Hast Du schon einmal auf Amazon ein Kindle E-Book gelesen oder im Internet einen Online-Kurs gekauft?
Das sind digitale Produkte. Tschüss!
Kleiner Scherz, lass uns etwas ins Detail gehen. Und falls Du bei der Frage oben zweimal nein gesagt hast: Das ist kein Nachteil, sondern eher die Regel. Die meisten Leute, die so ein Produkt erstellen wollen, haben vorher selbst noch keines gekauft.
Digitale Produkte sind immaterielle Produkte, die Du nicht mit Deinen Händen anfassen kannst und die elektronisch ausgeliefert werden. Darunter fällt im Prinzip alles, was Du aus dem Internet herunterladen und digital auf Deinem Computer nutzen kannst. Manche nennen sie auch Online-Produkte oder virtuelle Produkte, gemeint ist dasselbe.
So zum Beispiel:
- Musik von Deinem Lieblingskünstler als mp3-Datei.
- Eine Software zur Erstellung von Webseiten, wie zum Beispiel WordPress.
- Ein Programm, mit dem Du Texte schreiben kannst, wie zum Beispiel Microsoft Word.
- Ein Roman von Deinem Lieblingsautor, den Du Dir als E-Book in Form einer PDF-Datei herunterlädst und dann auf Deinem Rechner öffnest und liest.
Digitale Produkte können im Internet auf zwei Arten ausgeliefert werden: Der Käufer lädt sich eine Datei herunter, oder er bekommt einen Zugang zu einem geschlossenen Bereich, in dem die Inhalte liegen. Und jeder, der einen Computer und eine Internetverbindung hat, kann so etwas erstellen, auch Du.
Das war die Definition. Der Rest dieses Beitrags beantwortet die Frage, die meistens dahintersteckt: Welche dieser Produktarten passt zu dem, was Du kannst? Denn es gibt zehn davon, und die meisten sind für Dich die falschen. Am Ende bleiben meistens zwei bis vier übrig.

Ich bin Christian Költringer, seit 2008 im Online-Geschäft und seit 2016 lebe ich davon. Ich habe über 3.000 Online-Kurse verkauft und ein einziges E-Book, das in zehn Jahren 2.082 Mal über die Ladentheke ging.
Ich verkaufe selbst digitale Produkte und habe ein Interesse daran, dass Du eines erstellst. Werbe- oder Partnerlinks findest Du auf dieser Seite keine. An keinem einzigen Link hier verdiene ich etwas, auch nicht an den Plattformen, die ich weiter unten nenne.
Stand: 1. Oktober 2026. Die Verkaufszahlen weiter unten sind an diesem Tag direkt aus meinem Zahlungsanbieter abgelesen, nicht geschätzt.
Ein Wort vorweg, weil es gleich oft vorkommt: Ein Zahlungsanbieter ist die Firma, die beim Verkauf alles übernimmt, was Du nicht selbst machen willst.
Der Käufer bezahlt dort. Er bekommt von dort seine Rechnung und seine Datei, und Du bekommst Dein Geld überwiesen. Im deutschsprachigen Raum sind das vor allem Digistore24 und ablefy. Einen eigenen Shop brauchst Du nicht.
Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater. Wo es um Recht und Steuern geht, verlinke ich auf die ausführliche Fassung statt sie hier zu wiederholen.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Digitale Produkte sind alles, was elektronisch ausgeliefert wird. E-Book, Online-Kurs, Vorlage, Foto, Software, Mitgliedschaft. Kein Lager, kein Versand, kein Nachdruck.
- Der größte Vorteil ist nicht der Gewinn, sondern die Korrigierbarkeit. Ein gedrucktes Buch mit Fehlern ist Altpapier. Ein E-Book öffnest Du, korrigierst es und verkaufst weiter.
- Die zehn Arten unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: ob Du einmal arbeitest oder immer weiter. Ein Kurs ist irgendwann fertig, eine Mitgliedschaft nie.
- Wenn Du seit Jahren in einem Beruf arbeitest, besitzt Du das halbe Produkt längst. Jede Checkliste, jedes Formular, jeder Ablaufplan, den Du selbst benutzt, ist Rohstoff. Diese Abkürzung übersehen Fachleute am häufigsten.
- Nicht jeder will davon leben. Viele wollen ihr Wissen weitergeben, ohne jedes Mal selbst dafür im Raum zu stehen. Auch dafür sind digitale Produkte da, und die Arten unterscheiden sich stark darin, wie viel von Dir persönlich sie verlangen.
- Realistische Größenordnung: Mein E-Book wurde in zehn Jahren 2.082 Mal verkauft. Das sind rund 17 Verkäufe im Monat und für mich gut 350 Euro monatlich. Kein Lottogewinn, aber ein Strom, der nicht abreißt.
- Von 100 Euro Verkaufspreis bleiben rund 70 bei mir. Der Rest geht an Umsatzsteuer, Zahlungsanbieter und Partner. Die genaue Aufstellung steht weiter unten.
- Weiter unten kannst Du filtern, welche der zehn Arten zu Deiner Zeit, Deinem Technikstand und Deiner Vorstellung von Einkommen passen.
Was ist der Unterschied zwischen digitalen und physischen Produkten?
Im Gegensatz zu physischen Produkten (wie zum Beispiel Kleidung, Autos, Fernsehgeräten, gedruckten Büchern) haben digitale Produkte keine physische Form. Stattdessen existieren sie nur in der digitalen Welt. Dadurch lassen sie sich leicht vertreiben und sind oft preiswerter als ihre physischen Kollegen.
Da sie nicht greifbar sind, können digitale Produkte außerdem leicht aktualisiert oder geändert werden, um mit den sich ändernden Technologien und Trends Schritt zu halten.
Überleg mal…
Wenn Du von einem Buch eine Auflage von 1.000 Exemplaren drucken hast lassen und dann merkst, dass es Rechtschreibfehler enthält, dann sind die 1.000 Bücher für die Tonne. Ein E-Book hingegen kannst Du einfach öffnen, die Fehler korrigieren und weiterhin verkaufen.
Das ist aus meiner Sicht der unterschätzteste Vorteil überhaupt. Nicht die Gewinnspanne, sondern die Tatsache, dass ein Fehler Dich nichts kostet außer zehn Minuten.
Was sind die größten Vorteile digitaler Produkte?
- Kostengünstig: Um ein E-Book zu schreiben, brauchst Du nichts weiter als ein Textprogramm wie Microsoft Word. Du musst es nicht teuer von einer Druckerei drucken lassen, hast keine Lagerkosten und musst es auch nicht versenden. Du hast nur einmalig den Aufwand der Erstellung und kannst es dann ohne weitere Kosten so oft verkaufen, wie Du möchtest. Dein digitales Produkt kann nicht „ausverkauft“ sein.
- Hohe Gewinnspanne: Nicht nur die einmalige Erstellung ist günstig, sondern für digitale Produkte fallen auch keine wiederkehrenden Produktionskosten an, sodass am Ende deutlich mehr Gewinn für Dich bleibt. Deinem digitalen Produkt ist es egal, ob es pro Tag einmal oder tausendmal verkauft wird, Dein Aufwand steigt dadurch nicht. Eine Ausnahme stellen Online-Kurse dar, für die Du in der Regel eine monatliche Gebühr für Werkzeuge wie Coachy oder Thrive Apprentice bezahlen musst, um Deine Inhalte mit Deinen Kunden zusammenzubringen. Das liegt je nach Anbieter im Bereich von etwa zehn bis fünfzig Euro im Monat.
- Vielseitigkeit: Du kannst digitale Produkte nicht nur in den verschiedensten Variationen verkaufen, sondern sie auch anderweitig im Business einsetzen. Eine kurze Checkliste kannst Du zum Beispiel verschenken, statt sie zu verkaufen, und dafür die E-Mail-Adresse bekommen. Dasselbe Material, zwei verschiedene Zwecke.
Und was sind die Nachteile?
Die stehen in den meisten Ratgebern nicht, deshalb hier meine vier.
- Dein Produkt ist unsichtbar. Ein Buch im Regal verkauft sich durch sein Cover. Ein digitales Produkt existiert erst, wenn jemand Deine Seite findet. Der Großteil der Arbeit liegt deshalb nicht in der Erstellung, sondern danach.
- Niemand wartet auf Dich. Du kannst morgen ein E-Book hochladen und drei Monate lang keinen einzigen Verkauf haben. Das ist kein Zeichen für ein schlechtes Produkt, sondern der Normalfall am Anfang.
- Du bist Dein eigener Kundendienst. Datei kommt nicht an, Zugang funktioniert nicht, Rechnung fehlt. Rechne mit ein paar E-Mails pro Woche, auch Jahre nach dem Verkaufsstart.
- Kopieren ist einfach. Ein PDF ist weitergeleitet, bevor Du es merkst. Dagegen hilft kein Kopierschutz, sondern nur, dass Dein Produkt ständig besser wird als die Kopie von gestern.
Keiner dieser Punkte spricht gegen digitale Produkte. Aber wer sie vorher kennt, hört nach dem dritten verkaufsfreien Monat nicht auf.
Und wenn Du gar keine Leserschaft hast? Dann bist Du der Normalfall. Die meisten Fachleute, die mir schreiben, haben eine Webseite von vor zehn Jahren und sonst nichts.
Dafür gibt es einen Weg, der die Reihenfolge umdreht. Du fängst dort an, wo die Besucher schon sind, statt erst eine eigene Reichweite aufzubauen. Wie das geht, steht weiter unten, und der Haken daran gleich daneben.
Klingt bis hierher gut?
Wie Du vom ersten Gedanken zum fertigen digitalen Produkt kommst, habe ich in eine kostenlose E-Mail-Serie gepackt: sieben E-Mails an sieben Tagen. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir.
Du gibst nur Deine E-Mail-Adresse an. Ich gebe sie nicht weiter, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
Was ein digitales Produkt wirklich einbringt
Hier kommt der Teil, den die meisten Ratgeber zu diesem Thema auslassen. Ich habe zehn Beiträge aus den Google-Ergebnissen durchgesehen: Drei nennen Gebühren- oder Steuersätze, aber keiner rechnet sie an einem Preis durch. Und keiner sagt, was ein einzelnes Produkt über die Jahre tatsächlich eingebracht hat.
Also mache ich das mit meinem E-Book. Es zeigt anderen Leuten, wie sie selbst ein hochwertiges E-Book schreiben und im Internet verkaufen können. Ich habe es vor rund zehn Jahren geschrieben und seitdem im Wesentlichen laufen lassen.
| Posten | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
| Bruttoumsatz aus 2.082 Verkäufen | 60.617,22 € | 100 % |
| abzüglich Umsatzsteuer | 6.876,77 € | 11,3 % |
| abzüglich Provisionen an Partner | 4.617,10 € | 7,6 % |
| abzüglich Gebühren des Zahlungsanbieters | 6.868,69 € | 11,3 % |
| bleibt bei mir | 42.254,66 € | 69,7 % |
Jetzt die Zahl, auf die es ankommt, und sie ist kleiner als die oben:
- 2.082 Verkäufe in zehn Jahren sind rund 17 Verkäufe im Monat.
- 42.254,66 Euro in zehn Jahren sind rund 4.225 Euro im Jahr oder 352 Euro im Monat.
- Je verkauftem Exemplar bleiben mir 20,30 Euro, bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 29,11 Euro.
352 Euro im Monat sind kein Lottogewinn. Davon kann niemand leben, und genau deshalb zeige ich die Zahl so. Was sie wert ist, merkst Du erst, wenn Du dazurechnest, dass ich dafür seit Jahren nichts mehr tue. Das E-Book liegt da, jemand kauft es, das Geld kommt. Zehn Jahre lang.
Und wie viele Leute müssen dafür vorbeikommen? Auf die Verkaufsseite meines E-Books kommen etwa 200 Besucher im Monat. Daraus werden die 17 Verkäufe.
Bevor Du das jetzt auf Dich überträgst: Diese Quote ist hoch, und das hat einen Grund. Die Leute, die dort ankommen, kennen mich meistens schon aus meinem Newsletter oder haben sehr gezielt danach gesucht. Wer über Google auf eine Seite kommt und den Absender nicht kennt, kauft deutlich seltener. Rechne für den Anfang eher mit einem Verkauf auf hundert bis dreihundert Besucher, nicht mit einem auf zwölf.
Für manche ist das der Anfang: Fünf solche Produkte, und wir reden über etwas anderes. Für andere reicht genau eines. Ich kenne genug Leute, die nie mehr wollten als ein Produkt, das ihr Wissen weitergibt. Ohne dass sie jedes Mal selbst im Raum stehen müssen. Beides sind gute Gründe.
Warum zeige ich das E-Book und nicht meine Online-Kurse? Weil das E-Book der sauberere Fall ist. Ein Titel, ein Thema, zehn Jahre am Stück. Der Preis hat sich über die Jahre bewegt, von Aktionen und Preistests, und die Fassung ab 2021 läuft im Zahlungsanbieter als zweiter Eintrag. Beides steckt in den Zahlen oben drin. Bei den Kursen laufen dagegen mehrere verschiedene Produkte zusammen, da erklärt eine Gesamtzahl nichts mehr.
„Christian, wenn ich Deinen Online-Kurs kaufe, nach welcher Zeit kommen die ersten Einnahmen?“ Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.
Was Du aus den 69,7 Prozent mitnehmen solltest: Rechne nie mit dem vollen Verkaufspreis. Ein Teil geht immer weg, und zwar bevor Du ihn gesehen hast.
Wenn Du allein verkaufst, bleiben eher 75 bis 85 Prozent übrig. Bei mir sind es 69,7 Prozent, weil noch Provisionen für Partner abgehen, die das E-Book empfehlen. Kein Verlust, sondern der Preis dafür, dass jemand anderes Käufer bringt.
Für Deine eigenen Zahlen gibt es einen Rechner im Beitrag zum Vermarkten digitaler Produkte.
Welche der zehn Arten passt zu Dir?
Gleich kommt die Liste mit allen zehn. Aber eine Liste hilft nur, wenn Du weißt, wonach Du suchst, und die meisten Leute suchen nach der falschen Sache. Sie fragen: „Was bringt am meisten?“ Die bessere Frage lautet: „Was passt zu dem, was ich habe?“
Dabei geht es nicht um Dein Thema, sondern um fünf nüchterne Dinge:
- Wie viel Zeit Du Dir gibst.
- Wie viel Technik Du Dir zutraust.
- Ob Du einmal arbeiten willst oder immer weiter.
- Ob nach dem Start laufend neue Inhalte kommen müssen.
- Ob Du dafür sprechen oder vor der Kamera stehen willst.
Der letzte Punkt wird fast immer vergessen. Für viele ist er der wichtigste. Vier der zehn Arten verlangen, dass Du selbst redest: Online-Kurse, Podcasts, Coaching und Mitgliedschaften. Wer genau davon weniger will, sortiert damit vier Möglichkeiten auf einen Schlag aus.
Der Filter unten spricht ausdrücklich keine Empfehlung aus. Er sagt Dir nicht, was zu Dir passt, denn das weiß ich nicht und niemand sonst. Er zeigt Dir nur, welche Arten die Bedingungen erfüllen, die Du einstellst. Entscheiden musst Du selbst.
Welche Produktarten erfüllen Deine Bedingungen?
Stell die fünf Punkte so ein, wie es bei Dir aussieht. Es gibt keine guten und keine schlechten Antworten. Gerechnet wird direkt hier im Browser, nichts wird gespeichert und nichts verschickt.
Wie lange darf es bis zur ersten verkaufsfertigen Fassung dauern?
Gemeint ist die Frist, nicht Deine freie Zeit pro Woche. Wer nur abends eine Stunde hat, wählt hier trotzdem „Monate“.
Wie soll das Geld hereinkommen?
Einmal erstellen und dann immer wieder verkaufen, oder für jeden Euro erneut Zeit einsetzen.
Wie viel Technik traust Du Dir zu?
„Wenig“ heißt: Textprogramm und E-Mail. „Mittel“ heißt: Du kommst mit einer neuen Software zurecht, wenn Du Dir eine Stunde Zeit nimmst, und traust Dir ein Video oder eine Tonaufnahme zu. „Viel“ heißt: Du programmierst oder willst es lernen.
Willst Du nach dem Start weiter Inhalte liefern?
Gemeint sind neue Inhalte: eine neue Podcast-Folge, ein neuer Abschnitt im geschlossenen Bereich für Deine Mitglieder. Laufende Arbeit für Kunden ist damit nicht gemeint, die regelt die Frage darüber.
Willst Du dafür sprechen oder vor der Kamera stehen?
Also selbst reden: Videos aufnehmen, moderieren, Gespräche führen. Manche machen das gern, andere wollen genau davon weniger.
Die 10 beliebtesten digitalen Produkte, die Du online verkaufen kannst
Falls Du es eilig hast: Die Nummern 1, 2, 3 und 9 sind die, für die sich Fachleute mit Berufserfahrung am häufigsten entscheiden. Die Nummern 4 bis 7 setzen eine besondere Fähigkeit voraus, nämlich Musik, Fotografie oder Programmieren. Wenn das nichts für Dich ist, kannst Du die vier überspringen.
1. Online-Kurse
Ich habe mittlerweile über 3.000 Online-Kurse zu verschiedenen Themen im Internet verkauft.
Wenn Du mich also fragst, was das beste digitale Produkt ist, das Du online verkaufen kannst, dann kennst Du jetzt meine Antwort.
Die Leute im Internet sind wissbegierig, wollen neue Fähigkeiten lernen, grobe Probleme lösen, bestimmte Ziele erreichen und ihr Leben nachhaltig verbessern.
Mit Online-Kursen kannst Du Dein Wissen mit der Welt teilen und anderen Menschen helfen, ihre Probleme zu lösen, ihre Ziele zu erreichen, und Dich dafür fürstlich entlohnen lassen. Ich liebe Online-Kurse und lebe seit vielen Jahren zu hundert Prozent davon.
2. E-Books
Ich habe vor Jahren ein einfaches E-Book geschrieben, das anderen Leuten zeigt, wie sie selbst ein hochwertiges E-Book schreiben und gewinnbringend im Internet verkaufen können. Was es eingebracht hat, steht weiter oben bis auf den Cent.
E-Books sind für mich die zweitbeste Art digitaler Produkte, da sie recht einfach zu erstellen und ideal sind, um sein Wissen weiterzugeben und anderen Leuten damit zu helfen oder sie einfach nur zu unterhalten.
Zudem kann man E-Books nicht nur auf seiner eigenen Webseite verkaufen, sondern auch auf zahlreichen Plattformen, allen voran Amazon KDP, zum Verkauf anbieten und so seine Reichweite erhöhen und mehr potenzielle Kunden erreichen.
3. Vorlagen
Wer in seinem Beruf immer wieder dieselben Dinge erledigt, kann daraus eine Vorlage machen und sie verkaufen. Das gilt für Grafiker, Webdesigner und Karriereberater genauso wie für Therapeutinnen, Pflegekräfte, Steuerberater, Handwerksmeister oder Lehrerinnen. Überall dort entstehen über die Jahre Formulare, Ablaufpläne und Merkblätter, die sonst niemand hat.
Ich denke da zum Beispiel an:
- Lebenslaufvorlagen
- Webseiten-Vorlagen
- E-Book-Vorlagen
- Präsentationsvorlagen
- Social-Media-Vorlagen
- Vorlagen für Werbebanner
- Contentvorlagen
Auf Plattformen wie envato können diese digitalen Produkte dann zum Verkauf angeboten werden.
Das ist übrigens die Art, bei der Fachleute am häufigsten übersehen, dass sie das halbe Produkt längst besitzen. Wer seit Jahren dieselbe Checkliste, dasselbe Formular oder dieselbe Vorlage benutzt, hat den Rohstoff im Schrank liegen.
4. Musik und (digitale) Kunst
Die Zeiten, in denen Du Deine selbstgebrannte CD an einen Produzenten schicken und auf das Beste hoffen musstest, sind längst vorbei.
Lade Deine Musik bei Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon, YouTube Music, iTunes und vielen weiteren digitalen Stores und Streaming-Diensten hoch und werde jedes Mal bezahlt, wenn Deine Musik gestreamt oder heruntergeladen wird. tunecore ist ein Anbieter, der Dich hierbei unterstützen kann.
Bist Du hingegen ein Künstler, der seine Werke verkaufen möchte, kannst Du sie auch als NFT anbieten, zum Beispiel auf OpenSea. Ein NFT ist dabei nichts anderes als ein Echtheitsnachweis: ein Eintrag, der festhält, wem ein bestimmtes digitales Bild gehört.
Ich habe dort selbst einmal einen von 10.000 NFTs zum Klimt-Gemälde „Der Kuss“ gekauft, aus Neugier. Was es wert ist, weiß niemand, und es war für mich auch nie eine Geldanlage. Wenn Du mit NFTs reich werden willst, bist Du bei mir an der falschen Adresse.
5. Fotos und Videos
Du fotografierst für Dein Leben gerne, oder das Erstellen ansprechender Videos ist Deine Leidenschaft?
Zeit, damit Geld zu machen.
Auf Plattformen wie Unsplash, Pexels und Shutterstock kannst Du Deine digitalen Kunstwerke anbieten und damit Geld verdienen.
6. Podcasts
Podcasts sind digitale Audioaufnahmen, die zum Online-Streaming oder zum Herunterladen auf einen Computer oder ein anderes tragbares Gerät zur Verfügung gestellt werden.
Es gibt mehrere Online-Plattformen wie Spotify oder Amazon Podcasters, auf denen Du Podcasts kostenlos oder gegen eine Gebühr bereitstellen oder anhören kannst.
Du kannst Deinen eigenen Podcast nutzen, um Deine Produkte und Leistungen anzubieten, Deine Zuhörer zu informieren und zu unterhalten und um Dir eine eigene Online-Community aufzubauen.
7. Online-Tools und Software
Egal, ob Du einfach nur gerne programmierst und einfache Spielereien wie einen Verdienstrechner erstellst oder komplexere Lösungen für Firmen produzierst: Werkzeuge und Software sind grandiose digitale Produkte, die online perfekt an die richtige Zielgruppe verkauft werden können.
Vor allem Webseiten-Werkzeuge aller Art und alles, was mit WordPress zu tun hat, kannst Du auf Themeforest verkaufen.
Für größere Software-Projekte würde ich Dir empfehlen, auf jeden Fall eine eigene Webseite aufzusetzen und smartes Online-Marketing zu betreiben, um erste Kunden zu gewinnen.
8. Dienstleistungen
Oh Mann, wie lange habe ich in meinen Anfangszeiten Webseiten für andere gebaut.
Hierbei geht es darum, Deine Dienstleistung in digitaler Form über das Internet anzubieten, und die Art der Leistungen kann sehr vielfältig sein:
- Webseiten bauen
- Grafiken erstellen
- Werbeanzeigen schalten
- Lebensläufe schreiben
- Workout-Pläne erstellen
- Software im Kundenauftrag erstellen
- Webseitentexte schreiben
Klar, die Leistung selbst ist nicht digital, da Du sie selbst manuell und operativ erbringen musst.
Was aber digital ist, ist die Art und Weise, wie Du Deine Kunden gewinnst. So kannst Du Deine Leistungen zum Beispiel auf Plattformen wie Upwork oder PeoplePerHour anbieten und erste Aufträge an Land ziehen.
9. Coaching und Mentoring
Wenn Du Deine Kunden digital coachst, hast Du den großen Vorteil, dass Du dafür Deine vier Wände nicht verlassen musst. Aber dennoch sitzt Du Deinem Kunden virtuell gegenüber, ihr könnt euch sehen und hören.
Werkzeuge wie Zoom ermöglichen es Dir, Deine Kunden zu jeder Tageszeit zu coachen, egal von wo aus in der Welt.
10. Memberships und Abos
Gemeint sind Mitgliedschaften, für die Deine Kunden monatlich oder jährlich zahlen, so wie bei einem Zeitschriften-Abo. Im Netz heißt das meistens Membership.
Willkommen zu einer Art Königsdisziplin der digitalen Produkte.
Hierbei geht es darum, dass Dich Deine Kunden fortlaufend für Deine Produkte und Leistungen bezahlen, zum Beispiel im monatlichen oder jährlichen Rhythmus.
Der Klassiker unter den Abo-Modellen ist das Software-Abo. Du nutzt eine bestimmte Software, zum Beispiel ein Membership-Plugin wie Thrive Apprentice, und bezahlst dafür eine monatliche oder jährliche Nutzungsgebühr.
Bietest Du keine Software an, kannst Du auch eine Mitgliederseite betreiben, die Du regelmäßig mit neuen Inhalten füllst, und Dich die Leute fortlaufend dafür bezahlen, auf Dein Wissen und Deine Erfahrungen zugreifen zu können.
Ein geniales Modell, um Dein Online-Einkommen besser planen zu können. Mit einem Haken, den ich Dir nicht verschweigen will: Es ist das einzige Modell auf dieser Liste, bei dem Du nicht aufhören kannst. Ein E-Book verkauft sich auch dann noch, wenn Du vier Wochen krank bist. Eine Mitgliedschaft nicht.
Was kostet ein digitales Produkt?
Die Preisspannen im deutschsprachigen Raum sehen ungefähr so aus:
| Produktart | übliche Spanne | was den Preis treibt |
|---|---|---|
| Vorlagen, Checklisten | 3 bis 30 € | wie viel Arbeit sie dem Käufer abnehmen |
| E-Books | 10 bis 50 € | Umfang und wie speziell das Thema ist |
| Online-Kurse | 50 bis 1.000 € | ob Betreuung dabei ist |
| Mitgliedschaften | 10 bis 100 € im Monat | wie oft neue Inhalte kommen |
Der häufigste Fehler ist der zu niedrige Preis. Nicht weil Du mehr verdienen würdest, sondern weil ein 9-Euro-Produkt dieselbe Arbeit macht wie ein 90-Euro-Produkt: dieselbe Verkaufsseite, dieselben Kundenfragen, dieselbe Technik. Nur brauchst Du zehnmal so viele Käufer.
Dass in der Tabelle trotzdem drei Euro steht, hat einen Grund: Eine einzelne Vorlage ist keine Mahlzeit, sondern eine Beilage. Wer davon etwas haben will, verkauft entweder viele davon über eine Plattform oder bündelt mehrere zu einem Paket. Wenn Du nur ein einziges Produkt machen willst, fang nicht bei drei Euro an.
Wie Du zu Deiner konkreten Zahl kommst, steht ausführlich im Beitrag zum richtigen Preis.
„Der perfekte Preis für Deinen Online Kurs.“ Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.
Wo verkaufst Du digitale Produkte?
Dafür gibt es drei Wege, und sie unterscheiden sich weniger in der Technik als in der Frage, wem die Kunden gehören.
- Auf der eigenen Webseite. Du brauchst eine Webseite, eine Verkaufsseite und einen Zahlungsanbieter, der Kauf, Rechnung und Auslieferung abwickelt. Mehr Aufwand am Anfang, dafür gehören Dir die Kundendaten und Du bestimmst den Preis.
- Über einen Marktplatz. Amazon KDP für Bücher, envato oder Themeforest für Vorlagen, Spotify für Musik, Shutterstock für Fotos. Die Plattform bringt die Besucher mit, nimmt dafür einen Anteil und behält die Kundenbeziehung.
- Über eine Kursplattform. Für Online-Kurse gibt es fertige Lösungen, die den geschlossenen Bereich, die Zahlung und den Zugang in einem erledigen. Welche sich wofür eignet, habe ich im Plattformvergleich durchgerechnet.
Meine Empfehlung nach achtzehn Jahren: Fang auf dem Marktplatz an, wenn Du schnell wissen willst, ob jemand kauft. Bau die eigene Seite auf, wenn Du weißt, dass es trägt. Die Reihenfolge andersherum kostet Monate, bevor Du den ersten Verkauf siehst.
Das gilt besonders, wenn Du heute noch keine Leser hast. Auf einem Marktplatz suchen die Leute schon, Du musst sie nicht erst herbringen.
Dafür nimmt die Plattform einen Anteil und behält die Kundenbeziehung. Die Käufer sind dann ihre und nicht Deine. Als erster Schritt ist mir das trotzdem lieber, als zwei Jahre Reichweite aufzubauen, bevor überhaupt klar ist, ob jemand für Dein Thema zahlt.
Wie entsteht so ein Produkt überhaupt?
In vier Schritten, und drei davon haben nichts mit Technik zu tun.
- Das Thema schärfen. Nicht „Ernährung“, sondern die eine Frage, die Dir Deine Kunden immer wieder stellen. Je enger, desto besser verkauft es sich.
- Prüfen, ob jemand dafür zahlt. Suchen Leute danach? Gibt es vergleichbare Produkte? Wenn es zu Deinem Thema nichts gibt, ist das selten eine Marktlücke und meistens ein Hinweis.
- Die kleinste verkaufbare Fassung bauen. Nicht das Werk Deines Lebens, sondern die Version, die ein Problem löst. Mein erster Kurs war grottenschlecht und hat sich trotzdem verkauft.
- Verkaufen und nachbessern. Erst die echten Käufer sagen Dir, was fehlt. Und genau das ist der Vorteil digitaler Produkte: Du kannst nachbessern, ohne eine Auflage einzustampfen.
Der ausführliche Weg für Online-Kurse steht im Beitrag zum Erstellen eines Online-Kurses, für die Ideenfindung gibt es einen eigenen Beitrag.
„Warum Dein Online-Kurs nie perfekt wird…“ Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.
Was Du rechtlich und steuerlich wissen musst
Vier Dinge gelten für alle zehn Arten, egal welche Du wählst.
- Der Steuersatz hängt an der Produktart, nicht am Preis. Für E-Books und andere elektronische Publikationen gilt der ermäßigte Satz, für Online-Kurse der volle. In Deutschland sind das 7 gegen 19 Prozent, in Österreich 10 gegen 20.
- Wenn Du klein anfängst, führst Du oft gar keine Umsatzsteuer ab. Als Kleinunternehmer bleibst Du in Deutschland bis 25.000 Euro Vorjahresumsatz davon befreit, in Österreich bis 55.000 Euro. Du schreibst dann Rechnungen ohne Umsatzsteuer und weist in der Rechnung auf die Befreiung hin.
- Beim Widerrufsrecht entscheidet ein Kästchen auf Deiner Bestellseite. Es erlischt bei digitalen Inhalten nur, wenn der Käufer vor dem Download ausdrücklich zustimmt, dass Du sofort lieferst, und er bestätigt, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert, und Du ihm das anschließend schriftlich bestätigst. Fehlt eines davon, kann er vierzehn Tage lang zurücktreten, obwohl er die Datei längst hat. Die gängigen Zahlungsanbieter haben dieses Kästchen eingebaut, Du musst es nur einschalten.
- Ab 10.000 Euro Umsatz mit Privatkunden im EU-Ausland ändert sich, wo Du die Umsatzsteuer abführst. Das trifft Österreicher und Schweizer oft früher als Deutsche, weil ein großer Teil ihrer Käufer in Deutschland sitzt.
Die vier Punkte oben habe ich ausführlich aufgeschrieben, mit den Paragrafen für Deutschland, Österreich und die Schweiz und mit einem Rechner für Deinen eigenen Preis: digitale Produkte vermarkten und verkaufen. Lies das, bevor Du Deinen ersten Verkauf freischaltest, nicht danach.
Dazu kommt ein fünfter Punkt, der nicht alle betrifft, dafür aber hart: In einem reglementierten Beruf gelten für Dich zusätzliche Werbebeschränkungen. Betroffen sind Gesundheits- und Pflegeberufe, Rechts- und Steuerberatung, Apotheken und einige Handwerke.
Verkaufen darfst Du praktisch immer. Es geht um das Wie. Also darum, welche Heilversprechen Du geben darfst, mit welchen Erfolgen Du werben darfst und ob Du mit Kundenstimmen arbeiten darfst. In Gesundheitsberufen kommt hinzu: Alles, was wie eine persönliche Behandlung aussieht, ist strenger geregelt als ein allgemeines Informationsprodukt.
Kein Grund, es zu lassen. Nur einer, es vorher nachzulesen. Dein Berufsgesetz und Deine Kammer sagen Dir in einer halben Stunde, was geht. Die zwei Zusatzregeln für die Werbung habe ich im Beitrag zur Kundengewinnung aufgeschrieben.
Für wen sich ein digitales Produkt nicht lohnt
Vier Fälle, in denen ich abraten würde.
- Du suchst eine Einnahmequelle und hast noch kein Thema. Dann ist die Reihenfolge falsch herum. Gemeint ist damit nicht, dass Du Profi sein musst: Wer in seinem Beruf seit Jahren dieselben Fragen beantwortet, hat ein Thema. Wer gar kein Fachgebiet hat, sucht sich besser erst eines.
- Du erwartest Einkommen in den ersten Wochen. Mein E-Book brauchte Jahre, bis daraus ein verlässlicher Strom wurde. Die ersten Monate sind immer dünn.
- Du willst etwas verkaufen, das es tausendfach kostenlos gibt, ohne eigene Erfahrung dazuzulegen. Die Leute zahlen nicht für Informationen, sie zahlen für die Abkürzung.
- Du willst Dein Produkt vom Kundendienst freihalten. Das geht nicht. Datei kommt nicht an, Zugang klemmt, Rechnung fehlt: Ein paar E-Mails pro Woche bleiben an Dir hängen, auch Jahre später. Wer dafür keine halbe Stunde pro Woche übrig hat, sollte es lassen.
„Du möchtest einen Online-Kurs zu einem Thema erstellen, von dem Du keine Ahnung hast?“ Alles Wichtige daraus steht auch hier auf der Seite.
Was Du diese Woche tun kannst
| Tag | Was Du machst | Ergebnis |
|---|---|---|
| Montag | Schreib die zehn Fragen auf, die Dir Kunden immer wieder stellen. Ein Zettel genügt. | Das Inhaltsverzeichnis Deines ersten Produkts. |
| Dienstag | Sammle, was Du schon hast: Checklisten, Formulare, Merkblätter, Ablaufpläne. Auf dem Rechner, im Ordner oder im Aktenschrank. | Eine Liste mit halbfertigem Rohstoff. |
| Mittwoch | Stell den Filter weiter oben auf Deine Lage ein und lies die Begründungen zu den Arten, die wegfallen. | Zwei bis vier Arten statt zehn. |
| Donnerstag | Such drei Produkte zu Deinem Thema und notier den Preis. Am ehesten findest Du sie bei Amazon, auf Digistore24 oder indem Du Dein Thema zusammen mit „Online-Kurs“ oder „E-Book“ googelst. | Eine realistische Preisspanne. |
| Freitag | Entscheide Dich für eine Art und schreib auf, warum nicht für die anderen. | Eine Entscheidung, die hält. |
Und wenn die Entscheidung steht?
Dann beginnt der Teil, der tatsächlich Arbeit macht. Wie Du vom Thema zum fertigen Produkt kommst, schicke ich Dir in einer kostenlosen E-Mail-Serie: sieben E-Mails an sieben Tagen. Am Ende der Serie steht ein Angebot von mir.
Du gibst nur Deine E-Mail-Adresse an. Ich gebe sie nicht weiter, und abmelden kannst Du Dich mit einem Klick.
Fazit: Was sind digitale Produkte?
Digitale Produkte sind alle Informationen, die elektronisch bereitgestellt werden können. Das kann alles sein, vom Verkauf von Online-Kursen und E-Books bis hin zu Software und digitalen Kunstwerken als NFTs.
Grundsätzlich gilt: Wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung digital geliefert werden kann, gilt es als digitales Produkt.
Welche der zehn Arten für Dich infrage kommt, hängt nicht davon ab, welche am meisten einbringt. Sie hängt davon ab, wie viel Zeit und Technik Du hast und ob Du dafür sprechen willst. Für jemanden mit dreißig Jahren Berufserfahrung und wenig Lust auf Kamera sind das meistens Vorlagen und E-Books. Für jemanden, der gerne redet, eher Kurse und Coaching.
Und die Zahlen bleiben, wie sie sind: 2.082 Verkäufe in zehn Jahren, 42.254,66 Euro davon für mich, rund 352 Euro im Monat. Davon lebt niemand. Aber es reißt eben auch nicht ab.
Welche der zehn Arten reizt Dich am meisten, und was hält Dich noch davon ab? Schreib es mir in die Kommentare, ich lese jeden einzelnen.
Häufige Fragen
Was sind digitale Produkte einfach erklärt?
Digitale Produkte sind Dinge, die Du kaufen, aber nicht anfassen kannst, weil sie elektronisch ausgeliefert werden. Ein E-Book, ein Online-Kurs, eine Vorlage, ein Musikstück, eine Software. Du lädst sie herunter oder bekommst einen Zugang dazu.
Was ist der Unterschied zwischen digitalen und physischen Produkten?
Physische Produkte musst Du herstellen, lagern und versenden, und ein Fehler kostet eine ganze Auflage. Digitale Produkte erstellst Du einmal und lieferst sie beliebig oft aus, ohne zusätzliche Kosten. Fehler kannst Du jederzeit korrigieren.
Welche digitalen Produkte gibt es?
Zehn Arten decken praktisch alles ab: Online-Kurse, E-Books, Vorlagen, Musik und digitale Kunst, Fotos und Videos, Podcasts, Online-Werkzeuge und Software, Dienstleistungen, Coaching und Mentoring sowie Memberships und Abos.
Welche digitalen Produkte verkaufen sich am besten?
Das hängt weniger von der Produktart ab als von Deinem Thema. Bei mir sind es Online-Kurse, mit denen ich seit Jahren meinen Lebensunterhalt verdiene, gefolgt von E-Books. Für jemanden mit Grafik-Hintergrund können Vorlagen das Richtige sein.
Was verdient man mit einem digitalen Produkt?
Mein E-Book wurde in zehn Jahren 2.082 Mal verkauft und hat mir davon 42.254,66 Euro gebracht. Das sind rund 17 Verkäufe und 352 Euro im Monat, aus einem einzigen Produkt, für das ich seit Jahren nichts mehr tue. Die ersten Monate waren deutlich dünner.
Wie viel bleibt vom Verkaufspreis übrig?
Bei mir rund 70 Prozent. Der Rest geht an Umsatzsteuer, an den Zahlungsanbieter und an Partner, die das Produkt empfehlen. Ohne solche Partner bleiben eher 75 bis 85 Prozent. Rechne also nie mit dem vollen Verkaufspreis, wenn Du kalkulierst.
Kann ich digitale Produkte ohne Vorkenntnisse erstellen?
Technisch ja, bei E-Books und Vorlagen reicht ein Textprogramm. Inhaltlich brauchst Du aber ein Thema, bei dem Du mehr weißt als Dein Leser. Das muss kein Expertenstatus sein, oft reicht es, dass Du einen Weg schon gegangen bist.
Darf ich als Angehöriger eines Gesundheitsberufs ein digitales Produkt verkaufen?
In aller Regel ja, aber für die Werbung gelten Zusatzregeln. Verkaufen darfst Du praktisch immer. Eingeschränkt ist, womit Du werben darfst: Heilversprechen, Erfolgsangaben und Kundenstimmen sind in Gesundheits- und Pflegeberufen strenger geregelt als anderswo. Was konkret gilt, steht in Deinem Berufsgesetz und bei Deiner Kammer. Dasselbe betrifft Rechts- und Steuerberatung sowie einige Handwerke.
Wie viele Besucher braucht man für einen Verkauf?
Bei meinem E-Book kommen auf etwa 200 Besucher im Monat rund 17 Verkäufe. Diese Quote ist hoch, weil die meisten dieser Leute mich schon aus meinem Newsletter kennen oder sehr gezielt gesucht haben. Wer über Google kommt und den Absender nicht kennt, kauft deutlich seltener. Für den Anfang ist ein Verkauf auf hundert bis dreihundert Besucher die realistischere Erwartung.
Was ist ein Zahlungsanbieter?
Die Firma, die beim Verkauf alles abwickelt, was Du nicht selbst machen willst. Der Käufer bezahlt dort, bekommt von dort seine Rechnung und seine Datei, und Du bekommst Dein Geld überwiesen. Im deutschsprachigen Raum sind das vor allem Digistore24 und ablefy. Einen eigenen Shop brauchst Du dafür nicht.
Welche Steuer gilt für digitale Produkte?
Das hängt von der Produktart ab. Für E-Books und andere elektronische Publikationen gilt der ermäßigte Satz, in Deutschland 7 Prozent, in Österreich 10. Für Online-Kurse gilt der volle Satz, also 19 beziehungsweise 20 Prozent.

