Deine Idee gibt es schon? Gut so. Viel Wettbewerb ist kein Grund, es bleiben zu lassen. Er zeigt, dass Menschen für Dein Thema Geld ausgeben.
Die bessere Frage lautet deshalb: Wie hebst Du Dich vom Wettbewerb ab? Dafür bekommst Du hier 5 Strategien und danach eine Übung, für die Du Dir mindestens eine Stunde Zeit nimmst.
Ich kenne das Gefühl. Vor einigen Jahren habe ich ein Online-Projekt zum Thema „Cellulite loswerden“ gestartet. Auch damals gab es dazu online schon alles: Bücher, Cremes, Coachings, Kurse. Trotzdem habe ich daraus, als Mann, ein erfolgreiches Projekt aufgebaut und es später verkauft.
Was ich anders gemacht habe? Ich habe mich tagelang intensiv mit der Zielgruppe beschäftigt, die ich erreichen wollte. Das ist Strategie 5 in diesem Beitrag.
Hi, ich bin Christian Költringer, Online-Unternehmer aus Salzburg. Meine ersten Gehversuche im Internet habe ich 2008 gemacht, und seit 2016 lebe ich zu 100 % von meinen Online-Einnahmen.
Der Erste war ich dabei nie. Als ich anfing, über „Online Geld verdienen“ zu schreiben, gab es dazu schon Hunderte Webseiten. Wie ich damit umgegangen bin, zeige ich Dir in Strategie 1.
Zur Offenheit: Ich verkaufe selbst Online-Kurse und weise in diesem Beitrag auf mein kostenloses Einstiegsangebot hin. Affiliate- oder Werbelinks gibt es hier keine. Die beiden Anbieter, die ich in Strategie 2 als Beispiel zeige, sind keine Empfehlung und keine Werbung.
Stand: 5. Oktober 2026. Das gilt auch für die Beschreibung der beiden Beispiel-Webseiten in Strategie 2 und für die Rechtshinweise.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Wettbewerb zeigt, dass Menschen für ein Thema bezahlen. Findest Du gar keinen, prüf zuerst, ob überhaupt jemand nach Deinem Thema sucht.
- Der Erste zu sein, ist selten ein Vorteil: In einer Untersuchung von rund 500 Marken scheiterten 47 % der Pioniere.
- Abheben kannst Du Dich auf 5 Wegen: eine andere Richtung einschlagen, das Thema zu Deinem machen, eine Nische wählen, Deine volle Aufmerksamkeit bieten und Deine Kunden besser kennen als jeder andere.
- Billiger zu sein als die anderen, gehört nicht dazu.
- Kommst Du aus einem Fachberuf, hast Du für Strategie 2 oft schon etwas, das Dich unterscheidet: Deine Berufsjahre.
- Die Übung nach den Strategien: ein Anbieter, drei Fragen, mindestens eine Stunde. Dafür gibt es ein Arbeitsblatt zum Ausfüllen.
- Ansehen und daraus lernen darfst Du. Fremde Texte, Bilder und Videos übernimmst Du nicht.
Wenn Du schon einmal darüber nachgedacht hast, ein Online-Business zu starten, dann bist Du vermutlich schon Leuten begegnet, die Deine Business-Idee bereits umgesetzt haben oder schon über das Thema sprechen, über das Du sprechen möchtest.
Ich weiß das, weil ich das schon erlebt habe.
Du schaust Dir ein YouTube-Video an oder liest Dir einen Blog-Beitrag durch und hörst eine Stimme in Deinem Kopf sagen: „Na ja, wenn die das schon machen, dann sollte ich mich gar nicht erst bemühen.“
Die Wahrheit ist: Diese Stimme lügt Dich an.
Schau Dir die 27 Themen an, mit denen andere schon online Geld verdienen. Es gibt jede Menge Leute, die Geschäfte in einigen der am stärksten umkämpften Branchen aufbauen, von Musik über Marketing bis hin zur Programmierung. Keiner von ihnen hat sich davon abhalten lassen, dass jemand anders es zuerst geschafft hat.
Egal, wie überlaufen Deine potenzielle Branche ist, egal, für wie „erledigt“ Du ein Thema bereits hältst, es gibt Platz für Dich und Deine Idee.
Der Trick besteht darin, herauszufinden, wo dieser Platz an der Sonne ist und wie Deine Idee dort hineinpasst.
Du hast ein Thema im Kopf und zögerst, weil es dazu schon so viel gibt? Dann lies in Ruhe weiter. Wenn Du magst, hol Dir dazu meinen kostenlosen E-Mail-Kurs: sieben Tage lang je ein konkreter Schritt, wie aus Deinem Wissen ein eigenes Produkt wird.
Fehlt Dir das Thema noch, helfen Dir die 77 Info-Business-Ideen, die Du dazubekommst: Themen aus ganz unterschiedlichen Märkten und Nischen. Kostenlos, ohne Abo und ohne Zahlungsdaten.
In meinen E-Mails stelle ich Dir auch mein kostenpflichtiges Angebot vor. Abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Was die meisten Menschen über Wettbewerb falsch verstehen
Wir leben in einer Kultur, die davon besessen ist, der Erste zu sein, vor allem, wenn es ums Geschäft geht. Aber wenn man genau hinschaut, stellt sich schnell heraus, dass es in der Regel KEIN Vorteil ist, irgendwo der Erste zu sein.
Eine Studie hat nämlich ergeben, dass die „Pionier“-Marken, die als erste in ihrem Markt tätig waren, fast sechsmal so häufig scheiterten wie die Unternehmen, die später kamen und dann früh die Marktführung übernahmen: 47 % gegenüber 8 %.
Quelle: Peter N. Golder und Gerard J. Tellis, „Pioneer Advantage: Marketing Logic or Marketing Legend?“, Journal of Marketing Research, Mai 1993. Untersucht wurden rund 500 Marken in 50 Produktkategorien.
Wahrscheinlich fallen Dir selbst ein paar Beispiele ein: „Wann hast Du das letzte Mal Dein MySpace-Profil überprüft oder mit Deinen Freunden im AOL Instant Messenger gechattet?“
Kennst Du diese beiden Dienste überhaupt noch?
Beide waren früher da als Facebook und WhatsApp. Im Marketing nennt man den Ersten in einem Markt „First Mover“. Dass die beiden früh dran waren, hat andere soziale Medien (wie zum Beispiel Facebook) und Instant-Messaging-Anwendungen (wie zum Beispiel WhatsApp) aber nicht davon abgehalten, nachzurücken und das, was sie konnten, besser zu machen.
Wenn man der Erste ist, muss man alles selbst herausfinden. In der Zwischenzeit können die Leute, die nach Dir kommen, Deine guten Ideen aufgreifen und Deine schlechten Ideen vermeiden.
Denk an Pinguine!
Kluge Pinguine wissen, dass sie warten müssen, bis jemand anderes ins Wasser geht, um sicher sein zu können, dass es sicher ist.
Eine weitere Möglichkeit, wie der Wettbewerb für Dich arbeiten kann: Er beweist, dass die Menschen das, was Du starten möchtest, tatsächlich wollen und bereit sind, dafür zu bezahlen.
Das ist etwas, was die „First Mover“ jahrelang und mit Tausenden von Euros erst herausfinden müssen.
Wenn es in Deinem (anvisierten) Markt also bereits Konkurrenz gibt, bedeutet das, dass jemand anderes kostenlos für Dich herausgefunden hat, dass darin Geld liegt.
Wie das bei meinem Cellulite-Projekt war, erzähle ich in diesem Kurzvideo:
Kurzvideo (1:43 Minuten): Warum viel Wettbewerb ein gutes Zeichen ist, mit der Geschichte meines Cellulite-Projekts.
„Konkurrenz belebt das Geschäft“ ist also mehr als ein Spruch. Wie Du nachsiehst, was es zu Deinem Thema schon gibt, zeige ich Schritt für Schritt in meinem Beitrag zum Überprüfen von Online-Business-Ideen.
Vielleicht denkst Du jetzt an den Bäcker im Ort. Stell Dir ein Dorf wie meines vor, mit 4.000 Einwohnern. Gibt es dort zwei Bäcker, ist ein dritter für die beiden ein Problem: Er könnte ihnen Kunden wegschnappen.
Im Internet ist das anders. Es ist so groß, dass es diesen typischen Verdrängungskampf dort nicht gibt. Gesehen werden musst Du trotzdem, und genau darum geht es in den 5 Strategien.
Das soll aber nicht heißen, dass wir alle glücklich sein sollten, wenn wir einfach die Produkte unserer Konkurrenten nachahmen können.
Es stellt sich also die Frage: „Wie kannst Du ein Online-Business aufbauen, das so einzigartig ist, dass es egal ist, ob Du Konkurrenz hast, denn Deine Konkurrenten sind irrelevant?“
5 Strategien, um sich von der Konkurrenz abzuheben
1. Links, wo andere rechts fahren …
Als ich 2008 meine ersten Gehversuche im Internet machte, gab es bereits Hunderte, vielleicht sogar Tausende andere Webseiten, die über „Online Geld verdienen“ schrieben.
Aber wenn man meine Aussagen mit den Aussagen der meisten Konkurrenten vergleicht, gibt es einige Unterschiede.
Der übliche Rat:
- Starte als Anfänger unbedingt mit Affiliate-Marketing.
- Erstelle so schnell wie möglich ein Produkt.
- Kaufe Dir irgendwelche Tools.
Christian Költringer:
- Starte NICHT mit Affiliate-Marketing (auch nicht als Neueinsteiger).
- Verbringe jede freie Minute damit, etwas über Deine Zielgruppe herauszufinden.
- Außer einer Webseite und einem E-Mail-Marketing-Tool brauchst Du keine weiteren Tools, um ein erfolgreiches Online-Geschäft aufbauen und betreiben zu können.
Ich war vielleicht nicht der erste Mensch, der über „Online Geld verdienen“ geschrieben hat, aber meine Botschaft unterschied sich von den meisten anderen Inhalten, die es zu dieser Zeit gab. Ich fuhr links, wo andere rechts fuhren, und tu es immer noch.
Und wie sich herausstellte, fanden meine Sichtweise und mein Ansatz beim Aufbau eines eigenen Online-Geschäfts bei vielen Menschen Anklang, und ich konnte mir dadurch ein eigenes Publikum an echten Fans und treuen Kunden aufbauen.
Wenn Du also an Deine Business-Idee denkst, suche nach Möglichkeiten, wo Du in eine andere Richtung abbiegen kannst, als es alle anderen tun.
Ein paar Ansatzpunkte für den Anfang:
- Denk an „konventionelle Weisheiten“ zu Deinem Thema, von denen Du glaubst, dass sie nicht wahr sind, und bei denen es Dich wahnsinnig macht, dass sie ständig wiederholt werden, als wären sie ein Evangelium.
- Konzentriere Dich auf die winzigen Details, über die andere hinwegsehen, die Du aber als absolut wichtig erachtest, um dorthin zu gelangen, wo Du jetzt bist.
- Achte darauf, wie Deine Konkurrenten ihre Informationen weitergeben, wie sie sie verpacken, wie sie darüber sprechen, und frag Dich dann: Gibt es einen einfacheren, schnelleren, tiefgründigeren, cooleren, witzigeren, besseren Weg, dies zu tun?
2. Schau nach Möglichkeiten, um es zu DEINEM zu machen
Mein Ratschlag: Suche nach Möglichkeiten, Deine Business-Idee zu Deiner eigenen zu machen.
Um Dir zu zeigen, was ich damit meine, lass uns einen Blick auf zwei verschiedene Online-Geschäfte werfen, die man als „Konkurrenten“ zueinander betrachten kann:
Beide Anbieter versprechen dasselbe Ziel: nachhaltig abnehmen und das Wohlfühlgewicht halten.
Aber sie geben ihr Kundenversprechen auf eine Art und Weise ab, die jedes Business zu etwas ganz Eigenem macht.
intumind stellt eine Methode in den Vordergrund. „Abnehmen beginnt im Kopf. Nicht auf dem Teller“, steht ganz oben auf der Webseite. Dazu kommt der Hinweis, die Methode sei von Ärzten und Ernährungsexperten entwickelt worden. Der Anbieter nennt große Zahlen, nach eigener Angabe über 280.000 Kundinnen, und arbeitet mit täglichen Audios zum mentalen Training.
Anders die Webseite von Jan Bahmann. Sie ist dunkel gehalten, die Marke trägt seinen Namen, und er tritt als Abnehmcoach auf. Im Mittelpunkt stehen einzelne Kundinnen: Fallstudien mit Vornamen, Alter, Beruf, Ausgangslage und Ergebnis. Sein Versprechen lautet „ohne Verbote & Einschränkungen“.
Beide Anbieter haben eine einzigartige Sichtweise auf das Thema „Nachhaltig abnehmen“ und eine einzigartige Art, darüber zu sprechen, und das ist es, was ihr Publikum zu ihnen zieht. Ihr Geschäft lässt sich nicht auf die Branche, in der sie tätig sind, oder die Themen, die sie behandeln, reduzieren.
Arbeitest Du in einem Heil- oder Gesundheitsberuf?
Dann nimm aus dem Beispiel nur mit, worum es hier geht: die eigene Art, über ein Thema zu sprechen. Für Deine Werbung gelten besondere Regeln, und nicht alles, was diese beiden Anbieter tun, darfst Du auch.
- Deutschland: Sobald sich eine Werbeaussage auf das Lindern von Krankheiten oder Beschwerden bezieht, kann das Heilmittelwerbegesetz greifen. Nach § 3 Heilmittelwerbegesetz ist es zum Beispiel irreführend, fälschlich den Eindruck zu erwecken, ein Erfolg sei mit Sicherheit zu erwarten.
- Österreich: Für Physiotherapeutinnen, Ergotherapeuten, Logopädinnen, Diätologen und alle anderen Angehörigen der MTD-Berufe verbietet § 39 MTD-Gesetz 2024 im Zusammenhang mit der freiberuflichen Berufsausübung jede vergleichende, diskriminierende oder unsachliche Werbung. Das betrifft auch Strategie 1 und die Übung: Der Vergleich mit anderen gehört in Deine Notizen, nicht in Deine Werbung. Dort beschreibst Du Deinen eigenen Weg.
- Überall: Dazu kommt Dein Berufsrecht, das sich je nach Land und Beruf unterscheidet. Was Dir Patienten anvertrauen, bleibt bei Dir.
Ich bin kein Anwalt. Im Zweifel fragst Du Deinen Berufsverband oder, wenn Du eine hast, Deine Kammer.
Denk über Deine Geschäftsidee nach: Welche Möglichkeiten gibt es, Deine einzigartige Perspektive und Erfahrung in ein Thema einzubringen, über das andere bereits sprechen?
Ja, das ist eine schwierige Frage, denn es geht um das Gesamtpaket, nicht um einzelne Teile.
Aber es geht hier nicht darum, vollständig das „Rätsel“ zu lösen, wie sich Dein (zukünftiges) Business von anderen abheben kann, sondern nur darum, ein paar Möglichkeiten zu finden, wie Du es tun könntest.
Ein paar Beispiele:
- Ein Hintergrund, den Du hast, den andere Experten auf Deinem Gebiet nicht haben. Vielleicht hast Du selbst eine Krise durchgestanden und Deinen eigenen Weg gefunden, den Du jetzt an andere Leute weitergibst.
- Eine besondere Strategie, die Du anwendest, um schwierige Konzepte und Vorgänge zu erklären.
- Ein einzigartiger Stil oder eine besondere Note, die Du in Deine Inhalte einbringst.
Alleinstellungsmerkmal und Positionierung: was die Wörter bedeuten
In Marketing-Büchern heißt das, worum es in diesem Kapitel geht, Alleinstellungsmerkmal. Wer daran arbeitet, spricht von Positionierung. Gemeint ist die EINE Sache, die Dich von ähnlichen Angeboten unterscheidet und den Leuten einen triftigen Grund gibt, bei Dir zu kaufen.
Kommst Du aus einem Fachberuf, hast Du diese Sache oft schon: Deine Berufsjahre und die Fälle, die Du in dieser Zeit gesehen hast.
3. Sei „nischig“
Merke Dir bitte folgenden Ratschlag.
Die Leute wollen nicht wissen, ob etwas funktioniert. Sie wollen wissen, ob es für sie funktioniert.
Eine großartige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass Dein Business für Deine Zielgruppe hervorragend funktioniert, ist es, Deinen Fokus auf eine kleinere Gruppe von Leuten innerhalb eines (großen) Marktes zu beschränken.
Du begibst Dich also in eine Nische, in einen kleineren Teilbereich Deines kompletten Marktes.
Ein Beispiel.
Eine Expertin für Karriereberatung sagt nicht: „Ich helfe Dir, den richtigen Job zu finden.“
Damit würde sie im Prinzip jeden Mann und jede Frau, egal, welchen Alters, ansprechen, die auf der Suche nach einer Karriereberatung sind, und sich damit auch mit jedem anderen Karriereberater da draußen um die besten Kunden „streiten“.
Nein, die Karriereexpertin sagt: „Du bist introvertiert und suchst einen neuen Job, der zu Dir passt und Dich erfüllt? Ich helfe Dir.“
Erkennst Du den Unterschied?
Sie spricht damit nur die introvertierten Leute an, einen kleinen Teil im riesigen Markt der Jobsuchenden.
Indem sie sich auf eine Unterkategorie im Karrieremarkt konzentriert, nämlich die introvertierten Arbeitssuchenden, geschehen zwei Dinge:
- Ihr Geschäft wird fokussierter. Von den Problemen, die sie anspricht, über die Ratschläge, die sie gibt, bis hin zu der Art und Weise, wie sie Texte schreibt und sich selbst vermarktet, konzentriert sie sich auf Introvertierte und die Art von Karriereberatung, die für diese Menschen nützlich ist.
- Das Feld der Konkurrenten wird sehr viel kleiner. Jetzt konkurriert sie nicht mehr mit der ganzen weiten Welt der Berufsberatungsexperten. Sie konkurriert nur mit Leuten, die sich ebenfalls an Introvertierte wenden. Und das ist eine viel, viel kleinere Gruppe.
Du denkst Dir jetzt vielleicht: „Wird mein Zielmarkt dadurch nicht auch viel kleiner und dadurch auch die Anzahl der potenziellen Kunden, die ich erreichen kann?“
Antwort: Ja, natürlich.
Aber in einem überfüllten Raum wird das Publikum ohnehin immer in kleinere Teile zerlegt.
Wenn Du Dich bewusst auf eine Nische beschränkst, kannst Du Deinen Anspruch auf die Gruppe von Leuten, die Du erreichen möchtest, glasklar abstecken und musst nicht zwanghaft versuchen, irgendwie „jeden“ zu erreichen. Das macht alles viel einfacher, und selbst die meisten Nischen im Internet sind so groß, dass es darin genug Kunden für Dich gibt.
Finden musst Du sie trotzdem.
Schau Dir also Deine Business-Idee an und frag Dich: Kann ich noch spezifischer werden, was meine anvisierte Zielgruppe angeht?
- Könnte es statt „Produktivitäts-Hacks“ heißen: „Produktivitäts-Tipps für Leute, die ihren Master-Abschluss machen und gleichzeitig einen Vollzeitjob haben“?
- Könnte es anstelle von „Selbstfürsorge“ heißen: „Selbstfürsorge für onkologische Krankenschwestern“?
- Könnte es anstelle von „Yoga-Tipps“ heißen: „Yoga-Tipps für Leistungssportler“?
Wie Du Deine Nische findest und in einen einzigen Satz bringst, zeige ich an einem echten Gespräch in meinem Beitrag „Passende Nische finden“.
4. Verwandle Deinen „Nachteil“ in Deinen Vorteil
Wenn Du gerade erst startest, dann hast Du Deinen Kunden etwas zu bieten, was Deine größeren, etablierten Konkurrenten nicht haben: Deine volle Aufmerksamkeit.
Je nachdem, welche Art von Produkt oder Leistung Du anbietest, werden Deine Kunden Fragen, Probleme und Herausforderungen haben, mit denen sie auf Dich zukommen und Dich um eine Antwort oder Lösung bitten.
Deine Konkurrenz hat vielleicht hundert Kunden, um die sie sich kümmern muss, Du hast vielleicht erst fünf. Hundert Kunden zufriedenzustellen und ihnen Top-Support zu geben, ist deutlich schwerer, als fünf Kunden Deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.
Als Anfänger hast Du also den Luxus, intensiv für Deine Kunden sorgen zu können, und dadurch werden sie sich unweigerlich zu Dir hingezogen fühlen.
Die Beziehung, die Du also zu Deinem Publikum und zu Deinen ersten Kunden aufbaust, ist ein Vorteil, den Du während der gesamten Lebensdauer Deines Geschäfts nutzen kannst. Und das beginnt schon am ersten Tag, wenn Du Dir die Zeit nimmst, Deine Kunden besser kennenzulernen als jeder andere.
Du hast noch gar keine Kunden? Wie Du die ersten gewinnst, wenn Dich online noch niemand kennt, steht in meinem Beitrag über die ersten zahlenden Kunden. Dort erfährst Du im Kapitel „Kümmere Dich um Dein einzigartiges Verkaufsargument“ auch, was mein eigenes Alleinstellungsmerkmal ist.
Das bringt uns zum letzten Punkt …
5. Erinnere Dich, für wen Du wirklich hier bist
Ich habe dies als fünfte Strategie aufgeführt, aber eigentlich ist es eher eine Vorstrategie: die Grundlage für alle anderen Strategien, über die wir bereits gesprochen haben.
Der beste Weg, um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist zweifellos, die Konkurrenz zu vergessen. Vergiss die Konkurrenz und konzentriere Dich stattdessen auf jemand anderen: Deine Kunden.
Die meisten Geschäfte da draußen sind reaktiv. Sie bauen als Reaktion auf das auf, was bereits getan wurde. Aufstrebende Unternehmer nehmen ein Produkt, das bereits erfolgreich ist, verändern es gerade so viel, dass sie sagen können, es sei anders, und bringen es dann auf den Markt.
Der entscheidende Schritt, den sie dabei vergessen, ist herauszufinden, ob die Änderung, die sie vorgenommen haben, irgendetwas mit dem zu tun hat, was ihre Zielgruppe tatsächlich will.
Deshalb ist es so unglaublich wichtig, die Sprache Deines Marktes zu verstehen.
Wenn Du lernst, so zu sprechen, wie Deine Kunden sprechen, so zu denken, wie Deine Kunden denken, und die Welt so zu sehen, wie Deine Kunden sie sehen, geschehen zwei Dinge:
- Du bist bereits den meisten Geschäften voraus, die sich nicht die Mühe machen, ihre Kunden genau zu verstehen.
- Du musst nicht mehr raten, ob Du im Zickzackkurs fahren oder eine Nische abstecken solltest oder welche „Zutaten“ Dein einzigartiges Produkt braucht. Dein Publikum wird es Dir sagen.
Hast Du in Deinem Beruf schon mit Kunden, Klienten oder Patienten zu tun, kennst Du viele ihrer Worte bereits. Gemeint sind die typischen Formulierungen, nicht die Geschichte einzelner Menschen. Wie ich selbst vorgehe, wenn ich ein neues Projekt starte, zeige ich an einem eigenen Beispiel in meinem Beitrag zur Zielgruppenrecherche mit Kundenavatar.
Warum das Verständnis Deiner Zielgruppe die Grundlage für alles andere ist, zeige ich in diesem Kurzvideo:
Kurzvideo (2:25 Minuten): Was Du über Deine Zielgruppe wissen musst, erklärt an fünf Fingern.
Es ist normal, dass man sich bei der Vorstellung, in einen überfüllten Raum einzutreten, eingeschüchtert fühlt. Aber Deine Kunden interessiert es nicht, ob Du der Erste, Vierte oder 40. auf dem Markt bist.
Alles, was sie interessiert, ist, dass sie Dich mögen, dass sie Dir vertrauen und dass sie wissen, dass sie Ergebnisse erzielen, wenn sie auf Dich hören. In dieser Gleichung gibt es nur zwei Personen, die wichtig sind: Deine Kunden und Du.
Die Übung: Dein Dreh in einer Stunde
Hier ist eine Übung, die Dir dabei helfen soll, Deine Business-Idee in ein echtes Online-Geschäft zu verwandeln, das nur Du aufbauen kannst.
Schau Dir an, was einer Deiner „Konkurrenten“ macht, und mach Dir Notizen. Echte Notizen, zum Beispiel in einem Google-Dokument, und investiere hierfür mindestens eine Stunde:
- Was funktioniert Deiner Meinung nach?
- Was funktioniert Deiner Meinung nach nicht?
- Wo geht der Konkurrent rechts, wo Du links gehen könntest?
Mit „Dreh“ meine ich das, was Du an Deinem Thema anders machst als die anderen. Und nein, die Übung widerspricht Strategie 5 nicht: Du siehst Dir die Konkurrenz dafür gründlich an, und danach richtest Du Dich wieder nach Deinen Kunden.
Was Du Dir in dieser Stunde ansiehst? Zum Beispiel:
- die Startseite und die Beschreibung des Angebots
- zwei Beiträge oder Videos des Anbieters
- Bewertungen und Kommentare, falls es welche gibt
Mach Dir dabei Stichworte. Damit Du dafür kein Dokument anlegen musst, stehen die drei Fragen unten in einem Arbeitsblatt. Du füllst es aus, tippst an, welche der 5 Strategien dazu passt, und bekommst eine Notiz, die Du kopieren oder Dir selbst mailen kannst. Am Rechner schreibt es sich leichter als am Handy.
Zur Erinnerung zuerst die 5 Strategien auf einen Blick:
| Strategie | Kurz gesagt | Die Frage an Dich |
|---|---|---|
| 1. Links statt rechts | Du widersprichst dem üblichen Rat dort, wo Du ihn für falsch hältst. | Welche „Weisheit“ in Deinem Thema hältst Du für falsch? |
| 2. Zu Deinem machen | Dein Hintergrund und Deine Art zu erklären machen aus demselben Thema etwas Eigenes. | Was bringst Du mit, das andere Anbieter nicht haben? |
| 3. Nischig sein | Du sprichst eine kleinere Gruppe an und meinst sie genau. | Für wen genau ist Dein Angebot, und für wen nicht? |
| 4. „Nachteil“ als Vorteil | Wenige Kunden heißt: volle Aufmerksamkeit für jeden einzelnen. | Was kannst Du für 5 Kunden tun, was bei 100 nicht mehr geht? |
| 5. Deine Kunden | Du verstehst Deine Kunden besser als jeder andere Anbieter. | Mit welchen Worten beschreiben Deine Kunden ihr Problem? |
Arbeitsblatt: Dein Dreh in einer Stunde
Sieh Dir zuerst einen Anbieter aus Deinem Thema an und beantworte dann die drei Fragen in Stichworten. Es gibt keine richtigen und keine falschen Antworten. Was Du hier schreibst, wird nirgendwohin gesendet. Es bleibt in Deinem Browser auf diesem Gerät, bis Du das Fenster schließt.
Name oder Webseite, nur für Deine Notiz. Du kannst das Feld leer lassen.
Zum Beispiel: klare Sprache, gute Beispiele, ein freundlicher Ton.
Zum Beispiel: zu allgemein, zu viele Fachwörter, spricht alle an und meint niemanden.
Anders gefragt: Was würdest Du anders machen? Ein Satz reicht. Diese Frage ist der Kern der Übung.
Welche der 5 Strategien steckt in Deiner Antwort auf Frage 3?
Tippe eine oder mehrere an. Die Tabelle über dem Arbeitsblatt erklärt jede in einem Satz. Bist Du unsicher, lass die Auswahl leer.
Deine Notiz
„Notiz kopieren“ legt den Text in die Zwischenablage, damit Du ihn in ein Dokument oder Deine Notizen-App einfügen kannst. „An mich selbst mailen“ öffnet Dein E-Mail-Programm mit der fertigen Notiz. Du trägst Deine eigene Adresse ein und schickst die E-Mail selbst ab.
Lieber auf Papier? Dann schreib die drei Fragen auf ein Blatt. Wichtig ist nur, dass Du wirklich schreibst und nicht bloß darüber nachdenkst.
Abschauen heißt dabei nicht abschreiben. Was Du Dir ansehen darfst und was Du nicht übernehmen darfst, steht in den häufigen Fragen am Ende des Beitrags unter „Darf ich mir bei der Konkurrenz etwas abschauen?“.
Vertraue auf Deinen Instinkt.
Du hast Geschmack und eine Vorstellung davon, wie gute Arbeit in Deinem Bereich aussieht. Eine Bestandsaufnahme der Konkurrenz gibt Dir die Möglichkeit, Deine Muskeln spielen zu lassen und darüber nachzudenken, wie Du Deinem Thema einen einzigartigen „Dreh“ geben kannst, den sonst niemand hat.
Für wen diese 5 Strategien nicht passen
Zur Einordnung: Ich verkaufe selbst Online-Kurse. Diese Strategien helfen aber nicht jedem weiter.
- Du hast kein eigenes Fachgebiet und suchst nur ein Thema, das Geld verspricht. Dann fehlt Dir das, woraus ein eigener Dreh entsteht: Erfahrung, die andere nicht haben. Such zuerst das Thema, in dem Du anderen etwas voraushast.
- Du willst das Angebot eines anderen möglichst genau nachbauen. Das ist das Gegenteil von dem, worum es hier geht, und es kann rechtlichen Ärger bringen.
- Zu Deinem Thema findest Du weder Suchende noch bezahlte Angebote. Dann ist nicht die Konkurrenz Dein Problem, sondern oft der fehlende Markt. Sprich in diesem Fall zuerst mit Menschen aus Deiner Zielgruppe.
Was Du diese Woche tun kannst
- Heute, 10 Minuten: Such Dir einen Anbieter aus Deinem Thema aus. Nimm den, der Dir bei Google oder YouTube zuerst begegnet.
- An einem Abend, eine Stunde: Mach die Übung mit dem Arbeitsblatt und kopiere Dir die Notiz.
- Bis zum Wochenende, noch eine Stunde: Wiederhole die Übung mit einem zweiten Anbieter und leg beide Notizen nebeneinander.
Danach hast Du zwei Notizen und einen ersten Satz, in dem steht, was Du anders machst. Fertig ist Deine Positionierung damit noch nicht. Aber Du hast etwas in der Hand, an dem Du weiterarbeiten kannst.
Sobald Du Deinen ersten Satz hast, kommt die nächste Frage: Wie wird daraus ein Angebot? In meinem kostenlosen E-Mail-Kurs bekommst Du sieben Tage lang je einen konkreten Schritt auf dem Weg von Deinem Wissen zum eigenen Produkt.
Fehlt Dir das Thema noch, helfen Dir die 77 Info-Business-Ideen, die Du dazubekommst: Themen aus ganz unterschiedlichen Märkten und Nischen. Kostenlos, ohne Abo und ohne Zahlungsdaten.
In meinen E-Mails stelle ich Dir auch mein kostenpflichtiges Angebot vor. Abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Fazit
Dass es Dein Thema schon gibt, ist kein Grund aufzuhören. Es zeigt, dass Menschen dafür bezahlen.
Du musst nicht der Erste sein und auch nicht der Größte. Dafür hast Du 5 Ansatzpunkte, und Du brauchst nicht alle auf einmal:
- eine eigene Richtung
- Deine eigene Art
- eine klare Nische
- Zeit für Deine ersten Kunden
- vor allem ein genaues Bild von den Menschen, denen Du helfen willst
Fang mit der einen Stunde an. Der Rest ergibt sich aus dem, was Du dabei aufschreibst.
Und falls die Stimme im Kopf wiederkommt: „Das haben andere schon längst vor mir gemacht“ gehört für mich zu den schlechtesten Ratschlägen überhaupt. Die anderen beiden nenne ich in diesem Kurzvideo.
Kurzvideo (1:39 Minuten): 3 der schlechtesten Business-Ratschläge, die ich je gehört habe.
Welche der 5 Strategien passt am besten zu Dir und Deinem Thema? Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Häufige Fragen: vom Wettbewerb abheben
Wie hebt man sich vom Wettbewerb ab?
Indem Du nicht versuchst, für alle besser zu sein, sondern für eine bestimmte Gruppe anders. In diesem Beitrag sind es fünf Wege:
- eine andere Richtung einschlagen als der übliche Rat
- das Thema mit Deinem Hintergrund zu Deinem machen
- eine Nische wählen
- als Anfänger Deine volle Aufmerksamkeit bieten
- Deine Kunden besser verstehen als jeder andere Anbieter
Wie heben wir uns vom Wettbewerb ab?
Die fünf Strategien gelten auch für ein kleines Team oder einen Betrieb. Der Unterschied: Ihr müsst Euch auf eine Richtung und eine Nische einigen. Macht die Übung deshalb zuerst jeder für sich und legt die Notizen danach nebeneinander.
Wie hebe ich mich von der Konkurrenz ab, wenn ich gerade erst anfange?
Mit dem, was große Anbieter nicht mehr leisten können: Zeit für jeden einzelnen Kunden. Wer erst 5 Kunden hat, kann jede Frage persönlich beantworten und lernt seine Zielgruppe dabei genauer kennen, als es mit 100 Kunden möglich ist.
Was ist ein Alleinstellungsmerkmal?
Die eine Sache, die Dein Angebot von ähnlichen Angeboten unterscheidet und Menschen einen Grund gibt, bei Dir zu kaufen. Für Fachleute sind das oft die Berufsjahre und die Fälle, die sie in dieser Zeit gesehen haben.
Muss ich billiger sein als die Konkurrenz?
Nein. Keine der 5 Strategien hat mit dem Preis zu tun. Sie geben Menschen andere Gründe, bei Dir zu kaufen. Den Preis einfach an der Konkurrenz auszurichten, halte ich für keinen guten Plan. Wie ich dabei vorgehe, steht in meinem Beitrag „Wie Du den richtigen Preis für Deinen Online-Kurs findest“.
Stimmt es, dass Konkurrenz das Geschäft belebt?
Für Dich als Einsteiger ja, aus zwei Gründen. Erstens zeigt Konkurrenz, dass es für Dein Thema zahlende Kunden gibt. Zweitens kannst Du Dir ansehen, was bei anderen funktioniert und was nicht, statt alles selbst herausfinden zu müssen.
Darf ich mir bei der Konkurrenz etwas abschauen?
Ansehen und daraus lernen darfst Du. Fremde Inhalte ohne Erlaubnis übernehmen oder andere schlechtmachen darfst Du nicht. Diese Faustregel gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Fundstellen dazu:
- Deutschland: Texte, Fotos und Videos können als Werke geschützt sein (§ 2 Urheberrechtsgesetz). Ein Angebot nachzuahmen, ist nur unter bestimmten Umständen unlauter, zum Beispiel, wenn Käufer über die betriebliche Herkunft getäuscht werden. Unlauter ist auch, Mitbewerber herabzusetzen oder zu verunglimpfen (§ 4 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).
- Österreich: Das Urheberrechtsgesetz schützt „eigentümliche geistige Schöpfungen“ (§ 1 Urheberrechtsgesetz). Wer über das Unternehmen eines anderen geschäftsschädigende Tatsachen verbreitet, die nicht erweislich wahr sind, haftet dafür (§ 7 Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).
- Schweiz: Das Urheberrechtsgesetz schützt „geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst“ (Art. 2 URG). Unlauter handelt unter anderem, wer andere oder ihre Leistungen „durch unrichtige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen herabsetzt“ (Art. 3 UWG).
Für Heil- und Gesundheitsberufe gelten zusätzliche Regeln. Sie stehen im Kasten „Arbeitest Du in einem Heil- oder Gesundheitsberuf?“ in Strategie 2.
Ich bin kein Anwalt. Bist Du unsicher, ob Du etwas verwenden darfst, frag den Urheber oder lass es weg.

