Du hast einen Online-Kurs erstellt oder planst gerade einen, und jetzt fragst Du Dich, wo Du Dein Meisterwerk eigentlich verkaufen sollst?
Es soll nicht viel kosten. Es soll einfach zu bedienen sein. Und für Deine Kunden soll es sich ordentlich anfühlen, nicht nach Bastellösung.
Dann bist Du hier richtig.
Ich habe zehn Anbieter durchgerechnet, mit denen Du im deutschsprachigen Raum einen Online-Kurs verkaufen kannst. Nicht überflogen, sondern am Bestellformular abgelesen: Monatspreis, Gebühr je Verkauf, wer am Ende die Rechnung an Deinen Kunden schreibt.
Dabei ist mir etwas aufgefallen, womit ich selbst nicht gerechnet hätte.
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen 2.585 Euro im Jahr. Gleicher Kurs, gleicher Preis, gleich viele Käufer. Nur ein anderer Anbieter.
Die Monatspreise verraten das nicht. Die liegen fast alle zwischen 35 und 60 Euro und sehen deshalb austauschbar aus. Der Unterschied entsteht an einer anderen Stelle: bei dem Anteil, den jemand von jedem einzelnen Verkauf einbehält.
Deshalb steht weiter unten ein Rechner, in den Du Deine eigenen Zahlen eintippst. Er stellt alle Anbieter nebeneinander und rechnet zusammen, was jeder Dich im Jahr tatsächlich kostet. Der ist wirklich gut.
Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Geschäft und seit 2016 lebe ich davon. Meine Online-Kurse verkaufe ich über einen eigenen Mitgliederbereich auf WordPress.
In diesen achtzehn Jahren habe ich für Plattformen bezahlt, die ich nie ernsthaft benutzt habe. Ich bin einmal komplett umgezogen und habe unterschätzt, wie viel daran hängt. Und ich habe deutlich zu spät verstanden, dass die Monatsgebühr bei dieser Entscheidung der kleinere Posten ist.
Eine Sache solltest Du gleich am Anfang wissen, weil sie fast alles erklärt: Eine Kursplattform ist selten das ganze Paket. Bei den meisten Anbietern brauchst Du zusätzlich einen Dienst, der das Geld einsammelt und die Rechnung schreibt. Der kostet oft mehr als die Plattform selbst.
Was Dich auf dieser Seite erwartet: zehn Anbieter mit datiertem Preis und Gebühr in Prozent, der Rechner, sieben Fragen, die Du jedem Anbieter stellen solltest, und drei Kapitel zu Dingen, die bei der Plattformwahl gern untergehen. Wer die Umsatzsteuer schuldet. Wann Dein Angebot eine Zulassung braucht. Und was passiert, wenn Du später wechseln willst.
Und falls Du noch ganz am Anfang stehst: Vielleicht brauchst Du noch gar keine Plattform. Auch das steht hier, im Kapitel „Für wen sich keine dieser Plattformen lohnt“. Es ist kurz, und es spart Dir vielleicht ein paar hundert Euro.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich verkaufe selbst Online-Kurse und verdiene mein Geld damit, dass Leute damit anfangen. Für keinen der hier genannten Anbieter bekomme ich Geld. Es gibt auf dieser Seite keinen einzigen Werbelink.
Stand: 23. September 2026. Alle Preise habe ich an diesem Tag auf den offiziellen Preisseiten der Anbieter geprüft. Wo ein Anbieter keinen Preis veröffentlicht, steht das ausdrücklich dabei. Die Zahlen aus meinem eigenen Geschäft stammen aus meiner Digistore24-Auswertung vom 1. Januar bis 23. September 2026.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
Du brauchst vielleicht noch keine. Für die ersten Teilnehmer reichen ein geteilter Ordner und ein paar E-Mails. Das ist keine Notlösung, sondern der vernünftige erste Schritt.
Die Monatsgebühr ist selten der größte Posten. Bei zehn Verkäufen im Monat macht sie je nach Anbieter zwischen 8 und 30 Prozent Deiner Plattformkosten aus. Den Rest bestimmt der Dienst, der das Geld einsammelt.
Vier Arten von Plattformen, nicht eine. Marktplatz, Komplettlösung, reine Technik und die eigene WordPress-Seite. Sie kosten nicht nur unterschiedlich viel, sie gehören Dir auch unterschiedlich.
Deutsche Anbieter starten bei 35 bis 49 Euro im Monat, internationale bei 40 bis 143 US-Dollar. Der Unterschied liegt weniger im Preis als in Rechnung, Support und Serverstandort.
Die wichtigste Frage ist nicht der Preis, sondern wer verkauft. Manche Anbieter treten selbst als Verkäufer auf und führen die Umsatzsteuer für Dich ab. Andere nicht. Das ändert Deine Buchhaltung grundlegend.
Eine Funktion kann Dein Angebot zulassungspflichtig machen. Lernerfolgskontrolle plus Betreuung, und das Fernunterrichtsgesetz greift. Auf keiner einzigen der großen Vergleichsseiten steht dazu ein Wort.
Ein Wechsel ist möglich, aber teuer. Kurse ziehen leicht um, laufende Ratenzahlungen und Abos nicht.
Was Dich eine Online-Kurs Plattform wirklich kostet
Die meisten Vergleiche nennen die Monatsgebühr.
Sie ist die eine Hälfte.
Die andere ist der Anteil, den jemand von jedem einzelnen Verkauf einbehält, und der übersteigt bei den meisten Anbietern die Monatsgebühr deutlich, sobald Du regelmäßig verkaufst. Deutlich.
Deshalb fangen wir hier mit einer Rechnung an, die Du selbst anpassen kannst. Zieh die beiden Regler auf Deine Zahlen, und Du siehst, was jede Plattform Dich im Jahr kostet.
Die Voreinstellung ist ein Beispiel, keine Erwartung. Wenn Du gerade bei null stehst, zieh den linken Regler auf eins. Genau dafür ist er da.
Was kostet Dich welche Plattform im Jahr?
Stell Deine Verkaufszahl und Deinen Preis ein. Die Voreinstellung ist ein Beispiel und kein Ziel: Wenn Du anfängst, zieh den linken Regler ruhig auf zwei oder drei Verkäufe.
Was in der Zahl steckt: Jahresgebühr des Anbieters bei jährlicher Zahlung, plus alle Gebühren, die pro Verkauf abgehen. US-Preise sind mit 0,92 Euro je Dollar umgerechnet.
Zu den Reglern: Die Verkaufszahl reicht bis 300 im Monat, der Preis bis 5.000 Euro. Im unteren Bereich rasten die Regler in Einerschritten ein, damit Du auch drei Verkäufe zu 89 Euro genau einstellen kannst.
Warum Anbieter mit 0 Prozent Gebühr trotzdem Geld kosten: Coachy, Memberspot, Mentortools, Thrive Apprentice und LearnDash wickeln selbst keine Zahlungen ab. Sie brauchen einen Zahlungsanbieter, und dafür ist hier Digistore24 mit 7,9 Prozent plus 1 Euro je Verkauf eingerechnet. Bei den beiden WordPress-Lösungen kommen 120 Euro Hosting im Jahr dazu. Ohne diese Posten wäre die Zahl schöner, aber falsch.
„Anbieter rechnet ab“ heißt: Der Anbieter tritt gegenüber Deinem Kunden als Verkäufer auf, schreibt die Rechnung und führt die Umsatzsteuer ab. Bei „Du rechnest selbst ab“ machst Du das selbst, auch für Käufer aus anderen EU-Ländern. Warum das ein großer Unterschied ist, steht weiter unten.
Eine Ehrlichkeit zum Schluss: Die Gebührensätze stammen von den Preisseiten der Anbieter. In meiner eigenen Abrechnung liegt der tatsächliche Abzug über dem Listenpreis, weil Ratenzahlungen und bestimmte Zahlungsarten extra kosten. Rechne also eher mit etwas mehr als mit etwas weniger.
Zwei Dinge fallen sofort auf, wenn Du die Regler auf realistische Zahlen stellst.
Erstens: In der Voreinstellung, also zehn Verkäufe im Monat zu 297 Euro, liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Plattform rund 2.585 Euro im Jahr. Bei exakt demselben Umsatz.
Kein Rundungsfehler, sondern ein Monatsgehalt.
Zweitens, und das ist wichtiger: Ganz oben stehen Anbieter, bei denen Du gegenüber dem Kunden als Verkäufer auftrittst.
Die günstigste Plattform, bei der ein anderer die Rechnung schreibt und die Umsatzsteuer abführt, kostet Dich in dieser Voreinstellung rund 1.266 Euro mehr im Jahr.
Versteckt ist daran nichts. Es ist der Preis für eine Dienstleistung, die Du sonst selbst erledigen musst. Ob sie das wert ist, hängt davon ab, wie viel Buchhaltung Du Dir zutraust. Dazu kommen wir weiter unten ausführlich.
Warum die Monatsgebühr in die Irre führt
Stell den Regler einmal auf einen Verkauf im Monat. Dann gewinnt die Plattform mit der niedrigsten Grundgebühr, und der Abstand zum Letzten ist klein.
Jetzt stell ihn auf dreißig. Die Reihenfolge dreht sich, und der Abstand wird groß.
Genau deshalb taugt die Frage „Welche Plattform ist die günstigste?“ nichts. Die richtige Frage lautet: Welche ist bei meinen Zahlen die günstigste.
Wie Du Deinen eigenen Preis herleitest, statt ihn zu schätzen, steht ausführlich in Wie Du den richtigen Preis für Deinen Online-Kurs findest. Was andere Anbieter im deutschsprachigen Raum tatsächlich verlangen, habe ich in Online-Kurs Preise zusammengetragen.
Du siehst jetzt, was die Technik kostet. Wenn Du wissen willst, wie der Weg von der Idee bis zum ersten verkauften Zugang aussieht, habe ich ihn in drei E-Mails gepackt.
Am Ende der Serie stelle ich Dir meinen eigenen Kurs vor. Das sage ich Dir lieber jetzt als hinterher.
Die vier Arten von Plattformen, und warum das der erste Filter ist
Bevor Du Anbieter vergleichst, musst Du wissen, welche Art Du überhaupt suchst. Es gibt vier, und sie unterscheiden sich nicht nur im Preis.
1. All-in-One Plattformen inklusive eigener Reichweite
Udemy und Skillshare bringen ihre eigenen Besucher mit. Millionen davon. Du stellst Deinen Kurs hinein und jemand findet ihn, ohne dass Du je Werbung gemacht hast.
Der Preis dafür ist hoch, und zwar in beide Richtungen. Vom Umsatz aus fremdem Traffic bleiben Dir bei Udemy 37 Prozent. Und die Preise liegen dort niedrig, weil der ganze Marktplatz auf Rabattaktionen aufgebaut ist.
Einen Kurs für 497 Euro verkaufst Du dort nicht.
Der zweite Preis ist unsichtbar: Du bekommst keine E-Mail-Adressen. Die Kunden gehören dem Marktplatz, nicht Dir.
2. All-in-One Plattformen ohne eigene Reichweite
Kajabi, Teachable, Thinkific, ablefy. Ein Werkzeug für alles: Kursbereich, Verkaufsseite, E-Mail, Zahlungsabwicklung.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Du meldest Dich an, legst los und musst nichts mit nichts verbinden, weil alles schon miteinander spricht.
Der Nachteil auch: Du zahlst für Funktionen, die Du vielleicht nie brauchst, und alles hängt an einem Anbieter. Wenn der die Preise erhöht, hast Du keine Wahl.
3. Reine Technik-Plattformen ohne eigenes Zahlungstool
Coachy, Memberspot, Mentortools. Diese Anbieter machen eine Sache: einen geschützten Bereich, in dem Deine Inhalte liegen und Deine Teilnehmer sich einloggen.
Bezahlt wird über einen separaten Zahlungsanbieter, meistens Digistore24 oder CopeCart. E-Mails verschickst Du mit einem eigenen Werkzeug.
Das klingt umständlicher, als es ist. Die Verbindung sind bei allen dreien ein paar Klicks, und dafür kannst Du später jeden einzelnen Baustein austauschen, ohne das ganze Gebäude anzufassen.
4. Die eigene Plattform über WordPress
Thrive Apprentice oder LearnDash verwandeln Deine bestehende WordPress-Seite in einen Mitgliederbereich. Die Inhalte liegen auf Deinem eigenen Server, die Daten gehören Dir, und die laufenden Kosten sind die niedrigsten von allen vier Wegen.
Dafür bist Du für Updates, Sicherungen und Ladezeiten selbst zuständig, und wenn Du bei diesem Satz gerade unruhig geworden bist, war das ein nützlicher Hinweis.
Ich gehe diesen Weg seit Jahren. Das ist eine Geschmacksfrage, keine Glaubensfrage. Wie er im Detail aussieht, steht in Wie Du einen Mitgliederbereich mit WordPress erstellst.
| Art | Passt zu Dir, wenn | Passt nicht, wenn |
|---|---|---|
| All-in-One mit eigener Reichweite | Du noch keine Reichweite hast und erst einmal testen willst | Du hochpreisig verkaufen oder eine eigene Liste aufbauen willst |
| All-in-One ohne eigene Reichweite | Du keine Lust auf Technik hast und alles aus einer Hand willst | Du schon eine Webseite und ein E-Mail-Werkzeug hast |
| Reine Technik-Plattform | Du einzelne Bausteine frei wählen und später tauschen willst | Du alles unter einer einzigen Anmeldung haben willst |
| Eigene Plattform über WordPress | Du bereits WordPress nutzt und die Daten bei Dir behalten willst | Du keine Lust auf Updates und Sicherungen hast |
Achte unbedingt auf diese 6 Dinge, bevor Du Dich entscheidest
Preise vergleichen ist einfach. Sie sind der Grund, warum die meisten am Ende beim falschen Anbieter landen.
Denn der Preis ist der einzige Punkt, den Du in zehn Minuten prüfen kannst. Alles andere merkst Du erst, wenn Du drinsteckst. Diese sechs Punkte bringen genau das nach vorn.
1. Benutzerfreundlichkeit
Nicht nur für Dich, sondern auch für Deine Teilnehmer. Wie viele Klicks bis zur ersten Lektion? Funktioniert es am Handy?
Und eine Frage, die gern vergessen wird: In welcher Sprache bekommst Du Hilfe, und wann? Deine Teilnehmer schreiben Dir, wenn der Zugang klemmt. Meistens abends, meistens freundlich, immer sofort. Sitzt der Support in Kalifornien und antwortet auf Englisch, dauert Deine Antwort einen Tag länger. Bei einem Kurs für 49 Euro ist das verkraftbar. Bei einem für 1.500 Euro nicht.
2. Tools und Funktionen
Nimm nicht den Anbieter mit der längsten Liste, sondern den, dessen Liste zu Deinem Kurs passt. Quizze, Zertifikate und Lernpfade klingen gut, bringen aber nur etwas, wenn Dein Kurs sie braucht. Und sie haben eine Nebenwirkung, zu der weiter unten ein eigenes Kapitel steht.
Eine Frage gehört hier unbedingt gestellt: Wo liegen Deine Videos? Manche Anbieter speichern sie bei sich, manche binden sie von außen ein, manche lassen Dir die Wahl. Liegen sie ausschließlich beim Anbieter und Du hast keine Originale mehr, bist Du gebunden. Behalte immer eine eigene Kopie. Immer.
3. Integrationen
Kaum eine Plattform steht allein. Sie muss mit Deinem E-Mail-Werkzeug sprechen und mit dem Dienst, der das Geld einsammelt.
Prüf vor der Entscheidung, ob Deine vorhandenen Werkzeuge dabei sind. Bei den deutschsprachigen Anbietern ist die Verbindung zu Digistore24 oder CopeCart meist ein paar Klicks. Bei internationalen Anbietern kann daraus ein Nachmittag werden.
4. Kundenmanagement
Hier stehen die beiden Fragen, die darüber entscheiden, ob Dir Dein Geschäft gehört.
Kommst Du an Deine Teilnehmerliste heran? Als Datei, mit E-Mail-Adressen, ohne nachfragen zu müssen. Wenn nein, gehören die Kontakte faktisch dem Anbieter. Das klingt theoretisch. Es wird sehr praktisch, wenn Du in drei Jahren wechseln willst.
Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Sobald jemand anderes Namen und E-Mail-Adressen Deiner Teilnehmer verarbeitet, brauchst Du diesen Vertrag. Keine Empfehlung, sondern eine Vorgabe der Datenschutz-Grundverordnung. Bei europäischen Anbietern ist das ein Klick im Konto.
5. Marktplatz oder eigene Reichweite
Bringt der Anbieter eigene Besucher mit, oder musst Du sie selbst bringen?
Das ist die teuerste Frage von allen, weil sie den Preis bestimmt, den Du verlangen kannst. Auf einem Marktplatz findet Dich jemand, ohne dass Du je Werbung gemacht hast. Dafür bestimmst Du den Preis nicht frei, und die Käufer gehören nicht Dir.
6. Preisgestaltung
Und damit sind wir wieder bei der Rechnung von oben. Drei Punkte, die auf keiner Werbeseite groß stehen:
Was kostet eine Ratenzahlung? Fast jeder Anbieter wirbt mit einem Prozentsatz je Verkauf. Kaum einer sagt dazu, was passiert, wenn aus einem Verkauf sechs Abbuchungen werden. Bei mir verdoppelt das den Abzug beinahe. Frag konkret nach: Fällt die Fixgebühr je Rate an oder einmal?
Wer steht auf der Rechnung Deines Kunden? Steht dort Dein Name, schuldest Du die Umsatzsteuer. Steht der Name des Anbieters dort, schuldet er sie. Diese eine Frage entscheidet über Deine gesamte Buchhaltung.
Was passiert, wenn Du kündigst? Sind die Inhalte sofort weg? Können Teilnehmer noch zugreifen? Die Antwort steht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Fünf Minuten Lesen, bevor Du buchst.
Die Kurzfassung
Punkt 4 und 6 entscheiden, ob Dir Dein Geschäft gehört und ob Deine Kalkulation stimmt. Die übrigen vier entscheiden, wie viel Ärger Du im Alltag hast.
Wenn Du nur zwei davon prüfst, nimm diese beiden.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Alle Preise habe ich am 23. September 2026 auf den offiziellen Preisseiten geprüft. Wo ein Wert fehlt, weil der Anbieter ihn nicht veröffentlicht, steht das ausdrücklich dabei. Geraten habe ich nirgends.
Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Sie geht von deutschsprachigen Anbietern über die WordPress-Lösungen zu den internationalen und endet beim Marktplatz.
Coachy
Der deutsche Anbieter mit der flachsten Lernkurve. Coachy macht einen geschützten Kursbereich, sonst nichts, und genau deshalb ist es in einem Nachmittag eingerichtet.
Die Tarife staffeln sich nicht nach Teilnehmerzahl, sondern nach Anzahl der Produkte, sodass Du im kleinsten Paket einen einzigen Kurs an unbegrenzt viele Menschen verkaufst. Für den Anfang reicht das.
Bezahlt wird über einen angebundenen Zahlungsanbieter. Coachy selbst nimmt keinen Anteil am Umsatz, die Gebühr entsteht beim Zahlungsanbieter.
Wie die Einrichtung konkret aussieht, zeige ich Schritt für Schritt im Coachy Video-Tutorial.
Memberspot
Der Anbieter mit der klarsten Aussage zum Datenschutz im ganzen Vergleich. Memberspot speichert ausschließlich in der EU und schreibt das auch so hin, ohne Hintertür über Dienstleister außerhalb Europas.
Für Leser, die bei amerikanischen Anbietern zögern, ist das ein Argument, und für Kunden aus dem öffentlichen Dienst oder dem Gesundheitswesen ist es manchmal die Bedingung, unter der sie überhaupt kaufen dürfen.
Preislich liegt Memberspot leicht über Coachy. Dafür sind Community-Funktionen und mehrere Lernbereiche von Haus aus dabei.
Achte auf die Zusatzposten: höhere Videoqualität, weitere Lernbereiche und zusätzliche Nutzerpakete kosten extra. Für den Start fällt das nicht ins Gewicht, beim Wachsen schon.
Mentortools
Der ungewöhnlichste Anbieter im Feld, weil es nur einen einzigen Tarif gibt. 49 Euro netto im Monat, und alles ist dabei. Keine Staffelung nach Kursen, keine nach Teilnehmern, keine Entscheidung, die Du später bereust.
Für die Zielgruppe dieses Beitrags ist das mehr wert, als es klingt. Wer sich nicht zwischen drei Paketen entscheiden muss, fängt eher an.
Der Nachteil derselben Medaille: Wenn Du wirklich nur einen kleinen Kurs verkaufst, zahlst Du 49 Euro für Funktionen, die Du nicht brauchst. Da sind die gestaffelten Anbieter im Einstieg günstiger.
ablefy
Früher elopage, seit einiger Zeit ablefy. Wenn Du auf älteren Vergleichsseiten noch „elopage“ liest, ist derselbe Anbieter gemeint.
ablefy ist eine Komplettlösung und der einzige deutschsprachige Anbieter im Vergleich, der Kursbereich und Zahlungsabwicklung aus einer Hand liefert. Das macht ihn beim Start besonders einfach.
Und jetzt kommt ein Punkt, den Du kennen solltest. Er dreht sich um das sogenannte Reseller-Modell.
Reseller heißt: Der Anbieter kauft Deinen Kurs rechtlich von Dir und verkauft ihn im eigenen Namen weiter. Auf der Rechnung Deines Kunden steht dann sein Name, nicht Deiner, und er kümmert sich um die Umsatzsteuer.
Bei ablefy ist dieses Modell ein kostenpflichtiges Zusatzmodul, nicht der Standard.
Ohne dieses Modul bist Du selbst Vertragspartner Deiner Kunden, schreibst die Rechnungen und schuldest die Umsatzsteuer, und zwar auch für jeden Käufer aus einem anderen EU-Land. Mit Modul übernimmt ablefy das, kostet dann aber zusätzlich 2,5 Prozent plus 1 Euro je Verkauf.
ablefy hat sein Preismodell zum 1. September 2026 umgestellt. Was das im Einzelnen bedeutet, auch für Bestandskunden, habe ich in ablefy Preise: alle Gebühren durchgerechnet aufgeschlüsselt.
Thrive Apprentice
Kein eigener Anbieter, sondern ein Zusatz für Deine bestehende WordPress-Seite. Deine Kurse liegen auf Deinem Server, unter Deiner Adresse, in Deinem Layout.
Das ist der Weg, den ich selbst gehe, und mein Grund ist weniger der Preis als die Ruhe: Es gibt niemanden, der mir von heute auf morgen die Bedingungen ändern kann.
Einen Haken gibt es beim Preis, und der steht klein auf der Anbieterseite: Der Einstiegspreis gilt nur für das erste Jahr. Die Verlängerung kostet den vollen Preis.
Die Einrichtung samt Verbindung zum Zahlungsanbieter habe ich komplett dokumentiert: Thrive Apprentice mit Digistore24 verknüpfen.
LearnDash
Die zweite WordPress-Lösung, und die ältere von beiden. LearnDash kommt aus der Welt der Bildungseinrichtungen und merkt man das auch: Lernpfade, Quizze, Zertifikate, Abhängigkeiten zwischen Lektionen.
Wenn Dein Kurs wirklich ein Kurs ist, also mit Prüfungen, Nachweisen und Fortschrittskontrolle, dann kann LearnDash mehr als alles andere in diesem Vergleich.
Aufpassen: Genau diese Funktionen können Dein Angebot unter das Fernunterrichtsgesetz bringen. Dazu unten ein eigenes Kapitel.
Teachable
Einer der ältesten Anbieter überhaupt und auf jeder Vergleichsseite vertreten. Bedienung und Aussehen sind ausgereift, daran gibt es nichts zu bemängeln.
Der Einstiegstarif hat allerdings einen Haken, den Du kennen solltest: Er kostet zusätzlich 7,5 Prozent von jedem Verkauf. Zusammen mit der Zahlungsgebühr landest Du bei über zehn Prozent, und damit ist Teachable im Rechner oben der teuerste Anbieter überhaupt.
Ab dem zweiten Tarif entfällt diese Gebühr. Dann steigt aber der Monatspreis deutlich.
Thinkific
Im Rechner oben landet Thinkific regelmäßig auf dem ersten Platz. Der Grund ist einfach: keine Umsatzbeteiligung, nur die reine Zahlungsgebühr von 2,9 Prozent.
Bevor Du jetzt zugreifst, lies bitte das Kapitel zur Umsatzsteuer weiter unten. Der niedrige Preis hat einen Grund, und der heißt: Du machst die Abrechnung selbst.
Kajabi
Der teuerste Anbieter im Vergleich, und der einzige, bei dem der Einstieg dreistellig ist. Kajabi will nicht Deine Kursplattform sein, sondern Dein ganzes Geschäft: Kurse, Webseite, E-Mail, Verkaufsstrecken, Community.
Wenn Du all das sonst einzeln kaufen würdest, rechnet sich Kajabi tatsächlich. Willst Du nur einen Kurs verkaufen, zahlst Du für viel Leerlauf.
Udemy
Der Sonderfall, und deshalb steht Udemy nicht im Rechner oben. Es gibt keine Monatsgebühr, dafür eine Beteiligung am Umsatz, und die hängt davon ab, woher der Käufer kommt.
Bringst Du ihn selbst mit, über Deinen eigenen Link, bleiben Dir 97 Prozent. Findet ihn Udemy über die eigene Suche, bleiben Dir 37 Prozent.
Das klingt zunächst fair. Der eigentliche Punkt liegt woanders: Auf Udemy bestimmst Du den Preis nicht frei, und die Plattform lebt von Rabattaktionen. Ein Kurs, der bei Dir 297 Euro kostet, kostet dort einen Bruchteil davon.
Und Du bekommst die E-Mail-Adressen der Käufer nicht, denn wer Deinen Kurs dort kauft, ist und bleibt Udemys Kunde und nicht Deiner. Für ein Geschäft, das auf Wiederkäufen beruht, ist das der entscheidende Nachteil.
Und was ist mit DigiMember?
DigiMember war jahrelang die naheliegende WordPress-Lösung im deutschsprachigen Raum und steht deshalb noch auf vielen Vergleichsseiten. Der Anbieter verkauft es nicht mehr aktiv weiter.
Wenn Du es im Einsatz hast, ist das kein Grund zur Eile. Für eine Neuentscheidung würde ich heute Thrive Apprentice oder LearnDash nehmen.
Alle zehn nebeneinander
Die Preise gelten bei jährlicher Zahlweise, weil das bei allen Anbietern die günstigere Variante ist. Stand 23. September 2026.
| Anbieter | Ab Preis im Monat | Gebühr je Verkauf |
|---|---|---|
| Coachy | 35 € netto | keine eigene |
| Memberspot | 39 € netto | 0 % |
| Mentortools | 49 € netto | keine ausgewiesen |
| ablefy | 59 € | 2,7 % + 0,50 €, mit Reseller 5,2 % + 1,50 € |
| Thrive Apprentice | 149 US$ im Jahr, dann 299 | keine |
| LearnDash | 259 US$ im Jahr | keine |
| Teachable | 29 US$ | 7,5 % + 2,9 % |
| Thinkific | 40 US$ | 2,9 % |
| Kajabi | 143 US$ | 2,7 bis 2,9 % + 30 Cent |
| Udemy | nichts | 3 % oder 63 %, je nach Herkunft des Käufers |
Videokurse verkaufen: wer Deine Videos speichert, und was das kostet
Ein Videokurs ist technisch kein anderer Kurs. Es gibt genau einen Unterschied, und der entscheidet über Aufwand und Kosten: Wer speichert Deine Videos und liefert sie an Deine Käufer aus?
Bei den Komplettlösungen ist das erledigt. ablefy, Coachy, Memberspot, Teachable, Thinkific, Kajabi und Udemy hosten Deine Videos selbst. Du lädst hoch, und die Plattform kümmert sich um Umwandlung, Abspieler und Ausspielung. Achte trotzdem auf die Grenzen im Kleingedruckten: Bei Memberspot kostet höhere Videoqualität extra, und fast alle Anbieter deckeln den Speicher im Einstiegspaket.
Bei den beiden WordPress-Lösungen ist es nicht erledigt. Thrive Apprentice und LearnDash verwalten Deinen Kurs, aber sie hosten keine Videos. Und Dein normales Webhosting ist dafür der falsche Ort.
Das ist kein theoretisches Problem. Ein zwanzig Minuten langes Video in ordentlicher Qualität hat schnell 500 Megabyte. Zehn davon sind fünf Gigabyte, und wenn abends drei Teilnehmer gleichzeitig schauen, ruckelt es. Nicht weil Dein Hoster schlecht wäre, sondern weil er für Webseiten gebaut ist und nicht für Videoströme.
Die Lösung ist ein eigener Videodienst. Bunny Stream verlangt 0,01 US-Dollar je Gigabyte Speicher und 0,005 US-Dollar je Gigabyte Auslieferung. Für 300 Gigabyte Material und 50 Gigabyte Abruf im Monat rechnet der Anbieter selbst mit rund 4,50 US-Dollar im Monat. Geprüft am 24. September 2026. Vimeo und Wistia sind die bekannteren Alternativen und arbeiten meist mit festen Monatspreisen.
Was der Rechner oben dazu nicht sagt
Bei Thrive Apprentice und LearnDash sind 120 Euro Hosting im Jahr eingerechnet, aber kein Videodienst. Für einen Kurs, der gerade anfängt, kommen dort realistisch 50 bis 100 Euro im Jahr dazu. Bei den Komplettlösungen entfällt dieser Posten, dafür zahlst Du ihn über den höheren Monatspreis mit.
Und die Frage, die an dieser Stelle immer kommt: YouTube als nicht gelistetes Video geht technisch, kostet nichts und ist trotzdem selten eine gute Idee. Dein bezahlter Inhalt liegt dann auf einer Plattform, die Empfehlungen einblendet, Dir die Kontrolle über die Verfügbarkeit nimmt und jedem Zugang gibt, der den Link weitergibt.
Du hast jetzt alle zehn Anbieter gesehen. Wenn Dir die Entscheidung trotzdem schwerfällt, liegt das selten an der Technik und fast immer an der Reihenfolge.
Genau die habe ich in drei E-Mails gepackt: was zuerst kommt, was warten kann und was Du getrost weglässt.
Der Zahlungsanbieter: der Posten, der über die Kosten entscheidet
Bei den deutschsprachigen Anbietern und bei den WordPress-Lösungen ist die Plattform nur die eine Hälfte. Die andere ist der Dienst, der das Geld einsammelt.
Und der kostet mehr als die Plattform. Bei zehn Verkäufen im Monat zu 297 Euro zahlst Du an Coachy 420 Euro im Jahr und an den Zahlungsanbieter rund 2.900 Euro. Das Verhältnis ist eins zu sieben.
Digistore24
Digistore24 ist der verbreitetste Weg im deutschsprachigen Raum, und der, den ich selbst nutze. Keine Grundgebühr, dafür 7,9 Prozent plus 1 Euro je Verkauf, bei Beträgen über 400 Euro sinkt der Satz für den übersteigenden Teil.
Jetzt zu der Zahl vom Anfang dieses Beitrags.
In meiner Abrechnung für 2026 gehen von 100 Euro Verkaufspreis 16,71 Euro an Digistore24. Nach Listenpreis müssten es 8,90 Euro sein.
Der Grund ist die Ratenzahlung.
Jede einzelne Rate wird abgerechnet, und die Fixgebühr von 1 Euro fällt jedes Mal an. Bei einem Kurs für 597 Euro in sechs Raten sind das sechs Euro statt einem.
Versteckt ist die Gebühr nicht, sie steht so in den Bedingungen. Aber sie verdoppelt den Abzug in meinem Fall beinahe.
Was Du daraus mitnehmen solltest
Rechne mit dem Listenpreis, wenn Du einmalig verkaufst. Rechne mit fast dem Doppelten, sobald Ratenzahlung dazukommt.
Über alle meine Kurse und Zahlungsarten hinweg liegt der Anteil des Zahlungsanbieters zwischen 13 und 20 Prozent vom Nettoumsatz. Mit dieser Spanne kalkulierst Du sicher.
CopeCart
CopeCart ist der direkte Wettbewerber, ebenfalls deutschsprachig, ebenfalls mit Reseller-Modell. Günstiger im Prozentsatz, mit ähnlicher Fixgebühr je Verkauf. Wenn Du viele kleine Beträge abrechnest, lohnt der Vergleich.
Stripe und PayPal
Die günstigste Variante, und die mit den meisten Folgen. Rund 1,5 bis 2,9 Prozent plus ein paar Cent, mehr nicht.
Dafür sind Stripe und PayPal reine Zahlungsabwickler. Sie kassieren für Dich, aber sie verkaufen nicht. Verkäufer bleibst Du, mit allem, was daran hängt. Genau darum geht es im nächsten Kapitel.
Wer schuldet die Umsatzsteuer: Du oder die Plattform?
Diese Frage wird bei der Plattformwahl am häufigsten übersehen. Und sie wird am teuersten, wenn man sie falsch beantwortet.
Es gibt zwei Modelle. Für Deine Kunden sehen sie gleich aus, für Dich sind sie es überhaupt nicht.
Modell 1: Der Anbieter ist der Verkäufer
Digistore24, CopeCart und ablefy mit Reseller-Modul kaufen Deinen Kurs rechtlich von Dir und verkaufen ihn im eigenen Namen weiter. Auf der Rechnung Deines Kunden steht deren Name, nicht Deiner.
Die Folge: Sie schulden die Umsatzsteuer, nicht Du. Sie prüfen für jeden Kauf, in welchem Land der Käufer sitzt, wenden den dortigen Steuersatz an und melden ihn dort, wo er hingehört. Du bekommst eine Gutschrift über Deinen Anteil und verbuchst einen einzigen Vorgang.
Für jemanden ohne Buchhaltungsabteilung ist das der Hauptgrund, überhaupt diesen Weg zu wählen.
Modell 2: Du bist der Verkäufer
Bei Thinkific, Kajabi und bei Stripe oder PayPal im Direktbetrieb bleibst Du der Verkäufer. Die Plattform stellt nur die Technik.
Das heißt für digitale Produkte an Privatkunden in der EU: Es gilt der Steuersatz des Landes, in dem Dein Kunde sitzt. Verkaufst Du an jemanden in Frankreich, schuldest Du französische Umsatzsteuer. An jemanden in Österreich, österreichische.
Dafür gibt es ein vereinfachtes Verfahren, das sich One-Stop-Shop nennt, kurz OSS. Du meldest zentral bei Deinem Finanzamt und musst Dich nicht in zwanzig Ländern registrieren.
Aber Du musst es einrichten, Du musst quartalsweise melden, und Du musst je Verkauf wissen, wo der Käufer sitzt.
Ich bin kein Steuerberater. Was hier steht, ist meine Erfahrung als Anbieter, keine Beratung. Die Umsatzsteuer bei digitalen Produkten hängt an Details, die von Land zu Land und von Fall zu Fall verschieden sind: Kleinunternehmerregelung, Schwellenwerte, Verkäufe an Unternehmen mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Kläre vor dem ersten Verkauf vier Dinge mit Deinem Steuerberater: Bist Du Kleinunternehmer. Welches Modell nutzt Deine Plattform. Brauchst Du OSS. Und wie verbuchst Du die Gutschriften.
Eine Stunde Beratung kostet weniger als eine rückwirkende Korrektur.
Jetzt kannst Du die Zahl aus dem Rechner noch einmal anders lesen. Die günstigste Plattform im Vergleich ist eine, bei der Du selbst abrechnest. Der Aufpreis für einen Anbieter, der das übernimmt, liegt bei rund 1.266 Euro im Jahr.
Ob das teuer ist, kannst nur Du beantworten. Wenn Dein Steuerberater für die OSS-Betreuung 600 Euro im Jahr nimmt und Dich das Thema zwei Abende im Quartal kostet, ist es nicht teuer.
Das Fernunterrichtsgesetz: wenn eine Funktion Dein Angebot zulassungspflichtig macht
Dieses Kapitel steht auf keiner der großen Vergleichsseiten. Es gehört aber genau hierher, weil die Entscheidung für eine Plattform die Frage mitentscheidet.
In Deutschland gibt es das Fernunterrichtsschutzgesetz, kurz FernUSG. Fällt Dein Angebot darunter, braucht es eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht. Ohne Zulassung ist der Vertrag nichtig, und der Kunde kann sein Geld zurückfordern. Auch Jahre später.
Drei Voraussetzungen müssen zusammenkommen:
- Du vermittelst gegen Geld Kenntnisse oder Fähigkeiten. Das trifft auf jeden verkauften Kurs zu.
- Ihr seid räumlich überwiegend getrennt. Das trifft auf jeden Online-Kurs zu.
- Du überwachst den Lernerfolg. Und hier wird es interessant.
Die ersten beiden Punkte erfüllt praktisch jeder Online-Kurs. Über den dritten entscheidet, welche Funktionen Du einschaltest.
| Funktion | Lernerfolgskontrolle? | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Videos, Texte, Arbeitsblätter zum Abarbeiten | nein | reines Selbstlernangebot, in der Regel unkritisch |
| Quiz nur für den Teilnehmer selbst, ohne Auswertung durch Dich | eher nein | kommt auf die Ausgestaltung an |
| Du korrigierst Aufgaben und gibst persönliche Rückmeldung | ja | deutliches Anzeichen für Fernunterricht |
| Zertifikat, das Du nach bestandener Prüfung ausstellst | ja | deutliches Anzeichen für Fernunterricht |
| Feste Calls, in denen Du den Fortschritt besprichst | ja | deutliches Anzeichen für Fernunterricht |
Der Bundesgerichtshof hat den Anwendungsbereich in zwei Entscheidungen weit gefasst: am 12. Juni 2025 unter dem Aktenzeichen III ZR 109/24 und im Februar 2026 unter III ZR 137/25. Betroffen waren Coaching- und Mentoring-Programme, und ausdrücklich nicht nur Verträge mit Verbrauchern.
Für die Plattformwahl heißt das: Je mehr Lern- und Prüfungsfunktionen ein Anbieter mitbringt, desto leichter rutschst Du hinein. LearnDash ist genau dafür gebaut. Ein schlichter Kursbereich mit Videos und Texten ist es nicht.
Das ist kein Argument gegen LearnDash. Es ist ein Argument dafür, die Funktionen bewusst zu wählen, statt alles einzuschalten, was da ist.
Ein Hinweis, der zeigt, wie ernst das Thema ist
Ein deutscher Anbieter in diesem Markt verkauft die ZFU-Zertifizierung als eigene Dienstleistung, für 1.500 Euro zuzüglich Umsatzsteuer plus Behördengebühren.
Wenn ein Unternehmen damit Geld verdient, ist der Bedarf real.
Was Du konkret tun kannst
Angst ist hier ein schlechter Ratgeber, Handeln ein guter. Drei Dinge helfen sofort:
- Schalte nur die Funktionen ein, die Dein Kurs wirklich braucht. Ein Kurs aus Videos, Texten und Arbeitsblättern, den die Teilnehmer allein durcharbeiten, ist der unkritischste Fall. Zertifikate und benotete Prüfungen brauchst Du selten wirklich.
- Trenne Kurs und Betreuung. Wenn Du persönliche Rückmeldung geben willst, kannst Du sie als eigenes Angebot danebenstellen, statt sie in den Kurs einzubauen. Wie Du das sauber formulierst, steht im verlinkten Beitrag.
- Frag im Zweifel bei der Zulassungsstelle selbst nach. Die ZFU beantwortet Anfragen zur Einordnung. Das ist deutlich günstiger, als es darauf ankommen zu lassen.
Und die beruhigende Nachricht zum Schluss: Der weitaus größte Teil der Online-Kurse, die im deutschsprachigen Raum verkauft werden, ist von alldem nicht betroffen. Du musst es nur wissen, bevor Du Funktionen einschaltest, nicht danach.
Die vollständige Einordnung mit Aktenzeichen, Fristen und der Frage, was als Live-Anteil zählt, steht in Angst vor der ZFU? Das musst Du als Online-Kurs-Ersteller wissen. Den Gesetzestext findest Du beim Bundesministerium der Justiz, die Zulassungsstelle selbst unter zfu.de.
Und wenn Du später wechseln willst?
Bei der Auswahl stellt sich diese Frage niemand.
Nach zwei Jahren fast jeder.
Ich bin einmal umgezogen, und die Inhalte waren dabei das kleinste Problem. Videos, Texte und Arbeitsblätter liegen ohnehin auf Deiner Festplatte. Hochladen ist Arbeit. Mehr aber auch nicht.
Schwierig sind drei andere Dinge.
Laufende Ratenzahlungen. Wer bei Dir sechs Raten vereinbart hat, zahlt beim alten Anbieter weiter. Du betreibst also eine Zeit lang zwei Systeme parallel und zahlst zweimal.
Bestehende Zugänge. Jeder Teilnehmer braucht neue Zugangsdaten, und Du musst es jedem erklären. Ein Teil meldet sich nie wieder an. Das sind Menschen, die bezahlt haben.
Adressen und Verläufe. Manche Anbieter geben Dir E-Mail-Adressen als Datei heraus. Den Fortschritt einzelner Teilnehmer in der Regel nicht.
Praktisch heißt das: Prüfe vor der Entscheidung zwei Punkte. Kommst Du an Deine Teilnehmerliste heran, und zwar als Datei? Und liegen Deine Videos bei Dir oder nur beim Anbieter?
Wenn beides mit Ja zu beantworten ist, bist Du nicht gefangen. Wenn nicht, wähle sorgfältiger, als Du es sonst tun würdest.
Du weißt jetzt, was die Plattformen kosten und worauf es rechtlich ankommt. Wenn Du magst, schicke ich Dir die drei E-Mails mit der Reihenfolge, in der ich heute wieder anfangen würde.
Welche Plattform passt zu Dir?
Die kurze Fassung, ohne Umschweife.
| Wenn das auf Dich zutrifft | Nimm | Warum |
|---|---|---|
| Du hast schon eine WordPress-Seite und traust Dir Technik zu | Thrive Apprentice | niedrigste laufende Kosten, Daten bleiben bei Dir |
| Du willst schnell starten, ein Kurs, keine Technik | Coachy | in einem Nachmittag eingerichtet, deutscher Support |
| Deinen Kunden ist Datenschutz wichtig | Memberspot | Speicherung ausschließlich in der EU |
| Du planst mehrere Kurse und willst keine Tarifentscheidung | Mentortools | ein Preis, alles unbegrenzt |
| Du willst alles aus einer Hand, auch die Abrechnung | ablefy mit Reseller-Modul | einziger deutscher Anbieter mit beidem |
| Dein Kurs braucht echte Prüfungen und Zertifikate | LearnDash | dafür gebaut, aber ZFU-Frage vorher klären |
| Du verkaufst international und hast die Steuerfrage geklärt | Thinkific | niedrigste Gebühren im Vergleich |
| Du verkaufst schon gut und zahlst für fünf Werkzeuge | Kajabi | legt sie zusammen, rechnet sich erst ab einer gewissen Größe |
| Du hast keine Reichweite und willst ein Thema testen | Udemy | bringt eigene Besucher mit, dafür niedrige Preise |
Wenn Du Dich zwischen zwei Anbietern nicht entscheiden kannst, stell den Rechner oben auf Deine Zahlen. In den meisten Fällen fällt die Entscheidung dann von selbst.
Für wen sich keine dieser Plattformen lohnt
Ich verkaufe Online-Kurse über das Erstellen von Online-Kursen. Wenn ich Dir jetzt sage, dass jeder eine Plattform braucht, darfst Du mir zu Recht misstrauen.
Spar Dir das Geld, wenn einer dieser Punkte auf Dich zutrifft:
- Du hast noch keinen fertigen Kurs. Dann zahlst Du monatlich für einen leeren Raum. Bau erst den Kurs, dann buch die Plattform.
- Du hast weniger als fünf Interessenten. Für die ersten Teilnehmer reicht ein geteilter Ordner und ein paar E-Mails. Keine Notlösung, sondern der vernünftige erste Schritt.
- Du weißt noch nicht, ob jemand dafür zahlt. Verkauf den Kurs, bevor Du ihn baust. Wenn niemand kauft, hast Du drei Wochen gespart statt sie zu verlieren.
- Du willst eigentlich nur beraten. Dann brauchst Du einen Kalender und ein Videowerkzeug, keine Kursplattform.
Und wenn nichts davon zutrifft, dann triff die Entscheidung und bleib eine Weile dabei. Am Ende gewinnt selten die Plattform mit den besten Funktionen. Es gewinnt die, bei der Du aufhörst zu vergleichen und anfängst zu verkaufen.
Was Du diese Woche tun kannst
Drei Dinge, zusammen unter zwei Stunden, ohne eine einzige Anmeldung.
- Stell den Rechner oben auf Deine Zahlen. Nicht auf Wunschzahlen, auf die, mit denen Du im ersten Jahr wirklich rechnest. Schreib Dir die drei günstigsten Anbieter auf. Fünf Minuten.
- Entscheide die Abrechnungsfrage, bevor Du die Plattform entscheidest. Willst Du die Umsatzsteuer selbst machen oder nicht? Diese eine Antwort halbiert Deine Liste. Wenn Du unsicher bist, ruf Deinen Steuerberater an, das ist ein Zehn-Minuten-Gespräch.
- Schreib auf, welche Funktionen Dein Kurs wirklich braucht. Brauchst Du Zertifikate? Prüfungen? Eine Community? Bei den meisten ersten Kursen lautet die Antwort dreimal nein, und dann brauchst Du auch keinen großen Anbieter.
Was Du diese Woche nicht tun solltest: Dich bei fünf Anbietern zum Test anmelden. Nach dem dritten weißt Du weniger als vorher, und zwei Testzeiträume laufen ungenutzt ab.
Wie es nach der Plattformentscheidung weitergeht, steht in Wie Du eine Verkaufsseite erstellst, die für zahlende Kunden sorgt und in Wie Du die ersten 30 Kunden für Deinen Online-Kurs gewinnst. Den kompletten Weg von der Idee bis zum ersten Verkauf findest Du in meiner Anleitung Online-Kurs erstellen.
Fazit
Es gibt nicht die eine beste Plattform. Es gibt die, die zu Deiner Verkaufszahl, Deinem Preis und Deinem Verhältnis zu Technik passt.
Wenn Du schon eine WordPress-Seite hast und Dich Technik nicht schreckt, ist Thrive Apprentice auf Dauer der günstigste Weg. Willst Du morgen starten und nichts verbinden müssen, nimm Coachy. Ist Deinen Kunden der Datenschutz wichtig, nimm Memberspot. Und wenn Du noch gar keinen fertigen Kurs hast, warte noch.
Was in jedem Fall gilt: Rechne mit dem, was tatsächlich abgeht, nicht mit dem Monatspreis. Und kläre vor dem ersten Verkauf, wer die Rechnung an Deinen Kunden schreibt. Diese beiden Punkte kosten Dich eine Stunde und ersparen Dir womöglich ein Jahr Ärger.
Häufige Fragen zu Online-Kurs Plattformen
Kann ich auf diesen Plattformen auch reine Videokurse verkaufen?
Ja, alle zehn können das. Der Unterschied liegt beim Videohosting: ablefy, Coachy, Memberspot, Teachable, Thinkific, Kajabi und Udemy speichern und streamen Deine Videos selbst. Bei Thrive Apprentice und LearnDash brauchst Du einen eigenen Videodienst, etwa Bunny Stream oder Vimeo. Rechne dort 50 bis 100 Euro im Jahr zusätzlich.
Welche Online-Kurs Plattform ist die beste?
Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten, weil die Kosten von Deiner Verkaufszahl abhängen. Bei wenigen Verkäufen gewinnt der Anbieter mit der niedrigsten Grundgebühr, bei vielen der mit der niedrigsten Umsatzbeteiligung. Für deutschsprachige Einsteiger ohne eigene Webseite ist Coachy ein guter Start, für alle mit bestehender WordPress-Seite Thrive Apprentice.
Was kostet eine Online-Kurs Plattform im Monat?
Deutschsprachige Anbieter starten bei 35 bis 49 Euro netto im Monat bei jährlicher Zahlung, internationale bei 40 bis 143 US-Dollar. Dazu kommen die Gebühren des Zahlungsanbieters, die bei regelmäßigem Verkauf deutlich schwerer wiegen als die Grundgebühr. Stand 23. September 2026.
Brauche ich überhaupt eine Plattform für meinen Online-Kurs?
Für die ersten Teilnehmer nicht. Ein geteilter Ordner und ein paar E-Mails reichen, um zu prüfen, ob jemand für Dein Thema zahlt. Eine Plattform lohnt sich ab dem Punkt, an dem das Verwalten von Hand mehr Zeit kostet als die Gebühr wert ist, also meist ab etwa zehn Teilnehmern.
Wer führt die Umsatzsteuer ab, wenn ich einen Online-Kurs verkaufe?
Das hängt vom Modell ab. Digistore24, CopeCart und ablefy mit Reseller-Modul verkaufen im eigenen Namen und führen die Umsatzsteuer ab.
Bei Thinkific, Kajabi oder bei Stripe im Direktbetrieb bleibst Du der Verkäufer. Dann schuldest Du bei Privatkunden in der EU die Umsatzsteuer des jeweiligen Landes. Dafür gibt es das OSS-Verfahren. Kläre das vor dem ersten Verkauf mit Deinem Steuerberater.
Was kostet Digistore24 wirklich?
Nach Liste 7,9 Prozent plus 1 Euro je Verkauf, bei Beträgen über 400 Euro sinkt der Satz für den übersteigenden Teil. In meiner eigenen Abrechnung für 2026 sind es 16,71 Euro von 100 Euro Verkaufspreis, weil ich Ratenzahlung anbiete und die Fixgebühr bei jeder Rate anfällt. Über alle Produkte hinweg liegt der Anteil zwischen 13 und 20 Prozent vom Nettoumsatz.
Fällt mein Online-Kurs unter das Fernunterrichtsgesetz?
Drei Voraussetzungen müssen zusammenkommen: entgeltliche Wissensvermittlung, räumliche Trennung und Überwachung des Lernerfolgs. Die ersten beiden erfüllt praktisch jeder Online-Kurs.
Entscheidend ist die dritte. Korrigierst Du Aufgaben, stellst Du Zertifikate nach Prüfungen aus oder besprichst Du den Fortschritt in festen Terminen, spricht viel für Fernunterricht und damit für eine Zulassungspflicht. Der Bundesgerichtshof hat den Bereich 2025 und 2026 weit ausgelegt.
Kann ich meinen Online-Kurs später auf eine andere Plattform umziehen?
Ja, aber es kostet mehr als gedacht. Die Inhalte sind schnell übertragen. Laufende Ratenzahlungen bleiben beim alten Anbieter, sodass Du eine Zeit lang doppelt zahlst, und jeder bestehende Teilnehmer braucht neue Zugangsdaten. Ein Teil meldet sich danach nie wieder an. Prüfe vor der Entscheidung, ob Du Deine Teilnehmerliste als Datei exportieren kannst.
Lohnt sich Udemy für meinen Online-Kurs?
Zum Testen eines Themas ja, zum Aufbau eines Geschäfts kaum. Udemy bringt eigene Besucher mit, behält bei Verkäufen über die eigene Suche aber 63 Prozent, gibt Dir keine E-Mail-Adressen und arbeitet mit niedrigen Preisen. Für Wiederkäufe und höherpreisige Angebote brauchst Du eine eigene Plattform.
Was ist der Unterschied zwischen Kursplattform und Zahlungsanbieter?
Die Kursplattform liefert den geschützten Bereich, in dem Deine Inhalte liegen, etwa Coachy oder Memberspot. Der Zahlungsanbieter wickelt das Geld ab und schreibt die Rechnung, etwa Digistore24 oder Stripe. Komplettlösungen wie ablefy oder Kajabi machen beides. Bei getrennten Systemen zahlst Du zweimal, kannst aber jeden Teil einzeln wechseln.
Gibt es eine kostenlose Online-Kurs Plattform?
Dauerhaft kostenlos ist keiner der hier verglichenen Anbieter. Udemy verlangt keine Grundgebühr, nimmt dafür einen Anteil am Umsatz. Die meisten anderen bieten Testphasen zwischen 14 und 30 Tagen. Der günstigste dauerhafte Weg ist eine eigene WordPress-Seite, bei der nach der Jahreslizenz nur noch Hosting anfällt.

