geht’s!

Und Du? Welchen Satz hörst Du immer wieder, der Dir selbst längst selbstverständlich vorkommt? Schreib ihn mir in die Kommentare, oder, wenn Du das lieber nicht öffentlich tust, direkt an christian@365digital.de.

Häufige Fragen

Warum sollte jemand meinen Online-Kurs kaufen, wenn es alles kostenlos gibt?

Weil kaum jemand für die Information zahlt, sondern für das Drumherum: eine Reihenfolge, die stimmt, einen Ansprechpartner bei Rückfragen und die Sicherheit, einen teuren Fehler nicht zu machen. Frei verstreutes Gratis-Material liefert nichts davon. Es liefert Einzelteile, und das Sortieren bleibt beim Leser hängen.

Wie viel Wissen soll ich kostenlos ins Netz stellen?

Nach meiner Erfahrung seit 2008: so viel, wie Du schreiben magst. Auf diesem Blog steht fast alles, was ich weiß, und ich verkaufe trotzdem Kurse. Die beiden Fachfrauen in diesem Beitrag machen es genauso. Das Gratis-Material ist nicht der Wettbewerber, es ist die Vorstufe: Wer drei Deiner Videos gesehen hat, kauft eher bei Dir als bei einer Fremden.

Macht künstliche Intelligenz mein Fachwissen wertlos?

Für den Teil, der zählt, ist das Gegenteil der Fall. Ein Sprachmodell kann alles zusammenfassen, was irgendwo geschrieben steht. Es kann nicht wissen, was Du bei Deinem dreihundertsten Fall gelernt hast und was nie jemand aufgeschrieben hat. Nachschlagbares Wissen ist leichter zu bekommen als je zuvor. Wissen aus Wiederholung ist dadurch wertvoller geworden.

Woher weiß ich, ob mein Thema zu speziell ist?

Zu speziell ist selten das Problem, zu allgemein fast immer. Je enger Dein Ausschnitt, desto klarer ist, für wen er gedacht ist, und desto eher zahlt jemand. Eine Physiotherapeutin mit einem Kurs zu einem einzigen Beschwerdebild verkauft leichter als eine mit einem Kurs über Rückengesundheit allgemein.

Ich habe noch nie eine Webseite gebaut. Brauche ich dafür eine?

Für den Anfang nicht. Die ersten Schritte gehen ohne: eine Frage schriftlich beantworten, sie jemandem zeigen, Rückmeldung einsammeln. Eine eigene Verkaufsseite brauchst Du erst, wenn Du tatsächlich etwas anbietest, und dann reicht eine einzelne Seite, keine ganze Webseite. Die Technik dahinter ist nie wirklich entscheidend für den Erfolg, obwohl das viele glauben.

Was ist, wenn jemand meinen Kurs einfach kopiert?

Die Inhalte kann jemand kopieren. Deine Erfahrung, Deine Beispiele und Deine Antworten auf Rückfragen nicht. Genau deshalb sind die Kaufgründe, die nichts mit Information zu tun haben, auch Dein Schutz: Sie hängen an Dir, nicht am Text.

Muss ich vor die Kamera?

Nein. Video ist bequem für die Zuschauerin und verbreitet, aber kein Muss. Schriftliche Lektionen, Tonaufnahmen mit Bildern, Übungsblätter als PDF, Checklisten: Alles davon wird verkauft. Wenn Du nicht gefilmt werden willst, nimm das als Vorgabe und nicht als Schwäche.

Wie finde ich heraus, ob für mein Thema wirklich jemand zahlt?

Nicht durch Nachdenken, sondern durch einen kleinen Probelauf. Beantworte eine einzige Frage, die Dir ständig gestellt wird, so vollständig, wie es sonst niemand tut, und schau, was zurückkommt. Das kostet Dich einen Abend und sagt mehr als jede Marktanalyse.

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Über den Autor

Christian Költringer

Ich bin Christian Költringer, Gründer von 365digital.de und seit 2008 im Online-Business aktiv. Was 2008 als Nebenprojekt begann, ist seit 2016 mein Hauptberuf, als selbständiger Online-Unternehmer mit Sitz in Salzburg, Österreich.

Ich erstelle und vermarkte digitale Produkte: Online-Kurse, E-Books, Mitgliedschaften. Meine Leser sind meist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Menschen, die ein stabiles Online-Einkommen aufbauen wollen, ohne auf Versprechen hereinzufallen, die nie gehalten werden. Ich glaube, dass Online-Business Spaß machen darf und dass die meisten Gurus mehr versprechen, als sie halten können.

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